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Insomnia

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
06.09.2019
22.01.2021
60
240.807
26
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Dieses Kapitel
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27.12.2019 5.057
 
SEVENTEEN

Es war fast zehn als Maron an dem darauffolgenden Samstagmorgen aufwachte und sich schwor nie wieder Alkohol zu trinken. Die fünf Shots Vodka waren ihr mehr als eindeutig genug gewesen. Ihr Kopf dröhnte.
Es war zwar nicht so schlimm wie Miyako es immer darstellte, aber trotzdem lästig. Zumindest war sie nicht betrunken genug gewesen, um sich in die Hecke des Vorgartens zu übergeben wie Miyako es immer tat. Dafür war sie Chiaki dankbar, dass er ihr ein Limit gesetzt hatte.
Zögernd öffnete Maron ihre Augen, blinzelte stark gegen das Sonnenlicht, welches sie nur einmal vor knapp drei Wochen in diesem Zimmer gesehen hatte. Noch immer befand sie sich in Chiaki’s Armen. Dieser schlief tief und fest.
Sie hob ihren Kopf, um einen besseren Blick auf sein friedlich schlafendes Gesicht zu haben. Es war das erste Mal, dass sie als erste aufwachte und noch die Zeit hatte ihm beim Schlafen zuzusehen. Sie nahm sich einen Moment und dachte an die vergangene Nacht zurück.
Chiaki hatte der blonden Tusse gestern offensichtlich eine Abfuhr erteilt. Und Maron konnte irgendwie nicht nachvollziehen, wieso er seine Zeit lieber mit ihr hier oben verbringen würde statt auf der Party, aber nichtsdestotrotz hatte es sie glücklich gestimmt. Sie war ein wenig skeptisch bezüglich dem Vodka und dem Betrinken gewesen, da sie vorher noch nie getrunken hatte, aber Chiaki machte für sie alles immer so angenehm wie möglich. Und unter keinen Umständen würde sie das wiederholen wollen. Das war für sie definitiv eine einmalige Erfahrung fürs Leben.
Maron blickte unter der Decke runter und sah, dass er noch seinen Arm fest um sie gelegt hatte. Dies brachte ein Lächeln auf ihre Lippen. Seine gestrigen Worte hallten ihr im Kopf nach.
„Du bist hübsch.“
Er hatte gesagt, dass sie hübsch war. Glücklich lächelnd vergrub sie ihr Gesicht in seine Brust. Im nächsten Augenblick erstarb ihr Lächeln etwas.
„Ich versuche dich nicht so zu sehen“, hatte er gesagt. Diese Aussage irritierte sie sehr.
Plötzlich spürte sie wie Chiaki sich regte. Seine Augenlider zuckten auf und kniffen sich bei dem grellen Sonnenlicht direkt wieder zu. Einige Male blinzelte er, schaute runter und ihre Blicke trafen sich. Maron errötete etwas. Denn bisher waren sie noch nie so zusammen aufgewacht. Und gerade hat dieser Moment was sehr Inniges... Intensives.
Nach einigen Sekunden kniff er sich wieder die Augen zu und stöhnte ächzend auf. Maron kicherte amüsiert. „Morgen“, sagte sie mit rauer Stimme.
Chiaki ließ sie los und rollte sich wie immer auf den Rücken.
„Scheiß Vodka“, brummte er, hielt sich den Kopf.
Erneut musste sie kichern. Langsam rollte sie sich aus dem Bett und ging ins Bad. Sie betrachtete sich im Spiegel. Ihr Haarknoten hing ihr locker und schief auf den Kopf. Sie löste den Knoten und ihre Haare fielen ihr leicht verformt runter. Taumelnd zog Maron sich langsam um, hielt sich gelegentlich den dröhnenden Kopf. Wenigstens musste sie sich nicht übergeben. Als letztes zog sie sich ihre Jacke an und zog sich die Kapuze über den Kopf.
Nach und nach packte sie in seinem Zimmer in Ruhe ihre Sachen ein, spähte immer mal zu Chiaki rüber, um sicherzustellen, dass er nicht wieder einschlief. Bis jetzt hatte er sich nur unter der Decke vergraben, um sich vor der Sonne zu verstecken. Gelegentlich waren einige unverständliche Flüche zu hören.
Maron holte eine Tüte Kekse raus sowie eine Tüte ihrer speziellen Kräuterteemischung. Sie hatte gestern im Internet noch nach guten Mittel gegen Kater nachgeschaut. Tee soll generell sehr gut helfen und da hatte sie einige Sorten zusammengemixt. Ginseng, Kamille, Grüntee... nichts allzu Exotisches.
Sie stellte beide Tüten auf Chiaki’s Nachttisch ab und gab ihm noch Anweisungen, wie er den Tee am besten zubereiten soll. Wage konnte sie ein Nicken unter der Decke, gefolgt mit einem brummigen „Mh-Hmmm“, vernehmen.
Lächeln begab sie sich nach draußen.

Es war sehr sonnig heute.
Immer wieder sah Maron sich in alle Richtung um, während sie runterkletterte und den Hinterhof überquerte. Sie war es gewohnt im Schutz der Dunkelheit hierrüber zu laufen und nicht am helllichten Tag. Doch die Luft schien frei zu sein.
Durch die Hintertür betrat die Braunhaarige ihr Zuhause. Es war sehr ruhig.
Hoffentlich schlief Miyako noch. Gewöhnlich war sie nach solchen Partynächten bis 13 Uhr noch am Schlafen. Gleichzeitig hoffte Maron auch, dass Miyako davon ausging, dass sie gestern eher nach Hause gegangen war und sich in ihrem Zimmer barrikadiert hat. Ihr Zimmer hatte sie auch immer abgeschlossen, um diesen Eindruck zu erwecken.
Hoffentlich hatte sie mit Yamato eine schöne Zeit gehabt, ging es ihr durch den Kopf.
Sie ging zu Miyako’s Zimmer hoch, um nachzusehen ob ihre Freundin es auch sicher nach Hause geschafft hat, doch ihre Tür war abgeschlossen. Verwundert runzelte Maron die Stirn. Miyako schloss nie ihre Tür ab. Sie war jemand, die gewöhnlich auch nichts zu verbergen hatte.
Maron klopfte laut gegen die Tür, aus Angst, dass vielleicht etwas nicht mit ihr stimmte. Ein dumpfes Stöhnen war auf der anderen Seite zu hören.
„Miyako?“, rief sie und klopfte ein weiteres Mal. Sie verlangte von Miyako nicht, dass sie rauskam, aber sie musste sichergehen, dass es ihr gut ging.
Die Tür öffnete sich einen Spalt weit und Miyako’s Kopf lugte raus. Ihre Augen waren angestrengt zusammengekniffen und sie sah aus, als hätte sie einen schlimmeren Kater als Maron und Chiaki zusammen.
„Hi...“, krächzte Miyako müde. „Auch schon wach?“
„Ja… Ehm, Alles okay?“, fragte Maron besorgt.
Miyako schenkte ihr ein unbesorgtes Lächeln, was allerdings mehr nach einer Grimasse aussah. „Hmmm…Fühl mich scheiße“, ächzte sie.
Plötzlich hörte Maron etwas aus dem Zimmer. Sie zog ihre Brauen fragend zusammen. Und im nächsten Moment fiel ihr die Kinnlade runter, als sie die Situation schließlich verstand. Die Augen weiteten sich überrascht. „Miyako!“, zischte sie teilweise entsetzt und ungläubig.
Diese blickte ermüdet hinter sich zu der schlafenden Gestalt auf dem Bett, schob die Tür dabei unbewusst weiter auf. Sie trug nichts weiter als einen pinken Morgenmantel.
Maron’s Augen wurden noch größer. Sie wusste, dass Miyako mehr als nur verknallt in Yamato war, aber … direkt nach einer Nacht? Die beiden hatten noch nicht mal ein richtiges erstes Date hinter sich. Und diese Partynacht könnte man nicht als Date kategorisieren.
Miyako bemerkte ihren Gesichtsausdruck als sie in den Gang rauskam und die Tür leise schloss. Augenrollend schüttelte sie den Kopf, hob unschuldig ihre Hände in die Höhe. „Nein, Maron...Wir hatten kein Sex. Ich schwöre.“ Daraufhin hielt sie sich stöhnend den Kopf.
Erleichtert seufzte Maron auf und ging in die Küche runter. Sie blickte über ihre Schulter, um sicherzustellen, dass Miyako ihr auch folgte. Diese ließ sich auf ihren Hocker am Küchentresen nieder, den Kopf in beide Hände gehalten. Unterdessen machte Maron ihren Anti-Kater-Tee, den sie auch Chiaki vorbereitet hatte.
„Also“, setzte die Braunhaarige an und warf Miyako einen interessierten Seitenblick zu, „Was genau war letzte Nacht passiert?“ Eigentlich ging es sie nichts an, aber sie konnte ihre Neugier nicht zügeln.
Miyako stöhnte wieder. „Viel Rumgeknutschte. Viel Alkohol“, fasste sie zusammen und legte ihre Stirn auf die harte Oberfläche des Tresens ab. „Eventuell ein bisschen Kotze in der Hecke hinten“, fügte sie nuschelnd hinzu.
Die arme Hecke, dachte Maron sich kichernd. Es erstaunte sie, dass die immer noch lebte. Sie stellte eine Kanne voller Tee auf dem Tresen ab sowie drei Tassen und setzte sich gegenüber von Miyako hin.
„Und Yamato blieb hier?“ Es war mehr eine Anmerkung als eine Frage. Miyako hob ihren Kopf, nickte und warf dem Tee einen kurzen Blick zu. Sie nahm die Tasse in die Hand und nippte vorsichtig dran. Maron trank selbst ihren Tee.
Und als hätte Yamato sie gehört, kam er im nächsten Augenblick in die Küche reingestolpert. Katermäßig sah er besser aus als Miyako, aber immer noch schlechter als Maron. Wahrscheinlich auf Chiaki’s Niveau.
Instinktiv versteifte Maron sich, blieb allerdings auf ihren Platz sitzen als Yamato reinkam. Seine Klamotten waren völlig zerknittert und die braunen Haare standen in alle Richtungen ab. Er schaute zu ihr auf, seine Augen wurde für einen Moment groß, ehe er ihr ein schmales Lächeln schenkte. Maron erwiderte das Lächeln schüchtern. Wortlos schenkte sie ihm eine Tasse Tee ein. Miyako sah zu ihm rüber und klopfte einladend auf den Hocker neben sie, auf welches Yamato zögernd zuging. Gelegentlich warf er Maron ein paar vorsichtige Seitenblicke zu, besorgt darüber, ob seine Anwesenheit ihr unangenehm war.
Sie gab ihn mit einem kleinen Lächeln zu verstehen, dass es okay war. Keine Zusammenbrüche am Morgen.
„Yamato“, sagte Miyako krächzend, hielt sich immer noch den Kopf, „Darf ich vorstellen, meine inoffizielle Schwester Maron. Hoffentlich bald auch mal offiziell.“ Sie lächelte träge in Maron’s Richtung.
Maron nickte Yamato freundlich zu, er nickte mit einem aufrichtigeren Lächeln zurück. Sie schob ihm seine Tasse Tee hin. Mit einem teils fragenden, teils skeptischen Blick beäugte er den Inhalt. „Hilft gegen den Kater“, sagte sie ihm.
Zögernd nahm Yamato einen Schluck und verzog beim Geschmack eine angewiderte Grimasse. Ich habe gesagt, dass es hilft. Nicht dass es gut schmeckt, dachte Maron sich schmunzelnd. Ohne sich zu beschweren, trank er brav weiter.
Für einige Moment saßen die drei da und tranken still ihren Anti-Kater-Tee.
„Wo warst du gestern überhaupt? Ich habe dich gesucht, nachdem ich deine SMS las“, durchbrach Miyako’s krächzende Stimme die Stille.
Oh-oh!
Maron schluckte und hob langsam ihren Kopf, um ihrem Gegenüber in die Augen zu schauen. Sie presste sich kurz die Lippen zusammen. „Ich bin nach ner Stunde eher gegangen.“ Unbekümmert zuckte sie mit den Schultern, hoffte innerlich, dass Miyako ihr die Lüge abkaufte. Schließlich wäre das charaktermäßig nicht so weit hergeholt.
„Ja“, kam es von Yamato plötzlich. Maron zuckte unwillkürlich zusammen, war überrascht ihn reden zu hören. Er starrte auf seine Tasse herab. „Ich habe gesehen wie sie gegen elf nach Hause gegangen ist. Du hättest mich ruhig fragen können“, sagte er an Miyako gerichtet und lächelte sie mit einem Lächeln an, welches sie dahinschmelzen ließ. Verstehend nickend nahm Miyako das zur Kenntnis und trank ihren Tee weiter.
Maron hingegen saß ein wenig geschockt da. Yamato hatte ihr den Rücken freigehalten!
Als ihre Blicke sich für einen unauffälligen Moment trafen, lächelte sie ihm dankbar an, worauf er augenzwinkernd zurück lächelte.
Er schien sie also zu akzeptieren! Er wird Miyako nichts sagen und ihm schien es nichts auszumachen was auch immer sie mit Chiaki hatte.
Gedanklich platzierte Maron Yamato an dritter Stelle in ihrer Männerfavoritenliste und schob Shinji einen Platz runter.
Daraufhin wollte sie Frühstück machen, aber Miyako gab ihr mit einem scharfen Blick zu verstehen, dass sie gerne etwas Zweisamkeit mit ihrem Freund (?) hätte. Seufzend erhob sie sich von ihrem Hocker, verabschiedete sich von beiden und ging nach oben duschen.

Die Mittagsstunden verbrachte Maron damit, über Chiaki’s gestrigen Worte nachzudenken. Analysierte jedes einzelne Wort, wie Miyako es bei Yamato immer getan hatte. (Sie hasste es, dass Miyako so stark auf sie abfärbte.)
Gerade saß sie grübelnd auf der Waschmaschine, hatte die Wäsche soeben angemacht.
„Ich versuche dich nicht so zu sehen.“ Seitdem er die Worte ausgesprochen hatte, kreiste dieser Satz ununterbrochen in ihrem Kopf rum.
Als was versuchte er sie nicht zu sehen? Und wieso?
Ebenso sagte er, dass er es versuchte.
Die Tatsache, dass er wegen ihrer Wenigkeit etwas versuchte, stimmte sie mit einem gewissen Fünkchen Hoffnung (auch wenn sie sich keine Hoffnung machen wollte).
Dennoch waren ihre Fragen nach wie vor nicht beantwortet. Sie ließ das Gespräch in ihrem Kopf Revue passieren, versuchte in seinen Aussagen einen Hinweis zu finden.
Er sagte, dass sie hübsch sei. Ihre Brauen zogen sich kritisch zusammen. Ebenso sagte er darauffolgend, dass sie nicht ausflippen soll. Soll sie nicht ausflippen, weil er sie hübsch fand?
Er sagte auch, dass er versuchte sie nicht „so“ zu sehen. Versuchen. Versuchte er sie nicht als hübsch anzusehen?
Oder mehr?? Und wieso?
Für einen kleinen Moment zog Maron es in Erwägung, dass der Alkohol aus ihm gesprochen hat, aber den Gedanken verwarf sie direkt wieder. Frustriert stöhnte sie auf. Wieso müssen Männer nur so verdammt kompliziert sein?!
Maron zerbrach sich für einige Minuten noch den Kopf, während die Waschmaschine unter ihr vibrierte.
Als die Wäsche fast fertig war, kam sie zu dem Entschluss, dass es keine Rolle spielte wieso sondern dass er versuchte sie in einer bestimmten Art und Weise nicht zu sehen. Sie wollte, dass er aufhörte zu versuchen. Sie wollte, dass er es einfach zu ließ, was auch immer in seinem Innerem vorging und wovon er sich abhalten will.
Aber wie sollte sie ihn dazu bringen aufzuhören? Dafür musste sie ihn irgendwie rumkriegen können, aber... Maron hatte keinen Schimmer, wie sie das bewerkstelligen sollte. Wieder stöhnte sie hilflos auf und kratzte sich den Kopf.
Gerade war so einer der Moment, in der Maron sich wünschte Miyako um Rat fragen zu können. Obwohl …vielleicht konnte sie sich einen Rat oder Tipp von ihrer Freundin holen, ohne das diese Verdacht schöpfte.
Nachdem Maron die Wäsche zum Trocknen aufgehangen hatte, ging sie zu Miyako ihr Zimmer und hoffte, dass diese allein war. Die Tür war zumindest einen kleinen Spalt weit offen, doch sie klopfte trotzdem vorsichtshalber.
„Du kannst reinkommen. Yamato ist vorhin gegangen“, kam es von der anderen Seite. Lächelnd trat Maron ein. Miyako lag gerade bäuchlings auf ihrem Bett und blätterte glücklich summend in einer Zeitschrift. Sie hatte sich in eine gemütliche Leggings und T-Shit umgezogen. Ihr ging es deutlich besser als noch vor wenigen Stunden.
Maron nahm auf dem riesigen Sitzkissen daneben Platz und überlegte sich fieberhaft, wie sie am besten ihre Frage stellen sollte. Eigentlich konnte sie alles aus ihr herausbekommen, sofern es irgendwie mit Yamato zu tun hatte. Von daher vermutete sie, dass sie das Gespräch mit ihm auch anfangen sollte.
„Also...“, sagte Maron in einem legeren Ton und lehnte sich ins Kissen zurück. „Wie hast du Yamato rumgekriegt?“ Offensichtlich hatten die beiden es von gestern auf heute weit gebracht, im Vergleich zu den letzten Tagen.
Miyako sah von ihrer Zeitschrift auf und grinste die Braunhaarige triumphierend an.
„Alles eine Sache des Flirtens“, kicherte sie verschmitzt, „Und eine teuflisch hohe Menge an Alkohol.“
Maron fühlte sich wie als wolle sie sich selbst in den Hintern beißen können, denn Alkohol war gestern im Spiel gewesen und sie hatte kein bisschen geflirtet! Was sie zu ihrer nächsten Frage brachte, denn sie hatte keine Ahnung wie man das anstellte.
„Wie hattest du denn geflirtet?“, fragte sie so beiläufig wie möglich, die Augenbrauen leicht zusammengezogen. In Osaka hatten ihre alten Freundinnen auch viel übers Flirten geredet, aber Maron hatte das Konzept dahinter bisher noch nie richtig verstanden.
Miyako rollte sich einmal komplett auf dem Bett und grinste noch breiter. „Nun... Ich habe all meine Augentechniken angewendet.“
Hä?! Maron legte ihren Kopf schief, blinzelte die Kurzhaarige verwirrt an. Augentechniken?! Sie hatte keine Ahnung was das bedeutete. (Die einzigen Augentechniken, die sie kannte, sind aus Naruto.)
Miyako sah ihr die Verwirrung an und seufzte laut. „Du weißt schon! Augentechniken!“
Sie setzte sich demonstrativ auf, blickte nach unten. Neugierig beobachtete Maron, was sie vorhatte. Miyako hob langsam ihren Kopf, blickte sie durch ihre Wimpern eindringlich an, klimperte ein wenig mit ihnen und lächelte. Kurz darauf fing sie an zu kichern und ließ sich wieder aufs Bett sinken.
„Aha…Augentechniken also“, lachte Maron ungläubig auf, versuchte nicht spöttisch zu schnauben. Sowas klischeehaftes kannte sie meist nur aus kitschigen Filmen.
„Lach nur, aber glaub mir, Süße...Es hat funktioniert! Und-“ Miyako nahm eine andere Zeitschrift aus ihrer Zeitschriftensammlung, schlug sie auf, blätterte kurz und drückte sie Maron in die Hand. „Die haben ihr Versprechen gehalten“, grinste sie augenzwinkernd.
Maron blickte auf die Zeitschrift runter.
„20 Flirttechniken mit denen du IHN definitiv rumzukriegst“, stand in großen, rosaroten Buchstaben als Überschrift da. Ungläubig verzog sie das Gesicht. Unterdessen widmete Miyako sich wieder ihrer eigenen Zeitschrift zu.
Still las Maron sich den fünfseitigen Artikel durch und siehe da - die berüchtigten Augentechniken waren wirklich in der Liste dabei. Und es gab noch mehr. Dinge wie kurzes, „zufälliges“ Berühren. Oder Lächeln und Lachen bis zum geht nicht mehr. Alles Sachen, die in ihren Augen einfach nur lächerlich klangen. Natürlich wurden auch Faktoren zum Äußeren aufgezählt... insbesondere dem aufgedrängten Mangel an Klamotten.
„Zeige viel Haut und präsentier’ dich von deiner sexy Seite!“ Wieder verzog Maron eine Grimasse. Auf den Punkt konnte sie auch verzichten. An ihren Narben war nichts sexy. Zwar kam Chiaki ihr mit Verständnis und Dankbarkeit entgegen, als sie ihm ein Teil ihrer Narben gezeigt hat, im Gegenzug zu seinen - wohl hatte sie sich dennoch nicht gefühlt. Gleichzeitig war sie aber auch froh drum, dass sie ihn irgendwie aufmuntern konnte.
Sie las kopfschüttelnd weiter. Verführerisches Makeup und Haare aufstylen wurde auch benannt. Ebenso Sachen wie die Körpersprache, dass man zum Beispiel sich reizvoll vorlehnen und in einem flüsternden Ton mit den Typen, mit dem man flirtet, reden soll.
Oh Gott…, stöhnte sie innerlich auf und schlug sich gedanklich die Hand auf die Stirn. Allein die Vorstellung sowas bei Chiaki zu versuchen, kam ihr einfach nur albern vor. Frustriert seufzend warf sie die Zeitschrift beiseite und ließ Miyako in ihrem Zimmer allein.

Über den restlichen Tag dachte Maron viel mehr übers Flirten nach, als ihr eigentlich lieb war und kam zu dem Entschluss, dass es einfach nur dämlich war. Unter keinen Umständen konnte sowas durchziehen, ohne sich selbst für voll nehmen zu können. Dennoch beschloss sie, dass sie etwas tun musste. Schließlich konnte sie nicht auf ewig einfach rumsitzen und darauf warten, dass Chiaki ihre Gefühle für ihn realisierte. Sie versuchte es mit etwas Kleinem, Subtilem - nichts zu Großem und Offensichtlichem.
Wie Haare.
Chiaki mochte ihre Haare. Zumindest hätschelte und roch er immer an ihnen beim Einschlafen.
Vor dem Hintergrund stand Maron am Abend vor dem Badzimmerspiegel, betrachtete ihr Spiegelbild und fuhr sich mit der Hand durch die glatten Haare. Sie waren ziemlich lang, gingen bis zur Hüfte, verdeckten ihren ganzen Rücken und wirkten ein wenig stumpf und glanzlos. Ein mulmiges Gefühl überkam sie. Es war eine ganze Weile her, seit sie das letzte Mal ihre Haare gemacht hatte.
Früher hatte sie ihre lange Mähne immer mal in sanften Wellen getragen. Ihre Mutter hatte schöne Locken gehabt und Maron hatte Korron’s Haare von klein auf schon immer geliebt. Weshalb sie von der Mittelstufe an versucht hatte es ihr nachzutun. Doch seitdem ihr Leben vollkommen umgekrempelt wurde, hatte sie sich nicht mehr um ihr Aussehen gekümmert. Setzte alles daran, um so unscheinbar wie möglich zu wirken.
Aber jetzt wollte sie bei Chiaki einen kleinen Schritt wagen und aus sich etwas machen - oder zumindest ihre Haare.
Sie holte ihr Glätteisen raus und sammelte alle möglichen Haarproduktive von Miyako und Sakura zusammen, die sie finden konnte. Sorgfältig kämmte sie durch ihre Haare, behandelte sie sorgfältig vor und sprühte anschließend Hitzeschutz drauf. Als nächstes nahm sie zögernd eine Strähne zwischen den Fingern und wickelte sie um das Glätteisen. Nach fünf Sekunden ließ sie los und die Strähne fiel als sanfte Locke herunter. Ein zufriedenes Lächeln bildete sich auf Maron’s Lippen. Den Vorgang wiederholte sie mit ihren restlichen Strähnen und nach einer Stunde glänzten ihre Haare sogar richtig. Als Feinschliff kringelte sie die Spitzen noch zu richtigen Locken.
Ihr Lächeln wurde noch breiter und für einige Momente bestaunte sie sich im Spiegel, fühlte sich zum ersten Mal seit langen wieder hübsch. Für einen kleinen Augenblick zog sie es in Erwägung vielleicht auch wieder Makeup aufzutragen, aber das wäre wahrscheinlich doch zu viel des Guten. Vielleicht ein anderes Mal…
Ihr Herz klopfte vor Aufregung.
Hoffentlich gefällt es ihm, dachte Maron sich nervös. Ob es ihm überhaupt auffallen wird?
Mit Herzklopfen verließ sie das Bad und hoffte, dass es heute Nacht nicht regnen wird.
***

Heute war für Chiaki ein Scheißtag. Zukünftig würde er wahrscheinlich die Finger von Vodka lassen.
Im Widerspruch zu seinen gestrigen Vorsätzen, hatte er Shinji letztendlich doch beim Aufräumen geholfen. Wobei es dem Älteren noch mieser ging als ihm und er mehr mit Kotzen beschäftig war als mit Aufräumen. Chiaki hatte auch keinen Bedarf gehabt ihm etwas von Maron’s Anti-Kater-Tee abzugeben. Die Brühe schmeckte zwar ekelhaft, aber dank der fühlte er sich um weiten besser.
Die letzten Bier- und Alkoholflaschen waren eingesammelt und in den Müll gebracht, nur alle vollgekotzten Pflanzen ließ er Shinji übrig. Sollte der versuchen sie zu retten.
Yamato kam am Nachmittag vorbei und erzählte ihm von seinem Abend mit Miyako. Ein verträumtes Grinsen haftete die ganze Zeit auf dessen Gesicht und er sprach von ihrem Rumgemache wie als hätten sie den besten Sex ihres Lebens gehabt. Wenigstens hatten die beiden den Abend auf ihrer Weise genossen, schmunzelte Chiaki leicht.

Den ganzen Tag über hatte der Blauhaarige nichts gegessen, aus Angst, dass alles wieder hochkommen würde und er der Nächste wäre, der die armen Pflanzen vollkotzte.
Dementsprechend war er auch ziemlich hungrig als es allmählich zehn wurde und ungeduldig auf sein Mädchen wartete. Pünktlich wie die Uhr klopfte sie schließlich an der Balkontür.
Er öffnete sie ihr schnell und hielt für einen Augenblick inne, als er Maron sah.
Sie sah anders aus. Insbesondere ihre Haare. Braun, wellig, glänzend.
Und... hübsch.
Sie lächelte Chiaki an, ging an ihn vorbei und packte wie immer ihren Rucksack auf seinem Bett aus. Derweil starrte Chiaki ihre Haare immer noch an. Seit er Maron kannte, hatte sie noch nie großen Aufwand für solche Äußerlichkeiten betrieben.
Geschmeidig glänzend hingen ihr die langen Haare über den Rücken, die Locken schwangen sachte hin und her als sie sich zu seinem Sofa begab.
Kopfschüttelnd versuchte er sich zusammenzureißen und setzte sich mit seinem Essen aufs Bett hin, während Maron die Musik anmachte. Beide fingen an über die ganze Miyako-Yamato-Situation zu reden. Kichernd gab Maron ihm die Ereignisse des heutigen Vormittags wieder und wie sie davon ausging, dass beide wirklich miteinander geschlafen hatten. Chiaki fand es umso witziger, dass die beiden sich so benahmen als hätten sie es.
Die ganze Zeit konnte er seinen Blick nicht von ihren Haaren abwenden. Es juckte ihm in den Fingern an einer lockigen Strähne zu ziehen, loszulassen und der Locke dabei zu zusehen wie sie zurücksprang.
Wie ein Idiot gaffte er sein Mädchen und ihre Haare an.
„Deine Haare sehen gut aus“, platzte es ihm nach einer Weile heraus, während er sie und ihre Haare weiterhin anstarrte und seine Gabel mitten in der Luft hielt.
Ihr Kopf schnellte zu ihm hoch und ihre Wangen erröteten. Was es nicht besser machte, denn jetzt sah sie zusätzlich noch süß aus.
Chiaki gab sich eine gedankliche Ohrfeige und aß weiter.
„Danke“, kam es verlegen von ihr und sie sah auf ihren Schoss herab.
Im nächsten Moment blickte Maron durch ihre dichten, langen Wimpern zu ihm auf und ihm wäre fast der Atem stecken geblieben. Es erinnerte ihn letzte Nacht zurück, als sie das gemacht hatte. Und sie sah so anders aus, wenn sie das machte.
„Miyako schwärmt immer von meinen Haaren und wünscht sich, dass ihre länger wären“, sprach Maron leise kichern weiter und sah ihn immer noch in dieser neuen Art und Weise an, blinzelte ein bisschen mit ihren Wimpern.
Chiaki war ein wenig fasziniert davon. Er wandte schnell seinen Blick von ihr ab und sah auf sein Essen herunter, versuchte sich zu fassen.
Reiß dich zusammen, du Idiot, mahnte er sich selbst.
Nachdem er fertig gegessen hatte, bedankte er sich fürs Essen und begann eine neue Zeichnung in seinem Skizzenbuch, während Maron ihr Buch in die Hand nahm. Er zwang sich nicht zu ihr und ihren glänzenden Haaren aufzuschauen. Gähnend rieb er sich die Augen, war noch ziemlich müde, obwohl er ausgeschlafen hatte. Nach einer Stunde klappte Chiaki sein Skizzenbuch zu und sah endlich auf. Maron schaute von ihrem Buch auf und blickte erneut zu ihm durch ihre Wimpern hindurch, weshalb er direkt wieder wegsah.
Was war heute nur los mit ihr?!
Wortlos stand sie verstehend nickend auf und ging ins Bad, um sich umzuziehen. Chiaki saß in der Zwischenzeit noch auf dem Bett, fuhr sich mit den Händen seufzend über das Gesicht. Er kam sich richtig idiotisch und dumm vor.
Innerlich hoffte er irgendwie, dass sie rauskommen würde und ihre Haare zusammengebunden hatte, oder ähnliches.
Aber die braunen Wellen waren immer noch da, stachen im Kontrast zum weißen Schlafshirt noch mehr hervor. Schnellen Schrittes ging er ins Bad, versuchte beim Vorbeigehen nicht zu starren.
Vor dem Waschbecken spritzte er sich etwas Wasser ins Gesicht.
Reiß dich zusammen. Es sind nur Haare!, dachte Chiaki sich, klatschte sich mit beiden Hände kräftig das Gesicht. Etwas langsamer als sonst ging er seine nächtliche Routine nach, um die nächste Konfrontation mit ihren Haaren hinauszuzögern.
Als er wieder in sein Zimmer reinkam, saß Maron im Schneidersitz auf ihrer Betthälfte und wartete sanft lächelnd auf ihn. Ein paar der lockigen Strähnen streiften ihr über die Schulter und Chiaki konnte nicht anders als mit halboffenem Mund zu gaffen.
Zögernd stieg er zu ihr ins Bett und machte das Licht aus. Sobald Maron sich hingelegt hatte, zog er sie an sich und hätschelte ihre Haare, spielte sachte mit ein paar losen Locken und sog ihren Duft tief in sich ein, während sie ihren Kopf an seine Brust lehnte.
Sein Gesicht blieb die ganze Nacht über in ihren Haaren vergraben.
***

An dem Sonntagmorgen wachten sie wieder ohne Wecker auf. Womöglich hatte Chiaki vergessen ihn wieder anzumachen. Die Sonne schien nicht so stark wie am Morgen davor, aber es war immer noch ungewohnt hell in seinem Zimmer. Als Maron ihre Augen öffnete, spürte sie seinen warmen Atem auf ihren Kopf. Er hatte sich keinen Millimeter von ihren Haaren wegbewegt. Diese Tatsache brachte ein strahlendes Lächeln auf ihre Lippen.
Er mochte ihre Haare.
Und sie wusste das, nicht nur weil er gesagt hatte, dass sie gut aussahen. Ihr war aufgefallen wie er sie auf einer anderen Art und Weise angeschaut hatte. In einer guten anderen Art und Weise, hoffte sie.
Maron versucht ihren Kopf zu bewegen, bemerkte jedoch, dass Chiaki’s Hand sie am Hinterkopf und in den Haaren festhielt.
Japp... er mochte die Haare. Definitiv.
Für eine endlos langen Weile lag sie mit ihrem Kopf an seine Brust angelehnt da, welche sich sachte auf und ab hob und genoss die morgendliche Stille. Nach einer gefühlten Stunde regte sich Chiaki etwas und vergrub sein Gesicht noch mehr in ihre Haare. Wieder musste Maron lächeln. Für einen Moment fragte sie sich, ob ihm überhaupt bewusst war wie sehr er ihre Haare mochte.
Sie hörte, wie er einen tiefen Atemzug nahm und müde aufstöhnte. Er ließ sie und ihre Haare schließlich los, rollte sich wie sonst auch anschließend auf den Rücken. Maron stand somit auf und ging ihrer gewohnten Morgenroutine nach.
Als sie sich im Spiegel betrachtete, wusste sie nicht ob sie belustigt lächeln oder eine Grimasse schneiden sollte. Ihre Haare sahen noch schlimmer aus als sonst. Es würde garantiert eine Ewigkeit dauern, um die Knoten darin loszuwerden.
Schnell zog Maron sich um und packte ihre Sachen ein, aus Angst, dass Miyako vielleicht eher wach wurde, als sie nach Hause kam. Gerade war es halb acht und gewöhnlich schlief Miyako an Wochenenden bis neun, aber sie wollte ihr Glück nicht herausfordern.
Beim Rausgehen verabschiedete sie sich noch flüchtig von Chiaki und begab sich anschließend nach draußen.
Erleichtert stellte Maron fest, dass Miyako noch immer schlief als sie nach Hause kam. Ihre Zimmertür war sperrweit offen als sie daran vorbeiging und nachschaute.
Sie ging daraufhin duschen. Ihre Locken lösten sich dabei, aber Maron hatte sich vorgenommen ihre Haare wieder öfters zu machen.
Gegen neun wartete sie darauf, dass Miyako allmählich aufwachte und bereitete in der Zwischenzeit auch das Frühstück vor. Es dauerte nicht lange bis Maron Schritte die Treppe runterkommen hörte und Miyako kurz darauf gutgelaunt in die Küche reinspähte.
„Guten Morgen!“, grinste sie und nahm auf ihren Hocker Platz.
„Morgen.“ Lächelnd stellte Maron ihr einen großen Teller Pfannkuchen hin, welches sie mit einem erfreuten Danke entgegennahm. Eine fröhliche Miyako gefiel ihr deutlich mehr als eine verkaterte Miyako.
Während die beiden Mädchen frühstückten, erzählte Miyako, dass sie und Yamato Pläne für die kommende Woche hatten, was Maron zwar wenig überraschte, aber dennoch freute sie sich für ihre Freundin. Gut gelaunt unterhielten sie sich über Gott und die Welt. Es war der achte Dezember und eventuell würden beide in der Innenstadt ein paar Weihnachtseinkäufe erledigen (sofern es nicht zu voll in den Einkaufszentren war). Maron freute sich schon auf Weihnachten, auch wenn es das erste Weihnachten sein wird ohne ihre Mutter. Das Haus war schon weihnachtlich geschmückt, wobei immer noch ein Baum fehlte. Vielleicht lässt sich in den nächsten Tagen noch einer finden.
Die Überraschung war bei beiden groß als das Klirren von Schlüsseln an der Haustür zu vernehmen waren sowie auch die Stimmen ihrer Eltern. Dabei sollten Sakura und Takumi erst abends wiederkommen.
Lächelnd kamen sie in die Küche rein. Maron wusste nicht wieso, aber das Lächeln wirkte bei beiden irgendwie angespannt. Beide wirkten nicht wie als hätten sie ein schönes Wochenende gehabt.
„Hallo ihr Süßen“, begrüßte Sakura die Mädels.
Miyako stand auf, gab ihrer Mutter und Maron’s Vater eine Umarmung. Maron begrüßte beide von ihrem Sitz aus. „Habt ihr schon gegessen oder soll ich euch was machen?“, fragte sie, war schon fast dabei aufzustehen und an den Herd zu gehen.
„Nein, es passt schon. Iss du ruhig weiter“, kam es von Takumi ruhig. Er und Sakura gesellten sich mit jeweils einer Tasse Kaffee zu den Mädels dazu.
„Schön euch zu sehen. Obwohl wir euch erst später erwartet hatten“, sagte Miyako kauend, hob fragend eine Braue hoch.
Sakura und Takumi lächelten verhalten und blickten in ihre Tassen herab. Die Stille wurde von Minute von Minute bedrückter. Maron und Miyako tauschten sich stumme Blicke aus, bekamen es schon mit der Befürchtung zu tun, dass die beiden Streit hatten und die Beziehung auf der Kippe stand.
Seufzend brach Takumi das Schweigen und blickte seine Tochter an.
„Maron“, fing er mit Vorsicht in der Stimme an. Sofort versteifte die Angesprochene sich, nicht wissend was jetzt kommen mag und hoffte innerlich, dass man sie nicht beim nach Hause schleichen erwischt hatte heute Morgen.
„Ich hatte gestern einen Anruf bekommen“, sprach Takumi weiter, lächelte angespannt, was Maron noch mehr anspannte. „Aus Osaka.“ Sofort zog sich ihr Magen zusammen. Ihr Vater räusperte sich, blickte auf seine Tasse herab. „Nächsten Dienstag, also am Siebzehnten, wäre Noyn’s Prozesstermin“, sagte er nahezu ohne Emotionen. Maron schluckte schwer und ihre Hände ballten sich unter den Tisch zu Fäusten.
„Und...“ Takumi sah langsam wieder zu ihr auf. „Das Gericht möchte, dass du morgen nach Osaka reist und dich auf deine Aussage vorbereitest.“
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