Mission Impossible 7 - Invincible Enemy

von RomanK-93
GeschichteAllgemein / P16
Benjamin "Benji" Dunn Ethan Hunt Ilsa Faust Luther Stickell Solomon Lane William Brandt
30.08.2019
11.09.2019
6
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30.08.2019 1.909
 
Es lag ein Hauch von frühsommerlicher Wärme in der Luft. Der Himmel war weitesgehend wolkenfrei und die Sonne präsentierte ihr breitestes Lächeln zur späten Mittagsstunde. Im unscheinbaren und wenig beschaulichen Vorort der Stadt Gainesville in den USA war es relativ ruhig und nur einige wenige Autos, die auf der meistbefahrenen Hauptstraße sowohl in die eine als auch in die andere Richtung fuhren, störten die sanfte Ruhe dieses idyllischen Vororts. Einen relativ großen Schatten warf ein mehrstöckiges weißes Gebäude, welches relativ unspektakulär wirkte. Dieses Gebäude stand unweit entfernt von einem kleinen Park, der sich an der Hauptstraße befand und der bis auf zwei Bänke und einen Mülleimer nichts bot. Das Gebäude selber wirkte wie ein mittelgroßer Büro-Komplex, welcher allerdings menschenleer war.
Es war Sonntag. Die Gegend kam einem recht verlassen vor. Eine umherstreifende Katze lief durch den Park und hinter dem Gebäude standen in einer Art Hinterhof zwei Männer, die sich unterhielten. Beide trugen Sonnenbrillen, ein Sakko, sowie eine dunkle Hose. Der eine Mann hatte eine Glatze und einen extrem stämmigen Körperbau, der andere war sehr schlank und hatte lange blonde Haare, die zu einem Zopf zusammengebunden waren. Außerdem hielt er einen silber-grauen Aktenkoffer in seiner linken Hand. Ganz in unmittelbarer Nähe stand ein Helicopter, in dem eine Person zu sitzen schien.
Die beiden adrett gekleideten Männer schienen sich wohl geschäftlich getroffen zu haben.
>>Wir machen es wie abgesprochen. Sobald du den Koffer getauscht hast, kommst du zu uns, Treffpunkt Delta.
Das Motorboot steht bereit.<<
>>Verstanden, wie abgesprochen Silver, ich -<<
>>Nenn mich nicht Silver. Keinen Decknamen, keinen echten Namen. Verstanden?! Diese aufgeblasenen IMF-Affen können hier überall sein und uns ausspionieren!<<, entgegnete der stämmige Glatzkopf noch bevor sein Komplize zu Ende erzählen konnte.
Dieser räusperte sich und sagte bestimmt: >>Alles klar. Wie abgesprochen.<<
Direkt danach trennten sich die beiden. Der stämmige Glatzkopf, wohl Silver genannt, begab sich zum Helicopter.
Er stieg ein und flog samt Helicopter davon. Sein Komplize ging gleichzeitig am Gebäude entlang bis er seitlich an einer Treppe angelangt war, die hinab zu einer Tür führte, hinter der sich scheinbar ein Keller befand. Der blonde Mann ging schnell die Treppe runter, steckte nun seine freie Hand in seine Sakko-Tasche und holte eine neon-grün leuchtende Karte, ähnlich einer Bank- oder Kreditkarte, raus, zog diese durch einen an der Tür befestigten Schlitz eines elektrischen Einlass-Systems und nachdem eine vorher rote LED-Lampe über dem Türknopf sich grün gefärbt hatte und die Tür sich automatisch öffnete, trat er ein. Es war tatsächlich eine Art Keller, in der er sich befand, allerdings nicht die klassische Variante, die einem bekannt wäre. Hier standen ein Dutzend alter Schreibtische, dessen Zustand an vielen Kratzern und Verbrauchsspuren eindeutig feststellbar war, ein paar Bürostühle und alte, scheinbar nicht mehr genutzte Rechner und PC-Bildschirme. Der Mann musterte nur kurz den Raum und begab sich zur einzigen Tür, die ins gebäudeinnere führen musste. Und genauso war es auch. Hinter der Tür stand direkt ein Aufzug bereit und links von diesem führte eine Treppe nach oben. Er entschied sich für den Aufzug, betrat diesen und drückte auf dem Bedienfeld die Ziffer >vier<, womit auch klar war, wie viele Stockwerke dieses Gebäude eigentlich hatte. Die >vier< war das oberste Stockwerk. Nach nicht mal einer halben Minute war er oben angekommen und stieg aus. Er schaute sich um und ging in die linke Richtung.
>>429...429...wo bist du 429?<<
Nach wenigen Metern fand er, wonach er suchte. Das Zimmer mit den drei gold farbenen Ziffern >vier<, >zwei< und >neun<. Erneut holte er seine neon-grüne Karte hervor und zog sie durch den dafür vorgesehenen Schlitz. Die Tür öffnete sich und er trat ein. Dieser Raum war relativ simpel gehalten. In der Mitte des Raumes stand ein dunkelbrauner Holztisch, an dem acht Bürostühle angelehnt waren. Ein wenig abseits davon war in der Ecke des Raumes ebenfalls ein dunkelbrauner, aber viel kleinerer Tisch platziert, auf dem ein zugeklappter Laptop stand. An der Decke des Raumes war ein Projektor angebracht, sodass man vermuten konnte, dass es sich bei diesem um ein Präsentations- und Vorführzimmer handelte. Gegenüber der Eingangstür war ein Fenster, das ungefähr die Hälfte der Länge des Raumes in seiner Breite einnahm. Der Mann ging jetzt zu einem der Stühle und zog eine Art dunkle Jacke zu sich, die unter dem Stuhl platziert war.
Er zog sich die Jacke an und setzte sich auf den Stuhl. Plötzlich hörte er ein Geräusch und erschrak im ersten Moment. Es waren eindeutig Schritte zu hören, die sich genau auf jenes Zimmer zubewegten, in welchem er sich grade befand. Der Mann mit seinem blonden Schopf schaute jetzt ohne Unterbrechung und mit einem Anflug von Anspannung auf die Tür. Und dann, als hätte er es geahnt, öffnete sie sich. Er zog blitzschnell eine Pistole aus der Jacke und visierte die Tür an. Dann betrat jemand den Raum und schaute sehr verwirrt drein.
>>Alles gut, Yellow, ich bin's. Ich bin's, Marcus Jennings. Packen Sie die Waffe weg!<<
Der Mann, der eintrat, war ungefähr genauso groß wie der blonde Mann, der wohl Yellow genannt wird. Marcus Jennings hatte mittellanges, dunkelblondes Haar und hatte es nach hinten gegelt. Außerdem trug auch er einen feinen Anzug und einen Aktenkoffer.
>>Ah sehr gut, Jennings. Wie ich sehe, haben Sie die Akten dabei. Alles wie abgemacht? Alle Daten von jetzigen und früheren IMF-Agenten?<<, sprach Yellow und sah dabei sehr gierig und lüstern aus.
>>Selbstverständlich Yellow. Wir sind nicht erst seit heute Partner. Wir machen unseren Job immer perfekt. Das müssten Sie eigentlich besser wissen als jeder andere.<<, antwortete Jennings und klang dabei routiniert und abgezockt.
Dann sprach er weiter:
>>Wo sind meine 100 Millionen Dollar?<<
>>Erst muss ich wissen, ob Sie auch wirklich alle IMF-Informationen für uns haben, die wir brauchen.<<
>>Yellow, machen Sie sich nicht lächerlich, Sie kennen unsere Arbeit. Und warum sollten wir riskieren, alle verfügbaren Daten beim IMF und beim CIA abzugreifen, wenn wir wüssten, dass es uns nichts bringen würde? Jetzt hören Sie auf, Sie kennen mich und Sie wissen, ich mache keine halben Sachen!<<
>>Und Sie kennen meinen Boss, Jennings. Jetzt fragen Sie sich, wer hat mehr zu verlieren? Sie oder ich?<<
Doch Marcus Jennings konnte gar nicht erst antworten, weil auf einmal mit einer Urgewalt die Tür aufgetreten wurde. Im selben Moment spürte Jennings, wie Yellow ihm seinen Aktenkoffer abnahm und Richtung Fenster lief. Drei Männer betraten bewaffnet den Raum und visierten mögliche Widersacher an.
>>CIA! Lassen Sie die Waffen fallen und nehmen Sie die Hände hoch!<<
Doch im selben Moment machte sich ein Grinsen in Yellow's Gesicht breit.
>>Dass ich nicht lache, genießt den Rest eures Lebens!<<, schrie Yellow beinahe diabolisch und sprang mitsamt den beiden Aktenkoffern aus dem Fenster.
Die drei CIA-Agenten und Jennings rannten sofort zum Fenster und schauten, wo Yellow sich befand. Er hatte einen Fallschirm geöffnet und landete soeben. Dafür hatte er also die Jacke gebraucht. Komplett in Rage gaben sich die CIA-Agenten und Marcus Jennings gegenseitig die Schuld.
>>Ich hatte alles im Griff, bis ihr hier wieder auftauchen musstet!<<, rief Jennings mit einer vorwurfsvollen und inbrünstig klingenden Stimme.
>>Was heißt denn hier, Sie hatten hier alles unter Kontrolle?! Dies hier war ein illegales Treffen zwischen zwei kriminellen Parteien! Sie haben hier nichts unter Kontrolle! Und jetzt sind Sie festgenommen!<<, entgegnete einer der drei CIA-Agenten recht scharf und mahnend. Doch Marcus Jennings ließ sich davon nicht beeindrucken und leistete Widerstand.
>>Halt halt halt! In diesem Raum hier wird niemand verhaftet!<<, betonte Jennings auffallend lässig und sorgte dafür, dass die drei CIA-Agenten ihn verwirrt und nichtsahnend musterten.
Im selben Moment griff sich Jennings an den Kopf und griff sich unnatürlich fest mit seinen Fingern ins Gesicht. Doch jetzt konnte man genau sehen, dass es gar kein Gesicht war. Es war eine Maske. Dieser Mann war nicht Marcus Jennings. Hinter der Maske kam sein wirkliches Gesicht zum Vorschein. Es war kein geringerer als Ethan Hunt.
Da stand er also, der mittelgroße Mann mit seinen dunklen Kleidern, seiner kaum veränderten, braunen Kurzhaarfrisur, seinem durchtrainierten Körper und seinem immer fokussierten Blick, der schon so viele unmögliche Missionen erfüllen konnte und dennoch nie genug bekommt.
>>Und ich dachte, ihr habt echt nichts besseres zu tun.<<, sagte Ethan und deutete auf das Fenster. >>Los! Schnell! Hinterher! Wir können ihn noch kriegen.<< Wie von der Tarantel gestochen liefen die vier Männer in Höchstgeschwindigkeit raus aus dem Gebäude, durch den Park hindurch bis hin zur Hauptstraße, auf dessen anderer Seite ein kleiner See war. Sie liefen über die Hauptstraße und konnten Yellow jetzt genau sehen. Er war ihnen natürlich einige Meter voraus, doch trotzdem dachte sich Ethan, dass sie ihn einholen können, nein, sogar einholen müssen. Zu viel stand auf dem Spiel und zu viele Informationen über das IMF würden in die falschen Hände geraten. Das musste Ethan unter allen Umständen verhindern.
Doch wie sollten die vier Yellow noch einholen. Yellow bewegte sich nun schnurstracks auf ein Motorboot zu. Auf der anderen Seite des Sees war ein Helicopter zu erkennen. Doch jetzt malte sich Ethan das schlimmste Szenario aus. Yellow würde mit den beiden Aktenkoffern und dem Motorboot auf die andere Seite des Sees flüchten und von dort mit dem Helikopter davon fliegen. Yellow erreichte das Motorboot und startete es. Nun war es zu spät. Ethan und die drei CIA-Agenten hörten auf zu laufen und sahen nach Luft ringend dem Motorboot hinterher. Wenig später erreichte Yellow die andere Seite und stieg in den Helicopter. Dieser startete sofort, hob ab und flog davon.
>>Verdammt! Jetzt haben wir ein Riesen-Problem!<<, brüllte Ethan und schaute dabei den drei CIA-Agenten wutentbrannt ins Gesicht.
>>Keine Sorge Hunt. Wir werden diese Typen schon kriegen, nur keine Panik.
Ich bin übrigens Agent Steven Mason. Das sind Agent Robert Hull und Agent Eric West.<< Alle drei waren sehr schlank, sehr sportlich, in etwa gleich groß und hatten in etwa alle einen ähnlichen Frisur-Stil. Mason hatte dunkelblonde Haare und blaue Augen. Hull hatte hellbraune Haare und West war braunhaarig. Sie standen alle vor Ethan, der nachdenklich aussah und erstmal nichts sagte. Vermutlich war ihm egal, wer vor ihm stand. Er wusste nur, dass eine Geheim-Akte mit früheren und jetzigen IMF-Agenten in falschen und gefährlichen Händen war. Nach einer Weile entschloß sich Ethan dann doch zu reden:
>>Also, Mason, Hull und West: Was genau wisst ihr über das neue Terrornetzwerk Apocaly<<
Alle drei schwiegen bedächtig und keiner konnte Ethan so wirklich eine Antwort geben. >>Ihr wisst also genauso viel wie ich...<<, er machte eine kurze, nachdenkliche Pause und setzte dann weniger optimistisch klingend fort: >>Das ist schlecht, das ist sehr schlecht. Meine Freunde und das gesamte IMF sind in Gefahr! Ich muss schnell zurück nach Hause um alle zu warnen und sie zu schützen. Wir sehen uns.<<, verabschiedete sich Ethan und ging die Hauptstraße entlang in Richtung der untergehenden Sonne.