After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
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„Oh Mann! Ich krieg das nicht in meinen Schädel!“
Naruto saß in einem leeren Klassenraum der Akademie an einem Tisch auf dem viele aufgeschlagene Bücher lagen. Er drückte seine beiden Hände gegen seinen Kopf und jammerte herum.

„Nicht schlapp machen, Naruto! Wir sind alle hier um dir zu helfen. Aber du musst schon mitmachen. Sonst schaffst du es nie Hokage zu werden.“
Iruka stand mit verschränkten Armen zwischen der Tafel und seinem verzweifelten Schüler. Neben ihm stand Konohamaru mit seinem Team und feuerte Naruto an. Ein bisschen nervte Iruka die Kindertruppe, doch Naruto gab es immer wieder Ansporn und das war alles was zählte.

Er wusste, das Naruto einer der stärksten Shinobi seiner Zeit war und das in seinem Alter. Doch er war nicht annähernd so gebildet, wie seine Teamkameraden. Sasuke war schon immer ein Überflieger gewesen und Sakura hatte sogar Medizin studiert. Das machte niemand einfach so.
Doch Naruto war kein besonders fleißiger Mensch. Er hatte immer alles instinktiv Entschieden und ist damit durchgekommen. Allerdings musste man, um Hokage werden zu können, einige Schritte in der Gesellschaft durchlaufen. Die Stimmen der Menschen hatte er bereits im Krieg gewonnen, doch rein rechtlich gesehen war Naruto immer noch ein Genin. Um also Hokage werden zu können musste er erst die Chunin-Prüfung bestehen und anschließend zum Jonin befördert werden. Alles weitere würden sie dann sehen, doch momentan hieß es erst einmal: lernen, lernen und noch mehr lernen!

....

„Alles klar? Ich werde jetzt zurück ins Krankenhaus gehen. Dort wird meine Hilfe ebenfalls benötigt.“
„Danke für deine Hilfe, Tsunade. Ich weiß schon, warum ich nie Hokage werden wollte.“
Tsunade konnte sich ein grinsen nicht verkneifen.
„Ich wollte das zu Anfang auch nicht. Aber irgendwer muss den Job ja machen, nicht wahr?“
Auch unter Kakashis Maske war ein Schmunzeln zu erkennen.
„Da hast du wohl recht.“

Kakashi legte einige Papiere auf einen Mannshohen Stapel und drehte sich dann den großen Fenstern seines neuen Büros zu. Das Dorf war ruhig. Seit der Krieg vorbei war und sie alle wieder zurück gekehrt waren, war inzwischen fast ein dreiviertel Jahr vergangen. Er, als neuer Hokage ,schickte hier und da ein paar Einheiten als Hilfe für kleinere Dörfer, die Konoha um Unterstützung baten. Doch weitere Vorfälle gab es nicht, sodass es eher ruhig um das größte aller Dörfer stand.
Inzwischen prangte auch sein Gesicht aus Stein neben den anderen Hokage ihrer Zeit, doch sich selbst dort oben zu sehen gefiel ihm nicht. Er wollte nie eine solche Position haben. Er hatte ja auch mit Absicht den Posten als Anbu aufgegeben. Viel lieber würde er mit seinem eigenhändig ausgebildeten Team 7 wieder selber auf Missionen gehen.
Apropo Team 7 ….

„Wie macht sich eigentlich Naruto inzwischen? Wird er diesmal an den Chunin-Prüfungen teilnehmen?“
Tsunade war fast an der Tür und blieb stehen.
„Iruka sagte mir das er sich schwer tut, aber er wird ihn auf jeden Fall anmelden. Zudem scheint sein Körper den neuen Arm sehr gut angenommen zu haben.“
Kakashi nickte.
„Und Sakura?“

Tsunade wurde still. Sie drehte sich langsam zu Kakashi um und sah ihn mit traurigem Blick an.
„Ich bin mir nicht sicher... sie erscheint nur noch betrunken im Krankenhaus. Dafür isst sie aber wieder ausreichend und scheint auch wieder lachen zu können. Ich weiß nicht so genau wie ich ihr helfen soll. Sie ist alt genug um selber zu entscheiden, was sie tut und was nicht.“
Diesmal nickte Kakashi nicht.
„Danke, Tsunade.“
Tsunade nickte und verließ dann ihr ehemaliges Büro.

Kakashi stand weiterhin am Fenster und dachte nach.
Naruto war zu sehr beschäftigt und immer noch dabei mit seinem Arm klar zu kommen. Er wusste nicht einmal ob Naruto über Sakuras fatalen Zustand Bescheid wusste. Er kam also nicht infrage. Er selber konnte nicht weg, das stand leider, wortwörtlich, in Stein gemeißelt, doch …

Er drehte sich um und durchwühlte einige Papiere auf seinem Schreibtisch.
Er hatte sich Sakuras Situation sehr zu Herzen genommen und sie beobachten lassen. Also wusste er das sie sehr viel Zeit mit einer Gruppe von Reisenden verbrachte, die seit einem dreiviertel Jahr vor den Toren Konohas kampierten. Bisher wusste er nur, das diese Gruppe oft Lebensmittel stahlen und viel tranken und rauchten. Ansonsten waren sie friedlich und halfen sogar beim Wiederaufbau Konohas mit. Naruto hatte ihm von seinem schlechten Gefühl diesen Menschen gegenüber berichtet und Kakashi konnte dies nur bestätigen. Doch Sakura war vollends in ihre Gruppe aufgenommen worden.

Kakashi musste endlich etwas tun. Da Tsunade nicht handeln konnte, war es nun an der Zeit seine eigene These zu testen.
„Da ist es ja.“
Kakashi hielt einen Zettel in der Hand auf dem ein weiterer Hilfeschrei eines Dorfes geschrieben stand.
„Es wird zeit auf Mission zu gehen, Sakura.“

Auch wenn er sein Büro momentan nicht allzu oft verlassen sollte, weil sich die Arbeit nur so stapelte, machte sich Kakashi dennoch persönlich auf den Weg Sakura ihre Mission in Auftrag zu geben.

.....

„Sis, wie geil ist das denn?“
„Kirschblüte, du bist genial!“
Sakura stand vor dem kleinen Zeltlager ihrer Freunde, in jeder Hand einen Korb voller Lebensmittel und jede menge Bier. Karumi und Shio kamen direkt angelaufen und nahmen ihr jeweils einen Korb ab.
„Puh! Sind die schwer! Bist du fucking Superman?!“
Sakura lachte die beiden an und zwinkerte ihnen zu.
„Ich bin eine Kunoichi aus Konoha!“
Sie hob den Arm und spannte die Muskeln an.

Die beiden Männer lachten und brachten die beiden Körbe in das Zelt in dem Sakura gelegentlich schlief und wo die meisten Lebensmittel gelagert wurden. Aoi stand am Bach und ignorierte Sakura erfolgreich. Sie mochte sie immer noch nicht so richtig leiden. Doch Sakura störte sich nicht weiter dran und setzte sich ans Lagerfeuer um ihre Hände zu wärmen.

Der Winter war zügig an ihnen vorbei gezogen und der Frühling hatte sie vollends im Griff. Dennoch waren die Abende recht noch frisch.
Vor einigen Wochen hatte Sakura ihren 19. Geburtstag gefeiert. Naruto hatte ihr eine kleine Party geschenkt, doch so richtig freuen konnte sie sich nicht, weil die Menschen, die ihr momentan am meisten Halt gaben nämlich nicht eingeladen waren: Naomi, Karumi und Shio. Aoi gehörte natürlich auch zur Gruppe, doch ihre Abneigung ihr gegenüber konnte sie immer noch nicht ganz ablegen.

„Hier, Sakura.“
Sakura hob den Kopf und blickte in ein Gesicht, umrahmt von blonden Locken und einigen kleineren Tattoos. Naomi hielt ihr eine Flasche hin, die Sakura dankend entgegen nahm.
Sie öffnete ihre Flasche an dem Stamm auf dem sie saß mit einem Plopp und nahm einen großen Schluck. Das Bier war tagsüber von der Sonne gewärmt worden und dennoch war es das schönste Gefühl.

Seit ihrem Zusammenbruch hatte sie jeden Tag mindestens ein Bier oder Pflanzenlikör getrunken, was zur Folge hatte, das sie keine Albträume mehr hatte. Keine dunkle Gestalt, die sie zu tote folterte oder sie psychisch fertig machte, verfolgte sie mehr. Zudem kam, das ihre Emotionen durch den Alkoholkonsum wieder zurück kamen. Niemals hätte Sakura gedacht, dass sie eines der drei Shinobi-Sünden so sehr brauchen würde.

Nun saß sie, wie fast jeden Abend mit einem Bier in der Hand mit ihren Freunden am Feuer.
„Haach ist das schööön.“
Karumi setzte sich gerade, ebenfalls mit einem Bier in der Hand, neben Sakura. Er streckte die Beine aus und legte einen Arm um Sakura. Sie lehnte sich an seine Seite und genoss die Nähe.
Die beiden hatten kein Liebesverhältnis, sondern eher wie Geschwister. Sie küssten sich nicht und fassten einander nicht intim an, sondern kuschelten und redeten nur.
Sakura kam es so vor als wäre dies alles gewesen wonach sie immer gesucht hatte.

Sie nahm noch einen Schluck und lauschte mit geschlossenen Augen dem knistern des Feuers. Die Grillen waren auch schon erwacht und zirpten laut um die Wette. Der Bach rauschte leise und in der Ferne quakte ein Frosch. Sakura konnte sich nichts schöneres vorstellen als genau hier zu sein.

„Heute habe ich einen Typen gesehen, der tatsächlich eine Monobraue hatte. So genial! Haha!“
„Ich habe einen gesehen, der einen grünen Strampelanzug an hatte. Der war für irgendwas Feuer und Flamme. Richtig witzig!“
Karumi und Shio lachten lauthals und nahmen noch einen Schluck Bier. Sakura schmunzelte in sich hinein, denn sie wusste wen die beiden gesehen hatten, doch sie schwieg lieber.

Plötzlich spürte Sakura Präsenz eines Chakras und hob den Kopf.
„Was ist los, Sis?“
Karumi nahm den Arm von ihren Schultern und sah sie völlig verwirrt an. Als sie dann auch noch aufstand schauten auch Shio, Naomi und Aoi hoch.

„Guten Abend, Hokage.“, sagte Sakura laut in die Nacht hinein.
Die vier Wanderer sahen sich gegenseitig kurz an und überlegten ob Sakura schon zu betrunken war, doch dann trat eine Person aus dem Schatten. Es war tatsächlich der Hokage von Konoha.
Naomi lief rosarot an, Aoi reagierte gar nicht und Karumi und Shio stellten sich rechts und links an Sakuras Seite, bereit sich im Notfall mit den Fäusten zu verteidigen.

Kakashi hob ergebend die Hände und blieb einige Meter von ihnen entfernt stehen.
„Keine Sorge, ich bin nicht hier um euch zu verscheuchen.“
„Was wollen Sie dann?“, fragte Karumi, wirkte aber kein bisschen beruhigt.

Kakashi sah Sakura direkt in die Augen und sie wusste, das sein Besuch rein gar nichts mit ihren Freunden zu tun hatte.
„Beruhigt euch. Er will nur mit mir reden.“
Sakura legte jedem der beiden eine Hand auf die Schulter um ihren Worten Nachdruck zu verleihen. Tatsächlich vertrauten sie ihr inzwischen so sehr, das sie ihre Muskeln lockerten und Shio sich tatsächlich wieder setzte. Karumi blieb dicht hinter Sakura stehen und ließ Kakashi nicht aus den Augen.

„Was ist, Kakashi?, fragte Sakura erneut.
Kakashi ließ die Hände sinken und steckte sie in die Hosentaschen. Seine entspannte Haltung verdeutlichte auch Karumi seine unschuldigen Absichten und er setzte sich ebenfalls wieder.
„Ich habe eine Mission für dich, Sakura.“

„Worum geht es?“
Sakura war seit dem Ende des Krieges nicht mehr auf Mission gewesen und hatte sich auch nicht darum gerissen. Dementsprechend war sie nicht besonders begeistert, doch wehren konnte sie sich nicht. Kakashi war schließlich ihr Hokage.
„Das würde ich dir morgen Früh in meinem Büro berichten. Sei bitte pünktlich um 10 Uhr da.“

Widerwillig nickte Sakura und Kakashi nickte einmal zurück.
„Gut. Schönen Abend euch noch.“
Damit verschwand Kakashi wieder in der Dunkelheit und Sakura setzte sich.

Naomi sah ihre Freundin besorgt an.
„Was heißt das, Sakura?“
„Kirschblüte, musst du gehen?“, quasselte Shio dazwischen.
Auch er wirkte leicht besorgt. Doch Sakura lächelte beschwichtigend in die Runde.
„Keine Sorge. Ich werde bestimmt nur für ein paar Tagen oder höchstens ein paar Wochen auf Mission geschickt. Nichts dramatisches.“
Sie hob ihre Flasche an die Lippen und nahm einen großen Schluck. Augenblicklich wurde ihr warm und ihr Kopf drehte sich für einige Sekunden. Diese Tatsache beruhigte sie ungemein.

„So lange?“, jammerte Naomi und umklammerte ihre eigene Flasche.
„Kirschblüte ey … was wird das für eine Mission?“
Shio zog nebenbei einen Joint aus seiner Tasche und zündete ihn an.
„Weiß ich noch nicht. Erfahre ich morgen.“
Sakura seufzte leicht.
„Das wird wohl bis auf weiteres unser letzter Abend.“
Karumi hob sein Bier und alle anderen taten es ihm gleich.
„Dann auf dich, Sis. Wir werden an dich denken, wenn du weg bist.“
Sakura trat eine kleine Träne ins Auge. Sie fühlte sich so sehr wertgeschätzt.
„Auf Sakura!“, hallte es in die Nacht.

Unbemerkt im Schatten hatte Kakashi die Szene beobachtet, doch nun machte er sich auf den Weg zurück ins Büro. Er musste noch einen Falken losschicken um das Team vollständig zu machen.