Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Leben und Lieben am Limit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
01.09.2019
30.12.2020
50
76.388
25
Alle Kapitel
422 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
22.09.2020 1.788
 
Ein herzliches Hallo in die Nacht ihr Lieben

Ganz liebsten Dank für euer Dabeisein.
Was hat mein SchreiberinnenHerz sich gefreut, dass nach über einem Jahr, seit ich das erst Kapitel meiner Kummerbuben hochgeladen habe, erneut ein Sternchen und Herzen dazugekommen sind! Und ein klein wenig ist mein SchreiberinnenHerz auch gerade stolz…das letzte Kapitel wurde knappe 700mal angeklickt…sehrsehr MERCI TUUSIG dafür!


Ich habe mich ja in letzter Zeit aus verschiedenen Gründen des öfteren gefragt, ob der wundervolle Toris-Hype langsam aber sicher dem Ende zugeht. Dann ist mir irgendwo der Begriff „Schwarzleser*innen“ begegnet, brachte mich zum Schmunzeln, aber auch i-wie zum Nachdenken. Es wird immer wieder betont auf FF, dass weder wegen Revs noch wegen Sternen und Herzen geschrieben wird und dem stimme ich absolut zu, dennoch ist es nichts ausser ehrlich, dazu zu stehen, dass es einfach eindeutig mehr Freude macht und Motivation pur ist zum Weitermachen, wenn Rückmeldungen kommen. Und es ist auch einfach total schön lesen zu dürfen, was die Lesenden über die einzelnen Kapitel denken, dabei fühlen, was schön ist, was nicht…undundund

Mit verschiedenen wundervollen Schreiberinnen in Kontakt, schreibt man sich halt auch gegenseitig davon, wenn man sich fragt, ob ein Kapitel schlecht ist, ob die Geschichte auserzählt oder langweilig ist oder was auch immer…gerade dann, wenn Feedback ganz spärlich kommt, manchmal tagelang ausbleibt…der langen Rede kurzer Sinn…JA, es ist einfach so, man wünscht und erhofft sich immer wieder, dass bei Hunderten Lesenden sich ein paar wenige mehr, als die ein-zwei Prozent zu Wort melden. Denn dies erfreut eine jede, wirklich eine jede Schreiberseele… Drum...traut euch, ab und an ein/e "Weissleser*in*" zu werden ;-)
Nehmts mir nicht krumm, ich musste das einfach mal loswerden.


Nun wünsche ich euch eine gute Nacht oder einen schönen Tag und viel Spass mit den beiden Jungs…die Zielgerade hat begonnen.

❤️liche Grüsse Eure BlackSea
*********************************************************************************************************



„Boris…Süsser, jetzt reichts langsam, demnächst bricht der Boden durch und du findest dich im Keller wieder, wenn du nicht aufhörst damit, einen Pfad zu trampeln…jetzt komm mal her!“ öffnet er seine Arme, schenkt Boris ein mitfühlendes Lächeln, zieht ihn an sich…streicht ihm immer wieder beruhigend über den Rücken und flüstert ihm mutmachende Worte ins Ohr, ehe er versucht rauszufinden, was bei Boris gerade einen Schub von akuter Hyperaktivität auslöst.

„…kannst du in Worte fassen, was dich gerade derart nervös macht?“ Boris gibt sich sichtlich Mühe, seine Beine ruhig zu halten, spielt und grübelt alternativ nun an seinen Fingern und reibt sich abermals an der Nase…nuschelt dann, währenddem er sich wieder in Tobias’ Arme schmiegt „Was, wenn Dr. Gumprecht einen Rückzieher macht, findet, es sei doch zu früh, ich nicht stabil genug? Was, wenn er mir die Entlassungspapiere nicht unterschrieben überreicht? Ich meine, wieso sonst sollte er sich derart verspäten?!“ Tobi schiebt Boris etwas von sich, hält ihn an den Schultern fest, sucht seinen Blick…zwingt Boris wortlos, aber durchdringend, diesem standzuhalten. „…daher weht also der Wind, dem entziehst du jetzt gefälligst sofort sämtliche Macht, die Segel neu zu setzen, oder gibt es einen einzigen plausiblen Grund, weshalb Dr. Gumprecht sowas tun sollte?!? Du sorgst dich mal wieder um Probleme, die du noch gar nicht hast und ich bin sicher, dass du, dass wir…wir zusammen, die auch nicht bekommen werden!“ Sanft legt er seine Hand an Boris Wange, streicht mit dem Daumen liebevoll darüber „…und jetzt setzen wir uns hin und warten, bis Dr. Gumprecht kommt, du weisst doch selber wie es ist, wenn man Termine mitten am Nachmittag ansetzt, da kann es jederzeit zu natürlichen Verspätungen kommen, abgesehen davon, warst du furchtbares Nervenbündel ja nicht davon abzubringen, über eine Viertelstunde zu früh hier aufzutauchen.“ Mit einem lauten Seufzer lässt sich Boris auf den geflochtenen Freischwinger und seinen Kopf in die Hände fallen, streicht sich mehrfach übers Gesicht, presst geräuschvoll sämtliche Luft aus seinen Lungen, ehe er wieder tief einatmet und sich endlich wieder Tobi zuwendet, der sich neben ihn gesetzt hat und sich ein leichtes Grinsen nicht mehr verkneifen kann! „Lachst du mich aus? Ich weiss ja selber, dass ich mich gerade ziemlich deppert benehme, aber ich freu mich so sehr, morgen nach Hause zu können, dass ich mich wohl ein ganz kleines Bisschen reinsteigere…“ Tobis Lachen wird umfassender, mit Daumen und Zeigefinger deutet er, was er mit Worten unterstreicht „Ja…aber wirklich nur ein gaaaanzganz kleines Bisschen“ „Du lachst mich echt aus, findest du das eigentlich nicht daneben…dich an meinem Elend zu weiden!?!“ Boris wiedergefundenes Lächeln entzieht den Worten sämtlich Schärfe und er streckt seine Hand nach Tobis aus, verschlingt ihre Finger, schüttelt leicht den Kopf und versteckt sein Gesicht hinter vorgehaltener Hand… „Wird echt Zeit komme ich hier raus, ich glaub längerfristig entwickle ich hier mehr Macken, als dass ich welche loswerde…!“

Laut hallende, näher kommende Schritte, unverkennbar das Klackern von Dr. Gumprechts Slippern mit genagelter Holzsohle, lassen Boris wie auf Knopfdruck wieder angespannt werden, zärtlich umschliesst Tobi seine Hand, drückt ihm ein Muntschi auf den Hals und flüstert ihm „es wird alles gut werden, vertraue darauf!“ ins Ohr.

„Die Herren Saalfeld…verzeihen sie bitte meine Verspätung, ich wurde noch in Zimmer 633c gebraucht! Ihr wisst ja…das Notfallzimmer…“ Hastig schliesst er die Türe auf, tritt auf die Seite, bittet die Beiden herein und Platz zu nehmen, schliesst das Fenster und setzt sich in den ledernen Chefsessel, ehe er die zwischenzeitlich allen bestens vertraute Krankengeschichte aufschlägt… „Nun ist er also gekommen, dieser Tag, den sie so sehr herbeigesehnt haben… Ich habe alle Papiere vorbereitet und ihnen den Plan für die ambulanten Therapien zusammengestellt. Wie schon mehrmals besprochen, empfehle ich ihnen weiter, dass sie bis mindestens Ende Jahr die Medikation in aktueller Dosierung beibehalten, dafür ein Rezept. Über eine allfällige Reduktion würde ich eigentlich wirklich erst im Dezember mit ihnen zusammen entscheiden wollen, das hat Zeit!“ Er reicht beiden Saalfeld-Männern einen Ausdruck der geplanten ambulanten Weiterführung der Therapien und fordert sie auf, sich einen Überblick zu verschaffen und allfällige Fragen zu stellen.

Die nächsten 40 Minuten vergehen wie im Flug, es scheint wirklich alles auf dem Schlitten zu sein und über die Nachricht, dass Tobias für die nächste Woche Urlaub eingegeben hat, ist der sympathische Arzt sehr angetan, es scheint fast ein wenig Erleichterung durchzuschimmern. Dr. Gumprecht macht Boris noch einmal unmissverständlich klar, dass er weiter an sich und seinen Problemen arbeiten muss, wenn er nicht erneut auf der mehr als baufälligen Autobahn von vorher landen will, auch wenn er ihm attestiert, das Rüstzeug zu haben, um auch in diesem ungünstigen Fall den Blinker rechts ran zu finden, oder den Fuss vom Gas nehmen zu können.



„Darf ich ihnen Beiden noch etwas persönliches mit auf den Weg geben?“ Ein kurzer gegenseitiger Blick und Boris’ Nicken veranlassen Dr. Gumprecht dazu, Boris’ Krankengeschichte zu schliessen, die Lesebrille abzulegen, sich etwas vom Schreibtisch wegzustossen und in gemütlicher Manier seine Beine übereinander zu schlagen „Ich habe in meiner jahrelangen Tätigkeit hier an der Klinik, aber auch anderswo selten erleben dürfen, dass ein Mensch, der am Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist, ein derart dichtgestricktes Netz durch seinen Partner, aber auch durch seine Freunde unter sich wissen durfte, dass er getragen und gehalten und nicht komplett von der schwarzen Tiefe verschlungen wurde. Ich war und bin schwer beeindruckt, wie sie Beide, trotz aller heftigsten Widrigkeiten, die ihnen das Leben und ihre Familie vor die Füsse geknallt hat, Wege gefunden haben, ihr WIR, wie sie dem immer so treffend sagen, zu bewahren, ja es gar zu stärken. Wissen sie, dass sie hier schon morgen zusammen“ mit einem Augenzwinkern fährt er nach kurzer Pause fort, „dass sie hier morgen zusammen und so wie ich sie kennenlernen durfte, Hand in Hand das Gelände der Klinik verlassen werden, das ist alles andere als selbstverständlich.“
Den Blick direkt an Boris gerichtet fährt er fort „Ich weiss und durfte es sehr oft von ihnen hören, wie dankbar sie ihrem Mann dafür sind, was er für sie zu tun bereit war und ist und es berührt mich wirklich, dass sie sich zu jeder Zeit, während all der Monate hier, bewusst waren, dass er hinter ihnen steht…immer…ohne den kleinsten Vorbehalt und dass sie nie auch nur im Ansatz etwas davon als selbstverständlich betrachteten…denn das ist es halt erfahrungsgemäss wirklich nicht. Aber ich denke, wir wissen alle Drei, dass ihr Genesungsprozess massiv länger gedauert hätte hier in der Klinik, wäre nicht dieser starke Mann, ihr Mann neben, hinter und wenns darauf ankam, auch vor ihnen gestanden, jederzeit bereit, die Krallen auszufahren. Ich wünsche ihnen nichts mehr, als dass sie ihr WIR für immer festhalten…es gibt wohl nichts Wertvolleres, für das es sich lohnt, jeden Kampf zu kämpfen.“

Bewegt über die doch sehr anrührenden Worte von dem beidseits sehr geschätzten Doc verlassen sie das Sprechzimmer, sich an den Händen haltend, mit tiefer Dankbarkeit und dem Wissen, es wirklich geschafft zu haben im Herzen. Für einmal bleibt der fade Nachgeschmack aus, den Boris regelmässig ereilte, wenn er dieses Zimmer verliess…etwas ist anders.



Ohne Worte verlassen sie das Klinikgebäude, stillschweigend übereingekommen, die frische Luft im Park geniessen zu wollen. Es ist irgendwann Tobias, der das angenehme Schweigen unterbricht „Duu…ich hätte jetzt so richtig Lust auf ein Eis…so ein richtig fettes, grosses Pistazien-Eis mit Schokogeschlabber und Zuckerstreusel drauf. Gibts das hier irgendwo?“ „Leider nicht auf dem Klinikgelände“ „und ausserhalb, drüben im Städtchen vielleicht?“ „Vermutlich schon, aber ich weiss es nicht, war ja nie wirklich draussen!“ Tobias streckt Boris die Hand hin, grinst übers ganz Gesicht „Dann wird es langsam mal Zeit. Kommst du mit?“ Zögernd „hmmm…Schatz du weisst doch, dass ich das nicht spontan darf…“ „…hmmm Süsser und DU weisst, dass das mir just in diesem Moment in etwa gleich fest schnuppe ist, wie wenn jetzt gerade in China ein Fahrrad umfällt…oder?! Los komm schon…“ Gespielt zierend, lässt sich Boris mitziehen und unter fröhlichem Gelächter büxen sie aus…

In der gemütlichen Flaniermeile angekommen, bleibt Boris ziemlich abrupt stehen, hält seinen Schatz am Arm fest, zieht ihn in eine innige Umarmung und nach einem überaus an- und aufregenden Kuss, zieht sich das Strahlen übers ganze Gesicht „Ich freu mich grad ziemlich sehr heftig, dass du es wieder bist… „Dass ich was wieder bin?“ „unvernünftig…ich hab mir schon fast Sorgen gemacht“ „Naja…einer von uns muss den vernünftigen Part übernehmen und da du kurz mal Pause brauchtest davon, bin ich eben eingesprungen, aber ich habs dir kürzlich schon gesagt, noch eine Woche Schonfrist sei dir gegönnt und dann…“ die weiteren Worte werden von einem hungrigen Kuss zurückgedrängt. Unbemerkt davon, dass sie gerade die abendliche Attraktion der Flanierenden sind, geben sie sich ihren Gefühlen und einer leidenschaftlichen Knutscherei hin.

Es ist alles gut…einfach nur gut, ohne Wenn und Aber…nicht irgendwann, gerade JETZT!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast