Das Chaos namens Leben

GeschichteRomanze, Familie / P12
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
30.08.2019
02.09.2019
5
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30.08.2019 1.570
 
Hallo Leute,

hier ist meine erste VA FF die ich hier veröffentliche.

Ich hoffe die Idee gefällt euch, auch wenn in der Einleitung nicht viel passiert.

Ihr könnt mir gerne eure Meinung in einem Kommentar mitteilen.

Viel Spaß beim Lesen :)

xo-RozaBelikova-ox



Als ich kleiner war hätte ich mir nie träumen lassen, dass sich mein Leben so entwickelt. Ich dachte so schlimme Sachen passieren nur schlechten Menschen und auch wenn ich nicht immer das einfachste Kind war, würde ich mich auch nicht als schlechten Menschen bezeichnen.

Aber ich schätze so ist das Leben. Auch gute Menschen müssen schlechte Zeiten durchleben, verlieren geliebte Menschen und stranden mit ihrem Leben irgendwo und müssen von neu starten.

Doch ich greife voraus.

Mein Name ist Rose Hathaway, ich bin 17 Jahre alt, habe gerade meinen Schulabschluss geschafft und arbeite nun, um mir meinen jahrelangen Traum zu erfüllen im Ausland zu studieren.

Meine Arbeit in einer Fastfood Kette ist alles andere als glamourös, aber sie erfüllt ihren Zweck.

Abgesehen von einem kleinen Mietanteil kann ich meinen kompletten Lohn sparen. Ich lebe mit meiner Mutter Janine und meinen beiden Brüdern Ivan und Christian in einer kleinen Wohnung am Rande der Stadt.

Mit den ganzen Nacht- und Doppelschichten die ich in letzter Zeit habe, sehe ich meine Familie allerdings kaum. Weder den Teil mit dem ich zusammen wohne, geschweige denn meinen Vater Eugene und seine neue Familie die am anderen Ende der Stadt wohnen.

Seit ich drei Jahre alt bin, also seit nun mehr fast 15 Jahren, sind meine Eltern nicht mehr zusammen.

Damit habe ich auch eigentlich keine Probleme. Mit seiner neuen Frau Ellen komme ich alles in allem gut klar. Ihre Kinder sind jedoch eine andere Sache.

Meine sogenannten Stiefschwestern, Meredith und die Zwillinge Avery und Brendon sind so verzogen, dass man nicht gerne Zeit mit ihnen verbringen möchte.

Zum Glück muss ich, gerade im Moment, nicht viel Zeit mit ihnen verbringen.

Wenn ich so überlege war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe, an meinem Abschluss.

Der Abend war erstaunlich angenehmen. Meine Familie war so groß, dass wir unseren eigenen Tisch hatten. Es wurde viel gelacht, getanzt und selbst meine Eltern haben sich an diesem Tag nicht gestritten.

In Erinnerungen an diesen Abend packe ich meine Tasche, um zu meiner nächsten Nachtschicht zu gehen.

„Gute Nacht, Rose. Eine schöne Schicht und pass gut auf dich auf." Sagt meine Mutter während ich am Wohnzimmer vorbei nach draußen gehe.

„Danke, werde ich." rufe ich noch kurz über die Schulter.

Der Weg zur Arbeit ist ruhig wie immer. Die Schicht scheint auch wie jede andere Schicht zu sein. Viele Gäste, wenig Zeit, zum Glück aber nette Kollegen. Wir sind wieder zu fünft in der Schicht. Mit mir arbeiten heute Stan, unser Schichtleiter, Sonya, Tasha und Adrian.

Letzterer kommt mir jedoch oftmals zu nah für meinen Geschmack. Es lässt sich nicht leugnen, dass er Interesse an mir hat, allerdings kann man auch nicht sagen, dass er ein Geheimnis daraus macht.

„Schönen Abend, kleine Blume. Du siehst wie immer toll aus." Begrüßt er mich zu Beginn der Schicht. Ich kann seine Zigaretten bis hierhin riechen, obwohl ich ein paar Schritte von ihm entfernt stehe und der Fritten Geruch in der Luft liegt.

„Wann hörst du endlich auf mich so zu nennen, Adrian?" frage ich, obwohl ich weiß, dass es zwecklos ist.

„Niemals." Sagt er mit einem Lächeln. „Genauso wie ich niemals aufhören werde dich zu lieben, kleine Blume." Ohne auf seine Liebesbekundungen einzugehen, wende ich mich meiner Arbeit zu und verdrehe bei seinen Worten nur die Augen.

Schnell vergeht auch diese Schicht. Zwischen all den betrunkenen Gästen und den Witzen die Adrian erzählt, macht selbst eine Nachtschicht spaß und ehe ich mich versehe sitze ich mit Sonya und Tasha wieder im Bus auf dem Weg zum Bahnhof.

Sonya erzählt uns wieder von ihren komischen Träumen. Wenn man sie nicht kennen würde, könnte man sie für verrückt halten.

Tasha ist ganz nett, auch wenn es komisch ist mit jemandem zusammen zu arbeiten, der einen schon von klein auf kennt. Sie ist mit meinem älteren Bruder Ivan befreundet. Die beiden kennen sich durch Christian, der zwei Jahre älter ist als Ivan und mit Tasha in einer Klasse war.

Tasha sieht zwar älter aus als 22, aber das macht nur ihre Narbe die sie auf der Wange hat, die sich über das halbe Gesicht zieht, doch diese macht sie nur noch schöner.

Die Narbe hat sie erhalten, als ihr Bruder sie und Christian angegriffen hat, als die beiden noch jünger waren. Damals hat sie ihm das Leben gerettet.

Ihr Bruder Lucas war damals betrunken nach Hause gekommen und wollte Christian mit zu seinen Freunden nehmen, damit er mit ihnen trinken 'und mal richtig Spaß haben kann'. Doch als Christian abgelehnt hat, zückte Lucas ein Messer und stach Christian in den Bauch. Nur durch Tasha, die sich sofort auf ihren Bruder gestürzt hat, konnte er Christian nicht weiter verletzten.

Während die beiden im Krankenhaus versorgt wurden, ist es dann passiert.

In dieser Nacht ist Lucas gestorben, als er mit seiner Freundin Moira total betrunken im Auto durch die Stadt fuhr, auf dem Weg zu irgendeiner Party.

Bevor Tasha etwas merkt, wende ich schnell den Blick wieder von ihrer Narbe. Sie mag es nicht wenn man sie deswegen anstarrt.

Zum Abschied drücken wir uns und jeder fährt mit einem andern Bus nach Hause. In 10 Stunden würden wir uns schon wieder für die nächste Schicht fertig machen müssen.

Auch der Weg nach Hause verlief ohne Zwischenfälle.

Nachdem ich noch eine Kleinigkeit vom Abendessen von gestern esse, gehe ich schlafen.

Die nächsten Wochen verlaufen genauso. Keine aufregenden Erlebnisse. Aufstehen, arbeiten, nach Hause fahren, essen, schlafen und wiederholen.

Nun arbeite ich schon seit 5 Monaten und habe fast genug Geld für das erste Semester zusammen. Viel mehr brauche ich auch nicht, da ich mir im Ausland neben dem Studium wieder einen Job suchen werde, damit ich die weiteren Kosten alle decken kann.

Es ist der erste Tag seit längerem, dass ich eine kürzere Schicht habe, also keine Doppelschicht und deswegen später losgehen kann.

Als ich heute vor der Nachtschicht aufstehe und mich fertig mache, klingelt es an der Tür.

Meine Mutter springt schnell auf um die Tür zu öffnen, aber da ich im Bad direkt neben der Tür stehe, bin ich schneller.

„Ja bitte?" frage ich durch die Gegensprechanlage, die Zahnbürste noch im Mund.

„Janie, ich bin's Schatz." meldet sich eine Männerstimme die ich noch nie vorher gehört habe.

Janie? Schatz? Was habe ich denn da verpasst?

Verwundert drehe ich mich um und erblicke meine Mutter die mich mit schuldbewusstem Blick ansieht.

Doch sie sagt nichts. Erst als ich erneut die Stimme durch den Hörer rufen höre, löse ich mich aus meiner Erstarrung. Ich nehme die Zahnbürste aus dem Mund und öffne dem fremden Mann die Tür.

Als ich die Tür öffne steht vor mir ein Mann in einem knallig farbigem Anzug mit einem ebenso knallig farbigem Schal. An einem Ohr trägt er einen Ohrring aus Gold.

Wie er so da steht sieht er aus wie einer von der Mafia.

Seine Hautfarbe ist so ähnlich wie meine, etwas dunkler, fast wie das innere einer Mandel. Er scheint türkisch zu sein, oder aus einem anderen arabischen Land.

„Oh, du bist nicht Janine." sagt dieser Unbekannte. „Du musst Rose sein, ihre Tochter." Er reicht mir die Hand entgegen. „Ich bin Abe, Kleines."

Ich schüttle seine Hand, lasse sie bei seiner letzten Bemerkung jedoch sofort wieder los. „Nenn mich nicht Kleines, alter Mann."

Abe lächelt nur, doch meine Mutter scheint ihren Schock überwunden zu haben denn sich kommt auf mich zu und blickt mich bestürzt an.

„Rose! So was sagt man nicht."

Bevor ich etwas entgegnet kann, legt ihr Abe den Arm auf den Rücken und gibt ihr einen Kuss auf die Schläfe.

„Ganz ruhig Janie, es ist doch alles in Ordnung. Sie ist eben ganz wie ihr Vater." Die beiden werfen sich einen vielsagenden Blick zu, den ich jedoch nicht verstehen kann.

Mit gerunzelter Stirn gehe ich zurück ins Bad um meine Zähne zu Ende zu putzen. Woher kennt er denn meinen Vater? Und warum hat dieser Abe dann noch nie erwähnt, wenn er ihn doch so gut zu kennen scheint, dass er weiß wie mein Vater ist. Dabei ist meine Art doch ganz anders als die meines Vaters.

Während ich immer sarkastisch bin und schon als Kind immer in Schwierigkeiten geraten bin, ist mein Vater ein ruhiger, zurückhaltender Mann. Manche würden sogar sagen, dass er schwach und willenlos ist, er hat nicht dieses Feuer, welches laut meiner Lehrer meine kriminelle Energie antreibt.

Immer noch irritiert über diesen Abe, gehe ich in mein Zimmer um mich fertig zu machen.

Gerade als ich gehen möchte, halte ich kurz inne und beschließe mich bei meiner Mutter mit einer Umarmung zu verabschieden.

Sie sieht mich ebenso irritiert an wie ich vorhin, doch umarmt mich zurück.

„Wir reden später, glaub nicht, dass vergessen habe, dass er dich Schatz genannt hat und du ihn vorher jedoch noch nie erwähnt hast."

Ich löse mich von ihr und grinse beiden noch einmal zu, bevor ich zur Arbeit gehe.

Meine Mutter guckt mir mit gemischten Gefühlen nach die ich nicht kann entziffern kann, Abe jedoch scheint unbetrübt und winkt mir kurz zu.

Das verspricht eine interessante Unterhaltung zu werden wenn ich nach Hause komme.
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