Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Chaos namens Leben

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
30.08.2019
02.09.2019
5
10.454
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
02.09.2019 2.670
 
Hay Leute,

die Arbeit ist wirklich wieder anstrengend, aber die Motivation hat mich gepackt und deswegen kann ich sagen, hier das nächste Kapitel.

Kapitel 6 ist auch schon fast fertig. Es sollte also nicht allzu lange dauern bis ich mich das nächste Mal melde.

Bis dahin, viel Spaß beim Lesen.

Vielleicht könnt ihr mir in den Kommentaren kurz eure Meinung/Kritik mitteilen. Damit ich weiß ob ich vielleicht was an der Geschichte verbessern kann.

xo-RozaBelikova-ox



Bisher bei Das Chaos namens Leben:

„Rose. Ich bin's. Bist du hier drin? Bitte mach auf." Ertönt eine Stimme auf der anderen Seite der Tür.

Schnell öffne ich die Tür, was mit meinem Alkoholpegel gar nicht so einfach ist und schmeiße mich der Person mir gegenüber in die Arme.

Mein Retter, die eine Person die ich immer anrufen kann wenn ich in Schwierigkeiten bin. Die Person von der ich sicher sein kann, dass sie mir immer helfen wird, egal was passiert. Oh Gott, der Alkohol macht mich ganz sentimental.

„Komm wir gehen, Rose." sagt Ivan als er sich aus der Umarmung löst und mich stützend die Treppe herunter führt.

Auf dem Weg nach draußen kommen uns Jesse und meine Freunde entgegen.

„Rose, wo warst du?"

„Wir haben dich die ganze Zeit gesucht. Jesse meinte du wärst gegangen."

„Ivan was machst du denn hier?"

Stürzen meine Freunde fragend auf uns ein.

Jesse, der scheinbar durch den Alkohol nicht ganz klar denken kann, macht einen schwankenden Schritt auf mich zu. „Komm schon Rose, ich verzeih dir. Schick deinen Bruder weg und ich besorge es dir richtig in meine-"

Noch bevor er den Satz beenden kann, trifft Ivans Faust seinen Kiefer und er fällt rücklings auf den Boden.



Nachdem Ivan Jesse einen Kinnhaken verpasst hatte, hatte er meine restlichen Sachen geholt und mich ins Auto gezerrt.

Meine Freunde waren zu perplex um etwas zu sagen und haben nur zwischen Jesse, welcher sich den Kiefer reibend auf dem Boden lag und mir hin und her gesehen. Ich selbst war zu schockiert davon wie sich mein Leben in den letzten Stunden entwickelt hatte, um irgendwas zu tun oder zu sagen.

An Ivans Körpersprache konnte ich merken wie enttäuscht er von mir war. Was meine Schuldgefühle nur noch vergrößert.

„Wie geht's dir?" fragt er, den Blick stur auf die Straße gerichtet.

Die Augen auf meine Hände in meinem Schoß gerichtet, zucke ich leicht mit den Schultern. „Geht schon… Jetzt." Mit einem Seitenblick auf ihn füge ich hinzu, „Danke, dass du mich abgeholt hast. Es tut mir wirklich leid… Ich weiß ich hatte nicht so viel trinken sollen und nicht wutentbrannt die Wohnung verlassen sollen. Wenn ich nicht so viel getrunken hätte, hätte Jesse gar nicht die Chance gehabt mich zu bedrängen. Dann hätte ich mich besser wehren können und ich hätte dich nicht anrufen müssen. Es tut mir wirklich unglaublich le-" doch Ivan lässt mich meine Entschuldigung nicht zu Ende bringen.

Er ist rechts rangefahren und streicht mir Tränen von der Wange, Tränen die ich vorher gar nicht bemerkt habe.

„Sch.. Rose. Alles gut. Du musst dich nicht entschuldigen." Er wirft mir einen Blick zu der mich zum Verstummen bringt, sodass ich meinen Einwurf nicht äußern kann.

„Es stimmt. Du hättest nicht so viel trinken sollen. Du hättest auch vielleicht nicht so überstürzt gehen sollen. Aber all das hättest du nur deswegen nicht tun sollen, weil es dir nicht hilft dich vor deinen Problemen in den Alkohol zu flüchten. Aber nicht etwa wegen dem was Jesse getan hat. Was auch immer es genau war, wie er dich bedrängt hat, das hat nichts mit deinem Alkoholkonsum zu tun. Egal ob du nüchtern bist oder nicht… Jesse hätte nichts tun sollen wobei du dich nicht wohl fühlst. Dafür hätte er eigentlich mehr verdient als den Kinnhaken den ich ihm verpasst habe."

Bei seinem Blick bin ich froh, dass ich noch nie diejenige war, auf die dieser wütende Blick gerichtet war. „Aber Gewalt ist auch keine Lösung."

Das bringt ihn zum Schmunzeln. „Das stimmt." Er reicht mir ein Taschentuch. Ich putze mir die Nase und er fährt weiter.

„Komm, wir bringen dich schnell ins Bett, damit du wieder ausnüchtern kannst. Mama sagen wir am besten nichts davon, das würde nur unnötigen Stress bringen."

Nach ein paar Minuten biegen wir in unsere Straße ein und schnell gehen wir leise in die Wohnung zurück. Alles ist ruhig. Die anderen scheinen zu schlafen.

„Nochmal danke, dass du mich gerettet hast…" ich drücke ihn noch einmal und drehe mich in die Richtung meines Zimmers. „Gerne. Mal wieder." fügt er neckend hinzu.

Ich schüttle leicht den Kopf, merke aber schnell, dass dies meinem Kopf nicht gut tut.

Erschöpft lege ich mich aufs Bett, ohne mich umzuziehen.

Mein Kopf dreht sich und tausend Gedanken schwirren gleichzeitig in meinem Kopf herum.

Momente später bin ich eingeschlafen.

Einen gefühlt noch kürzeren Moment später werde ich wieder wach.

Mein Zimmer ist hell erleuchtet, ich muss vergessen haben es zu verdunkeln. Von draußen kann ich Ivan und Christian hören, die sich scheinbar über die gestrigen Ereignisse unterhalten. Stöhnend setze ich mich auf und merke schon jetzt wie mein Kopf brummt. Langsam verlasse ich mein Zimmer um im Bad zu duschen.

„- dann hat dieser sie wohl irgendwie bedrängt und sie hat mich angerufen." Erzählt Ivan gerade.

„Jesse? Ist das nicht dieser reiche Flegel der sich an alles ran macht was nicht bei drei verschwunden ist?" fragt Christian ihn.

Ivan nickt. „Er hat doch damals dasselbe mit Camille abgezogen. Nur hat er diesmal den Fehler gemacht es mit Rose zu versuchen und dann auch noch während ich dabei war."

„Was hast du getan?" ist die einzige Frage die Christian stellt.

„Dasselbe was du auch getan hättest. Ich habe ihm einen Kinnhaken verpasst." Die beiden lachen darüber und ich verschwinde schnell ins Bad bevor sie mich entdecken.

Die Dusche tut gut und ich fühle mich danach viel erholter.

„Hay Rosie." begrüßt mich Christan als ich an seinem Zimmer vorbei in die Küche laufe. „Ist wohl etwas eskaliert gestern Abend wie ich gehört habe." Fügt er hämisch hinzu als er mir in die Küche folgt.

„Haha, kann man so sagen, Sparky." Während ich die Tür des Kühlschranks öffne und sehe, dass er so gut wie leer ist schließe ich ihn wieder.

„Hör auf mich so zu nennen." Beschwert sich Christian.

„Dann hör auf mich Rosie zu nennen." Mit einem Blick in den Vorratsschrank frage ich, „Wo ist eigentlich Mama?"

Er zuckt nur leicht die Schultern. „Mit ihrem neuen weg glaube ich.

„Ugh, schon ist mir der Hunger vergangen." Ich dränge mich an Christian vorbei und gehe wieder ins Wohnzimmer.

Mit einem Blick auf mein Handy stelle ich fest, dass ich 10 ungelesene Nachrichten habe, alle von Lissa, Mason, Jill und Eddie. Außerdem 3 verpasste Anrufe.

Ich antworte auf alle Nachrichten, rufe aber weder Lissa noch Mason zurück.

Den Rest des Tages verbringe ich auf der Couch und gucke Filme. Ab und zu setzen sich Ivan und Christian dazu. So verging der ganze Tag und bevor meine Mutter nach Hause kam, ging ich in mein Zimmer und schlief ein.

Sonntag wache ich von meinem Wecker auf.

Die Realität schlägt wieder mit voller Wucht ein. Ich muss heute wieder arbeiten. Was noch schlimmer ist, ich muss mit Stan reden, denn ich brauche meine Job wieder. Es klingt komisch zu sagen, dass ich ihn wieder brauche wenn ich ihn noch für die nächsten drei Tage habe. Wie dem auch sei muss ich Stan um einen Gefallen bitten und das ist an sich schon schlimm genug.

Auf der Arbeit angekommen sehe ich Sonya und Adrian vor der Tür stehen und lachen.

„Hay kleine Blume. Du siehst ja wirklich furchtbar aus wenn ich das mal so sagen darf. Immer noch hinreißend, aber furchtbar." Er lächelt mich verschmitzt an und hält mir die Tür auf.

„Danke Adrian. Du bist charmant wie eh und je." sage ich im Vorbeigehen.

„Die dunklen Wolken haben Rose eingefangen und werfen Schatten über diese feurige Blume. Ein Sturm zieht auf, also sei vorsichtig. Sei gewarnt." höre ich Sonya kryptisch zu Adrian sagen. Solche Aussagen sind zwar nicht gerade untypisch für Sonya, aber dass sie mit dieser Aussage scheinbar so ins Schwarze getroffen hat, macht mir etwas Angst.

„Okay Karp, wir sind gewarnt." antwortet Adrian spöttisch, offensichtlich nimmt er die verrückte Vorwarnung nicht ernst. Wieso sollte er auch. Selbst wenn er wüsste wie meine aktuelle Situation wirklich aussieht.

Fertig umgezogen atme ich noch einmal tief durch und wappne mich vor dem Gespräch welches ich gleich mit Stan führen muss.

Vor seiner geschlossenen Bürotür stehend fasse ich allen Mut zusammen den ich habe. Ganz ruhig, Rose, du schaffst das schon.

Ein weiterer tiefer Atemzug und ich klopfe zaghaft an die Tür.

„Ja, herein." ertönt Stans genervte Stimme von Innen. Toll, er ist jetzt schon genervt. Das können ja nur die besten Voraussetzungen für unser Gespräch sein.

„Ah Hathaway. Was kann ich gegen dich tun." Er sieht mich forsch an.

„Sehr witzig, Stan." Ich atme noch einmal aus bevor ich ihm alles erkläre. Schnell, so als würde man ein Pflaster abreißen. „Ich brauche meinen Job wieder. Beziehungsweise weiter. Die Uni ist abgebrannt, also werde ich nicht ins Ausland fliegen und brauche hier meinen Job weiterhin."

Mein Blick liegt die ganze Zeit während ich rede auf der Tischplatte vor mir. Doch als ich Stans fieses Lachen höre sehe ich doch auf.

„Hahaha, Hathaway. Also wirklich. Das ist doch wirklich ironisch. Am Anfang habe ich dich gebeten zu bleiben, weil wir das Personal brauchen und jetzt-" er zeigt mit einer abwertenden Geste auf ich, „jetzt wo sich die Prinzessin dazu herablässt doch länger hier zu arbeiten weil sie in der Klemme steckt… ja ausgerechnet jetzt kann ich nur sagen: Nein." Er hat ein fieses Grinsen im Gesicht als er das sagt.

„Wie bitte?" ist mein einziger geistreicher Kommentar.

„Du hast schon richtig gehört. Nein. Ich kann nicht noch eine Mitarbeiterin gebrauchen. Da du ja bereits gekündigt hast, habe ich bereits jemand neuen eingestellt. Er fängt in zwei Monaten an." Mit einem gespielt miteidigen Blick auf mich fügt Stan hinzu, „Aber da ich ja kein schlechter Mensch bin, kannst du bis dahin gerne weiter hier arbeiten."

Kein schlechter Mensch? Stan? Das ich nicht lache. Er kann sich den Job sonst wohin stecken. Ich hätte gar nicht erst ragen sollen.

Aber bevor ich auch nur einen meiner Gedanken äußern kann fällt mir ein, dass ich keine andere Wahl habe. Ich brauche diesen Job. Und so wenig ich Stand diese Genugtuung gönne, ist es doch besser, dass ich noch zwei Monate hier arbeiten kann und Zeit habe nach einem anderen Job zu suchen.

Stumm nicke ich und Stan sieht für meinen Geschmack viel zu selbstgefällig aus.

„Aber-" hält Stan mich auf als ich mich gerade an die Arbeit machen möchte. „Du kannst diese zwei Monate nur als Aushilfe weiter machen, also weniger Stunden. Ich habe schließlich schon die ganze Zeit geplant und kann nicht für dich alles mehr umstoßen als nötig."

Mit zusammengebissenen Zähnen schließe ich die Tür etwas fester als beabsichtigt und gehe an die Arbeit.

Ich gucke die ganze Zeit über so böse vor mich her, dass keiner es wagt mich während der Schicht anzusprechen.

„Rose? Ist alles in Ordnung?" fragt mich Karolina als ich in den Pausenraum komme. Ich setze mich ihr gegenüber auf die Couch und lasse den Kopf in die Hände sinken.

„Nein, mein Leben ist ein einziger Haufen Asche, aber danke der Nachfrage."

Die Couch sinkt neben mir etwas ab. Karolina hat sich neben mich gesetzt und mir tröstend die Hand auf den Rücken gelegt.

„Was ist denn los? So schlimm kann es schon nicht sein. Es wird nie so heiß verdaut, wie gekocht wird." Versucht sie sich an einem Sprichwort.

Das ringt mich zum Lachen. „Gegessen. Es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

„Oh, aber du weißt was ich meine." Sie blickt mir nun direkt in die Augen. „Willst du darüber reden? Vielleicht kann ich dir ja irgendwie helfen… Oder ich war in derselben Situation."

Als ich nichts sage beginnt sie wieder zu sprechen. „Nichts ist so ausweglos wie es scheint. Du weißt ja, dass ich einen 10 jährigen Sohn habe." ich nicke und sie fährt fort. „Als ich herausgefunden habe, dass ich mit Paul schwanger war, war ich auch gerade mal 17 Jahre alt. So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Ich hatte Angst meiner Mutter von der Schwangerschaft zu erzählen, ich wollte sie nicht enttäuschen. Doch ich bin froh, dass ich es ihr erzählt habe, denn sie hat mich unterstützt, vor allem nachdem mich Pauls Vater sitzen gelassen hat, weil er nicht bereit war Vater zu werden."

„Was für eine Scheiße. Ich meine es gehören doch zwei dazu ein Kind zu zeugen. Und wenn man schon nicht richtig aufpasst, muss man wenigstens dazu stehen und die Konsequenzen tragen." Sage ich, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie es sich für Karolina anhört. „Oh, tut mir leid, es sollte nicht so klingen. Ich meine ich bewundere dich dafür, dass du dich um deinen Sohn kümmerst und-"

Ich fange an zu faseln.

„Rose, alles gut. Ich habe dich schon verstanden. Und du hast ja Recht. Man muss die Konsequenzen für seine Taten übernehmen. Aber siehst du jetzt, dass was auch immer gerade schief läuft bei dir nicht unbedingt heißen muss, dass dein Leben vorbei ist?" sie blickt mich fragend und aufmunternd zugleich an.

Unter ihrem Blick rücke ich mit allem raus was in den letzten Tagen passiert ist und weshalb ich jetzt nicht weiß wie ich weiter machen soll.

Während der ganzen Zeit hört sie mir zu und unterbricht mich nicht ein einziges Mal. Als ich ihr die Sache mit Jesse erzähle zieht sie kurz scharf die Luft ein, aber das ist die einzige Reaktion.

„….Und jetzt weiß ich wirklich nicht was ich tun soll. Ich stehe ohne alles da, ohne Job und ohne Zukunftsperspektive."

Karolina nimmt mich in den Arm und beginnt wieder beschwichtigend mir über den Rücken zu streichen.

„Ach, Rose. Ich weiß es scheint gerade alles wie das Ende der Welt, aber glaube mir. So Schlimm wie es scheint ist es nicht. Du hast einen Platz zum Wohnen, auch wenn du mit deiner Mutter gerade Streit wegen diesem Mann hast. Du hast also genug Zeit dir einen neuen Job zu suchen und dir zu überlegen was du tun möchtest. Dann nimmst du dir eine Auszeit und auch wenn diese ein zwei Jahre dauert, dann ist das eben noch so. Du bist noch jung und kannst noch alles mit deinem Leben anfangen."

Kopfschüttelnd setze ich mich wieder gerader hin und rücke etwas von ihr ab.

„Danke, Karolina. Wirklich. Ich weiß das zu schätzen." Ich nehme mein Tablett um wieder zur Arbeit zu gehen, doch wende mich noch einmal Karolina zu. „Jetzt komme ich mir wirklich etwas albern vor, vor allem wenn man bedenkt in was für einer Situation du in meinem Alter gesteckt hast. Im Gegensatz dazu ist mein Problem gar nichts."

„So darfst du das auch nicht sehen, Rose. Dein Problem ist schon wichtig, es ist nur eben was komplett anderes als das was ich hatte. Das wichtigste ist, du hast mehr Unterstützung als du denkst. Du kannst immer zu mir kommen wenn du Hilfe brauchst und wenn du möchtest, kann ich mich ja mal umhören ob jemand einen Job zu vergeben hat." bietet sie mir an.

„Du schaffst das schon, du bist eine junge, schöne, starke Frau." zwinkert sie mir noch zu.

Das bringt mich zum Lachen.

„Danke, Karolina, das wäre sehr nett, wenn du dich umhören könntest. Aber ich muss jetzt wieder runter weiter arbeiten, sonst reißt Stan mir den Kopf ab."

Nach dem Gespräch mit Karolina fühle ich mich etwas weniger verzweifelt als vorher.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast