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After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
13
29.557
5
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20.09.2019 2.004
 
Sakura sah über diese riesige Schlucht und fühlte sich an einen anderen Ort erinnert. Doch sie schüttelte den Kopf um die schrecklichen Gedanken an den letzten Kampf des Krieges zu verscheuchen. Ein relativ starker Wind wehte über an den Klippen vorbei, der Sakuras Haare um ihren Kopf wirbeln ließ. Eine Gänsehaut lief ihr über den Rücken, weil jede Böe in ihre Kleidung zu schlüpfen schien. Vielleicht hatte sie sich nun genug umgesehen und wenn sie nicht bald zurückkehren würde, dann könnte sie das Gewitter einholen.

Dabei fiel Sakura auf, dass sie das Gewitter heute früh schon wahrgenommen hatte, aber es weder vorbeigezogen noch überhaupt näher gekommen war. Sie sah wieder hinüber, zur anderen Seite, die kaum zu erkennen war. Es regnete auch dort nicht.

Da fiel ihr blitzartig ein, dass sie ja ein kleines Fernglas in ihrer Tasche hatte. Also kramte sie danach und hielt es sich an die Augen. Sie schaute sich erst die dunklen Wolken an. Obwohl es so windig war, schienen sie sich nicht zu bewegen. Dann suchte Sakura den Rand der Klippe ab. Ein Baum nach dem anderen schlich  über ihre Linse, doch dann bewegte sich etwas.

Es blitzte hell und Sakura sah ein Gesicht. Die Augen sahen sie direkt an.

Wieder blitzte es und Sakura ließ vor Schreck ihr Fernglas fallen. Sie starrte hinüber und konnte den Mann nicht mehr sehen. Ihre Nerven waren zum zerreißen gespannt und sie achtete auf jedes Geräusch um sie herum. Das Fernglas hatte sie bereits vergessen.

Dann hörte sie einen Zweig, einige Meter neben sich, knacken. Sie atmete flach und wollte keine Geräusche erzeugen. Hatte sie sich verguckt? Hatte sie wirklich diese Augen gesehen? Oder spielte ihr ihr alkoholisierter Kopf einen Streich?

Es raschelte und das Geräusch kam näher. Nun konnte sie es spüren. Sie atmete einmal tief ein und aus, bevor sie den Mund öffnete.
„Sag mir bitte nicht, dass Kakashi Dich als meine Unterstützung geschickt hat.“
Sakura drehte sich um und vor ihr stand, in einen langen schwarzen Umhang gehüllt, die schwarzen unbändigen Haare lässig vor seinem linken Auge hängend, Sasuke Uchiha.

Sein übrig gebliebener Arm lag lässig auf dem Griff seines Katanas und seine Miene war unberührt wie immer. Sowohl sein schwarzes Auge als auch sein ewiges Rinnegan waren auf Sakura gerichtet. Seine Haare flogen ihm genauso um den Kopf, wie die Sakuras um ihren.
„Wieso hat er dich geschickt?“, fragte Sasuke zugleich.

Sehr direkt und charmant wie eh und je. Doch seine Frage beantwortete ihr ihre Frage.
Sakura verschränkte die Arme vor der Brust, nicht nur um sich vor seinen Worten zu schützen oder um ihren folgenden Worten mehr Nachdruck zu verleihen, sondern weil der kalte Wind langsam seinen Tribut zollte.
„Ich bin eine Fähige Kunoichi aus Konoha und er vertraut mir. Was dachtest du denn?“
Sakura wusste, dass sie wie ein trotziges Kind klang, doch es war ihr egal. Sie wollte nur noch weg.

Ihr war kalt und dieses Gesicht wollte sie sowieso nicht sehen. Er hatte sie allein gelassen und ohne ihn war sie einfach besser dran. Das hatte ihr das letzte halbe Jahr deutlich gezeigt. Nie hatte sie mehr Spaß mit Freunden gehabt. Noch nie war sie so … so glücklich gewesen.
Sasuke schwieg und schien zu überlegen. Sakura dagegen hatte keine Geduld für so etwas.

„Ich gehe dann mal zurück nach Light.“, verkündete sie. Da Sasuke nicht weiter sprach stapfte sie einfach los. Schnell erhöhte sie ihr Tempo, doch Sasuke folgte ihr einfach ohne etwas zu sagen. Er war total in Gedanken versunken.
Sakura war nur froh, dass langsam wärme in ihre Glieder zurückkehrte, weil sie sich bewegte und zum anderen nicht mehr diesem schrecklichen Wind ausgesetzt waren. Doch nach ungefähr dem halben Weg hielt sie abrupt an. Was war nur los mit ihm?

„Wieso bist du hier?“, fragte sie Sasuke ungeduldig, der wie immer keine Miene verzog.
„Kakashi hat mir einen Brief geschickt und mich gebeten eine Einheit aus Konoha bei einer Mission zu unterstützen. Wer ist noch alles da?“
Erst sah Sakura Sasuke etwas irritiert an. Wer noch alles ….?

Sakura biss sich auf ihre Unterlippe und ballte die Hand zur Faust. Langsam machte es klick bei ihr.
„Dieser miese Halunke...!“, knurrte sie wütend.
„Der hat mich reingelegt! GRRRAAAHH! Ich hätte es wissen müssen, Shanaroo!!“
Sakura boxte wütend gegen einen tiefhängenden Ast und dieser flog quer durch den Wald. Sasuke zuckte nicht einmal mit der Wimper und sah sie irritiert an.
„Wer hat-...?“, setzte er an, doch Sakura hatte sich in Rage gedacht.
„Kakashi! Er hat uns verarscht! Ahhh! Wie ich ihn gerade hasse!“, knurrte Sakura.
Sasuke verstand immer noch nicht. Sakura verdrehte die Augen.
„Ich bin alleine hier. Verstehst du? Es gibt keine Einheit. ICH bin die Einheit.“

Jetzt verstand Sasuke auch was Sakura so aufregte. Kakashi hatte nicht nur ihn angelogen sondern ihr scheinbar auch etwas anderes versprochen.
„Tzz.“, machte Sasuke nur und wandte sich zum gehen.
„Wo willst du hin?“
Sakura hatte den Kopf gehoben und sah Sasuke nun offen an.
„Ich gehe. Kakashi spielt mit falschen Karten.“

Sakuras Kopf ratterte. Auch wenn sie wütend auf Kakashi war und Sasuke nicht dabei haben wollte, so wusste sie, in den tiefen ihres Unterbewusstseins, dass er der einzige war, der ihr helfen konnte aus dieser verzwickten Lage heraus zu kommen.
„Halt!“

Tatsächlich blieb Sasuke stehen. Doch er war immer schon stehen geblieben um sie anzuhören, ihr Hoffnung zu machen und um sie danach dann wieder zu zerstören.
„Das Dorf braucht deine Hilfe!“, entschied sie sich nun zu sagen, denn es stimmte auch.
Sasuke zuckte nicht einmal, aber er ging auch nicht weiter, also versuchte es Sakura weiter.
„Sie versuchen alles um am Leben zu bleiben. Sie unterstützen sich gegenseitig. Bitte, sie brauchen deine Hilfe.“
Für einige Sekunden blieb Sasuke stumm, doch dann machte er den Mund auf.
„Ich helfe niemandem, der es nicht verdient hat.“

Sakura wurde langsam panisch. Was tat sie da? Sie versuchte einen Mann zum bleiben zu überreden, den sie nicht bei sich haben wollte. Sehr paradox, doch notwendig.
Sie biss sich auf die Unterlippe, bis sie blutig war.
„Sie haben es verdient! Sie sind so hilfsbereit und ...“ Sakura wagte es nicht auszusprechen. Sie wusste nicht ob er bereits wusste, dass diese Menschen entfernte Verwandte von ihm waren.
Sakura schwieg und rang nach Worten. Sasuke stand immer noch da, mit dem Rücken zu ihr und lauschte.

„Warum soll ich bleiben, Sakura?“, fragte er schließlich mit seiner tiefen, ruhigen Stimme.
Sakura nahm all ihren Mut zusammen und legte all ihre Bedenken und Gefühle beiseite. Es kostete sie einiges an Überwindung.
„... ICH brauche dich, Sasuke ...“, flüsterte sie schließlich, „... bitte bleib.“
Sakura sah auf ihre Füße. Sie konnte hören wie er sich umdrehte und einige Schritte auf sie zu ging. Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen.

Wieder einmal hatte sie ihn um Hilfe gebeten, hatte ihn quasi angefleht zu bleiben und hatte ihre Schwäche offen vor ihm dargelegt. Sie war nichts weiter als ein Hund, der vor seinem Herrchen auf dem Rücken lag und sich unterwarf. Ihr wurde fast übel bei dem Gedanken und wünschte sich ihre Flasche Likör in ihre Hand.
„Ok. Ich bleibe.“

Jetzt zuckte Sakuras Kopf doch nach oben und sah Sasuke direkt ins Gesicht. Seine Miene hatte sich nicht verändert, er lachte sie nicht aus, noch zeigte er Mitleid. Doch in seinem Blick sah Sakura etwas prüfendes. Erwartete er etwa, dass sie wie damals vor Erleichterung in Tränen ausbrach? Das würde sie ihm nicht gönnen.

Dennoch stand Sasuke nur eine Armeslänge von ihr entfernt. Sie konnte seine Wärme spüren die er ausstrahlte, sehen wie sich sein Brustkorb leicht hob und senkte unter seinem Mantel und jeden Leberfleck an seinem Hals erkennen. Ihr war noch niemals aufgefallen, dass er welche besaß. Für sie war er immer so sehr perfekt gewesen, dass solchen Kleinigkeiten keine Aufmerksamkeit geschenkt wurden.
Sie sahen sich beide einfach nur an.

Dann, als Sasuke noch einen Schritt auf sie zu machen wollte und leicht den Mund öffnete um etwas zu sagen, machte Sakura schnell einen Schritt nach hinten und lief los.
„Wir sollten weiter.“, sagte sie schnell und schritt los.
Sasuke folgte ihr ohne ein weiteres Wort des Protestes.

<> <> <> <>

Eine Stunde später saßen Sakura und Sasuke, rechts und links neben Hisashi. Sakura hatte ihm Sasuke vorgestellt und Hisashi hätte beinahe einen Kniefall für ihn gemacht. Sie alle kannten die Tragödie des Uchiha Clans aus Konoha und da ihre entfernten Vorfahren teilweise aus seinem Clan entsprangen wurde Sasuke wie ein Kaiser behandelt. Er bekam die besten Speisen, den besten Stuhl.... Schon hatte Sakura es bereut ihn mitgebracht zu haben.

Sasuke hatte die verschiedenen Andeutungen Hisashis auf seinen Clan nicht verstanden, doch Sakura hatte ihn gebeten ruhig Blut zu bewahren. Sie würde ihm später alles erklären. Er reagierte im allgemeinen nicht so gut darauf, wenn man ihn auf seinen Nachnamen ansprach. Hoffentlich sagte Hisashi nichts dummes.
Doch dieser hatte zur Feier des Tages angeordnet die letzten Alkoholreserven hervor zu holen um etwas gute Stimmung in die Runde zu bringen.

Eigentlich wollte Sakura noch ein paar Dinge mit Hisashi besprechen, jetzt da Sasuke da war, doch das war einfach nicht möglich. Hisashi reagierte auf Alkohol so wie Sakura damals. Ein paar Schlucke und mit ihm war kaum noch ein vernünftiges Gespräch anzufangen. Alle lachten und freuten sich, dass ihre Hilfe eingetroffen war.
„Auf Uchiha-san!“
Alle hoben die Gläser und stießen an. Alle freuten sich und prosteten sich zu. Nur Sasuke nicht. Dieser saß da, verzog nicht eine Miene und konzentrierte sich auf sein Essen vor sich. Doch irgendwas sagte Sakura, dass Sasuke das alles nicht gefiel. Sie war lange genug sein Teammitglied gewesen um seine Launen erkennen zu können.

Doch so hatte Sakura sich das nicht vorgestellt. Sie erzählte ihm wie dringend diese Leute seine Hilfe benötigen und diese feierten erst einmal ein Fest. Das war mehr als ungünstig. Nicht das sie seine Meinung interessieren würde, doch wenn er dachte, dass sie log, würde er auf dem Absatz kehrt machen. Das verursachte Sakura langsam Kopfschmerzen.
Also sah sie sich auf dem Tisch um und griff nach einer Flasche. Sie goss sich etwas in ihre Schüssel und sah im Augenwinkel, das Sasukes Kopf in die Höhe flog.

„Was tust du da?“
Seine Stimme war beherrscht, doch Sakura verriet seine Miene sein Entsetzen.
Sakura lächelte verschmitzt, da ihn ihre Handlung so aus der Reserve lockte.
„Ich trinke etwas.“
„Das tust du nicht.“
Sakura hob das Schälchen an ihre Lippen und sah Sasuke direkt in die Augen. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen.

Sasuke zu provozieren und eine Regung in seiner Miene und seinen sonst so emotionslosen Augen zu erzeugen, gab Sakura ein Kribbeln. Sie fühle sich mächtig.
„Lass das sein.“, knurrte Sasuke nun.
Sakura ließ das Schälchen etwas sinken und sah ihn überheblich an, beflügelt von so viel Macht. Denn was sollte er schon tun mit all den Menschen um sie herum?
„Aber ich will doch auch den großen Uchiha-san feiern!“
An Sasukes Mundwinkel zuckte etwas. Sakura hatte also recht, dass ihm das alles zu viel war.
„Ich geh zu Bett.“
Sasuke stand ruckartig auf, sein Stuhl schrammte über den Boden, doch keiner außer Sakura und Hisashi bemerkten es.

„Oh … Sie wollen uns schon verlassen?“, lallte Hisashi und sah enttäuscht drein.
„Danke fürs Essen, ich gehe zu Bett.“
„Oh … zu Bett … ja, natürlich...“
Es dauerte etwas, doch dann schien die Botschaft tatsächlich in Hisashis Kopf angekommen zu sein.
„Ah ja... Leider haben wir kein freies Zimmer mehr … sie wissen schon...“
Er gestikulierte und deutete auf seine Umgebung.
„Aber Sie beide kennen sich ja, wie ich gehört habe … da können Sie sich ja das Zimmer von Haruno-san teilen.“

Der erste Impuls war laut NEIN zu schreien, doch da Sasuke wieder seine emotionslose Miene aufgesetzt hatte, hob Sakura ihr Schälchen wieder an die Lippen und trank den Alkohol in einem Zug leer.
Scheiße verdammt!“, rief Sakura laut aus und knallte das Schälchen wieder auf den Tisch.
Wieder zuckte etwas in Sasukes Gesicht als er sie ansah und das befriedigte Sakura zutiefst.

„Komm, großer Uchiha, ich zeige dir wo du schlafen wirst.“
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