unerreichbar

GeschichteRomanze / P18 Slash
Remus "Moony" Lupin Severus Snape
29.08.2019
09.11.2019
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Letztes Kapitel! Ich hoffe, ihr könnt mit dem Ende leben.
Freue mich über Meinungen und Feedback und natürlich wie immer über Sterne/Empfehlungen.
Das Paar Remus Lupin und Severus Snape, bzw. die Rumtreiberzeit hat es mir so angetan, dass ich doch glatt schon eine 2. Fic dazu geschrieben habe, die ich auch wieder 1x/Woche update. Vielleicht schaut ihr auch da vorbei. Es wird wieder spannend und diesmal gibt es ein fettes Happy End!

zu finden hier: Bevor es zu spät ist



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Remus war extrem angespannt, als Professor Silver den Tränkeunterrichtsraum betrat. Der hagere Mann versprühte nicht gerade Freundlichkeit. Erst sah er niemanden Spezielles an und zog seinen Unterrichtsstoff durch. Umso weiter die Stunde voran schritt, umso häufiger sah er hasserfüllt zu Snape, aber auch zu ihm. Als die letzten Minuten liefen, sah er direkt zu Snape.
„Snape und Lupin, ihr bleibt nach der Stunde hier!“, befahl er hart. Im Kerker schien es noch eisiger zu werden.
James sah ihn fragend an. Er nickte ihm besser zuversichtlich zu.
Kaum hatten ihre Mitschüler den Klassenraum verlassen, verrammelte Silver die Tür magisch.
„Wer von euch Idioten war es?“, wollte er schneidend wissen. Snape sah Remus aus verengten Augen an.
„Keine Ahnung, was sie meinen, Professor Silver“, antwortete Remus lahm. Snape schwieg.
„Ich habe das Serum gestern Abend kurz getestet. Es war, wie er sagte, dauerhaft haltbar. Heute Morgen wollte ich mich ausführlich einem Test widmen, bevor ich es einschicke und mich blamiere und siehe da, es war nur ein stinknormales Serum, haltbar maximal drei Monate. Snape, Erklärungen?!“
„Nein, Professor“, erwiderte der Slytherin lässig, hatte aber nachdenklich seine Augenbrauen zusammengeschoben.
„Ich aber schon. Sie haben das Serum getauscht und auch das Protokoll. Sie mieser, kleiner Betrüger, Snape. Konnten es dann wohl doch nicht ertragen, dass ein anderen die Lorbeeren erntet, was? Typisch Slytherin. Vielleicht gibt es den Trank gar nicht und sie haben uns nur was vorgespielt. Wie auch immer, durchgefallen, Snape!“
„Er war es nicht. Ich war es, Professor!“, sagte Remus nun selbstbewusst. Der Alte wandte sich ihm hitzig zu und tippte mit seinem Zauberstab auf seine Brust.
„Lupin, sind sie wirklich so ein verdammter Narr? Ich dachte, das Ohnegleichen wäre ihr Ziel. Ich habe es ihnen gegeben und was tun sie?“
„Es war ungerecht, Sir!“, sagte er starrköpfig und ignorierte Snapes warnende Blicke vollkommen.
„Sie waren es also in der Tat! Haben sie den Verstand verloren, Lupin?!“, kreischte der Alte ihn an.
„Nein, den verliere ich nur, wenn ich Sex habe“, sagte Remus und musste selbst grinsen. Snape begann zu lachen und dann flippte Silver aus. Er fuchtelte unkoordiniert mit seinem Zauberstab und setzte dabei einen Stuhl in Brand. Der Professor war völlig außer sich und Remus und Snape brachten sich noch immer lachend in Sicherheit.
„Durchgefallen Lupin!“, kreischte ihm Silver noch mit überschlagender Stimme hinterher. Snape öffnete die magische Verrieglung der Tür und sie flohen, immer noch lachend in den Gang.    


„Du hättest dir diesen Unsinn sparen können und dein OG annehmen sollen, Lupin!“ Snape hatte ihn nicht allzu sanft in einen leeren Klassenraum geschubst und schloss die Tür hinter sich.
„Was soll das bedeuten?“
„Denkst du wirklich, ich gebe so einem Bastard eine „Sensation“ in seine gierigen Gichtgriffel? Du kannst mich für verrückt halten, Remus, aber bitte nicht für dumm.“
„Aber … aber … er hat es getestet, Severus!“    
„Ja, er hat heute das Veritaserum untersucht, was du ihm untergeschoben hast. Und zwar das, in der niedrigsten Potenz, die der alte Sack kennt. Ich aber, kenne noch viel niedrigere Potenzen und habe ihm gestern einfach einen Trank gegeben, den er für sein „permanentes“ Testergebnis gebraucht hat. Unterdosiert, bis ins kleinste Atom und so scheinbar unendlich haltbar. Außerdem habe ich im Protokoll eine winzige aber sehr wichtige Sache weggelassen, ohne die das Serum sowieso nie funktioniert hätte. Aber so gierig wie er war, hätte er es wohl nie selbst hergestellt. Er hätte es frech eingeschickt und hätte Hohn und Spott geerntet, anstatt Ruhm, der ihm nicht zustand. Du aber, hast das leider verhindert, Schwachkopf!“ Snape lächelte allerdings und wirkte trotz seiner aggressiven Worte eher erheitert.
„Du hättest es mir vorher sagen sollen, Severus!“
„Wozu?! Dann hättest du nie so schön echt und empört reagiert. Außerdem bin ich nicht davon ausgegangen, dass du solche Dummheiten machst. War das deine Idee?“
„War es!“, wich Remus aus.
„Heißt das, es gibt gar kein ewig haltbares Serum?“ Snape sah ihn schweigend und geheimnisvoll an. Er war wieder ganz ernst und seine dunklen Augen hatten einen seltsam melancholischen Schimmer.
„Weißt du, was ich damit meine, dass du dich nur in Schwierigkeiten bringst, wenn du glaubst für etwas einstehen zu müssen, was völlig unbedeutend ist?“ Seine Frage nach dem Serum blieb unbeantwortet.
„Du weichst mir aus, Severus. Und Zuneigung und ein Ehrgefühl sind keineswegs unbedeutend. Aber ich verstehe, dass du das nicht wissen kannst, weil du immer nur allein bist. Was mir sehr leid tut. Ich könnte es ändern, doch das willst du ja nicht …“ Remus redete, unaufhörlich, während Severus auf eine so bestimmte Art auf ihn zukam, dass sein Atem sich unwillkürlich beschleunigte.
„Vielleicht denkst du bei Gelegenheit mal ausgiebig über den Nutzen solcher emotionsgeladenen Aktionen nach. Jetzt sind wir beide durchgefallen und das hätte nicht sein müssen.“ Als Snape dicht vor ihm stehen blieb und ihn intensiv ansah, umarmte Remus ihn einfach und drückte ihn fest an sich. Severus erwiderte nach einem Moment seine Umarmung.
„Denke an die Schokolade, wenn du später zum Fels kommst!“, flüsterte Severus und löste sich sanft. Seine Augen lächelten, sein Mund nicht. Remus verstand in dieser Sekunde, dass Snape einen Dreck auf seine Schokolade gab. Das war für ihn nur eine Metapher. Was Severus wirklich meinte, war, dass er ihn sehen, berühren und  mit allen Sinnen wahrnehmen musste. Das machte ihn glücklich.
Remus lächelte noch lange, nachdem Snape weg war.


„Was?! Durchgefallen?“, rief Sirius erschüttert, als er zurück kam und alles erzählte.
Alle redeten mal wieder durcheinander. Lily, die dabei stand, hörte allerdings eher schweigend zu.
„Silver hat dir nicht geglaubt, dass du damit nichts zu tun hast? Wie kann er nur!“
„Na ja, es war eben „unser“ Trank und nicht nur Snapes Trank. Er denkt, wir stecken unter einer Decke.“
„Ihr werdet das Fach wiederholen müssen. Für Snape muss das eine Schande ohnegleichen sein“, merkte James schadenfroh an. Sirius sah erst zu Remus, ob es okay war zu lachen. Remus grinste und alle lachten.
„Ja, was soll’s. Dann wiederhole ich es eben. Diesem miesen Dreckssack werde ich es schon zeigen. Man kann ja gegen Snape sagen was man will, aber ich glaube, ich habe wirklich eine Menge von ihm gelernt. Aber jetzt gehe ich doch besser mal noch eine Runde raus …“
Peter und James wollten mit, doch Lily, die zu ahnen schien, wohin er wollte, hielt die beiden auf, um sie zu einem Gesellschaftsspiel zu überreden.
   

Severus erwartete ihn schon. Nichts schien auf das unangenehme Ereignis mit Professor Silver hinzudeuten. Die Sonne schien und es war wieder trockener und milder, als die letzten Tage. Remus holte seine Schokolade heraus, aber Snape schüttelte den Kopf.
„Ich würde es gern ohne Doping versuchen. Zeig mir noch mal die Bewegung!“, befahl er. Remus trat hinter Severus, schob seinen linken Arm um seinen Bauch und drückte den anderen Jungen an sich. Dann griff er nach Snapes rechten Arm, umgriff dessen Handgelenk und vollführte die notwendige Bewegung mit dem Zauberstab. Severus in seiner Umarmung war überaus verlockend. Er spürte die vage Anspannung des anderen Jungen, konnte seinen Ehrgeiz den Zauber zu meistern fast schon riechen und nahm überdeutlich seine eigene, steigende Erregung wahr.
„Du wärst so ein mieser Lehrer, Lupin!“, sagte Severus leise und erheitert, als er mit ihm zusammen ein paarmal die Armbewegung vollzog.
„Weshalb?“
„Wenn du deine Schüler auch so sexuell bedrängst, wie mich gerade, dann würdest du deine Stelle sehr bald verlieren.“ Remus schmunzelte nur und dachte nicht mal daran den anderen Jungen loszulassen.
„Natürlich erregst du mich. Was erwartest du?“, flüsterte er rau in Snapes Ohr und küsste seinen Hals.
„Ich muss mich konzentrieren, wenn es dir nichts ausmacht? Wenn du brav bist, verrate ich dir nachher ein Geheimnis.“
„Dass du das Veritaserum permanent haltbar gemacht hast? Weiß ich schon …“ Remus ließ seine Hand nach vorn gleiten. Severus stöhnte ein wenig überrascht und unterdrückt auf, als er sein Geschlecht berührte.
„Ein anderes Geheimnis, Süßer …“ Lachend ließ er ihn los und trat einen Schritt zur Seite. Severus schloss kurz seine Augen, sah wirklich hochkonzentriert aus und entließ dann eine perfekte Hirschkuh aus der Spitze seines Zauberstabes. Beide sahen dem Patronus zu, wie er herum lief und sich dann sanft auflöste.
„Wunderschön …“, flüsterte Remus andächtig und betrachtete Snape, der verwundert und gleichzeitig stolz wirkte. Remus meinte allerdings nicht den Patronus, sondern den schwarzhaarigen Jungen.
„Es funktioniert, dank … dir“, sagte Severus nun dunkel. Es klang nicht unbedingt nach Dankbarkeit, doch nach Respekt und Anerkennung.
„Gern geschehen.“
„Komm mit!“, forderte ihn Snape jäh auf und begann schon über die Felsen in Richtung des kleinen Fichtenwaldes zu laufen. Remus folgte ihm und stand alsbald vor einer Senke. Am Grund der Senke befand sich eine höchstens ein Meter hohe Öffnung.
„Da unten ist eine kleine Höhle. Ich komme manchmal her, wenn … wenn … auf jeden Fall ist der Eingang zwar eng und man muss hindurch robben, doch die Höhle dahinter ist höher und wir können darin sogar stehen.“ Remus sah ihn von der Seite an. Snape zeigte ihm gerade seinen geheimen Rückzugsort, den er aufsuchte, wenn er mit der Welt fertig war. Dann, wenn sie ihn wieder gedemütigt und gequält hatten, vermutlich.
„Es tut mir leid“, sagte Remus wieder bekümmert.
„Dir muss nicht leid tun, dass es hier eine Höhle gibt. Alles andere auch nicht, klar?!“, fuhr in Snape wieder ungehalten an.
„Willst du jetzt, dass ich in dir bin, dann los. Wenn du heulen willst, verzieh dich, Lupin!“
Remus war der Erste, der durch die Öffnung krabbelte. Severus hatte recht gehabt. Man konnte stehen. Die Höhle war nicht allzu groß, doch erstaunlich trocken. Der Slytherin hatte ein paar Sachen hergebracht und zündete nun so ein paar Kerzen an. Auf dem Boden lag eine Decke, auf die Snape ihn nun zog. Gleich war er über ihm und strich ihm wieder auf diese sinnliche Weise die Haare aus dem Gesicht, dass Remus nur sehnsüchtig seufzen konnte.
„Weißt du, wie es ist, wenn man so sehr etwas begehrt, das es anfängt zu schmerzen?“ Remus nickte.
„Es ist quälend und hart, wie mein Schwanz gerade. Aber dann erfährt man Befriedigung und fühlt das süßeste Glück, was man sich in keinem Traum besser vorstellen kann. Weißt du, wovon ich spreche?“ Wieder nickte Remus. Snapes Atem strich über sein Gesicht. Er hatte seine Hände unter Snapes Hemd auf seine warme Haut geschoben, entkam aber nicht seinem eindringlichen Blick.
„Dummerweise kommt danach die Phase, wo der Schmerz des Verlangens schlimmer wird als je zuvor. Nämlich dann, wenn man weiß, dass man wieder verlieren wird, was man hat. Ist es so Remus?“
„Du verlierst mich nicht …“, flüsterte er und versuchte ihn zu küssen. Aber Severus legte ihm sanft die Finger auf die Lippen.
„Doch. Wir werden uns wieder verlieren. Du weißt es und ich weiß es. Wenn wir Hogwarts beendet haben, gehen wir beide unseren Weg und der hat nicht unbedingt dasselbe Ziel. Du zeigst mir gerade, wie es ist geliebt zu werden und ich bin dir dafür sehr dankbar. Es ist … wundervoll und ich hätte nie erwartet, dass dieses Glück gerade aus Potters Richtung kommt. Aber du bist ein guter Mensch Remus, deswegen solltest du wissen, was schlecht für dich ist.“
„Sag so was nicht!“
„Ja, du hast recht. Lass uns nicht über eine verschwommene Zukunft reden. Du bist jetzt hier und ich bin ziemlich scharf auf dich.“ Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, küsste Severus ihn heftig. In Remus war Kummer, der sich mit seinem Begehren zu einem wilden Strudel von Lust vermischte.
Severus wollte ihn heute unbedingt ansehen, wenn er in ihn eindrang. Deswegen lag er auf dem Rücken, hatte die Beine angezogen und sah, immer wieder überwältigt nach Luft schnappend, wie der Junge es tat. Die Spitze seines Glieds war warm an seinem Eingang. Warm, wie Snapes dunkler Blick, wenn er die Lider hob, um ihn anzusehen. Snapes schmächtige Brust hob und senkte sich schnell und sein Ausdruck glich vermutlich seinem eigenen: verwundert über die tiefe Bedeutung einer so banalen Sache wie Sex. Sie liebten sich, obwohl sie sich hassen müssten. Sie begehrten einander, entgegen aller Regeln. Remus stöhnte verhalten, als der andere Junge in ihn vordrang. Leichter Schmerz und die Aussicht auf baldigen Genuss machten ihn ganz zittrig. Snape hingen nun die Haare vor die Augen und seine Lippen standen einen Spalt offen.
Oh Gott, wie schön er war, in seiner beklemmenden Leidenschaft. Plötzlich tat es ihm so leid, dass Lily nie erleben würde, was ihr entging. Aber so war Liebe. Unvorhersehbar und nicht zu erzwingen.
Manchmal unerreichbar und dann wieder plötzlich heftig.
Als der Schwarzhaarige ganz in ihm war, griff er nach seiner Erektion. Wieder musste Remus stöhnen. Lauter und hemmungsloser, als sich Severus begann zu bewegen. Irgendwann lehnte er sich auf ihn, keuchte hart auf seine Lippen. Remus brachte nur noch ein haltloses Wimmern zustand. Er hatte Silver nicht angelogen. Er verlor den Verstand, wenn Snape in ihm war. Er hatte keine Ahnung, ob das normal war, doch er verlor sich vollständig und überließ sich ganz und gar Severus. Dabei tat der schwarzhaarige Junge nichts, was außergewöhnlich war. Seine Erektion bewegte sich in ihm, seine Lippen berührten seine, hin und wieder sah er ihn mit glasigem Blick an. Doch für Remus war es, wie vor einer höheren Instanz demütig zu knien. Er verlor sein Selbst, wenn Severus ihn liebte.
Ja, das war es wohl. Snape hatte nicht nur Sex mit ihm, er liebte ihn wohl wirklich. Zwischen Weinen und Schreien, kam er lustvoll zuckend zu einem heftigen Höhepunkt, allein dadurch, dass der andere Junge seinen Körper gegen seinen geschwollenen Schwanz presst.
Snape verschloss seine Lippen mit seinem Mund, bewegte sich noch ein paarmal in ihm und stöhnte ihm dann seine eigene Lust so unbeherrscht in den Mund, dass ihre Zähne gegeneinander schlugen. Erschöpft bracht Snape zwischen seinen Schenkeln zusammen. Sein Kopf lag auf Remus‘ Brust und er legte besitzergreifend seine Arme um ihn.


Epilog



Es war eine schöne Zeit. Ein paar der schönsten Monate, die Remus je erlebte.
Bis zum Schluss begriff er nie, was in Severus‘ klugem aber doch außergewöhnlich verwinkeltem Verstand vor sich ging.
Nur ein paar Tage später nach dem Vorfall mit Professor Silver hatte Albus Dumbledore eine wichtige Ankündigung zu machen, wozu er die obersten beiden Jahrgänge zusammenkommen ließ. Er ließ verlauten, dass es wohl ein paar unschöne Vorfälle gegeben hätte, bei denen sich ein paar Mädchen, deren Namen er selbstverständlich nicht nennen würde, über sexuelle Belästigung seitens Professor Silver beschwert hätten. Er wäre den Anschuldigungen nachgegangen und hatte sich gezwungen gesehen, Mister Silver zu entlassen. Remus wagte es kaum zu Snape zu sehen. War er dafür verantwortlich? Als er aber Lilys aufmerksamen Blick auffing, begriff er, dass sie dafür gesorgt hatte. Remus war fassungslos und irgendwie unendlich erleichtert.
Natürlich kursierten Gerüchte, wer die Mädchen waren und ob die Anschuldigungen gestimmt hätten. Im Scherz sagte Sirius eines Abends zu ihm, dass mit „Mädchen“ sicher Remus und Snape gemeint waren. Alle lachten sich halb kaputt. Später, in einem sentimentalen Moment dankte Remus Lily.
„Sag es Snape nicht, ja?“, bat sie ihn leise.
„Tue ich nicht. Aber warum tust du das? Für mich?“
„Nicht nur, Wölfchen. Ich tue es auch für ihn. Manchmal fühle ich mich ein wenig schuldig, weißt du? Ich wusste von Anfang an, wie er sein kann. Er hat mir nie etwas vorgemacht, war immer ehrlich zu mir. Aber ich … habe ihn nicht ernst genommen. Vielleicht habe ich ihm falsche Hoffnungen gemacht, weil ich mir zu fein war, um über ihn nachzudenken, weißt du? Das tut mir oft leid. Ich sehe, was er dir bedeutet und ich freue mich für Severus, dass es jemand gibt, der ihn so liebt, wie du das tust. Er ist wirklich kein schlechter Mensch und wenn jemand wie du ihn mag, kann das für ihn nur von Vorteil sein.“ Spontan nahm Remus sie fest in die Arme und flüsterte in Lilys Ohr, dass Severus ihn um diese Umarmung einst gebeten hatte, er aber nie verstanden hat, wie wichtig ihm das war. Lily weinte bei seinen Worten.


James und die anderen gingen davon aus, dass er eine heimliche Freundin hatte, zu der er sich oft schlich.
„Sie ist bestimmt hässlich wie die Nacht!“, sagte Peter eines Abends verstimmt, weil Remus einfach nicht sagen wollte, um wen es geht.
„Wir könnten es rausfinden, Moony …“, sagte Sirius neckend, aber James unterbrach seinen Freund scharf.
„Nein, das tun wir nicht. Wir sind Freunde und spionieren einander nicht aus. Lasst ihn in Ruhe!“ Nicht nur Remus sah Potter verwundert an. Was niemand wusste. James hatte Remus an diesem Nachmittag verborgen unter seinem Tarnumhang bis zu den Felsen verfolgt. Er hatte gesehen, was Remus mit Snape taten. Es hatte ihn verwundert, dass Snape den Patronus erlernen wollte. Zudem hatte es ihn zutiefst verstört und über seine Einstellung über gut und böse nachdenken lassen. Er war den beiden auch bis zum Eingang der Höhle gefolgt und hatte zumindest gehört, was sie dort getan haben. Seit diesem Tage war James Potter sehr viel zurückhaltender in der Beurteilung vieler Dinge. Oft beobachtete er Remus und fand, dass sein Freund glücklicher war als er ihn je erlebt hatte. Das ließ ihn an seiner Meinung zweifeln, dass Snape ein bösartiges Monster wäre. Weil Sirius und Peter aber darauf bestanden ihn weiter zu terrorisieren und er keine Gründe hatte, es zu unterbinden, lief es weiter. Aber James Potter sorgte dafür, dass es auf einem ertragbaren Level blieb und niemand ernsthaft zu Schaden kam. Er bestand nie darauf, dass Lupin ein Teil davon war und nach einiger Zeit lief sich das alles von selbst aus, weil es eine viel größere Sache gab, als Severus Snape zu demütigen.
Wichtiger waren der Widerstand und der Kampf gegen den Dunklen Lord.


Sirius fing sich von Minerva McGonagall eine feste Ohrfeige ein, als er versuchte sie zu küssen. Er tat so, als würde es ihn nicht beeindrucken, aber Fakt war, dass Sirius Black für viele Wochen kein Mädchen mehr datete.
Niemand erfuhr je von Lilys Rolle in den Ereignissen. Es blieb ihr und Remus‘ Geheimnis, was sie viele Jahre teilten.


Severus fand eines Tages heraus, dass Lupin der Werwolf war, der ihn einst töten wollte. Es überraschte ihn nicht und er sprach es nie an. Es spielte keine Rolle, solange sie zusammen waren und sich lieben konnten. Das taten sie. Heimlich und so vorsichtig, dass es niemand erfuhr. Nur Lily wusste davon und James, der mehr Angst davor hatte Remus als Freund zu verlieren, als er Snape hasste und deshalb schwieg.


Wie gesagt, es war eine sehr schöne Zeit.


Am vorletzten Tag in Hogwarts nahm Snape Remus zur Seite.
„Du hast dir das Recht verdient zu erfahren, warum sich Lily nie gegen James gestellt hat. Ich habe sie mit einem Zauber belegt, schon vor langer Zeit. Nun habe ich ihn aufgelöst. Selbst, wenn sie gewollt hätte und mutig genug gewesen wäre sich ihren Freunden entgegen zu stellen, sie hätte es nicht gekonnt. Mein Stolz hätte das nie zugelassen, außerdem … beschützt man doch, was man liebt, oder?“
„Liebst du sie noch immer?“, flüsterte Remus mit Tränen in den Stimmen. Seine Hände lagen um Severus‘ heißes Gesicht, die dunklen Augen sahen ihn ein wenig schwermütig an.
„Das tue ich. Das werde ich immer tun, doch es ist eine andere Liebe, als ich sie für dich empfinde, Remus. Kannst du das verstehen?“
Nein, Remus konnte das nicht verstehen und das würde er auch nie. Für ihn gab es nur die eine Liebe und die empfand er für diesen verrückten, manchmal destruktiven und liebenswerten Jungen namens Severus Snape.
„Spielt das eine Rolle?“, hauchte er auf seine Lippen und küsste ihn dann, bevor sich Snape genötigt fühlte zu antworten. Es gab keine Antwort. Nur ihre Lippen, die vertraut aufeinander lagen.
Wer wusste schon, was die Zukunft brachte? Wichtig war, dass sie sich warme Erinnerungen geschaffen hatten, auf die sie jederzeit zugreifen konnten und sich daran festhalten konnten, falls sie doch mal den Halt verloren.
Hoffentlich würde es nie soweit kommen.



Nachtrag:

Remus J. Lupin erhielt in all den Jahren in Hogwarts nie ein „Ohnegleichen“ im Fach Zaubertränke.
Severus Snape hatte tatsächlich das Veritaserum unendlich haltbar gemacht, nutzte diese Errungenschaft allerdings nur für persönliche Zwecke. Seine Bescheidenheit ließ nicht zu sich mit diesem Erfolg zu brüsten.