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Leben und Lieben am Limit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
01.09.2019
30.12.2020
50
76.388
25
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Dieses Kapitel
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02.09.2019 1.191
 
Heihei ihr Lieben

...das Leben hat die Beiden gerade etwas kalt erwischt...die Liebe lässt aber zusammen aushalten, was alleine nicht zu ertragen wär...

♥️-liche Grüsse eure BlackSea


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„Was mich daran allerdings sehr irritiert ist, dass Uschi nicht vermehrt Durst hat, ich kann mir das nur damit erklären, dass es ihr, durch die Giftstoffe im Körper, permanent übel ist, und sie deswegen nicht mehr trinkt...!“ „Und was bedeutet dies jetzt genau für Uschi?“ Tobi hält die Kleine auf dem Arm und streichelt ihr beruhigend über den Rücken, ob zu seiner eigenen oder zu Uschis Beruhigung, sei dahingestellt... „Ich würde gerne noch einen Ultraschall der Nieren machen und ihr per Infusion Flüssigkeit zuführen, wir könnten noch probieren, mit Medikamenten und Spezialfutter eine Verzögerung der Erkrankung zu erreichen... Ich könnte mir vorstellen, dass Uschi vielleicht doch deutlich älter ist, als wir bis jetzt angenommen haben...auch gerade deswegen möchte ich ihnen und ihrem Mann wirklich keine falschen Hoffnungen machen, die Niereninsuffizienz ist, wie die Blutwerte leider eindeutig zeigen, weit fortgeschritten...“
Kurz erinnert sich Tobi an das Ehepaar, dem er vorher begenet ist und sieht vor seinem geistigen Auge sich und Boris...als müsste er den Anblick loswerden, schüttelt er leicht den Kopf. Sein Blick ist getrübt und die Augen brennen, dennoch probiert er stark zu bleiben und bespricht das weitere Vorgehen mit Dr. van Velden. Er bleibt auch bei Ultraschall und Infusion an Uschis Seite. Mit einem kleinen Futtersack und den verordneten Tabletten verlässt er eine Stunde später die Tierklinik. An der frischen Luft angekommen, lässt er seinen Emotionen freien Lauf...er ist Bauernsohn und auch wenn er und Boris über ganz andere Mittel verfügen, als dies seine Eltern je konnten, weiss er genau, was das Gesagte zu bedeuten hat!
Wenn er etwas nicht kann, dann ein Tier leiden sehen und genau das würde Uschi vermutlich bevorstehen...

Regungslos sitzt er eine Weile im Auto, weint und fragt sich gleichzeitig, wie er das Boris beibringen soll... Boris der nie vorher mit einem Tier zusammen lebte und der Uschi von ganzem Herzen liebt...und wer weiss besser als Tobi, WIE Boris liebt...innig und leidenschaftlich...und ganz bestimmt nie halbherzig...es wird ihm das Herz brechen, dessen ist er sich genau so bewusst, wie der Tatsache, dass er in diesem Fall wird stark sein müssen für sich, aber mindestens genauso sehr für Boris... Sein Blick wandert zum Rücksitz wo Uschi in der Box schläft, ruhig und friedlich, als wär die Welt in bester Ordnung...verzweifelt schlägt er mehrmals mit beiden Händen aufs Steuer... Er versucht sich einzureden, die Kleine sei ja „nur“ ein Hund, ein Tier...scheitert damit aber genau so kläglich, wie mit dem Versuch, seine Tränen in den Griff zu bekommen...Von heftiger Trauer erfasst, lässt er den Kopf aufs Lenkrad sinken... Uschi ist Familie, gehört zu ihm und zu Boris... Boris...er entscheidet sich, ihm erst heute Abend die ganze Wahrheit zu sagen und ihn jetzt nur per WhatsApp unverbindlich zu informieren...

<Hei du! Bin auf dem Heimweg mit Uschi, sie hats super toll gemacht, haben anderes Futter und Tabletten bekommen, erzähle dir heute Abend alles! Bis dann...loveyouT.>

<Danke, bist du alleine mit der Kleinen gefahren! In dem Fall nichts Schlimmes?? Bin pünktlich...und Tobi...ich vermisse dich auch...sehr sogar! DDMAMLS!>

Obwohl Tobi das Vibrieren seines Handys sehr wohl wahrnimmt, liest er Boris Nachricht absichtlich nicht...er will und kann ihn nicht anlügen, aber ihn jetzt, mitten am Nachmittag, über den wirklichen Zustand von Uschi zu informieren, kommt für ihn nicht in Frage!  

Boris schliesst die Haustür in eben dem Moment auf, wo Tobias das Nachtessen in den Backofen schiebt zum fertig backen, es gibt Lasagne und er hat noch etwas Reibkäse darüber gestreut! Zum gefühlten hundertsten Mal streicht sich Tobi über die Augen und hofft, dass Boris nicht auf den ersten Blick erfasst, was los ist... „Hei Schatz, bin wieder da, riecht meeega und genau so wirds bestimmt auch schmecken! Danke hast du schon gekocht!“...als sich Arme von hinten um seinen Bauch legen, Boris Kinn sich auf seine Schulter legt und er seine sanfte Stimme hört, ist Tobi erstmal einfach froh, Boris Wärme zu spüren und nicht mehr alleine zu sein!

„Komm setz dich, Essen ist gleich fertig!“ Ohne gross Worte zu wechseln, sitzen sie essend am Tisch, Tobias legt grad eben sein Besteck auf den Teller und will aufstehen, als Boris über den Tisch greift und seine Hand nimmt... Er spricht leise und mit etwas zittriger Stimme „Willst du mir nicht endlich sagen, was los ist, denkst du wirklich, ich merke und sehe nicht, wie es dir geht...was ist mit unserem Wibli*“

„...und das bedeutet, dass es keine Heilung geben kann, im besten Fall eine Verzögerung des Krankheitverlaufes... aber auch dann wird es, wenn ich Dr. van Velden richtig verstanden habe, immer wieder nötig sein, dass sie intravenöse Flüssigkeitszufuhr bekommt, um die Giftstoffe etwas aus dem Körper zu bekommen, das Spezialfutter und die Tabletten werden in diesem Stadium des Nierenversagens nicht mehr alleine helfen...er vermutet zudem, dass Uschi deutlich älter ist, als bisher angenommen...“ Boris hat ihm mit Tränen in den Augen aufmerksam zugehört, steht auf, legt einen kurzen Moment seine Hand fest drückend auf Tobis Schulter und verlässt dann die Küche Richtung Wohnzimmer... Tobi spürt, dass er das Gehörte verdauen muss, alleine bei und mit Uschi... Als er die Küche fertig aufgeräumt und den Tisch fürs Frühstück aufgedeckt hat, geht er mit leisen Schritten zu den Beiden... Der Anblick ist traurig und seine Vermutung, wie Boris alles aufnimmt bestätigt sich leider... Er sitzt zusammengekauert neben Uschis-Korb auf dem Boden, streichelt sie unentwegt und seine Tränen finden ihren Weg auf Uschis Fell...
„Darf ich...?“ Boris schaut ihn nur aus seinen verweinten Augen an und nickt.... Tobi setzt sich hinter Boris, hält diesen fest und ohne darüber zu sprechen, geben sie sich gegenseitig Halt!

Es ist Mitten in der Nacht, als Tobi erwacht und sofort spürt, dass Boris nicht bei ihm ist, es fühlt sich kalt an alleine... Vor dem zu Bett gehen waren sie noch kurz zusammen mit Uschi an der frischen Luft...lagen dann lange wach, reden mochten sie nicht wirklich, etwas traute Zweisamkeit und zusammen *knuscheln* liess sie irgendwann in einen nicht wirklich ruhigen Schlaf fallen... Tobi muss nicht lange überlegen, wo er Boris finden wird, zieht sich ein Shirt über, schnappt sich seine Gehilfe und erblickt Boris mit der Kleinen zusammen auf dem Sofa... Auch wenn für ihn mühsam, setzt er sich an den Boden, legt seinen Kopf zu den Beiden... Boris „du hast dich längst entschieden, oder“ kommt nur ganz leise und es zerreisst Tobi fast...Boris kennt und fühlt ihn...wie immer...er weiss, dass es für ihn keine Option ist, Uschi aus egoistischen Gründen und weil sie nicht loslassen können, unter widrigen Umständen am Leben erhalten zu wollen... Stillschweigend umarmen sie sich, innig, lange und wissend, dass sie auch das zusammen schaffen werden, wenns soweit ist... „Komm lass uns die Kleine mit zu uns ins Bett nehmen, du brauchst den Schlaf dringend Boris“ Mit Uschi dazwischen, sich an den Händen haltend, finden sie nochmal für wenige Stunden etwas Nachtruhe...


*Kosenamen für Mädchen
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