Rosenrot

von Chizakura
GeschichteHumor, Parodie / P16 Slash
OC (Own Character)
29.08.2019
08.11.2019
9
14560
2
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Diese Geschichte ist reine Parodie und sollte mit sehr viel Humor betrachtet werden. Das Ziel dieser Geschichte? Möglichst viele Klischees in eine Geschichte verpacken. Bitte bedenkt dies beim Lesen.
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Als Rose-Mary Sue am frühen morgen erwachte, fiel ihr Blick sofort in den Spiegel. Obwohl sie vor nicht einmal fünf Minuten wach wurde und ihre Morgenroutine noch nicht begonnen hatte, lagen ihre langen, roten Haare perfekt. Kurz besah sie sich noch ihre hellblauen Augen, bevor sie auch schon die Treppe ins untere Stockwerk hinablief.
„Guten Morgen“, brachte sie viel zu fröhlich grinsend hervor, während sie sich an den Tisch setzte und nach einem der Brötchen griff. Ihre Eltern erwiderten ihre Worte, doch widmeten sie sich ihren eigenen Beschäftigungen wieder. Ihr Vater las die Zeitung vom Vortag, weil er die neue noch nicht hatte, und ihre Mutter saß am Handy um sich um irgendein tolles Spiel zu kümmern. Da der Morgen aber immer so war, machte sich Rose-Mary darüber keine Gedanken. Sie genoss die Ruhe, wünschte sich aber trotzdem, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. War das denn zu viel verlangt?
„Ich mach mich dann mal fertig“, teilte sie ihren Eltern mit, kaum hatte sie ihr Brötchen mit Schokoaufstrich gegessen. Wieder nickten beide Elternteile das nur ab, während sie an ihren Kaffeetassen nippten.
„Tja, ohne Kaffee sind sie wie Zombies“, schmunzelte Rose-Mary und stand auf. Dabei verfingen sich ihre Haare beinahe wieder an dem tollen Holzstuhl auf dem sie saß. Murrend löste sie die kleine Strähne, die sich leicht verknotet hatte und ging in ihr eigenes Badezimmer. Natürlich hatte sie ihr eigenes. Es wäre ja auch zu einfach, sich eins mit ihren Eltern zu teilen.

Das helle Neonlicht tat etwas in ihren Augen weh, kaum hatte Rose-Mary es eingeschaltet. Sie ging zum Waschbecken, um sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. So wurde sie endgültig wach und konnte mit dem Putzen ihrer perfekt weißen Zähne weitermachen.
Rose-Mary nickte sich kurz selber zu, als sie zu dem schwarzen Haargummi griff und ihre hinternlangen Haare hochband. So war die Gefahr, ständig an Gegenständen hängen zu bleiben wenigstens etwas gedämmt. Ihr leichtes Make-Up bestand aus einem sofort perfekt gezogenen Lidstrich, sowie Lidschatten und Lippenstift. Ohne konnte sie ja schlecht aus dem Haus gehen. Alles andere würde zu natürlich aussehen und Rose-Mary wollte nicht in der Masse untergehen. Sie hatte ohnehin das Gefühl, sich aus der Masse abzuheben. Wenn sie schon so empfand, dann wollte sie sich auch wirklich so fühlen.
„Ich geh dann mal“, rief sie ihren Eltern noch zu, während sich Rose-Mary auf dem Flur ihre 15 zentimeterhohe Plateauschuhe anzog. Darauf konnte sie einfach besser laufen, als auf den normalen, flachen Schuhen, die sonst jeder trug.


Schon auf dem Weg zu ihrer Schule wurde sie immer wieder von anderen Schülern ihrer Schule begrüßt. Die ersten Begrüßungen erwiderte Rose-Mary noch höflich, doch ab der dritten genügte es ihr. Es würde sie ohnehin niemand verachten, also könnte sie auch einfach nur nicken und in Ruhe ihren Weg weitergehen.
„Na Rosenrot.“
Sofort verdrehte Rose-Mary genervt die Augen, als sie die Stimme von Gary hörte. Gary Stue hatte nicht nur einen ähnlich klingenden Nachnamen, nein, viele Mitschüler würden es sogar begrüßen, wären sie ein Pärchen. Da Rose-Mary sich aber nicht mit Gary abgeben wollte, würde dieser Wunschtraum ihrer Mitschüler wohl nie erfüllen. Es war ja nicht so, als hätte sie keine anderen Verehrer. Nur dieser Spitzname stieß ihr sauer auf.
„Wie hast du mich gerade genannt?“, zischte sie. Könnten Blicke töten, dann hätte Gary diese Frage erst gar nicht stellen können, weil er schon vor langer Zeit gestorben wäre.
„Rosenrot“, wiederholte Gary den Spitznamen lässig und steckte die Daumen in seine Hosentasche, „Wie soll ich dich denn sonst nennen bei deinem roten Haar?“
„Ich hoffe, dass dir beim Abwaschen die Ärmel in die Spüle rutschen.“ Natürlich hatte Rose-Mary diesen Spruch nur aus dem Internet geklaut, doch ließ sie sich das nicht anmerken. Würde sie das machen, dann müsste sie ja offenbaren, warum sie es nicht mochte, mit Rosenrot angesprochen zu werden. Genau genommen wusste sie es selber ja nicht einmal. Es missfiel ihr einfach und das wollte sie Gary endlich spüren lassen.

Mit der flachen Hand schlug sie Gary auf den Hinterkopf, sodass er sich empört die Stelle rieb.
„He!“, rief er aus, „Was sollte denn das jetzt?“ Bevor Rose-Mary jedoch etwas antworten konnte, fiel ihr Blick auf ihren strengen Klassenlehrer Herr Müller. Wenn es eine Person gab, die Rose-Mary überhaupt nicht ausstehen konnte, dann war es er. Aber wer mochte auch schon Mathelehrer?
„Rose-Mary Sue! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du so etwas unterlassen sollst?“, fragte Herr Müller. Rose-Mary wollte zwar sagen, dass er ihr gar nicht anhaben könnte, weil sie sich nicht auf dem Schulhof befanden, stockte dann aber. Sie waren tatsächlich schon angekommen. Also musste Plan B herhalten.
„Aber Herr Müller“, schniefte Rose-Mary, „Sie wissen doch, wie gemein Gary immer mit seinen Spitznamen zu mir ist. Ich würde vorschlagen, dass er heute drei Mathehausaufgaben mehr bekommt als Strafe.“ Zusätzlich klimperte sie mit ihren Augen. Erst in diesem Moment fiel ihr auf, dass sie vergessen hatte, Mascara aufzutragen. Zum Glück hatte sie dafür immer Ersatzwimperntusche in ihrem Rucksack.
„Das ist in der Tat eine sehr gute Idee, Rose-Mary“, stimmte Herr Müller ihr zum Glück zu. Gary stammelte nur vor sich hin, doch gab er sich geschlagen. Zumindest vorerst. Er wäre ja schließlich nicht Gary Stue, wenn er sich nicht zu rächen wüsste.


Doch der restliche Schultag verging ohne nennenswerte Ereignisse. Rose-Mary war so beliebt wie immer und konnte sich in den Pausen kaum noch vor Gesprächen retten. Gary Stue erging es ähnlich, doch lasteten die doppelten Hausaufgaben schon jetzt auf seiner Seele. Für ihn würde es eine lange Nacht werden, denn die Aufgaben müssten schon bis morgen fertig sein.
Rose-Mary hatte jedoch jeden Grund zur Freude. Morgen wäre endlich ihr achtzehnter Geburtstag. Endlich könnte sie auch legal Alkohol trinken und dabei so lange weg bleiben, wie es ihr beliebte. Der Alkohol stellte ohnehin nicht viel mit ihrem Körper an. Egal wie viel sie trank, einen Kater oder gar eine Alkoholvergiftung hatte sie noch nie gehabt.
Kaum zog sie die Haustür ins Schloss, kamen ihre Eltern schon in den Flur. Das bedeutete meistens nichts gutes, auch wenn Rose-Mary nicht wusste, was sie verbrochen hatte.
„Ich bin wieder da“, lächelte sie und stellte ihren Rucksack ab. Sie löste den Zopf und konnte spüren, wie ihre Haare nun wieder bis zu ihrem Hintern reichten.
„Du solltest dich umziehen gehen“, meinte ihr Vater, doch sagte er nicht, was genau Rose-Mary sich anziehen sollte.

„Zieh dich um“, äffte sie die Stimme ihres Vaters nach, als sie wieder in ihrem Zimmer war. Da ihr die genauen Details fehlten, griff sie nach den erstbesten Kleidungsstücken in ihrem Schrank. Ein bauchfreies, ärmelloses, schwarzes Oberteil, sowie ein kurzer, weißer Rock und schwarze, kniehohe Strümpfe sollten es sein. Die Plateauschuhe behielt sie an. Das Outfit war so hübsch, wie jedes andere, welches sie besaß. Ein Problem mit dieser Kleidung hatte sie nicht.
„Bin umgezogen“, teilte sie ihren Eltern mit, als sie die Treppe erneut herunterging.
„Na ja, ich denke nicht, dass das sonderlich angemessene Kleidung ist“, kommentierte ihre Mutter, nachdem sie Rose-Mary beäugt hatte, „Aber ich denke uns fehlt die Zeit, dass du deine Kleidung erneut wechseln kannst.“ Rose-Mary zog eine Augenbraue in die Höhe und legte den Kopf leicht zur Seite.
„Warum denn?“, fragte sie nach und schüttelte den Kopf schließlich, „Ihr sagt mir doch nicht, was denn los ist. Ist doch klar, dass ich da keine bessere Entscheidung treffen kann. Außerdem gefällt es mir.“

Rose-Mary wurde von ihren Eltern ins Wohnzimmer geführt, wo zwei fremde Personen saßen. Sie trugen grau-schwarze Kleidung und eine Maske, aber zum Ku Klux Klan schienen sie wohl nicht zu gehören. Immerhin etwas.
„Das sind zwei Mitglieder der Anbu“, stellte Rose-Marys Mutter die Besucher vor.
„Aha“, gab Rose-Mary nur kühl von sich und betrachtete die Gäste.
„Du wirst mit ihnen mitgehen, denn sie werden dich da hinbringen, wo du in Wahrheit hingehörst“, offenbarte ihr Vater ihr, „Du bist nämlich adoptiert.“
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