Der Zenturio und sein Herz

GeschichteDrama, Romanze / P18
Eric OC (Own Character)
01.09.2019
18.09.2019
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Guten Abend miteinander!
Langsam fehlen mir die Worte, um auszudrücken, wie sehr mich eure Rückmeldung und euer Lob immer umhauen xD ich sage einfach mal wieder Danke! Danke für die neuen Favoriteneinträge, Empfehlungen und an die tatkräftigen Review-Schreiber! Heute gönn ich euch ein bisschen Ruhe vorm "Köpfe rollen" :D das kommt früh genug wieder. Wir nehmen weiter Kurs auf das Kapitol/Die Hungerspiele. Ich wünsche ganz viel Spaß!


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4. Kapitel: Die Konkurrenz




Die Aufnahme hatte 39 Stunden, 45 Minuten und 14 Sekunden von verfügbaren 216 Stunden, 21 Minuten und 40 Sekunden angezeigt, als ich sie beendet hatte.

Nun hockte ich in einer Ecke, die Arme um die Knie geschlungen, und wünschte mir, dass ich niemals, niemals, niemals dieses bescheuerte Band eingelegt hätte.

Eric hatte keine sadistische Ader, er hatte ein sadistisches Wesen. Er hatte eine Zwölfjährige lebendig verbrannt und ein anderes Mädchen in einer abgelegenen Höhle vergewaltigt. Und das waren erst 39 von 216 Stunden gewesen!

Mein Atem ging schnell, obwohl ich mich überhaupt nicht bewegte. Da war ein Zug an meinen Haaren und ich begriff, dass ich die Finger in ihnen vergraben hatte. Ich konnte das nicht. Ich konnte nicht in die Arena. Da drin starben Menschen. Aber sie starben nicht einfach nur, sie wurden durch Psychopathen wie Eric nach allen Regeln der Kunst hingerichtet. Wie sollte ich das überleben? Warum … warum war ich gestern so feige gewesen? Warum hatte ich mich nicht doch in einen reißenden Fluss gestürzt? Es wäre vergleichsweise schnell vorbei gewesen.

Ich wusste, ich sollte mich beruhigen. Aber es ging nicht.

In meinem Kopf wurde gerade ein Marathon abgehalten, ein Gedanke klatschte den nächsten ab. Wie würde die Arena der 100. Hungerspiele aussehen? Würde sie noch gefährlicher werden als Erics Bergregion? Welchen Siegern vergangener Jahre würde ich gegenüberstehen? Würden sie es taktisch machen und sich als Erstes auf die Nicht-Sieger-Tribute stürzen, um so deren gefährlichere Teamkameraden auszuschalten? Was würde geschehen, wenn ein Tribut starb? Würden dann die Spielemacher eingreifen und den anderen in die Luft sprengen? Ihn unter Beschuss nehmen oder Mutationen auf ihn hetzen? Womit würde man sicherstellen, dass ich in der Arena draufging? Dass ich ausgewählt worden war, würde Präsident Snow Junior noch nicht reichen. Ich musste sterben …

Ich werde sterben. Die Realität traf mich mit voller Wucht. Vor meinem inneren Auge erschien eine Feuerlandschaft und in deren Mitte stand ich. Das … das würde die Arena werden. Der Präsident würde uns an einem ausbrechenden Vulkan aussetzen, damit ich genauso verbrennen könnte wie meine Eltern. Und ich würde schreien wie Ruby, wenn die Flammen an meiner Haut züngelten …

Ein Klopfen riss mich aus der Schreckensvision. Nach dem, wie ich zusammenfuhr, hätte jemand auch die Tür eintreten können.

»Maia?«, erklang Effies hohe Stimme und ich presste mir eine Hand auf das galoppierende Herz. »Bist du da drin?«

»J-Ja.«

»Hast du ein Nickerchen gemacht? Du klingst irgendwie so. Es sei dir nach der ganzen Aufregung vergönnt. Aber wir würden uns gerne die Zusammenfassung der Ernten ansehen, bevor wir im Kapitol ankommen. Bist du nicht gespannt? Das wird dein erster Auftritt im Fernsehen sein!« Die Betreuerin juchzte und ich fand, dass sie entweder für ihre Verblendung oder ihre Authentizität eine Gehaltserhöhung bräuchte. Das Geplapper ging weiter. »Ich muss sagen, es ist immer noch ungewohnt, binnen so kurzer Zeit in der Hauptstadt zu sein. Distrikt 12 ist so viel weiter entfernt. Damals musste ich meinen Schönheitsschlaf in einem Zugabteil abhalten. In einem Zugabteil, ist das zu fassen-huh?«

Ich war mit Schwung nach draußen getreten und wollte sie fragen, ob sie sonst keine Probleme hatte. Doch Effie guckte mich ehrlich erschrocken an. Die Wut verpuffte.

»Richtest du den anderen bitte aus, dass ich unabkömmlich bin?«

»Unabkömmlich? Hast du Fieber?« Sie befühlte sogleich meine Stirn und ich schüttelte den Kopf. »Nein. Aber ich habe vergessen zu erwähnen, dass … äh …«, mein Finger fuhrwerkte durch die Luft, als würde die Bewegung mir eine Ausrede liefern. Aber die Angst saß mir immer noch in den Knochen und Angst blockierte!

»Was hättest du erwähnen sollen?«

»… dass … ich … eine Allergie … gegen Erics … Parfum habe … Genau. Es ist ziemlich penetrant. Siehst du? Mir tränen immer noch die Augen.« Bei Rubys Tod hatte ich geweint und ich bezweifelte, dass sich alle Spuren verflüchtigt hatten. »Ich kann nicht mit ihm in einem Raum sein.«

»Eric trägt Parfum? Wirklich? Das ist mir gar nicht aufgefallen und ich habe ein feines Näschen. Aber warum hast du das nicht gleich gesagt? Kein Grund, sich deswegen so zu verkrümeln, meine Liebe. Ich werde ihn bitten, es abzuwaschen«, versprach Effie sogleich und ich konnte sie gerade noch zurückhalten. »Was? Nein, Herrgott, das ist doch peinlich. Denk … denk dir einfach etwas aus, warum ich nicht abkömmlich bin.«

Effie stemmte ihre Hände in die Hüfte, das gepuderte Gesicht wirkte mit einem Mal angesäuert. »Ich soll lügen? Oh nein, so nicht. Wir sind ein Team, schon vergessen? Wo kommen wir denn da hin, wenn wir so unaufrichtig miteinander sind? Wenn ich es deinem Kollegen nicht sagen darf, musst du es eben selbst tun.« Damit hakte sie sich bei mir ein und ab ging die Post durch den Zug.

»Dir geht es jetzt doch wieder besser, nicht wahr? Am Anfang warst du ziemlich aufgeregt«, merkte Effie an und ich nickte. »Ich fühle mich wie neugeboren.«

»Es ist erstaunlich, was ein Schönheitsschlaf nicht alles so bewirken kann.«

Ein Schönheitsschlaf oder wenn man sich die Kante mithilfe der 92. Hungerspiele gab. Das Letzte war aus eigener Erfahrung nicht zu empfehlen.

Wir kamen dem berüchtigten Abteil immer näher und als mir der Duft des Essens vom Speisewagen entgegenschlug, verknotete sich von der Speiseröhre an abwärts alles.

»Effie?«, fragte ich sicherheitshalber.

»Hm?«

»Du weißt, dass ich das mit dem Parfum erfunden habe, oder? Bitte erwähne es nicht gegenüber Eric.«

Die Betreuerin gluckste überrascht. »Wie bitte? Nein, woher sollte ich das denn wissen? Moment mal … Heißt das, du hättest mich nicht nur zu einer Lüge angestiftet, sondern hast mich auch selbst angelogen?«

Ich musste an mich halten, um nicht erschöpft zu schnauben. »Ja. Tut mir leid.«

Danach war sie verschnupft. Ehrlich verschnupft, fürchtete ich. Effie Trinket kam nicht einfach nur gut mit den meisten Tributen aus, sie empfand so etwas wie … Freundschaft für sie. Sie traute es uns immer zu die Spiele zu gewinnen, egal wie schlecht die Chancen standen. Ihr im Gegenzug nicht zu vertrauen oder sie anzulügen war eine indirekte Art ihr zu sagen, dass sie eine lausige Betreuerin abgab.

Wortlos schob Effie die letzte Tür auf und winkte mich hindurch, in die Höhle des Löwen. Im Gemeinschaftsabteil hatte sich nicht viel verändert abgesehen davon, dass das Fernsehprogramm lief. Eric hatte die Füße auf den Tisch gelegt, die Hände hinter dem Kopf gefaltet und verfolgte die Worte des Nachrichtensprechers mit dem größtmöglichen Desinteresse. Er sah nicht einmal auf, als ich eintrat und dafür war ich verdammt dankbar. Ich schnappte mir einen Stuhl aus der Mitte und stellte ihn neben Toris. Damit wären zwei Personen zwischen mir und dem künftigen Stoff meiner Albträume.

»Habe ich etwas verpasst?«, flüsterte ich, dann verfluchte ich mich. Warum flüsterte ich?

»Es geht gleich los.« Tori drehte den Kopf. Ihre Augen verengten sich um einen Bruchteil. »Du bist immer noch nicht bereit.«

»Bereit wofür?«

»Nach vorne zu schauen. Dir Gedanken darüber zu machen, wie du die Spiele gewinnen willst. Du bist wirklich der ungeschliffenste Diamant, den man in Distrikt 2 ausgraben konnte, oder?«

»Besser ungeschliffen als eine Tötungsmaschine wie-«, ich brach ab, bevor ich mich verriet. Four hörte zu, Eric traute ich es auch zu, ein halbes Ohr für uns übrig zu haben.

»Was hast du so lange in deinem Abteil gemacht?«, wollte sie wissen und weil meine Fähigkeit zu lügen sich als miserabel erwiesen hatte, entschied ich mich für eine abstrakte Wahrheit. »Ich habe alte Bänder durchgesehen und versucht diejenigen zu finden, durch die ich noch etwas lernen könnte.«

Das war gut genug.

»Und? Konntest du etwas lernen?«

Bevor ich ins Detail gehen konnte, schnauzte Eric: »Pass jetzt auf.«

Mein Kopf ruckte automatisch zum Bildschirm, wo Archibald Humpalot, kurz Archie Hump, das Publikum begrüßte. Er hatte den Moderatorposten nach Caesar Flickerman übernommen und verstand sich exzellent darauf, Sachverhalte so auszulegen, wie sie nicht in einer Million Jahren gemeint wären. Heute trug er eine onyxfarbene Perücke aus einem epochalen Zeitalter, die Zähne blitzten weißer als frisch gefallener Schnee.

Gut gelaunt verkündete er den Beginn der 100. Hungerspiele, ehe die Erntezeremonien der Distrikte eingeblendet wurden. Es ging los mit 1, dem Liebling des Kapitols. Wie bei Distrikt 2 befanden sich recht viele Zettel in der Glaskugel der Sieger. Gezogen wurde jemand mit dem Namen Edgar und der Applaus, der auf die Verlesung folgte, fiel gruseliger aus als der in unseren eigenen Reihen. Edgar war groß, aber schmächtig und wirkte mit seinem fast kahlgeschorenen Schädel wie jemand, dem man die Zunge durchbohren könnte und der dabei noch Spaß hätte.  

»Großartig«, murmelte Four finster.

Überrascht wandte ich mich ihm zu. »Kennst du ihn näher?«

»Edgar hat die 93. Spiele gewonnen. Aber er hat sie nicht gewonnen, weil er der Stärkste oder der Schnellste war. Er hat sie gewonnen, weil er der Durchtriebenste war. Während der Trainingsphase hat er sich mit beinahe allen Teilnehmern angefreundet. Hat ihnen gezeigt, wie man kämpft und in der Wildnis überlebt. Ein richtig selbstloses Kerlchen. Für einen Karrieretribut war das eine Premiere.«

»Der große Bruder, den sich ein Schwächling wünschen würde«, fügte Eric verächtlich hinzu. Seine Augen verließen den Bildschirm für keine Sekunde. Man hörte, was Edgar in das Mikro sprach. »Brot für die Armen. Wasser für die Verdurstenden. Ich gebe jedem, was er braucht. Und unser Distrikt braucht RUHM!« Er reckte eine Faust in die Höhe und der Platz explodierte in Jubel und Farben. Jeder zweite Bürger schwenkte ein Fähnchen aus Satinstoff. Das war vollkommen unnütz, aber sie präsentierten damit ihren Reichtum. Archie im Hintergrund lobte diese Hingabe.

»Er hat also den anderen Tributen geholfen, sich auf die Arena vorzubereiten. Inwiefern war das für seinen Sieg ausschlaggebend?«, fragte ich und Eric neigte träge den Kopf. Bevor sich seine stählernen Iriden in meine bohren konnten, senkte ich den Blick, um einen widerrechtlich geparkten Fusel auf meinem Top zu entlarven und ihn zu entfernen. »Schon mal von Mimese und Mimikry gehört?«

Ich hielt inne. Mit Sicherheit war ich nicht die beste Schülerin gewesen, doch diese Termini meinte ich aus der Biologie wiederzuerkennen.

»Er hat vorgegeben etwas zu sein, das er nie war«, half Four aus. »Edgar hat sich das Vertrauen der Tribute erschlichen und die meisten hinterrücks ausgeschaltet. Zum Schluss hat er sogar den Begriff einer neuen Tötungsmethode geprägt.«

»Was?«

»Der Nachtriegelkuss.«

Das hörte sich überhaupt nicht gut an. Nachtriegel kannte ich aus den 74. Hungerspielen, in denen Katniss und Peeta gewonnen hatten. Die beiden hatten gedroht, diese hochgiftigen Beeren zu schlucken, weil sie es nicht übers Herz gebracht hatten, ihren Geliebten zu töten. Beinahe wäre das Kapitol ohne Sieger dagestanden. In Distrikt 2 wuchsen zwar einige Nachtschattengewächse, aber keine Nachtriegel.  

»I-Ich glaube, das verstehe ich nicht.«

»Dieses Arschloch war zusammen mit dem Mädchen in der Arena, das er bei sich zuhause gevögelt hat.« Eric wieder und die Vulgärsprache ließ Effie in ihrer Ecke japsen, mich hätte sie erröten lassen, wenn ich nicht so interessiert gewesen wäre. »Kurz vor Ende der Spiele waren nur noch diese beiden übrig. Er hat ihr gesagt, dass er nicht gegen sie kämpfen würde, ihr sein Messer in die Hand gedrückt und ihr einen Abschiedskuss gegeben. Sein Mund war voll mit Nachtriegelsaft. Man hat später herausgefunden, dass er seit seiner Kindheit vor allem eines perfektioniert hat: eine Immunität gegen Gifte aufzubauen.«

»Aber das ist gegen die Regeln!«, beschwerte sich Effie und sie hatte ja recht. Den Distriktbewohnern war es verboten zu trainieren, solange man kein Tribut war und sich im Trainingscenter befand. Man wollte für so etwas wie Gleichberechtigung unter den Teilnehmern sorgen. Doch aus 1, 2 und 4 hielt sich eh keiner dran und es galt: was das Kapitol nicht weiß, macht es nicht heiß.

»Edgar hat sich also mit Giften vollgepumpt. Sieht er deswegen aus wie ein Penner?«

Fours Mundwinkel zuckte bei meiner Bemerkung. »Unter anderem, vermute ich. Lass dich von seinem Äußeren nicht täuschen. Es wäre der größte Fehler deines Lebens, ihn zu unterschätzen. Seine Hungerspiele liegen schon einige Jahre zurück, aber … er hat die Arena nie wirklich verlassen.« Ich runzelte die Stirn und Four seufzte. Ich gewann den Eindruck, dass er herumdruckste. »Sagen wir mal so: er hat sich unter uns Mentoren, insbesondere den Mentoren aus Distrikt 2, keine Freunde gemacht. Hat sich zu sehr in das Trainingsprogramm der Tribute eingemischt. Mit einigen der Spielemachern hat er gute Kontakte gepflegt, obwohl das Kapitol das vehement abstreiten würde. Da gab es diesen Vorfall mit Lauren …«

»Das gehört jetzt nicht hierher«, unterbrach ihn Tori mahnend. Lauren. Irgendwie sagte mir der Name etwas, doch ich konnte den Finger nicht darauflegen.

Leider ließ Four das Thema fallen. »Es genügt zu wissen, dass du dich in jeder Hinsicht bedeckt hältst, was ihn betrifft. Gib ihm nichts, das er gegen dich verwenden könnte. Nicht, was du kannst und schon gar nicht, was du nicht kannst.«

»Lass mich raten: es wäre schon zu viel, wenn er wüsste, was meine Lieblingsfarbe ist?«

Der andere schaute mich vielsagend an und mir blieb nichts anderes übrig, als meine Aufmerksamkeit auf das Programm zurückzulenken. Dort feierte man gerade die Ziehung des weiblichen Tributs aus Distrikt 1. Sie war mit Sicherheit schon achtzehn und schaffte es trotz ihrer Muskeln nicht burschikos zu wirken. Mit einem lasziven Lächeln stellte sie sich neben Edgar und der griff nach ihrer Hand und bildete gemeinsam mit der seinen eine Siegerfaust. Die wären ein eingespieltes Team.

»Von denen könnt ihr euch vor der Kamera noch was abschauen«, bekräftigte Effie meine Gedanken. Sie nippte an ihrem Hagebuttentee, den sie sich gerade organisiert  hatte. Aus dem Nippen wurde ein Trinken auf ex, sobald Eric ihr einen seiner Blicke zuwarf.

Archie rettete sie mit einem lauten Trommelwirbel: »Uuuuuuuuuuund hier haben wir Distrikt 2, meine Damen und Herren!«

Über Erics Auftritt konnte man sich nicht beschweren. Einige Sponsoren kritzelten wahrscheinlich schon eifrig in ihre Notizbücher, um diesen Tribut ihrer Favoritenliste hinzuzufügen. Ich fand, dass seine stoische und gefühlskalte Art weitaus mehr Stil hatte als Edgars Elan. Dann kam ich. Nochmal mitzuerleben, wie man Christina gewaltsam von mir lösen musste, machte die Luft im Abteil zu dünn zum Atmen. Der Rest schien einer anderen Person zu passieren. Die hübsche junge Frau zitterte ein wenig. An einer Stelle war ihre Unterlippe etwas gerötet, als hätte sie sie voller Erwartung immer wieder zwischen die Zähne genommen. Ich als Zuschauerin schob es darauf, dass sie es kaum fassen konnte, ausgewählt worden zu sein und ihre Mutter stolz machen zu können. Es war nicht so katastrophal gewesen, wie Eric behauptet hatte.

Am Ende der Zeremonie reichten wir uns die Hand und … ja, wir hielten einander länger fest als bei einem gewöhnlichen Begrüßungsschlag. Aber deswegen hatte Archie noch lange nicht das Recht, diese absolut blödsinnige Frage an das Publikum zu richten! »Eric Coulter und Maia Black. Hier hat sich eine interessante Konstellation ergeben. Wir erinnern uns: Ceres Black, die Mutter, hat das Mentoring des Gewinners der 92. Hungerspiele übernommen. Was, denken Sie da draußen, haben wir gerade gesehen? Das Händeschütteln des großen Bruders und der kleinen Schwester? Lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich frage: war die Röte auf Maias Wangen ein Indiz für eine heimliche Schwärmerei? Wir sind gespannt auf das Interview …«  

Arsch, Arsch, Arsch! Bei Edgar und dieser Tussi hatte er auch nicht so herumgebohrt. Effie war so schlau wenigstens jetzt den Mund zu halten.  

»Willst du nicht die Fronten klären?«, vernahm ich Eric und ich knallte ihm nur nichts an den Kopf, weil ich zu viel Angst vor ihm hatte. So oder so klang er nicht danach, als würde ihn der Inhalt meiner Erwiderung oder überhaupt eine Erwiderung interessieren. Also drückte ich mich nur wortlos tiefer in meinen Stuhl.

Der Rest der Ernten folgte und ich versuchte, mir Namen und Gesichter und deren Kombination zu merken. Da war ein Peter aus Distrikt 4. Er war wie ich sechzehn, hünenhaft und setzte stets ein Grinsen auf, das nicht an seine Augen herankam. Das Letzte nahm ihm nach meinem Empfinden sämtliche Attraktivität, obwohl er objektiv betrachtet attraktiv war. Ein Edward aus Distrikt 5 brannte sich in mein Gedächtnis. Auch groß und blond. Uriah und Marlene aus Distrikt 7. Zwar nicht persönlich, doch ich kannte Uriah von den 98. Hungerspielen, die er im Alter von gerade mal 14 Jahren gewonnen hatte. Er hatte mir gefallen, weil er eine ähnliche Mentalität wie Four vertreten hatte: so viel Brutalität wie nötig, so wenig wie möglich. Ich glaube, der andere Tribut an seiner Seite – Marlene – war sogar seine Freundin. Uriah hatte sie mehrfach in seinen Interviews erwähnt. Aus Distrikt 8 wurde Jack Kang ausgelost, der Sieger der … na ja, irgendwo zwischen den 70. und 80. Hungerspielen, ich hatte nicht so genau aufgepasst. Er hatte mit seinen annähernd vierzig Jahren auf jeden Fall eine Menge Lebenserfahrung und nahm es vollkommen geschäftsmäßig hin, dass er erneut in die Arena musste. Distrikt 10 stellte noch Will und Distrikt 11 Albert. Beide hatten eine stattliche Größe, die ein wenig in Widerspruch zu den sanften Gesichtern stand.  

Die Ernte in Distrikt 12 erschütterte mich. Aber nicht nur mich. Aus dem Kreis der Gewinner hatte es Katniss Everdeen erwischt. Ein Zerspringen von Glas ließ mich zusammenfahren, beinahe wäre ich von meinem Stuhl aufgesprungen. Effie hatte sich die Hand vor den Mund geschlagen, ihr Gesicht war nicht länger weiß von Puder, sondern weiß vor Entsetzen. Scherben lagen zu ihren Füßen. Katniss. Die Siegerin der 74. und der 75. Hungerspiele. Wegen des blöden Jubel-Jubiläums war sie ein zweites Mal in der Arena gelandet. Da hatte sie dann ihren Mentor, Haymitch Abernathy, der mit ihr ausgewählt worden war, töten müssen. Das hieß, nicht sie hatte ihn getötet, es war ein Karriero gewesen. Allerdings wäre sie nicht darum herumgekommen, ihn zu eliminieren, solange sie vorgehabt hätte, nach Hause zu Peeta zurückzukehren.

»Nein«, Effie schüttelte wiederholt den Kopf. Langsam schien durchzusickern, was unausweichlich war. Einer ihrer früheren Schützlinge würde gegen ihre jetzigen Schützlinge kämpfen müssen und es könnte nur einen Sieger geben: Distrikt 2 oder Distrikt 12. Wo lagen da die Loyalitäten? »Nein. Nein, nein, nein. Ich kann das nicht.«

Effie stürmte aus dem Abteil und ich wollte ihr nach, doch Eric befahl, dass zumindest diejenigen bis zum Schluss blieben, die leibhaftig auf diese Gegnerschar treffen würden. Ein Tribut fehlte noch. Der Herr an der Glaskugel verzog das Gesicht, als er den Namen erkannte, bevor er ihn verlas. Auf einmal war ich froh, dass Effie gegangen war.

»Der männliche Tribut für Distrikt 12 ist … Jase Mellark

»Nein! Ist denn so viel Zufall zu fassen?!«, plärrte Archie aus dem Fernseher und ich verstand zunächst nicht.  

Die Kamera machte eine Nahaufnahme vom einem hübschen jungen Mann mit blondem Haar, der gerade das Podium erklomm. Oben wurde er von Katniss in die Arme geschlossen.

Mellark. Mellark? Wie Peeta Mellark? War Jase Katniss’ und Peetas Sohn??? Drei Kinder hatten sie, davon wusste ich, denn es war in den Medien immer wieder groß berichtet worden.

Ich schloss die Augen und fasste mir an den Kopf. Noch so eine Eltern-Kind-Tragödie. Archies hipp hipp hurra verstummte in dem Moment, wahrscheinlich hatte einer der anderen das Programm abgeschaltet.  

Lange Zeit sagte niemand ein Wort.

»Wir haben ein Problem, oder?«, bemerkte ich und öffnete die Lider. Four erhob sich und lehnte sich an den Tisch, damit wir nicht aneinander vorbeireden müssten. »Wie kommst du darauf?«

»Es ist niemand Schwaches dabei. Von dem, was ich gesehen habe, ist keiner jünger als sechzehn. Und wir müssen gegen DIE Siegerin schlechthin antreten. Katniss … I-Ich … Ich glaube nicht, dass ich auch nur eine Waffe auf sie richten könnte.«  

»An deiner Stelle würde ich das schleunigst lernen.« Eric nahm die Füße vom Tisch, stand auf und kam auf mich zu. Ich wurde schlagartig steif wie ein Brett und obwohl nur Platz für einen Gedanken war – Flucht! –, konnte ich mich nicht bewegen. Aber … er hatte es gar nicht auf mich abgesehen. Er ging zu der Dartscheibe, die zu meiner Rechten war, und entfernte die Pfeile, die drinsteckten. Ausnahmslos alle hatten die Mitte getroffen. Dann wandte er sich mir zu und deutete mit einem Geschoss auf mich. »Sonst werde ich die Trainingsphase zu deiner persönlichen Hölle machen, verstanden?«

Mir stellten sich die Nackenhaare auf. Four oder auch Tori widersprachen dem nicht. Natürlich nicht, sie waren alle per Definition Mörder und wussten, dass man die Spiele nur so gewann: durch Mord.

»Ich … Ich werde mal nach Effie sehen.« Und mir einen Drink genehmigen. Oder zwei. Vielleicht auch drei. Damit verließ ich das Abteil.



───── ❁ ❁  ─────




»Ich sehe was, das du nicht siehst und daaaaaaas iiiiiiiiiist … Moment, ich suche noch.«

»Wie funktioniert das Spiel nochmal?«

»Mann, Effie. Du wirst mir nicht weißmachen, dass du mit deinem halben Jahrhundert an Lebenserfahrung noch nie >Ich sehe was, das du nicht siehst< gespielt hast.«

»Nein, habe ich nicht. In welchem abgelegenen Distrikt ist denn so ein Unsinn erfunden worden?«

»Dieser >Unsinn< wird in allen Distrikten gespielt. Wundert mich, dass es überhaupt Kinder im Kapitol gibt. An ihrer Stelle wäre ich schon lange vor Langeweile gestorben.« Ich seufzte theatralisch und erklärte es ihr ein weiteres Mal.

»Also, auf geht’s. Ich sehe etwas, das du nicht siehst und das ist … korallen … pflaumen … lilablass … blau? Ja. Ich sehe etwas, das du nicht siehst und das ist korallenpflaumenlilablassblau.«

»Meinst du diese Perücke, die die Dame ganz hinten auf dem Kopf hat?«

»Hmpf, Anfängerglück. Nächster Versuch. Ich sehe was, das du nicht siehst und das ist rauch-nein, kein rauchgrau. Es ist eher schiefergrau und … königsblau gesprenkelt.«

»Äh … eine Perücke? Ich denke da an den Herrn mit den aufgenähten Federn an seinem Sakko-.«

»Weißt du was? Lassen wir’s. Jetzt hab ich begriffen, warum man das Spiel hier nicht kennt. Es gibt keine Möglichkeit falsch zu raten, wenn sich jeder wie ein bunter Pfau anzieht … Trotzdem ist keiner wie der andere. Es wäre ausgeschlossen, dass man auch nur denselben Lidschatten aufgetragen hat und wenn doch, müsste man nochmal schnell nach Hause rennen und es ändern.«

»Woher … weißt du das denn? Ich dachte, du bist zum ersten Mal im Kapitol?«

Kichernd und ein bisschen verzweifelt schlug ich mir die Hand an den Kopf.

Effie und ich standen an der linken Fensterreihe des Hochgeschwindigkeitszugs. Soeben hatten wir den Bergtunnel passiert, der als inoffizielle Barriere zwischen den Distrikten und der Hauptstadt fungierte. Die Lichtverhältnisse hatten so schnell von zappenduster zu gleißend gewechselt, dass sich auch jetzt noch alles für mich drehte. Vielleicht war auch der Alkohol dran schuld. Auf jeden Fall befanden wir uns nun im Kapitol, meinem Sarg in spe. Da standen so viele Leute draußen, als hätten sie unser Kommen herbeigesehnt. Für sie waren die Tribute eine Attraktion. Aber zu ihrer Verteidigung musste man immerhin anmerken, dass sie uns nicht öfter als einmal pro Jahr zu Gesicht bekamen. Die Farben, die ich anlässlich des Ratespiels gerade versucht hatte zu beschreiben, taten in den Augen weh. Zu allem Überfloss fuhr der Zug nur noch im Schneckentempo dahin.

»Du solltest ihnen winken. Das hat Peeta auch gemacht, als … als …«, Effies Stimme wurde dünn und ich dachte nur >nicht gut, nicht gut<. Ich guckte auf das Whiskeyglas in meiner Hand. Vermeintlich war es nicht mein Erstes, seitdem ich den halben Zug nach unserer Betreuerin abgesucht hatte, um sie dann völlig aufgelöst in einer nicht besetzten Kabine zu finden. Ich war nochmal zurückgerannt und hatte einen Diener nach dem stärksten Stoff gefragt, der mit uns an Bord war. Er hatte auf den Whiskey verwiesen.

Noch nie in meinem Leben hatte ich Alkohol getrunken. In den ersten Sekunden, in denen der Whiskey meine Kehle hinabgeflossen war, hatte ich gedacht, dass ich die Arena erst gar nicht erleben würde. Mittlerweile liebte ich das Brennen.    

Von Effie kam ein ersticktes Schluchzen. Sie war ja auch selbst schuld. Warum nippte sie nur die ganze Zeit an ihrem eigenen Glas, anstatt ihre Gefühle darin zu ertränken?

»Erst Katniss und jetzt auch noch Jase.«

Ich bereute wirklich, es ihr gesagt zu haben.

»Ich … I-Ich durfte ihn sogar einmal im Arm halten. Als Baby, da war er gerade mal ein paar Wochen alt. Man hat schon damals gesehen, dass er mehr nach seinem Vater kommen würde … Mit dem hellen Haar, den blauen Äuglein … u-und jetzt? Soll ich etwa feiern … und … und jubeln, wenn er … wenn er s-stirbt? Weil es bedeutet, dass meine eigenen Kinder gewinnen?«

Ich sah davon ab, Effie darauf hinzuweisen, dass ich nicht ihr Kind war und Eric mit seinen vierundzwanzig Jahren noch tausendmal weniger. Beruhigend streichelte ich ihr über den Rücken. Gleichzeitig prostete ich den Deppen vor der Scheibe zu. »Es wird alles gut.« Das war nicht wirklich gerade aus meinem Mund gekommen, oder? Rasch gab ich ihm zu tun, indem ich einen großen Schluck der bernsteinfarbenen Flüssigkeit nahm.

Mein nüchterner Magen begann sich langsam zu beschweren, doch der Schmerz erreichte mich wie aus weiter Ferne. »Katniss ist doch schlau. Die Finte mit den Beeren damals … wow. Vielleicht hat sie eine zweite zündende Idee, die die Regeln der Spiele aushebelt. Vielleicht gibt es dieses Jahr nicht zwei Gewinner, sondern vier. Vielleicht wird es irgendwann gar keine Spiele mehr geben, weil ein Tribut einen Weg findet, seine Fesseln zu sprengen.«

Das war höchste Blasphemie. Das war Hochverrat. Wenn Kameras zugegen wären oder auch nur ein loyaler Anhänger des Kapitols … doch Effies Reaktion bestand nicht in einer wüsten Zurechtweisung. Sie schniefte, zückte ein lilafarbenes Tuch und tupfte sich damit die untere Augenpartie. »Das wäre eine schöne Tragödie.«

»Wie ist Jase denn so?«, wollte ich wissen. Womöglich würde es Effie guttun über die guten alten Zeiten zu reden.

»Na ja. Ich habe ihn seit zehn Jahren nicht gesehen. Als kleiner Junge hatte er auf jeden Fall viel Anstand. Er hat mich immer gegrüßt. Katniss erwähnte am Telefon, dass er irgendwann zum Abenteurer geworden ist. Dann hat er ihren Bogen ausgegraben, bei dem sie sich wirklich große Mühe gegeben hat, ihn zu verstecken, und ist damit in die Wildnis. Eigentlich sollte sie sich nicht wundern. Immerhin sind es auch ihre Gene, die in ihm drinstecken.

»Jase hat noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Ich habe keine Geschwister, deswegen kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist, als mittleres Kind aufzuwachsen. Aber er würde definitiv eine Lücke hinterlassen. Ich meine, er könnte sich nicht mehr um den Kleinen kümmern, der Älteren nicht mehr auf die Nerven gehen und … und … .«

Das hatte ich ja super hingekriegt. Okay, Themawechsel. »Weißt du, was mir wirklich durch den Kopf ging, als ich für die Ernte ausgewählt wurde?«, platzte es aus mir heraus, obwohl ich das garantiert nicht beabsichtigt hatte.

Effie blinzelte, dann schüttelte sie den Kopf.

Ich kippte mir den Rest meines alkoholischen Freundes in den Rachen, was nicht weniger als drei riesige Schlucke ausmachte. Und die Welt war wieder in Ordnung.  

»Ich war nicht froh. Ich hatte auch keine Angst. Das heißt, doch: ich hatte Angst, aber ganz tief in mir drin war noch was anderes. Ich. War. Sowas von. Stinksauer. Auf Mom.« Ein Kichern entfuhr mir. »Erinnerst du dich an den Zettel, den du gezogen hast? Auf dem mein Name stand? Es wäre egal gewesen. Du hättest auch den Zettel rechts nehmen können. Oder den Zettel links. Verstehst du? Ich muss hier eine Schuld begleichen. Für eine Tat büßen, die sie, Miss Gewinnerin der 81. Hungerspiele, begangen hat und es war ein ordentliches Verbrechen. Oh ja. Es war-.«

Ein Klicken verhinderte, dass ich weiter auspackte. Die Tür drohte sich zu öffnen. Ich schaffte es gerade noch das bauchige Glas auf die Fensterbank zu knallen und ihm einen Schubs zu geben. Es sollte hinter den Vorhang rutschen, doch ich hatte mich verrechnet. Stattdessen kam es vor dem Vorhang zum Stehen.

Four trat ein. Er wollte etwas sagen, doch sein Blick konnte gar nicht schnell genug dahinfallen, wo er auf keinen Fall hinfallen sollte. Seine Augenbrauen wanderten in die Höhe, dann musterte er mich ungläubig. »Ernsthaft, Maia? Dafür brauchst du einen Babysitter?«

»Wofür? Da war Orangensaft drin.« Lallte ich? Lallte ich schon die ganze Zeit so? Warum hatte Effie nichts gesagt?

Fours Blick sprang zum Glas meiner Trinkkumpanin, das noch zur Hälfte mit verdächtigem Inhalt gefüllt war. Eine weitere Suche ergab die Wurzel des Bösen: eine leere Flasche auf dem Beistelltisch.

Es war ausgeschlossen, dass Four nicht gut im Rechnen und Kombinieren war. Ansonsten hätte er sich niemals diesen Spitznamen ausgesucht. Ihr wisst schon: Four. Wie die Zahl.

Er seufzte und klang dabei fast ein bisschen gereizt. »In einigen Minuten fahren wir in den Bahnhof ein. Und sobald wir draußen sind, werden wir wieder unter ständiger Beobachtung stehen. Das bedeutet Kameras. Ich an deiner Stelle würde mir so viel kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, bist du wieder sauber bist. Du stehst schon auf Erics Abschlussliste, mach es nicht noch schlimmer.«

Meine Schultern zuckten. »Danke für den Rat. Aber warum sagt mir heute schon zum zweiten Mal jemand: >ich an deiner Stelle<? Ihr seid nicht an meiner Stelle! Das war doch Eric, oder? Na, wenn ihr euch über sonst nichts einig seid, dann wenigstens darüber.«

Der andere machte sich keine Mühe das zu kommentieren. Ein harsches Macht euch fertig und er war davongerauscht.

»Maia?«

»Hm?«

»Was hast du da vorhin gemeint? Du musst für eine Schuld bezahlen?«

Zuerst fühlte ich kaltes Entsetzen, dann schnaubte ich und antwortete, ohne mich ihr zuzuwenden: »Ich bin betrunken, Effie. Wie kannst du auch nur ein Wort glauben, das ich von mir gebe?«

Damit war die Sache erledigt. Was wäre ich froh, wenn ich endlich im Trainingscenter wäre, wo ich mich so lange in mein Zimmer einsperren könnte, bis es mit dem Programm weiterging: der Eröffnungsfeier.
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