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Leben und Lieben am Limit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
01.09.2019
30.12.2020
50
76.388
25
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422 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
25.08.2020 1.486
 
Hei ihr Lieben

...es geht tatsächlich schon wieder weiter!
Schön wieder hier zu sein und noch schöner, dass die Kummerbuben noch immer gelesen werden. Danke dafür...freu mich sehr!

Herzliche Grüsse und geniesst den Abend!
Eure BlackSea

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Noch drei Tage und dann ist es soweit…Boris wird endlich wieder nach Hause können…die letzten Tage waren geprägt von Unsicherheiten, Zweifeln und Ängsten, ob er im Alltag ausserhalb des sicheren Rahmens, den die Linden-Klinik ihm nun über eine lange Zeit geboten hat, bestehen wird können. Tobi der sich im Vorfeld schon genau darauf eingestellt hat, dass das passieren wird, war einmal mehr der Anker im Sturm, strahlte eine schon fast erschreckend-ansteckende Gelassenheit und Sicherheit aus…immer wieder streckte er Boris die Hand hin, um ihn aus dem Dunkel ans Licht zu ziehen, war das noch vor Wochen fast unmöglich und nur unter enormem Kraftaufwand möglich, so nimmt Boris seine Hand nun freiwillig, ja er sucht sie sogar, erzählt seinem Mann oft ohne Umschweife von seinen Sorgen…lässt sich aber auch beruhigen und Tobias’ Zuversicht, dass sich all seine Bedenken und sein Kopfzerbrechen nicht bewahrheiten und wenn, sie Lösungen dafür finden werden…gibt Boris Mut, Kraft und eine warme innere Ruhe!

Am Donnerstag, also Übermorgen werden sie erneut zusammen ein Gespräch mit Dr. Gumprecht haben, quasi ein Austrittsgespräch, auch wenn er sich nicht mehr in der Rolle des Therapeuten sehen will, musste Tobi keine Sekunde darüber nachdenken, ob er dabei sein möchte, als Boris ihn darum gebeten hat. Nächste Woche  am Mittwoch ist es dann auch soweit und Boris wird das erste Mal nach mehreren Monaten wieder das City-Hotel betreten. Auf Anraten von Dr. Gumprecht findet die erste ambulante Sprechstunde gleichentags am Nachmittag statt…vorsorglich hat sich Tobi eine Woche Urlaub geplant, er will Boris helfen wieder im Alltag und zu Hause anzukommen, davon weiss Boris allerdings nichts. Es soll zugleich Überraschung wie auch Schutz für Boris sein, würde er mit Sicherheit ablehnen, dass Tobi Urlaubstage opfert für ihn…als ob sowas je ein Opfer darstellen könnte für Tobi, ist er doch einfach nur der vermutlich mit Abstand glücklichste Mann auf Erden, dass er seinen Lieblingsmann nicht verloren hat in all den Stürmen…





„…phuuu, ich hab mir das Ganze tatsächlich bissel einfacher vorgestellt, aaaaber das Resultat übertrifft meine Erwartungen mehrfach! Ich bin euch Dreien so unendlich dankbar, habt ihr das möglich gemacht!“ Immer wieder lässt Tobias seinen Blick durch ihr Schlafzimmer gleiten, streicht sich mit seiner freien Hand übers Gesicht und durch die nun zusehends verstrubbelten Haare, er muss sich heftig am Riemen reissen, um nicht vor versammelter Truppe seinen Tränen der Rührung, die sich brennend in seinen Augen sammeln, freien Lauf zu lassen. Er weiss schon immer, dass er und Boris mit Kai und Jonas Freunde an ihrer Seite haben, die immer, wirklich immer für sie das sind, dass aber nun auch Jonas’ Vater und sein Bruder Leif mitgeholfen, oder wohl besser ausgeführt haben, was er für Boris’ Heimkehr so unbedingt wollte, das ist rührend ohne Ende! Er hätte das alleine nie geschafft…auch nicht vielleicht! Noch immer sind es solche Momente, die ihm hin und wieder in schmerzhafter Deutlichkeit sein Handicap vor Augen führen…aber gerade jetzt…jetzt in diesem für ihn so emotionalen Moment, will er darüber nicht nachdenken, es fühlt sich so wunderbar an, dass er es, ganz ohne dass Boris auch nur im geringsten Verdacht schöpft, geschafft hat, seine Vision in die Tat umzusetzen. „Du weisst schon, dass ich am liebsten eine Kamera montieren würde, um Boris’ Reaktion darauf live miterleben zu können…ich mein, wenn ich die hier, guck mal…hier oben am Schrank befestigen würde, dann würde er sie bestimmt nicht bemerken und du…“ „untersteh dich du Spinner“ „…ach komm schon, sei keine Spassbremse“ „vergiss es! Das wird Boris’ und mein Moment sein, auf den ich seit Wochen warte und so sehr ich dich liebe mein Held, so sehr dann doch auch wieder nicht“ „kriegen wir dann wenigstens ein Bier, ehe du uns vor lauter Ergriffenheit wahrscheinlich auch noch rausschmeisst?!“ Jonas versucht vorwurfsvoll-beleidigte Mimik veranlasst Tobi, auch ohne ernstzunehmende Wirkung, seinen Freund, dessen Bruder und auch ihren Vater kurz zu umarmen „und nun machts euch draussen auf der Lounge gemütlich, gibt nicht nur Bier für euch…hab, währenddem ihr im Baumarkt gewesen seid, Schinken-Rosmarin-Krapfen gebacken!“



Eine gute Stunde später, Leif und sein Vater sind gerade eben gegangen, geniessen die zwei Freunde noch die letzten wärmenden Sonnenstrahlen auf der Terrasse, der Herbst legt sich unüberseh- und fühlbar über die Natur. Die Blätter an den Bäumen haben sich in warmen gelb und rot-rosttönen verfärbt und beim Spazieren im Wald kann man die ersten dürren Blätter unter den Schuhen knistern hören...herrlich! Es riecht überall in den Vorgärten nach reifen Früchten und die Luft lässt sich wieder frischer und klarer atmen, als noch vor kurzem, wo es sengend heiss und stickig war. Für Tobias beginnt die schönste Jahreszeit, es ist nicht mehr ganz so heiss, was das Tragen der Orthese etwas erträglicher macht, hat aber auch noch kein Glatteis und keinen Pflotsch auf den Gehsteigen…Goooott was hasst er es, wenn er im Winter ständig auf der Hut sein muss, damit er nicht stürzt. Und umso schöner, dass Boris gerade jetzt, wo für ihn alles schon so schön ist, am Freitagabend nach Hause kommen wird „..hörst du mir überhaupt zu?“ „eeehm….also theoretisch schon, praktisch könnte es sein, dass ich grad eben nen kleinen gedanklichen Abschweifer gemacht habe zu Boris’ Austritt…sorry Kumpel“ „Bist du nervös? Stresst es dich?“ „Nein…wirklich nicht, ich freue mich einfach derart verdammt fest…es ist sooo lange her…“ bricht er mitten im Satz ab, sucht Jonas’ Blick, hält diesen fest, fährt mit leiser Stimme fort „wir schaffen das oder? Sei ehrlich Jonas…!“ „so gut ich deinen Anflug von Unsicherheit verstehen kann, so gut weiss ich, was ihr schon alles geschafft habt…und OB ihr das schaffen werdet. Lasst euch Zeit wieder in einen gemeinsamen Alltag reinzufinden…und jetzt erzähl mir lieber worauf du dich am allermeisten freust? Also nebstdem, was ich NICHT wissen möchte…“ „…ach willst du nicht, das ist ja mal was ganz Neues…aber im Ernst, ich freu mich auf so kleine Dinge, wie an unserem Tischchen zu sitzen, Frühstück zu essen und Boris wiedergefundenes Strahlen in den Augen zu geniessen, wenn er meine Mini-Nachrichten entdeckt, ihm morgens einen Cappuccino ans Bett zu bringen, mit ihm, ohne vorher Absprachen treffen zu müssen, spazieren zu gehen und ich freue mich, dich und Kai zu uns einzuladen, mit Boris zusammen für euch zu kochen und euch damit unsere Dankbarkeit zu zeigen!“ „Ach Quatsch Mann…das lässt ihr mal ganz schön bleiben, wozu sind Freunde denn sonst da, als fürs dasein?!“ „Jonas…ich mein das wirklich so, ich…wir…Boris und ich, niemals hätten wir die letzten Monate ohne euch geschafft, wäre Kai mir ganz am Anfang nicht beigestanden, als es um alles Medizinische ging…du letztens gerade wieder, als du mit nach Hannover gefahren bist…und überhaupt alles…Jonas, ich…also weisst du...ach komm schon her“ zieht er Jonas in die Arme, hält ihn fest, nimmt sein Gesicht in beide Hände, drückt ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Stirne und mit leicht bebender Stimme flüstert er „ich bin dir und Kai so unglaublich dankbar…vielleicht ist an all diesen Klugscheisser-Sprüchen, die wir in den letzten Monaten geschenkt bekamen, ja doch was Wahres dran…“ Mit fragendem Blick löst sich Jonas etwas von Tobi „was meinst du?“ Noch immer klingt Tobi etwas zittrig „naja…so von wegen, es heisst Freundschaft, weil man mit Freunden alles schafft und so…“ noch einmal streichelt er Jonas über die Wange, um sie dann zu tätscheln, fast schon etwas verlegen geworden, spiegelt Jonas die Geste, um dann, ganz seinem Wesen entsprechend, mit seiner locker sitzenden Zunge, den fast schon intimen Moment zu beenden „scheisse Alter wir sind echt schwul…so richtig klischeetuckenhaft schwul, jetzt reichts aber auch wieder mit Liebesbekundungen…!“ „…wir verratens einfach keinem!“ „schon klar…aber du was anderes, wolltest du nicht eigentlich längst bei deinem Süssen sein?“ mit Blick auf die Uhr verbreitet sich augenblicklich Hektik, „F**k, hab voll die Zeit vergessen, duu…“ „los, hau schon ab…ich räum auf und leg den Schlüssel ins Versteck“ „Danke…echt! Grüss Kai lieb von mir!“ Noch während den letzen Worten verschwindet er im Innern der Wohnung und nur gute 45 Minuten später klopft er an diese zwischenzeitlich so vertraute Zimmernummer A232…hätte ihm vor Wochen jemand gesagt, er werde sich irgendwann freuen, an dieser Türe anzuklopfen, um ohne auf Antwort warten zu müssen, freudig und strahlend einzutreten…never, nie…nie im Leben hätte ers geglaubt…und jetzt…jetzt freut er sich doch tatsächlich gerade ein Loch in den Bauch…er will endlich seinen Mann, der wie zu erwarten auf seiner geliebten Fensterbank sitzt und liest, in die Arme schliessen….ihn küssen, mit ihm küssen ach ja und küssen möchte er ihn auch…
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