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Mission Impossible 7 - Invincible Enemy

von RomanK-93
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Benjamin "Benji" Dunn Ethan Hunt Ilsa Faust Luther Stickell Solomon Lane William Brandt
30.08.2019
20.01.2021
8
27.421
 
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02.09.2019 4.131
 
Nach einigen hundert Metern hielt Ethan mitten auf der Hauptstraße an, ging jetzt auf den rechten Bürgersteig zu einem schwarzen Sportwagen, der offenkundig ein Fünftürer zu sein schien. Die Scheiben waren alle getönt, am hinteren Teil konnte man vier gewaltige Auspuffrohre erkennen, die vermutlich aus Edelstahl waren. Die vordere Seite des Wagens war relativ unspektakulär, die Motorhaube war ebenfalls schwarz und die Scheinwerfer waren in einem äußerst guten Zustand, praktisch wie neu. Ethan war jetzt auf Höhe der Fahrertür, sah sich einmal um und stellte fest, dass ihm niemand folgte, direkt anschließend duckte er sich, sodass er mit seinem Gesicht nun auf Höhe des Außenspiegels war. Dieser jedoch verwandelte sich just in diesem Moment von einem ganz gewöhnlichen Spiegel in ein modernes Display, das ein Netzhaut-Scan-Gerät sein musste. Ethan blickte auf zwei markierte gelbliche Punkte, sah dann, wie ein grüner Laser sein Gesicht scannte und das Display danach mit einer hohen weiblichen Computerstimme sprach: >>Retina-Scan bestätigt. Agent identifiziert.<< Außerdem war nun auf dem Display der Schriftzug >Agent: Hunt, Ethan< in einem dunkelgrauen Farbton zu lesen. Nun konnte Ethan die Fahrertür öffnen und einsteigen. Auch die Innenausstattung wirkte auf den ersten Blick auf dem neuesten Stand der Technik. Das Fahrzeug besaß oberhalb des Schalthebels ein Display, welches Ethan per Fingerabdruck-Scan entsperrte. Er konnte übrigens frei entscheiden, ob er mit Automatik fährt oder selbst schaltet. Die Sitze waren allesamt aus edlem Leder und das Lenkrad war weniger vergleichbar mit einem solchen, das man in normalen Autos findet, als mit einem, das in professionellen Motorsportwagen üblich ist. Hier waren mindestens zwanzig Spezialknöpfe zusätzlich angebracht. Das auffälligste an diesem Fahrzeug war allerdings eine dunkelrote Decke auf dem Rücksitz, in der scheinbar etwas eingewickelt war. Es bewegte sich überhaupt nicht, allerdings konnte man aufgrund der Proportionen durchaus davon ausgehen, dass in dieser Decke ein Mensch eingewickelt war. Ethan startete per Knopfdruck den Motor und ein lautes Heulen, verursacht durch die vier Auspuffrohre, beendete jäh die stille und ruhige Umgebung dieses Örtchens. Und dann fuhr er los. Er griff sich mit seiner rechten Hand in die rechte Hosentasche und zog ein Mobiltelefon hervor. Er entsperrte es, wählte eine Nummer und hielt es sich ans Ohr.
>>Agent Lima-Foxtrott zwei sechs. Treffpunkt Bravo in fünfzehn Mike.<<
>>Lima-Foxtrott zwei sechs. Freigabe erteilt. Sichere Leitung aktiv. Treffpunkt Bravo in fünfzehn Mike stattgegeben und bestätigt.<<
Ethan nahm das Telefon vom Ohr und beendete das Gespräch. Sofort danach betätigte er einen Knopf auf dem Lenkrad, der das Fenster auf seiner Seite runterfahren ließ. Er nahm das Mobiltelefon in die andere Hand und schleuderte es aus dem Wagen. Der Wind pfiff ihm ins Ohr. Die Temperatur draußen war sehr angenehm. Ethan fuhr eine ganze Zeit lang geradeaus und folgte dem Verlauf der Hauptstraße mit einer fast schon unerlaubt hohen Geschwindigkeit. Dann kam er an einer Kreuzung an und bremste an der Ampel. Er blickte emotionslos durch den Rückspiegel auf die rote Decke, die nach wie vor still da lag. Er schaute wieder nach vorne, genau in diesem Moment schaltete die Ampel auf grün und ließ Ethan das Gaspedal bedienen. Er bog links ab und befand sich nun in einer schmalen Nebenstraße. Auf beiden Seiten waren mehrere kleine Einkaufsläden zu sehen, die alle geschlossen waren. Nach einigen Kilometern auf dieser Straße bog Ethan erneut links ab und war nun anscheinend in einer Seitenstraße, die einer dunklen Gasse ähnlich sah. Ethan fuhr ein wenig weiter rein und hielt an. Diese Straße war menschenleer und sehr dunkel. Links und rechts waren lediglich jeweils zwei Hauswände, die sich mehrere Meter nach oben und der Gasse entlang zogen. Allerdings war an der Hauswand links von Ethan eine Brandschutztreppe angebracht. Er sah sich einmal um und bewegte sich auf jene Treppe zu. Er betrat die erste Stufe und lief hoch. Nach kurzer Zeit kam er ganz oben auf dem Dach an und beobachtete das Umfeld. Hier waren ein Schornstein aus Ziegelsteigen und eine kleine Holzhütte wenige Meter daneben das Auffälligste, was Ethan direkt ins Auge sprang. Die Tür der Holzhütte öffnete sich und ein Mann trat hinaus. Breit gebaut, kahlköpfig, eine helle Jeans und eine dunkelbraune Lederjacke tragend, stand er nun da. Er war ein dunkelhäutiger Mann, hatte einen schwarzen Oberlippenbart und trug eine Sonnenbrille. Diese nahm er ab und plötzlich machte sich ein Grinsen in seinem Gesicht breit.
>>Ich frage mich, ob ich noch erleben werde, dass du deinen Dienst endgültig quittieren wirst. Aber ich denke, wir beide wissen -<<, begann er und ging jetzt auf Ethan zu.
>>Wohl eher nicht.<<
Auch in Ethan's Gesicht machte sich nun ein Lächeln breit.
>>Schön dich zu sehen, Ethan. Wie geht's dir, alter Freund?<<
Ethan lächelte immer noch, er strahlte förmlich und antwortete:
>>Du weißt doch wie das ist Luther. Wir kommen nie wirklich zur Ruhe. Aber ja, ich denke, mir geht's ganz gut. Ich freue mich auch, dich zu sehen. Wie ist es denn um dich bestellt?<<
Luther überlegte kurz, räusperte sich und sagte dann:
>>Ach Ethan, was soll ich sagen? Das Übliche. Was ist eigentlich mit dieser Jennings-Geschichte? Konntest du was über Apocaly rausfinden?<<
Ethan, der nun nicht mehr lächelte, sah mit ernster nachdenklicher Miene drein und antwortete Luther schließlich:
>>So wie es aussieht Luther, ist unser neuer Feind praktisch unsichtbar. Ich konnte Marcus Jennings überlisten. Ich fragte ihn, was er alles über das Terrornetzwerk Apocaly weiß. Doch er sagte nur, dass er für Apocaly arbeiten würde, dass er eine Art Mittelsmann ist und dass er zumeist mit unterschiedlichen Handlangern Apocalys zu tun hatte. Er sagte mir alles, was ich wissen musste. Ich ließ ihn einschlafen und zerrte ihn in den Wagen. Den Koffer nahm ich an mich, konnte ihn aber nicht öffnen. Ein Zahlencode war nötig, bestehend aus zwölf Ziffern. Doch anscheinend wusste Jennings den Zahlencode selbst nicht.<< Ethan hielt kurz inne und fuhr fort:
>>Luther, wir wissen nicht einmal, für wen Jennings arbeitet. Das einzige, was er mir sagen konnte, war, dass er für einen Vermittler arbeitet, der darauf spezialisiert ist, geheime Akten über Behörden wie die unsere, herauszufinden und an den Meistbietenden weiterzugeben. Jennings behauptet, er erhalte seine Aufträge anonym. Bei diesem Treffen habe ich versucht den Apocaly-Anhänger zu überwinden und so Informationen über diese Terror-Organisation herauszufinden. Allerdings kamen mir ein paar Typen von der CIA in die Quere und durchkreuzten den ganzen Plan. Natürlich schöpfte der Apocaly-Mann Verdacht und verschwand. Wir sind ihm hinterher gelaufen, aber er entkam. Wurde mit einem Komplizen in einem Heli aufgesammelt. Jetzt hat er beide Koffer. Das Geld ist nicht so wichtig, aber er hat die Akten über das IMF!<<
Eine nachdenkliche Stille trat ein und vermutlich wusste Luther selber nicht, was er zum eben gehörten sagen sollte.
>>Pass auf Luther, wir beide machen uns erstmal auf den Weg in die Zentrale um Benji, Brandt, Ilsa und die anderen zu warnen. Auf dem Weg dorthin übergeben wir Jennings an die örtliche Polizeidienststelle. Er ist noch -<< Doch Luther unterbrach ihn fast fassungslos.
>>Was?! Er ist noch im Auto?! Du hast ihn ohne Aufsicht im Wagen gelassen?! Ethan?!<<
>>Keine Sorge Luther. Ich hab ihm eine Spritze mit Schlaflösung gegeben. Der schläft noch bis morgen.<<
Mit skeptischer Miene sah Luther Etan an, doch er glaubte ihm.
>>Also los, auf zur Zentrale.<<
Wortlos folgte Luther Ethan, der Richtung Treppe lief. Nachdem sie unten angekommen waren, sahen sie sich um, doch es war nach wie vor keine Menschenseele hier. Sie liefen zum Auto. Ethan öffnete es wieder mittels Gesichtserkennung am Außenspiegel und sie stiegen ein. Dann fuhren sie los.
Wie angekündigt machten sie einen Halt bei einer Polizeidienststelle unweit des Treffpunkts. Sie übergaben den tief schlafenden Marcus Jennings und setzten ihren Weg fort. Sie fuhren eine Weile kreuz und quer durch Gainesville und hielten erst an einer größeren Grünfläche an, auf der ziemlich zentral ein Helicopter stand. Ethan und Luther stiegen gleichzeitig aus dem Auto aus und bewegten sich auf den Helicopter zu.
>>Ich hoffe doch der große Luther Stickel hat nichts von seinem Glanz verloren und kann das Ding problemlos fliegen. Ich jedenfalls bin ein wenig aus der Übung.<<, sprach Ethan mit einem leicht ironischen Unterton.
>>Nach allem, was du letztes Jahr da abgezogen hast, als du Walker aufgehalten hast, zweifle ich jeden Tag immer mehr, dass du jemals verlernen könntest so einen Vogel zu fliegen.<<
Beide konnten sich ein kurzes Schmunzeln nicht verkneifen. Sie starrten sich infolgedessen nochmal kurz wortlos an, bis sie dann am Helicopter ankamen.
>>Ethan, denkst du gleich daran, wenn wir in der Luft sind, den Wagen -<<, begann Luther bevor Ethan ihn selbstsicher unterbrach.
>>Aber natürlich Luther.<< Luther schnaubte kurz und merkte dann noch demütig an:
>>Sehr schade um das schöne Auto.<<
Ethan sagte dazu nichts, öffnete eine Tür des Helicopters und wandte sich nochmal Luther zu:
>>Mach dich startklar. Wir haben wenig bis gar keine Zeit. <<
Beide stiegen in den Helicopter, der in seinem Innenraum sehr eng war. Vorne war ein Sitz für den Piloten zentral platziert. Die Bordtechnik wirkte vergleichsweise überschaubar, wenn man beispielsweise ein großes Passagierflugzeug als Vergleichsobjekt zu Rate zieht. Der Rückraum bot durch zwei sich gegenüber liegenden kurzen Kunststoffbänken vier Personen Platz.
Luther setzte sich auf den Piloten-Sitz und startete den Helicopter. Ethan nahm hinten auf einer der Bänke Platz. Die Rotorblätter begannen sich um den Drehpunkt zu kreisen, erst langsam, dann schneller und schneller, bis Luther schließlich den Heli in die Luft setzte. Innerhalb kürzester Zeit waren sie bereits viele Meter in der Luft. Ethan drückte auf seiner Armbanduhr rum, die sich von einer digitalen Uhrzeitanzeige in giftgrüner Schrift in ein Display verwandelte. Er betätigte nochmals drei Felder, bis ein kleiner roter Kreis mitten auf seiner Uhr erschien. Ethan blickte kurz auf und drückte im nächsten Moment auf den Kreis. Gleichzeitig explodierte, mittlerweile über hundert Meter unter ihnen, der schwarze Sportwagen. Es war nur riesiges Flammeninferno zu sehen, welches eine kurze Zeit loderte. Als sich die Flammen aufgelöst haben, hinterließen sie ein komplett verbranntes und verkohlt wirkendes Wrack von Automobil. Nun war lediglich ein schwarzer Rauch zu sehen, der empor stieg.
>>In Zukunft müssen wir dringend unsere Methoden überdenken. Andauernd diese schicken Autos zu zerstören, nur um Spuren zu verwischen, kann ich irgendwann nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren Ethan.<<, bedauerte Luther.
>>Wir lassen uns was einfallen. Aber jetzt im Moment haben wir andere Prioritäten. Wir müssen so schnell wie möglich zur Zentrale nach Langley. Wir sind alle in Gefahr.<<, antwortete Ethan. Ohne weitere Worte versuchte Luther jetzt irgendwie an Geschwindigkeit zuzulegen.
Die Zeit verstrich und nun waren sie ihrem Ziel sehr nah. Mittlerweile war es dunkel draußen, der Himmel war klar.
>>Ethan, wir sind in fünf Minuten da.<<, sagte Luther, der die Flughöhe mittlerweile drastisch gesenkt hatte.
>>Alles klar. Lande den Vogel einfach auf unserer Hauptlandebahn.<<, koordinierte Ethan. Luther setzte zur Landung an und befand sich fünf Minuten später auf einer Höhe von hundert Metern in unmittelbarer Nähe einer Landebahn, die sich neben einem riesigen Gebäude befand. Sie waren nun auf Höhe der Landebahn und der Helicopter stand praktisch in der Luft.
>>Ethan, wir landen, halt dich fest.<<, sprach Luther, der nun den Helicopter kontrolliert hinab ließ. Nach wenigen Augenblicken landeten sie, der Helicopter setzte auf dem Boden auf, die Rotorblätter rotierten noch in geringer Geschwindigkeit. Im Innenraum schaltete Luther das System ab, schnallte sich ab und kam zu Ethan in den Rückraum. Als der Helicopter samt seiner Rotorblätter still stand, öffneten die beiden die Tür und stiegen hinaus. Ihnen blies ein kühler Wind ins Gesicht, die Bedingungen waren sehr angenehm. Ethan und Luther bewegten sich schnellen Schrittes auf das große Gebäude zu. Von außen wirkte es äußerst modern, es war mattschwarz und hatte auf den ersten Blick nicht weniger als fünf Stockwerke. Die Fenster waren allesamt blitzblank und offensichtlich aus Panzerglas. Das gesamte Gebäude hatte eine quadratische Form mit einer Ausnahme. Im Eingangsbereich zog sich eine Art quaderförmiger Tunnel etwa dreißig Meter in die Länge, bis dieser an das Gebäude anschloß.
Am Eingang angekommen standen Ethan und Luther vor einer Schiebetür aus Panzerglas, die sich öffnete, wenn eine Person vor ihr stand. Nachdem eine Person eintrat, schloss sie sich automatisch und blitzschnell. Somit konnten nicht zwei oder mehr Personen gleichzeitig jenseits dieser Schiebetür sein. Dahinter befand sich ein massives Tor aus Eisen. In diesem waren zwei Displays integriert, die sich zum einen mittig links und zum anderen mittig rechts befanden. Auf der linken Seite verlangte das Display nach einem Finger- beziehungsweise Handabdruck. Rechts war das Gesichtserkennungs-Display angebracht. Nacheinander legten die beiden jeweils ihre Hand auf das Display und ließen danach ihr Gesicht und ihre Augen scannen. Als beide auf beiden Displays die Sequenz >Agent identifiziert< zu sehen bekamen, öffnete sich das Eisentor und sie standen jeweils alleine vor einem zweiten Eisentor. Auch dieses beinhaltete zwei Displays. Diesmal musste man eine Speichelprobe mithilfe eines Kaugummis, was unterhalb des Displays an einer Art Rolle angebracht war, abgeben. Hierzu musste man lediglich ein Stück Kaugummi abreißen, es kurz kauen und dann in einen grauen zylinderförmigen Behälter links neben dem Display geben. Das andere Display verlangte nach der Stimme des jeweiligen Agents. Ethan trat ein, nahm sich ein Stück Kaugummi, kaute es kurz und warf es in den zylinderförmigen Behälter. Er ging einen Schritt rüber, beugte sich vor, räusperte sich und sagte laut und deutlich: >>Ethan Hunt.<< Beide Displays zeigten erneut >Agent identifiziert< an und auch das zweite Eisentor öffnete sich. Nun hatte er einen verspiegelten Gang vor sich, der etwa zwanzig Meter lang war. Am Ende dieses Gangs befand sich ein drittes Eisentor mit nur einem Display. Im Abstand von jeweils fünf Metern waren drei Kameras oben an den Wänden links und rechts angebracht. Außerdem befand sich in jeder der vier Ecken des Ganges eine Kamera. Somit waren in diesem Gang insgesamt zehn hochwertige Kameras, die allesamt in einem Gesamtwinkel von einhundertachtzig Grad in Richtung Anfang und Ende des Ganges beweglich waren. Hier wurde die Gang-Analyse des jeweiligen Agenten durchgeführt. Ethan ging in einem normalen Schritt in Richtung Eisentor. Auf seinem Weg bewegten sich die Kameras und hörten erst auf, als er am Eisentor angekommen war. Das Display zeigte nun in leuchtend grünen Buchstaben in zwei Zeilen >Agent identifiziert - Hunt, Ethan< an und auch dieses Eisentor öffnete sich und er trat ins Gebäude ein. Nun befand er sich in einem Eingangsraum. Zu seiner rechten befand sich ein Stand, der stark an eine Rezeption in einem Hotel erinnerte. Dahinter stand eine Frau. Sie hatte mittellanges glattes dunkelblondes Haar, das zu einem Zopf zusammengebunden war. Ihre Augen waren meeresblau, in ihrem jungen Gesicht war ihr Mund auffällig rot glänzend, als hätte sie Lippenstift benutzt. Sie trug einen edlen dunkelblauen Anzug passend zu ihrer Augenfarbe.
>>Hallo Sophie. Alles klar?<<, begrüßte Ethan die junge Frau.
>>Aber natürlich. Ich hoffe doch bei dir auch Ethan!<<, antwortete sie und sah ihn dabei eindringlich an. Ethan, kurz in den Bann ihrer wunderschönen Augen gezogen, konnte dann nur mit demütiger Miene entgegnen: >>Nun ja Sophie, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass alles gut ist. Genauer gesagt haben wir ein ziemliches Problem. Sag bitte schnellstmöglich allen in der Cafeteria Bescheid, dass wir uns in einer Viertelstunde im großen Projektraum im dritten Stock treffen. Ich muss euch einiges erzählen.<<, erklärte Ethan mit ernster Miene.
>>Gut, das werde ich tun.<<, sagte Sophie und ein Hauch Besorgnis machte sich in ihrem Gesicht breit. In diesem Moment kam Luther durch das Eisentor. Auch er wirkte angespannt.
>>Ethan, was ist der Plan? Hallo Sophie.<<
Sophie begrüßte auch Luther, Ethan erklärte ihm, dass sich alle in Kürze im großen Projektraum einfinden würden.
>>Komm Luther, wir holen Benji, Brandt und Ilsa.<<
Die beiden gingen durch den Eingangsraum und standen vor einem Fahrstuhl. Als dieser aufging, traten sie ein und drückten die Ziffer >zwei<. Im zweiten Stockwerk angekommen gingen sie einen breiten Flur rechts entlang. Die Wände waren weiß und es sah alles recht eintönig und unscheinbar aus. Am Ende des Flurs war allerdings keine Wand oder kein Fenster, sondern eine schwarze Tür. Diese öffneten sie und traten in einen großen Büroraum ein, der sehr viele Tische und Computer beinhaltete. Dieser Raum war schon deutlich farbenfroher, die Wände, in einem azurblau angestrichen, waren mit sämtlichen Informationen und Plakaten geschmückt. Ausgehend vom Anfang dieses Raumes befand man sich in einer Art Allee aus Bürotischen, Bürostühlen und Computern. Der mittlere Gang, der im Prinzip die Arbeigsplätze abtrennte, war ca. drei Meter breit. An drei Computern saßen in dem Moment Menschen. Dann räusperte sich Ethan und sprach:
>>Hallo Jane, Benji und Scott. Wir versammeln uns gleich im großen Projektraum im dritten Stock.<<
Ein dürrer Mann mit Dreitagebart und flammend roten, kurzen Haaren spähte in Richtung Ethan und Luther. Es war Benjamin >Benji< Dunn, ein IMF-Agent, der vor vielen Jahren seine Außendienstprüfung bestand und seither einige unmögliche Missionen unter anderem mit Ethan und Luther absolvierte. Die anderen beiden Agenten schauten ein wenig verlegen drein. Da war zum einen Jane Carter, mit ihrer hellbraunen Hautfarbe, ihren braunen Augen und ihren braunen Haaren, die einen hellblauen Anzug trug. Auch sie war bereits Teil eines Agenten-Teams, das Ethan Hunt angeführt hatte. Und zum anderen saß da ganz in Seelenruhe Scott Bradshaw. Er war ein kahlköpfiger, stämmiger, mittelgroßer Mann, dessen Mimik und Gestik die Ruhe selbst waren.
Dann sprach Benji:
>>Und Ethan? Wie ist es gelaufen? Was hast du rausgefunden über Apo -<<, doch er verstummte jäh, als ihn Ethan unterbrach.
>>Nichts Benji, es ist alles schief gelaufen. Die Operation war ein einziges Desaster. Die CIA kam mir in die Quere. Aber alles weitere erzähle ich euch gleich im Projektraum.<<
>>Oh verdammt! Immer wenn diese CIA-Typen dabei sind geht irgendwas in die Hose! Du versuchst das schlimmste zu verhindern und die machen alles kaputt. Ich wusste es Ethan! Wir sollten es lieber alleine in die Hand nehmen. Spätestens seit Walker sollten wir -<<, doch erneut verstummte er als Ethan ihn wiederholt unterbrach.
>>Vergiss Walker, Benji. Er war eine Ausnahme und niemand konnte wissen, dass er ein falsches Spiel treibt. Sei's drum. Aber wichtig ist zunächst, dass wir uns gleich oben eintreffen und einen vernünftigen Plan machen.<<, er pausierte kurz und sprach weiter:
>>Also, wir sehen uns gleich. Wir holen Ilsa und Brandt.<<
Ethan und Luther schritten hinaus aus dem Büro und liefen den Korridor entlang auf die andere Seite. Auch dort befand sich eine Tür ganz am Ende, auf der ein goldenes Schild angebracht war mit der Aufschrift >Sekretär<. Sie traten ein. In diesem Raum befand sich nur ein großer Tisch mit einem Computer und einem Stuhl, auf dem ein junger Mann saß, dessen kurzes, gestyltes Haar dunkelblond war. Er hatte einen grauen Anzug an und sah zu Ethan und Luther auf.
>>Ethan, Luther! Habt ihr Neuigkeiten? Ich habe Ilsa eben rüber zum CIA-Hauptquartier geschickt. Sie spricht gerade mit Erica Sloane und wird -<<, begann der junge Mann, doch Ethan fiel ihm ins Wort.
>>Wann kommt sie wieder, Brandt? Wir müssen uns gleich oben im Projektraum treffen und alles weitere besprechen. Es gibt nämlich allen Grund dazu! Die Operation ist misslungen, jetzt müssen wir schnell handeln. Also, wann kommt sie, Brandt?!<<
>>Ethan, Moment mal. Ich bin William Brandt, Sekretär des IMF und werde es nicht dulden, dass -<<
>>Brandt, es ist mir egal, dass wir damals nach Hunley's Tod alle der Meinung waren, dass du der würdigste Nachfolger für seinen Job bist! Nur jetzt erwarte ich Loyalität und volles Vertrauen. Brandt, sei vernünftig. Wir stecken ziemlich in der Klemme. Wir brauchen einen neuen Plan. Und zwar schnell!<< Zunächst wusste Brandt nicht, was er dazu sagen sollte, bis ihm nichts besseres einfiel als Ethan Schuldzuweisungen zu machen.
>>Warum ist die Operation misslungen Ethan?! Du warst dir der Gefahr und möglicher Konsequenzen bewusst, aber hast dennoch darauf bestanden, diese gefährliche Operation durchzuziehen. Und jetzt kommst du zu mir und sagst mir, dass wir in der Klemme stecken?<<
>>Brandt, du verstehst nicht. Drei Agenten vom CIA kamen mir in die Quere und haben die ganze Operation auffliegen lassen. Vermutlich hat Sloane selbst sie darauf angesetzt. Versteh doch, wir sind alle in großer Gefahr, wenn wir nicht bald handeln!<<, sagte Ethan mit einer Extraportion Würze in der Stimme. Doch noch bevor Brandt antworten konnte, ging erneut die Tür auf und eine junge Frau trat ins Büro.
Sie hatte lange hellbraune Haare, stechend hellblaue Augen und eine schlanke Figur. Es war zweifellos Ilsa Faust. In ihrer rechten Hand hielt sie eine große Tragetasche. Sie nahm Ethan's und Luther's Anwesenheit sehr positiv zur Kenntnis.
>>Ethan! Luther! Wie geht's euch? Ich habe gehört, was passiert ist. Sloane hat mir alles erzählt. Brandt, wir müssen was unternehmen, sofort!<<
Eine kurze Stille trat ein, niemand wusste so recht, was er sagen sollte. Ethan dachte sich nur, dass Ilsa's Einfall genau der richtige Weg war. Dann fiel Ilsa noch etwas ein.
>>Ach und übrigens, das hier hat mir Sloane gegeben Ethan. Es ist für dich.<<
Sie zog ein braunes Buch aus ihrer Tasche. Es hatte ungefähr die Maße eines handelsüblichen Blatt Papiers. Ethan musterte das Buch eine Weile und ließ es zurück in Ilsa's Tasche fallen, ohne es geöffnet zu haben.
>>Ich kann mir vorstellen, was das ist. Aber jetzt alle nach oben in den Projekt-Raum im dritten Stock. Ich muss allen berichten, was Sache ist.<<
Alle verließen den Raum, auch William Brandt machte sich wortlos auf den Weg. Sie bewegten sich alle auf den Fahrstuhl zu. Von der anderen Seite kamen im selben Moment Benji, Jane und Scott. Alle blieben sie vor dem Fahrstuhl stehen.
>>Sehr schöne Tasche Ilsa.<<, sagte Benji, der mit seinem lebensfrohen Humor versuchte die angespannte Stimmung ein wenig zu lockern.
>>Danke Benji.<<, antwortete Ilsa beinahe emotionslos, doch immerhin ein Lächeln konnte Benji ihr abgewinnen.
Dann trat Ethan vor und sagte:
>>Der Fahrstuhl ist nur für sechs Personen zugelassen. Wir sind zu siebt. Fahrt ihr schonmal hoch, ich muss nochmal kurz mit Ilsa sprechen.<<
Die anderen stimmten Ethan mehr oder weniger schweigend zu und machten sich auf den Weg ins dritte Stockwerk.
>>Hat dir Erica Sloane irgendwas erzählt, Ilsa?<<, fragte Ethan mit besorgter Miene.
Ilsa musste kurz überlegen und antwortete dann:
>>Naja, sie sagte, dass auch die CIA dem neuen Terrornetzwerk Apocaly auf der Spur sei. Deshalb schickte sie ihre drei besten Männer, Mason, Hull und West. Doch leider ging die ganze Aktion schief. Sie sagte, sie habe einen anderen Plan, doch dafür bedarf es der Zusammenarbeit von IMF und CIA. Danach sagte sie, dass ich dieses Buch hier -<<, sie deutete auf ihre Tragetasche und fuhr fort:
>>dir geben soll. Und danach bin ich wieder gegangen.<<
>>Alles klar. Dann werden wir alles so machen wie angekündigt und danach schaue ich mir dieses >Buch< an.<<, sagte Ethan bestimmt und betonte das Buch mit dem Hauch von Ironie, dass man meinen könnte, es sei alles, nur kein Buch. Die beiden warteten auf den nächsten Fahrstuhl und stiegen ein. Als sie sich im dritten Stockwerk befanden, sahen sie keine Menschenseele. Sie gingen ausgehend vom Fahrstuhl rechts einen langen schmalen Flur entlang bis sie die letzte Tür erreichten, die sich auf der linken Seite befand. Die Tür stand offen, sie gingen hinein und sahen sofort, dass an einem langen breiten Tisch mit über vierzig Stühlen nahezu jeder besetzt war. Es hatten sich also vermutlich alle hier eingefunden und sahen so aus, als ob sie darauf warteten, dass es endlich losging. Ilsa betrat den Raum und setzte sich. Ethan schloss die Tür und ging ein paar Schritte hinein in den großen Projektraum und hielt erst an, als er mittig vor dem großen Tisch stand.
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