Für die Seele des Halbblutprinzen

GeschichteFamilie, Fantasy / P12 Slash
Draco Malfoy Harry Potter Lucius Malfoy OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Severus Snape
30.08.2019
13.10.2019
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Kapitel XL

„Ich denke er ist fertig“ Harry atmete tief durch und füllte den weiß-goldenen Trank in eine Phiole ab, aus der man gut etwas heraustropfen lassen konnte. Diese angenehme Farbe hatte er erst nach dem letzten Zentaurenschweifhaar bekommen und mittlerweile roch es auch nicht mehr so grässlich im Labor. Der schwarze, wabbernde Nebel war auch verschwunden, es schien alles vollkommen normal zu sein...
Etwas was besonders Hermine gerade zu schätzen wusste, sie und Narcissa waren eine Stunde bei Hogwarts gewesen, trafen dann gleichzeitig mit Fenrir und Remus im Labor ein.
Nun wurde es wirklich sehr eng in dem kleinen Raum, allein schon deswegen sollten sie langsam diese Prozedur beendeten, damit Severus sie auch alle aus seinem Labor raus werfen konnte.
„Er sieht jedenfalls so aus, wie er in dem Buch beschrieben wurde“ nickte Hermine ernst, sie erstarrten fast vollkommen, hielten teilweise die Luft an, nun wurde es sehr ernst.
„Wer möchte den Trank auf den Zauberstab tröpfeln“ fragte Harry neugierig und wurde daraufhin sehr entsetzt angesehen:
„Jeder kann es machen, ich dachte ihr empfindet es vielleicht als besondere Ehre, oder so?“
„Mach du das lieber, du hast ihn ja auch gebraut“ forderte Draco, ein wenig steif wirkend.
„Damit ihr mir am Ende den Hals umdrehen könnt, falls es nicht funktioniert“ fragte Harry neugierig:
„Ich wette Fenrir bekommt das sehr gut hin, und sehr schnell.“
„Ich drehe keine Hälse um, ich reiße gleich den ganzen Kopf ab... sehr gut und sehr schnell“ grinste der alte Wolf breit, woraufhin Harry ihm die Phiole hinhielt. Aber noch bevor dieser auch nur daran denken konnte sie zu nehmen, holte Severus sie sich einfach.
„Diskutiert nicht lange herum“ bestimmte er aufgeregt:
„Ich mache das jetzt einfach selbst.“ Er ging zum Zauberstab und sah einen Moment lang darauf, für seine Freunde sah es gerade so aus als ob die Phiole schweben würde und Narcissa schüttelte leicht, etwas ungläubig, den Kopf.
„Wieso zögerst du“ fragte Harry leise, auch wenn es seine Freunde, seine Familie, sowieso hören konnten.
„Weil wir immer noch keine Lösung gefunden haben, was das Ministerium angeht“ erklärte der Professor ernst und goss dann ganz vorsichtig den Trank auf seinen Zauberstab. Sofort fing dieser an zu Vibrieren, leuchtete weiß-golden und sprühte Funken in derselben Farbe aus.
„Auf jeden Fall ist er nicht mehr schwarzmagisch“ bestimmte Hermine ernst:
„Schweifhaare von einer Zentaurenfrau scheinen überaus mächtig zu sein.“
„Deswegen geben sie die ja auch nicht so einfach ab“ murmelte Lucius und starrte wie gebannt in die Richtung des Zauberstabes.
Der reagierte immer mehr, je öfters ein Tropfen von dem Trank ihn berührte, und plötzlich fing er sogar an zu schweben. Erst nur etwa zehn Zentimeter über dem Tisch, dann langsam stieg er immer höher und zielte dann auf etwas... oder jemanden! Severus goss den restlichen Trank darauf und atmete dann ganz flach, wohl weil er so angespannt war und es nicht einmal dem jungen Helden zeigen wollte.
Harry sah natürlich, dass es Severus war, auf den der Zauberstab zielte und dann... auch zauberte.
Ein weiß-goldener Nebel kam aus seiner Spitze und hüllte die Gestalt des Professors ganz langsam vollständig ein. Nun konnten sie ihn alle, auf eine gewisse Art und Weise, sehen.
„Ich bin so damit nicht einverstanden“ bestimmte Hogwarts plötzlich und alle sahen erschrocken, und fast instinktiv, zur Decke hoch:
„Ich brauche Severus solange wie möglich, denn es ist sehr mühsam sich an einen Menschen zu binden, und außerdem ist er eine gute Gesellschaft. Auch wenn er manchmal nicht sehr nett ist, und verdammt stur zudem auch.“
Etwas unsichtbares schien den Zauberstab zu packen, etwas was nicht mal Harry sehen konnte, aber sie konnten sich schon denken das es Hogwarts war, die da eingriff.
Der Zauberstab bewegte sich einige male sehr merkwürdig, dann wurde der Nebel so honiggolden wie die Augen von Fenrir und es sah irgendwie so aus als würde die Gestalt des Professors etwas kleiner werden.
Und dann verfestigte sie sich, langsam, vollkommen still, die Haut wurde rosig, das lange Haar schwarz...
Harry sah es als erstes und rieb sich die Augen unter der Brille, er war extrem müde und glaubte seinem Sehvermögen nicht mehr so ganz, Severus Snape wirkte sehr jung... und je mehr seine Gestalt fester wurde, umso besser konnte man es sehen...
„Zwanzig“ staunte Lucius:
„Warst du das Hogwarts?“
„Natürlich“ stimmte die Schule zu:
„So habe ich mehr Zeit, eventuell schaffe ich es jetzt noch in seiner Lebenszeit selbstständig existieren zu können und muss keinen weiteren Menschen mehr zwingen in meinem Körper zu bleiben. Ich bin ja eigentlich nicht so, auch wenn ich meine Existenz sichern will, ich möchte nicht das jemand so gefangen an einem Ort ist wie ich selbst.“
Es machte „Plop“ und dann stand der Professor, im Alter von zwanzig Jahren, vollständig und nackt vor ihnen. Geistesgegenwärtig zauberte Narcissa ihn in seine Kleidung, die sie dann auch noch etwas anpasste.
Mit ernstem Blick und schweigend betrachtete Severus erst seine Hände und dann seine Haarspitzen.
Im nächsten Moment hörte er ein Fiepen und wurde von den Malfoys, Fenrir und Remus, förmlich umgerannt, sie versuchten ihn alle gleichzeitig zu umarmen.
Nur Harry und Hermine blieben einfach stehen und sahen sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung an.
Besonders von Fenrir wollte man nicht wirklich stürmisch umarmt werden, außer man hieß Narcissa und war die riesige, werwölfische Dampfwalze wahrscheinlich gewöhnt.
„Jetzt reicht es“ kam plötzlich aus dem Haufen heraus, Lucius versuchte immer noch irgendwie an seinen besten Freund ran zu kommen:
„Sonst sage ich Hogwarts, dass ihr mich kaputt machen wollt. Oder gar umbringen!“
Er befreite sich mühsam und strich sich dann das Haar glatt.
„Darüber müssen wir übrigens noch reden, so war das nicht geplant gewesen. Der Körper eines Zwanzigjährigen, man wird mich im schlimmsten Fall für einen Schüler halten!“
„Du hast mir selbst erzählt das Voldemort deinen Körper sehr gequält hat“ schmollte die Schule daraufhin:
„Du wirst nun nur noch die Erinnerungen daran haben, aber nicht mehr die Leiden. Sei lieber froh das ich dir ein solches Geschenk gemacht habe.“
„Es bedeutet aber auch das ich zehn Jahre länger dieses Gebäude nicht verlassen kann“ wehrte der Zaubertränkemeister ab und holte sich dann einfach Harry in die Arme. Er drückte ihn fest an sich und lächelte dabei sanft, der junge Held schlang müde seine Arme um den Professor und schluchzte dann plötzlich leise auf.
„Wieso weinst du denn jetzt schon wieder“ fragte Severus neugierig und streichelte ihm über das Haar:
„Es ist doch alles gut geworden. Außer vielleicht das ich mich jetzt erstmal bei deinem Liebchen einquartieren muss, denn meine Privaträume sind ja besetzt.“
„Dann kriegst du wenigstens etwas Sonne ab“ meldete sich Hogwarts leicht schmollend und sie mussten alle lachen.

„Professor Snape, sind sie es wirklich“ Professor Rowanne Bowley klappte am frühen Morgen förmlich die Kinnlade runter, als man ihr den lebendigen Zaubertränkemeister präsentierte.
„Ja“ nickte Severus ernst, er würde sich wahrscheinlich noch sehr oft an diesem Tag erklären müssen und spätestens am nächsten konnte er seine lebendige Anwesenheit auch im Tagespropheten „bewundern“.
„Aber wie..?“
„Magie“ schmunzelte Harry, er hatte ein paar Stunden geschlafen und begleitete den Professor nun, zusammen mit Karliah und Lucius.
„So kann man es tatsächlich ausdrücken“ überlegte der Schulleiter recht amüsiert, wurde dann aber sehr ernst:
„Ich will natürlich Severus wieder als Lehrer für Zaubertränke, trotzdem werde ich Sie jetzt nicht mitten im Jahr raus werfen. Besonders weil ich auch erstmal mit dem Ministerium einiges klären muss. Aber es wäre nicht schlecht, wenn er schon mal ein, zweimal in der Woche eine Stunde hätte. Vielleicht den siebten Jahrgang von Slytherin und Gryffindor.“
„Er ist so jung“ staunte Professor Bowley immer noch.
„Magie“ nickte Harry heftig, wurde dann aber auch sehr ernst:
„Natürlich schätze ich Sie als Lehrerin sehr, aber trotzdem...“
„Es ist schon okay“ fing sich die Zaubertränkemeisterin wieder und atmete dabei tief durch:
„Dann habe ich Freitags auch eher Schluss und kann Montags später anfangen. Ich habe allein schon deswegen sicherlich kein Problem damit. Sollte das Ministerium dies auch wirklich erlauben.“
„Gut, dann können wir das gleich Morgen so machen“ es war Sonntag, da hatte er auch noch ein paar Stunden um sich die Unterlagen, für den Unterricht, anzusehen. Und gegessen hatte er, Lucius bestellte schon kurz nach der Wiedererweckung ein ganzes Festmahl in der Schulküche und Severus aß von allem etwas. Jedenfalls erzählte es Draco so dem jungen Helden, der sich lieber schlafen legte.
Und auch der Professor schlief ein paar Stunden, er sah frisch und gesund aus, erholt und ja schon fast gut gelaunt.
Am Ende wusste er das Geschenk von Hogwarts, welches ihn in den zwanzigjährigen Körper steckte, vielleicht doch zu schätzen.
„Ab nächster Woche“ wehrte Lucius ernst ab:
„Ich habe keine Lust heute noch mehrere Schreiben an das Ministerium zu schicken, die eh Morgen erst bearbeitet werden. Und du musst dich auch erstmal etwas erholen.“ Professor Bowley berührte Severus an der Wange und musste feststellen, dieser lebte wirklich.
„Ich wollte nur sehen, ob er nicht vielleicht ein eiskalter Zombie ist“ wehrte sie lächelnd ab, als sie neugierige Blicke trafen.
„Dann würde ich doch sicher in meinem alten Körper stecken, oder? Aber der verwest weiterhin im Grab und kann dort auch bleiben.“
„Das ist wahr, wäre dann nicht vielleicht eine neue Identität angebracht?“
„Nein. Jeder würde ihn sofort erkennen“ wehrte Harry gelassen ab:
„Und es gibt noch ein Problem, er kann das Gebäude nicht verlassen. Jede Wiederbelebung hat einen Haken und das ist seine, er wird auf ewig hier in Hogwarts gefangen sein.Wenn er dann mit einer neuen Identität gefangen ist, wirft das mehr Fragen auf, als wenn ein ehemals Toter das Gebäude nicht verlassen kann.“
„Aber er lebt und er ist jung, es ist in diesem Fall doch sicher nur ein kleiner Haken“ Rowanne lächelte sanft:
„Brauchen Sie ihre Privaträume?“
„Ich wohne derzeit bei Lucius...“
„Dann ziehen Sie doch lieber wieder in Ihre Privaträume. Ich mache sie gerne frei“ sie wurde leicht rot und ihr Lächeln verlegen.
„Aus welchem Grund“ fragte Lucius neugierig.
„Nun ja, also Remus und ich“ sie wackelte verlegen herum, woraufhin der Schulleiter gelassen abwinkte:
„Und Fenrir hat uns ja gestern auch vorgeschlagen... Remus ist wirklich ein toller Mann und wir haben schon über so etwas gesprochen, so lernen wir uns auch gegenseitig besser, und schneller, kennen. Jeder Lehrer hat ja so seine kleinen Macken.“
„Ich habe sicher nichts dagegen“ bestimmte Severus:
„Aber jemand muss meine eingelagerten Sachen aus dem Manor holen, damit ich mich wieder einrichten kann.“
„Ich denke Fenrir kann das machen“ überlegte Lucius und dankte Professor Bowley dann ehrlich und erleichtert dafür:
„Severus ist auch ein wirklich schlechter Mitbewohner, egal in welchem Alter. Ich muss jetzt wieder an die Arbeit, es gibt noch einiges mehr zu organisieren.“
Er ging eilig davon und auch Professor Bowley verabschiedete sich, sie wollte in Hogsmeade Schokolade kaufen.
Severus, Harry und Karliah blieben zurück und waren dann auch auf einmal ganz allein im Gang, so wie sie es die letzten Wochen auch schon oft waren.
Nur diesmal war die Situation anders, ganz anders, trotzdem umarmte Harry den Professor einfach und freute sich darüber, dass es nicht mehr allzu merkwürdig aussah.
„Das habe ich dir zu verdanken“ flüsterte der Professor leise:
„Wenn du mich irgendwann aufgegeben hättest, oder die ganze Sache an sich...“
„Ich bin doch Harry Potter, ein Held gibt nie auf“ gluckste Harry und löste sich dann von Severus:
„Und ich werde auch bei dir bleiben, zumindest in der Nähe. Lucius ist ja auch weiterhin Schulleiter, ich kann mir gerade nichts besseres vorstellen als nach der Schule in Hogsmeade zu wohnen.“
„Ich kann jedenfalls einen Freund hier gut gebrauchen. Und jetzt schaue ich noch mal nach, was ich in der Schulküche für mich finde“ Severus wandte sich ab und noch bevor Harry ihn aufhalten konnte, war er gegen eine Wand gelaufen, stöhnend rieb er sich die Stirn:
„Ich glaube das funktioniert nicht mehr so gut... verdammt.“