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After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
13
29.557
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Dieses Kapitel
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19.09.2019 1.880
 
Nach dem Gespräch mit Hisashi wurde Sakura von Nora durchs ganze Dorf geführt. Hisashi hätte sie begleitet, doch er war fast in Tränen vor Sakura ausgebrochen und brauchte nun etwas Zeit für sich. Sakura verstand ihn. Er war das Oberhaupt von vielen Menschen und all die Sorgen lasten auf seinen Schultern. Er hat sich sogar dazu durchgerungen ein größeres Dorf um Hilfe zu bitten. Und wenn man sich dann nochmal seine Situation so sehr vor Augen führt, dann konnte schon mal die Fassung verlieren.

Die Führung durchs Dorf dauerte nicht lange, denn es war ein wirklich kleines Dorf. Die meisten Gebäude waren eingestürzt oder waren kurz davor. Im hinteren Bereich des Eingezäunten Dorfes waren ein paar Weiden auf denen Schafe, Ziegen und einige wenige Pferde grasten. Daneben lagen einige Felder auf denen wahrscheinlich Nahrungsmittel angepflanzt wurden. Auch eine Mühle, an die ein Zugtier gespannt werden kann konnte Sakura in einem der Gebäude entdecken.

„Warum ist hier das meiste so … heruntergekommen?“, fragte Sakura Nora.
Sie lief neben ihr, die Hände ganz devot vor dem Körper gefaltet.
„Leider haben uns vor einem Jahr, während des großen Ninjaweltkrieges, einige Gruppen von Shinobi ausgeraubt und wir hatten ihnen nicht sehr viel entgegenzusetzen. Wir waren froh, dass niemand ernsthaft zu Schade gekommen ist. ... Seither kommen regelmäßig die Bewohner von Dark und zerstören unsere Gebäude. Sie lassen uns gerade so viel, dass wir noch überleben können um zu leiden.“

Sakura konnte es fast nicht fassen. Diese brutale Vorgehensweise wegen einer Tat, die bereits so viele Jahre her war. Dazu kam noch, dass Sasuke und Naruto, als Repräsentanten der beiden Clans Frieden geschlossen hatten. Doch das war scheinbar hier nicht angekommen. Die Tragödie der beiden Clans ging einfach weiter.

„Wann waren die Shinobi aus Dark zuletzt hier?“
„Vor einer Woche. Sie kamen bisher nicht öfter als einmal alle zwei Wochen.“, berichtete Nora.
Sie hatte die Anweisung von Hisashi erhalten Sakura alles notwendige zu erzählen.
Sakura nickte, mit einer Hand nachdenklich am Kinn.
„Dann bleiben uns noch einige Tage um uns zu sammeln...“, murmelte sie leise vor sich hin.

War es überhaupt möglich aus diesen Menschen eine vernünftige Streitmacht zu machen? Sie selbst war keine Lehrerin sondern Ärztin. Konnte sie ihnen überhaupt helfen?

„Habt ihr Verletzte im Dorf?“
Nora nickte und sah etwas traurig aus.
„Einige. Viele sind auch krank, weil wir immer weniger vor den äußeren Einflüssen geschützt sind, da die meisten unserer Häuser zerstört sind. Zudem fehlen uns Medikamente. Wir haben einen Arzt im Dorf, aber er kann nicht viel machen.“
Sakura nickte.
„Gibt es einen Raum in dem die Menschen behandelt werden?“
Nora nickte.
„Ja. Das Haus des Arztes steht noch. Da er dort die meisten Medikamente aufbewahrt hat, sind wir immer dort hingegangen.“
„Bring mich dort hin, bitte.“

Nora führte Sakura zu einem weißen Haus, das gerade noch zu stehen schien. Sie klopften an der Tür und ein Mann öffnete. Er war scheinbar ziemlich alt und selbst schon gebrechlich. Sein graues, strähniges Haar fiel ihm ins Gesicht und er hatte tiefe Falten um die Mundwinkel herum. Dies ließ Sakura hoffen, dass dieser Mann eher freundlich als grimmig war.

„Hallo?“, grüßte der Mann und sah erst irritiert Sakura und dann Nora an.
„Hallo, Ishi-sama, das ist Sakura Haruno-san.“
Sakura verbeugte sich tief und sah dann, dass Ishi ihr ein Kopfnicken schenkte.
„Guten Tag, ich habe gehört Sie sind der Arzt des Dorfes.“
Ishi nickte und lächelte leicht.
„Ja, das bin ich wohl, auch wenn ich gerne bereits in Rente gegangen wäre.“

Auch Sakura schmunzelte leicht. Dieser Mann war scheinbar nicht so ernst, wie er im ersten Moment wirkte.
„Ich verstehe. Ich bin eine Heilnin aus Konoha und würde Ihnen gerne behilflich sein beim verarzten der Dorfleute.“
Ishi machte große Augen.
„Eine Heilnin?! Wirklich? Genauso wie die große Tsunade aus dem dritten Shinobikrieg?“
Sakura lächelte freundlich.
„Tsunade war meine Lehrerin, ja.“
Ishi riss erst erstaunt die Augen auf und klatschte sich dann freudig die Hand auf den Oberschenkel.
„Das ist ja kaum zu glauben! Der Wahnsinn!“
Ishi lachte laut auf. Sakura fühlte sich geschmeichelt und freute sich über so viel Anerkennung, versuchte aber keine Miene zu verziehen.
„Kommen Sie rein!“
Er machte einen Schritt zur Seite und ließ die beiden Frauen eintreten.

Drinnen sah es noch ziemlich gemütlich aus im Vergleich zu den andern heruntergekommenen Häusern. Es lagen hier und da ein paar Teppiche auf dem Boden, Bilder hingen an den Wänden und die Möbel sahen nicht so klapprig aus.
Ishi bemerkte Sakuras interessierten Blick.
„Ich habe einige Freunde in der ganzen Welt, die mir einige dieser Schätze besorgt haben.“
Er lächelte sie an und ging dann vor ins nächste Zimmer. Sakura und Nora folgten.

Dieses Zimmer schien der Ort zu sein an dem er seine Patienten empfing. Es war fast leer, bis auf ein paar Schränke auf denen noch Spritzen und Tabletten lagen, ein paar Hocker und eine durchgesessene Couch. Auch hier lagen Teppiche und hingen Bilder. Es war alles andere als Steril.
„Tut mir leid, aber wir haben leider keine richtige Praxis, deswegen habe ich mein Wohnzimmer etwas umgebaut. Das muss leider erst einmal reichen.“
Er ließ sich ächzend auf einem Stuhl nieder während Nora und Sakura sich auf die Couch setzten. Sie war gemütlicher als sie aussah, aber immer noch nicht steril.

„Ich würde Ihnen ja Tee anbieten, aber leider habe ich keinen im Haus.“, sagte Ishi und lächelte entschuldigend.
Sakura schüttelte den Kopf.
„Kein Problem, ich bin mir ihrer Lage durchaus bewusst..“
Ishis Gesichtsausdruck verhärtete sich etwas.
„Ich weiß nicht so genau wie ich es sagen soll...“,begann er zögerlich, „... aber wie Sie vielleicht sehen bin ich nicht mehr der Jüngste. Ich gebe mein Bestes, doch leider sind meine besten Zeiten bereits ins Land gegangen.... und-“
„Ich verstehe.“
„Sie verstehen?“, fragte Ishi verwirrt, denn er hatte sein Anliegen noch gar nicht geäußert.
Sakura nickte. Für sie war die Sache klar.
„Ich wurde gut von Meisterin Tsunade ausgebildet, ich bin bereit mich alleine um die Verletzungen und Gebrechen der Dorfbewohner zu kümmern. Ich wollte Sie hauptsächlich fragen ob sie zu den einzelnen Patienten Akten geführt haben?“

Ishi staunte nicht schlecht. Innerhalb kürzester Zeit hat diese junge Dame sein Anliegen erkannt und es akzeptiert. Er war durchaus beeindruckt.
„Sie scheinen sehr gescheit zu sein, Haruno-san.“, nickte Ishi und lächelte.
„Ich bin sehr gespannt auf Ihre Fähigkeiten. … Und ja, ich habe eine Akte zu jedem Dorfbewohner. Sie können Sie gerne lesen und ich bin gerne bereit mein Wohnzimmer als Praxis zur Verfügung zu stellen.“
Sakura verbeugte sich leicht.
„Vielen Dank, Ishi-san!“

Nachdem Ishi Sakura noch eine ganze Weile über die üblichen ärztlichen Heilpraktiken in Konoha befragt hatte, händigte er ihr die Akten aus und Nora und Sakura trugen diese in Sakuras Zimmer. Dies würde ihre Nachtlektüre werden.

Umso mehr Sakura von der Geschichte und den Dorfbewohnern lernte umso mehr taten sie ihr leid. Sie wollte ihnen unbedingt helfen und sie zermaterte sich den Kopf, was die beste Strategie war, denn sie saßen in der Klemme. Sakuras Unterstützung war auch am Nachmittag nicht aufgetaucht und sie alleine konnte es garantiert nicht mit einem ganzen Dorf aus Shinobi-Nachfahren des Senju und des Uchiha Clans aufnehmen. Sakura wusste nicht wie stark die Gegner waren oder wie sie vorgingen. Zudem waren die Befestigungsmauern eingerissen und jeder konnte rein und raus wie er wollte. Doch um das reparieren zu können bräuchte sie genug Zeit um die Menschen so weit zu heilen und zu trainieren, das sie sich gegen einen Angriff zu wehr setzen konnten. Doch wenn sie Noras Aussage trauen konnte, dann würden spätestens in einer Woche die Shinobis aus Dark kommen und weitere Nahrung stehlen und Gebäude einreißen. Es war eine verdammt verzwickte Lage.

Sakura würde sich am liebsten mit Kakashi oder Shikamaru beraten, die beiden waren die besten Strategen Konohas und würden bestimmt wissen, was das Beste für das kleine Dorf wäre. Doch nun hatte Sakura die Verantwortung über diese Mission. Vielleicht wollte Kakashi sie testen, ob sie das Zeug zum Jonin hätte? Es sähe ihm ähnlich eine versteckte Prüfung durchzuführen.
Unwillkürlich dachte Sakura an die Glöckchenprüfung als Genin. Damals war es Kakashi gar nicht darum gegangen, dass sie die Glöckchen bekamen, sondern das sie als Team handelten.

Ein schmunzeln setzte sich auf ihre Lippen, was jedoch gleich wieder erlosch, weil ihr ihre Freunde in den Kopf schossen. Sie zelteten seit einem halben Jahr an genau diesem Ort. Schon wurde Sakura ganz flau im Magen. Sie wusste genau, dass dies kein körperliches Gebrechen war, sondern Heimweh. Auf ihren zahlreichen Missionen erging ihr das, zumindest zu ihrer Geninzeit, häufig so.

Nora hatte sich entschuldigt und war gegangen um bei den Vorbereitungen fürs Abendessen zu helfen. So viele Menschen zu verköstigen mit so wenig Nahrung verlangte doch einiges an Organisation scheinbar. Also stand Sakura nun in ihrem Zimmer mit ihren Gedanken alleine. Doch ihre Überlegungen drehten sich immer noch im Kreis. Sie wusste nicht ein und nicht aus und eigentlich müsste sie sofort anfangen, bevor Dark wieder angreifen würde.

Sie schaute aus dem Fenster und es sah immer noch etwas nach Regen aus. Doch ihre verzweifelte Stimmung störte sich nicht daran. Also nahm sie noch schnell einen Schluck aus ihrer Likörflasche und ging nach unten. Sie brauchte einige Minuten bis sie Nora fand zwischen all den Leuten.
„Nora-san, in welche Richtung geht es zur Schlucht?“
Die rechte Hand des Oberhauptes richtete überrascht ihre Augen auf Sakura.
„Haruno-san, Sie sollten dort nicht hingehen. Schon gar nicht bei dem herannahenden Regen. Es ist viel zu gefährlich.“
Sakura fühlte sich momentan stark und furchtlos. So ein Gewittert schüchterte sie doch nicht ein.

„Ich werde mich nur mal kurz umsehen. In welche Richtung?“
Nora sah etwas verzweifelt aus.
„Haruno-san, bitte ...“
„In welche Richtung?!“, verlangte Sakura mit Nachdruck.
Der Alkohol schien ihr Selbstbewusstsein zu verleihen.
Nora ergab sich Sakuras Druck und wies in eine Richtung.
„Etwa zwei Kilometer in diese Richtung...“, flüsterte sie.
„Danke.“, sagte Sakura und machte sich auf den Weg.

Sie hatte das kleine Dorf schnell hinter sich gebracht und rannte in die Richtung, die ihr Nora gewiesen hatte. Der kalte Wind kühlte ihr warmes Gesicht und klärte ihre Gedanken etwas. Dennoch brauchte sie dringend jemanden mit dem sie über die Situation sprechen konnte. Sie konnte Kakashi einen Bericht schicken, doch sie musste auf seinen Adler warten. Sie selber hatte keinen Vertrauten Geist oder ein Jutsu mit dem sie sich sinnvoll mit ihm in Verbindung setzen konnte. Und da es in dem kleinen Dorf keine Brieftauben oder ähnliches gab hatte sie keine andere Wahl als zu warten.

Sakura war gerade mal zwanzig Minuten gelaufen, da roch sie bereits Wasser. Sie legte einen letzten Sprint hin und schon eröffnete sich ihr ein Wahnsinns Anblick. Sie stand an einer senkrecht hinablaufenden Klippe. Es war so tief, dass man fast den reißenden Fluss nicht sehen konnte, der unten tobte. Der Himmel war bedeckt mit dunklen, grauen Wolken, die eine herannahende Gewitterfront ankündigte und die andere Seite der Schlucht war kaum zu erkennen. Kein Shinobi, geschweige denn ein normaler Mensch hätte diese Schlucht überqueren können so einfach. Klar wäre Sakura mit ihrer Chakrakontrolle die steile Wand hinuntergekommen, doch das Wasser war zu stürmisch um es zu überqueren. Sakura sah nach rechts und nach links. Sie konnte das Ende der Schlucht nicht ausmachen und den Anfang ebenfalls nicht. Es war also wie Hisashi es gesagt hatte: eine Unüberwindbare Schlucht.
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