One-Shot Collection

KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
Bob Andrews Justus Jonas Peter Shaw
08.09.2019
06.01.2020
14
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James Willcock


Angewidert bläst er den Rauch in die kühle Abendluft, gefolgt von einem kurzen aber heftigen Husten.

„Das sind die Falschen, du Idiot“, spuckt Peter seinem Gegenüber die Worte vor die Füße. „Ich habe dir doch gesagt, du sollst das Drehzeug in dem roten Beutel holen“, er hält das Päckchen nach oben, „Bist du farbenblind, oder was?“

„Du kannst ja nächstes Mal selber Welches kaufen… Ach nein warte, du bist ja noch keine 18.“

James. Ein schmieriger, von Drogen zerfressener Junge, der an alles heran kommt, was es auf dem Markt gerade so gibt. Keiner weiß woher, doch sein Stoff hat eine 1-a Qualität.

„Lustig“, murrt Peter und zieht noch einmal an der Kippe, bevor er sie auf den Boden wirft und mit dem Schuh ausdrückt.

„Du solltest vielleicht doch lieber beim Alk bleiben“, lacht Tommi und zieht genüsslich an seinem Joint.

„Ach, Schnauze Benson “ Peter beugt sich ein Stückchen nach vorne und nimmt seinem Freund den Dübel aus der Hand, um ebenfalls einen Zug zu erhaschen.

Hier, umringt von den zu verschrottenden Autos und unter seinen Freunden, fühlt sich Peter zum ersten Mal in dieser Woche endlich wieder frei.

Dem Stress mit seiner Familie war es zu verdanken, dass er nun nach etlichen in der Vergangenheit gescheiterten Versuchen von den Drogen weg zu kommen wieder auf dem alten Autofriedhof sitzt.

Das Tütchen voll Gras in seinen Händen.
Er hat aufgehört sich zu fragen, wie oft er dieses Zeug schon verflucht hat.

Das Lagerfeuer in der Mitte wärmt und dient dazu die Marshamllows zäh und klebrig werden zu lassen.

„Wie geht’s eigentlich deinem Alten?“, will Steve, ein großer, schwarzhaariger Junge wissen.

Nur ungern redet Peter über Will.
Will… Will das Arschloch, welches ihm das letzte Mal fast die Nase gebrochen hatte.

„Er ist nur mein Stiefvater“, presst er genervt hervor. „Ja, ein Stiefvater der dich anscheinend ganz schön hart rann nimmt wenn du nicht spurst.“

Besorgt mustert Tommi den Rotschopf, auf dessen blauer Nase ein großes Pflaster prangt.

Nun mischt sich auch einer der beiden Kumpel von James ein, die noch nie bei einem ihrer treffen dabei gewesen waren.

Ihre Augen so rot, als hätten sie 5 Joints auf einmal geraucht.

„Also, das ist doch scheisse“, ganz langsam verlassen die Worte den Mund des fremden Jungen. „Du solltest ihm eine Dosis seiner eigenen Medizin verpassen.“

Belustigt beugt sich Steve ein Stückchen nach vorne und schnappt sich eine der Bierflaschen aus der Kiste.

„Ihr habt diesen Typen noch nicht gesehen. Ein wahrer Goliat, das schwör ich euch.“ Mit seinem Schlüssel hebt er den Deckel an, sodass der Druck entweicht. „Da könnte klein Peterchen gar nichts machen. Gegen Will sehen seine Arme nämlich aus wie Spaghetti.“

Um der Situation schnellstmöglich zu entfliehen, springt Peter von dem alten MG und will um den großen Schrottberg biegen, als er von Tommi am Arm festgehalten wird.

„Hey, das hat er doch nur aus Spaß gesagt. Hör doch nicht auf den.“ Eindringlich sieht er ihn aus seinen blauen Augen an.

Mit einem Ruck löst sich Peter aus dem Griff.

„Wo willst du denn jetzt hin?“ „Pissen…oder muss ich dafür jemanden mitnehmen, damit er mir hilft mein Ding zu halten?!“, ruft Peter genervt zurück und verschwindet aus dem Blickfeld seiner Freunde.

Vielleicht hat er gerade ein bisschen überreagiert, doch wenn es um Will geht, kann sich der Junge einfach nicht zurück halten.

Da schrillen bei ihm alle Alarmglocken.

Erst jetzt, wo er sich bewegt, bemerkt er wie viel er schon getrunken hat. Und auch das Gras tut sein übriges.

Er wankt vorbei an alten Cadillacs und rostenden Chryslern, als aus der Ferne ein Motorengeräusch zu ihm dringt.

Die Scheinwerfer beleuchten die dunkle Straße und das Willkommen-Schild des Autofriedhofs.

Schnell duckt sich Peter hinter einen großen Truck und beobachtet aus der Ferne wie zwei Jungen, ungefähr in seinem Alter, aus einem gelben Käfer aussteigen.

„Och bitte, erspare mir das auf die Folter Gespanne. Verrate mir doch jetzt endlich was wir hier wollen“ „Ich sage nur, wenn wir Glück haben, sitzt der Typ in ein paar Stunden schon hinter schwedischen Gardinen.“

Verwundert zieht Peter die Augenbrauen zusammen. Von welchem Typen reden die beiden denn? Und wer sind die? Schwedische Gardinen…etwa Gefängnis?

Eines ist ihm jedenfalls klar. Wenn diese beiden mit der Polizei zusammen arbeiten sollten, gäbe es weder für ihn, noch für die anderen etwas zu lachen.

So viele Drogen hier von ihm und seinen Freunden deponiert wurden.

Also, muss er sie abwimmeln.

Peter atmet tief ein, stellt den Kragen seiner Jacke nach oben und hofft, dass man ihm den Alkohohlkonsum möglichst nicht anmerkt. Dann tritt er gefestigt hinter dem Auto hervor.

„Hey, kann man euch beiden helfen?“, will er mit gewissem Nachdruck in der Stimme wissen.

Abrupt bleiben die Jungen stehen.
Ein Dicker mit schwarzen Haaren.
Der Andere trägt dunkelblonde Locken und hat auffallend blaue Augen. Das kann Peter sogar in dem Licht der Laterne am Eingang erkennen.

Um etwas sicherer und einschüchternder zu wirken, holt er lässig eine Zigarette aus seiner Jackentasche und zündet sich diese an.

„Ich…Wir sind auf der Suche nach jemandem“, stottert der Pummelige überrascht und räuspert sich umständlich.

„Aha. Und um wen geht es, wenn ich fragen darf?“ Er ist ganz zufrieden mit seinem Auftreten. Was können ihm diese beiden schon anhaben? Auf jeden Fall sehen sie nicht so aus, als hätten sie schon mal eine Schlägerei gewonnen oder überhaupt schon mal etwas gemacht, was gegen das Gesetz wäre.

„Weichspüler“, denkt sich Peter, was sein Selbstbewusstsein noch ein bisschen stärkt.

„James. James Willcock. Kennst du ihn vielleicht?“, will der blonde Schönling mit der Brille wissen.

Also doch. Es hat etwas mit den Drogen zu tun.

Hämisch grinst Peter und nimmt einen Zug von seiner Zigarette. „Ne, sorry. Den habe ich den ganzen Tag noch nicht gesehen.“

„Deiner Ausdrucksweise entnehme ich, dass du also weißt von wem wir reden?“

„Scheisse!“, flucht er in Gedanken. Dafür könnte sich Peter selbst Ohrfeigen. „Leugnen geht jetzt nicht mehr, dafür wirkt der Schwarzhaarige viel zu schlau. Allein schon seine Redensart.“

„Ja…ja ich kenne ihn. Aber wie schon gesagt, heute habe ich ihn nicht zu Gesicht bekommen.“ „Weist du wo er sich rum treiben könnte?“

„Wieso interessiert euch das eigentlich brennend?“
Auf Peters Frage gucken sich die beiden Jungen an. Der Blonde greift in seine Hosentasche und zückt eine kleine Karte. Er geht ein paar Schritte auf den Jungen zu.

„James verkauft illegal Drogen und ist in ein paar sehr gefährliche Machenschaften verstrickt.“

Während den Erklärungen, die Peter natürlich bestens bekannt sind, ließt er sich die Worte auf der Karte konzentriert durch. Die einzelnen Buchstaben verschwimmen immer wieder vor seinen Augen.

„Bob und Justus also, ja? Und… und ihr seid Detektive?“, er kann sich einen belustigten Unterton in der Stimme nicht verkneifen.

„Ja ganz Recht. Wir beschäftigen und mit Übernatürlichem aller Art, doch auch schwierige Rätsel und das Kna-“ „Ist dann diese Sache nicht eine Spur zu groß für euch?“, unterbricht Peter Justus` Vortrag.

Dieser scheint sich von der Frage jedoch nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

„Nein, nicht im Geringsten. Wir haben schon Schwieriges gemeistert, das kannst du uns glauben.“ Entschuldigend zuckt Peter mit den Achseln. „Tja, ich kann euch aber leider Gottes nicht mehr sagen.“

„Okay, gut. Wenn du dann jedoch die Güte besitzen würdest uns vorbei zu lassen“, erwidert Justus und will sich gerade erhobenen Hauptes an dem Rotthaarigen vorbei drängeln, als Bobs Telefon klingelt.

„Ja, Bob Andrews. Inspektor, wie kann ich ihnen helfen?“, er zieht sich ein bisschen zurück, sodass Peter nur noch ein leises Gemurmel wahrnimmt.

Gleichzeitig stellt er sich dem dicklichen Jungen in den Weg und stupst ihn ein Stückchen zurück. „He…was?“ „Sorry, aber das Gelände gehört euch nicht, also macht ne Fliege!“ „Ach und dir schon, oder was?“

Peters Fäuste verkrampfen sich. Er merkt wie sich seine Atmung beschleunigt.
Vielleicht hätte er die Therapie gegen seine Aggressionsprobleme doch durch ziehen sollen. „Jetzt bloß die Ruhe bewahren.“

„Ich sage das jetzt noch ein Mal… Verpisst euch, dahin wo hier hergekommen seid oder soll ich deutlicher werden?“ Ein weiteres Mal zieht Peter an seiner Zigarette und bläst den Rauch langsam in das Gesicht seines Gegenübers.

Justus will gerade zu einer Antwort ansetzen, als die Beiden von Bob unterbrochen werden, der seinem Detektivkollegen eine Hand auf die Schulter legt.

„Das war Cotta. Er will, dass wir sofort aufs Präsidium kommen und das schleunigst. Er hat sich nämlich nicht sehr erfreut angehört.“

Zögernd mustert Justus Peter mit einem scharfen Blick.
Abwertend und gleichzeitig mitleidig.

„Na schön, treten wir den Rückzug an“, murrt er schließlich und stapft neben Bob zurück zum Auto.

Peter guckt den beiden noch hinterher, als sich der Wagen mit quietschenden Reifen von dem Vorplatz entfernt.

Er merkt wie sich sein Körper wieder entspannt und sich die Wut langsam abbaut.

Doch Peter weis, dass das nicht das letzte Mal war, dass er die beiden möchte gern Detektive gesehen hat.

„Das war knapp. Verdammt knapp“, murmelt der Junge, während er noch einmal einen Blick auf die laminierte Visitenkarte wirft.
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