After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
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Am nächsten Morgen erwachte Sakura mit starken Kopfschmerzen. Ein Kater.
Sie hatte doch ein paar mehr Bier getrunken und war dann mitten in der Nacht alleine nach Hause gewankt. Dort war sie auf ihr Bett gefallen und in einen traumlosen Schlaf gesunken. Wenigstens hatte sie gut schlafen können, wenn sich auch das Haus beim einschlafen gedreht hatte.

Sie blinzelte die Helligkeit weg und nahm einen Schluck von ihrem kleinen Pflanzenlikör. Fast augenblicklich verschwanden die Kopfschmerzen und Sakura schaffte es aufzustehen. Sie schwankte im ersten Moment leicht, fing sich dann aber wieder und ging duschen. Dann kam sie nur mit einem Handtuch bekleidet in ihr Zimmer zurück. Sie begann ihre Haare verträumt zu trocknen und ihr Blick fiel auf die Uhr. 9:45 Uhr.

Ach du fu**ing  shi-….!!! Sie würde zu spät kommen!
Sofort ließ sie ihr Handtuch fallen und kleidete sich in ihre Kampfklamotten, legte ihr Stirnband und ihre Waffen an und sprintete ohne Frühstück und Proviant los zum Büro des Hokage. Sie jagte an den Leuten vorbei und merkte kaum, das sie nicht richtig geradeaus lief.

Dort angekommen hielt sie kurz inne um ihren Herzschlag zu beruhigen und atmete einmal tief durch. Dann klopfte sie und trat ein. Sie hatte es zwar nicht überpünktlich geschafft, aber es war immerhin erst 10:05 Uhr.
„Guten Morgen, Sakura.“
Kakashis Stimme klang nicht wütend oder vorwurfsvoll. Sakura schloss mit gesenktem Kopf die Tür und trat vor den Schreibtisch des Hokages
„Guten Morgen.“

Sakura hob den Kopf und sah ihren ehemaligen Meister an. Er saß mit verschränkten Fingern an seinem Schreibtisch und sah sie ernst an.  
„Gut das du da bist. Jetzt kann ich anfangen euch eure Mission zu erklären.“
Sakura horchte auf. Euch?
Sie drehte ihren Kopf und eine dunkelblonde Frau grinste sie breit an.
Temari.

„Hallo, Sakura! Lange nicht gesehen!“
Auf Sakuras Gesicht breitete sich ein Lächeln aus.
„Temari!“
Die beide Frauen umarmten sich und Temari verzog für einige Sekunden das Gesicht hinter Sakuras Rücken, was Kakashi sagte, dass Sakura gestern doch mehr getrunken hatte.

„Wie kommt es, das du in Konoha bist?“
„Chunin-Prüfung vorbereiten.“, grinste Temari und zeigte ihre perfekten Zähne.
„Ah, die finden dieses Jahr schon wieder statt?“
„Aber logo! … Aber ich muss wieder zurück nach Suna, der Kazekage braucht mich.“
Sakura sah erst sie und dann Kakashi verwirrt an.
„Was heißt DAS denn?“

„Das heißt, dass dich Temari bis zum Ort der Mission begleiten wird. Dort wirst du dann anderweitige Unterstützung erhalten.“
Sakura sah ihren Hokage einfach nur stumm an. Anderweitige Hilfe?
„Warum nicht mit Naruto?“
Kakashi seufzte.
„Der ist mit lernen beschäftigt. Falls du es nicht mitbekommen hast: Naruto übt für die Chunin-Prüfung, da er offiziell immer noch ein Genin ist.“

Ach ja! Da war ja was.
Sakura selbst hatte vor vielen Jahren die Prüfung erneut abgelegt und sie bestanden. Nun war sie eine hervorragende Heilnin mit dem offiziellen Rang eines Chunin.
„Hier.“
Kakashi reichte Sakura einen Umschlag mit Papieren.
„Hier stehen alle wichtigen Informationen zum nachlesen drin. Die Kurzfassung: Das kleine Dorf Light wurde im Krieg schwer verwüstet. Sie sind mitten im Aufbau, doch das Nachbardorf Dark streitet sich immer wieder mit ihnen. Hilf ihnen den Streit bei zu legen und unterrichte mich engmaschig mit Berichten.“

„Das klingt aber nach einer sehr langen und nicht gerade einfachen Mission, Kakashi.“, schloss Sakura.
Ihr wurde ganz flau im Magen bei dem Gedanken so lange von zu Hause weg bleiben zu müssen.
„Ich vertraue dir, Sakura. Du bekommst vor Ort kompetente Hilfe an die Seite gestellt. Sollte es dennoch Probleme geben schicke ich euch Unterstützung nach.“
Sakura wirkte nicht gerade überzeugt, steckte aber den Umschlag ein. Sie würde ihn sich später ansehen.
„Noch fragen?“
„Wer ist denn diese kompetente Hilfe?“

Kakashi sah seine ehemalige Schülerin mit seinem schwarzen Auge an. Sakura konnte seinen Blick nicht deuten,  vielleicht vernebelte der Restalkohol doch etwas ihre Sinne.
„Das wirst du dann schon merken.“
Damit entließ sie der Hokage und schickte sie hinaus.
Sakura und Temari verbeugten sich zur Verabschiedung und verließen das Büro.

„Hast du schon alles beisammen?“, fragte Temari auf dem Weg nach draußen.
Sakura überlegte kurz. Ihre Waffen hatte sie eingesteckt.... aber ….
„Ich brauche noch Proviant. Weißt du wie lange es bis dahin dauert?“
Temari legte einen Finger an die Lippen und sah nachdenklich nach oben.
„Wenn ich mich recht entsinne, sollten die Dörfer ungefähr zwei Tagesmärsche von hier entfernt sein. Sie befinden sich in der Nähe der Grenze zum Wüstenland.“
„Alles klar, dann treffen wir uns in einer Stunde am Tor?“, schlug Sakura vor.
Temari nickte zustimmend.
„Okay.“

Ihre Wege trennten sich und Sakura kaufte auf dem Heimweg noch ein paar Lebensmittel ein. Zuhause bereitete sie einige Lunchpakete vor und steckte sie in ihren Rucksack. Zusätzlich packte sie einige Likörfläschchen dazu und schaute dann in ihren Medizinschrank. Er war so gut wie leer. Sie hatte sich im letzten halben Jahr eigentlich gar nicht darum gekümmert. Nun war es so. Sie hatte keine Zeit auch noch medizinische Einkäufe zu erledigen.

Sakura schulterte ihre Tasche und machte sich auf den Weg zum großen Eingangstor von Konoha. Dort erwartete sie auch schon Temari mit ihrem riesigen Kampffächer auf dem Rücken.
„Bereit?“
Sakura nickte und die beiden machten sich auf den Weg.

Den ganzen restlichen Tag liefen sie und machten nur einmal eine kleine Mittagspause. Sie hatten es beide nicht zwingend eilig, doch sie hatten auch keine Lust ihre Zeit zu verschwenden. Zwischendurch drosselten sie ihr Tempo und unterhielten sich. Temari fand Sakuras Freunde vom Zeltplatz besonders interessant. Sakura machte sich darüber keine Gedanken und erzählte ihr eine lustige Story nach der anderen.
Als es dann begann zu dämmern, beschlossen die beiden Frauen ihr Lager aufzuschlagen. Sie sammelten Feuerholz und entzündeten ein Feuer. Dann setzten sie sich mit schmerzenden Füßen an das wärmende Lagerfeuer und holten ihre Lunchpakete hervor.

„Boha! Das sieht aber lecker aus.“, bemerkte Sakura.
Temaris Lunchpaket war sehr liebevoll und großzügig hergerichtet worden. Temari errötete und sah beschämt zur Seite.
„Das … Das hat mir Yoshino gemacht ...“, flüsterte sie.
„Wer?“, fragte Sakura ganz irritiert.
Temari lief noch röter an, wenn das überhaupt noch ging.
„Sh- Shikamarus Mutter ...“
Sakura riss die Augen auf und grinste dann.

„Oh ho … darum warst du also in Konoha … verstehe.“
Temari fühlte sich erwischt und wedelte wild mit ihren Händen.
„E-Es ist nicht so wie du denkst.“
Sakura sah sie schelmisch grinsend an.
„Jah, jah.“
Sie wollte Temari nicht unnötig quälen und ließ sie mit dem Thema in Ruhe.
Sie wusste auch so, dass Temari und Shikamaru sich seit dem Krieg näher gekommen waren, das hatte ihr Ino berichtet.

Während Temari sich mit ihrem üppigen Mahl beschäftigte holte Sakura den Umschlag von Kakashi hervor. Sie öffnete ihn im flackernden Schein des Feuers und überflog das erste Blatt. Mit der anderen Hand führte sie ihr Onigiri* zum Mund und biss ab. Es schmeckte fade. Kochen war echt nicht ihr Ding.

Sakura besah sich auch die anderen Blätter. Im Grunde standen dort nur die Namen der Oberhäupter und die letzten Geschehnisse zwischen den kleinen Dörfern. Anbei lag noch der handgeschriebene Brief des Oberhauptes von Light, doch den ließ Sakura links liegen.
Anscheinend existierten diese Dörfer schon ziemlich lange, fast so lange wie Konohagakure. Zudem hatten sie wohl Probleme bei der ärztlichen Versorgung nach dem Krieg und haben einige Verluste erlitten. Sakura bereute es schon, das sie nicht nochmal losgegangen war um ihre Kräuter aufzufüllen.

Nachdem sie ihre Abendessen verspeist hatten bot Sakura an die erste Wache zu übernehmen. Temari war einverstanden und legte sich neben dem Feuer in ihrem Schlafsack schlafen. Sakura wartete noch eine Weile bis sie sicher war, das Temari schlief. Dann ging sie leise an ihre Tasche und wühlte leise darin, immer ein Auge auf Temaris ruhigen Schlaf. Dann fand sie was sie suchte und holte es heraus. Eine kleine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit.
Schnell schraubte sie das Fläschchen auf und nahm einen großen Schluck. Die kühle Flüssigkeit rang ihre Kehle hinab und begann sie anschließend von innen heraus zu wärmen.
Das tat so gut!

Den Rest der Nacht, bis Temari wieder erwachte und sie ablöste, verbrachte sie damit an ihre Freunde zu denken. Sie vermisste sie sehr. Sie sah in den Himmel. Er war sternenklar. Sie fragte sich ob Naomi, Karumi, Shio und ja auch Aoi gerade in den Sternenhimmel sahen. Am liebsten würde sie mit ihnen zusammen ein Bierchen zischen und über das Leben philosophieren. Doch das war erst mal nicht möglich.

Nach der Hälfte der Nacht, in der nichts weiter passiert ist, weckte Sakura Temari. Sie reckte und streckte sich und bezog dann ihren Posten, während Sakura sich hinlegte und noch eine Weile wach lag. Ihre Gedanken kreisten wild umher und dachten an das vergangene Jahr. Irgendwann rutschte sie dann doch, dank des Alkohols, in einen traumlosen Schlaf.

…...

Am nächsten Morgen weckte Temari Sakura und konnte ihren Alkoholatem riechen. Temari fand das nicht nur ekelerregend, sondern auch sehr merkwürdig. Sie hatte Sakura als eine sehr gewissenhafte und fleißige Person kennengelernt. Wieso war so eine Person auf Alkohol angewiesen? Temari verstand es wirklich nicht.

Sakura und Temari aßen noch einen kleinen Happen, löschten das Feuer und machten sich dann auf den Weg. Zum Glück kannte Temari das Dorf, sonst hätte Sakura ständig auf ihre Karte schauen müssen, da sie die beiden Dörfer überhaupt nicht kannte. Sie waren den ganzen Tag, bis zur Abenddämmerung unterwegs, bis sie endlich eine Mauer sahen mit einem Tor, dass schief in seinen Angeln hing.

„Sieht ja nicht gerade gemütlich aus...“, flüsterte Temari.
Die beiden Frauen traten näher ans Tor heran und sie erwarteten, das jemand sie in Empfang nahm, doch selbst nach mehreren Minuten erschien niemand. Temari und Sakura sahen sich irritiert an und gingen dann vorsichtig näher heran.

„Hallo? Jemand da?“
Sie traten bis an das halboffene Tor heran und als niemand antwortete gingen sie hindurch. Die Straßen waren menschenleer und überall lagen Baumaterialien und Werkzeug verstreut. Es wirkte alles tatsächlich wie im Aufbau. Es waren einige Häuser noch gut zerstört, andere wiederum sahen heile aus. Es war alles ein wildes Durcheinander.

Die beiden liefen ein paar Meter die Hauptstraße entlang, da hörten sie plötzlich ein Geräusch. Die beiden Frauen zuckten nicht einmal mit der Wimper als ein Mann mit einem alten, verrosteten Schwert zwischen zwei Ruinen hervorgerannt kam. Er brüllte und hielt das Schwert vor seine Brust.
„Ghhhhaaaaaahhhh!!!!“

Sakura sah Temari kurz an und sie zuckte mit den Schultern. Als der Mann, der nichts weiter als Lumpen trug, in Sakuras Reichweite war ging alles ganz schnell. Wenn sie nicht reagiert hätte, dann hätte sie das rostige Schwert direkt in der Magengrube stecken gehabt, doch das ließ sie gar nicht erst zu. Sakura sammelte Chakra in ihrer Hand und schlug blitzschnell seitlich gegen die flache Seite des Schwertes. Allerdings konnte sie ihre Kraft nicht hundertprozentig abschätzen und das Schwert flog im hohen Bogen durch die Luft. Es landete einige hundert Meter neben dem halboffenen Tor und kam klirrend zum Erliegen.

Sakura funkelte den Mann an, der vor Schreck ganz erstarrt war. Er sah ihr in die Augen und Sakura knurrte leise.
„Ich bin Sakura Haruno, eine Kunoichi aus Konohagakure und wurde vom Hokage persönlich hier her geschickt.“
Sakura hatte so laut gesprochen, das der Mann zitternd rücklings zu Boden gefallen war. Er musste sich wohl sehr erschreckt haben, doch nach einigen Sekunden fasste er sich wieder und erhob die Stimme.
„Chef! Die Konohaninja!“

Sakura hob den Kopf und sah sich um. Plötzlich krochen aus der Ruine, aus der der Mann zuvor gekommen war, weitere Gestalten heraus. Ein großer Mann im weißen traditionellen Gewand trat als erster heraus. Er straffte die Schultern, räusperte sich und trat dann mit schwellender Brust auf die beiden Kunoichis zu.
„Herzlich Willkommen in Light, meinem ganzen Stolz!“
Er breitete die Arme aus und Temari und Sakura tauschten kurz ungläubige Blicke.
„Mein Name ist Hisashi und ich bin das Oberhaupt dieses Dorfes.“
Sakura und Temari nickten leicht und begannen dann sich ebenfalls vorzustellen.

„Mein Name ist Sakura Haruno. Ich wurde vom Hokage persönlich zu euch geschickt um euch zu helfen. Dies ist Temari aus Sunagakure. Sie ist die rechte Hand des Kazekage.“
„Es ist mir eine Freude.“
Auch Hisashi deutete eine Verbeugung an.
„Ich habe noch einen langen Weg vor mir. Darf ich die Nacht bei Ihnen rasten?“, fragte Temari und lächelte das Oberhaupt freundlich an.
„Aber natürlich! Nora wird euch gleich zu euren Zimmern begleiten.“
„Vielen Dank.“
Eine Frau hastete aus den Trümmern und verbeugte sich tief vor den beiden Kunoichis.

„Aber ...“, erhob Hisashi seine Stimme, „Ich habe ehrlich gesagt mit mehr … Unterstützung gerechnet...“
Seine Stimme war leise und er sprach vorsichtig. Er schien sie nicht verärgern zu wollen.
Sakura lächelte ihn an.
„Ich werde in den nächsten Tagen noch Unterstützung erhalten.“
Hoffentlich war es brauchbare Unterstützung.