After the War

von BingoBuch
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
05.09.2019
21.09.2019
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Es streifte fast ihre Wange. Er konnte sie mit dem Kunai nicht erreichen. Das war auch besser so, denn es war mit Gift durchtränkt. Wieder sprang sie beiseite und entging einem Kratzer. Immer wieder griff er sie an und sie wich flink aus. Warum tat er das? Sie wollte ihm doch nur helfen. Ihn unterstützen. Ihn lieben.
„Tu das nicht!“
„Du bist zu schwach!“
„Nein ...“
„Du bist nutzlos!“
Es schlichen sich Tränen in Sakuras Augenwinkel.


„NEEEIINN!!“

Sakura schlug die Augen auf. Sie lag schweißgebadet in ihrem Bett, einen Arm in die Luft gestreckt und schwer atmend. Sie starrte ihren Arm an und ließ ihn schließlich sinken. Ihr Körper zitterte etwas. Schon wieder hatte sie diese Träume. Seitdem der Krieg vorbei war und sie alle nach Konoha zurückgekehrt waren hatte sie solche Träume. Tsunade hatte ihr gesagt, dass das nach den ganzen Erlebnisse völlig normal war und sie das wohl oder übel durchstehen musste. Sie hatte ihr Schlaftabletten mitgegeben, doch Sakura wollte es ohne die Tabletten schaffen. Sie richtete sich im Bett auf und sah auf ihre Hände. Sie zitterten immer noch. Ein Tropfen fiel auf ihren Finger. Sie tastete nach ihrer Wange und sie wusste, dass sie weinte.

„Sasuke...!“
Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen. Sie wusste im Innern genau, dass derjenige, der sie im Traum immer angriff, Sasuke war. Die Gestalt hatte kein Gesicht, aber es war seine Stimme, die in ihrem Kopf umherschwirrte. Sie hatte genauso hart gekämpft wie Naruto und Sasuke im Krieg, doch am Ende wäre alles ohne die beiden ganz anders ausgegangen.

Sakura weinte noch eine weile bis kein Tropfen der Verzweiflung mehr aus ihr heraus zu kommen schien. Sie wischte sich die restlichen Tränen weg und putzte sich die Nase. Jetzt tat ihr Kopf weh, na toll. Sie griff nach dem Glas auf ihrem Nachttisch und trank es in einem Zug leer. Das tat auch der Kehle gut. Anschließend beschloss sie eine heiße dusche zu nehmen um auf andere Gedanken zu kommen. Danach zog sie sich ihr bequemstes Oberteil und ihre angenehmste Hose an. Draußen war es inzwischen recht frisch geworden, darum zog sie sich noch einen dunkelroten Hoodie drüber. Der Markt würde gleich öffnen und sie wollte ein paar frische Sachen für Naruto und Sasuke besorgen.

Jeden zweiten Tag besuchte sie die beiden. Sie ging hinunter ins Esszimmer, wo ihre Mutter bereits das Frühstück hergerichtet hatte. Sakura liebte ihre Eltern, weil .. naja .. sie waren nun mal ihre Eltern. Aber leider hatten sie einen merkwürdigen Humor.

Sakura schlang ihr Essen hinunter, bedankte sich und ging hinaus. Die frische Herbstluft kitzelte sie an der Nase. Sie schlenderte gemütlich zum Markt und begann hier und da was in ihren Korb zu packen. Äpfel, Birnen, Bananen und sogar eine Mango war dabei. Dann machte sie sich auf den Weg ins Krankenhaus. Sie blickte hinauf zum Hokagefelsen und sah wie einige Arbeiter ein neues Gesicht in den Stein schlugen. Über ihnen war die Maske und das wuschelige Haar ihres Meisters Kakashi zu erkennen. Wenn Sakura so darüber nachdachte wunderte es sie nicht, dass ausgerechnet Team 7 den Krieg entschieden hatte. Sie waren alle drei von den legendären Sannin und von einem jetzigen Hokage ausgebildet worden. Diese Art der Ausbildung hatte nicht jeder genossen. Wobei sich Sakura vorstellen konnte, dass Orochimaru nicht der angenehmste Lehrer gewesen sein wird.

Allerdings waren Tsunades Trainingsmethoden auch nicht gerade zimperlich. Sakura hatte Blut geschwitzt bei manchen Trainingseinheiten und ihr stärkster Trumpf hatte sie drei Jahre gebraucht um es zu meistern. Nun war ihre Errungenschaft für jeden Sichtbar. Auf ihrer Stirn prangte ein lila Karo, genauso wie auf Tsunades. Dieses Jutsu hatte sowohl ihr, Naruto als auch Sasuke das Leben gerettet. Sie war froh und dankbar es gemeistert zu haben.

Sakura war inzwischen am Krankenhaus angekommen und lief durch die Gänge. Es war recht belebt, da so ziemlich jedes Zimmer belegt war, weil es nach dem Krieg dutzende Verletzte gab. Die Heilnin arbeiteten Tag und Nacht. Sakura hatte ihre Hilfe angeboten, doch Tsunade hatte auch für sie eine Ruhephase angeordnet. Sie musste zwar nicht im Krankenhaus bleiben, aber wenn sie auch einen Arm verloren hätte läge sie neben den beiden Jungs im Zimmer.

An der richtigen Tür angekommen klopfte sie, doch sie wartete wie immer nicht auf eine Antwort. Die Jungs wussten, dass sie kommen würde. Jungs war das richtige Stichwort. All die Jahre haben die beiden einen erbitterten Rivalenkampf ausgetragen und nun benahmen sie sich .. wie Jungs halt. Sie stritten und keiften und schlugen sich die Köpfe ein. Die Schwestern hatten sich gerade zu darum geprügelt, wer die Streithähne trennen sollte, doch nachdem Sakura davon Wind bekam verscheuchte sie jegliche Frau aus dem Zimmer der beiden. Wenn die beiden Hilfe oder eine Untersuchung brauchten kamen nur noch Männer hinein. Die Schwestern hatten all ihre Aufmerksamkeit Sasuke geschenkt und Naruto links liegen lassen. Er war genauso berühmt inzwischen wie Sasuke, doch der Uchiha sah einfach besser aus. Und mit seiner kühlen Art, die leider seit dem Kriegsende etwas aufgetaut war, zog er die Frauen an, wie ein Kadaver die Fliegen. Allerdings hatte es Sakura nicht verhindern können, dass die beiden Glückwunschkarten, Schokoladen, Ballons und Blumen geschenkt bekamen – ohne Ende. Das ganze Zimmer war damit vollgestellt. Da niemand außer dem Krankenhauspersonal, dem Hokage und Sakura dieses Zimmer betreten durfte wurden die Sachen an der Rezeption abgegeben und ein armer Pfleger durfte das ganze Zeug nach oben schleppen. Sakura fand das alles übertrieben. Aber auf sie hörte ja niemand.

Sakura betrat den Raum und hörte schon wieder die beiden streiten. Sie wusste nicht worum es ging, aber Naruto war so ziemlich der einzige, bei dem Sasuke seine kühle Fassung verlor.
„Guten Morgen.“
Sakura lächelte die beiden an und sie wandten sich beide zu ihr um.
„Guten Morgen, Sakura-chan!“
Naruto strahlte und winkte ihr fröhlich mit seinem verbundenen Stummelarm von seinem Bett aus zu. Sasuke dagegen reagierte kaum.
„Morgen.“
Seine Stimme war ruhig und nicht so fröhlich, wie die Narutos. Sasuke hatte es noch nie so mit Gefühlsausbrüchen gehabt. Selbst ein nettes lächeln war wie das Sichten eines goldenen Einhorns. Es kam eigentlich nie vor. Selbst jetzt, vier Wochen nach dem Krieg, schien er mit der ständigen Anwesenheit von Menschen, und vorallem der Narutos, noch nicht so richtig klar zu kommen. Sakura ignorierte es und behielt ihr Lächeln auf den Lippen.

„Ich hab euch wieder Obst mitgebracht. Soll ich euch was schneiden?“
Naruto jubelte begeistert los.
„Oh ja, Sakura-chan! Das geschnittene Obst von dir ist immer am Besten!“
„Hey, hey, lass das bloß nicht Hinata hören.“
Sakura setzte sich an den Tisch am Fußende ihrer Betten und begann das Obst zu schneiden. Während Naruto immer noch irritiert über ihre letzte Aussage nachdachte.
„Wie war euer Tag gestern? Gibt es Fortschritte?“
Naruto hörte abrupt auf über Sakuras letzte Bemerkung nach zu denken und begann zu plappern. Sasuke saß nur still in seinem Bett und sah aus dem Fenster.
„Oh ja! Oma Tsunade meinte, dass es bald soweit wäre und das unsere Wunden gut verheilen. Meine besser als Sasukes, wahrscheinlich wegen Kuramas Chakra, meinte Granny. Und weißt du was?! Der Baka hier hat es doch tatsächlich geschafft vier Liebesbriefe gestern zu bekommen. Vier! Ich habe noch nicht einen einzigen bekommen!“
Naruto zog eine Schnute.

„Wer ist hier ein Idiot, Dope? Und wer zählt denn solche Dinge?!“
Sasuke hatte nun seinen Blick Naruto zugewandt. Seit dem Ende des Krieges hatte Sasuke mehr gesprochen, als in der ganzen Zeit von Team 7, fand Sakura. Sie schnitt weiter Bananen und Äpfel auf zwei Teller und ließ die beiden streiten.
„Alter! Wieso bekommt ein grummliger Emo wie du so viele Liebesbekundungen? Das ist nicht fair! Ich habe genauso die Welt gerettet, wie du.“
„Wen juckts, Dope? Und wer ist hier ein Emo, du Einhorn?“
„Einhorn?! Du stinkmolchiger, alter ...“
„SO!“
Sakura erhob sich und Naruto verstummte augenblicklich. Er hatte ihre Wutausbrüche schon mehrmals im Leben spüren müssen. Wenn sie wieder wütend würde, dann könnte er sich auf einen noch längeren Aufenthalt im Krankenhaus einstellen.
„Hier, bitte.“
Sakura stellte jedem von beiden den Tisch ihres Bettes ein, stellte den Obstteller drauf und eine Gabel hin. Eine Hand hatten sie ja noch.

Dann ließ sie die beiden kurz alleine und wusch sich die Hände. Dabei sah sie in ihr Spiegelbild. Ihr Gesicht wirkte etwas übermüdet, doch Naruto würde es nicht bemerken und Sasuke … den interessierte es doch gar nicht. Sakura seufzte leise. Nach dem erfolgreichen Sieg hatte sie gehofft einen besseren Draht zu Sasuke zu haben, doch das war nicht eingetreten. Er führte sich genauso auf, wie damals als Kinder. Sakura spritzte sich selbst etwas Wasser ins Gesicht und patschte auf ihre Wangen.
„Sakura, denk nicht an solche Dinge! Du musst fröhlich sein für die Jungs.“
Sakura zwang sich zu einem lächeln und ging zurück zu den Jungs.

„Sakura-chan, die Äpfel sind fantastisch!“
Naruto sprach mit offenem Mund und wedelte mit seiner Gabel in der Luft herum, an der noch ein Stück Mango steckte. Sakura wollte ihn gerade ermahnen, da passierte es. Das Stück Mango löste sich von der Gabel und flog durch die Luft. Sakura und Naruto rissen geschockt die Augen auf, doch man hätte nicht schnell genug reagieren können. Das Mangostück drehte sich um seine eigene Achse und landete direkt auf Sasukes Kopf. Es verfing sich in seinen Haaren und blieb kleben. Alles gefror. Keiner wagte zu atmen oder sich zu bewegen. Narutos erschrockene Miene war versteinert.

„S-Sasuke … t-tut mir .. leid, Mann ...“
Narutos Stimme zitterte. Er wartete nur auf den Vulkanausbruch. Auch Sakura wusste, dass das gleich eskalieren würde.
„Dooppee...“
Sasukes Stimme war nicht mehr als ein gefährliches Knurren. Er drehte langsam den Kopf und funkelte Naruto wütend an. Dieser zuckte verängstigt zurück und machte sich fluchtbereit. Zurecht. Keine zwei Sekunden später sprang Sasuke auf, die Gabel wie ein Messer erhoben und stürmte auf Naruto zu. Dieser hechtete schreiend und sich entschuldigend aus dem Bett und rannte hin und her durchs Zimmer. Sakura beobachtete die beiden. Dann rannte Naruto die Wand hoch und an der Decke entlang um Sasuke zu entkommen. Doch dieser ließ nicht locker. Normalerweise würde Sakura die beiden Streithähne nun tobend und schreiend voneinander trennen, aber stattdessen fing sie an zu kichern. Ihr kichern wurde immer lauter, bis sie lauthals loslachte. Sie hielt sich den Bauch und eine Hand vor den Mund. Als Naruto dies bemerkt hielt er inne und sah Sakura an. Auch Sasuke war stehen geblieben und ließ langsam die Gabel sinken.

„Sakura-chan? Was...?“
Naruto versuchte sich ein lächeln zu verkneifen und Sakura lachte und prustete.
„Ih-hi-hi-hir sei-heid so-ho do-hoof!“
Naruto drehte den Kopf zu Sasuke, doch dieser starrte Sakura weiter an.
„Sasu-...“
„Was ist los, Sakura?“

Sasuke war vorgetreten und hatte Sakuras Handgelenk gepackt. Augenblicklich war Sakura das lachen vergangen. Sie starrte ihren Teamkameraden an. Ihre Wangen wurden heiß und sie zog ruckartig ihre Hand weg. Bei diesem plötzlichen Hautkontakt hatte Sakura die Nerven verloren. Sie starrte Sasuke an und in seinen Augen las sie Überraschung und auch … konnte das sein? … etwas Enttäuschung. Sie schlug vor entsetzten vor ihrem eigenen Handeln die Hände vor den Mund und sofort schossen ihr Tränen in die Augen.

„T- Tut mir Leid.“
Damit drehte sich Sakura auf dem Absatz um und rannte davon. Naruto sah zur Tür, die immer noch hin und her schwang.
„Teme, was war DAS?“
Sasuke löste sich von seinem starren Blick und drehte sich zu seinem Bett um. Das Obst war auf dem ganzen Bett und dem Boden verteilt. Er legte die Gabel weg und begann das Obst auf zu heben.
„Hey, Teme! Ignorier mich nicht!“
Naruto wollte sich gerade schon wieder aufregen, da schaute Sasuke ihn an und Naruto verstummte.
„Hast du nicht gemerkt, dass es ihr nicht gut geht?“
Naruto legte einen Finger an die Lippen und kniff die Augen zusammen.
„Ehm … der Lachanfall war schon etwas merkwürdig, aber sonst...?“
Sasuke verdrehte die Augen und wandte sich wieder dem Obst einsammeln zu.
„Hee, Teme! Sag schon! Was ist los mit Sakura-chan?“
Sasuke antwortete nicht und ignorierte Naruto weiter. Naruto kniff seine Augen zu schlitzen zusammen.
„Oder hast du etwa versucht zu flirten, Teme?“
Sasuke zuckte kaum merklich zusammen, versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen.