Besuch der etwas anderen Art - eine Geschichte über die Rumtreiber

GeschichteFreundschaft / P12
James "Krone" Potter Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
29.08.2019
16.11.2019
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Ich hatte das Kapitel über Träume gefunden.
Träume können tatsächlich von Dementoren beeinflusst werden.
Gut, aber das erklärt meinen Traum immer noch nicht, denn es waren – soweit ich mich erinnern kann – noch nie vorher Dementoren in Knaresborough gewesen.
Wenn bloß Dad hier wäre, er hätte es mir bestimmt erklären können.
James riss mich (mal wieder) aus meinen Gedanken, indem er sagte: „Also, ich hab jetzt jedenfalls Hunger!“
Und weil das Kapitel sonst nicht viel hergab, klappte ich das Buch zu und folgte ihm die Treppe runter.

Das Frühstück war eine unangenehm stille Angelegenheit.
Weder Mum, Robin noch ich waren besonders gesprächig, und so tauschten James, Sirius, Peter und ich nur bedeutungsvolle Blicke.
Es dauerte eine Ewigkeit, bis ich mich endlich traute, Mum nach meinem Lieblingsbuch zu fragen.
Sie seufzte und warf mir einen strengen Blick zu, nachdem ich mich dann doch dazu überwunden hatte.
„Nur, wenn du es bis heute Abend fertig hast!“
Ich nickte schnell.
„Gut, dann…“, meinte sie und gab mir mein Buch zurück.
„Danke, Mum!“, sagte ich lächelnd.
Robin schnaubte verächtlich.
Vermutlich, weil ich Bücher mag und er eben nicht.
Na ja, mir ist es recht, denn sonst müsste ich meine Bücher mit ihm teilen, und das will ich auf gar keinen Fall!
Er würde nur Eselsohren in die Bücher knicken, anstatt Lesezeichen zu verwenden.
Sirius warf meinem großen Bruder einen vernichtenden Blick zu, den Robin nur allzu gerne erwiderte.
Ich sah unterdessen aus dem Fenster, und man hätte meinen können, der September wäre schon da, denn es regnete in Strömen und der Himmel war voller grauer Wolken, kein Fleck Sonne war zu sehen.
Regentropfen klatschten gegen das Fenster, was der Welt da draußen einen verwaschenen Ausdruck verlieh. Und doch konnte ich alles gestochen scharf erkennen – es war, als hätte jemand alle Ecken, Kanten und Spitzen, die es gab, gespitzt und als würden sich ihre Spitzen Enden gegen den Betrachter, in diesem Fall mich, richten.
Fast schon wie Speerspitzen.
Es wirkte da draußen zugleich gefährlich und trostlos, als würde die Natur rufen: „Rette mich, aber komm mir nicht zu nahe!“
Für mich stand auf jeden Fall fest, was ich an diesem Tag machen wollte: lesen! Lesen und vielleicht noch den einen oder anderen Kakao trinken.
Aber dann fiel mir ein, was ich heute machen musste: Hausaufgaben. Selbst der Umstand, dass es sich dabei um VgddK handelte, war wenig tröstlich.
Viel lieber würde ich Dad suchen, oder, weil das nicht ging, lesen.
Und obwohl ich mir sicher war, dass wir uns unter James´ Tarnumhang mit großer Leichtigkeit rausschleichen könnten, genügte ein Blick auf Mums Gesicht, um wieder zur Vernunft zu kommen.
Eigentlich war noch nicht einmal das nötig, denn um solche Dinge zu tun, bin ich wohl noch einfach zu brav.

Offenbar war ich nicht der Einzige, der die Idee mit dem Tarnumhang hatte.
James unterbreitete uns nämlich genau diesen Vorschlag mit großer Begeisterung, als wir wieder in meinem Zimmer waren.
Doch als er mich erwartungsvoll ansah, schüttelte ich nur den Kopf.
„Warum nicht?“, fragte er enttäuscht.
Ich seufzte.
„Weil ich nicht will, dass Mum sich noch mehr Sorgen um mich machen muss, als ohnehin schon“, sagte ich schließlich.
James sah mich mit traurigem Hundeblick an.
Sirius schien hin- und her gerissen zu sein zwischen Belustigung und Sorge.
„Mann, Moony, du bist viel zu brav!“, sagte er, bemüht, nicht zu lachen. „Daran müssen wir ganz dringend was ändern!“
James nickte nachdenklich. „Wenn ich nur wüsste, wie…
Na egal, uns wird schon was einfallen!“
„Hee, ich dachte, ihr wollt erst dafür sorgen, dass ich nicht mehr so schüchtern bin!“; protestierte ich.
„Ja, aber wenn wir damit fertig sind, bringen wir dir mal sinnvolle Sachen bei!“, sagte Sirius in seiner besten Lehrermanier.
Das klang echt lustig, denn Sirius und Lehrer passen überhaupt nicht zusammen.
„Aber -“
James unterbrach mich: „Du hast dich schon drei Jahre lang vor Streichen gedrückt, jetzt musst du wirklich mal ran!“
Ich seufzte. „Das könnt ihr vergessen!“, sagte ich stur.
„Wir werden sehen!“, sagte Sirius abschließend mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete.
„Lasst uns Hausaufgaben machen!“, schlug ich unter allgemeinem Stöhnen vor, und dieses Mal war es nicht Sirius, der seine beste Lehrermanier verwendete, sondern ich.






Tut mir leid, dass ich erst jetzt hochlade, aber wir waren gestern Abend in Köln und ich bin erst um zwei Uhr ins Bett gekommen ;)
Danke für die 705 Aufrufe! Und in elf Wochen ist das schon eine ganze Menge! ^^
Ich würde mich wieder über Reviews freuen – diesmal gibt es Bubbles Besten Blaskaugummi zur Belohnung.
Schönes Wochenende noch!
Nena Lupin
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