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After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
13
29.557
5
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07.09.2019 2.090
 
„Ist alles ... ho-ok, Sakura?“, hickste Tsunade.
Sakura war aufgestanden und schwankte etwas. Sie hatten in den letzten Stunden einiges an Sake getrunken.
„Ja. Ich geh .. nach Hause.“
Sie machte einen Schritt und musste sich am Tisch festhalten, aber sie hielt ihr Gleichgewicht und ging langsam weiter.
„Wa- Waarte auf mihich.“

Doch Tsunade schaffte es nicht mal mehr zu stehen. Zudem fiel es ihr sichtlich schwer die Augen auf zu halten. Sakura merkte nicht einmal mehr das ihre ehemalige Meisterin an ihrer Seite fehlte. Sie taumelte zum Ausgang und verfehlte nur ganz knapp die Bedienung, die mit einem Tablett mit einigen gefüllten Gläsern an ihr vorbei lief.

Endlich draußen wurde sie von der kalten Nachtluft überrascht. Ihr Kopf war leer und alles wirbelte wie farblose Schlieren umher. Sie machte einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen. Sie spürte nicht wie sehr sie taumelte oder wie sehr ihre Ohren froren. In ihrer Brust war alles schön warm und kuschelig. Sie fühlte sich als könnte sie fliegen oder sei schwerelos. Also schwebte sie los, einfach die Straße entlang. Keiner würde sie aufhalten können. Sie ging die Straßen entlang. Niemand war da. Niemand. Nichtmal ihre Gedanken. Sie konnte nicht denken. Nur ein Bein vor das andere setzten. Sie merkte auch nicht wie sehr sie schwankte. Ihre Beine zitterten etwas.
„Ich … muss mich … setzen...“

Also setzte sie sich einfach mit auf dem Weg auf den Boden. Es drehte sich alles. Ihr war mehr als schwindelig, ihr war inzwischen schlecht geworden. In ihrem Bauch grummelte und drückte es. Ein Gefühl stieg in ihr auf, das unbedingt herausbrechen wollte. Also stellte sie sich auf alle Viere und schon kam es heraus. Sie übergab sich. Mehrmals und sehr geräuschvoll. Ein ekelhafter Geschmack nach Magensäure und Alkohol machte sich in ihrem Mund breit.
„Ekelhaft.“

„Oho. Hey.“
Sakura hob langsam den Kopf und sah eine Gestalt. Es war dunkel und ihr Blick etwas verschwommen. Sie kniff die Augen zusammen und erkannte schwarze Haare. Das musste Sasuke sein.
„Hallo, Sasuke! Was … machst du.. hier?“
Sie ließ sich rücklings auf ihren Hintern fallen und lachte.
„Ach herrje. Du bist betrunken..... Schau mal!“

Eine zweite Gestalt tauchte auf. Mit Mühe und Not erkannte Sakura blonde, lange Haare. Das musste Ino sein.
„Oh mein Gott. Wie geht es dir?“
„Die ist total betrunken und hat sich gerade übergeben, was denkst du wies ihr geht?“
Sakura konnte ihre Worte kaum verstehen.
„Ey, Ino! Was machst .. du hier? Schmeißt du dich … wieder an Sasuke an? Du Bitch, du!“
„Oha, die erkennt uns nicht einmal. Haha. So voll will ich auch mal wieder sein.“
„Sei nicht so fies!“

Sakura versuchte sich hinzustellen, doch bei all ihren Versuchen landete sie wieder auf ihrem Hintern.
„Wir können sie nicht hier liegen lassen.“
„Willst du sie mitnehmen oder was? Haha. Dann komm.“
Plötzlich schaffte es Sakura aufzustehen und spürte unter ihren Armen warme Körper.
„Ah … ich kann … alleine-...“
„Nein. Das kannst du nicht.“
Sakura versuchte sich loszureißen, doch sie schaffte es nicht. Sie fühlte sich schwach und alles drehte sich. Sie wollte nur noch einschlafen und das dieser Zustand verschwand. Also ließ sie sich von den beiden Widerstandslos davonbuchsieren.

Sakura war zu sehr betrunken und ihre beiden Helfer zu sehr mit ihr beschäftigt als das sie hätten bemerken können, dass sie die ganze Zeit beobachtet wurden.

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Vögel zwitscherten und der Wind rauschte in den Bäumen. Ein Bach plätscherte. Sakura erwachte langsam aus ihrem traumlosen Schlaf. Ihre Lider waren schwer und es war ziemlich hell um sie herum. Sie zwang sich die Augen etwas zu öffnen und sah eine braune Stoffwand über sich.  Sofort presste sie die Augen wieder zusammen, weil ihr ein stechender Schmerz durch den Kopf geschossen war.

„Nhhggg...“
Wo war sie hier nur? Und wie  war sie hier her gekommen?
Wieder versuchte sie die Augen zu öffnen und diesmal klappte es. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Helligkeit und erkundeten, trotz Kopfschmerzen, ihre Umgebung. Allem Anschein nach lag sie in einem Zelt. Um sie herum lagen Decken und Schlafsäcke und zwei Rucksäcke. Irgendwie kamen ihr die Taschen bekannt vor, aber sie konnte sie nicht einordnen.

Langsam richtete sie sich auf. Ihr Kopf dröhnte fürchterlich. Hatte sie einen Schlag auf den Kopf bekommen? Was war überhaupt passiert? Sie konnte sich überhaupt nicht erinnern. Langsam und vorsichtig rutschte sie zum Eingang des Zeltes und zog den Reißverschluss auf. Eingeschlossen war sie schon mal nicht. Es wirkte nicht unbedingt als sei ihr etwas schlechtes angetan worden. Also wagte sie es und krabbelte vorsichtig aus dem Zelt. Feuchtes Gras berührte ihre Knie und Hände. Sie sah sich um und erkannte in der Ferne die drei Stämme vom Trainingsplatz. Sie war also quasi immer noch zu Hause. Sakura stand auf und sah sich weiter um.

„Oh! Hey! Guten Morgen, Sis!“
Einige Meter weiter, direkt am Bach, saßen die vier Vagabunde, die Sakura einen Tag zuvor getroffen hatte. Sie schienen genau an dem Ort, wo sie sie angetroffen hatte, ihre Zelte aufgestellt zu haben. Die blonde Frau winkte ihr fröhlich zu sich.
„Na, ausgeschlafen, Schluckspecht?“, lachte der Mann mit den schwarzen Rasterlocken.
Sakura hatte nicht mit diesem morgendlichen Anblick gerechnet, lief aber auf sie zu.
„Geht es dir wieder besser? Du sahst gestern echt nicht gut aus.“
Die blonde Frau machte ein ganz bekümmertes Gesicht. Sakura konnte nicht anders als ihr Misstrauen abzulegen..

„Ehrlich gesagt … ich kann mich an nichts erinnern.“
Sakura machte ein verlegendes Gesicht und der Mann mit den roten, langen Haaren fing an zu lachen.
„Jo, Sis! Blackout at its best!“
„Nennt mich doch bitte Sakura.“
Sie fand die Anrede immer noch etwas komisch und fühlte sich nicht so sehr wohl dabei.
„Ok, Sakura! Ich bin Naomi. Der Quatschkopf hier ist Karumi...“
Sie deutete auf den Mann mit den roten Haaren und nun fiel Sakura auch ein feines Piercing an der Nase bei ihm auf. Er Salutierte Sakura zur Begrüßung zu und sie nickte.
„.. und das hier ist Shio. Wir haben dich gestern Nacht betrunken und kotzend auf der Straße gefunden.“
Der Mann mit den schwarzen Haaren, Shio, nickte ihr ebenfalls zu.
„Oh ja … ich habe eine menge getrunken....“
Sakura erinnerte sich langsam wage daran, dass sie mit Tsunade in einer Bar getrunken hatte und dann nach Hause wollte. Doch dann …

„Du hast uns auch mit anderen Namen angesprochen, aber … ich weiß nicht mehr wie sie lauten...“
Naomi überlegte scharf und kniff dabei die Augen fest zusammen und legte die Stirn in falten. Shio begann wieder zu lachen und Sakura konnte sich ein kleines lächeln nicht verkneifen. Sie sah echt ziemlich komisch aus.
„Ist schon gut. Ist nicht schlimm. Ich hoffe... ich habe euch keine großen Umstände gemacht.“
Sakura fühlte sich ziemlich schuldig. Sie hatte sie auf der Straße aufgesammelt und das wenige was sie besitzen auch noch mit ihr geteilt. Das war mehr als sie verdiente.
„Ach was! Das haben wir gerne gemacht!“
Naomi grinste sie breit an und Sakura entdeckte, dass einer ihrer Eckzähne schief stand. Doch das machte sie nur noch sympathischer. Also ließ sich Sakura anstecken und lächelte zurück.

„Ouch.“
Sakura fasste sich an den Kopf. Der Druck war noch nicht verschwunden.
„Und einen Kater hast du auch noch, Sis.“
Sakura schaute Karumi kurz im Augenwinkel böse an.
„Weiß nicht … mein Kopf tut weh...“
„Wie du weißt es nicht? Hast du noch nie Alkohol getrunken?“, lachte Shio, doch als Sakura nicht mitlachte verstummte er.
„Du HAST vorher noch NIE Alkohol getrunken?! Wie alt bist du eigentlich?“
Sakura lief leicht rosa an und sah zur Seite.
„18 ….“

Stille.
Karumi, Naomi und Shio sahen sich an. Dann prusteten die Männer los.
„Kaum zu glauben!“
„In deinem Alter hatte ich schon locker meinen fünften Kater, hahhaha!“
Sakura schämte sich. Eigentlich war sie immer stolz darauf gewesen, doch jetzt gerade...
„Hey Jungs, seid nicht so gemein!“
Naomi gab sich alle Mühe die Männer zu beruhigen, doch diese kugelten sich vor lauter lachen. Shio fiel sogar von seinem Stein, auf dem er saß. Sakura wurde das zu viel. Sie wollte gerade aufstehen, als eine neue Stimme über den Platz hallte.

„Hey! Helft mir gefälligst beim tragen!“
Sakura wandte den Kopf und sah eine junge Frau, vollgepackt mit Lebensmitteln und knall blauen Haaren, auf sie zu kommen. Naomi hechtete zu ihr hin und nahm ihr einiges ab.
„Aoi, das ist Sakura.“
Aoi hatte ein schönes Gesicht und schwarze Piercings an den Lippen. Sie nickte Sakura zu, wirkte aber etwas grimmig.
„Hört auf zu lachen und nehmt euch was zu essen!“
Sie bewarf Karumi und Shio mit Brot und die beiden reduzierten ihr lachen auf gelegentliches Kichern zwischen dem Abbeißen. Aoi setzte sich in die Runde und aß selbst etwas. Naomi nahm sich auch etwas und sah dann Sakuras Blick.

„Hier willst du auch etwas?“
Sie hielt ihr ein Stück Brot hin. Sakura machte große Augen und bemerkte aber den bösen Blick von Aoi.
„Naomi...“, brummte Aoi und Naomi lief rot an.
„Aber... sie hat doch einen Kater....“, murmelte sie, zog aber das Brot zurück.
Aoi schien Sakuras verwirrten Blick gemerkt zu haben und schluckte ihren Bissen hinunter.
„Es ist nichts gegen dich, aber wir müssen zusehen wie wir über die Runden kommen und … du wohnst hier schließlich... oder nicht?“
Sakura nickte.

„Ist schon gut. Ich will euch nichts wegnehmen.“
Dann stand sie auf. Ihr Magen knurrte und ihr Kopf dröhnte. Sie musste was essen und trinken und zwar bald.
„Willst du schon gehen?“, fragte Naomi traurig.
Sakura lächelte sie an.
„Ich danke euch, für eure Hilfe und Gastfreundschaft, aber ich werde jetzt mal nach Hause gehen.“
Sie nickte und lächelte in ihre Richtung und drehte sich dann zum gehen.
„Bis zum nächsten Mal!“

Sakura biss sich auf die Unterlippe und lief dann los. Sie waren alle voll nett. Doch sie konnte ihre Gastfreundschaft  nicht überstrapazieren. Das hätte sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Immerhin waren es eigentlich Fremde.... Aber waren sie das jetzt noch?

Sakura lief durch das riesige Tor von Konoha und schnurstracks nach Hause. Ihre Eltern waren nicht da. Ein Glück! Als erstes trank und aß sie etwas. Ihr Magen dankte es ihr. Danach musste sie aus den Klamotten raus. Sie stank wie eine Kneipe! Unter der Dusche überlegte sie fieberhaft was denn letzte Nacht passiert war. War überhaupt etwas passiert? Sakura überlegte und überlegte, aber es kam einfach nicht wieder.

Nach dem duschen putzte sie sich noch die Zähne um diese ekelhaften Geschmack los zu werden und begab sich dann mit frischen Klamotten in ihr Zimmer. Den Rest des Tages verbrachte sie mit einer Wärmflasche auf dem Bauch und einem Eisbeutel auf dem Kopf in ihrem Bett. Denn zu den Kopfschmerzen war Übelkeit gestoßen. Sakura fühlte sich so elend. Sie hatte in ihrem Leben schon schlimmer Verletzungen gehabt, war aus Stress umgekippt oder hatte eine Grippe durchgestanden. Aber im Moment würde sie mit jeder ihrer Vergangenen Wunden gegen ihren jetzigen Zustand eintauschen. Sie hoffte einfach nur das der Tag schnell herumgehen würde.

Abends kamen ihre Eltern nach Hause und sie wurde wider erwartend nicht am Essenstisch ausgefragt. Vielleicht hatten sie nicht einmal mitbekommen, dass ihre Tochter nicht nach Hause gekommen war oder sie hielten sie nun für erwachsen genug um ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können. Sakura wusste es nicht und würde auch nicht nachfragen. Sie war nur froh direkt nach dem Essen wieder ins Bett zu können. Dort schlief sie ziemlich schnell ein, jedenfalls so schnell wie es ihre Kopfschmerzen zuließen.

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„Warum bist du so nutzlos?“
„I-ich bin nicht...“
„Du hattest all diese Jahre Zeit, Sakura. So kann ich dich nicht gebrauchen.“
Ihre Knie zitterten und gaben schließlich nach. Ihr Gesicht war warm und Tränenüberströmt. Wie konnte sie ihn überzeugen? Wieso hatte sie keine Kraft zu kämpfen?
„Du solltest sterben...!“
Eine Schwertspitze berührte Sakuras Kehle. Ein schluchzen entfuhr ihr vor Schreck. Nun war es vorbei.. er würde es beenden...


Sakura öffnete die Augen. Wieder ein Morgen an dem sie schweißgebadet und mit rasendem Herzen erwachte. Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und richtete sich auf. Wenigstens waren die Kopfschmerzen und die Übelkeit verschwunden. Doch trotzdem fühlte sich Sakura nicht bereit aufzustehen. In ihrer Brust hatte sich ein Knoten gebildet. Er schnürte ihre Brust zu und tat ihr beim Atmen weh. Sakura wusste, dass dies kein physischer Schmerz war, sondern ein psychischer. Jede Nacht träumte sie, dass ihr Tot kurz bevor stand. Das musste einen doch mitnehmen, oder? War das normal für eine Kunoichi? Konnte sie sich das erlauben? Sakura wusste es nicht. Doch das Bett würde sie heute höchstens für die Nahrungsaufnahme verlassen.
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