Roter Regen

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Julian Jacos Mare Barrow OC (Own Character) Shade Barrow
03.09.2019
06.09.2019
2
1513
 
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Ich mag den Regen. Er wäscht den Gestank aus der Luft und bringt kühle Frische. Dann kann ich erahnen wie es ist frei zu sein, wie es ist jeden Tag frische Luft zu schnuppern. Er bringt Abwechslung.
Ich mag die Wolken. Sie zeigen mir das der Himmel nicht nur bei uns grau ist. Sie lassen den Schmutz in der Luft klein und unwirklich erscheinen. Und wenn ich die Wolken sehe, stelle ich mir vor wie der Himmel auch in Archeron grau ist. Genauso grau wie bei uns.
Ich mag die Frische auf meiner Haut. Wenn die Tropfen auf meine Haut prasseln sehe ich Ihnen dabei zu wie sie von mir abperlen und wie der Dreck in Tropfen an mir herunterläuft um im Schlamm zu landen.!Es ist eine zusätzliche Dusche und gibt mir das Gefühl sauber zu sein. Dann sehne ich der wöchentlichen Duschzeit von 3 Minuten nicht mehr ganz so entgegen.
Ich mag den Schlamm durch den 336 Stiefel im Gleichschritt stapfen. Wenn wir in Block 12 ankommen sind sie alle braun. Egal ob sie vorher schwarz- Silber waren. Oder grau. Alle sind braun. Es zeigt das die Wachen verletzlich sind. Das es eine Sache gibt die uns mit ihnen gleich stellt. Braune mit schlammverschmierte Stiefel. Nur das ihre sobald sie in ihren Häusern sind gewechselt und gewaschen werden. Von ROTEN! Während an unseren der Schlamm trocknet und nur mühsam abgepult werden kann. Und trotzdem gefällt mir der Anblick ihrer Stiefel. Denn sie sind nicht perfekt. Sie sind verletzlich. Und wenn es Schlamm ist der mir zeigt das silberne nicht perfekt sind, so ist es jedesmal eine Genugtuung zu sehen wie sich sich über den Schlamm beschweren. Ich wünschte ich könnte mich über den Schlamm beschweren.
Das würde bedeuten das ich keine anderen Sorgen habe.
Habe ich aber.
Unzwar reichlich.



Die Sonne brezelt auf meine Nackte Haut. Schweiß rinnt mir übers Gesicht und bleibt an der Oberlippe hängen. Ich bin klatschnass und stehe eng an 158 andere klatschnasse Gedrängt auf einem Sonnenbeschienen Platz. Meilenweit entfernt von den Schattenplätzen. Dort sitzen die Aufseher, die einzigen den dieses Privileg zusteht.
Der Staub hängt schwer in der Luft und setzt sich auf mein Gesicht.
Ich puste mir eine lose Haarsträne aus dem Gesicht, doch sie fällt keine zehn Sekunden später wieder ins Gesicht. Frustriert schnaube ich.
Es geht nicht voran.
Dann höre ich in der Ferne Motorengeräusch. Ich bin nicht die einzige. Die Menge wird unruhig, jeder hat die Hoffnung bald aus der Hitze zu fliehen. Es ist wie immer. Ein paar dreiste Versuchen sich nach vorne zudrängeln und lösen dabei beinahe eine Massenpanik aus. Einer der Unruhestifter schubst mich beinahe zu Boden, doch ich bleibe stehen. Ärgerlich packe ich sein Handgelenk und ziehe ihn zurück. Er dreht sich ärgerlich um und ich will ihm für sein überhebliches Grinsen am liebsten eine scheuern, da erkenne ich unter dem Lockenschopf ein vertrautes Lächeln. „Cam!“ Ich ziehe meine Augenbraue hoch und frage spöttisch: „Morrey, ich dachte drängeln ist unter deiner Würde?“
Er streicht sich die Haare aus dem Gesicht und antwortet verschmitzt, „Na und, seitdem wir 8 Leute zu viel sind gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst.“ In jedem Block leben normalerweise 150 Bastler. Doch seit einer Zeit werden wir mehr. Nur leider wird das Essen nicht mehr. Von daher wird von unser eh schon kleinen Essensration noch etwas abgezogen.
Morrey zuckt mit den Schultern. „Und für Essen verzichte ich sogar auf meine Würde“. Lachend ziehe ich ihn in eine Umarmung und meine „Aber auf deine Schwester verzichtest du nicht, was?“ Seine Antwort wird von einem knistern Verschluckt.
Auf eine Häuserwand wird ein riesiges Bild vom König gestrahlt der von seinem Thron auf uns herabblickt. Ich würde ihm am liebsten in sein hässliches Gesicht spucken. Morrey drückt meine Hand und ich werfe ohne einen besorgten Blick zu. Der König lässt sich selten dazu herab uns etwas mitzuteilen. Und selten verheißt es etwas gutes.
„Meine Lieben Bürger.“ „Pah, Sklaven sollte er sagen!“ Spucke ich aus.
„Meine lieben Bürger, ich habe eine Ankündigung zu halten. Wie ihr wisst sind unsere Arbeiterblocks überfüllt und daher haben wir beschlossen die Maßnahmen auch auf die Bastlerslums auszuweiten.“
Jemand schreit auf. Ein anderer wirft etwas auf die Häuerwand. Die Leute reden durcheinander.
Ich bleibe geschockt still. In den Nachrichten die wir manchmal sehen dürfen würde verkündet, das aufgrund der „Terroristen“ die Maßnahmen verstärkt werden sollen und obwohl das Leben als Bastler schrecklich ist war ich froh ausgeschlossen zu sein. Mein Kopf dreht sich.
Der König spricht weiter.
„Doch wir sind zu der Übereinkunft gekommen nur jeden 20ten für unsere Sache in den Krieg zu schicken. Und wir werden losen. Alles weitere werden sie in einem Schreiben erfahren. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.“
Eine Glocke kündet die Essensausgabe an. Der Platz leert sich.
Doch ich bleibe stocksteif stehen, Morreys Hand fest umklammert. Unfähig mich zu rühren starre ich ins nichts. Es fängt an zu regnen.
Das kalte Wasser vermischt sich mit meinen Schweiß und meinen Tränen und rinnt über meine Oberlippe. Ich fange es mit meiner Zunge auf. Es schmeckt salzig.
Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich nicht glücklich über den Regen.
Denn in der Abenddämmerung sehen die Tropfen aus wie Blut.
Rotes Blut.


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Moin,
schön das du hier her gefunden hast. Ich hoffe dir hat das erste Kapitel gefallen. Ich werde versuchen jede Woche ein neues Kapiel hochzuladen, aber bitte nicht beißen wenn‘s mal nichts wird!
Ich bin keine Profi-Autoren und bitte daher um Verständnis für Fehler im Text. Und ich bin auch nicht Ada und kann mir jedes Detail merken, also verzeiht kleinere Logikfehler, auch wenn ich natürlich versuche diese zu vermeiden.

Und: ich beiße nicht ;-) und würde mich freuen wenn ihr mir Reviews da lässt wie ihr das erste Kapi findet.

Bis zum nächsten Wiedersehen...
Ciao

(Ich hoffe ihr versteht die Anspielung)
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