Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Leben und Lieben am Limit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
01.09.2019
30.12.2020
50
76.388
25
Alle Kapitel
422 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
04.12.2020 1.985
 
Hei ihr Lieben

...es gibt mich noch und endlich kann ich euch das neuste und gleichzeitig eines der letzten Kapitel meiner Kummerbuben hochladen. Allerliebsten Dank für euer Feedback zum letzten Kapitel, die neuen Herzen und das neue Sternchen, das sich dazu gesellt hat. Das ist meinem Schreiberinnen-Herz pure Freude...merci tuusig!

Ich hoffe sehr, ihr freut euch und seid auch nach meiner absolut ungeplanten und langen FF-Abstinenz wieder dabei. Das Leben war und ist grad ziemlich herausfordernd, der Alltag stürmisch, aber es geht mir und meiner Familie soweit gut, das ist die Hauptsache. Nun wünsche ich euch ganz viel Spass beim Lesen, einen schönen Abend und für Nachschub ist quasi schon gesorgt :-)

Herzliche Grüsse eure BlackSea

*********************************************************************************

„…ja, so ist es in…Moment…in genau zwei Stunden und 13 Minuten holt mich Tobi ab!“ … „Ob ich mich freue? Ich kann dir gar nicht sagen wie sehr…weisst du Paul, ich hatte ja nicht wenig Zeit um nachzudenken und ich denke schon, dass ich Vieles verstanden und begriffen habe und wo der Kopf im Weg war oder ist, hat sich das Herz bemerkbar gemacht…ja…ich freue mich sehr nach Hause zu können und damit meine ich in erster Linie zu Tobias und nicht unsere Wohnung…“  … „…du wieder…nein, ich bin in der Klinik nicht kitschig geworden…sag bloss, du hast nie bemerkt, dass ich das schon immer war?!“… „ja…stimmt, also du, ich muss noch fertig packen!“… „erwischt, ich gebs ja schon zu…nein, muss ich nicht, ehrlich gesagt sitze ich quasi auf gepacktem Koffer seit gefühlt vier Stunden, ich hatte noch ne letzte geführte Stunde Autogenes Training und nun will ich noch auf eine kurze Verabschiedungsrunde…grüss bitte Romy ganz lieb von mir…!“… „ja mach ich…danke Paul…für alles. Ich meld mich bei dir, ja! Tschau!“



(Zur gleichen Zeit bei Boris’ Lieblingsmann…)

„…hmmm eigentlich nichts Besonderes, ich hole ihn ab, dann werden wir etwas essen und vermutlich todmüde ins Bett fallen“ „…du merkst es wirklich nicht, oder?!“ „Was merke ich nicht…?“ Fragende Augen blicken in schelmisch Grinsende…und noch währenddem Kai theatralisch die Augen rollt und seine Hände verwirft, sieht und hört er den Groschen förmlich fallen „Jetzt hats geklappt oder…ich hab den Groschen deutlich fallen gehört…du kannst unmöglich mit Boris Daheim ankommen, so lange es nicht dunkel ist…sag mal, kann es sein, dass du ein klein wenig aufgeregt bist?“ „Nicht aufgeregt, nein, eher irgendwie…weiss nicht, einfach verdammt glücklich, ihn wieder richtig bei mir zu haben…aber fürs Denken hab ich ja zum Glück dich, ne?“ „Jonas hat mir in allen Details erzählt und mit Fotos dokumentiert, was ihr mit eurem Schlafzimmer angestellt habt, wär echt schade, wenns nicht dunkel ist, wenn ihr heimkommt, aber weisst du was, ich hab ne Idee…bei Sushi kann Boris doch im Leben nicht widerstehen, ich gehe in der Sushi-Lounge vorbei und du überlegst dir, weshalb wir heute unbedingt zusammen Sushi essen müssen…Jonas wird sicher auch dabei sein…und wenn wir zu schnell fertig sind, schieben wir halt was Geschäftliches vor, sprich, du musst mich noch updaten betreffend einem Patienten, da du danach Urlaub hast oder wir spielen noch ne Runde Brandy Dog…dir fällt bestimmt was ein und jetzt los…Kaffeepause ist längst um“ Mit einem Schlag gegen die Schulter springt Kai kopfschüttelnd auf…nuschelt „Ich glaub das jetzt nicht, der hats doch echt vergessen tztztzt….wie kann er nur…“ Tobi kneift seinen Freund im Vorbeigehen frech in die Seite, schlägt ihm mit der Hand an den Hinterkopf…kommentarlos lässt Kai dies über sich ergehen, dankbar, ist da wieder diese Leichtigkeit, die er so mag zwischen ihnen, während Monaten war viel zu oft nur diese so dunkle Schwere zu spüren, auch wenn er nie wirklich ins Zweifeln gekommen ist, dass alles gut werden würde…es war verdammt hart, seine beiden engsten Freunde so zu sehen. Er und Jonas hatten abendfüllende Gespräche darüber, wie sie die Beiden noch unterstützen könnten, aber auch intensiv darüber, was zu tun und zu lassen ist, damit sie nicht irgendwann in eine ähnliche Situation geraten, da auch sie beruflich sehr eingespannt sind. Nichtsdestotrotz hat Boris’ Zusammenbruch für Jonas und ihn eine enorme Wende in ihre dauerhafte On-Off-Beziehung gebracht… Jonas sprang mit Anlauf über seinen eigenen Schatten und nun führen sie die von ihm so sehr ersehnte Partnerschaft…exklusiv, ohne wenn und aber…nie hat sich etwas berauschender und richtiger angefühlt. Was auch immer es ist, das ihn derart fasziniert an diesem Mann…natürlich nebst dem, dass Jonas den geilsten Arsch von ganz Hamburg hat und der nun endlich ihm alleine gehört, er wird alles dafür tun, dass diese unergründliche Faszination nie verloren geht… „Haaaallo…Kaahai…ich dachte die Kaffeepause sei um, will ich überhaupt wissen, was der Inhalt deiner Tagträume ist, der dich so strahlen lässt?!“ Erst durch Tobias Stimme wird Kai bewusst, das er mitten im Flur der Praxis und in Gedanken versunken stehen geblieben ist „Jonas…der Kerl vernebelt zusehends meinen Verstand und nun los, an die Arbeit, die wartet nicht und Boris wirds wohl auch kaum mehr erwarten können, dass du hier weg kommst!“







…warm und liebevoll umschliesst seine Hand die von Boris, nur dem Umstand geschuldet, dass er ihn wohl wirklich besser kennt, als Boris sich selber und gerade in den letzten Monaten noch intensiver gelernt hat, auf die kleinsten Zeichen und Regungen zu achten, bemerkt er das kaum fühlbare Zittern…nicht schlimm, nicht bedenklich, wohl einfach eine Mischung aus Aufgeregtheit und leichter Unsicherheit! Es ist nämlich soweit…die Uhr zeigt 17.00 Uhr und wie von Dr. Gumprecht augenzwinkernd prophezeit, laufen sie Hand in Hand übers Klinikgelände zum Parkplatz…mit jedem Schritt, den sie sich von der Klinik entfernen, fällt ein kleines Säcklein Last der letzten Monate mehr von Tobi ab…noch ehe sie das Auto erreicht haben, lässt er seine Krücke zu Boden fallen, reisst seinen Mann schon fast in die Arme und erlaubt seinen Gefühlen, seinen Emotionen, seinen angestauten Empfindungen einfach, seinen Körper, seine Seele zu verlassen…es ist viel tiefe Angst, so viel unterdrückte Sorge, so viel hartnäckiger Schmerz und so verdammt viel Hilflosigkeit, was alles von ihm abfällt. Es ist fast wie mit den Linden, die so zahlreich gepflanzt wurden auf dem gesamten Grundstück der Linden-Klinik und deren Blätter sich grösstenteils in Scharen am Boden versammelt haben und hie und da noch immer in zarten Bewegungen zu Boden gleiten…und auch wenn dies für die Natur Herbst und Ruhezeit bedeutet, fühlt es sich für ihn gerade nach saftigem und blühendem Leben an, das durch seinen Körper fliesst. Nach saftigem Leben und Glück, dem er endlich wieder über den Weg traut, ohne diese latent vorhandene Angst, welches Monster sich hinter der nächsten Kurve verstecken könnte. Er lässt auch seine ungeweinten, viel zu oft mühsam unterdrückten Tränen in die Freiheit, lässt laufen was raus muss…und es befreit ihn wortwörtlich.Tobi braucht es jetzt, genau in diesem Moment so sehr, er muss Boris spüren, ihn riechen, ihn halten und sich von ihm halten lassen…spüren dass Vieles wieder gut ist…alles wieder gut wird. Boris, dem es nicht gross anders zu gehen scheint, streicht ihm unaufhörlich über den Rücken…hat seine Wange an Tobis Hals gekuschelt, atmet ihn, fühlt an der Halsschlagader Tobis Puls…gerade zwar viel zu schnell, aber kräftig und in beruhigender Regelmässigkeit. Er fühlt Tobias’ Hand an seinem Hinterkopf…die ihn hält und gleichzeitig zärtlich durch seine Haare nuschelt…was liebt er dieses Gefühl, das sich so nach Geborgenheit und Schutz anfühlt…wahrscheinlich könnte in diesem innigen Moment die Welt untergehen, sie würden davon nichts mitbekommen…Minuten vergehen, in denen sie einfach da stehen und ohne Worte dafür brauchen zu müssen, sagen sie sich so viel…sie sind eins…jeder mit sich und zusammen…



Auch wenn Boris eigentlich am liebsten auf direktem Weg nach Hause fahren würde, lässt er sich, wie von Kai vorausgesagt, mit der Aussicht auf eine Sushi-Platte „House&Riche“ schneller als erwartet umstimmen und so fahren sie erstmal zu ihren Freunden.
„Ein Hoch auf den Erfinder der Sitzheizung…vielleicht hätte ich doch nicht an der Kälte auf dich warten sollen, aber es hat mich wirklich nichts mehr in der Klinik gehalten, nachdem ich mich von allen verabschiedet hatte!“ „Also ich fands schon irgendwie süss…du da auf der Bank, die Füsse auf dem Koffer abgestellt und mit den Finger auf den Schenkeln am trommeln, schade hast du mich bemerkt, sonst hätte ich glatt ein Foto für den Info-Chat gemacht und losgeschickt!“ „Wir könnten ja heute Abend ein Foto machen, draussen auf der Terrasse…und so mitteilen, dass ich wieder mir dir zu Hause bin, nur schade, wird die Nacht nicht klar und somit wohl auch keine Sterne zu sehen sein…Gott was hab ich das vermisst in der Klinik…einfach abends draussen sitzen…ein Glas von unserem Hochzeitswein trinken und frische Luft atmen…und nun ist die Draussensitz-Saison schon wieder um…“ „Hei Süsser…nicht dem nachtrauern, was du verpasst hast…ausserdem war deine Fensterbank doch ein wundervoller Ersatz…!“ „Stimmt…und ich gebs ja eigentlich nicht gerne zu, aber die werd ich wohl doch das ein oder andere Mal wirklich vermissen…war schön da…vor allem dann, wenn du auch dabei warst…“
„Du, was ganz anderes, wollen wir noch kurz in der Adler-Apotheke vorbei fahren und deine Tabletten abholen? Liegt ja quasi auf dem Weg.“ „Du findest auch, dass die unumgänglich sind, oder?!“ „...weisst du Boris, es ist schlussendlich deine Entscheidung, ob und wie lange du die Tabletten nimmst...aber versuche doch, das mal so zu sehen, du liebst doch dein Auto, oder?! Stell dir vor, wir fahren im tiefen Winter in unser geliebtes Hotel in den Schweizer Bergen, Winterpneus sind montiert, alles gut...nun geraten wir aber auf dem letzten und steilen Streckenstück in Neuschnee...was tun wir dann?“ „Du meinst wohl, was ICH dann tue…Fluchen!! Danach mir den Arsch abfrieren und wohl oder übel Schneeketten montieren...“ „...siehst du, darum gehts, du würdest heldenhaft und ohne eine Sekunde zu zögern, ob die Dinger nun nötig sind oder nicht, sie montieren…nun stell dir mal vor, die Tabletten sind deine Schneeketten...was ich damit sagen will, ja...du bist aus dem gröbsten Schneesturm raus, aber noch ist die Strasse nicht wieder sicher und du lässt sie zur Sicherheit erstmal am Auto, bis du mit gutem Gewissen wieder ohne fahren kannst!“ Boris schweigt, nickt nachdenklich...scheint über Tobis Worte zu sinnen...ehe er Tobias mit grossen Augen zu verschlingen droht „saaag mal, du hast mich jetzt nicht ernsthaft mit einem Auto verglichen...?!“ „...nicht gut?“ mit schelmischem Grinsen schiebt er nach, „also weisst du, das Auto war natürlich so ein heisser, schnittiger Sportwagen, mit unwiderstehlichem  Heck...“ Boris kann seine ernste Miene nicht weiter aufrechterhalten, bricht in schallendes Gelächter aus, streichelt dann liebevoll über Tobias‘ Oberschenkel und nach einem Moment der Stille wird er wieder ganz ernst,  „Danke Schatz...du schaffst es immer wieder...weisst du, es gibt Dinge, die ich erst im Kopf verstehen muss, damit das Herz mitmachen kann..und es gibt keinen Menschen ausser dir, der einen Direktzugang zu Beidem hat…!“ Tobias spürt Tränen in seinen Augen schwimmen…verlegen streicht er sich über die Augen, sein Herz ist so liebevoll ummantelt von kuscheliger Wärme, die Boris’ Worte hinterlassen haben…
Seine Hand ruht für den Rest der Fahrt, erst zur Apotheke und dann zu Kai und Jonas, auf dem Oberschenkel seines Lieblingsmanns…



Stunden später sitzen sie wieder im Auto, diesmal von Tobias gelenkt…nur noch wenige Minuten trennen sie von ihren vier Wänden. Boris ist allerdings zu sehr damit beschäftigt, sich zu beschweren, dass er viel zu viel gegessen hat, und sich gleichzeitig den Bauch zu massieren, als dass er merken würde, dass sich Tobias in ein Nervenbündel verwandelt…ein sehr glückliches, aber doch ein Nervenbündel…er macht sich tausende Gedanken, wie er Boris seine Überraschung zeigen soll…aber wie so oft in ihrem Leben, ergibt sich alles ganz von selber…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast