Under your Skin

von Fire Soul
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 Slash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
08.09.2019
14.09.2019
6
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Die Docks im Industriegebiet südlich von Chicago waren selbst an einem Hochsommertag kein sehr einladender Ort. An einem kalten Frühlingsabend Anfang April waren sie abweisend und unfreundlich. Erens Lippen verzogen sich ironisch. Der perfekte Ort, um seinen ihm verbotenen Geliebten zu treffen. Zumindest würden sie es dieses Mal, sobald sie beisammen waren, ein wenig komfortabler haben als sonst. Die kleine Motorjacht seiner Nachbarin Ymir verfügte über eine Kabine, die groß genug für sie beide war und wenn es heute Abend nach seinem Willen ging, hatten sie genug Zeit, sie auch zu benutzen. Er hatte Ymir beschwatzt, ihm das Boot für ein paar Stunden zu leihen, ohne ihr zu sagen, wofür er es brauchte. Aber sie hatte auch nicht nach Einzelheiten gefragt, sondern ihm lediglich den Schlüssel gegeben und ihm aufgetragen, die Bettlaken der Schlafkoje hinterher zu waschen. Eren rutschte unruhig auf seinem kleinen Sitz im Cockpit hin und her, während er darauf wartete, dass Levi auftauchte. Er hatte eingewilligt, das Boot vom Jachthafen, in dem Ymir es für gewöhnlich liegen hatte, zu den Industriedocks zu bringen, da er gewusst hatte, dass Levi es vorzog, ihn an einem weniger öffentlichen Ort zu treffen. Eren konnte ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken, als er darüber nachdachte, dass das Boot hier sehr viel auffälliger war als im Jachthafen – nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner Sauberkeit. Er warf einen ungeduldigen Blick auf seine Armbanduhr, während er wartend in der sanft schaukelnden Dunkelheit saß. Er hatte, sobald er angekommen war, alle Lichter am und im Boot gelöscht, um keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sobald sie draußen auf dem See waren, weit genug von neugierigen Augen entfernt, würde er die Lichter am Steuerelement wieder anmachen, damit er besser sehen konnte, aber für den Moment war Diskretion das Gebot der Stunde.

Levi trat seine dritte Zigarette mit dem Absatz aus und beobachtete das auf den trägen Wellen dahindümpelnde Boot. Dieser Abschnitt der Docks war so heruntergekommen, dass er selbst tagsüber selten genutzt wurde. Nach Einbruch der Dunkelheit wagten sich nur noch Ratten und die streunenden Katzen, die sie jagten, in die schmutzigen, nasskalten Gassen, die nach Schimmel und Verfall stanken. Es hatte seine Gründe, warum Levi diesen Abschnitt der Docks so gut kannte. Als Jäger ihn also angerufen hatte mit dem Angebot, einige Stunden in absoluter Ungestörtheit zu verbringen, hatte er ihn als Treffpunkt vorgeschlagen. Er wusste, dass es hier niemanden gab, der sehen konnte, wie sie zusammenkamen. Aber es hatten sich einige Dinge geändert, seitdem sie das Treffen ausgemacht hatten. Und sie hatten sich in einem solchen Ausmaß verändert, dass Levi zögerte. Er wusste, dass er besser einfach kehrtmachen und gehen sollte. Er hatte im Vorfeld zweimal begonnen, die Telefonnummer des Detektives zu wählen, um die Verabredung abzusagen. Um die ganze Sache zwischen ihnen zu beenden, wenn er klug war. Er war so nahe dran, das Risiko war zu groß – und doch war er hier. Keines der Argumente, das er sich gegenüber geltend machen konnte, und mochte es noch so logisch sein, war in der Lage gewesen, ihn heute Abend fernzuhalten. „K Chertu“, knurrte Levi in sich hinein, zerdrückte die leere Zigarettenschachtel und warf sie weg. Dann trat er aus dem Schatten des dunklen Gebäudes und näherte sich mit steifen Schritten dem Bootssteg.

Eren hatte gerade begonnen, sich Sorgen zu machen und zu fürchten, dass etwas Levi am Kommen gehindert hatte, als er eine Bewegung am Dock wahrnahm. Sein Herzschlag beschleunigte sich, als er den älteren, kleineren Mann mit entschlossenen Schritten den schmalen Pier hinunterkommen sah, aber er blieb mit Absicht in der Dunkelheit des Cockpits sitzen. Obwohl ein Teil von ihm an Deck treten und den Russen begrüßen wollte, wusste er es besser, als etwas zu tun, das sie beide einem Risiko aussetzen konnte. Es würde später noch Zeit für Begrüßungen geben, wenn sie sicher abgelegt hatten und auf dem Weg hinaus auf den See waren. Das Boot schaukelte ein wenig, als Levi an Bord trat.

„Mach die Leinen los“, rief Eren leise und legte den Hebel um, damit sie der Realität ihres Lebens entkommen konnten. Levi löste die schweren Seile von der Ankerstelle, machte einen weiteren Schritt auf das kleine Boot und sah zu, wie der jüngere Mann es vom Pier weg und hinaus auf den kabbeligen Lake Michigan steuerte. Das Boot war dunkel und nur der schwache Schein des Halbmonds erhellte Erens Gestalt. Das blasse Licht reichte jedoch aus, zu sehen, dass Eren Jeans trug, einen schweren, aber weich aussehenden Pullover und überraschenderweise keine Pistole. Levi bezweifelte, dass Jäger komplett unbewaffnet war, aber für den Moment zumindest hatte er seine Waffe abgelegt. Der leise Fahrtwind wehte Eren die braunen Haare aus dem Gesicht, sodass sie von seinem Kopf abstanden wie die stilisierten Heiligenscheine auf Heiligenbildern. Was immer als Nächstes geschah, Levi brauchte diese Zeit mit diesem Mann.

„Wohin fahren wir?“, fragte er, aus Gewohnheit leise, obwohl niemand in der Nähe war, der sie hören konnte. „Die Freundin, von der ich mir das Boot geliehen habe, hat mir von einer einsamen Bucht ein paar Meilen außerhalb der Stadt erzählt. Sie sagte, dass sie und ihre Frau dort früher oft für einen stillen Abend zu zweit geankert haben“, erwiderte Eren und seine Stimme war nicht viel lauter als die seines Gefährten. „Sie ist vor ein paar Jahren gestorben, aber es waren eindeutig glückliche Erinnerungen für sie. Ich dachte, vielleicht können sie das auch für uns sein.“ Er sah über die Schulter zu Levi, der noch in der Tür des Cockpits stand und wies mit einer Geste auf den Sitz neben sich. „Es dauert etwa dreißig Minuten, bis wir dort sind. Setz dich und mach‘s dir bequem.“ Levi ließ sich in den zweiten Sitz sinken und studierte das lässige Selbstvertrauen, mit dem Eren das Steuerrad bediente. Ein leises Gefühl von Unruhe erfüllte ihn und er versuchte, es abzuschütteln.

„Ich bin es gewohnt, dass ich das Steuer in Hand halte“, gestand er und ein humorvolles Funkeln erwärmte seine stahlgrauen Augen. Da sie Erens Ansicht nach inzwischen weit genug von den Docks entfernt waren, machte er die Beleuchtung der Steuerelemente an. Ihr Licht war hell genug, dass man sein Grinsen deutlich sehen konnte. „Sobald wir vor Anker gegangen sind, kannst du das Steuer wieder in die Hand nehmen“, versprach er mit heiserer Stimme. Er freute sich schon auf das, was geschehen würde, wenn sie ihren Zielort erreicht hatten. „Ehrlich gesagt, ich genieße es, wenn du Kapitän bist.“ Levi stieß den Atem aus, sagte aber nichts. Es lag nicht in seiner Natur, zu prahlen oder clevere Wortgeplänkel zu führen, doch die Anspielung in den Worten seines Geliebten und seine tiefer gewordene Stimme, die seine Erregung verriet, weckten in Levi einen ähnlichen Hunger. Um sich von seinem anschwellenden Schwanz abzulenken, sah er sich um und entdeckte dabei die flachen Stufen, die vermutlich zu der kleinen Kabine unter Deck führten. Allerdings half ihm das wenig, seine Erregung in den Griff zu bekommen, da er sich in Gedanken bereits dabei sah, wie er seinen Geliebten diese Stufen hinunterführte und ihn von seinem Pullover befreite, diese perfekte Brust seinen Blicken entblößte und dann beobachtete, wie die großen, dunklen Brustwarzen in der kühlen Luft und unter seinen heißen Berührungen hart wurden. Er stellte sie sich in der dunklen, vermutlich engen Kabine vor, Haut an Haut und die Wärme zwischen ihnen flammte zu leidenschaftlichem Feuer empor … Der Gedanke kühlte seine Erregung wie ein Schwall kaltes Seewasser. Er rutschte in seinem vorgeformten Sitz hin und her und ein tieferes Unbehagen erfüllte ihn zusammen mit dem Wissen, dass er sich keinen Ausweg gelassen hatte. Wenn Eren die ausbleibende Reaktion auf seine Anspielung auffiel, dann sagte er nichts und konzentrierte sich stattdessen auf die Navigation der nächtlichen Strömungen.Er war es zufrieden, in Stille zu sitzen und die leise Brise zu genießen, die durch das Cockpit wehte und über seine Haut strich, die allein durch die schlichte Gegenwart des Mannes an seiner Seite von einer kribbelnden Gänsehaut überzogen war.

Eren unterdrückte ein Schnauben, das mit Sicherheit missverstanden worden wäre. Schlicht. Es gab kein schlicht in seiner Beziehung mit Levi, hatte nie eines gegeben. Er war sich in keiner Weise sicher gewesen, dass sein Geliebter diesem Treffen und der damit einhergehenden Intimität zustimmen würde. Sie befanden sich immer noch auf neutralem Boden – weder in seinem Revier noch in Levis – aber es gab keinen Vorwand für dieses Treffen, keine Ausflucht, dass Detektive Jäger von der Mordkommission hoffte, durch Überredung, List oder auf sonstigem Wege Informationen aus dem russischen Gangster herauszuholen. Nicht seit das Boot vom Steg abgelegt hatte.
Eren hoffte, dass er keinen Fehler gemacht hatte. Dass das Vertrauen, das nach ihrem letzten heimlichen Treffen zwischen ihnen aufgeblüht war, nicht im Begriff war, zerstört zu werden. Aber er konnte das Gefühl von Levi über sich einfach nicht vergessen oder wie sanft er ihn auf die Matratze gedrückt hatte, statt ihn achtlos gegen eine Wand zu drängen und hart durchzunehmen. Er konnte die Aufrichtigkeit in Levis Stimme nicht vergessen, als er schließlich zugegeben hatte, dass er Eren brauchte.
„War nicht das, was ich wollte … das warst nicht du.“ Der Widerhall dieser Worte hatte Eren wochenlang zurückgehalten, erneut anzurufen. Das Wissen, dass es Levi ebenso viel bedeutete wie ihm, hatte ihm geholfen, so geduldig zu sein wie noch nie zuvor. Und dann hatte es Eren dazu getrieben, ein richtiges Rendezvous zu organisieren. Er wollte Levi zeigen, dass er genauso empfand.

Sie passierten den Wellenbrecher, der die Stelle markierte, an der der flache Boden des Sees abfiel. Eren ließ das Boot ein wenig schneller fahren und schaltete eines der Außenbordlichter an, damit er die Bucht fand, die Ymir erwähnt hatte. Er wollte seine Zeit nicht mit Suchen vertun, sondern seine Aufmerksamkeit ganz seinem Geliebten widmen.
Eren blieb ungewöhnlich stumm, während er das Boot über die Stadtgrenze hinaus lenkte. Levis Unruhe und Unbehagen wuchsen. Andererseits, sie hätten schreien müssen, um sich über den Lärm des Motors und das Geräusch der gegen den Bootsrumpf schlagenden Wellen hinweg zu verständigen. Auf der vergeblichen Suche nach einer Schachtel Zigaretten schob Levi die Hände in die Manteltaschen. In einer begegnete seine Hand dem Zellophan der Kondome und dem Päckchen mit Gleitgel, in der anderen dem harten Umriss seiner Stechkin APS. Da er keine Zigaretten hatte, um sich abzulenken, rieb er mit den Fingerspitzen über seine Pistole und beobachtete Eren, der das Boot in eine kleine, von Felsen gesäumte Bucht lenkte, die von windgepeitschten Bäumen umstanden war.

Als Jäger den Motor ausstellte und alle Lichter löschte, was sie in nahezu absoluter Finsternis zurückließ, schob Levi bewusst alle Gedanken beiseite. Für die nächsten kurzen Stunden existierte nichts außer dem Mann neben ihm und den Gefühlen, denen er sich nur in diesen gestohlenen Augenblicken hingeben konnte. Mit raschen Handgriffen stellte Eren den Motor aus und setzte Anker, damit das Boot nicht davontrieb, während sie ihre gemeinsame Zeit genossen. Er drehte sich zu Levi um und streckte ihm seine Hand hin. Dann trat er einen Schritt vor, in die Arme des älteren Mannes, bückte sich etwas zu ihm hinunter und küsste ihn sanft. Er hatte keine Ahnung, wie sein Geliebter auf diese Art Initiative reagieren würde, aber es fühlte sich richtig an. Die Intimität ihres letzten Treffens gab ihm den Mut, noch einen Schritt weiter zu gehen, was er sich nie zuvor getraut hatte.

„Komm unter Deck“, sagte er. „Da wartet ein Bett auf uns.“ Der Kaschmirpullover war weich unter Levis Händen, als er sie auf der Suche nach noch weicherer Haut darunter schob. Er hob den Kopf und seine Lippen begegneten Erens. Ihr Kuss war leidenschaftlich, aber ohne das drängende Fordern, das ihre früheren Stelldicheins gekennzeichnet hatte. Sie hatten Zeit diesmal und ausnahmsweise auch komplette Privatsphäre; ein Privileg, das Levi nicht verschwenden wollte, was immer auch geschah.

„Nach Ihnen, Kapitän“, murmelte er und bedeutete seinen Geliebten mit einem Kopfnicken, vorauszugehen. Eren lächelte bei dem Spitznamen und stahl einen weiteren Kuss, bevor er sich von Levi löste und die flachen Stufen zu der Kabine unter Deck hinunterstieg. Der Raum war nicht groß und die Decke so niedrig, dass sie die Köpfe einziehen mussten, um sich nicht zu stoßen, aber er war warm und das Bett einladend aufgeschlagen. Eren setzte sich und streckte die Hände nach Levi aus, öffnete die Knöpfe an seinem Mantel und schob ihn beiseite.
„Komm zu mir?“, bat er, als sein Geliebter sich nicht sofort neben ihn setzte. Levi warf seinen Mantel auf die Sitzbank, die sich an der gesamten gegenüberliegenden Wand entlang zog und machte die Nachttischlampe aus, bevor er an die Schlafkoje trat. Seine Lippen fanden zielsicher die seines Geliebten und das Verlangen, das während der Fahrt still in ihm geglommen hatte, flammte hell auf, als er Eren sanft auf die Matratze zurückdrängte und seinen Pullover hochschob. Er löste sich gerade lange genug von ihm, um Eren das Kleidungsstück über den Kopf zu ziehen, dann sank er auf den schlanken Körper hinunter und schmiegte sich an ihn, verschmolz sie miteinander, als wäre der eine für den anderen gemacht worden, zwei Teile eines Puzzles, die zusammen ein Ganzes ergaben.

Eren hob sich ihm entgegen, genoss das Gefühl von Levis Gewicht, seinem Körper; der Rohseide seines Anzugs, die über seine Brust rieb. Er fuhr mit den Händen über die starken Schultern und ließ sein Lächeln breiter werden. Gedehnt sagte er: „Ich liebe Männer, die Anzug tragen.“
„Dann ist es ja gut, dass ich einen trage“, entgegnete Levi trocken und strich mit den Händen über den Oberkörper seines Geliebten. Seine Daumen fanden die harten Brustwarzen und verweilten über ihnen. „Ziehst du vor, dass ich ihn anbehalte?“ „Vielleicht ein andermal“, entschied Eren, nachdem er einen Moment lang darüber nachgedacht hatte. Nackt unter Levis bekleidetem Körper zu liegen, hatte seinen Reiz, aber heute Abend wollte er mehr. Heute hatten sie ausnahmsweise einmal wirklich die Zeit, einander zu erkunden und er wollte das auskosten, so gut er konnte.
„So sehr ich das Gefühl von Seide an meiner Haut auch genieße, ich würde dir den Anzug nur mit Spermaflecken ruinieren. Und außerdem könnte ich dich dann nicht berühren.“ „Du setzt voraus, dass ich dir erlaube, zu kommen“, konterte Levi und fuhr mit dem Finger die Kette mit dem Schlüssel nach, die Eren immer um den Hals trug. Das Gold glitzerte in der fast völligen Dunkelheit. Mit der anderen Hand fasste Levi nach unten und schloss sie besitzergreifend um Erens jeansverhüllten Schwanz, dann milderte er seine Drohung damit ab, Küsse über den Hals und die Brust seines Geliebten zu verteilen. Als er seine Brustwarzen erreicht hatte, strich er mit den Zähnen darüber, erst über die eine, dann die andere. Als sie sich hart und feucht emporreckten, glitt er tiefer, ließ seine Lippen über die schmale Spur dunkler Haare gleiten, die zu seinem Ziel führte. Seine Hand drückte Erens steifer werdenden Schaft, dann öffnete er seine Jeans.

Der Hunger, den zu stillen er sich versagt hatte, als sie das letzte Mal zusammen gewesen waren, ließ sich nicht mehr ignorieren. Eren zuckte bei der unerwarteten Berührung von der Matratze hoch, vollkommen überrascht. Wäre dies irgendein anderer Mann in seinem Bett, würde er als Nächstes einen Blowjob erwarten, der ihm den Verstand raubte, aber er kannte Levi zu gut, um das zu tun. Der Russe war zu stolz, sich zu beugen, zu stolz, um … „Oh, verdammt!“, stieß Eren aus, als sein Geliebter ihn aus der Gefangenschaft seiner Jeans befreite und einmal langsam über seinen Schwanz leckte, von der Wurzel bis zur Eichel.

Der Geschmack des harten, heißen Schafts in Levis Mund war berauschend. Er machte ein leises, zustimmendes Geräusch und bewegte die Hände zur Seite, legte sie auf Erens Lenden, zog den schweren Stoff seiner Hose weiter auseinander und drückte seine Hüften in die Matratze. Finger spreizten sich über weiches Fleisch, während seine Daumen unter den verwundbaren Hodensack glitten und dann hochdrückten, die härter werdenden Eier neckten. Levis eigener Schwanz wurde steifer, drückte gegen seine Hose, aber er ignorierte den Schmerz. Sein Mund glitt langsam und mit Bedacht über Erens seidenweiche Eichel. Erens Finger fuhren rastlos über die Bettlaken und er kämpfte darum, Levis Verhalten mit dem Bild zu vereinbaren, das er von dem Mann hatte. Er warf den Kopf hin und her, als Levi ihn auf eine Art liebkoste, die von diesem Liebhaber zu bekommen, er nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Die völlig neue Kulisse, der damit verbundene Mangel an Täuschungen und falschen Vorwänden sowie das Gefühl von Intimität, das die neuartigen Empfindungen von Levis Zunge auf seinem Schwanz auslöste, gaben Eren den Mut, seine eigenen Wünsche deutlich zu machen. In der festen Absicht, den Gefallen zu erwidern, drückte er sich von der Schlafkoje hoch und versuchte, den Russen dazu zu bewegen, seine Hüften in Erens Richtung zu drehen.

„Komm, lass mich dich auch schmecken.“ Statt zu antworten, schloss Levi seine Lippen fester um die glänzende Eichel, ließ sie tiefer in seinen Mund gleiten und genoss den intensiven Geschmack der Flüssigkeit, die daraus hervorquoll. Seine Hände packten geschwungene Hüftknochen, als Eren versuchte, sich unter ihm zu bewegen. Der Griff war nicht fest genug, um jede Bewegung zu unterbinden, aber doch fest genug, um die Botschaft zu vermitteln, dass er stillhalten solle. Dies war eine Schwäche, der nachzugeben zu gefährlich war für Levi– er hatte vor, das eine Mal voll auszukosten, das er sich erlauben würde.
Eren gab für den Augenblick nach. Instinktiv verstand er, dass dies ein großer Schritt für Levi war und dass er jedem Weiteren misstrauisch gegenüberstand. Er hatte absolut vor, seinen Geliebten umzustimmen, aber das konnte er auch tun, ohne ihn zu zwingen. „Hmm, fühlt sich so gut an“, murmelte er heiser und fuhr mit den Fingern durch die schwarzen Haare des älteren Mannes. „Dein Mund auf mir, so heiß und nass und hungrig. Bei dir habe ich das Gefühl, wieder ein dauergeiler Teenager zu sein, der bei der geringsten Berührung sofort kommt. Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, wenn wir es beide gleichzeitig tun?“, fuhr er fort in der Hoffnung, die Zurückhaltung seines Geliebten zu durchbrechen. „Kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ich deinen Schwanz in den Mund nehme, die Eichel sauge und meine Zunge in deinen Schlitz stecke?“ Er hob den Kopf und sah an seinem Körper hinunter in glitzernde Augen. „Wenn du meinen Mund fickst?“

Levi konnte bei Erens sinnlich-lockenden Worten ein Stöhnen nicht unterdrücken. Er konnte es sich nur zu gut vorstellen und seine Erektion sprengte förmlich seinen Reißverschluss in Reaktion auf diese bewusste Provokation. Er rollte sich auf die Seite, schob seine Hände in Erens Jeans und zog sie so weit hinunter, wie sein Arm reichte. Dann strich er mit den Handflächen über die entblößten, muskulösen Oberschenkel seines Geliebten, bis er seinen Hintern erreicht hatte, umfasste seine Gesäßbacken und zog Eren näher an sich, rammte sich seine Erektion tief in den Mund. Er lutschte ihn hart, drückte seine Zunge gegen die pulsierende Vene auf der Unterseite des schweren Schafts und gab seinem Geliebten all das, was seine aufreizenden Worte ihm ausgemalt hatten. Ob die Bewegung nun stillschweigende Erlaubnis war oder nicht, Eren nahm sie als solche an, drückte sich erneut hoch und drehte sich, soweit der feste Druck seines Mundes es zuließ, bis er mit dem Gesicht zu Levis Füßen neben ihm lag und seinen Hosenbund erreichen konnte. Es wäre so einfach gewesen, sich zurückzulegen und verwöhnen zu lassen. Doch Eren war entschlossen nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Er öffnete den Ledergürtel, zog den Reißverschluss auf und drängte Levi, seine Hüften anzuheben, sodass er ihm die Hose bis auf die Oberschenkel hinunter schieben konnte. Eren war vertraut mit dem Gefühl des dicken Schafts in seinem Körper, aber dies war das erste Mal, dass er mehr tun konnte, als ihn zu berühren – er konnte ihn schmecken, wie er es sich oft gewünscht hatte. Und so ließ er sich Zeit und ignorierte das beharrlicher werdende Verlangen seines Körpers, wild in Levis Mund zu stoßen, bis er zu einem zweifellos glorreichen Orgasmus kam, nach besten Kräften. Stattdessen konzentrierte er all seine Aufmerksamkeit auf den Schwanz des anderen Mannes, streichelte ihn sanft, bevor er seine Zunge hervorschnellen ließ, um das Versprechen seiner verführerischen Worte einzulösen.

Erens Lippen und seine Zunge lösten jedes seiner erotischen Versprechen ein und Levi kämpfte gegen den Drang an, seine Hüften vorzustoßen und Erens Mund zu ficken, wie sein Geliebter es ihm ausgemalt hatte. Um der Versuchung nicht nachzukommen, richtete er seinen Fokus auf den harten Schwanz, der seine Lippen dehnte und schluckte um die samtige Eichel herum. Gleichzeitig schob er zwei Finger in seinen Mund. Während seine Kehle arbeitete, erforschte er mit den feuchten Fingern Erens Gesäßfalte, der Druck seiner Fingerspitzen auf der empfindsamen Öffnung eine weitere Waffe in seinem Arsenal bei der Bestürmung der Verteidigung seines Geliebten.

Erens Sinne explodierten förmlich und er konnte diesem doppelten Angriff nicht widerstehen. Mit wenig mehr als einem erstickten Aufschrei um Levis Schwanz als Warnung, kam er in der Kehle des anderen Mannes. Sein Körper zuckte und schauderte, als er den Beweis seines Verlangens ausstieß. Schauer durchliefen ihn, einer nach dem anderen, als Levi fortfuhr, ihn mit Lippen und Fingern zu necken. Als Eren wieder atmen konnte, leckte er ein letztes Mal langsam über das steife Glied in seinem Mund, dann ließ er es herausgleiten und sah zu seinem Geliebten hoch. „Wir können so weitermachen, wenn du willst“, bot er an, „aber ich will dich wirklich in mir spüren.“ Levi schluckte den sämigen Beweis erfüllten Verlangens herunter und zog den jüngeren Mann wieder aufrecht neben sich. Rasch streifte er ihm seine restlichen Kleidungstücke aus, dann streckte er sich durch die Kabine zu der Bank, auf die er seinen Mantel gelegt hatte. Im selben Augenblick setzte Eren sich auf und bückte sich nach seiner Jeans. In der engen Kabine stießen sie mit den Köpfen aneinander. Levi setzte sich auf die Fersen zurück und stieß einen kurzen, belustigten Laut aus: Beide hielten sie kleine Cellophanpäckchen und Gleitgel in den Händen.

„Ausnahmsweise haben wir dasselbe gedacht“, bemerkte er. Seine Hand schloss sich über Erens, eine Geste die so intim war wie die Berührungen, die sie gerade geteilt hatten. „Nicht nur dieses Mal“, widersprach Eren und drehte seine Hand, sodass er seine Finger mit Levis verschränken konnte. Er hob ihre Hände an seine Lippen und küsste sie, bevor er den Griff löste und nach dem Jackett seines Geliebten fasste. So sehr er das Gefühl von Seide auf seiner Haut genoss, jetzt gierte er nach nackter Haut. Er zog Levi das Jackett über die Schultern und warf es beiseite, dann machte er sich über die Knöpfe an dem weißen Hemd her und strich mit seinen Händen über bloße Haut, wo immer sie zutage trat. Da die einzige Lichtquelle das Mondlicht war, das schwach durch das Fenster hereindrang, verließ Eren sich hauptsächlich auf das Gefühl unter seinen Händen, als er die Haut seines Geliebten entblößte. Seine Augen strengten sich an, das kunstvolle Kreuz in der Mitte von Levis Brust auszumachen, aber er sah kaum mehr als einen Schatten, als er Levi das Hemd abstreifte. Er beugte sich vor, um seine Lippen auf das Motiv zu drücken, wobei ihm eine neue Tätowierung auffiel – was es war, das konnte er nicht erkennen – die sich knapp unter der Schulter des anderen Mannes befand. Eren schob den Gedanken für einen späteren Zeitpunkt beiseite und zog Levi die Hose aus. Als er ihm die Socken abstreifte, blieb er an einem Messer hängen, das Levi um den Knöchel trug. Vorsichtig schnallte er es ab und legte es kommentarlos beiseite. Sie wussten beide, was Levi war. Darüber zu sprechen würde nichts ändern. Eren legte sich zurück aufs Bett und öffnete die Arme.

„Komm her, liebe mich.“ Das waren Worte, die zu hören Levi nie gehofft hatte und eine Aufforderung, die er unmöglich ausschlagen konnte. Er öffnete die Augen, die er geschlossen hatte, als Erens Lippen seine Brust berührt hatten, rutschte ein Stück zurück und ließ sich dann zwischen den einladend geöffneten Schenkeln seines Geliebten nieder. Mit dem Mund riss er ein Päckchen Gleitgel auf und schmierte sich den Inhalt über die Finger. Sein Mund kehrte zu den glatten Flächen von Erens Oberkörper zurück, während er den jüngeren Mann vorbereitete, nicht ganz so langsam wie beim letzten Mal, aber nicht weniger gründlich. So begierig er war, alles zu nehmen, was Eren ihm gab, so wollte er den Augenblick doch nicht durch Schmerzen zerstören.

Eren spreizte die Beine weiter, Knie an die Brust gezogen, um Levi ungehinderten Zugang zu der sensiblen Haut zu gewähren. Instinktiv wusste er, dass heute Nacht zumindest sein Geliebter nichts tun würde, das ihm auch nur leisen Schaden zufügen konnte. Er wand sich unter den Liebkosungen, die ihn sanft öffneten, seine Prostata stimulierten und ihn atemlos vor Verlangen machten. Und schließlich erlaubte er sich loszulassen und alle Verteidigung aufzugeben, alle Mauern, die er um sich erbaut hatte. Er ließ los und seinen Gefühlen freien Lauf, erlaubte ihnen zu sein, ihn zu erfüllen, auch wenn er sie nicht in Worte fasste. Hier, auf Ymirs Boot, waren sie nicht Bulle und Gangster, nicht Amerikaner und Russe, nicht zwei Männer, die durch ihre Lebensumstände voneinander getrennt waren. In diesen kurzen, gestohlenen Stunden erlaubte Eren es sich zu glauben, dass sie nur zwei Männer waren, die einander liebten. Außerstande, diese Worte laut auszusprechen, sagte er das eine, das er sagen konnte. Den Kosenamen, der nur für seinen Geliebten bestimmt war. „Malýsch“, murmelte er und das Wort wurde zu einem Mantra, als Levi fortfuhr, ihn zu reizen und zu quälen.

Levi streichelte, reizte und dehnte, bis er ein Beben unter seinen Fingern und seinen Lippen spürte. Jede Wiederholung dieses Namens, dieser Intimität, die er niemandem sonst gestattete, pulsierte durch seinen Körper wie das Blut, das durch seine Adern pochte. Er rollte sich ein Kondom über den vor hervorquellenden Lusttropfen feuchten Schwanz und schmierte es mit Gleitgel ein. Dann hob er Erens Körper nahezu ehrfürchtig an und glitt in die heiße Vereinigung ihrer Körper. Der Name seines Geliebten kam ihm als tiefes, langgezogenes Stöhnen über die Lippen. „Eren“, murmelte er und beugte sich vor, als sich lange Beine um seine Hüften schlangen und ihn noch tiefer zogen. Sein Mund legte sich hungrig auf Erens, erstickte so die Worte, die versuchten, dem Namen zu folgen. Es wäre mehr als leichtsinnig gewesen, sie auszusprechen, selbst wenn sie nicht verstanden worden wären. Wie jedes Mal, wenn er ihn aus Levis Mund hörte, sandte sein Name einen Schauer durch Erens Körper. Es war, als erhielte er einen weiteren, kurzen Blick unter die abgebrühte Maske, die Levi der Welt zeigte, auf den Liebhaber, der sich darunter verbarg. Der Tonfall, in dem er den Namen aussprach, ließ einen zweiten Schauer durch ihn rieseln und als Levi seinen Mund in Besitz nahm, überließ er ihn ihm so willig, wie er ihm auch seinen Körper überlassen hatte. Eren wollte alles, was sein Geliebter ihm geben konnte, alles und mehr. Sein Rücken wölbte sich von der Schlafkoje hoch, als die Stimulation seiner Prostata mit jedem Stoß stärker wurde, jedes tiefe Eindringen Levis ihn dem Höhepunkt ein wenig näher brachte. Einen Augenblick lang verharrte er bebend auf der Schwelle, so kurz davor, wollte den Moment in die Länge ziehen und hungerte doch gleichzeitig nach dem Augenblick der Erlösung. Als er spürte, wie sein Körper sich unwiderstehlich anspannte, drehte er den Kopf zur Seite und schnappte nach Luft.

„Mit mir“, brachte er heiser flehend heraus. „Komm mit mir.“ „Da“, keuchte Levi und ließ den Kopf auf Erens Schulter fallen, als sein Orgasmus über ihn hereinbrach, ihn überwältigte, so als hätte es nur der Stimme seines Geliebten bedurft, um den Höhepunkt zu erreichen. Seine Finger gruben sich in die zitternden Muskeln von Erens Gesäßbacken und er presste ihre Körper noch enger aneinander, als der Samen des jüngeren Mannes sich warm zwischen ihren Körpern ergoss. Mit jedem Zucken seines Schwanzes schlossen sich seine inneren Muskeln enger um Levis pulsierenden Schaft, schmiedeten ein weiteres Glied in der Kette, die sein Herz in Banden legte.

Eren sackte auf die Matratze der Schlafkoje zurück, satter und zufriedener, als er sich erinnern konnte, je gewesen zu sein. Ein unbekanntes, starkes Gefühl von Zusammengehörigkeit erfüllte ihn und er zog Levi neben sich aufs Bett und in seine Arme, hielt ihn in einer Umarmung fest, in der es ausnahmsweise nicht um das Verlangen ihrer Körper ging, sondern um das in seinem Herzen. Eng an Levi geschmiegt wartete er darauf, dass die unausweichliche Spannung in den Körper seines Geliebten zurückkehrte, aber Levi blieb entspannt und ruhig in seinen Armen liegen. Das gab Eren den Mut, seine Aufmerksamkeit der Brust seines Geliebten zuzuwenden und sich die Tätowierungen dort genauer anzusehen. Müßig fuhr er mit den Fingerspitzen über eines der Motive, das er immer noch nur schwach erkennen konnte und bemerkte leise: „Ich glaube nicht, dass ich dir jemals gesagt habe, wie erotisch deine Tätowierungen sind. Vielleicht sollte ich mir auch eine zulegen.“

Levi konnte den Schauder nicht unterdrücken, der ihn bei dem Gedanken durchlief, dass Erens perfekte Haut von den Zeichen, wie er sie trug, verunstaltet wurde. Er umfasste Erens Hand mit seiner, beendete so seine Erkundung und legte sie auf die Mitte seiner Brust. „Ich ziehe dich vor, so wie du jetzt bist“, entgegnete er, obwohl er wusste, dass er kein Recht hatte, dem jüngeren Mann etwas vorzuschreiben. „Du brauchst nicht solche Zeichen, um für mich erotisch zu sein.“
„Und doch müssen sie dir irgendetwas geben, sonst hättest du sie nicht“, wandte Eren neugierig ein. Er versuchte nicht, seine Hand loszumachen, um die Tätowierungen erneut zu berühren, da Levi das offensichtlich nicht wollte. „Denn seit ich dich das letzte Mal gesehen habe, hast du zwei neue machen lassen. Sie sind sogar noch ein bisschen entzündet.“ Levi hatte gewusst, dass er diesen Moment nicht würde vermeiden können, spätestens seitdem Eren ihm das Hemd ausgezogen hatte. Er atmete tief ein und zog den jüngeren Mann auf sich herunter.

„In Russland, da, da definieren die Tätowierungen dich“, begann Levi. Er vermutete, dass sein Geliebter nichts über die wahre Bedeutung des Gefängniscodes wusste. „Jede muss verdient werden und jede hat eine Bedeutung, eine Botschaft für jene, die sie lesen können.“ Er wusste, was als Nächstes kommen würde und versuchte, den unausweichlichen Fragen vorzugreifen; er war sich sicher, was die Reaktion des Polizisten sein würde, wenn er die Wahrheit hinter den aufwendigen Motiven erfuhr. „Es gibt Sprichwort im Russischen – , Slovo serebro, a molchaniye zoloto’– „Wort ist Silber und Schweigen ist Gold. Stelle keine Fragen, deren Antwort du nicht hören willst.“

Wider besseres Wissen fasziniert, nickte Eren. Er wusste, was Levi war, wusste, dass keine seiner Geschichten schön sein würde, aber ein Teil von ihm musste trotzdem hören, was Levi zu sagen hatte. „Erzähl mir mehr über eine von ihnen.“ Seine Hand legte sich wieder auf das Kreuz, das Levis Brust zierte. „Was ist mit der hier?“ Levi hatte von Anfang an vermutet, dass Erens Beharrlichkeit einer der Gründe gewesen sein musste, warum er so schnell zum Detektive befördert worden war und so hatte er nicht wirklich damit gerechnet, dass der Polizist die Sache auf sich beruhen lassen würde. Er stieß langsam den Atem aus, schob eine Hand unter den Kopf und sah zur Decke hoch. „Das bedeutet Dieb“, lenkte er ein. Die andere, dunklere Bedeutung behielt er für sich. „Meisterdieb.“ „Also ist sie ein Ehrenabzeichen“, sagte Eren langsam mit neutraler Stimme, und rief sich ins Gedächtnis, das Levi aus einer sehr anderen Welt kam.

„Und die anderen? Sind das auch Ehrenabzeichen?“ Levi zuckte mit einer Schulter und runzelte die Stirn. „Nicht für etwas, das du Ehre nennst“, antwortete er. Die Antwort war ziemlich genau das, was Eren befürchtet hatte. „Ich weiß, dass du eine ziemlich wechselvolle Vergangenheit hast“, sagte er nach einer kurzen Pause. „Ich wusste das, als wir uns das erste Mal begegnet sind. Ich habe es akzeptiert, bevor ich es dir das erste Mal erlaubt habe, mich zu berühren.“ Er schloss die Augen und versuchte, sich an die anderen Tätowierungen zu erinnern, die er gesehen hatte.

„Die Madonna“, schlug er vor. Ein solches Symbol der Reinheit war doch bestimmt harmlos, vielleicht sogar etwas, das anderes ausglich und wieder wettmachte. „Was bedeutet sie?“ „Sie bedeutet, dass ich ein Dieb – Krimineller – gewesen bin, seit ich ein Kind war“, antwortete Levi knapp. Er hoffte sehr, dass Jäger nicht vorhatte, ihn nach der Bedeutung jeder einzelnen seiner Tätowierungen zu fragen. Aber wenn er fragte, dann würde Levi antworten – Eren verdiente es, die Wahrheit über den Mann zu wissen, für den er seine Karriere riskierte, wenn nicht sogar sein Leben. Eren zuckte bei der Antwort zusammen und versuchte sich eine Welt vorzustellen, die einen solchen Wahnsinn hochleben ließ.

„Die Kirche?“, fragte er sich laut. Er hatte das kuppelgedeckte Gebäude auf Levis Rücken bei mehr als einer Gelegenheit gesehen, wenn sein Geliebter sich umdrehte und anzog, bevor er ging. „Das bedeutet Gefängnis“, krächzte Levi. „Die drei Kuppeln sagen, dass ich drei Mal im Gefängnis war.“ Die meiste Zeit davon in Einzelhaft, aber das sagte er dem jüngeren Mann nicht. Das waren Erinnerungen, denen er selber nicht nachhing – es war nichts, das Eren hören musste.

„Und die Worte darüber?“, zwang Eren sich, zu fragen. Er wollte die Antwort abwarten, nach der Bedeutung der beiden neuen Tätowierungen fragen und sie dann nicht beide weiter foltern. Er musste nicht jede Einzelheit wissen. Was er bisher erfahren hatte, war schon mehr, als er wirklich wissen wollte. Levi zögerte, überrascht, dass Eren so aufmerksam gewesen war, die Worte bemerkt zu haben. Er dachte kurz darüber nach, zu lügen – der andere Mann konnte schließlich nicht wissen, ob er die Wahrheit sagte oder nicht –, aber was spielte es am Ende für eine Rolle? Zumindest in diesem Fall konnte er die Wahrheit sagen. „Es ist ein altes Sprichwort“, antwortete er. „Chto posejeshj - to i pozhnjoshj – was du säst, das wirst du ernten.“

Die Worte standen so sehr im Widerspruch zu dem Bild, das Levi nach außen zeigte, so sehr im Widerspruch zu allem, was die Männer vertraten, für die er arbeitete, dass Eren realisierte, dass sie sarkastisch gemeint sein mussten. Nichts anderes machte Sinn. Immerhin hatte er nicht hören müssen, dass Levi ein Mörder war. Wobei er auch vermutete, dass er, wenn er weiter fragte, zuletzt zu einer Tätowierung kommen würde, die genau das sagte. Wie dem auch sei, er hatte die Vergangenheit akzeptiert, wie er es Levi gesagt hatte. Es waren die Gegenwart und die Zukunft, die ihn jetzt beschäftigten.

„Und die Neuen?“, erkundigte er sich ein wenig zögerlich. Vor der Antwort auf diese Frage hatte er wirklich Angst, aber er wusste auch, dass er fragen musste. Levis Vergangenheit war die Vergangenheit, aber der Gedanke, dass sein Geliebter sich immer noch neue Tätowierungen verdiente, beunruhigte und verstörte ihn auf eine andere Art und Weise.

Da war sie – die Frage, von der Levi gewusst hatte, dass sie kommen würde. Er hatte gewusst, dass es genau darauf hinauslief und sein Bauchgefühl warnte ihn, dass die Konsequenzen der Antwort ebenso unvermeidbar waren wie die Frage selbst. Er wandte den Kopf für einen letzten Blick auf den Mann, der in seinen Armen lag, bevor er die Worte sprach, die über sein Schicksal entscheiden würden. „Sie bedeuten, dass ich akzeptiert wurde – als Vor”, gab er zu.

„Als Vor“, wiederholte Eren langsam. Eisige Kälte erfüllte ihn. Er hatte gewusst, dass Levi mit der russischen Mafia zusammenhing. Er hatte gewusst, dass sein Geliebter in ihrem Dienst Dinge tat, bei denen er sich angewidert hätte abwenden sollen. Aber er hatte all das akzeptiert, denn Levi musste schließlich von irgendetwas leben und er befolgte immerhin nur ihre Befehle. Aber jetzt …
„Als Vor.“ Seine Abscheu musste deutlich in seiner Stimme mitgeschwungen haben, denn Levi neben ihm wurde steif, noch bevor Eren sich aufgesetzt und nach der Nachttischlampe gegriffen hatte, um das Gesicht seines Geliebten – seines Verräters – sehen zu können.

„Wie konntest du das tun?“, fragte er mit lauter werdender Stimme. „Wie konntest du uns das antun?“
„Tch, uns?“, gab Levi zurück und verfluchte sich innerlich, sobaldihm das Wort über die Lippen gekommen war. „Du weißt, was ich bin“, fuhr er fort, schwang die Beine über die Bettkante und stand auf. „Ich tue, was ich tun muss.“
„Warum?“, wollte Eren wissen, den Blick auf den tätowierten Rücken gerichtet. „Haben sie dir befohlen, ein Vor zu werden? Ich hätte nicht gedacht, dass das so funktioniert. Solange du nur einer ihrer Handlanger warst, konnte ich das akzeptieren. Du hast nur Befehle befolgt. Ich habe diese Befehle vielleicht nicht gemocht, aber ich habe es verstanden. Aber jetzt … Jetzt bist du einer von ihnen, von denen, der Befehle gibt. Oder irre ich mich da?“  Sag mir, dass ich mich irre, flehte er stumm. Lieber Gott, bitte lass mich falsch liegen!

„Ich gebe keine Befehle. Noch nicht“, gab Levi zu, seine Stimme ausdruckslos als Erens Miene sich vor Abscheu verzog. Levi hatte nichts anderes erwartet; wie konnte er Vertrauen verlangen, wenn er selbst keines schenkte? Die Gefahr war zu groß für sie beide, um so etwas Vages zu riskieren, wie Hoffnung. Er hatte dennoch gehofft und dafür verfluchte er sich selbst als Narren. „Aber man muss Vor sein, um an andere Vor heranzukommen.“

Heiße Wut erfüllte Eren. Er wandte sich ab und schnappte sich seinen Pullover, riss ihn sich mit groben, abrupten Bewegungen über den Kopf und fauchte: „Was musstest du diesmal tun, um dich zu beweisen? Ein hilfloses Mädchen vergewaltigen? Oder werde ich morgen, wenn ich zur Arbeit komme, eine von dir professionell abgefertigte Leiche finden?“

„Du wirst keine Leiche finden“, antwortete Levi kühl, bückte sich und schlüpfte in seine schwarze Unterhose. Aus den Augenwinkeln erhaschte er einen Blick auf die Grimasse auf Jägers Gesicht und realisierte, dass der Polizist ihn missverstanden hatte und nun dachte, dass Levi die Leiche hatte verschwinden lassen. Er machte sich nicht die Mühe, diesen Eindruck zu korrigieren. Es gab vielleicht diesmal keine Leiche zu finden, aber es hatte in seiner Vergangenheit genug Leichen gegeben. Jäger hatte sein Urteil gefällt. Es gab nichts weiter zu sagen. Angewidert von sich selbst, weil er Ackermann selbst jetzt noch wollte, senkte Eren den Kopf und griff nach seiner Hose.

„Ich hoffe, es macht dich glücklich“, fauchte er. „Ich hoffe, es gibt dir all das, was du willst, denn ich werde es nicht mehr. Ich hätte dir alles gegeben, was du willst, jedenfalls alles, was in meiner Macht steht, aber ich kann nicht mehr. Nicht, wenn du Vor bist.“ Er stand auf, ohne seinen ehemaligen Geliebten anzusehen, und verließ die Kabine, stieg die Treppe zum Cockpit hoch und ließ den Motor des Bootes an.
Levi zog sich schweigend an. Eiseskälte breitete sich in ihm aus, bis seine Seele gefror, bis Wärme nur noch eine ferne Erinnerung war wie eine Geschichte, die er als Kind gehört hatte. Er wusste es besser, als an Märchen zu glauben. Höhnisch verzog er die Lippen über seine eigene Dummheit, kämmte sich mit den Fingern durch die schwarzen Haare und blickte den Gang hoch. Oben an Deck würde es kalt sein, aber er konnte nicht wie ein geprügelter Hund unter Deck hocken und grollen. Erfüllt vom vergeblichen Wunsch nach einer Zigarette stieg er die Treppe hoch und setzte sich auf den freien Sitz, den Blick geradeaus auf das schwarze Seewasser hinter der Windschutzscheibe gerichtet.

Erens Glock lag offen neben dem Steuerrad, mit dem der Detektive das Boot lenkte. Eren sah sich nicht um, als er hörte, wie Ackermann neben ihn in den Sitz sank und konzentrierte sich stattdessen darauf, das Boot, so schnell er konnte, zum Industriehafen zurückzusteuern. Er musste weg von der verlockenden Gegenwart des anderen Mannes. Er konnte immer noch die starken Hände auf seinem Körper spüren, die ihn mit zu viel Zärtlichkeit für einen niederträchtigen Gangster berührten; konnte immer noch die raue Stimme hören, die ihm leise Worte ins Ohr flüsterte, die zu sanft waren für einen kaltblütigen Mörder. Eren stählte seine Entschlossenheit. Er würde dem Drängen seines Herzens nicht noch einmal nachgeben, egal, wie sehr es darauf beharrte, dass er es besser wusste als sein Verstand. Auf sein Herz zu hören, hatte ihn überhaupt erst in diesen Schlamassel hineingeritten, aber damit war jetzt Schluss. Er würde Ackermann am Dock aussteigen lassen und ihn dann vergessen. Egal, als wie schwierig sich das, wie er fürchtete, herausstellen mochte.

Mit einem Seitenblick auf Jägers unnachgiebige Miene, lehnte Levi sich in seinem Sitz zurück. Die Hand in der Manteltasche schloss sich um seine Pistole. Das war es, worauf er sich konzentrieren musste – auf die Realität, der er sich gegenübersah. Und nicht auf Träume, von denen er von Anfang an gewusst hatte, dass sie unerfüllbar waren. Den Rest der Fahrt zurück zum Dock blickte er starr geradeaus. Eren steuerte das Boot zum Pier und hielt an, ohne den Motor abzustellen. „Ich rufe nicht mehr an. Du musst dir einen anderen suchen, wenn du ein Loch zum Ficken brauchst“, sagte er, ohne seinen ehemaligen Geliebten anzusehen. Seine Stimme war dumpf vor Schmerz, den seine Entscheidung ausgelöst hatte. Levis Kopf fuhr bei den abfälligen Worten herum. Entgegen seiner Absichten stand er auf und starrte auf den jungen Mann hinunter, der sich seinen Weg durch seine sorgfältig aufgebaute Verteidigung gebahnt hatte.

„Du glaubst, das war alles?“, stieß er heraus, packte mit unerbittlicher Hand Jägers Arm und riss ihn auf die Füße. „Ein Loch zum Ficken, wenn ich Drang habe, mehr nicht? Ich kann ein Loch zum Ficken haben, wann immer ich will, ohne mein Leben damit zu riskieren, mit dir gesehen zu werden.“ Er drängte den Polizisten hart gegen die Reling, hielt ihn dort mit dem vollen Gewicht seines Körpers regungslos fest. Ein anzügliches Grinsen verzog seine Mundwinkel, als er die harte Kontur von Jägers Schwanz an seinem Oberschenkel spürte. „Fühlt sich an, als hungert dein Körper immer noch nach einem Fick, trotz deiner hochklingenden Worte.“

Eren zog bei Ackermanns Berührung scharf den Atem durch die Zähne ein. Er kannte diese Schwäche seines Körpers nur zu gut. Trotz seiner guten Vorsätze, trotz seines festen Entschlusses: Levi sagen zu hören, dass es mehr war als nur eine bedeutungslose Affäre – mehr gewesen war, verbesserte Eren sich – besänftigte Erens gebeuteltes Gewissen und hinderte ihn daran, den anderen Mann wie geplant wegzustoßen. Stattdessen drängten sich seine Hüften vor, als sein Körper instinktiv in der Härte zwischen Levis Beinen nach seinem Gefährten suchte. Ein tiefes Stöhnen entrang sich ihm, ohne dass er sich dessen bewusst war. Er versuchte, an seinem Entschluss festzuhalten, aber es war sinnlos, wenn sein Körper sich Levis fordernder Berührung entgegenstreckte.

Das Stöhnen, Erens Hüften, die sich gegen seine drängten, waren genug, um Levi die Kontrolle verlieren zu lassen. Wenn Jäger glaubte, dass er nur einen schnellen Fick wollte, dann würde er ihm genau das geben. Mit einem Ruck drehte er den jüngeren Mann um, drängte ihn gegen die Reling und zerrte die Jeans des Polizisten grob bis zu seinen Oberschenkeln herunter. Mit der anderen Hand öffnete er seinen eigenen Reißverschluss gerade weit genug, dass er seinen geschwollenen Schaft herausziehen konnte. Dann schlang er einen Arm um Jägers Schultern, um ihn still zu halten, schob seinen Schwanz in die Gesäßspalte des anderen Mannes und drückte gegen die noch immer gelockerte Öffnung. Jäger wand sich unter ihm und Levi griff nach unten, brachte sich in Position.

„Sag mir, du willst es“, knurrte er, drückte seine Eichel gegen die Öffnung, ohne weiter vorzudringen. „Sag mir, dass du willst, dass ich dich ficke …“ Eren wollte es abstreiten, aber seine Lippen verweigerten die Kooperation. „Ja“, stöhnte er, drängte sich rückwärts. „Fick mich.“ Ein letztes Mal. Levi rammte sich in ihn hinein, drang tief in den heißen, engen Kanal vor. Mit seiner freien Hand griff er nach Erens Schwanz und massierte ihn grob, während er sich zurückzog und wieder zustieß, hart und schnell in den jüngeren Mann hinein hämmerte. Seine Stöße waren brutal und sein Gesicht verzerrte sich, als er darum kämpfte, sich zurückzuhalten, sich jedes Keuchen und jedes Stöhnen und das Gefühl von Eren, der ihn umschloss, ins Gedächtnis einzubrennen, die letzte Erinnerung, die ihm bleiben würde.

„Komm“, forderte er. Seine Faust drückte Eren unbarmherzig, ihre Hoden schlugen mit einem Klatschen aneinander und Eren explodierte heiß über seine Hand. Levi erstarrte in ihm, erschauerte und sein zuckender Schwanz ergoss den verbleibenden Rest seiner Seele in den Körper seines Ex-Geliebten. Das Gefühl des heißen Samens, der ihn plötzlich, unerwartet füllte, brachte Eren zum Höhepunkt und er spritzte über Levis Hand und die Reling in das dunkle Wasser unter ihnen. Er kniff die Augen fest zusammen und unterdrückte einen Aufschrei; ein Teil von ihm verzweifelte über das, was sie gerade getan hatten, während ein anderer Teil frohlockte. Das kleine Rinnsal warmer Flüssigkeit, das an seinem Oberschenkel hinunterrann, als der Russe sich aus ihm zurückzog, brachte ihn brutal und plötzlich in die Realität zurück.

Er hatte sich nie erlaubt von einer Zeit zu träumen, in der kein Kondom zwischen ihnen sein würde, hatte sich nie erlaubt, sich ein Leben vorzustellen, in dem sie beide sicher genug waren, um ein solches Versprechen zu machen. Doch er hatte sich danach gesehnt. Dass es jetzt geschah, dass es auf diese Art geschah, war die blanke Verhöhnung all dessen, was er begonnen hatte zu hoffen und brachte das Fass zum Überlaufen.
„Runter vom Boot“, presste er heraus, machte sich ruckartig los und zog seine Jeans hoch. „Jetzt erinnerst du dich, wie sich ficken anfühlt“, sagte Levi rau, wischte sich mit einem dunklen Taschentuch sauber und zog seinen Reißverschluss hoch. Er stieg über die Reling auf den Pier, knöpfte seinen Mantel zu und verschwand ohne einen letzten Blick zurück in einer der dunklen Gassen.




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