Bungo Stray Dogs x Digimon x Noragami: Der Neuanfang

CrossoverFantasy, Übernatürlich / P16
31.08.2019
14.09.2019
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Alles im Leben hat einen Anfang, aber auch ein Ende. Du weißt nie, wann und wo die nächste Veränderung auf dich wartet, aber wenn sie kommt, überrumpelt sie dich und du musst eventuell deinen Alltag komplett umkrempeln. Das ist nicht immer schlecht, denn es passiert im Leben nichts ohne Grund, aber die Umstellung kann manchmal sehr anstrengend sein.

Ich heiße Taniya und bin gerade erst vor zwei Wochen von Yokohama nach Tokyo gezogen. Man könnte fast meinen, ich hätte keinen richtigen Platz auf dieser Welt, denn die letzten Jahre wurden für mich von den oben genannten Veränderungen nur so überrollt.
Ich bin 17 Jahre alt und wurde vor ca. drei Jahren vom Boss der Hafenmafia in Yokohama aufgenommen, nachdem meine Eltern bei einem Massaker getötet worden waren.
Eigentlich sollte mich dieses Erlebnis stark traumatisiert haben, aber … ich habe weder Erinnerungen an das, was in jener Nacht geschah, noch an mein ganzes Leben davor.

Am Morgen nach diesem schrecklichen Vorfall wachte ich bei Herrn Mori auf, der mich bewusstlos vor meinem Haus gefunden hatte, und wusste nur noch meinen Namen, mein Alter und andere persönliche Dinge über mich selbst. An meine Eltern oder sonstige Personen sowie Ereignisse aus meinem bisherigen Leben konnte ich mich nicht mehr erinnern. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Herr Mori hatte mir damals angeboten, bei ihm zu bleiben. Ich hatte und kannte niemanden mehr, also gab es für mich auch keinen Grund, sein Angebot abzulehnen.
Anfangs war es sicher eine schwere Zeit, aber ich bin überraschend schnell mit meinem „neuen“ Leben zurechtgekommen.

So wohnte ich also ab diesem Zeitpunkt bei dem Anführer einer Mafia-Organisation, der sich unerwartet gut um mich kümmerte. Es dauerte nicht lange, bis ich der Hafenmafia aus freien Stücken beitrat - das war ganz knapp vor meinem 15. Geburtstag.
Die Mafia ist ein sehr raues Milieu und definitiv keine Erfahrung, die ein 14-jähriges Mädchen machen sollte, aber trotzdem hatte ich dort wirklich gute Freunde gefunden, und am Ende hielten wir zusammen, als es darauf ankam. Ich bereue diese Zeit definitiv nicht.

Aufgrund eines Ereignisses vor etwa zwei Monaten hatte sich die Hafenmafia allerdings aufgelöst, woraufhin jedes Mitglied seinen eigenen Weg ging.
Kontakt habe ich zurzeit nur noch zu Chuuya - einem meiner besten Freunde - der mit mir zusammen nach Tokyo gegangen ist. Wir wohnen in unterschiedlichen Bezirken, die aber nicht weit voneinander entfernt sind. Er hat in Shinjuku eine kleine Wohnung gefunden - ich hingegen im angrenzenden Bezirk Minato.
Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mir nachts als Zeitungskurier, weil ich keinen höheren Schulabschluss und auch keine abgeschlossene Ausbildung habe.
Soweit mir gesagt wurde, hatte ich gerade die Mittelschule erfolgreich beendet, bevor ich zu Herrn Mori kam, aber da er als Boss möglichst im Unter- bzw. Hintergrund bleiben musste, konnte er mich auf keine öffentliche Oberschule gehen lassen. Er unterrichtete mich teilweise selbst von zu Hause aus, wenn er die Zeit dazu hatte.

Die neue Arbeit als Kurier ist anstrengend. Es ist eine wahnsinnige Umstellung für mich, jede Nacht aufzustehen und bei jedem Wetter durch das Stadtviertel zu ziehen, aber sie hat auch ihre guten Seiten und man verdient bei flexibler Arbeitseinteilung gar nicht mal so schlecht - zumindest reicht es für mich. Allerdings habe ich nicht mal am Wochenende oder an den meisten Feiertagen frei.

Heute ist Sonntag. Es hatte die ganze Nacht in Strömen geregnet und daher kam ich komplett durchnässt und zwei Stunden später als sonst nach Hause.
Ich hatte definitiv schon schönere Arbeitstage hinter mir ... Immerhin habe ich weder Auto noch Führerschein, also muss ich alles zu Fuß abklappern - und das ist bestimmt eine tägliche Strecke von 25 Kilometern.
Nach getaner Arbeit falle ich meistens total erledigt ins Bett und schlafe bis Mittag oder noch länger - nur ausgerechnet heute bin ich um 14:00 Uhr mit Chuuya verabredet und kann nicht ausschlafen.
Ich gucke auf mein Handy, das auf meinem Nachttisch links neben meinem Bett liegt und dessen Wecker mich eben zum zweiten Mal für heute aus dem Land der Träume geholt hat. Es ist schon 12:03 Uhr, also sollte ich langsam in die Gänge kommen - auch wenn ich mich nach nur drei Stunden Schlaf noch ziemlich geschlaucht fühle.
Ich seufze und kuschle mich wieder in mein Kissen. Irgendwie spiele ich mit dem Gedanken, Chuuya abzusagen, aber andererseits habe ich mich doch schon auf das Treffen gefreut, also ... nein, ich reiß' mich jetzt zusammen!

Ich stehe also benommen auf, öffne die Jalousien und gehe gähnend ins Bad, um mich fertig zu machen.
Irgendwie tut mir alles weh - ich brauche auf jeden Fall noch eine hochwertige Regenjacke für solche Nächte wie heute.

Im Spiegel über dem Waschbecken guckt mich ein etwas blasses Gesicht mit zwei müden, braunen Augen an. Meine schulterlangen, leicht gewellten, braunen Haare, die ab der halben Länge nach unten hin verlaufend hellblond gebleicht sind, hängen irgendwie auf meinem Kopf und schreien förmlich danach, gewaschen zu werden.
Naja, auch wenn es nur Chuuya ist, sollten mich er und die Öffentlichkeit nicht unbedingt als Penner in Erinnerung behalten ... Also, ab unter die Dusche!
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