Between the future and the past

von sunrise82
GeschichteDrama, Romanze / P18
04.09.2019
17.10.2019
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Sie richten zusammen das Frühstück. Es fühlt sich entgegen Enjas Befürchtung, ganz normal an. Auch als sie sich etwas später, gegenüber sitzen und essen. Es fühlt sich richtig und gut an, schiesst es durch ihren Kopf. Etwas im Magen zu haben, tut beiden gut. Bringt ihnen ein wenig Energie zurück. Während sie schweigend ihre Brötchen verspeisen und die Stille ganz und gar nicht unangenehm ist, gehen sie ihren Gedanken nach. Es ist einfach so unrealistisch, für Enja. Wo ist dieser Mann ihr gegenüber, nur all die Jahre gewesen.

Er war schon immer da, nur hat er sich hinter Mauern versteckt. Mauern die nicht nötig gewesen wären. Aber ein wenig kann sie ihn verstehen, warum er so gehandelt hat. Und dass ihm die Freundschaft von ihr und Sanna wichtiger war, als seine eigenen Bedürfnisse, rechnet sie ihm hoch an. Immer wieder tauchen Erinnerungen in ihr auf, welche sie jetzt aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ganz anders wertet. Sie sie endlich richtig versteht.

Nun stehen sie etwas unschlüssig voreinander. Den Tisch haben sie abgeräumt. Samu ist hin und her gerissen, er sollte gehen und gleichzeitig möchte er hier bei ihr bleiben „Ich…also…geht es dir wirklich besser Enja?“ Sie nickt mit einem aufrichtigen Lächeln „Ja mir geht es soweit gut, brauche wohl einfach noch etwas Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten. Du kannst ruhig gehen Samu…ich meine…nicht das ich dich rauswerfen möchte….aber du hast sicher noch anderes zu tun…und…“, sie redet sich gerade um Kopf und Kragen, will nicht unhöflich rüberkommen und ihn rauswerfen, aber Samu hat sicher Termine, oder andere Verabredungen.

Der grosse Blonde legt sanft eine Hand, an ihren unverletzten Arm „Schon gut Enja, ich verstehe dich…Ich werde dann mal gehen, brauche eine Dusche und frische Klamotten…Aber wenn etwas sein sollte…ich…hast du dein Handy in der Nähe? Ich gebe dir zur Sicherheit meine Nummer.“ Enja lächelt, sieht sich dann aber verwirrt um „Ja ich…meine Handtasche. Ich weiss nicht wo sie ist…“ Samu läuft zur Garderobe im Flur und kommt mit einer schwarzen Tasche zurück „Hier Thore hat sie mitgenommen und sie im Flur auf die Kommode gelegt.“- „Danke…und sage bitte Thore von mir auch einen herzlichen Dank.“, kommt es von ihr, während sie in ihrer Tasche kramt und dann Samu ihr Handy reicht.

„Ich werde es ihm ausrichten.“, dabei gibt er seine Nummer ein. Enja nimmt ihr Telefon entgegen und drückt herum. Kurz darauf meldet sich Samus Handy „Jetzt hast du auch meine Nummer.“, lächelt sie ihn an. Was ihm ein breites Grinsen beschert. Auch wenn die Umstände gestern, mehr als schlimm waren. Sie haben sie beide näher zusammen gebracht, denkt er sich. Zur Verabschiedung umarmen sie sich, Samu würde Enja am liebsten gar nicht mehr loslassen und ihr scheint es nichts auszumachen, dass er sie etwas länger festhält. Im Gegenteil, sie fühlt sich in seiner Gegenwart wohl.

Es ist komisch, wieder ganz alleine in ihre Wohnung zu sein. Enja stellt sich unter die Dusche, was ihr sehr gut tut. Ihre schmerzenden Muskeln etwas lockert und ihre Lebensgeister weckt. Was warmes Wasser alles bewirken kann. Nach dieser ausgiebigen Dusche, zieht sie sich bequeme Kleider an. Heute macht sie gar nichts mehr, als sich auf ihr Sofa zu kuscheln und etwas im Fernseh anschauen. Ihren lädierten Arm, hat sie in einem langärmeligen Shirt versteckt. Sie will nicht immer an gestern erinnert werden. Dennoch kommen ihre Gedanken nicht zur Ruhe.

Sie muss mit ihrer Mutter sprechen, aber nicht heute. Dafür hat sie keine Energie, sie muss erst einmal für sich, alles verarbeiten. Das Klingeln ihrer Wohnungstür, holt Enja aus ihren kreisenden Gedanken. Wer kann das sein. Für einen Moment flackert die Hoffnung auf, es könnte Samu sein. Was ist nur los mit ihr, fragt sie sich. Erst noch wollte sie ihn zum Teufel jagen und jetzt möchte sie seine Anwesenheit. Müde tapst sie durch den Flur. Ein weiters Mal klingelt es „Ja ich komme ja…“, flüstert sie leise vor sich hin. Sie öffnet die Tür und sieht in ein erbostes Gesicht.
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