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Lord of the Lost: Jemanden wie mich sollte man nicht lieben (Class Grenayde)

von DerLord
GeschichteLiebesgeschichte / P18
Class Grenayde OC (Own Character)
01.09.2019
29.08.2020
42
46.663
 
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01.09.2019 1.171
 
Ich sitze neben irgendeiner Kneipe und ziehe mir die Kapuze meiner ehemaligen Dienstuniform tiefer ins Gesicht. Neben bei versuche ich mich und meine Gitarre mit der Regenplane trocken zu halten und trotzdem spielen zu können. Meine Hände zittern in der Kälte während ich weiter hin einen Song nach dem anderen spiele. Meistens sind die Lieder meiner zwei Lieblings Band. Die Musik beider hat mir während der rauen Zeit als Soldatin geholfen nur konnte sie nicht verhindern das ich hier Lande, auf der Straße. Eine Gruppe Männer kommt an mir vorbei und bleibt stehen. Seelenruhig lauschen sie dem Lied,welches ich so oft schon gespielt und gehört habe. Ein Lied was mich seid dem Tod des Frontmannes und dem meiner Mutter begleitet. Als ich während des Spielens erkenne wer vor mir steht, halte ich stockend inne ziehe mir die Kapuze noch tiefer ins Gesicht. Als das lied Verglungen ist machen sie jedoch nicht die Anstalten zu gehen. Ich seufze leise und spiele mein letztes Lied des Abends. Es ist ebenfalls eines meiner liebsten. Als auch bei jenem lied die letzten Töne verklingen beugt sich jeder der fünf zu mir herunter und legt mir Zehn Euro in den alten Gitarrenkoffer. Dann verschwinden sie in die dunkelheit der Gasse. Ich stecke das Geld aus dem Koffer ein, packe meine Gitarre weck und Schulter meinen Rucksack. Ich habe nicht mehr viel Zeit bis es Stock dunkel ist und ich keinen Platz mehr zum Schlafen finden kann.

Und tatsächlich erst als es stock finster ist finde ich eine Geschütze Stelle. Ich gehe die Treppe zur Tür herunter und komme an einem Schild vorbei. Wahrscheinlich steht darauf was das hier für ein Gebäude ist, doch es ist zu dunkel und regnet immer noch zu stark um etwas zu erkennen. Ich setze mich an die Überdachte Tür. Morgen wird seit langem mal wieder ein Guter Tag. Ich habe drauf lang genug gespart. Müde vergrabe ich meine Hände in den Taschen.

Am nächsten Morgen werde ich unsanft geweckt. Jemand schüttelt mich. Ich murre und vergrabe mein Kopf tiefer in den Decken. „Hey Aufwachen", sagt jemand. Müde öffne ich meine Augen und schaue in ein Gesicht was ich so lieber nicht gesehen hätte. „Sagmal kennen wir uns nicht irgendwo her. Was machst du eigentlich hier", fragt mein Gegenüber. „Ich glaube da liegt eine Verwechslung vor sage ich und glaube meine Sachen zusammen und ergreife die Flucht. „Hey Warte doch mal", ruft er mir hinterher. Doch komme nicht weit. Er packt mich am Arm und hält mich fest. „Jetzt bleib mal stehen. Was hattest du denn hier zu suchen", fragt er. „Nach was sieht es denn aus. Ich habe hier geschlafen", sage ich giftig. „Ach und das ausgerechnet bei uns",fragt er nach. „Man es hat geregnet und es war Stock finster. Ich habe nicht erkennen können wo ich hier bin", gebe ich als Antwort zurück. „Gut ich lasse das mal so gelten. Aber wer bist du eigentlich. Du kommst mir bekannt vor", fragt er erneut. Ich antworte nicht und ziehe mir die Kapuze noch tiefer ins Gesicht. Doch mein Gegenüber zieht sie mir vom Kopf. „Leonora, was machst du hier und wie siehst du überhaupt aus", fragt er überrascht und auch etwas entsetzt. „Hallo Klaas", murrmel ich. „Du bist total nass und durch gefroren. Komm erstmal mit rein", sagt er und schließt die Tür zum Studio. Zögernd folge ich ihm. So hatte ich mir unser wiedersehen nicht vorgestellt. Ich wollte ihn eigentlich erst auf dem Konzert heute Abend wiedersehen. Aber das hatte sich schon gestern Abend erledigt als er mit den vier anderen bei mir stand. Als wir beide mit der Schule fertig waren haben wir uns aus den Augen verloren. Doch Jahre später bin ich auf eine Band aufmerksam geworden in deren Musik ich mich sofort verliebt. Da wusste ich doch nicht das er da Bassist ist. Wie auch ich befand mich im Krieg und hatte keine Zeit mich näher über die Band zu informieren. Doch als ich meine Dienstzeit als Soldatin nach diesem einem Fehler beenden musste hatte ich genug Zeit dafür. Als ich dann heraus fand das er der Bassist diese Band ist war ich ziemlich überrascht. Klar haben wir beide während der Schulzeit immer mal Musik gemacht aber das er letztendlich in einer Band spielt damit habe ich nie gerechnet. Über ein Jahr habe ich darüber nach gedacht auf ein Live Konzert zu gehen um ihn nach all den Jahren wieder zu sehen. Als ich dann mich endlich entschieden hatte machte mir die Musikhochschule einen Strich durch die Rechnung. Meine Lehrer und die Schulleidung hatte herausgefunden wieso ich aus der Arme geflogen bin und mich ohne mit der Wimper zu zucken von der Schule geworfen. Seit dem habe ich weder einen Job noch eine Wohnung gefunden. So hatte ich keine andere Wahl als mich als Straßenmusiker durch zuschlagen. Bis vor einem Monat. Ich hatte denn gesamt Monat aus was weiß ich für welchen gründen so viel bekommen das ich mir Karten kaufen könnte.
Ich hebe meinen Kopf den ich bis jetzt gesenkt hatte und schaue auf den Rücken meines ehemaligen Schulfreundes. Es ließ sich nicht bestreiten das er über die Jahre hinweg richtig gut aussehend geworden ist. Natürlich sah er das damals auch schon gut aus aber jetzt. Ich seufze.  Klaas öffnet die Tür zum Aufenthaltsraum. „Du siehst aus als könntest Du eine Dusche gebrauchen", meint er. Ich nicke nur unsicher mit dem Kopf. „Unser Bad ist da drüben, geh schon mal rein ich bringe dir frische Sachen und ein Handtuch, du kannst diese Sachen schlecht wieder anziehen", fügt er noch in zu. Ich nicke wieder nur und gehe in Richtung des Bades.

Ich bin gerade dabei mir mein T-Shirt über den Kopf zu ziehen, was wahrscheinlich bald eh von alleine weggelaufen wäre,da öffnet Klaas die Tür und steckt den Kopf herein. „Hier zwei Handtücher und ein paar Sachen von mir. Stören tut dich das wahrscheinlich ja nicht. Ist ja nix neues", sagt er und reicht mir die Sachen. Eine mir unbekannte röte stiehlt sich auf mein Gesicht, als ich mich darin erinnere wie wir zusammen entweder bei mir oder bei ihm im Bett gelegen haben, nach dem wir betrunken von so manchen Partys gekommen sind. „Danke", murmel ich und nehme die Sachen entgegen. Klaas verschwindet wieder. Ich stelle mich unter die Dusche und seufze erleichtert als ich das warme Wasser auf meiner Haut spüre. Es tut gut endlich wieder sauber zu sein. Ich bleibe eine ganze Weile darunter stehen und genieße es einfach.

Als ich dann fertig gewaschen und angezogen aus dem Bad komme höre ich mir bekannte Stimmen aus dem Nachbarraum und die Konturen einiger Personen sind durch das Milchglas der Tür zu sehen. Ich zöger bevor ich mich dazu entscheide zu gehen. Den es ist besser für alle Beteiligten wenn ich mich nicht mehr blicken lassen. Auf das Konzert werde ich zwar trotzdem gehen. Denn dafür habe ich viel zu lange hart arbeiten müssen.
 
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