Der Klang deiner Stimme

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Eren Jäger Hanji Zoe Levi Ackermann / Rivaille
29.08.2019
20.09.2019
3
9772
21
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Hello,
Ich weiß es hat jetzt etwas länger gedauert, bis ich euch das zweite Kapitel präsentieren kann, aber wie der ein oder andere vielleicht mitbekommen hat, musste ich erstmal eine neue Beta finden. Zudem bin ich gerade extrem perfektionistisch, was diese FF angeht und brauche dementsprechend Länger. Aber eigentlich wollte ich mich für die ganzen Sternchen und Herzchen bedanken. Und natürlich auch für die Reviews. Ihr habt mich echt überwältigt, denn ich habe damit nicht im geringsten gerechnet. Wirklich Danke für alles. Ich freue mich so sehr, dass euch die Geschichte jetzt schon so gefällt. Jetzt wünsche ich euch auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen :)



Kapitel 2 Tee und Oreos

Eren

Hätte einer meiner Freunde zu mir gesagt, dass ich irgendwann als ein Mensch leben würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich liebte das Meer und meine Heimatstadt Shinganshina. Mein Leben war dort nicht sonderlich prunkvoll und mir war auch bewusst, dass ich irgendwann die ola hui vollziehen müsste. Doch ich war immer davon ausgegangen, dass ich entscheiden könnte, wann und mit wem ich das Ritual vollziehen würde. Als ich das erste Mal mit meinen Eltern über das Ritual gesprochen hatte, hatte mein Vater mir versprochen, dass er mir die Wahl überließe. Schließlich, würde ich mit meinem Partner mein restliches Leben verbringen. Aber mein Vater konnte dieses Versprechen nicht halten, sodass mir nur noch die Flucht an Land übrigblieb, wenn ich selbst über mein Leben bestimmen und frei sein wollte. Mom war mit mir geflohen, wollte mit mir an diesen unbekannten Ort. Doch unsere Flucht war schwieriger, als gedacht. Unsere Verfolger schneller und stärker und dann hatte sie...

Ich schluckte den Kloß in meinen Hals hinunter, wischte mir die Tränen aus den Augen. Ich wollte nicht schon wieder an Moms Tod denken, das hatte ich in den letzten drei Tagen viel zu oft getan. Drei Tage war es schon her, dass ich das Meer verlassen hatte und am Strand Hanji begegnet bin. Damit hatte ich Glück im Unglück, denn Hanji hatte mir ein Dach über den Kopf gegeben und half mir, mich in dieser fremden Welt zurecht zu finden. Sie hatte mir erzählt, dass sie eine Meeresbiologin war. Was auch immer eine Meeresbiologin sein sollte, schien es Hanji Spaß zu machen. Sobald sie erfahren hatte, dass ich ein Meermann war, hatten ihre Augen einen merkwürdigen Glanz angenommen und auf ihren Lippen lag ein breites Grinsen. Sie war außer sich vor Freude gewesen. Begeistert hatte sie mir erzählt, dass sie schon seit Beginn ihres Studiums versuchte zu beweisen, dass unsere Art existierte. Ich wusste von meinem Vater, dass wir Meerjungfrauen uns vor Jahren von der Menschheit zurückgezogen hatten. Nach den genauen Gründen hatte ich ihn nie gefragt, denn die Menschen hatten mich nie sonderlich interessiert. Warum auch? Ich war mit meinen Leben glücklich und hatte nie den Wunsch verspürt, ein Mensch zu werden.

In der Nacht in der mich Hanji fand, erzählte sie mir die ganze Nacht von ihren Forschungen und dass sie vor ein paar Tagen schon eine tote Meerjungfrau gefunden hatte. In ihrem Redeschwall fing sie irgendwann an, komplizierte Wörter zu benutzen und mir irgendetwas zu erklären, was ich nicht verstand. Da ich nicht wusste wie ich ihr begreiflich machen sollte, dass ich kein Wort von ihren Erklärungen verstand, geschweige denn eine Idee hatte, wie ich sie dazu brachte, dass sie aufhörte zu reden, hatte ich ihr einfach nur zugehört. Sie hörte erst auf über ihre Forschungen zu reden, als die ersten Sonnenstrahlen durch die durchsichtige Wand fielen. Später hatte mir Hanji erklärt, dass die durchsichtigen Wände in ihrer Welt „Fenster“ genannt wurden. Erschrocken hatte sie feststellen müssen, dass sie mich die ganze Nacht lang wachgehalten hatte und hatte mir dabei einen entschuldigenden Blick zugeworfen. Sie hatte mich gefragt, ob ich bei ihr bleiben wollte und da ich nicht wusste, wohin ich sonst sollte, hatte ich genickt. Hanji schien sich über meine Antwort gefreut zu haben und gab mir ein Zimmer in diesem Haus. Sie meinte, dass ich solange wie ich wollte bei ihr bleiben konnte und dafür war ich ihr sehr dankbar. Ohne es genau zu wissen, hatte sie mir an diesem Ort, an dem ich nie hatte sein wollte, einen Zufluchtsort geschenkt. Hier konnte ich in Ruhe darüber nachdenken, was ich als nächstes tun sollte.

Während des Tages leisteten mir meist Hanji und ihr Hund Beanie Gesellschaft. Die meiste Zeit redete Hanji auf mich ein, stellte Fragen, die ich nicht verstand oder auf die ich keine Antwort geben konnte, denn meine Stimmbänder waren nach wie vor gelähmt. Beanie legte sich meist neben mich und ließ sich von mir streicheln. Schnell musste ich feststellen, dass Hanji nicht nur gerne redete, sondern auch eine Vorliebe dafür hatte, merkwürdige Sachen zu tun. Jeden Tag verschwand Hanji für ein paar Stunden in ihrem Keller. Dort hatte sie ihr Labor. Sie hatte mir mal versucht zu erklären, was sie da genau tat, aber wenn ich ehrlich war, hatte ich davon kein einziges Wort verstanden. Manchmal ging sie auch im Haus auf und ab und murmelte vor sich hin. Und jeden Abend saß sie auf dem Sofa und sah sich auf einen flimmernden Kasten an, wie andere Menschen darin lebten. Dabei fragte ich mich immer, wie diese Menschen in diesen kleinen Kasten leben konnten und warum Hanji sie da drin gefangen hielt. Die Spezies Mensch war schon merkwürdig.

Nachts saß ich oft auf meinem Bett und starrte aus dem Fenster. Hanji hatte mir gezeigt, wie man es öffnen konnte und wenn ich dies tat, konnte ich das Meer rauschen hören. In dieser Zeit dachte ich darüber nach, was ich nun tun sollte. Ich konnte nicht ewig auf dem Land bleiben, denn wenn ich nicht innerhalb eines Mondzykluses, wieder ins Meer ging, würde ich für immer ein Mensch bleiben. Bei diesem Gedanken lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Der Gedanke, für den Rest meines Lebens ein Mensch zu sein, machte mir Angst. Als Mensch konnte ich nie mehr mit Delfinen um die Wetten schwimmen, gesunkene Schiffe mit meinen Freunden erkunden oder nach Hause zurückkehren. Ich würde alles, was ich liebte, aufgeben müssen, aber ich konnte auch nicht nach Shinganshina zurückkehren, denn dort würde ich nicht mehr frei sein…

Das inzwischen vertraute Klingeln der Haustür, riss mich aus meinen Gedanken.
„Einen Moment!“, hörte ich Hanji rufen, während ich verwundert meine Zimmertür anstarrte. Es klingelte immer, wenn Hanji und ich Essen bekamen. Ich wusste nicht genau, wie dieses Prinzip des Lieferdienstes ablief, aber es brachte einem das Essen schon fertig zubereitet nach Hause. Dieser Lieferdienst war wirklich eine großartige Erfindung der Menschheit. Es war so viel einfacher, als wenn man das Essen selbst zubereitete. Außerdem war Pizza das Leckerste, was ich je gegessen hatte. Doch normalerweise kam der Lieferdienst erst dann, wenn die Sonne langsam unterging. Heute stand sie noch hoch am Himmel…

Levi

Ich kann nicht glauben, dass ich tatsächlich vor Hanjis Tür stehe. Seit drei Tagen stand sie weder vor meiner Tür, noch hatte sie mich Telefonanrufen belästigt. Eigentlich sollte ich froh darüber sein, drei ruhige Tage gehabt zu haben, in denen Hanji mich mal nicht belästigte. Aber da ich wusste, dass Moblit gerade nicht Zuhause war und ich Hanji kannte, wusste ich auch, dass irgendetwas nicht stimmte. Seitdem ich Hanji kennengelernt hatte, hatte sie sich bei mir jeden Tag auf irgendeine Art und Weise gemeldet. Dabei war es ihr egal, was ich davon hielt und wenn sie sich in der Vergangenheit einmal nicht gemeldet hatte, war irgendetwas passiert.
Das letzte Mal, als sie ein paar Tage für sich allein gewesen war und sie sich nicht bei mir gemeldet hatte, hatte sie mit Fieber im Bett gelegen und sich von diesem widerlichen Fraß vom Lieferdienst ernährt. Zugegeben, war der Lieferdienst immer noch besser, als wenn sie selbst versuchen würde zu kochen, denn dann würde früher oder später das gesamte Haus in Flammen stehen. Hanji war einfach kein Mensch, den man in die Küche lassen sollte. Ein anderes Mal, hatte sie sich ausgesperrt und hatte in ihrem eigenen Garten gecampt. Dabei hatte Moblit mir für genau diese Fälle einen Ersatzschlüssel gegeben. Nur schien Hanji davon nichts zu wissen.
Das waren nur zwei von vielen Situationen, die ich mit dieser verrückten Frau schon erlebt hatte, aber um es kurz auszudrücken, wenn Hanji allein war und sich nicht meldete, steckte sie ganz tief in irgendeiner Scheiße.
„Einen Moment!“, rief Hanji aus der Wohnung. Kurz darauf hörte ich Beanie bellen und Hanji etwas unverständliches Murmeln. Wenigstens schien der Hund noch zu leben. Das war schon einmal eine Sorge weniger und für Hanjis Verhältnisse war das schon einmal großer Erfolg. Auch, wenn ich noch immer der Meinung war, dass sie den Hund hätte abgeben sollen. Sie konnte noch nicht einmal für sich selbst sorgen, wie sollte sie sich dann um ein Tier kümmern? Ich war mir ziemlich sicher, dass das irgendwann einmal schief gehen würde.

Mit viel zu viel Schwung wurde die Haustür aufgerissen und Beanie sprang kläffend an meinen Beinen hoch. Noch immer hatte Hanji es nicht geschafft, ihn zu erziehen und wenn ich ehrlich war, bezweifelte ich, dass sie es irgendwann schaffen würde. Mit einem Naserümpfen schob ich bestimmt den Hund beiseite und betrachtete meine Hose. Wenn ich eins hasste, dann war es Dreck und dieser Köter hatte meine Hose eindeutig dreckig gemacht. Schon jetzt bereute ich meine Entscheidung, her gekommen zu sein, um nach dem Rechten zu sehen.
„Oh Levi. Hallo, was machst du denn hier?“, begrüßte mich Hanji sichtlich überrascht.
„Hallo Hanji“, brummte ich zur Begrüßung, während ich Beanie mit dem Fuß erneut von mir wegschieben musste. Dieses Tier war immerhin voller Dreck und stank bis in den Himmel. So etwas wollte ich definitiv nicht in meiner Nähe haben.
„Ich wollte nachsehen, ob du noch lebst.“ Hanji legte den Kopf schief und grinste breit.
„Sorgt sich Shorty etwa um mich?!“, zog sie mich auf und trat zur Seite. Es war eine stumme Aufforderung, dass ich ins Haus kommen sollte. Natürlich ließ mich Hanji nicht einfach so gehen, wenn ich sie schon einmal freiwillig aufsuchte, denn das kam immer noch ausgesprochen selten vor. Normalerweise brauchte ich das auch nicht, da sie mich überwiegend in meinen eigenen vier Wänden belästigte. Dann musste ich mich nicht noch freiwillig zu ihr begeben. Besonders dann nicht, wenn Moblit nicht Zuhause war, denn Ordnung war nicht gerade Hanjis Stärke. Mit einem genervten Seufzen ergab ich mich meinem Schicksal. Auch wenn es völlig sinnlos war, strich ich sorgfältig meine Schuhe auf der dafür vorgesehen Fußmatte ab, bevor ich ihr Haus betrat. Wie ich es nicht anders erwartet hatte, herrschte schon im Flur das reinste Chaos. Die Schuhe lagen verstreut über den Fußboden und standen nicht im ebenfalls eigentlich dafür vorgesehenen Schuhregal. Auch die Jacken hingen nicht an der Garderobe, sondern lagen auf einen Stuhl. Wenn der Flur schon im Chaos versank, wollte ich gar nicht wissen, wie es im Wohnzimmer aussah. Schon immer hatte Hanji in einem Saustall gelebt und während unserer Studienzeit hatte mich das täglich zur Weißglut gebracht. Noch heute wusste ich nicht, wie Hanji es geschafft hatte mich dazu zu überreden, zusammen eine WG zu gründen. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie zu diesem Zeitpunkt meine einzige Freundin gewesen war und ich nicht das Geld gehabt hatte, die Miete für eine Wohnung alleine zu zahlen. Dafür war ich umso glücklicher gewesen, als ich mir endlich meine eigene vier Wände leisten konnte.
„Geh schon ins Wohnzimmer. Ich mache uns beiden einen Tee.“, flötete Hanji fröhlich. Aus den Augenwinkeln heraus, sah ich wie Hanji in der Küche verschwand. Skeptisch zog ich eine Augenbraue hoch und überlegte ihr zu folgen, denn ich traute ihr nicht wirklich zu, allein Wasser zu kochen. Doch an den Gedanken daran, dass sich in der Küche wahrscheinlich die Pizzakartons neben dem dreckigen Geschirr stapeln würden, lief es mir eiskalt über den Rücken. Nein keine zehn Pferde würden mich in diese Küche bringen. Wenigstens kam kein Gestank aus dieser, was man als kleinen Fortschritt verbuchen konnte. Vielleicht würde Hanji irgendwann nochmal lernen, wie man Ordnung hielt.

Das Wohnzimmer war wahrscheinlich der schlimmste Raum im gesamten Haus. Zwei leere Pizzakartons lagen auf dem Couchtisch. Überall standen leere Coladosen und dazwischen lagen irgendwelche Notizen und aufgeschlagene Bücher. In der Mitte des Wohnzimmers stapelten sich die Kartons und auf dem Boden lagen sämtliche Kleidungsstücke Moblits. Was zur Hölle tat Hanji hier? Doch ich war gar nicht erst so dumm, sie danach zu fragen. Am Ende würde sie nur wieder anfangen, wie ein Wasserfall zu reden und ich würde vor morgen früh nicht mehr nach Hause kommen. Hanji war nun mal ein altes Plappermaul. Kopfschüttelnd betrat ich den Raum und bahnte mir einen Weg zum Sofa, während ich aufmerksam den Geräuschen aus der Küche lauschte. Ich war einfach skeptisch, ob sie wirklich ohne größere Zwischenfälle Tee kochen konnte.
Als kurz die Geräusche verstummten, war ich schon dabei aufzustehen und nach dem Rechten zu sehen. Doch bevor ich überhaupt aufstehen konnte, tauchte Hanji auch schon im Türrahmen auf.
„Ich habe völlig vergessen, dass der Tee im Gästezimmer steht.“, lachend rieb sie sich den Hinterkopf und zuckte mit den Schultern. Schon seit langem hatte ich es aufgegeben Hanjis System zu durchschauen. Niemand außer sie, bewahrte den Tee im Gästezimmer auf und nicht in der Küche. Ich beobachtete sie dabei, wie sie die Tür gerade weit genug öffnete, um den Raum zu betreten. Es schien so, als würde sie genau darauf achten, dass ich keinen Blick ins Gästezimmer werfen konnte. Misstrauisch zog ich eine Augenbraue hoch. Das verhieß, wie erwartet, nichts Gutes.
Leises Gemurmel drang aus dem Gästezimmer. Anscheinend hatte sie begonnen Selbstgespräche zu führen! Es dauerte einen Moment bis sich die Tür wieder einen Spalt öffnete und Hanji wieder aus dem Zimmer heraustrat. Noch immer hielt sie keinen Tee in der Hand. Doch bevor ich sie fragen konnte, wo sie den Tee gelassen hatte, war sie auch schon wieder in der Küche verschwunden. Nur um kurz darauf wiederzukommen. Diesmal hatte sie ein Tablett mit drei Tassen Tee und zwei Packungen Oreo Keksen zurück. Verwirrt runzelte ich die Stirn. Hanji war vielleicht verrückt, aber normalerweise konnte sie zählen und wir brauchten nur zwei Tassen. Die zwei Packungen Oreo wunderten mich nicht wirklich. Hanji liebte dieses widerlich süße Zeug und verdrückte Tonnen davon. Ich wartete also nur noch auf den Tag, an dem ihr von diesen Dingern schlecht wurde.
„Also erzähl, wie geht es mit deinem Buch voran?“, begann Hanji das Gespräch und setzte sich gegenüber von mir auf das Sofa. Das Tablett hatte sie vor uns auf den Couchtisch abgestellt, inmitten der Pizzakartons und der leeren Coladosen
Hanji hatte jedenfalls mal eins meiner Manuskripte in die Finger bekommen und dieses an diverse Verlage verschickt. Damals war ich stinksauer auf sie gewesen. Doch ein Verlag hatte tatsächlich das Buch verlegen wollen. Zu meiner großen Überraschung verkaufte sich das Buch so gut, dass ich nach meinem Studium gleich als Autor leben konnte. Etwas worüber ich verdammt froh war. Dieser Beruf erlaubte es mir hauptsächlich allein zu arbeiten und ich musste mich nicht mit lästigen Kollegen herumschlagen. Im Nachhinein war ich ihr sogar dankbar für diese Aktion. Auch, wenn ich es ihr niemals gegenüber zugeben würde.

„Was? Oh, da muss ich mich wohl verzählt haben.“ Abrupter Themenwechsel. Auch nichts Neues. „Weißt du meine Forschungen befinden sich gerade auf einem neuen Hochpunkt und ich bin kurz davor mehr über Meerjungfrauen zu erfahren. Hach! Das ist so aufregend. Glaub mir Levi, schon bald kann ich die Existenz von Meerjungfrauen vollständig beweisen. Warte kurz, ich bringe die Tasse zurück “ Mit einem Satz stand Hanji wieder, lachte und nahm sich eine der Tassen Tee und eine Oreo Packung und verschwand damit im Gästezimmer.
„Hanji! Das gehört in die Küche.“, rief ich ihr hinterher und stand seufzend auf. Diese Frau war wirklich eine Nummer für sich. Wieso brachte sie jetzt das Zeug ausgerechnet ins Gästezimmer? Ich war schon drauf und dran ihr zu folgen, als sie wieder aus dem Gästezimmer heraustrat und die Tür hinter sich schloss. Die Tasse und die Packung Kekse waren verschwunden. Misstrauisch hob ich eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich war vieles von ihr gewohnt, aber selbst für Hanji war dieses Verhalten besorgniserregend.
„Was ist da drin?“, fragte ich sie ohne Umschweife. Ich kannte sie lange genug, um zu wissen, dass Reden bei ihr nicht sonderlich viel brachte. Hanji stieß ein schrilles Lachen aus und winkte ab.
„Ach gar nichts. Was sollte auch schon im Gästezimmer sein?“, antworte sie auf meine Frage und hakte sich bei mir unter.
„Mach dir doch keine Gedanken darüber, was in meinem Gästezimmer ist. Lass uns lieber wieder setzen und über dein Buch reden. Wie kommst du denn aktuell voran?“ Und so kamen wir auf dieses Thema zurück. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie mich von irgendetwas ablenken wollte. Ich kniff die Augen zusammen und betrachtete sie genau.
Was zum Teufel wollte sie vor mir verbergen?
„Hanji.“, zischte ich warnend. Eine letzte Aufforderung, mir endlich die Wahrheit zu sagen, bevor ich selbst nachsah.
„Hey. Du kannst doch nicht einfach meine Fragen ignorieren!“, stieß sie entsetzt hervor und versuchte mich zum Sofa zu zerren. Mit einem Schnauben löste ich mich aus ihrem Griff und ging bestimmt auf das Gästezimmer zu. Wenn Hanji etwas vor mir zu verbergen hatte, war es besser, wenn ich es herausfand, um sie vor Ärger zu bewahren.
„Nein, Levi nicht!“, hörte ich Hanji flehen. Doch statt ihr Beachtung zu schenken, legte ich eine Hand auf die Türklinke und öffnete diese energisch. Das Erste was ich sah, waren zwei große smaragdgrüne Augen, die mich überrascht ansahen. Zischend holte ich Luft, während mein Gehirn realisierte, was Hanji getan hatte....
Verdammt sie hatte ernsthaft einen Jungen entführt!
Review schreiben