Was wäre, wenn...

von Ortakh
KurzgeschichteAllgemein / P12
30.08.2019
03.09.2019
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Szene:
Arun und Skelgrof haben sich auf einen gemütlichen Abend getroffen und werden in den folgenden Kapiteln immer wieder Stellen der Geschichte verändern und deren Folgen erörtern. Schreibt mir gern eure Kritiken und Äußerungen, auch wenn ihr noch Ideen habt. Ich habe bisher nur ein paar Kapitel zu Papier gebracht und denke, dass das in den nächste Wochen vielleicht auch mehr werden können - die Zeit halt ne?




„Es interessiert mich doch sehr, wie es sein kann, dass ein Bosmer, die nun eigentlich in Valenwald beheimatet sind, als kaiserlicher Offizier nach Himmelsrand versetzt wird.”, fragt Skelgrof den ihm gegenübersitzenden Arun. Im Wohnzimmer des großräumigen Anwesens der beiden Bosmer Arun und Elsil knistert leise der Kamin und eröffnet einen ruhigen und entspannten Abend.
„Nachdem Valenwald an den Altmeri-Bund ging, zogen meine Vorfahren nach Hammerfell. Doch als dann auch dieses Land Gefahr lief zu fallen, mussten meine Eltern mit ihrem kleinen Sohn fliehen. Wir zogen nach Himmelsrand und dort wuchs ich auf.“, antwortet Arun, während er die erste Weinflasche öffnet. „So wurde ich Teil der kaiserlichen Armee und später jüngster Offizier.“
„Weshalb bist du denn nach Hammerfell gezogen, nachdem der Bürgerkrieg zu Ende war? Immerhin war das Land zu dieser Zeit noch nicht Teil des Kaiserreichs.“
Arun muss sich ein kleines Grinsen verkneifen. „Nun ja. Ich hatte genug von Kaisertruppen und Sturmmänteln. Hammerfell war, wenn man das so bezeichnen kann, neutral und somit ideal, um einfach neu anzufangen. Und da meine Eltern nicht mehr am Leben waren, gab es nichts, das mich im hohen Norden hielt.“, berichtet der Bosmer. „Nun gut. Wir haben mit dem heutigen Abend ein Ziel.“
Skelgrof unterbricht ihn und führt seine Aussage zu Ende. „Stimmt. Wir müssen nun nur noch entscheiden, wer die erste Frage stellen darf.“ Skelgrof schaut nachdenklich zu Arun.
„Ich gebe dir gern den Vortritt, wir werden so oder so all unsere Fragen durchgehen können.“
„Alles klar. Ich denke, was uns alle interessiert ist, was wäre, wenn Ulfric Sturmmantel den Bürgerkrieg für sich hätte ausmachen können. Angefangen mit der Schlacht um Weißlauf.“ Mit einer einladenden Geste überlässt Skelgrof Arun nun den Anfang.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Ulfric die Schlacht gewinnt, wird er seine Macht mehr als verdoppeln. Immerhin ist Weißlauf das Handelszentrum des Landes. Hier kommen alle Händler vorbei und das beschert ihm viel Reichtum und Potenzial für weitere Truppen.“
„Bedenke, dass Weißlauf auch derart zentral liegt, dass das Fürstentum Weißlauf an fast alle anderen Fürstentümer angrenzt. Eine solche Lage bringt jedem Herrscher Einfluss ein. Er kann seine Truppen nun von Osten her bis nach Reach führen, ohne, dass das Kaiserreich davon Wind bekommt. Und durch den Kampf wären die Truppen des Kaisers nicht mehr stark genug, um all diese Lücken zu füllen.“ Skelgrof nimmt sich seinen Weinkrug und genehmigt sich einen Schluck, während Arun weiter überlegt.
„Ganz wichtig ist noch, dass Helgen bei der Verhaftung Ulfics zerstört wurde. Wir hatten in Falkenring keine größere Stadt, in der wir die Region sichern konnten. Das würde sich weiter verschlimmern, wenn sich Weißlauf in seinen Händen befindet. Ich denke, es würde nicht lange dauern, bis Falkenring ebenfalls an Ulfirc übergeht.”, erlärt Arun und verweist damit auf seine Vergangenheit in Himmelsrand. Damals hatte ich eine Delegation ins zerstörte Helgen geschickt, um Plünderer fernzuhalten und einen Wiederaufbau einzuleiten. Dieser Plan musste jedoch vorzeitig auf Eis gelegt werden.
„Dann wäre Himmelsrand von Cyrodiil über die Jerall-Berge abgeschnitten. Nachschub und Truppen könnten nur noch über Hammerfell und Hochfels oder schlimmer noch über Seewege zu den kaiserlichen Truppen gelangen.”, wirft Skelgrof ein. „Ich fürchte, dass Einsamkeit noch vor Markath fallen und diese dann die letzte Stellung sein würde.”
Arun lehnt sich in seinen Sessel und legt seine Hand nachdenklich an sein Kinn. „Trotz der massiven Festung würde aber die Übermacht der Sturmmäntel zu dieser Zeit auch irgendwann fallen. Damit wären alle kaiserlichen Bastionen in Himmelsrand eingenommen und oder zerstört.”
„Mit anderen Worten: Entweder geht Himmelsrand gewaltsam und unter schweren Verlusten an Ulfric oder man einigt sich auf einen friedlichen Waffenstillstand. Wenn wir von ersterem ausgehen, verliert das Kaiserreich ein weiteres Land und Kraft gegen die Thalmor – ein Problem, das wir noch gar nicht angesprochen haben. Dann wäre da weiterhin die Trennung der Landverbindung. Somit würden Güter nur über Seewege oder teuer mit hohen Zöllen durch Himmelsrand durchlaufen.”, meint Skelgrof nachdenklich. „Das könnte die Wirtschaft in beiden Ländern - Himmelsrand und Hochfels – stark negativ beeinflussen."
„Zu den Thalmor”, beginnt Arun. „Wenn Himmelsrand nicht mehr Teil des Kaiserreichs sein würde, dann hätten der Altmeri-Bund keinen vertraglichen Grund Himmelsrand nicht anzugreifen und das Land zu erobern. Die schwache Organisation der Sturmmäntel würde nicht ausreichen, den Thalmor etwas entgegenzusetzen.”
„Und damit wäre Hochfels in direkter Gefahr von den Thalmor angegriffen zu werden. Das Kaiserreich hätte kaum Möglichkeiten rechtzeitig einzugreifen und irgendwie Hilfe zu schicken”, ergänzt Skelgrof sein Gegenüber. Arun steht auf und läuft zu einem kleinen Schrank, der ein paar Meter hinter Skelgrof steht. Aus der untersten Schublade zieht er ein zusammengerolltes Stück Pergament heraus und setzt sich wieder an seinen Platz.
„Ich habe hier eine Karte Tamriels. Lass uns das mal genauer betrachten.“ Arun zeigt mit seinem Finger auf die Provinz Himmelsrand und die damit einhergehende Landverbindung von Cyrodiil nach Hochfels. „Sollte Himmelsrand aus dem Kaiserreich austreten, wäre es dem Altmeri-Bund schutzlos ausgeliefert. Schau, die Thalmor können sich im Kaiserreich frei bewegen und von Cyrodiil und Hochfels gleichzeitig angreifen. Es ist beinahe unmöglich, dass Ulfric mit seinen Sturmmäntel dem hätte standhalten können.“
Eine kurze Pause. „Die andere Option“, beginnt Skelgrof. „wäre, dass die Provinz friedlich und mit einem Waffenstillstand vom Kaiserreich abgespaltet würde. Es hätte allerdings die gleichen Konsequenzen. Hochfels wäre nur noch schwer oder durch hohe Zölle erreichbar und falls es keinen Vertrag zur Unterstützung gäbe, würde Himmelsrand auch in dieser Szenerie an den Altmeri-Bund übergehen. Es würde duzende Tote geben und viele, die versuchen aus dem Land zu fliehen.“
„Die sinnvollste Flucht wäre dann entweder Morrowind oder Hammerfell. Denn dort können sie nicht mehr vom Altmeri-Bund gefunden werden.“ Arun streicht mit der Handkante von Himmelsrand nach Westen und nach Osten. Tippt jedoch ein paar Mal auf den roten Berg in Morrowind. „Dieser Vulcan könnte die Einreise nach Morrowind deutlicherschweren. Da die Region um ihn herum stark verwüstet ist, müssten alle Flüchtlinge in den Süden reisen und ich glaube kaum, dass sie dort in einer solch zu erwartend hohen Zahl eine Bleibe finden würden. Eventuell käme es zu einem Bürgerkrieg und dann hätten wir das gleiche Problem wie in Himmelsrand.“
„Nur dass es dieses Mal das Kaiserreich nicht direkt betrifft.“, beendet Skelgrof den Satz und Arun kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen; ebenso wie Skelgrof. „Wie ginge es denn weiter?“, fragt er eher rhetorischer Herkunft.
„Nun.“ Arun lehnt sich wieder zurück in seinen Sessel. „Gehen wir davon aus, dass der Fall eintritt, Himmelsrand sei gewaltsam freigekommen und der Altmeri-Bund hätte das Land erobert, dann müssten das Kaiserreich und Hammerfell mit einer andauernden Bedrohung aus Himmelsrand rechnen und ihre Grenzen in den kalten Norden stärken. Wir wissen, dass Athar aus Westen her Tamriel angreifen wollte. Die Insel hätte unter bestimmten Umständen nicht erobert und sein Altar nicht zerstört werden, was wiederrum zur Folge hätte, dass seine Truppen womöglich ungehindert einmarschieren könnten.“ Arun schiebt eine kleine Holzfigur, die er aus der gleichen Schublade wie die Karte geholt hatte, von Westen her zunächst nach Hochfels und dann über Hammerfell und Himmelsrand nach Cyrodiil.
„Warum zuerst Hochfels?“, fragt Skelgrof etwas verunsichert, aber scheint die Antwort dennoch bereits zu kennen.
„Der Weg des geringsten Widerstandes. Hochfels ist abgeschnitten und nicht gut genug gerüstet, um einem solchen Angriff zu widerstehen.“, beantwortet Arun seine Frage und Skelgrof stimmt mit einer Kopfbewegung zu. „Ich glaube es würde nur ein paar Monate bis höchstens zwei Jahre dauern, bis Tamriel unter der Herrschaft Athars und wir Bewohner versklavt wären. Nur die Altmer hätten vielleicht eine Chance, wenn sie die Sommerset-Inseln verteidigen. Aber Himmelsrand ist dafür – so zumindest meine Meinung – zu groß und zu sehr von allen Seiten einnehmbar.“
„Das fürchte ich leider auch. Talos sei Dank, dass dieser Schrecken für immer nur eine Theorie bleiben wird.“ So heben sie ihre Weinkrüge und stoßen auf das Kaiserreich an.
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