Der Klang deiner Stimme

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Eren Jäger Hanji Zoe Levi Ackermann / Rivaille
29.08.2019
15.10.2019
5
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24
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Hallöchen und willkommen bei dieser FF.

Ein großen Dank geht an meine wunderbare Beta Jani-chan44. Ohne sie hätten Levi und Eren nicht ihre Rollen in dieser Geschichte gefunden und auch die Welt der Meerjungfrauen, würden ohne sie nicht so existieren. Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen und ich hoffe euch gefällt das erste Kapitel. ^^

Viele Grüße Liss


Kapitel 1 Gestrandet

Erens POV:

Eren, flieh!“, schrie meiner Mutter über das Tosen der Wellen hinweg. Ich öffnete den Mund, wollte den Namen meiner Mutter schreien. Doch ich brachte keinen Ton heraus. Verzweifelt streckte ich meine Hand nach ihrer aus. Versuchte,sie festzuhalten und sie so daran zu hindern umzukehren.Das letzte was ich von ihr sah, war ihre grüne Schwanzflosse, kurz im Mondlicht leuchtete, bevor sie unter Wasser verschwand. Krampfhaft zog sich meine Brust zusammen und ich war sicher, dass mein Herz in tausend Teile zersprungen war. Sie wusste, dass er viel stärker war, und dass er sie töten würde. Und dennoch war sie zurückgekehrt, um ihn aufzuhalten. Wieder öffnete ich den Mund, wollte schreien. Doch auch diesmal kam ein Ton heraus. Energisch strampelte ich mit den Beinen im Wasser, versuchte ihr hinterher zu schwimmen, sie aufzuhalten. Sie durfte nicht sterben. Sie musste mit mir kommen! Wie sollte ich ohne sie an Land überleben? Sie hatte mir doch versprochen, dass sie mich nicht allein ließ, dass wir uns in Sicherheit bringen würde… Sie hatte es doch versprochen! Doch, egal wie sehr ich mich auch anstrengte, ich war zu langsam. Eine Welle erwischte mich, trug mich von der Gefahr und von meiner Heimat fort.

„Hey. Junge! Wach auf.“, hörte ich eine Stimme sagen. Ihr Klang war schwach und drang kaum zu meinem benebelten Gehirn durch. „Du kannst hier nicht liegen bleiben.“ Kurz danach spürte ich eine sanfte und leichte Berührung an meiner Schulter. Nicht so wie der Griff von ihm. Doch mein Körper schien in diesem Moment keinen Unterschied zwischen den beiden Berührungen zu sehen. Sofort verkrampften sich meine Muskeln und ich zwang mich die Augen zu öffnen. Vielleicht war das alles nur ein ganz böser Traum. Sobald ich die Augen öffnen würde, würde ich zu Hause aufwachen. In meinem Bett. Mom würde mich jeden Moment rufen, dass ich endlich aufstehen sollte. Sie würde wieder schimpfen, weil ich schon wieder verschlafen hatte. Es konnte gar nicht anders sein. Das alles musste einfach ein böser Traum sein.

Doch leider war das alles kein Traum. Als ich die Augen öffnete, traf mich die schreckliche Realität wie ein Schlag in der Magengrube. Erschrocken stellte ich fest, dass ich nicht in meinem Zimmer war, sondern am Strand. Der Sand unter mir fühlt sich kalt und feucht an. Ob ich noch unter Wasser war? Langsam vergrub ich die Finger im Sand, der sofort an meinen Finger kleben blieb. Doch das vertraute Gefühl von Wasser, welches um meine Finger floss, war nicht da. Ich befand mich nicht mehr unter Wasser. Nur zögerlich hob ich den Kopf bis ich in das Gesicht einer fremden Frau blickte. Auf ihrer Nase saß ein Gestell mit zwei durchsichtigen Scheiben, in denen sich das Mondlicht spiegelten. Die Berührung verschwand, sobald die Fremde bemerkte, dass ich wach war. „Oh Heeyy. Du hast mir echt einen Schrecken eingejagt. Einen klitzekleinen Moment dachte ich schon, dass du nicht mehr lebst. Du bist echt ein Witzbold. Sag mal,warum bist du auf die Idee gekommen,mitten in der Nacht schwimmen zu gehen? Ich meine, ich weiß wie die Partys in eurem Alter sind, aber selbst die größten Idioten wissen, dass man um diese Jahreszeit nachts nicht allein schwimmen geht. Die Strömungen sind viel zu stark.“, sprach die Fremde, während ich ein paar Mal blinzelte und mir verwundert die Umgebung ansah. Links und rechts von mir war nur Sand und ein paar Felsen. Ganz in der Nähe hörte ich das Meer rauschen. Für einen Moment durchströmte Erleichterung meinen Körper und ließ meine Muskeln entspannen. Ich hatte es geschafft vor ihm zu fliehen. Hierher konnte er mir nicht so einfach folgen. Doch lange hielt diese Erleichterung nicht an, denn da war immer noch die braunhaarige Frau. Ich wusste nicht, was sie von mir wollte. Was ist, wenn sie mich auch verletzen wollte? Wenn sie mir auch jemanden nahm, den ich liebte? „Weißt du,was alles hätte passieren können? Du hättest ertrinken können! Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?“ Ich hatte sie für einen Moment ausgeblendet, doch als meine Sinne nach und nach zurückkamen, stellte ich fest, dass die merkwürdige Frau nach, wie vor, ohne Punkt und Komma auf mich einredete. Doch sobald ich wieder ihre Anwesenheit wahrnahm, spannten sich meine Muskeln an und mein Instinkt schrie, dass ich schleunigst davon schwimmen sollte. Mit den Armen stützte ich mich vom Boden ab und wollte schon wieder zum Wasser robben, als mein Blick dorthin fiel wo eigentlich meine Flosse sein sollte. Doch anstelle einer Flosse befanden sich dort zwei Beine. Beine, wie Menschen sie hatten. Ich wusste von den Erzählungen meines Vaters, dass man mit Beinen an Land schneller unterwegs war, sich dafür aber im Wasser sich nur sehr langsam fortbewegen konnte. „Warte! Wo willst du hin? Du kannst doch…-“, begann sie wieder zu reden, verstummte aber mitten im Satz, als ihr Blick auf meine Beine fiel.Sie blinzelte mehrmals, dann schüttelte sie den Kopf und sprach weiter: „Verdammt, du bist auch noch nackt baden gegangen?! Warte kurz, ich gebe dir eine Decke.“ Mit diesen Worten sprang sie auf und lief davon. Das war die perfekte Gelegenheit zu fliehen. Erneut wollte ich zum Meer robben, doch sobald mein Blick auf das Wasser fiel erstarrte ich mal, denn ich konnte nicht zurück. Nicht, solange er dort war und nach mir suchte. Ich musste an Land bleiben. Denn das war der einzige Ort, an dem ich sicher war. „Beanie, aus! Nein, komm her!“ Die Worte waren meine einzige Warnung vor dem dreifarbigen Fellball, der plötzlich auf mich zugeschossen kam. Laut bellend blieb er vor mir stehen und streckte seinen Hintern in die Höhe. Wieder bellte das pelzige Wesen mich an und sprang dann aufgeregt hin und her. Genau in diesem Moment kam die Frau mit einer Decke in der Hand zurück. „Beanie! Nein, hör auf! Er will nicht mit dir spielen.“, hörte ich die Frau zu diesem Wesen sagen. Doch Beanie schien sie nicht zu beachten. Stattdessen hatte er seine Aufmerksamkeit auf meine Beine gerichtet und beschnupperte diese neugierig. „Tut mir leid. Beanie ist noch ein Welpe und wir üben noch das Hören. Ich hoffe, du hast jetzt noch nicht gefroren. Zwar ist es tagsüber warm, aber die Nächte sind kühler. Aber keine Sorge mit der Decke wird dir ganz schnell wieder kuschelig warm werden. Außerdem wird sie verhindern, dass du dich erkältest“, sprach die Fremde, während sie dabei die Decke um meinen Körper wickelte. Mein Blick wechselte zwischen ihr, Beanie und der Decke hin und her, unsicher was ich von dieser Aktion halten sollte.
Noch nie habe ich zwei solche seltsamen Wesen gesehen, die solche Dinge taten und von denen ich nicht wusste, ob sie mich verletzen würden oder nicht. Meine Instinkte sagten mir, dass ich so schnell wie möglich ins Wasser kommen sollte, um wieder meine wahre Gestalt anzunehmen. Doch schon allein bei dem Gedanken krampfte sich mein Magen schmerzhaft zusammen. Als Meerjungfrau würde ich mein Leben in Freiheit riskieren. Die Fremde bemerkte mein Zögern und ging in die Hocke. „Ist alles in Ordnung? Oh, ich habe ganz vergessen mich vorzustellen. Tut mir leid. Ich bin Hanji Zoe. Aber Hanji reicht.“ Hanji lächelte.„Keine Angst. Ich bin nicht so ein Freak, der sich an Jugendliche vergreift oder so. Ich will dir helfen. Soll ich jemanden für dich anrufen, damit er dich abholt? Ich habe hier ganz in der Nähe ein Haus. Nur fünf Minuten von hier entfernt.“ Was zur Hölle, war anrufen? Während ich darüber nachdachte, was anrufen war, berührte Beanies Zunge meine Fußsohlen. Mein Mund öffnete sich leicht, gleichzeitig zog ich reflexartig meinen Fuß zurück. „Beanie, jetzt komm her!“, schaltete sich Hanji ein und versuchte den Hund zu fassen zu bekommen. Doch war sie zu langsam und Beanie konnte mit einem flinken Satz ihrem Griff entkommen, sodass Hanji der Länge nach in den Sand flog. Beanie bellte und streckte wieder sein Hinterteil in die Höhe. Sie hob den Kopf und sah zu Beanie. „Na warte. Dich kriege ich noch!“Ihre braunen Augen funkelten im Mondlicht und ihr Mund verzog sich zu einem breiten Lächeln. Mit diesen Worten sprang sie wieder auf die Beine und hechtete auf den Welpen zu, der wiederum zur Seite sprang, sodass Hanji wieder der Länge nach in den Sand fiel. Diese Szene wiederholte sich immer wieder. Ich sah den beiden zu, wie sie über den Strand jagten. Hanji lachte ausgelassen und auch schien Beanie seinen Spaß bei dieser kleinen Jagd zu haben. Ihr kleines Spiel war erst beendet, als es Hanji endlich gelang, Beanie zu fangen. „Habe ich dich!“, schrie sie triumphierend, als sie Beanie in den Armen hielt. Der Welpe wedelte mit der Rute und leckte ihr einmal übers Gesicht, woraufhin Hanji lachte. Die beiden schienen mich in diesem Moment mich vergessen zu haben. Das war die perfekte Gelegenheit zu gehen, bevor sie mich wieder bemerkten.

Mit einer Hand stützte ich mich vom Boden ab und versuchte aufzustehen. Jedoch war ich nicht daran gewöhnt auf zwei Beinen zustehen. Ungeschickt versuchte ich auf die Füße zu kommen, jedoch gaben meine Beine sofort nach, sobald ich etwas Gewicht auf diese verlagerte. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel vorn über wieder in den Sand. Frustriert ballte ich die Hände zu Fäusten. Wieso funktionieren diese verdammten Beine nicht? Etwas Hartes traf aufmeine Schläfe und für einen Moment wurde mir schwarz vor Augen. „Oh Gott! Was ist passiert? Geht es dir gut?“, hörte ich Hanji besorgt rufen. Langsam öffnete ich wieder meine Augen und sah zum zweiten Mal an diesem Abend Hanjis Gesicht vor mir. „Warte, ich helfe dir beim Hinsetzen.“ Hanji hockte sich hin, schlang einen Arm um meinen Oberkörper und zog mich wieder hoch. Ihr Blick fiel auf meine Schläfe,die sie mit kritischem Blick musterte. „Oh nein, du blutest. Lass mich das ansehen. Nicht, dass es etwas Schlimmeres ist. Ist dir schwindelig oder ist die schlecht?“, ihre Stimme wurde mit jedem Satz, den sie sprach,schriller. „Puh. Es ist nur oberflächlich, aber trotzdem sollte ich das reinigen. Tut mir leid, dass ich nicht auf dich aufgepasst habe. Du musst sicherlich von deinem Ausflug erschöpft sein. Komm, wir gehen zu mir, dann kannst du auch gleich jemanden anrufen. Sag mal, wie heißt du eigentlich?“,fragt sie mit einer gewissen Neugier in der Stimme. Aus reiner Gewohnheit öffnete ich den Mund und wollte ihr schon eine Antwort auf die Frage geben, doch das Gift, welches meine Stimmbänder lähmte, würde noch mindestens zwei Wochen anhalten,sodass ich keinen einzigen Ton herausbringen konnte. Egal wie sehr ich es auch wollen würde. Hanji runzelte die Stirn und betrachtete mich für einen Moment. „Du kannst nicht sprechen, stimmt's?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. Ich nickte einfach nur. Mehr als das konnte ich nicht tun. „Oh nein…Das muss sicherlich schrecklich sein. Aber keine Sorge, wir werden sicherlich einen Weg finden, wie wir beide miteinander kommunizieren können. Zuhause kann ich dir einen Stift und einen Block geben, dann kannst du mir das schreiben, was du sagen willst. Oder wir benutzen Zeichensprache…, aber egal wie wir kommunizieren.“ Kurz holte Hanji Luft, nur um dann weiterreden zu können. Sie sprach so schnell, dass ich noch nicht mal Zeit hatte, mich zu fragen, was Zeichensprache war. „Es ist okay für mich. Hauptsache du fühlst dich wohl dabei. Komm lass uns zu mir nach Hause gehen, da ist es um einiges gemütlicher und wärmer. Außerdem können wir dort deine Eltern anrufen. Ich bin ziemlich sicher, dass sie sich Sorgen um dich machen und sicherlich froh sind, wenn sie hören, dass es dir gut geht. Außerdem bin ich mir sicher, dass du auch nach Hause willst.“ Als mein zuhause erwähnte, zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen, denn nach Hause konnte ich nicht. „Nach so einem langen Tag ist das eigene Bett immer noch das Beste. Kannst du allein aufstehen, oder soll ich dir helfen? Warte ich helfe dir. Nicht, dass du nochmal vor Erschöpfung hinfällst und dir womöglich noch etwas brichst.“ Und wieder fing Hanji an zu reden. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass ich Eren heiße und nicht Sawney. Beanie hatte sich inzwischen neben mich hingesetzt und sah mich mit großen, braunen Augen an. Ich streckte eine Hand aus und fuhr durch Beanies flauschiges Haar, während ich über Hanjis Angebot nachdachte. Ein kleiner Teil von mir wollte ihr Angebot nicht annehmen,sondern immer noch so schnell, wie möglich, von hier verschwinden. Mein Problem dabei war,dass ich nirgendwohin kann. Zwar konnte ich ins Meer fliehen und mich zurück verwandeln, aber dort lauerte eine andere Gefahr. Und Laufen konnte ich auch nicht, denn ich hatte keine Ahnung wie die Beine funktionierten. Hanji schien mich auch nicht verletzen oder töten zu wollen. Wäre das ihr Ziel gewesen, hätte sie schon etliche Gelegenheiten gehabt. Hanji stand auf und hielt mir eine Hand hin. Ich wusste, dass es für mich keine andere Möglichkeit gab, als mit Hanji mitzugehen. Doch bevor ich mit ihr den Strand verließ, wollte ich nochmal einen letzten Blick auf meine Heimat werfen. Das blasse Licht des Mondes spiegelte sich auf der schwarzen Oberfläche des Wassers. Früher habe ich mich mit meinen Freunden oftmals heimlich getroffen, um nachts an die Oberfläche zu schwimmen und den Mond zu betrachten. Ich war fasziniert davon, wie meine Flosse im Mondlicht geglänzt hat und auch jetzt sah ich wie eine Flosse kurz in diesem Licht aufblitzte und schnell wieder im Wasser verschwand War das etwa er? Hatte er mich gefunden? Verzweifelt suchten meine Hände halt in der Decke, während meine Muskeln zu zittern begannen. Verdammt, er durfte mich nicht gefunden haben! Denn dann wäre alles umsonst gewesen.„Hey Sawney, ist alles in Ordnung?“, Besorgnis schwang in Hanjis Stimme mit und ich spürte, wie sich ihre Hand auf meine Schulter legte und sanft zudrückte. Erst da bemerkte ich wie sehr sich meine Muskeln verkrampft hatten. Ich zwang mich den Blick vom Meer loszureißen und zu Hanji zu schauen. Ich war am Land. Ich war sicher, solange ich nicht wieder ins Meer ging und jemehr Distanz ich zwischen das Meer und mir bringen konnte, desto besser war es. „Sawney?“, hakte sie nochmal besorgt nach und erinnerte mich daran, dass ich ihr antworten sollte. Wieder öffnete ich meinen Mund, um ihr zu sagen, dass alles in Ordnung war. Doch ich konnte nicht. Frustriert schloss ich meinen Mund und nickte stattdessen. Noch immer musterte mich Hanji mit gerunzelter Stirn. Sie schien mit der Antwort nicht ganz zufrieden sein. „Bist du dir sicher? Falls irgendetwas sein sollte, dann zeig es mir irgendwie. Ich helfe dir. Versprochen. Egal was es ist. Außer eine Leiche zu vergraben. Ich glaube damit würden wir uns beide strafbar machen und niemand will sein Leben im Gefängnis verbringe, stimmts? Aber los, lass uns gehen. Zuhause mache ich uns beiden einen Tee, damit wir uns wieder aufwärmen und währenddessen rufen wir deine Eltern an. Du wirst sehen, du wirst in ein paar Stunden wieder zuhause sein.“,sprach sie nach einer Weile und hielt mir abermals ihre Hand hin. Diesmal ergriff ich sie und mit ihrer Hilfe stand ich langsam auf. Diesmal gaben meine Beine nicht sofort nach, sobald ich mein Gewicht auf diese verlagerte. Doch wirklich sicher stand ich nicht. Doch noch immer fühlten sie sich wackelig an und ich hatte das Gefühl, keine Kraft in ihnen zu haben. Immer wieder drohten meine Beine unter mir nachzugeben und hätte Hani mich nicht gestützt, wäre ich sicherlich das ein oder andere Mal hingefallen. Hanji hatte einen Arm um meinen Oberkörper geschlungen und führte mich so langsam zu ihrem Haus. Jeder Schritt kostete mich Kraft und ich hatte Probleme mein Gleichgewicht zu halten. Langsam und immer einen Schritt nach dem anderen entfernten wir uns vom Meer.

Hanjis Haus vollgestopft mit Dingen, die ich nicht kannte. Überall wo ich hinsah standen oder lagen fremde Gegenstände. Sie hatte mich auf ihr Sofa abgesetzt und war dann durch eine Tür verschwunden. Beanie hatte es sich neben mir gemütlich gemacht und seinen Kopf auf meinem Bein abgelegt. „Ich hoffe, dir passen die Sachen von Moblit. Er müsste ungefähr dieselbe Größe haben, wie du.“ Hanji wieder ins Zimmer geschlendert. Sie drückte mir zwei Kleidungsstücke in die Hand und nickte mir dann kurz zu. „Ich lasse dich kurz allein und mache uns beiden einen Tee. Dann kannst du dich in Ruhe anziehen und später können wir deine Eltern anrufen.“ Mit diesen Worten verschwand sie wieder aus dem Zimmer und kurze Zeit später hörte ich das Klappern von Geschirr. Beanie hob den Kopf,sprang vom Sofa und verschwand ebenfalls durch die Tür. Damit ließ er mich allein zurück. Kurz sah ich ihm hinterher, dann auf die Kleidung, die mir Hanji gegeben hatte. Manchmal hatten wir Leichen von Ertrinkenden im Meer gefunden,die solche Kleidung getragen haben. Dad hatte mir einmal erklärt, dass die Menschen diese Kleidung trugen, wenn sie ihr Haus verließen. In der Menschenwelt schien es nicht angebracht zu sein, nackt herumzulaufen, weshalb ich auch die Kleidungstücke anzog.Gerade als ich fertig war, kam Hanji wieder ins Zimmer. Diesmal trug sie ein Tablett mit den verschiedensten Dingen ins Zimmer und stellte dieses auf den kleinen Tisch vor mir ab. „Hier ist das Telefon. Ich gebe einfach die Nummer von dem ein, der dich abholen soll. Das Reden übernehme ich für dich.“ Hanji drückte mir einen kleinen, grauen Kasten in die Hand, den ich ratlos anstarrte. So einen Apparat hatte ich in Shinganshina noch nie gesehen und ich deswegen hatte keine Ahnung, was ich damit anstellen sollte. „Sag mal, Sawney, woher kommst du eigentlich?“, fragte mich Hanji, nachdem sie bemerkt hatte, dass ich den grauen Kasten nur anstarrte. Sie hatte wieder ihre Stirn in Falten gelegt und ihre braunen Augen musterten mich nachdenklich. Kurz betrachtete ich Hanji bevor ich mich zu der durchsichtigen Wand hinter uns drehte. Sie schien aus demselben Material zu sein, wie die Dinger, die Hanji vor ihren Augen hatte. Durch die Wand konnte ich das Meer sehen, auf das ich deutete. Hanji folgte meinen Blick und die Augen weiteten sich erschrocken. „Aus dem Meer?“, fragte sie, woraufhin ich nickte. „Heißt das, du bist eine Meerjungfrau?“
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