Zeit zu sterben, Zeit zu leben - Zwei Hundebrüder, ein Vater und eine Reise

GeschichteAbenteuer / P12
Inu no Taishou Inu-Yasha Sesshoumaru
29.08.2019
16.10.2019
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Der verstorbene Inu no Taishou schritt durch die Einöde. Nun ja, dachte er ein wenig zynisch, er glitt wohl eher, immerhin war er hier nur eine Seele. Wie lange schon streifte er durch die staubigen Ebenen und Hügel in diesem Zwielicht? Jahrhunderte? Gleich. Er würde hier bleiben müssen bis die Welt unterging.
Und, das gab er zu, er langweilte sich. Es kam ihm endlos vor, dass er mit jemandem hatte reden können. Momentan hätte er selbst Sayas oder Myougas plappernde Reden nur zu gern gehört. Natürlich gab es auch hier andere Seelen, aber wenn er je eine entdeckte, so wurden sowohl er als auch der oder die Andere in andere Richtungen förmlich geschoben. Treffen waren hier unerwünscht.
Die letzten Worte, die er an jemanden hatte richten können, war das Lob gewesen, dass er seinen beiden Jungs nach dem Sieg gegen So´unga hatte aussprechen dürfen. Und natürlich das Gespräch mit Emna Daio zuvor. Leider hatte er keine Antwort seiner zwei Söhne mehr erhalten können, aber verständlicherweise waren sie wohl doch geschockt darüber gewesen ihn zu sehen. Nun, Sesshoumaru, denn Inu Yasha hatte ihn ja nie zu Gesicht bekommen. Immerhin wusste er nun, dass sie alle Zwei erwachsen geworden waren, stark und fähig genug mit einer Höllenklinge umgehen zu können. In den langen, einsamen, Wanderungen jetzt dachte er oft an sie.

Zu schade, dass nur Menschen wiedergeboren werden konnten. Er hätte sich früher nie ausgemalt wie langweilig der Tod eines Youkai sei. Izayoi war sicher inzwischen tot, vielleicht auch schon wieder geboren? Wer das wohl wusste. Immerhin glaubte er sicher sein zu dürfen, dass er Sesshoumaru hier noch nicht entdeckt hatte, aber, was sagte das schon. Er wusste nicht, wie viel Zeit in der Welt der Lebenden vergangen war oder wie groß der so unendlich scheinende Raum hier.
Er warf einen Blick zum Himmel, der wie stets ohne Unterbrechung in rot und schwarz leuchtete, alles hier in dieses Zwielicht tauchte. Knochenvögel zogen ab und an vorbei, die einzige Unterhaltung.
Nun, Selbstmitleid würde kaum etwas helfen. Es war, wie es war – und ewig sein würde. Er warf einen Blick herum. Buchstäblich keine Seele zu sehen. Oder?
Dort war jemand, ja, auf einem entfernten Hügel, der sich nun erhob.
Nein, das war keine Seele. Das war ein Shinigami, vermutlich im Auftrag des Obersten Richters. Was wollte Emna Daio denn? Aber es war wohl höflich dorthin abzudrehen, zumal die letzte Einladung dieser Art ihn hatte zusehen lassen, wie seine beiden Söhne den Kampf gegen einen wahrlich höllischen Gegner meisterten. Auch, wenn es eine Weile gebraucht hatte, dass sie hinter den Trick mit der Zusammenarbeit gekommen waren.
Unwillkürlich hoffte der Inu no Taishou, dass nicht auch dieser einzig mögliche Gesprächspartner verschwinden würde.

Aber als er näher kam, faltete der schwarz gekleidete Totengott nur seine Flügel zusammen. In seiner Rechten trug er eine Sense, nicht ungewöhnlich. Hm, dachte der Hundeyoukai, irrte er sich, oder wirkte der Shinigami ungewohnt aufgeregt? Die letzten dieser Art, die er gesehen hatte, hatten ihn wieder hierher begleitet.
„Guten Morgen, werter Taishou,“ grüßte der Shinigami. „Ich bin der Bote von Emna Daio. Mein Name ist Hakai.“
„Nun, Hakai, was wünscht der Oberste Richter?“ Ein Gespräch. Und vermutlich gab es Ärger für ihn, auch, wenn er sich an keine Regelverletzung erinnern konnte.
„Äh, wie Ihr sicher wisst, werden Menschen wiedergeboren. Dabei ... nun, es gab eine kleine Panne.“
Der Taishou richtete sich unwillkürlich etwas auf. „Ich bin kaum für eure Fehler verantwortlich.“
„Äh, nein, natürlich nicht.“ Hakai dachte kurz nach. Die Warnung des Richters, man würde einen Fürsten der Youkai, einen Daiyoukai, heute noch erkennen, stimmte wohl. „Eher im Gegenteil. Wenn ich es Euch erklären dürfte? Und Ihr so freundlich wärt mich zu begleiten?“
„Ich denke, ich habe gerade nichts anderes vor,“ gab der Taishou zu, der sich insgeheim auf eine Unterhaltung freute.
„Danke. - Kommt. Wie Ihr sicher wisst, können Menschen wiedergeboren werden, sie verlieren dabei jedoch alle Erinnerungen an ihr früheres Leben. Eine Wiedergeburt ist allerdings nur möglich, wenn diese Seele nicht bestraft werden muss. - Und jetzt der Fehler. Es wurde eine Seele wiedergeboren, die eigentlich dies nicht hätte tun dürfen. Noch dazu mit, genau weiß es noch niemand, mit, äh, Erinnerungen. Drei dieser Erinnerungen sind inzwischen bekannt. Sein Name, ein gut Teil seiner Magie – und die Tatsache, dass Eure Söhne ihn getötet haben.“
„Meine Söhne?“ Der Taishou warf einen erfreuten Blick beiseite.
„Ja, Ihr habt zwei Söhne, wie Euch seit der Affäre mit So´unga natürlich bekannt ist. - Wenn ich weiter berichten darf? Danke. Wie erwähnt, das könnte es für Eure Söhne Ärger geben, falls sich dieser Onigumo an ihnen rächen will.“
Das war ja fast eine Beleidigung. „Ein Mensch? Oh, bitte.“
„Er war schon lange kein Mensch mehr, als sie ihn hierher geschickt haben, eher ein ….. Er hat sich mit Youkai und Oni aller Klassen eingelassen und wurde so zu Naraku, einer Art Hanyou. Natürlich nicht vergleichbar mit Inu Yasha,“ beteuerte der Shinigami eilig. Er brauchte diesen offenbar arroganten Youkaigeist.
„Und daran erinnerte sich jetzt diese Wiedergeburt und versucht es erneut?“
Man merkte doch den Strategen. „Ja, werter Taishou. Es gelang ihm auf der magischen Insel von Maruishima den dort lebenden Daiyoukai zu überwältigen und zu absorbieren. Wie auch immer. Bedauerlicherweise wird nun ein Wesen wie Naraku erneut entstehen, wie auch immer sich Onigumo jetzt nennt. Nur ein Daiyoukai kann einen Daiyoukai besiegen. Und auch, wenn Sesshoumaru inzwischen diese Schwelle überquert hat ...“
Dessen Vater blieb stehen und fuhr herum. „Sesshoumaru ist ein Daiyoukai?“
„In der Tat. Vielleicht sogar mächtiger als Ihr es je wart. Nun ja. Bedauerlicherweise geht ihm, natürlich nur durch seine Jugend und Eure nun fehlende Erziehung, ein wenig die …. Selbstbeherrschung ab.“
Sein Welpe? Da lag wohl ein Missverständnis vor. Hatten die Shinigami seine Jungs verwechselt? „Hakai, eines, was mein Sohn, mein älterer Sohn, bis zum Exzess beherrscht, ist Selbstbeherrschung. -  Nicht mehr?“
„Mir wurde es so gesagt, werter Taishou. Und Inu Yasha ist zwar relativ erwachsen geworden, aber doch ein Jugendlicher. Darum hier das Angebot von Emna Daio an Euch: Ihr werdet wieder in die Welt der Lebenden gesandt, unter der Voraussetzung, dass Ihr gemeinsam mit Euren beiden Söhnen nach Maruishima geht und diesen, wie auch immer er sich jetzt nennt, wieder hierher befördert.“
Das war ein Angebot, das man sicher nicht ablehnen konnte. „Warum nicht ich allein?“ erkundigte sich der ehemalige Heerführer doch misstrauisch.
„Mit Verlaub, werter Taishou, zu dritt dürftet Ihr auf weniger Probleme stoßen. Falls Ihr Euch zu entsinnen beliebt: es handelt sich um eine magische Insel.“
„Hm. Angenommen ich stoße, natürlich rein zufällig, auf jemanden namens Ryuukossusei?“
Der Shinigami blickte sich unwillkürlich um. „Nun ja, er müsste hier sein.“
Der Daiyoukai atmete ein wenig zu tief durch um unbeteiligt zu erscheinen. „Ah, habe ich ihn doch getötet.“
Hakai blieb sehr diplomatisch. Immerhin war er nicht ohne Grund Bote geworden. „Nein, werter Taishou. Aber wozu hat ein Mann Söhne.“
„Sesshoumaru, also. Ja, der Junge ist dann noch stärker geworden, in der Tat.“
Die Flügel des Totengottes zuckten instinktiv, als ob er sich in die Luft erheben wollte. „Nein, das war Inu Yasha.“
Jetzt blieb der Geist des Herrn der Hunde stehen und sah den Shinigami nur an.
Dieser dachte, dass einst so manchem Youkai unter diesem Blick seines Feldherrn wohl kalt geworden war, und fuhr fort: „Ich kann Euch versichern, dass es Inu Yasha war, mit Tessaiga. Mir wurde gesagt, er hätte gutes Blut.“
„Ja, wohl.“ Doch ein wenig stolz ging der Vater weiter. „Sesshoumaru tat nichts? Überdies, ich hatte, dachte ich, den Drachen versiegelt.“
„Ja, aber Naraku löste den Bann, um Inu Yasha umzubringen. Der wehrte sich.“
„Naraku.“ Der Inu no Taishou sah geradeaus, ehe er sich kühl erkundigte: „Erwähntest du nicht, Hakai, dass das aus diesem Onigumo geworden war?“
„Ja, genau.“ Oh, oh. Da war jemand wütend. Nun gut, es würde wohl helfen seinen eigenen Auftrag zu erledigen. Ärger mit Emna Daio oder gar der Etage darüber sollte man weiträumig vermeiden, selbst als Todesgott. „Übrigens, Euer Ältester bemerkte durchaus, dass der Bann gelöst worden war, aber als er eintraf war offenbar alles bereits erledigt.“
„Der Kleine. Weißt du, Hakai, ich habe ihn keine Minute gesehen und entsinne mich seiner oft als Neugeborenen. Ausgenommen natürlich der Kampf um So´unga.“ Und da war er erstaunt gewesen, dass auch der Jüngste praktisch erwachsen geworden war – und wie stark.
„Ja, auch er ist ein wenig impulsiv, entbehrte Eurer Erziehung.“
„Ich dachte, Izayoi ...“
„Sie starb. Hanyou altern anders als Menschen.“
„Natürlich.“ Dem Taishou dämmerte, was er erreichen sollte. „Emna Daio möchte meine Söhne gegen Onigumo oder dem, was nun wieder aus ihm geworden ist, schicken. Da sie offenbar recht schwer zu kontrollieren sind, benötigt er mich.“
Das war zwar die Wahrheit, aber das sollte man als harmloser Todesgott nicht aussprechen, beschloss Hakai. „Es handelt sich um eine magische Insel, wenn ich erinnern darf. Und Ihr beherrscht doch eine höhere Zauberkunst, wenn  ich an das Meidou und ähnliches denke.“
„Schön. Ich folge dem Wunsch Emna Daios – unter einer Bedingung. Nun, zwei.“
Der Richter hatte recht behalten. Der schlaue alte Hund würde nicht klein beigeben. „Nun? Ich darf Euch allerdings darauf aufmerksam machen, dass ich nur begrenzte Vollmacht habe.“
„Du bist Bote, Hakai.“
Die Spur Nachsicht in dem Satz machte daraus eine Beleidigung. Aber der Shinigami wollte, musste, seinen Auftrag erfüllen. Und dieser Daiyoukai würde nie erfahren, WIE weitgehend seine Befugnisse waren. Der Richter war in Bedrängnis. „Sagt Eure Bedingungen.“
„Ich benötige ein Schwert.“
„Nicht So´unga!“ entkam es dem Shinigami prompt entsetzt.
Erneut blieb der Taishou stehen, betrachtete allerdings seine Klauen. „Hakai, ich habe Jahrhunderte an Plänen verschwendet, um diese Klinge wieder in die Unterwelt zu befördern. Nein. Nicht So´unga.“
„Äh, ja, da gibt es eine zerbrochene Klinge, die aber neu geschmiedet werden konnte. Ihr früherer Name war Tokejin. Sesshoumaru, Euer ältester Sohn, ließ sie für sich herstellen. Als sie zerbrach, benötigte er sie nicht mehr, da Tenseiga für ihn umgeschmiedet wurde. Ihr kennt sicher den Pfad der Unterwelt.“
„Natürlich. - Tokejin. War es nicht einmal so, dass sich solche Klingen ihre Meister suchen?“ Und niemand anderer sie beherrschen konnte, solange der Herr lebte?
„Ja. Aber Ihr seid der Vater Sesshoumarus. Und magisch sicher in der Lage den bösen Geist darin zu zähmen. Das Schwert, das nun entstanden ist aus der Wiedervereinigung, wird Eure Macht, Euer Youki, manifestieren.“
„Hat es auch einen Namen?“
„Noch nicht.“
„Ich werde es nehmen.“
Hakai atmete auf. „Und Eure zweite Bedingung, werter Taishou?“
„Wenn ich wieder hier bin – und irgendwann meine Söhne auch - möchte ich mit ihnen reden können.“
„Das kann ich Euch zusichern.“ Hakai atmete erneut etwas auf, auch, wenn jetzt noch ein heikler Teil dieser Visite bevorstand. Sie wanderten gerade einen Hügel hinauf. Dahinter würde liegen was … nun ja, innerfamiliäre Schwierigkeiten bedeuten konnte. „Das Schwert wird Euch sofort gebracht. Es liegt nur – etwas entfernt.“
„Natürlich.“ Der Inu no Taishou stand auf dem Anhöhe und entdeckte, was dort unten im Tal lag, saß, oder wie immer man das nennen wollte. Er erkannte sein eigenes Skelett, seine Rüstung – aber, bei allen Sternen, wie sah er denn aus. Er drehte den Kopf. „Hakai, wie lange bin ich schon hier?“
„Äh, nicht so lange.“ Immerhin wurde er mit Namen angesprochen, das machten wichtige Leute selten. Nur Emna Daio, aber der Richter war ja eben auch gerecht.
„Die Knochen zerfallen, in meinem Skelett sind Löcher …. Jahrhunderte.“ Der Taishou war gerade erschüttert.
„Ich bin sicher, Ihr könnt das heilen, wenn Eure Seele und Euer Körper wieder eines sind.“ Der Shinigami betete, zu wem auch immer, dass die Frage nicht kommen würde, die prompt gefragt wurde:
„Bote: was ist hier passiert?“ Und das war nur mehr ein Knurren.
Jetzt noch die Entschuldigung mit den Jahrhunderten auspacken, wäre fatal. Hakai beschloss es mit der Wahrheit zu versuchen. Immerhin schien der hohe Herr ja zu berücksichtigen, dass er nur ein Überbringer von Nachrichten war und nicht den Boten mit der Botschaft zu verwechseln. „Wenn Ihr Euch zu erinnern beliebt, so gab es die Anweisung, dass Tessaiga in Eurem Körper versiegelt werden soll.“
„Und?“ Der Taishou ließ den Blick nicht von seinem deutlich demolierten Körper. Immerhin hatten Myouga und Toutousai noch nach seinem Tod seine Befehle befolgt. Das war lobenswert. Nur – mit welchen Folgen?
„Sesshoumaru entdeckte es hier und Inu Yasha folgte. Eurem Ältesten gelang es jedoch nicht Tessaiga zu ziehen.“
„Der Bann.“
„Ja. Und er wollte Inu Yasha daran hindern es zu ziehen.“
„Und…?“ Sesshoumaru war bei ihrem letzten Treffen bereit gewesen ihn zu töten, nur um der Schwerter der Macht willen. Hatte der denn gar nichts dazu gelernt? In der Tat, ein wenig Erziehung konnte da nicht schaden.
„Inu Yasha hatte eine menschliche Priesterin dabei, die das ziehen konnte.“ Hakai schluckte. „Äh, danach kämpften Eure Söhne.“
„Es war vollkommen überflüssig mir das zu sagen.“ Der Herr der Hunde betrachtete noch einmal das frustrierende Ergebnis des Tatendrangs seines Nachwuchses. „Wer gewann?“
„Inu Yasha. Es gelang ihm seinem großen Bruder einen Vorderlauf abzuschlagen. Den dieser allerdings inzwischen wieder hat.“
Die Unterhaltung mit beiden Söhnen war eindeutig fällig. „Durch die Tatsache, dass er zum Daiyoukai wurde, stiegen auch seine Selbstheilungskräfte.“
„Ja. Und er bekam ein Schwert aus sich selbst. Bakusaiga.“
„Tokejin zerbrach, Tenseiga und ein neues Schwert ….Ich hoffe nicht erneut aus einem Kampf gegen Inu Yasha.“
„Nein, sie waren da wohl mehr Seite an Seite, wie auch gegen So´unga.“
Nun, dann hatten sie doch gelernt. Aber der Rat Toutousais dafür zu sorgen, dass die Zwei sich nicht gegenseitig umbringen konnten, war wirklich nützlich gewesen. Nun gut, damals hatte er auch geglaubt etwas länger leben zu dürfen. „Wo sind die Beiden jetzt?“
„Im Augenblick in einem Dorf namens Musashino. Inu Yasha lebt dort dauernd, er ist mit der einer … nennen wir es Miko verheiratet.“
„Mikos, also Schreinjungfrauen,  dürfen doch nicht heiraten?“ Der Taishou war langsam wirklich irritiert. Was trieb sein Nachwuchs da?
„Ja, das ist richtig, aber sie ist aus der Zukunft.“
Nicht darüber nachdenken. Das sollte ihm sein Jüngster erklären. „Und Sesshoumaru?“
„Er ist zu Besuch da. Er hat ein Menschenmädchen adoptiert, das er oft besucht.“
Sesshoumaru? Bei dem das intelligente Leben erst ab Daiyoukai begann? Was war da nur passiert?  „Das muss ich mir wirklich ansehen. - Wie geht es weiter?“
„Ich würde vorschlagen, Ihr tretet in Euren Körper, so dass die von Emna Daio geplante Wiedervereinigung folgen kann. Bis dahin sollte auch das Schwert angekommen sein. Darf ich Euch noch etwas fragen?“
„Ja.“ Nur bald seine Jungs sehen.
„Ich meine, wenn Ihr wieder lebt, seid Ihr dann auch so groß?“
Zum ersten Mal lächelte der Inu no Taishou den Boten an. „Nein. Das ist eine Mischform. Entweder ich bin in Menschenform – und daher in der Lage ein Schwert zu führen. Oder ich bin ein Hund. Ich werde mich vereinen. Und hoffe auf mein neues Schwert.“

Der Geist machte die wenigen Sprüngen auf seine Schulter zu dem großen Hundekopf. Mit gewissem Seufzen betrachtete er noch einmal die Brüche, die Löcher in Rüstung und Skelett, ehe er die Augen schloss und sich einer bislang unbekannten Strömung überließ.

Hakai musste die Augen schließen, als ein gewaltiger Blitz, eine Helligkeit, die er selbst als Todesgott nie erlebt hatte, durch das kleine Tal zuckte. Gleichzeitig spürte er etwas in der Hand und presste die Finger um den Schwertgriff. Als er wieder etwas erkennen konnte, hatte er ein sehr altmodisches Schwert in der Hand, eine lange, gerade Klinge. Das musste die Klinge sein, die zerbrochen und wieder geschmiedet worden war. Als er aufsah, war der riesige Körper eines Mischwesens aus Hund und Mensch verschwunden. Vor ihm stand ein Mann, den man unter Menschen vielleicht Mitte Dreißig, Ende, geschätzt hätte. Der Zopf war noch immer so da wie in seiner Geisterform, aber die schwere Rüstung lag nun wieder um ihn, eine leere Schwertscheide auf dem Rücken. Und er wirkte recht lebendig. Goldene Hundeaugen mit einem seltsamen Glühen im Hintergrund musterten ihn.
„Mein Schwert, Hakai.“
„Bitte.“ Der Shinigami überreichte es. Noch waren nicht alle Löcher in der Rüstung verschwunden, vermutlich waren auch noch immer einige Rippen gebrochen, aber das war nichts, womit ein Daiyoukai nicht zurande kommen würde.
„Eine gerade Klinge ….“ Der Taishou hob das Schwert prüfend, ehe er die Hand ausstreckte und sich konzentrierte. Der schwarze Rauch, der sich aus der Klinge bewegen wollte, schwand unverzüglich.
„Ein ken ...“ deutete Hakai an. Und ja, der Daiyoukai meisterte den rachsüchtigen Geist darin, den auch das Neu-Schmieden in der Unterwelt nicht hatte vertreiben können.
Der Herr der Hunde war guter Laune. „Man nennt das auf dem Festland so, ja. Es ist ein tsurugi. Sieh dir den gerade Verlauf der Zeichnungen an. Kein Fehler, ausgewogen. Ich werde sie Tsurugi-hime nennen. Die Prinzessin der Schwerter.“ Der Taishou schob seine neu erworbene Klinge auf den Rücken. „Nun, Hakai. Wo liegt Musashino?“
„Ich darf Euch hinbegleiten? In die Nähe?“
„Ja.“
Und das war eindeutig nicht mehr die Bitte einer Seele an einen Todesgott, sondern der Befehl eines Fürsten.
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