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Vampire Academy- In Liebe entzweit

von Alvadas
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Rosemarie "Rose" Hathaway
08.09.2019
10.11.2019
21
116.485
6
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.10.2019 5.370
 
Kapitel 14

Ich nahm das Handy auf, welches mir Angela gegeben hatte und wählte die Nummer, die mir Sydney einst überlassen hatte. Hoffentlich stimmt die auch noch!, dachte ich, als das Freizeichen ertönte. Es dauerte etwas, doch dann nahm irgendjemand den Ruf entgegen. „Ja?“, fragte eine weibliche Stimme ohne ihren Namen zu nennen. „Sydney, bist du es?“, wollte ich unsicher wissen, bevor ich mich selbst zu erkennen gab. Ein kurzer Moment der Stille entstand, dann stimmte die Stimme zu. „Ja, ich bin Sydney und wer bist du gleich noch mal?“, fragte sie. Ich nahm es der Alchemistin nicht übel, dass sie mich nicht auf Anhieb erkannte, so gut kannten wir uns dann doch nicht! „Hey, Sydney! Hier ist Rose, du weißt schon, die Wächterin aus Russ...“, stellte ich mich dann vor, doch bevor ich fertig war, schrie Sydney schon genervt auf. „Bitte nicht!“, rief sie mir durch die Telefonleitung entgegen und es hörte sich fast so an, als würde sie sich die Haare Büschelweise ausreißen. „Was glaubst du eigentlich, was du hier tust? Weißt du in welchen Schwierigkeiten ich gesteckt habe, weil ich dir damals geholfen habe? Ist dir eigentlich klar, in was für einen Mist du mich allein mit diesem Anruf gezogen hast?“, beschwerte sie sich bei mir. Etwas verlegen und doch sehr überrascht über die so heftige Reaktion der Alchemistin, räusperte ich mich. „Ja... ich kann mir ungefähr vorstellen, in welchen Schwierigkeiten du stecken magst, aber bei mir siehts auch nicht viel besser aus, glaub mir!“, versicherte ich ihr. Sydney schnaubte nur verächtlich. „Mal wieder typisch für euch Vampire! Ihr schert euch nicht um die armen Menschen, die ständig eure Probleme am Hals haben! Man, Rose, die ganze Welt sucht nach dir! Ich werde fast jede Woche verhört, weil ich einmal mit dir in Verbindung gestanden habe! Jede Woche, verstehst du? Was soll ich denen denn jetzt sagen, wenn sie mich das nächste Mal fragen, ob du versucht hast Kontakt auf zunehmen? Und an Abe Mazur will ich noch gar nicht denken!“, sie verstummte kurz. „Ach, jetzt habe ich es getan! Der reißt mir die Kehle auf, wenn ich ihn nicht sofort informiere!“ Wow, sie scheint etwas gestresst zu sein!, meinte ich aus diesem Wortschwall herauszuhören. „Okay, okay, Sydney! Jetzt beruhigen wir uns erst einmal, ja? Hör mal, ich wollte dich nie in Schwierigkeiten bringen oder so, aber ich habe nicht getan, was man mir vorwirft! Ich bin keine Mörderin! Jetzt bin ich auf der Flucht und brauche dringend deine Hilfe!“, erklärte ich ihr. „Du solltest dich auf jeden Fall stellen! Ja, das wäre für uns alle das Beste! Wenn du unschuldig sein solltest, dann hast du ja auch nichts zu verlieren oder? Noch besser wäre, wenn du mir ganz genau sagst, wo du gerade bist und ich verständige die nötigen Behörden, dann bin ich fein aus dem Schneider! Ja, das wäre toll...“, träumte Sydney weiter, doch irgendwie spürte ich, dass sie mich nicht verraten würde, zu mindestens nicht an irgendwelche Behörden, dafür hatte sie einfach zu viel Angst vor meinem Dad, der sie mit irgendetwas in der Tasche hatte. „Bitte, Sydney! Ich würde dich nicht anrufen, wenn es nicht anders gehen würde! Wir sind doch Freundinnen!“, übertrieb ich vielleicht ein winziges bisschen, aber es war ja auch fast so... „Seit wann denn das, he? Wer behauptet, dass wir Freundinnen wären? Wir kennen uns doch gar nicht und bisher habe ich immer etwas für dich getan! Das spricht nicht gerade für eine gute Freundschaft!“, erwiderte Sydney aufgeregt. Schmerzlich wurde ich mir der Wahrheit bewusst, dass sie Recht hatte: Unsere Beziehung war bisher sehr einseitig gewesen! „Gut, dann werde ich mich erkenntlich zeigen, Sydney!“, meinte ich und überlegte wie ich die Gunst der jungen Frau für mich gewinnen konnte. Sie hatte einmal erzählt, dass sie gerne nach Italien gehen würde, weil sie dort Architektur studieren wollte. Mit Abes Kontakten sollte das doch möglich sein!, hoffte ich und schlug Sydney vor, dass ich meine Beziehungen spielen lassen könnte, um sie versetzen zu lassen, falls sie mir helfen würde. „Dann fasse dich kurz, ja? Ich bin hier gerade allein, aber es kann jeder Zeit einer meiner Kollegen vorbei kommen und allein mein Gesicht schreit schon nach Verräterin!“, schlug die Menschen-Frau nach einer kurzen Bedenkzeit ein. Ich öffnete schon meinen Mund, um ihr zu sagen, was ich von ihr wollte, doch dann kam mir eine andere Frage in den Sinn. „Sag mal, wo bist du eigentlich zur Zeit?“, wollte ich wissen. „In den USA... Man wollte mich erst einmal unter Beobachtung behalten, nachdem was du alles in Russland angestellt hattest!“ Der Vorwurf war klar aus ihrer Stimme herauszufiltern, auch wenn ich mir keiner Schuld bewusst war. Okay, ich hatte vielleicht die eine oder andere Strigoi-Leiche herum liegen lassen, aber damals hatte ich doch noch gar nicht gewusst, dass man eigentlich die Alchemisten informierte, damit diese dann die Leiche entsorgten! Doch Sydney war damals für diesen Bereich zuständig gewesen und sie war sehr erbost über meine Umtriebigkeit gewesen. Dass sie dazu auch noch von Abe, meinem Dad, dafür engagiert worden war, mich zur Rückkehr in die Staaten zu motivieren, hatte die Sache für sie nicht leichter gemacht. „Es tut mir doch schon leid!“, brummte ich in den Hörer, damit diese Episode endlich abgeschlossen werden konnte. „Das sagt ihr immer alle, doch keiner von euch hält sich je daran!“, warf sie mir und allen anderen meiner Sorte vor. Ich sollte mich wirklich kurz fassen!, dachte ich, bevor Sydney sich doch noch so sehr aufregte, dass sie mich einfach verpfiff. „Nun gut, kommen wir einfach zum Grund meines Anrufs! Es geht um Königin Tatjana... Ich habe heraus gefunden, dass sie vor nicht allzu langer Zeit bei den Alchemisten war, was aber niemand von meinen Leuten erfahren sollte! Du kannst nicht zufällig herausfinden, worum es bei diesem Treffen gegangen ist?“, wollte ich wissen und horchte hoffnungsvoll auf das andere Ende der Leitung. Sydney ließ sich erst Zeit, bevor sie mir antwortete: „Nein, ich habe keine Ahnung, was das für ein Treffen gewesen war, aber ich könnte mich unauffällig umhören und zu mindestens in Erfahrung bringen, mit wem sie sich von uns getroffen hat.“ In meinen Ohren hörte sich das gut an. „Ja, das wäre richtig toll, Sydney!“, rief ich aus und bedankte mich überschwänglich bei ihr. „Jaja, ist ja schon gut, Rose! Erinnere dich einfach nur an dein Versprechen!“, sagte sie. „Klar, mach ich!“, erwiderte ich. „Kann ich dich unter diese Nummer erreichen, wenn ich etwas weiß?“, fragte Sydney und bejahte das. „Gut, dann werde ich sehen, was ich machen kann und werde mich dann bei dir melden!“, versprach mir die Alchemistin. „Danke, Sydney!“ „Gerne doch.. Ach ja, Rose?“, fügte sie noch hinzu. „Ja?“, fragte ich. „Ruf mich nicht mehr an! Ich melde mich bei dir!“, schnauzte sie mich noch an, dann legte sie einfach auf. Naja, wenigstens hat sie sich bereit erklärt mir zu helfen!, fasste ich das Positive dieses Telefonats zusammen. Dennoch passte es mir nicht, dass ich selbst nichts machen konnte, außer darauf zu warten, dass andere mir etwas sagten. Immerhin wollte auch Adrian sich noch bei mir melden, doch in den letzten Nächten hatte ich nichts von ihm gehört. Hoffentlich geht es ihm gut!, machte ich meinen Sorgen Platz. Natürlich würde es ihm gut gehen, immerhin war er ein königlicher Moroi am Königshof, doch irgendwie ließ mir der Gedanke an Adrian keine andere Möglichkeit, als mir Sorgen zu machen. Bitte, melde dich einfach bald bei mir!, dachte ich noch.
Und das tat Adrian auch noch in derselben Nacht. Leider hatte er keine guten Nachrichten für mich, denn seine Suche nach näheren Informationen über die Besichtigungen der Königin hatte kein Ergebnis gebracht. Ich hatte ihm angesehen, dass er es sich selbst übel nahm, dass er mich so enttäuscht hatte, doch ich konnte ihn beruhigen: Er hatte alles gegeben und ich war nicht sauer auf ihm! Dennoch wirkte er den Rest unseres Gespräches geknickt, aber auf seine Frage hin, wie es nun weiter gehen solle, antwortete ich ihm zuversichtlich. „Ich habe vielleicht eine neue Spur gefunden und eine alte Freundin bei den Alchemisten hat sich bereit erklärt mir zu helfen!“, hatte ich zu ihm gesagt, was seine Stimmung etwas erhellt hatte. „Hoffentlich bringt sie dir mehr als ich!“, seufzte Adrian und ich hatte ihn darauf hin in eine Umarmung gezogen und ihm einen Kuss gegeben. „Du hast schon so viel für mich getan, Adrian! Ich bin der sehr dankbar, dass du bei mir bist!“, hatte ich gemeint und das alt bekannte, souveräne Grinsen war auf dem Gesicht des Morois erschienen. „Ich vermisse dich, Rose!“ „Ich dich auch, Adrian!“ Danach hatten wir uns verabschiedet. Am nächsten Tag wartete ich ungeduldig auf einen Anruf von Sydney, denn anders als ich Adrian vorgemacht hatte, war ich ziemlich nervös, weil sich die Möglichkeiten meine Unschuld zu beweisen in einem überschaubaren Rahmen hielten. Umso mehr setzte ich die Hoffnung in die Alchemistin und mehrmals konnte ich der Versuchung, dass Handy zu nehmen und sie einfach anzurufen, widerstehen. Sie hatte ja deutlich gemacht, dass sie keine Überraschungsanrufe mochte! Als dann das Handy anfing zu klingeln, sprang ich panisch auf und drückte sofort auf die Annahme-Taste. „Ja, Sydney?“, fragte ich in den Hörer hinein. „Klar, wer sollte es auch sonst sein?“, fragte diese zurück und ich atmete erleichtert auf. „Wie gehts dir, meine Lieblings-Alchemistin?“, wollte ich wissen. Schweigen war die erste Antwort die ich bekam, dann sagte sie doch noch etwas: „Mir würde es deutlich besser gehen, wenn ich mich nicht wieder in so einen Vampir-Mist hätte hinein ziehen lassen!“ Das hört sich ja schon mal richtig gut an!, dachte ich, aber ich konnte es Sydney auch nicht verübeln, dass sie übellaunig war, denn sie hatte sicher einiges zu hören bekommen, als sie mir damals in Russland geholfen hatte. Die meisten der Mitglieder ihrer Organisation waren nicht so freundlich wie Sydney und ich hatte ein schlechtes Gewissen, sie noch weiter in die Tinte zu reiten. Aber andererseits ging es mir nun auch nicht viel besser mit einer Mordanklage und einem bevorstehendem Todesurteil, was wie ein Damokles-Schwert über mir zu schweben schien. „Konntest du wenigstens irgendetwas in Erfahrung bringen?“, kam ich zum eigentlichen Punkt. Ein genervtes Seufzen war zu hören, dann holte Sydney tief Luft, als müsste sie einiges an Kraft sammeln, um mir zu sagen, was ihr auf der Zunge lag. „Wirklich viel habe ich leider nicht für dich, aber ich denke, dass ich dir weiterhelfen kann!“, fing sie an und ich horchte hoffnungsvoll auf. Bitte lass es eine gute Spur sein!, dachte ich. „In der Tat hat sich die Königin mit einigen Chefs von mir getroffen, aber auch hier bei uns Alchemisten weiß kaum einer, worum es dabei gegangen ist.“, verkündete Sydney und meine Hoffnungen verschwanden zusehends. „Aber ich kann dir drei Dinge dazu sagen, die recht informativ sind!“, redete die Alchemistin weiter. „Erstens: Die Königin war nur mit zwei Leibwächtern hier, was einigen meinen Kollegen als sehr wenig vorgekommen war. Zweitens: Nach dem Treffen waren meine Chefs ziemlich sauer und sie haben ganz schön ab gelästert, was für kein allzu freundliches Gespräch spricht. Und als letzten und besten Punkt kann ich dir auch den Namen eines der Alchemisten nennen, der bei dem Treffen dabei war!“ Ja, das ist doch etwas!, überlegte ich aufgeregt. „Vielen Dank, Sydney! Ich bin dir echt was schuldig!“, erwiderte ich. „Und wie du das bist! Vergiss nicht, was du mir versprochen hattest!“, erinnerte sie mich auch gleich an unseren Deal, dass ich dafür sorgen würde, dass sie nach Italien versetzt werden würde. Noch wusste ich nicht genau, wie ich das machen sollte, doch sobald ich Abe wieder sprechen könnte, würde ich ihn darum bitten. Einer so vorbildlichen Tochter wie mir konnte man doch nichts abschlagen, oder? Und wenn doch, dann könnte ich ihn auch an all die Geburtstage und Weihnachtsfeste erinnern, bei denen ich nichts von ihm erhalten hatte! „Du kannst dich auf mich verlassen! Schon bald sitzt du in einem schicken Café in Rom, schlürfst Espresso und knabberst Pasta!“, versprach ich ihr und lächelte bei der Vorstellung, denn Sydney war damals in Russland eine eher passive Esserin gewesen, die kaum angerührt hatte, was sie sich bestellt hatte. „Wie lautet der Name?“, wollte ich wissen und Sydney nannte ihn mir: „John Richards, du findest ihn momentan in unserer Außenstelle in Seattle.“ „Vielen Dank!“, sagte ich noch, doch Sydney legte einfach auf, bevor ich mehr sagen konnte. Aber ich dachte mir nichts dabei, denn ich hatte nun einen weiteren Hinweis! Schnell trommelte ich die anderen zusammen und erzählte ihnen die Neuigkeiten. „John Richards? Der Name sagt mir irgendetwas!“, grübelte Cass vor sich ihn, während Angela freudig in die Hände klatschte. „Oh ja, dann nichts wie hin nach Seattle! Ich wollte schon immer mal jemanden entführen!“, rief sie aus. Mit gerunzelter Stirn betrachtete ich erst die jüngere Schwester, die mit glasigen Augen sich wohl gerade vorstellte, wie sie einem unbekannten Kerl einen Sack über den Kopf stülpte, dann wandte ich mich der älteren Schwester zu, die nur entschuldigend mit den Schultern zuckte. Aha, Angelas Verhalten ist also auch schon früher so... verrückt gewesen..., schloss ich daraus. „Und wie genau wollen wir an diesen Typen heran kommen?“, fragte Jack in die Runde hinein. „Ach, Jackie, das ist doch kinderleicht!“, meinte Angela sofort und skizzierte ihren ausgefeilten Plan mit einem Finger in die Luft. „Als erstes brauchen wir Ski-Masken, ein paar Plastik-Waffen und Sprengstoff, ja, eine ganze Menge Sprengstoff!“, zählte sie auf und bei dem letzten Punkt glitzerten ihre Augen auf, was mir eine eiskalten Schauer über den Rücken jagte. „Dann stürmen wir diese Außenstelle und...“, ich unterbrach sie mit einem lauten Räuspern, bevor das noch weiter ausartete. „...Wenn ich einwerfen dürfte: Wie wärs, wenn wir zur Abwechslung mal nicht irgendwo hinein stürmen oder einbrechen? Irgendwann geht nämlich auch die längste Glückssträhne zu Ende!“ „Glück? Was hatten denn unsere bisherigen Aktionen mit Glück zu tun?“, fragte mich Angela verblüfft. Ich sah sie nur unverständlich an. Wenn du mich fragst, dann eine ganze Menge!, dachte ich, als ich noch einmal alles Revue passieren ließ. „Vielleicht hat Rose Recht, Angela. Jetzt wo Shade nicht mehr ...hier... ist, sollten wir etwas besonnener vorgehen“, kam mir Cass zu Hilfe und legte eine Hand auf die Schulter ihrer kleinen Schwester. Diese zog einen Schmollmund und verschränkte die Arme vor der Brust. „Na, dann machen wir eben anders! Aber ich schwöre euch, dass es weder so effizient, noch so lustig werden wird, als wenn wir es mit Explosionen tun würden!“, behauptete sie und hielt dann Mund. Plötzlich erhob sich Cass ruckartig und lief weg: „Ich bin gleich wieder da!“, rief sie uns noch zu, dann war sie schon weg. War es wegen Shade?, fragte ich mich, denn ich hatte genau gesehen, wie sehr es sie gefordert hatte von ihrem toten Freund zu sprechen. Selbst mir saß noch ein Kloß im Hals. Wie gerne hätte ich ihn jetzt hier bei uns!, dachte ich, denn der Strigoi hatte einen wachen Verstand bewiesen, den wir nun gut gebrauchen könnten! „Wenn wir mit weniger Gewalt vorgehen wollen, dann kann ich auch mit Zwang die Informationen aus diesem Kerl heraus bekommen!“, warf Jack ein. Auch wenn es mir nicht ganz behagte, stimmte ich seinem Vorschlag zu. „Ja, das wäre wohl das beste, so müssen wir uns auch keine Sorgen machen, dass er uns vielleicht anlügen könnte!“ „Aber erst einmal müssen wir ihn in die Finger kriegen und das wenns geht alleine!“, fing Angela wieder an sich einzubringen. Sie schien ihre Niederlage bereits verkraftet zu haben. Doch mit ihrem Einwand lag sie nicht falsch, die größte Schwierigkeit würde sein, diesem John Richards Habhaft zu werden. „Sag mal, Jack, du weißt nicht zufällig, ob du auch von den Alchemisten gesucht wirst?“, fragte ich den Moroi, der rechts von mir saß. Dieser zuckte mit den Schultern. „Wissen tu ich das nicht, aber ich gehe stark davon aus!“, antwortete er. Fluchend schüttelte ich den Kopf, denn es war nicht die Antwort, die ich gerne gehört hätte. „Dann können wir es vergessen, einfach mit dir in das Büro von dem Mann zu spazieren und ihn einfach dort zu verhören!“ „Entführung! Anders geht es nicht, was ich bereits erwähnt hatte!“, brachte Angela ihre Idee vom Anfang wieder ins Spiel. „Mit ein paar gut getimten Detonationen...“, fing sie an. „Keine Explosionen!“, funkten Jack und ich wie aus einem Mund dazwischen. „Ihr wisst einfach keine guten Pläne zu schätzen!“, meinte Angela eingeschnappt und wandte sich ab. „Vielleicht brauchen wir keine Explosionen, aber eine Entführung könnte klappen!“, rief Cass auf einmal zu uns und kam wieder zu uns an den Tisch. Sie wirkte aufgeregt
und hatte eine dünne Mappe bei sich, die sie auf den Tisch legte, bevor sie diese aufklappte. Ein Foto kam zum Vorschein, welches einen Mann, einen Menschen, zeigte. Dieser musste mindestens Mitte vierzig sein, auch wenn das auf der schwarz-weiß Aufnahme schwer zu erkennen war. Gut zu sehen war aber die helle Lilie auf seiner linken Wange, die ihn als Alchemisten auswies. Die Tätowierung ging in einen gut gepflegten Schnauzbart über und auch sonst wirkte der Herr sehr vornehm. „Der scheint weiter oben auf der Karriere-Leiter zu stehen“, äußerte Jack meinen Verdacht und Cass nickte. „Ja, er ist einer der leitenden Alchemisten und sehr mächtig innerhalb und außerhalb der Organisation. Unser Dad hat sich mal mit ihm getroffen und er meinte, dass er sehr eingebildet sei und nur ungern mit uns Vampiren arbeite.“ Diese Einstellung kenne ich von unseren menschlichen Freunden!, dachte ich. „Und wie denkst du, könnten wir ihn entführen? Wenn er doch so wichtig ist, wird er sicherlich nicht alleine unterwegs sein!“, wollte ich von Cass wissen. „Oh, da habe ich schon eine gute Idee!“, meinte diese und nahm das nächste Foto zur Hand. Dort sah man Richards, wie er in eine schwarze Limousine einstieg. „In der Tat ist er selten alleine unterwegs und da er so wichtig ist, wird er überall hin gefahren! Sein Job als interne Aufsicht bei den Alchemisten zwingt ihn quasi dazu ständig mobil zu sein, was wir uns zu Nutzen machen können!“ Ich überlegte kurz und ging in meiner Vorstellung die Einzelheiten von Cass Plan durch, doch es tat sich für mich kein entscheidende Punkt auf, der diesen nicht ausführbar machen sollte. Wenn wir es schaffen seinen Fahrer auszuschalten, ohne das Richards es bemerkt, dann könnten wir ihn abpassen, wenn er sich das nächste Mal in seinen Wagen setzt und ihn dann irgendwohin fahren, wo wir uns etwas ungestörter unterhalten könnten, überlegte ich. „Das könnte klappen!“, offenbarte ich meine Meinung und Angela wirkte froh darüber. „Ich will aber dabei sein, wenn wir ihn entführen, klar?“, stellte sie fest und ich nickte mit einem schwachen Lächeln. „Na klar, Team-Captain!“, versicherte ich ihr und Angela nickte zufrieden. „Gut, dann steht unser Plan schon mal in groben Zügen, aber wir müssen trotzdem erst einmal nach Seattle!“, mischte sich Jack wieder ein und dämpfte so meine Euphorie etwas. „Man, ich hab echt keine Lust auf diese Fahrt!“, murrte ich, denn obwohl ich gerne Auto fuhr, war es in der letzten Zeit einfach zu häufig vorgekommen, dass ich mir lediglich den Allerwertesten platt gesessen habe, weil wir so lange Strecken zurücklegen mussten. Nun auch noch nach Seattle zu fahren würde da keine Ausnahme machen! „Warum sollten wir denn nach Seattle fahren?“, fragte Cass stirnrunzelnd und wandte sich zu mir. „Wir haben doch ein Flugzeug!“ „Bitte was?“, fragten Jack und ich aus einem Munde und vor allem ich starrte verblüfft zwischen Cass und Angela hin und her. Die kleine Moroi schaute dabei nicht gerade überrascht drein, als wüsste sie, dass wir ein Flugzeug zur Verfügung hatten. Nun kam mir ein unguter Gedanke und ich stöhnte laut auf. „Bitte sag mir jetzt nicht, dass wir die ganze Zeit schon hätten fliegen können, Angela!“, bat ich die Kleine, die nur mit den Schultern zuckte. „Ich fand Autofahren halt besser für den Team-Zusammenhalt!“, rechtfertigte sie und rümpfte die Nase. „Shade zu mindestens hat auf die Wünsche seiner Herrin Rücksicht genommen!“, brachte sie noch hervor und in diesem Augenblick gab sie die perfekte königliche Moroi ab. Total hochnäsig saß sie da und erwartete nun, dass ich auf Grund ihres Befindens auf Komfort und Schnelligkeit verzichten sollte. „Tja, damit ist wohl nun Schluss!“, entgegnete ich knapp und schaute zu Cass. „Mach den Flieger bereit, wir fliegen nach Seattle!“
Tatsächlich ging dann alles sehr schnell. Angela und Cass, vor allem Angela, da die Zurückverwandlung ihrer älteren Schwester noch nicht öffentlich war, sagten ihrem privaten Piloten Bescheid, der dann auf einem Flugplatz in unserer Nähe landete, sodass wir nur eine kurze Strecke per Auto zurücklegen mussten. Dann beim Flieger angekommen, war besonders Jack von den Vorzügen der ersten Klasse mehr als beeindruckt. „Man, dieses Leben als Königlicher muss echt anstrengend sein!“, äußerte er sich zurück gelehnt in seinem bequemen Sessel, in der einen Hand ein Glas mit Limo, in der anderen ein Truthahn-Sandwich, während auf seinem Gesicht ein vorgewärmtes Handtuch lag. „Das ist noch gar nichts!“, sagte ich in Gedanken versunken. „Du solltest mal das riesige Chalet sehen, welches die Königin in Washington aufgezogen hat! Da purzeln dir die Augen aus der Birne!“ Ich wusste immerhin wovon ich sprach, da ich ja schon selbst einmal da gewesen war. „Unsere Eltern standen eigentlich nicht auf diesem Prunk, doch wegen des Jobs unseres Dads brauchte er ein eigenes Flugzeug!“, erklärte Cass die Tatsache, dass wir nun über den Wolken mit irrer Geschwindigkeit unserem Ziel näher kamen. Anstatt fast einen ganzen Tag auf der Straße zu verbringen, schafften wir es so in wenigen Stunden nach Seattle, wo unsere erste Amtshandlung darin bestand uns ein feines Hotel zu suchen, bei dem wir drei Zimmer mieteten. Die beiden Schwestern teilten sich dabei eins, was ich als besser empfand, da Cass noch einen sehr wackligen Eindruck auf mich machte. Von außen scheint sie stabil zu sein, doch ich glaube, dass sie nur eine Fassade aufrecht erhält!, vermutete ich stark, als ich die müden Augen der Moroi sah. Der Tod von Shade und ihre Verwandlung, zusammen mit dem Tod ihrer Eltern, denn sie auch noch nicht verarbeitet hatte, lastete schwer auf ihr und so verwunderte es mich nicht, dass Cass sich schon schnell auf ihr Zimmer zurück zog, um sich auszuruhen. Wenigstens hat sie Angela, die sich um sie kümmert!, komischer Weise musste ich in diesem Augenblick an Lissa denken, die ebenfalls eine schwere Zeit hinter sich hatte. Nach dem Tod ihrer Familie hatte sie plötzlich ganz alleine dagestanden und neben dem politischen Druck auch die Last verspürt, die Letzte der Familie Dragomir zu sein. Mit fünfzehn Jahren war das ein hartes Los gewesen und ich hatte mich nach besten Kräften bemüht, ihr so viel von ihren zarten Schultern zu nehmen, wie ich gekonnt hatte. Aber hat es gereicht?, fragte ich mich, als ich Angela dabei zusah, wie sie ihrer älteren Schwester folgte. Hätte ich mehr tun können oder vielleicht sogar weniger sollen? Diese Frage beschäftigte mich schon seit geraumer Zeit. Wie war es dazu gekommen, dass ich plötzlich alles verloren hatte, was ich geliebt und versucht hatte zu beschützen? War ich zu sehr von Lissa und letztendlich auch Dimitri abhängig gewesen? Hatte ich mich selbst in dem Gedanken verloren diesen beiden Personen, die mir alles bedeutet hatten, das Leben zu versüßen? Hätte ich mich an der einen oder anderen Stelle mehr um mich selbst kümmern sollen? Ich dachte an jenen schicksalshaften Tag zurück, meinem achtzehnten Geburtstag, als ich von der St. Vladimir-Akademie gegangen war, um Strigoi-Dimitri zu jagen. Damals hatte mich Lissa abgepasst und versucht mein Weggehen zu verhindern. Damals hatte ich geglaubt, dass ich es für mich getan hätte, aber nun kam mir etwas in den Sinn, was Lissa mir damals vorgeworfen hatte. Und du liebst ihn mehr als mich!, hatte sie unter Tränen hervor gebracht. Ob sie damit Recht gehabt hatte, konnte ich jetzt nicht mehr sagen. Ich wusste nur, dass meine anfängliche Motivation nicht die richtige gewesen war, denn ich hatte mir vorgestellt, dass Dimitri nicht als Strigoi hatte leben wollen. Ich wollte ihn erlösen, um seinetwillen, ermahnte ich mich. Ich habe es nicht wegen mir getan, sondern wegen Dimitri... Panisch versuchte ich mich zu erinnern, wann ich zum letzten Mal etwas nur für mich getan hatte, aber es wollte mir nicht einfallen. Wieder ertönte eine leise Stimme in meinem Kopf, die mir zu flüsterte, dass ich selbst doch gar nicht wusste, was ich wollte. Und sie hatte Recht... Mein Leben war bisher immer von anderen bestimmt worden, weshalb ich mich auch so schnell in die Mission von Shade und Angela hatte stürzen können. Mir fällt es einfacher, die Probleme anderer anzugehen, als meine eigenen, musste ich feststellen. Nun wo ich selbst in so großen Schwierigkeiten steckte, dass sie meine größte Sorge waren, wusste ich nicht, wie ich mich daraus befreien sollte. Doch schlimmer noch als die Verurteilung wegen Königin-Mordes, die auf mir lag, war die Aussicht auf das Danach für mich: Wenn ich es schaffe meine Unschuld zu beweisen, was tue ich dann?, fragte ich mich. Sollte ich wieder zurück zu Lissa gehen, die mich einfach so abgeschrieben hatte? Dann müsste ich zusammen mit Dimitri arbeiten, der mit mir Schluss gemacht hatte, was ich nicht wollte. Oder blieb ich bei Adrian? Oder bei Abe? Suchte ich mir einen neuen Klienten? Ich hatte keine Ahnung! Panik erfasste mein sonst so starkes Herz und unter lautem Pochen stieg mir der Schweiß aus den Poren und fuhr kalt über meine Haut, während meine Brust immer enger wurde, sodass ich bald keuchend nach vorne gebeugte da saß. „Alles in Ordnung mit dir?“, fragte mich Jack misstrauisch und beäugte mich kritisch. Wenn er in der Lage war wie Adrian und Lissa die Aura eines Lebewesens zu sehen, müsste er bald erkennen, dass ich nicht in Ordnung war! Kurz schloss ich die Augen und versuchte mich wieder in den Griff zu kriegen. Ganz ruhig, Rose!, sagte ich zu mir selbst. Mache einen Schritt nach dem anderen und dann sehen wir weiter! „Ja, mir geht es gut!“, brachte ich hervor, doch Jacks Blick strafte mich Lügen und das wusste ich selbst am Besten, was es nicht besser machte. „Ich... ich glaube, ich werde mich auch mal ausruhen!“, brummte ich noch und stand ruckartig auf, um auf mein eigenes Zimmer zu gehen. „Okay...“, rief mir der Moroi noch hinterher, machte aber keine Anstalten mir nach zu rennen, was ich jetzt echt nicht gebrauchen konnte! Oben angekommen, ließ ich mir eine heiße Badewanne ein, in der Hoffnung, dass sie die Anspannung von mir nehmen konnte. Tatsächlich entschleunigte sich mein Herzschlag etwas, als die lähmende Wärme durch meine Glieder zog. Ich kam wieder zur Ruhe und konnte meine Gedanken in eine wohltuende Leere abdriften lassen. Nach meinem Bad machte ich mich bereit fürs Bett, weil wir geplant hatten schon früh morgens auf Erkundungstour zu gehen und die Zweigstelle der Alchemisten hier in Seattle beschatten wollten.

Im Tageslicht, Innenstadt von Seattle

„Da verlässt schon wieder jemand das Gebäude!“, murmelte ich in mein verstecktes Mikrofon, während ich über meine Teetasse hinweg zum Gebäude der Alchemisten schielte. Wir befanden uns in Downtown, dem Stadtteil, der bekanntlich in fast allen Städten der USA von den Wolkenkratzern bestimmt wurde. Ich hatte mir eine gute Position in einem Travel-Café besorgt und hockte nun an einem Tresen, der direkt von der gläsernen Front nach draußen wies. So hatte ich einen guten Blick auf das gegenüberliegende Bauwerk, welches unter anderem in einigen Etagen die Alchemisten beherbergte. Da aber auch andere Unternehmen dort ihren Sitz hatten, konnten wir nicht einfach hineinstürmen, denn wir wollten auf gar keinen Fall eine Art Internationalen Vampir-Vorfall provozieren. Seit etwa zwei Stunden saß ich schon hier, hatte meinen Laptop als Fassade vor mir stehen und tippte ab und zu interessiert auf der Tastatur herum, während ich eigentlich die Leute beobachtete, die das Gebäude auf der anderen Straßenseite betraten oder verließen. Zum Glück ist die goldene Lilie im Gesicht recht auffällig!, dachte ich froh darüber, dass mein Gesicht nicht durch so eine Tätowierung verunstaltet war. Lieber würde ich mir einen Arm ausreißen, bevor ich mich so auf die Straße trauen würde! Aber das musste ich ja auch nicht! „Sehe ihn, ist kein Alchemist!“, gab Jack zurück, der Posten vor dem Hochhaus bezogen hatte und dort diejenigen näher begutachtete, die ich ihm ansagte. Cass und Angela bewegten sich ebenfalls dort auf der anderen Seite der Straße und lösten Jack in regelmäßigen Abständen ab, damit der Moroi nicht zu auffällig wirkte, wenn er stundenlang dort an der Hauswand lehnte und Leute anstarrte. Nur ich blieb im Hintergrund, weil ich einfach zu... berüchtigt und auch zu.... begehrt war, auch für die Alchemisten. So wie Sydney gesprochen hat, wollen die mich auch unbedingt in die Finger bekommen!, überlegte ich. Gerne wäre ich vorne an der Front mit dabei gewesen, doch das Risiko war viel zu groß um dort draußen aktiv zu sein, weshalb nun der Posten des Leiters für mich übrig blieb. Jeder, der mich näher kannte, würde bei dieser Aussage wohl in schallendes Gelächter ausbrechen und, nachdem er sich die Lachtränen aus dem Augenwinkel gewischt hatte, behaupten, dass es ein verdammt guter Joke gewesen sei. Ja, ich war nicht der theoretische Typ, auch nicht die krasse Denkerin! Ich bevorzugte eben das einfache Leben: Gab es ein Problem, ging man direkt darauf zu und schlug ihm seine Faust ins Gesicht! Das wars! Und meine Erfahrung bezeugte, dass sich viele Probleme dadurch sofort beheben ließen! „Hier Biene an Königin: Der Adler nähert sich dem Nest!“, plärrte plötzlich Angela in ihr Mikrofon, gefolgt von einem quietschenden Gelächter. Nimm den Finger von der Sendetaste!, dachte ich seufzend, denn solange die Kleine nicht den Knopf losließ, konnte ich ihr nicht antworten. Endlich bekam ich ein Signal, dass der Kanal frei war und meldete mich gleich bei den anderen. „Was soll das denn bedeuten?“, verlangte ich zu erfahren, schließlich hatten wir überhaupt gar keinen Funk-Code vereinbart! „Sie will damit sagen, dass eine schwarze Limousine vorfährt!“, übersetzte Cass dankenswerter Weise und anstatt weiter zu reden, ließ ich das Mikro beiseite liegen und schaute aus dem Fenster. Tatsächlich rollte eine schwarze Limousine mit getönten Scheiben vor den Eingangsbereich der Zweigstelle. Könnte auch ein Moroi sein..., fachsimpelte ich, doch als sich die Beifahrertür öffnete und ein Mensch in einem schwarzen Anzug ausstieg, schwankte meine Theorie. Als dieser Kerl sich dann zur hinteren Tür umdrehte und seine blumige Tätowierung im morgendlichen Sonnenlicht aufschimmerte, ahnte ich, dass die beiden Schwestern Recht hatten. „Jack, schau dir das mal genauer an!“, wies ich den Moroi an, der sich sofort von seiner Wand löste und vor dem Eingang entlang schlenderte. Dabei kam er an dem Wagen vorbei, während sich die hintere Tür öffnete und der Fahrgast dort ausstieg. „Er ist es!“, flüsterte Jack und auch ich sah John Richards, der Leiter der interne Abteilung der Alchemisten. Zwar nur von hinten, doch auf Grund der Bilder von Cass, wusste ich einfach, dass er es war. Schnell klappte ich meinen Laptop zusammen, schnappte mir meine Jacke und die Tasche, knallte das Geld neben meinem Teller auf den Tisch und verließ das Café. „Ich hänge mich an den Wagen heran!“, meinte ich zu den anderen und versuchte ein vorbeifahrendes Taxi anzuhalten, mit dem ich der Limousine folgen konnte. „Hab bereits eins!“, ertönte Cass Stimme durch den Funk und schon eine Minute später hielt ein gelbes Taxi neben mir und die Tür öffnete sich für mich. Ich zog mich auf die Rückbank, wo bereits Cass Platz genommen hatte und nun den Fahrer anwies, der Limousine zu folgen. „Jack, pass auf Angela auf!“, befahl ich dem Moroi, dem ich es eher zutraute besonnen zu bleiben als der kleinen Moroi. „Auf mich muss niemand aufpassen!“, kam auch prompt die patzige Antwort von ihr. „Angela, bitte!“, beschwichtigte sie ihre ältere Schwester. „Kommt einfach bald wieder, okay?“, grummelte Angela zurück und blieb dann stumm. Die beiden würden dort warten und sehen, ob Richards das Gebäude vielleicht wieder verließ. Ansonsten würden sie verweilen bis Cass und ich wieder bei ihnen waren. „Sehen wir mal, wohin die jetzt wollen!“, sagte Cass und schaute durch die Frontscheibe auf die Limousine vor uns. Wir hofften darauf, dass sie irgendwohin fahren würden, wo sie die Zeit verbringen konnten, bis Richards sie wieder anforderte. Dann haben wir ein Zeitfenster, wo wir uns den Wagen schnappen können!, überlegte ich ebenso aufgeregt wie die Moroi neben mir.
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