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Insomnia

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
06.09.2019
22.01.2021
60
240.807
26
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Dieses Kapitel
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01.11.2019 5.036
 
NINE

„Ganz ehrlich, du bist verrückt“, kicherte Chiaki, als er sich mit der Schüssel Suppe auf sein Bett hinsetzte. Noch immer war er eingewickelt in seiner Decke. Seine Stimme klang so stark verschnupft, es war fast schon putzig irgendwie, dachte sich Maron und kicherte leise. Sie nahm, wie beim letzten Mal, auf dem überteuerten Ledersofa Platz.
„Wieso?“, fragte sie hinsichtlich seiner Aussage, kramte in ihren Rucksack und holte ihm einen Löffel raus. Dankend nahm er es an.
„Jemand hätte dich draußen sehen können“, sagte er.
„Bitte… Es ist fast halb eins. Die meisten Menschen schlafen um die Uhrzeit“, rollte sie mit den Augen. „Das solltest du besser wissen.“
Kichernd musste er zustimmend nicken.
„Außerdem habe ich mir Sorgen gemacht“, fügte Maron verlegen hinzu, den Blick nach unten gerichtet.
„Du hättest mir auch ne SMS schicken können, wenn du wissen wolltest, wie es mir geht“, hörte sie ihn sagen.
Maron sah auf und blickte Chiaki mit hochgezogener Augenbraue an. „Wie denn? Ich habe deine Nummer nicht.“
„… Oh…Stimmt“, kam es von Chiaki nach einem Moment der Realisation. Er rieb sich beschämt den Nacken. „Dann schätze ich mal, dass wir das ab heute ändern.“
Er nahm sein Handy vom Nachttisch und warf es ihr zu.
Ohne auf eine weitere Anforderung zu warten, gab Maron ihre Nummer ein und schickte sich selbst direkt eine SMS. Ein zufriedenes Lächeln haftete auf ihren Lippen.
Anschließend warf sie Chiaki sein Handy zurück. Er musste grinsen, als er den kranken Emoji im Chat sah.
Danach legte er das Gerät beiseite, öffnete den Deckel der Schüssel und probierte die Suppe.
„Hmm“, kam es von ihm genüsslich und lächelte breit. Wie als hätte er in den letzten Tagen nichts gegessen, schlürfte er die Brühe gierig runter.
Gut, er mag Hühnersuppe, dachte Maron sich schmunzelnd, während sie ihm beim Essen zusah.
Dann fiel ihr etwas ein. „Ach ja. Ich habe dir noch Hausaufgaben und Mitschriften mitgebracht“, sagte sie und holte die besagten Unterlagen aus dem Rucksack hervor. „Wo soll ich die hintun?“
„Da.“ Ohne von seinem Essen aufzusehen, deutete Chiaki mit einem Finger auf den Mülleimer neben den Schreibtisch.
Maron verdrehte ihre Augen und legte die Sachen auf dem Tisch ab.
Dann setzte sie sich wieder aufs Sofa hin und blickte sich um. Der Raum war unordentlicher, als sie das letzte Mal drin war. Überall lagen Taschentücher und Taschentuchpackungen rum. Einige Klamottenteile breiteten sich auf dem Boden aus.
Ebenso fiel ihr der Flachbildschirmfernseher an der Wand gegenüber vom Bett auf, der vorher noch nicht da war sowie ein kleiner Regal in den Konsolen und Spiele lagen.
„Die sind neu“, sagte sie und deutete auf die Geräte.
Chiaki nippte am Löffel und folgte ihrem Finger. „Mhmm“, nickte er und zuckte mit den Schultern, „Brauchte eine weitere Alternative gegen die Langeweile. Hilft auch. Willst du was spielen?“
Maron schüttelte den Kopf, lehnte dankend ab. Sie dachte bei dem Anblick des großen Fernsehers eher daran zurück, dass sie seit Langem keinen Film mehr richtig angeschaut hatte. Zu große Einschlafgefahr.
„Die Suppe ist verdammt gut“, hört sie Chiaki sagen. „Weißt du, ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass ich dich die Nächte allein gelassen habe“, fügte er betreten hinzu, sein Gesicht war mit einem schlechten Gewissen geprägt.
Maron beschwichtigte ihn damit, dass sie wusste, dass er nicht kommen würde und sie sowieso zu Hause blieb. Dies beruhigte ihn etwas.
Daraufhin sah sie ihm weiter beim Essen zu.
„Sag mal“, setzte sie neugierig an, „Kocht dein Vater keine Suppe, wenn einer von euch Jungs krank ist?“
Chiaki verschluckte sich vor Lachen fast und schüttelte den Kopf. „Er hatte mir Krankenhausessen mitgebracht, aber das schmeckt wie Scheiße.“ Maron nickte verstehend. Sie war durchaus vertraut mit schlechtem Krankenhausessen.
„Kaiki ist ein furchtbarer Koch“, merkte Chiaki an, „Und ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der Toast im Toaster verkacken kann.“
„Ist dein Vater nicht reich genug, um eine Köchin zu engagieren?“
„Theoretisch ja, aber dafür ist er zu bescheiden.“
„Zu bescheiden für eine Köchin, aber nicht bescheiden genug für eine protzige Villa?“
Er kicherte, bekam daraufhin jedoch einen Hustenanfall.
Besorgt blickte Maron ihn an. So wie sie es verstanden hatte, gab’s niemanden in seinem Leben, der für ihn ordentliches Essen machen oder eine Suppe an kranken Tagen kochen konnte.
Bis jetzt.
Ein kleines Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. Sie hätte nichts dagegen dies für ihn zu übernehmen. Mit Freude würde sie das tun.
Nachdem Chiaki mit der Suppe fertig war, warf Maron ihm noch eine Tüte Kekse entgegen. Seine braunen Augen leuchteten bei dem Anblick der Kekse auf.
Anschließend nahm er sein Handy wieder in die Hand, steckte es an einer kleinen Lautsprecherbox an und spielte ihr das neuste Musikalbum ab, was er sich runtergeladen hatte.
Ihr gefiel es sofort. Grinsend nickte sie mit dem Kopf zum Takt der Lieder mit.
Wortlos hörten sie sich das Album an. Es war fast so wie sonst vorher auch, nur befanden sie sich in Chiaki’s Zimmer und nicht draußen bei den Picknickbänken.
Maron war sich erst jetzt bewusst, wie sehr ihr die gemeinsamen Nächte mit Chiaki gefehlt hatten.
Entspannt saß sie auf seinem Sofa, bewegte sich so gut wie nie vom Fleck, sah dem Blauhaarigen beim Zeichnen zu und kommentierte einige der Lieder, die im Moment liefen und unterhielt sich mit ihm über sie.
Maron konnte ihren Blick von Chiaki nicht abwenden.
Trotz kranken Zustands sah er immer noch umwerfend aus. Eine Strähne fiel ihm dauernd ins Gesicht und es juckte ihr in den Fingern, zu ihm rüber zu gehen und diese besagte Strähne nach hinten zu streichen.
Nach einiger Zeit schaute Maron auf seine rotleuchtende Digitaluhr und sah, dass fünf Stunden vergangen waren. Das hieß, sie musste allmählich wieder zurück nach Hause.
Es war für sie immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit verging, wenn sie die Nacht mit Chiaki verbrachte. Sie fühlte sich einfach wohl in seiner Gesellschaft und wollte es in keinem Fall missen.
Seufzend packte Maron ihren Rucksack, erhob sich von Sofa und zog sich die Kapuze über den Kopf.
Als Chiaki von seinem Skizzenbuch aufschaute, sah er fast so enttäuscht über ihr gehen aus, wie sie sich fühlte.
„Ich muss nach Hause, bevor mein Vater oder die anderen wach werden“, sagte Maron, „Aber ich komme morgen wieder mit noch mehr Suppe…?“ Sie war sich nicht sicher, ob sie das als Frage oder als Aussage gestellt hatte. Verlegen sah sie zu Boden und biss sich auf die Lippe.
Chiaki lächelte leicht, bevor er ernst wurde.
„Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll, bei dem Gedanken, dass du zwei Stockwerke hier hochkletterst.“ Er seufzte. „Ich meine, ich könnte es mir nie verzeihen, wenn du dich dabei verletzt.“
Er sorgt sich um mich und meine Sicherheit, ging es ihr freudig durch den Kopf. Von außen versuchte Maron cool zu bleiben und antwortete ihn mit einem gelassenen Augenrollen:
„Mach dir keine Sorgen.“ Sie winkte unbekümmert ab und entgegnete stolz: „Du hättest mich sehen müssen, ich war wie ein Profi.“
Chiaki kicherte, die Stimme dunkel und rau, schüttelte leicht den Kopf.
„Wie du meinst… Solange du irgendwie heil auf festen Boden ankommst und sicher bist. Gefallen tut es mir trotzdem nicht.“
Maron lächelte ihn an, glücklich darüber, dass er sie auch wiedersehen will. Gerade als sie zur Tür gehen wollte, fiel ihr noch eine letzte wichtige Sache ein.
„Sag mal, was ist Yamatos Lieblingsfarbe?“, fragte sie, drehte sich zu Chiaki um.
Er starrte sie einige Sekunden fragend an, den Kopf leicht geneigt. „Grün.“
„Ein bestimmtes Grün oder jeden möglichen Grünton?“
„Ist glaube ich egal.“
„Okay, gut.“ Damit wandte Maron sich kichernd zur Tür. „Bis später“, verabschiedete sie sich mit einem Winken, schlüpfte raus zu seinem Balkon und kletterte geschickt runter.
Ein bisschen Adrenalin rauschte ihr dabei durch die Adern. Mit einem glücklichen Gefühl in der Brust ging sie nach Hause.
***

Völlig verdutzt sah Chiaki seinem Mädchen nach und beobachtete von seinem Fenster aus, wie sie in ihr Haus zurückging. Wenigstens hatte sie es heil runtergeschafft.
Die letzten drei Tage hatte er sich ziemlich mies gefühlt. Er hatte Angst gehabt, dass Maron am Montag die ganze Nacht auf ihn gewartet hätte. Er wollte nicht, dass sie dachte, er hätte sie sitzen gelassen, oder ähnliches.
Und als Chiaki schließlich das Klopfen an seiner Balkontür vernahm, hatte er keine Ahnung gehabt, was ihn draußen erwartete. Teilweise hatte er sich schon darauf eingestellt jemanden irgendwie in seiner miserablen Kondition verprügeln zu müssen.
Und dann stand sie da, als er die Tür öffnete. Ihr blumiger Duft kam ihm entgegen und die Wangen waren verlegen rosa gefärbt. Ohne zu zögern ließ er sie rein. Da Maron schon mal in sein Zimmer, hatte er auch keine Probleme damit gehabt.
Augenblicklich überraschte sie ihn mit der Suppe, die sie mitgebracht hatte, sowie den Hausaufgaben. Es erstaunte ihn, dass sie sich um ihn und seine Gesundheit Sorgen gemacht hat. Sie beide gingen wirklich durch dick und dünn.
Diese nahezu mütterliche Fürsorge, die sie ihm entgegenbrachte, kannte er kaum. Nur aus alten, vergrabenen Erinnerungen.
Chiaki seufzte und ließ sich wieder auf seinem Bett nieder. Die Suppe tat wirklich gut. Die letzten Tage war er ziemlich hungrig gewesen, hatte allerdings keinen Elan gehabt sich selbst etwas zu machen. Umso größer war die Freude Maron ihr Essen vor sich zu haben. Kochen konnte sie, ohne Frage.
Es wird den ganzen Tag dauern bis er sie wiedersehen würde. So lange musste er sich gedulden. Mit einem flauen Gefühl im Magen, sah er zur Balkontür.
Hoffentlich bricht sie sich nicht noch den Nacken, ging es ihm durch den Kopf, nahm sein Skizzenbuch in die Hand und setzte seine Zeichnung darin fort.
***

Heute Morgen waren alle ungewöhnlich früh wach, wodurch Maron mit Miyako und den Eltern zusammen frühstückte. Gerade besprachen Takumi und Sakura das Dinner, was sie am Samstag geplant haben. Anlässlich dessen, weil Marons Vater ab dem Wochenende für ein paar Wochen auf Geschäftsreise sein wird und sie dafür ein großes Abendessen veranstalten wollten.
Gerade sprachen sie darüber, dass Sakura kochen möchte, aber Takumi wendete ein, dass Maron es bestimmt übernehmen wolle würde.
„Maron.“ Die Angesprochene sah von ihrem Teller auf. „Willst du das wirklich allein übernehmen?“, fragte Sakura, „Wir können das doch zusammen machen.“
Maron zuckte lächelnd mit den Schultern. „Ich habe nichts dagegen, alles selbst zu übernehmen. Du und Papa, ihr könnt euch entspannt um die Gäste kümmern.“ Sie freute sich darauf, was Aufwendigeres zu Tisch zu bringen. Alle möglichen Ideen an Rezepten kamen ihr schon in den Sinn. „Wer sind denn überhaupt eingeladen?“, fragte sie interessiert.
„Die Nagoyas“, antwortete Takumi wie beiläufig.
„Oh wirklich?“ Maron versuchte nicht zu enthusiastisch dabei zu klingen.
„Ist nichts Besonderes. Alle paar Monate sind die bei uns eingeladen“, kommentierte Miyako mit vollem Mund neben ihr. „Mama war immer überfordert mit Shinji’s riesigem Loch im Magen.“
„Der Junge hat wirklich einen ungeheuren Appetit!“, kam es von Sakura.
„Hört sich doch großartig an“, lächelte Maron.
Sie versuchte sich vorzustellen, wie Chiaki an dem großen Esstisch im Esszimmer (der bisher nie genutzt wurde) saß, gegenüber von Miyako und jede Sekunde davon hasste. Sie musste sich ein Kichern verkneifen.
Das Frühstück ging zu Ende und Maron räumte summend das Geschirr in die Spülmaschine ein. Sie bemerkte, wie ihr Vater reinkam.
„Wäre es wirklich okay für dich, wenn wir sie einladen?“, fragte er, die Stimme mit leichter Sorge gezeichnet. „Ich will nicht, dass du dich unwohl mit allem fühlst.“
Seine Tochter brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass er von dem Dinner und von den Nagoyas sprach. Ebenso brauchte sie einen Moment zu realisieren, dass ihr Vater besorgt darüber war, dass mehr Männer sich im Haus befinden werden.
„Oh…“ Sie atmete tief aus, schloss kurz die Augen und schüttelte den Kopf. „Nein, mir macht das nichts aus.“
Takumi blickte sie eindringlich an. „Wir können es auch absagen, Maron. Du bist wichtiger als irgendein aufwendiges Dinner.“
Maron schenkte ihm ein sorgloses Lächeln. „Glaub mir, Papa. Es ist in Ordnung. Und komm ja nicht auf die Idee abzusagen!“, sagte sie mit erhobenem Finger in einem gespielt strengen Ton.
Auf keinen Fall wollte sie, dass ihre Probleme ihre Familie in irgendeiner Weise noch mehr beeinträchtigt. Wenn ihr Vater die Nagoyas einladen will, dann sollte er das auch machen.
Chiaki könnte schließlich kommen. Der Gedanke brachte ein breites Lächeln auf ihrem Gesicht.
Takumi musterte sie etwas skeptisch, nickte jedoch mit einem Seufzen. „Okay. Aber wenn du dich unwohl fühlen solltest, dann zögere nicht und sag Bescheid.“
Sie nickte bejahend.

Nach der Schule fuhr Maron am Nachmittag mit Miyako in die Innenstadt zum Shoppen. Am Freitag wäre ein schuluniformfreier Tag und da wollte die Kurzhaarige etwas suchen, um Yamato beeindrucken zu können. Maron selbst hatte keinen Bedarf auf neue Klamotten. Eher war sie auch damit beschäftigt, aufzupassen in niemand Männliches ausversehen rein zu laufen. Zum Glück war es in den Einkaufsstraßen heute nicht zu voll, aber es war dennoch anstrengend. Sie war müde und das viele Laufen machte es nicht besser. Eventuell begann sie leicht zu schwanken und die Angst überkam sie zu Hause einzuschlafen, wenn sie fertig waren.
In einem Laden verbrachten die Mädchen die meiste Zeit drin, weil Miyako nicht aufhören konnte irgendwelche Teile auszusuchen und anzuprobieren.
Wartend saß Maron schließlich bei den Umkleiden. Der Vorhang öffnete sich und Miyako kam aus ihrer Kabine raus.
„Du, Maron? Welche Farbe passt mehr?“ Sie trug einen schwarzen Tanktop, einen engen Rock mit dunklem Schottenmuster, darunter dünne, schwarze Strumpfhosen und Stiefeln in Lederoptik. Zwei langärmlige Oberteile hielt Miyako in der Hand, Knallrot und Waldgrün, unschlüssig darüber welches am besten zum Rest passte.
Maron brauchte nicht lange, um zu antworten. „Das Grüne. Definitiv das Grüne“, sagte sie mit einem versteckten Grinsen.
„Sicher? Wir tragen doch schon in der Schule zu viel Grün…“, entgegnete Miyako unsicher.
„Glaub mir, Grün passt am besten und steht dir hervorragend!“, redete Maron mit Überzeugung auf sie ein.
Mit einem Nicken hing Miyako den roten Oberteil beiseite und probierte das Grüne hinter dem Vorhang an. Paar Momente später kam sie wieder raus und Maron musste sich die Lippen zusammenkneifen, um nicht mit offenem Mund da zu sitzen. Ebenso musste sie diesen Drang unterdrücken ein Foto zu machen, um es später Chiaki zu zeigen.
Das Oberteil war eng – sehr, sehr eng. Miyako’s Oberweite kam gut zur Geltung, insbesondere mit dem großen V-Ausschnitt. Maron war sich sicher, dass Yamato’s Gesichtsausdruck unbezahlbar sein wird, sobald er ein Blick auf das Outfit erhaschte.
Zufrieden mit ihrer Wahl, wechselte Miyako die schwarzen Strumpfhosen mit einer grünen aus, was Maron noch mehr zum Grinsen brachte.
Während sie Miyako zur Kasse folgte, blieb Maron kurz vor einem Spiegel stehen und betrachtete sich darin. Wie immer trug die Braunhaarige einen übergroßen Kapuzenpullover, Jeans und den passenden Mantel drüber. Wie immer perfekt, um sich zu „verstecken“.
Natürlich hatte sie auch andere Klamotten, wie Kleider, Röcke, Shorts, Crop-Tops oder enganliegende Oberteile in ihrem Schrank, aber diese wurden seit Monaten nicht mehr angerührt.
Maron bezweifelte, dass sie die für den morgigen Schultag auch rausholen würde… oder überhaupt. Ihre Narben würden sich in den meisten der Sachen zeigen und auf keinen Fall wollte sie noch mehr auffallen, als sie es schon tat.
Sie seufzte.
Früher hätte sie, wie Miyako, sich vor dem Spiegel hingestellt und sich das perfekte Outfit zusammengestellt, um den (heimlichen) Schwarm beeindrucken zu wollen. Sie war sich nicht sicher, ob sie jemals wieder so wie früher werden konnte. Zwar nicht jemand, die mit ihrem Körper reizen und protzen wollte (wie Yashiro). Aber jemand, die sich selbstbewusst vor dem Spiegel hinstellen konnte, ohne irgendwelche Komplexe. Ohne diesen Drang zu verspüren, sich unsichtbar machen zu wollen.
Ein vertrautes Gefühl von Bitterkeit überkam sie. Ein bisschen war sie auch neidisch auf Miyako, dass diese sich wie ein normaler Teenager verhalten konnte.
Und sie nicht.

Das bittere Gefühl hielt auch bis in den späten Abendstunden an, als Maron unter Chiaki’s Balkon stand. Sie hatte es für einen Moment in Erwägung gezogen, sich was anderes anzuziehen, als ihren Kapuzenpullover, aber letztendlich hatte sie doch keine Lust gehabt sich was Neues zum Anziehen zu suchen. Sie richtete ihren Rucksack auf dem Rücken.
Dieses Mal hatte sie neben Hausaufgaben, Suppe und eine Tüte Kekse auch noch eine Thermosflasche mit Kräutertee für seinen rauen Hals mit eingepackt sowie ein paar Sandwiches, falls die Suppe ihm nicht reichen sollte. Das gute Essen sollte ausreichen, um Chiaki zu beeindrucken. Solange es ihm ein Lächeln entlockte, war sie zufrieden.
Wie die Nacht zuvor, kletterte Maron geschickt leise das Gitter hoch. Ein Gutes war, dass sie vorhin noch eineinhalb Stunden Schlaf gehabt hatte, wodurch sie auch nicht mehr schwankte. (Auch wenn sie auf den Albtraum gerne verzichtet hätte, aber zum Glück konnte sie ihren Schrei ins Sofakissen abdämpfen.)
Um genau zwölf Uhr Mitternacht stand sie auf dem Balkon und klopfte an der Glastür.
Chiaki öffnete die Tür und ihr fiel auf, dass er besser aussah als gestern. Die Haare waren immer noch ein wildes durcheinander, die Augen hatten die bekannten Augenringe unter ihnen und er hatte einen Viertagebart. Aber seine Nase war nicht mehr so rot und überhaupt sah er nicht so fertig aus wie gestern.
Er schenkte Maron ein schiefes Lächeln und trat beiseite, um ihr Eintritt zu gewähren.
Kaum war die Balkontür zu, hatte sie sich schon auf ihrem Platz auf dem Sofa niedergelassen und packte ihren Rucksack aus. Kurz stand sie auf, um alles auf Chiaki’s Bett abzulegen, wo sie vermutete, dass er darauf wieder essen würde. Dann setzte sie sich wieder auf ihren Platz zurück.
„Alter, Maron… Hast du deine halbe Küche mitgebracht?“, kam es von Chiaki erstaunt und amüsiert. Das Kratzen in seiner Stimme war immer noch da, aber er hörte sich nicht mehr so stark verschnupft an.
„Kochen hält mich am besten beschäftigt“, zuckte Maron mit den Schultern, lächelte etwas verlegen. „Und es ist besser, wenn ich dir was Frisches bringen kann, als irgendwelche Reste.“
Chiaki’s Aufmerksamkeit war schon vollständig auf das Fresspaket gerichtet. Sie sah ihm dabei zu, wie er die Suppe und die Sandwiches aß und jegliche Bitterkeit, die sie am Tag mit sich rumtrug, verschwand mit einem Mal. Er gab zufriedene Laute von sich und sagte ihr, wie lecker alles war.
Maron konnte nicht anders als vor Freude und Triumph zu lächeln.
***

Es entging Chiaki nicht, dass sie ihm beim Essen zusah.
Im Normalfall würde sowas ihm auf dem Keks gehen, aber sein Mädchen mochte es ihm dabei zuzusehen, dass er ihr Essen aß.
Und er liebte ihr Essen.
Und dass Maron sich um ihn kümmern wollte, wusste er sehr zu schätzen. Die Tatsache brachte ihn auch zum Lächeln. Gleichzeitig hatte er allerdings immer noch die furchtbare Angst, dass sie sich verletzten würde, wenn sie das Gitter hoch- und runterkletterte. Der Gedanke daran, ließ ihn den ganzen Tag nicht schlafen.
Was irgendwo gut und schlecht war. (Nicht, dass er schlafen wollte.)
Und nun saß sie wie immer auf seinem Sofa, völlig unversehrt mit einem Grinsen im Gesicht und überraschte ihn ein weiteres Mal mit ihren Spiderman-Künsten.
„Also, sagst du mir, wieso du mich gestern nach Yamato’s Lieblingsfarbe gefragt hast?“, fragte Chiaki neugierig, bevor er einen weiteren vollen Löffel Suppe in den Mund nahm. Er konnte sich bereits vorstellen, dass es etwas mit Miyako zu tun hatte.
Maron lächelte geheimnisvoll. „Einen Tipp gebe ich dir. Schuluniformfreier Tag.“ Ratlos stutzte er den Kopf. Mit Grün verband er die Farben der Schuluniform. Normalerweise würden alle an diesen Tag diese Farbe vermeiden wollen. „Wenn du morgen zu Schule kommst, wirst du schon sehen.“, hörte er sie sagen.
Mehr schien sie ihm nicht verraten zu wollen, weshalb er wortlos nickte und beschloss morgen zur Schule zu gehen. Auch wenn er sich nicht vollkommen fit fühlte, so wollte er jedoch auch nicht den ganzen Tag wieder zu Hause verbringen.
Er wäre schon vor Langeweile fast umgekommen.
Nach einer Weile war Chiaki mit dem Essen fertig und der Tee tat seinem Hals durchaus gut. Wie letzte Nacht unterhielten er und Maron sich über belanglose Dinge und hörten nebenbei Musik.
Sein Zimmer war auf jeden Fall gemütlicher als die Picknickbänke draußen. Es war wärmer, trockener und hell genug für ihn zum Zeichnen, während er sich mit ihr unterhielt – wobei Chiaki hoffte, dass dies nicht zu unhöflich von ihm war. Falls ja, dann ließ Maron es sich nicht anmerken.
Was Maron anging, so fängt sie an, sich allmählich in ihrer kleinen Ecke auf dem Sofa wohl zu fühlen. Er wusste noch, wie angespannt sie beim ersten Mal zur Party damals war. Aber das war auch kein Wunder. Vor zwei Wochen war Chiaki noch ein völlig Fremder für sie gewesen. Mittlerweile wusste er, dass sie sich bei ihm wohl fühlte und dass sie ihm vertraute.
Und um ihr dieses Wohlgefühl nicht zu ruinieren, blieb er auf seinem Bett. Gute, sichere eineinhalb Meter Abstand von ihr. Schließlich musste er seine Regeln auch hier einhalten.
Außerdem war Maron das erste und einzige Mädchen, welches Chiaki in sein Schlafzimmer ließ.
Die Male in der er mit Mädels geschlafen hatte, war meist in seinem Auto gewesen. Vier Male waren das und alle Erlebnisse resultierten aus verschiedenen Trink- und Partynächten, in der er mit Yamato unterwegs war.
Maron’s summende Stimme unterbrachen seine Gedankengänge. Chiaki sah zu ihr auf. Sie hatte ihren Kopf nach hinten gelehnt, die Augen entspannt geschlossen, ein kleines Lächeln war auf ihren Lippen. Sie sah in dem Moment fast so friedlich aus, wie wenn sie schlief. Ihre Finger spielten gedankenlos mit einer langen Strähne ihrer Haare.
Sanft summte Maron mit der Musik im Hintergrund, sang ab und an ein paar Stellen sogar mit.
Süß…, dachte Chiaki sich. Er sagte nichts, lächelte nur in sich hinein und zeichnete weiter.
„Wusstest du, dass ihr am Samstag bei uns zum Essen eingeladen seid?“, sagte Maron plötzlich, den Kopf immer noch zurückgelehnt, die Augen aber offen und auf ihn gerichtet.
Chiaki hatte geahnt, dass eine Einladung zum Abendessen bei den Kusakabe/Toudaijis bald wiederkommen würde. Meistens kamen sie in zwei bis drei Monatsabständen. Ob sie wusste, dass ihr Vater und seiner sowas wie best Buddies waren?
„Kaiki kann zu deinem Dad nie Nein sagen“, zuckte er mit den Schultern und zeichnete weiter, „Gutes Essen kann er auch schwer widerstehen. Im Nachhinein bekomm ich immer zu hören, wie gut Sakura’s Essen war.“
Bisher war Shinji und/oder Kagura immer mitgegangen, während der Blauhaarige zu Hause blieb. Keine zehn Pferde würde ihn dazu bringen Fuß in das Haus zu setzen, in der Miyako Toudaiji wohnte.
„Nun… diesmal werde ich in der Küche zuständig sein“, sagte Maron mit einem leichten Schmunzeln. „Du wirst doch kommen, oder?“ Sie bekam einen hoffnungsvollen Ton in der Stimme.
Abrupt stoppte Chiaki seinen Bleistiftstrich und starrte auf seine Blatt.
Wird er kommen?
Drei Stunden gegenüber von Miyako an einem Tisch zu sitzen und ihre feindseligen Blicke erdulden?
Drei Stunden Shinji dabei zusehen, wie er sich alles in den Mund stopfte, als würde er für zehn essen?
Drei Stunden Maron noch mehr ignorieren, als er schon in der Schule musste?
Hmmm…
Drei Stunden das womöglich beste Dinner Momokuri’s zu essen, was sein Mädchen zubereiten wird...
Da konnte er unmöglich nein sagen.
„Ja, ich denke, ich kann auch schwer gutes Essen widerstehen“, murmelte er augenrollend, strich sich etwas verlegen die Haare aus dem Gesicht.
Sie zog ihre Lippen zu einem schiefen Grinsen hoch und schloss die Augen. Kopfschüttelnd widmete Chiaki sich wieder seiner Zeichnung zu.  
Dieses Mädchen brachte ihn noch aus dem Verstand.

Mit einem Winken und einem Lächeln verschwand Maron in der Früh wieder.
Chiaki seufzte ermüdet. In den letzten Tagen hatte er nicht viel geschlafen. Noch weniger als vorher. Eigentlich so gut wie gar nicht.  
Kaiki hatte ihm nur Erkältungsmedizin gegeben, die über den Tag helfen sollten, wodurch er auch einfacher wach blieb. Allerdings wusste Chiaki, dass der Schlafentzug sich später noch mehr auf ihn zurückwirken und rächen wird als sonst. Sobald sein Körper die ersehnte Ruhe bekam, welche es seit den letzten Tagen verlangte, dann wird ihn ein langer, schwerer Schlaf erwarten… mit sehr lebhaften (Alb-)Träumen.
(Er wusste, dass Schlafmangel inmitten einer Krankheitsphase nicht gesund war -oder überhaupt dieser schlaflose Lebensstil nicht gesund war-, aber gleichzeitig war er auch ein Sturkopf.)
Nach einer kalten Dusche, machte Chiaki sich für die Schule fertig, zog sich Jeans, Hemd, Strickjahre und seine Lederjacke an und packte sich dabei noch Maron’s Kekstüte ein, die er sich für den Tag aufgespart hatte.
Wie üblich fuhr er zu den Minazuki’s, um Yamato abzuholen. Ihm hatte Chiaki Stunden zuvor eine SMS geschrieben, dass er wieder zur Schule kommen würde. Der Braunhaarige trug eine beige Hose mit weißem, glattgebügeltem Hemd und einer braunen Trench-Jacke.
Wortlos nickte Chiaki zur Begrüßung mit dem Kopf. Er hatte immer noch Schnupfen sowie einen leicht kratzenden Hals, aber wenigsten kein Husten oder Niesen.
„Wehe du steckst mich an. Soll ich Sazanka holen, damit die dich gesund vögelt?“, kam es von Yamato, als er in den Wagen einstieg.
Ein Schauer lief Chiaki über den Rücken. Er verzog sichtlich angeekelt das Gesicht und zeigte seinem Freund den Mittelfinger. Dieser lachte und hob abwehrend die Hände in die Höhe.
„War nur ein Scherz, Alter.“
Der Blauhaarige behielt seine grimmige Miene die ganze Fahrt jedoch bei.
Dank seinem besten Freund hatte er ein ziemlich exzessives, wildes Jahr mit Partyausflügen hinter sich gehabt. Und dank denen bekam Chiaki bedauerlicherweise auch den üblen Ruf, den er bis heute besaß.
Und meistens waren diese Events auf Yamato’s Mist gewachsen. Er wollte das Leben als junger Oberschüler aufs vollste genießen, suchte die verrückteste Party und die verrücktesten Clubs auf und schleppte anschließend seinen blauhaarigen Freund mit dahin.
Dort wurden sie von hirnlosen Weibern umzingelt, die ihnen ihre Ausschnitte und alle möglichen Drogen vor das Gesicht hielten.
Chiaki hatte viele dumme Sachen dadurch gemacht. Dumme Sachen, wie Koks oder Yashiro. Oder beides zusammen.
Er war neu in diesen Dingen gewesen. War ziemlich impulsiv und wollte nach guten Drogen suchen, die ihn wachhielten.
Dadurch kam es auch zustande, dass er in der ersten Woche der Oberstufe sein erstes Mal mit einem Mädchen aus dem letzten Jahrgang hatte (genau auf dem Sitz, den Yamato gerade besetzte).
Es war nicht schlecht. Sie hatte zum Glück auch nichts Ernsteres darin gesehen, als ein simpler One-Night-Stand. Danach hatten beide auch nie wieder ein Wort miteinander gewechselt, wobei auch nie irgendwelche interessanten Gespräche zwischen ihnen zustande kamen.
Danach hatte er noch zwei weitere One-Night-Stands mit irgendwelchen Mädels aus den oberen Jahrgängen gehabt, die wie er den Sex nur als einmalige Sachen ansahen, ohne tiefere Bedeutung.
Nach einem halben Jahr landete er schließlich mit Yashiro auf der Rückbank seines Wagens. Mit der falschen Hoffnung, dass dies genauso einfach enden würde, wie er es sonst kannte. Leider ließ das Mädchen danach nicht mehr locker, rückte ihm dauernd auf die Pelle und Chiaki wurde mit der Erkenntnis wachgerüttelt, dass diese Partyexzesse ein Ende haben mussten. Weder Yashiro noch Kokain oder sonstige illegale Drogen hatte er je wieder angerührt.
Yamato konnte er mit dem Argument überzeugen, dass Miyako nicht auf drogenabhängige Typen stehen würde, wodurch er auch aufhörte.
Chiaki war das recht. Er brauchte diesen Rausch nicht.
Er war viel zufriedener damit in seinem Zimmer zu sitzen und mit Maron über alles und nichts zu reden.
Sein Mädchen war seine neue Droge.
Holy shit…“, hörte er Yamato plötzlich benommen flüstern, als er auf dem Schulparkplatz einparkte.
Chiaki folgte seinen Blick in Richtung Miyako’s Mercedes, aus dem die Mädels soeben ausgestiegen waren. Maron trug einen einfachen Pullover mit Jeans und einen großen Mantel mit dickem Schal drüber.
Und Miyako-…
Die Kinnlade fiel ihm runter.
Maron, du verdammtes Genie…, ging es ihm durch den Kopf.
Seine kurzhaarige Nachbarin war von oben bis unten in Yamato’s Lieblingsfarbe gekleidet. Der Oberteil hatte einem teuflisch tiefen Ausschnitt, der Schottenrock war ziemlich eng geschnitten und diese Lederoptikstiefeln!
Normalerweise hielt Chiaki nicht viel von Miyako, aber dieses Outfit sah verdammt gut an ihr aus, ohne Frage.
Er kicherte und stieg aus seinem Wagen aus. Vorher wandte sich noch kurz zu Yamato um, der geistesabwesend zu Miyako rüber starrte und sich seine Tasche auf seinen Schoß gedrückt hat.

Im Klassenzimmer saß Maron schon auf ihren Platz. Wie sonst auch setzte Chiaki sich neben sie hin, ohne ihr eines Blickes zu würdigen. Sie tat dasselbe.
Es dauerte noch ein paar wenige Minuten bis die Stunde anfing. Es kamen immer mal noch Schüler rein und unterhielten sich angeregt über das kommende Wochenende. Darunter auch Yashiro, die trotz des herbstlichen Wetters einen Mini-Rock aus Leder trug mit einem durchsichtigen Oberteil, in der ihre Reizwäsche zum Vorschein kam. Darüber hatte sie einen knielangen Wollcardigan an.
Mit einem selbstgefälligen Lächeln stand sie für einen Augenblick mit einer Freundin im Gang zwischen Chiaki’s und Maron’s Tischen, legte dabei wie zufällig ihre Hand provokativ auf seine Tischoberfläche ab. Chiaki wollte am liebsten Desinfektionsspray holen und seinen Tisch sauber machen. Er warf einen unauffälligen Blick zu seiner Tischnachbarin rüber. Maron’s Blick in den braunen Augen sah aus, wie würde sie ihrer Klassenkameradin die Hand abhacken wollen. Hinter hervorgehaltenen Händen musste er sich ein belustigtes Schmunzeln verkneifen. Die Schulglocke erklang und Yashiro verschwand mit ihrer Freundin zu den hinteren Reihen, wo ihre Tische waren. Im nächsten Moment kam auch der Lehrer.
Die Stunden vergingen und nach der letzten Unterrichtseinheit traf Chiaki sich mittags mit Yamato in der Cafeteria zum Mittagessen.
Yamato wartete schon an deren Tisch, das Gesicht so angespannt wie Chiaki es noch nie gesehen hatte. Der Blauhaarige nahm mit einem vielsagenden Grinsen Platz. Sein Freund warf ihm einen scharfen Blick zu, worauf Chiaki die Augen verdrehte und sich sein Kommentar über Miyako verkniff.
Anscheinend gab’s immer noch keine Fortschritte.
Warum sprach er Miyako nicht endlich an und fragt sie aus?
Worauf wartete er noch? Dass er vor Erregung noch stirbt?
Die beiden waren wirklich ein hoffnungsloser Fall.
Chiaki zuckte seufzend mit den Schultern. Eventuell wird es früher oder später passieren. Er gab ihnen noch einen Monat. Wenn bis dahin nichts passierte, würde er selbst Hand anlegen und nachhelfen. Maron würde da bestimmt mitmachen wollen.
Er holte seinen Kekstüte raus, hatte keine Lust auf die fade Pizza, die in der Cafeteria heute angeboten wurde.
Yamato beäugte die Tüte neugierig. Chiaki ignorierte ihn, wollte in keinerlei Weise sich irgendwie erklären. Wenigstens fragte sein Freund auch nicht nach.
Nach dem Mittagessen fuhren beide anschließend nach Hause.
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