SwanQueen - OneShots

KurzgeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan
30.08.2019
30.09.2019
5
11613
4
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Guten Abend, meine Lieben. Ja, ich lebe auch noch.
Dieses Projekt ist tatsächlich etwas untypisch für mich, da ich ja eigentlich immer so Endlos-Dinger schreibe.
But yet, here we are. Ich habe hier einige tolle Geschichten zu OUAT und SwanQueen gelesen, dass es mich auch mal wieder in den Fingern gejuckt hat.
Enjoy!

(Anmerkung: Die Formatierung des ersten OneShots ist leider nicht vorhanden, da FF.de mein Schreibprogramm beim Hochladen nicht unterstützt, daher CopyPaste. Ich hoffe, ich schaffe es, mich wieder mit Libre anzufreunden, um das in Zukunft zu vermeiden.)

---------------------------------------


TROST


„Mom, bitte. Du musst irgendetwas tun!“, bettelte Henry.
„Was soll ich denn tun, Kleiner? Mich will Regina jetzt am allerwenigsten sehen. Du solltest besser zu ihr gehen“, sagte Emma.
„Aber ich komme nicht mehr an sie ran. Sie macht mir nicht mal mehr die Tür auf.“
„Wie kommst du dann darauf, dass sie mir öffnen würde? Ich bin schließlich schuld an ihrem Leid. Ich habe ihr Glück doch erst zerstört.“ Emmas stimme triefte vor Schuldbewusstsein.  
„Ja, das mag sein. Aber du wusstest ja nicht, was du tust. Und du hast eine Verbindung zu ihr, die ich niemals verstehen werde.“
Emma zog die Brauen hoch. „Ach so?“
Henry verdrehte die Augen. „Jetzt tu doch nicht so. Ich sehe es daran, wie ihr euch anseht.“
„Du meinst, den Ausdruck, als ob sie mich am liebsten töten würde, weil ich mal wieder ihr Leben zerstört habe?“  
„Du hast echt keine Ahnung, oder?“
Emma sah ihren Sohn vollkommen ratlos an.  
Dieser seufzte resignierend. „Geh bitte einfach zu ihr. Ich weiß, warum sie mich nicht sehen will. Sie wollte nie, dass ich es sehe, wenn sie betrunken ist. Und sie trinkt in letzter Zeit ziemlich viel.“
Sorge keimte in Emmas Blick auf. „Ich tue mein Bestes“, sagte sie und Henry umarmte sie dankbar.


***


Nervös und zögernd stand Emma vor dem Haus der Bürgermeisterin. Wie hatte Henry sich das vorgestellt? Dass sie einfach hier hereinspazierte und Regina eine Schulter zum Ausweinen anbot und dann alles wieder in Ordnung war zwischen ihnen?
Seit Emma Marian aus der Vergangenheit mitgebracht und Robin zu ihr zurückgekehrt war, war Regina ein Häufchen Elend. Und zurecht gab sie Emma die Schuld an ihrem Unglück. Die Retterin machte sich schreckliche Vorwürfe, hatte sie die Frau doch nur mitgebracht, damit sie nicht getötet wurde. Doch einmal mehr wurde ihr bewusst, wie sehr alles, was man tat, seinen Preis hatte, waren es Zauber oder Eingriffe in die Vergangenheit.  
Emma hatte Angst davor, Regina gegenüber zu treten. Doch sie hatte keine Wahl, sie hatte es Henry versprochen. Wenn allerdings nicht mal mehr er zu ihr durchdringen konnte, musste es schlimm um sie stehen.  
Zaghaft betätigte sie schließlich den Türklopfer. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Als keine Reaktion kam, klopfte sie stärker.  
„Regina? Ich weiß, dass Sie da sind. Bitte machen Sie die Tür auf!“
Nichts. Doch Emma war sicher, dass Regina sie gehört haben musste. Sie versuchte, den Türknauf zu drehen und zu ihrer Überraschung klickte es und die Tür ging auf. Emma hatte ein ungutes Gefühl, denn wenn Regina vergaß, abzusperren, konnte das nichts Gutes bedeuten.  
Langsam ging sie hinein und betrat das Foyer.  
„Re…gina?“  
Keine Antwort.  
Sie schlich durchs Haus in den Wohnbereich, als ihr Herz auf einmal einen Moment aussetzte, denn Regina lag bewusstlos auf dem Boden neben ihrer Couch.
„Oh Gott, Regina!“ Emma eilte sofort zu ihr und rüttelte leicht an ihr. „Regina, was ist mit dir? Wach auf!“  
Es dauerte nicht lange, bis Regina sich regte. Sie kniff die Augen zusammen, als sie sie auch schon langsam öffnete.  
„Emma?“, krächzte sie.  
Emma half ihr, sich aufzusetzen. „Ist alles in Ordnung? Warum liegst du hier auf dem Boden?“
Regina sah sich ein wenig desorientiert um. „Keine Ahnung. Muss wohl von der Couch gefallen sein. Was interessiert Sie es, wo ich schlafe, Miss Swan?“
Sie ließ sich von Emma auf die Couch helfen und massierte sich die Schläfen, vermutlich aufgrund eines Katers, denn Emma hatte schon bemerkt, dass sie nach Wein roch.  
„Hör auf mit dem Unsinn. Du brauchst Hilfe, Regina. Seit über einer Woche schon schließt du dich hier ein. Nun ja, wenn du dann nicht vergisst, die Tür abzuschließen.“
„Und wenn schon. Was kümmert es Sie? Sie sind doch schuld daran, wie es mir geht.“  k
Emma brach es fast das Herz, wie sie Regina so dasitzen sah. Sie trug nichts außer einen dunkelroten, zerknitterten Morgenmantel aus Satin, war ungeschminkt (Emma hatte sie noch nie ohne Make-up gesehen), ihr Haar war unfrisiert und zerzaust, unter ihren Augen zeichneten sich dunkle Schatten ab und ihre Augen selbst waren blutunterlaufen, als sie sie nun böse anfunkelte. Sie war ein Häufchen Elend und Emma fühlte sich schrecklich schuldig.  
„Hör zu, Regina…“ Sie kniete sich vor sie hin und ergriff ihre Hände, welche auf ihrem Schoß lagen. „Ich wage es nicht noch mal, dich um Vergebung zu bitten. Ich habe Marian (Regina zischte leiste beim Erklang dieses Namens) vor dem sicheren Tod bewahrt und würde es vermutlich wieder tun. Doch ich wollte niemals, dass du wegen einer Entscheidung von mir so leidest. Ich hatte keine Ahnung, wer sie war, und dass sie dich um dein Glück bringen würde. Doch ich weiß, egal was Robin dir auch immer über seinen Ehrenkodex erzählt hat: wenn er sie wählt anstelle von dir, hat er dich ohnehin nicht verdient.“
Ein paar Tränen kullerten Reginas Wangen hinab. „Und was? Soll ich mich jetzt besser fühlen, nur weil Sie mir die Augen geöffnet haben? Wie kommen Sie darauf, dass ausgerechtet Sie mich mit Ihren hohlen Phrasen trösten könnten?“
Emma senkte den Blick. „Du hast recht. Ich habe Henry auch gesagt, dass es keine so gute Idee wäre, gerade mich zu schicken.“
Regina sah zu ihr. „Henry hat Sie geschickt? Wie kommt er darauf?“
„Ja, verrückt oder? Er faselte irgendetwas von einer Verbindung, die wir beide hätten. Eine die er nicht verstehen könnte.“
Regina zischte erneut. „Das ist lächerlich.“
„Das habe ich ihm auch gesagt. Aber er macht sich große Sorgen um dich. Und er vermisst dich.“
Regina senkte wieder den Blick zu ihren Händen, welche Emma immer noch hielt. „Warum sollte er? Er hat schließlich Sie. Und er liebt Sie, das weiß ich.“
„Aber ich liebe dich auch!“
Reginas Augen weiteten sich ungläubig, als Emmas Gehirn noch mal Revue passieren ließ, was sie eben gesagt hatte.  
„Er! Er liebt dich auch!“ Sie lief tiefrot an.  
Kurz herrschte eine peinliche Stille, in der sie sich einfach nur ansahen. Dann räusperte Emma sich verlegen.
„Ich… sollte jetzt gehen.“  
Sie stand auf und wollte sich abwenden, doch Regina hielt nun ihre Hände.
„Nein, warten Sie, Miss Swan… Emma. Bitte… gehen Sie noch nicht.“  
Emma lächelte zu ihr herunter. „Ich bleibe so lange du willst.“
Regina schaffte ein kleines Lächeln, als Emma sich neben sie auf die Couch setzte und etwas zögerlich einen Arm um sie legte. Kurz darauf vergrub sie ihr Gesicht allerdings schluchzend in Emmas Halsbeuge.
Diese wusste erst nicht, wie ihr geschah, doch dann strich sie Regina behutsam über den Rücken und hielt ihre Hand. Sie legte ihren Kopf auf Reginas und ein Schauer überkam sie, als ihr klar wurde, dass diese sich nun tatsächlich an ihrer Schulter ausweinte. Allerdings war es kein unangenehmer Schauer, was sie sehr verwirrte.  
„Danke, Emma“, schniefte die Königin eine kleine Weile später und setzte sich auf, um die Retterin anzusehen. „Ich weiß… es wirklich zu schätzen, dass sie… sich hierzu herablassen. Auch wenn es nur Henry zuliebe war.“
„So ist das nicht, Regina, ich…“
„Oh kommen Sie. Ich bin ein echtes Ekel zu Ihnen gewesen und bin es heute noch. Und ich suche die Schuld für mein Unglück immer bei anderen, anstatt bei mir selbst. Vielleicht… sollte ich mich damit abfinden, dass es für die Böse Königin einfach kein Happy End geben kann. Und Robin… hatte vermutlich recht, sich für sie zu entscheiden und nicht für mich.“
„Nein, das hatte er nicht!“  
Regina sah ungläubig in Emmas festen, todernsten Blick.  
„Niemand hat das Recht, dir so etwas anzutun“, sagte sie nun wieder sanfter. „Wenn jemand die Ehre hat, dein Herz besitzen zu dürfen, dann sollte er oder sie es auch verdammt noch mal zu schätzen wissen.“ Sacht strich sie ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Als sie merkte, dass Regina sich nicht abwandte, fuhr sie ihr mit den Fingern durch das weiche, dunkle Haar, bis ihre Handfläche auf deren Wange lag. Mit dem Daumen wischte sie eine Träne weg und lächelte sie an.  
Reginas Mund öffnete sich leicht, als ob sie etwas hätte sagen wollen, doch sie brachte keinen Ton hervor.  
Emma lächelte. „Du bist wertvoll, Regina. Dein Herz ist wertvoll. Und du hast dich verändert. Du bist nicht mehr die Böse Königin. Und du verdienst ein Happy End, genau wie alle anderen Bewohner von Storybrooke.“
„Es tut mir so leid, Emma…“ Reginas Stimme war nur ein Hauch.
„Was denn? Ich bin diejenige, die zu Kreuze kriechen sollte.“
„Nein, das… meine ich nicht. Ich… hatte keine Ahnung, dass du… ausgerechnet du…“
„Ich verstehe kein Wort", sagte Emma ehrlich verwirrt, während Regina näherkam und ihr ohne Vorwarnung einen zärtlichen Kuss auf die Lippen gab.
Emma wusste gar nicht, wie ihr geschah. Da war es wieder, dieser wohlige Schauer, welcher sich auf ihrem ganzen Körper ausbreitete. Regina – DIE Regina – küsste sie gerade! Erst überlegte sie, sie einfach wegzuschieben, doch dann verlor sie sich schließlich in der Geste und schloss die Augen. Vorsichtig begann sie, den Kuss zu erwidern, nahm Reginas Gesicht in beide Hände und ihre Zungen vereinten sich in einem leidenschaftlichen Tanz. Der Geschmack von Apfelwein vermischte sich mit dem ihrer salzigen Tränen. Dann auf einmal zog Regina sich mit zitterndem Atem zurück. Sofort ließ Emma sie los, drehte sich von ihr weg, die Augen im Schock weit aufgerissen und ihre rechte Hand auf ihren Mund gepresst.  
„E-es… t-tut mir leid, Emma…“, wiederholte Regina zittrig.
„Also mir nicht“, sagte Emma mutiger, als sie sich in diesem Moment fühlte.  
„Nein, ich… ich bin einfach noch nicht bereit für… etwas Neues. Und ich hätte diesen Schritt nicht so voreilig gehen dürfen, aber ich… konnte irgendwie nicht anders…“
„Ist okay, wirklich.“ Emma versuchte, möglichst beiläufig zu klingen, doch man merkt ihr an, dass sie stark aus dem Konzept war.
„Nein, das ist es nicht. Ich will… dir keine falschen Hoffnungen machen. Ich bin gerade erst getrennt, verletzt, betrunken… ich möchte deine Gefühle nicht verletzen, doch… ich brauche einfach noch ein bisschen Zeit. Verstehst du das?“
„Zeit ist gut!“ Noch immer schaffte Emma es nicht, Regina anzusehen. „Nimm dir die Zeit die du brauchst für… was auch immer…“ Mit diesen Worten stand sie auf. „Ich sollte… jetzt gehen. Wenn du etwas brauchst, ruf mich an.“  
„Ja… werde ich.“ Regina senkte den Kopf, sah ihr aber nach, als sie Richtung Tür ging. „Emma!“, rief sie ihr nach.
Emma blieb stehen, zögerte, doch dann drehte sie sich noch mal zu ihr. „Ja?“
„Würdest du… morgen vielleicht wiederkommen?“
„Ähm…“ Emma biss sich auf die Unterlippe. „Klar. Soll ich Henry auch mitbringen?“
„Die Entscheidung… überlasse ich dir.“
„Okay… dann bis morgen.“  
Sie schenkten sich beide noch ein schüchternes Lächeln, ehe Emma das Haus der Bürgermeisterin verließ.
Was auch immer gerade zwischen Regina und ihr losgetreten wurde, einer Sache war sie sich vollkommen sicher: Sie würde Henry morgen nicht mitnehmen.
Review schreiben