Schwarze Wolken

GeschichteDrama, Romanze / P18
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Robin Hood
30.08.2019
08.10.2019
3
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„Sorry I‘m late“ aber besser spät als nie ;D
Willkommen zu meiner ersten Fanfiction zu Once Upon A Time.
Die Geschichte wird sich immer wieder an der Serie orientieren also nicht wundern wenn euch Dialoge vor allem in den ersten Kapiteln bekannt vorkommen. Im laufe der Geschichte werden aber auch mehr und mehr Elemente auftauchen, die so nicht in der Serie gezeigt wurden.
Viel Spaß beim lesen :)




Kapitel 1

Im Zauberwald

Der Zauberwald. Sie hatte nicht gedacht, dass sie hierher zurückkehren würde, schon gar nicht ohne Henry, ohne ihren geliebten Sohn. Die innere Leere und Zerrissenheit wuchsen mit jeder Sekunde, die sie hier verbrachte. Snow und Charming wollten mit ihr vereint zu ihrem Schloss zurückkehren, doch wenn Regina ehrlich war wollte sie nicht zu ihrem Schloss, weder mit den Charmings noch alleine oder mit sonst wem. Sie wollte zurück zu Henry, doch ihr war schmerzlich bewusst - sie würde ihn nie wieder sehen, niemals.
Eine neue Welle der Traurigkeit überkam sie und gab ihr das Gefühl, niemanden zu haben. Sie war allein und niemand brauchte sie. Vielleicht hätte sie wie Hook einfach abhauen sollen.

Du fällst den anderen ohnehin nur zu Last, sie wären froh wenn du weg bist.

Meldete sich die gehässige Stimme ihres Unterbewusstseins.
Schweigend trottete sie hinter der kleinen Gruppe ehemaliger Storybrookebewohner her.
Während der Abstand zwischen ihr und den anderen immer größer, wurde versank Regina mehr und mehr in trübsinnigen Gedanken.

Hatte ihr Leben überhaupt noch einen Sinn?
Ohne Henry war sie verloren, sie würde wieder in alte Muster verfallen, andere verletzen… In letzter Zeit spielte sie immer öfter mit dem Gedanken ihr Leben einfach zu beenden, sie wollte nicht mehr leben und niemand brauchte sie, niemand würde sie vermissen.

Warum tust du es dann nicht endlich...los beende es.

flüsterte ihr Unterbewusstsein.
In ihr tobten die verschiedensten Gefühle: Trauer und Wut über ihren Verlust, Selbsthass und Angst vor dem was sie anrichten könnte.

Heiße Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen, sammelten sich an ihrem Kinn und tropften schließlich zu Boden.
Als sich Reginas Blick klärte, waren die anderen nicht mehr zu sehen. Sie stand abseits des Weges mitten im Wald. Fast automatisch ohne dass sie darüber nachdachte, schnellte ihre Hand in ihre Brust. Ein süßer Schmerz durchzuckte sie, als sie ihre Hand samt Herz aus ihrer Brust zog. Immer fester schlossen sich ihre Finger um das erschreckend dunkle Organ, welches ihr all ihre Grausamkeiten vor Augen führten. Die Welten waren besser dran ohne sie.


Es war nicht das erste mal, dass sie es einfach zerquetschen wollte, doch sie wusste so es würde nicht funktionieren. Kurz vor dem Ende wurde der Schmerz von all umfassender Dunkelheit abgelöst, die ihre Muskeln erschlaffen ließ. Sobald sich ihr Griff lockerte erholte sich ihr Herz und der psychische Schmerz welcher vor der viel zu kurzen Bewusstlosigkeit noch von physischem Schmerz überdeckt worden war kehrte zurück.
Frustriert darüber nicht einmal ihr eigenes, armseliges Leben beenden zu können ließ sich Regina gegen einen Baum gelehnt auf den Boden sinken und starrte auf den schwarz-roten Klumpen in ihrer Hand. Doch kaum das sie den Boden berührte begannen Selbsthass und Zweifel erneut sich mit der allgegenwärtigen Traurigkeit zu einem Tornado der negativen Gefühle zu steigern. Regina hatte das Bedürfnis zu fliehen, einfach davon zu rennen, um ihren Gefühlen zu entkommen. Doch ihr war bewusst, dass es nicht so einfach war. Sie fühlte sich gefangen, in ihrem eignen Netz der Verzweiflung. Panik stieg in ihr auf, nicht einmal ohne Herz hatte sie ihre Gefühle noch unter Kontrolle.

Du musst es beenden, das hältst du nicht aus. Gib auf Regina!

Wie in Trance griff sie nach einem neben ihr liegenden Stock und robbte tiefer ins Unterholz. Um sie herum drehte sich alles und Übelkeit breitete sich in ihr aus. Das Herz glitt aus ihrer Hand auf den bemoosten Waldboden. Ihre Hände schlossen sich um den Stock, verkrampften sich beinahe. Ein dünnes Rinnsal aus Blut quoll zwischen ihren Fingern hervor. Mit aller kraft ließ sie ihre Hände mit dem darin umschlossenen Stock auf ihr Herz herab sausen. Ein stechender Schmerz durchfuhr sie, ein Schmerz wie sie ihn nie zuvor verspürt hatte. Sie rang nach Luft, immer wieder wurde ihr kurz schwarz vor Augen und die Welt um sie herum schien sich immer schneller zu drehen.
Ich bin nicht Tod wurde ihr mit erschreckender Klarheit bewusst, als der Schmerz langsam nachließ. Mit Zorn verhangenem Blick sah sie sich um, Tränen der Verzweiflung in den Augen. Ihr Herz lag kaum einen Meter entfernt, der Stock musste auf der glatten Oberfläche abgerutscht sein. Sie lehnte sich zur Seite und streckten den Arm um ihr Herz zu ergreifen. Bei genauerer Betrachtung konnte sie an der Stelle an der sie es mit dem Stock getroffen haben musste eine rissige Kerbe erkennen. Von der spitze der Kerbe aus zog sich ein feiner, nicht tiefer, circa drei Zentimeter langer Riss über ihr Herz.
So leicht würde sie nicht aufgeben. Sie packte den Stock erneut, ignorierte das unangenehme Ziehen und Brennen, welches ihre wunden

Handflächen durchfuhr und begann eine Mulde für ihr Herz zu graben, um ein erneutes Wegrutschen zu verhindern.
„Was tust du da?“ Snow‘s Stimme ließ sie Inne halten. Was hatte sie auch erwartet, dass man ihr vertraute und sie in Ruhe ließ?...Sicher nicht.
„So, du verfolgst mich?“ giftete sie zurück ohne sich umzudrehen.
„Wir machen uns Sorgen und wie es aussieht nicht zu unrecht, was vergräbst du da?“ Natürlich, das war wieder typisch Snow, neugierig ohne Ende. Die glaubte wohl sie hätte das Recht alles zu wissen.
„Nichts das dich etwas angeht“ antwortete Regina schnippisch, während sie eilig ihre Lederhandschuhe über die zerschundenen Hände gleiten ließ. Um ihr Herz vor Snow zu verstecken war es ohnehin zu spät aber auf keinen Fall wollte sie sich die Blöße geben, Snow das ganze Ausmaß ihrer Verzweiflung sehen zu lassen.

„Wieso glaube ich dir das nicht?“ hörte sie Snow auch prompt „Was hast du getan?“. Schmerzlich wurde Regina wieder bewusst, dass man ihr nicht traute, trotz aller Bemühungen sich zu bessern.
Im Augenwinkel konnte die ehemalige böse Königin erkennen, wie Snow näher kam „Ist das ein Herz?“ das entsetzen in Snow‘s Stimme war deutlich zu erkennen. Für einen kurzen Moment schloss Regina die Augen um sich zu sammeln „Los verschwinde“ entgegnete sie, als sie endlich den Mut fasste sich umzudrehen.
„Es ist dein Herz, oder?“ Regina glaubte eine Mischung aus Erstaunen und Missbilligung aus Snow‘s Worten heraus zu hören.
“Ich habe nicht vor mit dir darüber zu reden“ sie verlieh ihrer Aussage eine Gleichgültigkeit vor der sie angesichts ihrer Gefühlslage selbst erschrak. Als Snow weiter sprach hörte Regina noch etwas anderes: Mitgefühl. „Ich weiß du vermisst Henry...“ Regina gab ihr nicht die Chance ihren Satz zu beenden. „Sehr viel weniger, seit dass hier nicht mehr in meiner Brust schlägt“ Sie versetzte ihren Herz einen leichten Schubs mit dem Stock welchen sie immer doch in der Hand hielt. Das war gelogen, sie vermisste Henry noch so sehr wie zuvor. Rumpelstilzchen hatte ihr einmal gesagt, dass Gefühle nicht an ein Herz gekoppelt sein mussten. Damals hatte sie ihm nicht glauben wollen, hatte sie doch bei ihrer Mutter deutlich gesehen welchen Gefühlsunterschied es machte, ob jemand sein Herz hatte oder nicht. Zugegeben ihre Emotionen schienen dumpfer, als würden sie miteinander verschwimmen, was den Umgang mit ihrem Gefühlschaos aber nicht im geringsten einfacher machte. Im Gegenteil alles geriet durcheinander und eine nicht zu differenzierende Wolke negativer Emotionen schien sie zu erdrücken. „Aber Regina das ist ganz klar keine Lösung“. Wenn du wüsstest wie recht du hast Snow, dachte Regina aber sie würde sich hüten es laut auszusprechen. „Wie stark der Schmerz auch ist den du empfindest, sein Herz vergräbt man nicht einfach im Wald“. Der Vorwurf in Snow‘s Stimme war ihr nicht entgangen, sollte die kleine Prinzessin doch denke was sie wollte. „Das siehst du doch“ erwiderte Regina provokant. „Es wird nicht besser, du wirst gar nichts mehr empfinden“. Snow‘s tadelnde Worte trafen Regina, was wusste die schon wie es sich für sie anfühlte ohne Herz zu sein aber wenn sie wollte das niemand Verdacht schöpfte musste sie den Schein wahren „Das will ich ja“ antwortete sie trotzig und das war nicht einmal gelogen, sie wünschte sich all den Schmerz nicht mehr ertragen zu müssen. Allerdings wusste sie im Gegenteil zu Snow, dass sich nur das Herz heraus zu reißen ihr hier nicht weiterhalf. „Ich kann nicht weiter hier herum laufen, mit dem Wissen dass ich Henry nie wieder sehe und dass er sich nicht einmal erinnert wer ich eigentlich bin“. Für einen kurzen Moment hatte sie Angst zu viel preisgegeben zu haben, doch Snow schien die eigentliche Bedeutung ihrer Worte nicht verstanden zu haben. „Ich weiß genau wie du dich fühlst. Für mich war die Trennung von meiner Tochter ein zweiter Abschied und von Henry auch aber ich verspreche dir es wird besser, mit Herz“ Reginas Blick folgte Snow‘s Finger welcher auf ihr im Dreck liegendes Herz zeigte. Sie hasste es wie Snow versuchte in den unangebrachtesten Momenten Hoffnung zu verbreiten. Wie konnten Leute das nur an ihr mögen? „Im Moment mag es dir schmerzen bereiten aber ich verspreche dir, schon bald wirst du damit ganz andere Dinge fühlen“. Sie würde bald gar nichts mehr fühlen, nicht einmal mehr sein...aber sie ließ sich auf Snow's frage ein ohne überhaupt zu wissen wieso, Hoffte sie etwa? „Welche Dinge?“ fragte sie skeptisch. „Die eine Sache, die Henry dir immer gewünscht hat“. Regina war sich nicht sicher worauf Snow hinaus wollte, aber eins wusste sie, sie würde sich nicht erlauben zu hoffen. „Tiefes Glück“ beendete Snow ihren Satz schließlich. „Ohne Ihn gibt es für mich kein Glück“ Es stimmte, sie konnte sich nicht vorstellen jemals ohne Henry glücklich zu werden. Er war der einzige der sie akzeptiert hatte, der einzige der daran glaubte dass sie sich geändert hatte, an Sie glaubte. „Finde das Glück, für Henry“ und nun war es soweit, Snow hatte es tatsächlich geschafft ihr zu allem auch noch ein schlechtes Gewissen zu machen.

Sie atmete einmal tief durch bevor sie sich bückte um ihr Herz aufzuheben und ließ ihre Behandschuhten Finger kurz darüber gleiten um es von schmutzt zu befreien. Sie hielt in ihrer Bewegung inne, erlaubte sich einen kurzen Moment der Unentschlossenheit. Schließlich umschloss sie ihr Herz mit beiden Händen und drückte es zurück in ihre Brust. Der mittlerweile vertraute Schmerz durchfuhr sie, übertönte für einen kurzen Moment ihr Gefühlschaos, nur um sie es im nächsten Moment umso klarer wahrzunehmen zu lassen. Die große erdrückende Wolke der negativen Gefühle löste sich in mehrerer kleine Gefühlswölkchen auf, die sie von innen zu zerreißen schienen. So weit es ihr möglich war versuchte sie ihre Maskerade der Gleichgültigkeit wieder herzustellen. „Und jetzt gehen wir zu unserem Schloss zurück“ sagte sie während sie an Snow vorbei lief, ohne sie noch einmal anzuschauen.
Das laufen und der Abstand zu Snow taten gut, gaben ihr die Chance ihren Schutzwall wieder zu errichten. Doch nur wenige Meter weiter vernahm sie Snow‘s stimme erneute „Hast du das gehört?“, diesmal nicht vorwurfsvoll oder hoffnungsfroh, sonder alarmiert, fast schon ängstlich. Regina drehte sich um „Da war was“ fuhr Snow fort „In diesem Busch“ Sie deutete auf etwas Gestrüpp am Wegesrand. Ohne zu zögern ging Regina auf den gezeigte Busch zu „Da ist nichts“ stellte sie fest „Außer es ist weggeflogen“ fügte sie nachdenklich hinzu „Das ist es“ rief Snow und packte sie am Arm um sie mit sich zu ziehen „Wir müssen uns verstecken“ sagte die Prinzessin aufgeregt. „Nein ich fliehe nicht vor Monstern, sie fliehen vor mir“ Erwiderte Regina entschlossen. Ein gutes Gefühl durchfuhr ihren Körper, das Gefühl über etwas die Kontrolle zu haben. Etwas zu Zerstören war jetzt genau das was sie brauchte. Sie ließ einen Feuerball auf ihrer Hand erscheinen und schleuderte ihn in Richtung des Federviehs, doch im letzten Moment konnte das Ungeheuer ausweichen und steuerte nun auf sie zu. „Regina!“ schrie Snow panisch und riss sie mit sich zu Boden, wodurch ihr die Chance einen weiteren Feuerball zu werfen verwehrt blieb. Das Ungeheuer packte sie am Arm und riss sie mit sich nach oben. Ein kurzer Moment der Angst packte sie, verflüchtigte sich aber gleich wieder als sich Snow‘s Hand um ihr Bein schloss und sie festhielt.

Wirklich Regina? Gerade eben wolltest du dir das Leben nehmen und jetzt hast du angst zu sterben?

Spottetet die leise stimme ihres Unterbewusstseins.
Mit dem Geräusch zerreißenden Stoffs spürte sie wie sich eine Kralle in ihre Ellenbeuge bohrte und ihren Unterarm aufschlitzte, während sie unsanft zurück auf den Boden gerissen wurden. Erschrocken stellte sie fest, dass sie den Schmerz auf eine merkwürdige weise genoss, er drängte ihre Emotionen in den Hintergrund. „Es kommt zurück“ riss Snow sie aus ihren Gedanken „Ich bin offen für vorschlage“ erwiderte sie, doch schon im selben Moment hörte sie eine unbekannte stimme schreien: „Auf den Boden!“. Ohne nachzudenken gehorchten Snow und Regina. Aus dem Augenwinkel erkannte Regina wie das Vieh von einem Pfeil getroffen wurde und davon flog, erleichtert drehten Snow und sie sich um. Ein fremder Mann streckte ihr die Hand entgegen und wollte ihr wohl aufhelfen „Milady“ sagte er auffordernd und fügte nach einem Blick auf ihren Arm hinzu „Ihr seid verletzt“. Regina wusste nicht was es war doch die Stimme des Mannes hatte eine beruhigende Wirkung auf sie, dennoch wollte sie keine Schwäche zeigen „Es heißt eure Majestät und mir geht es gut“ antwortete sie unfreundlicher als beabsichtigt. „Ein einfaches Danke würde genügen“ konterte der Mann und Regina konnte nicht deuteten ob er belustigt oder gekränkt war. „Wir haben nicht um Hilfe gebeten“ erwiderte sie ohne seine Hand zu ergreifen. Manchmal hasste sie sich dafür, dass sie Hilfe nicht einfach einmal annehmen und freundliche ‚Danke‘ sagen konnte. Stattdessen ergriff Snow die Hand „Also ich bin dankbar für die Unterstützung“ teilte sie ihm mit einem ihrer furchtbar hoffnungsfrohen Lächeln mit. „Robin, Robin von Locksley“ stellte sich der Mann vor „Und das“ er drehte sie um und deutete auf die Männergruppe hinter sich „Sind ein paar meiner fröhlichen Gefährten“ „Snow White“ stellte sich nun auch Snow vor. Der Mann lächelte und Regina konnte förmlich sehen, wie seine Augen Funken der Fröhlichkeit versprühten. „Endlich treffe ich euch, denn es gab eine Zeit da haben unsere Gesichter nebeneinander Steckbriefe geziert“ entgegnete er. Irgendetwas faszinierte Regina an Robin von Locksley, sie konnte nur nicht deuten was und das gefiel ihr ganz und gar nicht.

„Wenn ihr tatsächlich Snow White seid“ die Stimme eines anderen Mannes unterbrach ihre Gedanken „Warum seid ihr bei der?“ ein kräftiger Mann mit fast schulterlangen Locken nickte in ihre Richtung „Der?“ wiederholte Regina, verärgert über seinen missbilligenden Ton „Zeig etwas Respekt“ sie musterte den Mann „Oder zügle dich wenigstens am Buffet“ warf sie ihm schließlich entgegen. „Oh Ihr müsst Little John entschuldigen aber bevor ihr dieses Land verflucht habt mussten wir vor euren schwarzen Rittern fliehen“ schaltete sich Robin mit leicht vorwurfsvoller Stimme ein, bevor sein Gefährte etwas unbedachtes sagen würde. Regina wusste nicht wieso aber der Vorwurf traf sie. Nichtsdestotrotz entgegnete sie „Ihr hattet es sicher verdient“. Unsicherheit beschlich Regina und sie ertappe sich wie sie seinem Blick auswich. „Was war das für ein Ding?“ fragte sie schließlich um das Thema zu wechseln, während sie ihren Blick zum Himmel wandern ließ.„Ich weiß es nicht“ Robin schüttelte den Kopf „So etwas ist mir noch nie zuvor begegnet. Das merkwürdige schreien des Ungeheuers zerriss die Stille „Kommt mit“ lud Snow die Fröhlichen Gefährten ein „Wir müssen die anderen warnen“.
Regina konnte nicht fassen das Snow diese diebische Bande einfach einlud mit ihnen zu kommen aber ihr war klar das Widerspruch ohnehin zwecklos war, also sagte sie einfach nichts und folgte der Gruppe. Sie spürte wie sich ein merkwürdiges Gefühl der Schwerelose in ihr ausbreitete, um sie herum schien die Umgebung leicht zu schwanken. Ihr blick viel auf ihren Arm, der edle Stoff hatte sich mit Blut vollgesogen und klebte in der Wunde und auf ihrer Haut. Die rote Flüssigkeit hatte sich am Rand ihres Handschuhs gesammelt und lief von dort aus über ihre Finger um schließlich auf den weichen Waldboden zu tropfen. Niemand hatte mehr gefragt wie es ihr ging, nun hatte sie also die traurige Bestätigung, niemanden interessierte es ob sie hier verblutete. Snow hatte vorhin nur nach ihr gesehen um sicher zu gehen, dass sie nicht irgendetwas böses tat.


Im ernst Regina? Du erwartest doch nicht wirklich das jemand fragt wie es dir geht, nach dem du den Dieb so angefahren hast. Außerdem weiß doch jeder das du die Wunde hättest mit Magie heilen können, also reiß dich zusammen und zerfließ hier nicht in Selbstmitleid.

Schalt ihr Unterbewusstsein. Regina nickte, Selbstmitleid war doch sonst auch nicht ihre Art. Sie hob ihre Hand über den verletzten Arm, violette Magie kräuselte sich den Schnitt entlang. Etwa fünf Zentimeter vor ihrem Handgelenk ließ sie die Magie stoppen, sie war noch nicht bereit den lieblichen Schmerz ganz aufzugeben. Mit einer weiteren violetten Wolke verschwanden auch der Riss in ihrem Ärmel, sowie das Blut und der Dreck von ihrem Kleid. Regina fühlte sich immer noch ein wenig benommen, sie ließ einen Krug voll Wasser in ihrer Hand erscheinen und trank. Sie hatte gar nicht bemerkt wie durstig sie gewesen war, das Wasser war eine Wohltat und ihr Schwindel schien langsam nachzulassen. Sie beschleunigte ihren Schritt um die Gruppe wieder einzuholen. Snow und die fröhlichen Gefährten hatten die anderen mittlerweile erreicht und waren stehen geblieben, was Regina die Möglichkeit gab wieder aufzuholen.

Robin war nicht umhin gekommen zu bemerken das die Böse Königin immer weiter zurückfiel, sein erster Reflex war gewesen zu ihr zu gehen und zu fragen ob alles in Ordnung war, schließlich war sie verletzt. Doch seine Vernunft riet ihm sie in Ruhe zulassen. Immerhin war sie ja nicht gerade freundlich zu ihm gewesen und hatte deutlich gemacht dass sie keine Hilfe wollte. Dennoch konnte er nicht anders als sich hin und wieder nach ihr umzuschauen und als sie drohte außer Sichtweite zu geraten hatte er Snow angehalten zu warten, wofür diese sich auch sofort bedankt hatte. Sie waren ohnehin gerade beim Rest von Snow's Gruppe angekommen und sie hatte ihm erklärt das Regina, die Böse Königin gerade eine schwierige Zeit durchmachte und sie hoffe das er ihr ihre Unfreundlichkeit vergeben könne. Er hatte einfach nur genickt, nicht sicher darüber was er von der Versöhnung Snow Whites mit der Bösen Königin halten sollte.

Sie trotteten nun schon gefühlte Ewigkeiten durch den Wald und immer wieder kreisten Reginas Gedanken um Henry. Ihm ging es sicher gut und das ganz ohne sie. Ihr Herz zog sich zusammen bei dem Gedanken, nicht einmal Henry brauchte sie mehr. Snow's Worte fielen ihr wieder ein. Sie zweifelte nicht daran das Henry sich Glück für sie wünschte und dennoch, ohne ihn gab es für sie kein Glück. Sie war keine Heldin und hatte ihr Glück verloren, noch eine Chance würde sie nicht bekommen.

Und was wenn er sich irgendwann doch wieder erinnert und nach dir sucht? Es wird ihm sein Herz brechen wenn du aufgegeben hast.

Er wird sich aber nicht erinnern, wie auch… ein plötzliches schubsen gegen ihre Schulter ließ sie aus ihren Gedanken aufschrecken. Aus dem Augenwinkel erkannte sie ein schwarzes Pferd welches genüsslich an ihrem Kragen knabbert, ein Lächeln schlich sich über ihre Lippen.
„Los komm schon du Mistvieh“ hörte sie Little John wütend sagen und das schwarze Pferd wurde weiter gezogen. „Wir sollten den Gaul einfach hier lassen, der macht uns nur Ärger“ sagte er nun an Robin gewandt. „Nein wir nehmen ihn mit, vielleicht können wir ihn verkaufen, er ist Groß und Kräftig“ widersprach dieser. „Niemand kauft ein so wildes Pferd, er lässt sich ja nicht mal richtig anfassen, geschweige denn Führen oder Reiten“ Zischte John während er versuchte den schwarzen Hengst davon abzuhalten einfach an der Gruppe vorbei zu galoppieren.
Regina ließ ihren Blick über den Hengst gleiten, er war wirklich groß und seine lange Mähne viel ihm in weichen Wellen über den Hals, ein wirklich hübsches Tier. Sie schüttelte den Kopf und beschleunigte ihren Schritt um Snow an der Spitze der Gruppe einzuholen. Eine Königin sollte nicht als letzte laufen, eigentlich war es ihr egal, doch sie wollte den Schein wahren, sich normal verhalten.
Sie lief schon eine Weile schweigend neben Snow her, als sie plötzlich dem drang sich umzudrehen und nach Robin zu sehen nicht mehr widerstehen konnte.
„Was hältst du von unserem neuen Freund?“ fragt sie schließlich mit einem abfälligen Lächeln als sie sich Snow zuwandte „Können wir ihm trauen? Er ist ein Dieb“ Sie wusste nicht warum aber ihr Gefühl sagte ihr das sie Robin trauen konnte, Little John hingegen bereitete ihr Unbehagen. „Sie es mal aus seiner Perspektive, was hält er wohl von dir?“ Antwortete Snow mit einem verschmitzten Lächeln. „Auch war“ das stimmte wohl, Robin und seine fröhlichen Gefährten waren sicher kein Fan von ihr, und dennoch wünschte sie sich irgendwie dass er sie mochte.

Sei nicht albern

Mahnte ihr Unterbewusstsein und gedanklich stimmte sie zu, warum sollte sie wollen das er sie mochte und noch viel wichtiger, warum sollte er sie mögen?
„Er ist Süß, Hmm?“. Hatte sie ihre Gedanken etwa ausgesprochen? Nein, da war sie sich sicher und dennoch fühlte sie sich ertappt. Wie kam Snow darauf, dass sie ihn Süß finden würde? „Er riecht nach Wald“ entgegnete sie also schnell, bevor die Stille zu lange wurde und Snow mit hoffnungsvollen Interpretationen begann.

Es dauerte nicht mehr lange und das Schloss erstreckte sich endlich vor ihnen, doch es wirkte verändert.
„Was ist da los?“ wollte Snow auch sogleich wissen.
Um das Schloss herum schien sich in großem Umkreis ein Ring abgestorbener Bäume und Sträucher zu ziehen und in Regina wuchs bereits eine unangenehme Vorahnung heran. „Das werde ich sofort herausfinden“ erwiderte sie Snow's Frage. Zielstrebig ging sie auf den Wall abgestorbener Pflanzen zu, noch bevor sie die Hand hob um ihre Vermutung zu überprüfen, wusste sie dass sie auf Widerstand stoßen würde. Sie konnte die Magie, welche sich in einer unsichtbaren Kuppel über das Schloss legte spüren. Als sie die Kuppel berührte erstreckte sie sich mit einem grünen Leuchten über das gesamte Anwesen. „Ein Schutzzauber“ stellte sie nüchtern fest um auch die anderen wissen zu lassen was hier vor sich ging. „Das ganze schloss ist durch ihn abgeschirmt“. „Warst du das nicht? Heb‘ ihn auf!“ wies Charming sie an. Manchmal war der ehemalige Schafhirte eben doch noch schwerer von Begriff als sie dachte. „Wenn ich das könnte wäre ich inzwischen schon fast Zuhause“ entgegnete sie ihm schnippisch „Nein jemand ist dort eingedrungen“ fuhr sie fort während sie zu den anderen zurück ging „Wer? Wer ist da drin“ Snow's entgeistertes Gesicht ließ Regina innerlich schmunzeln, die Charmings waren so naiv, woher sollte sie wissen wer sich in ihrem Schloss einquartiert hatte. „Weiß ich nicht“ entgegnete sie. Gleichzeitig spürte sie Wut in sich aufsteigen, wer wagte es in ihr Schloss einzudringen? „Aber ich finde heraus wer von meinem Tellerchen isst, niemand setzt sich auf meinen Stuhl, niemand eignet sich unser schloss an“ Ihre stimme ließ keinen zweifel an ihrer Entschlossenheit zu und dennoch war sie für einen kurzen Moment erschrocken über sich selbst ‚Unser Schloss‘ hatte sie die Charming wirklich schon so sehr akzeptiert das sie ihr Schloss mit ihnen teilen wollte? „Hey, eine menge Leute sind auf uns angewiesen, sie haben Angst. Zuerst müssen wir sie in Sicherheit bringen“. War Charming geraden eben doch noch schwer von Begriff gewesen, so bewunderte Regina jetzt wie er die Ruhe bewahrte, um die seiner Meinung nach richtige Entscheidung für seine Leute zu treffen. Dennoch sie wollte hier nicht einfach untätig herum sitzen und abwarten. Sie wollte in ihr Schloss, sehnte sich nach einem warmen Bad um den Dreck und die Verzweiflung von sich zuwachsen, einfach unterzutauchen und einzuschlafen.

„Sie sind sicher wenn der Einbrecher tot ist“ hörte Robin die Böse Königin sagen, doch das feuer ihrer Worte schien ihre Augen nicht zu erreichen. Sie wirkten traurig und leer, beinahe verloren. Robin schüttelte den Kopf, das bildete er sich sicher nur ein, schließlich war sie die Böse Königin. Er hatte gesehen welche Freude sie an Zerstörung und dem Leid anderer hatte. Allerdings hatte sie ihre Rachegelüste gegenüber Snow White beigelegt und sich mit ihr verbündet, vielleicht hatte Snow recht und sie war nicht mehr die Böse Königin. Doch Menschen änderten sich nicht einfach, sein Verstand riet ihm ihr nicht zu trauen. Vielleicht war das alles nur ein perfider Plan, um doch noch ihre Rache zu bekommen. Er hatte nie verstanden für was sie sich überhaupt an Snow rächen wollte.


Du hast dich doch auch geändert, warum nicht sie?


Warf ihm sein Unterbewusstsein vor und er konnte nicht leugnen, dass ihn irgendetwas zu der Schwarzhaarigen hinzog. Zwar wirkte sie in ihrem imposanten schwarzen Kleid respekteinflößend, fast schon bedrohlich, doch die Drohung galt nicht ihnen sondern dem Eindringling im Schloss und dennoch wurde er das Gefühl nicht los, das sie ihnen etwas verschwieg.

„Da einfach rein zu schneien ist ein mieser Plan und das weißt du“ Snow's beruhigende Worte schienen das Temperament der Königin ein wenig zu zügeln und rissen ihn zugleich aus seinen Gedanken.
„Ich biete einen sicheren Ort im Sherwood-Forest“ warf er ein „Das ist nicht weit, dort gibt es Essen ein Lager und ein dichtes Dach gegen fliegende Monster.“ „Habt ihr Waffen? Wollte Charming sogleich wissen. „Mehr als genug“ bestätigte ihm Robin.
„Gut, zeig uns dem Weg“ mischte sich nun auch die Königin ein „Aber wir kommen wieder und wer immer das war, er wird es bereuen“ Diesmal sah er ein verdächtiges funkeln in ihren Augen, sie machte nicht nur leere Drohungen, es war ihr ernst. Er hatte aber auch nichts anderes erwartet, schließlich hatte er schon miterleben müssen wie grausam und entschlossen sie sein konnte.
„Regina, unser Heim! Wir machen es wieder sicher“ da war es wieder, die Ruhe und das Vertrauen in Snow's Stimme ließen den Blick der Königin weicher werden, Schmerz und Trauer schlichen sich zurück in ihre Augen und er fragte sich was ihr wohl passiert war...was sie gebrochen hatten.





Ich hoffe es hat euch gefallen :) Ich würde diese Geschichte eventuell gerne fortsetzen allerdings wollte ich erst mal wissen ob euch das ganze zu nah an der eigentlichen Serie ist oder ob ihr es vielleicht sogar interessant fandet diese Folge (Staffel 3 Folge 12) mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Leider habe ich Lese-Rechtschreibschwäche und bin ein totaler Das-Dass-und Satzzeichenversager ich hoffe es lässt sich trotzdem einigermaßen flüssig lesen. :/
Rückmeldung egal ob positiv oder negativ würde mir wirklich viel bedeuten. :D
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