Never be Royals

von LordZissa
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
28.08.2019
11.09.2019
3
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Kapitel 3 – Armins Sicht
Montag, 27.11.

Ich war Roans Launen schon längst gewohnt. Ich machte mir nichts mehr daraus aber Mora dachte, dass sie daran Schuld wäre. „Nein. Er war schon immer so. Er wird jetzt vielleicht sagen, dass du Schuld bist aber das bist du nicht. Ich glaube etwas anderes stimmt mit ihm nicht.“, gab ich nur zurück. Mora zuckte mit den Schultern: „Wenn du meinst.“ „Jup.“, gab ich zurück. In diesem Moment kam nun auch Roan wieder zu uns. Wir spielten noch ein bisschen Mensch-ärgere-dich-nicht zu dritt. Nach einer Runde stand ich dann jedoch auf. Roan ging einfach ohne Verabschiedung und zu Mora sagte ich: „Ich muss jetzt aber auch mal weiter, habe noch etwas zu erledigen. Wir schreiben noch.“, lächelte ich die Jüngere an. „Okay. Tschüss, Armin.“, gab sie zurück. Ich musste noch unbedingt Hausaufgaben erledigen, ich wollte meinen Abschluss unbedingt in der Tasche haben nach diesem Jahr.

Mora war mir mega sympathisch. Schon von Anfang an, sie war etwas Tussihaft und auch jung aber ich mochte sie trotzdem sehr. Mal gucken was daraus werden würde. Nun musste ich aber erst einmal nachhause oder sollte ich die Hausaufgaben vielleicht doch lieber im Wohnwagen machen? Ich entschied mich für den Wohnwagen, da war es zwar nicht ruhig aber ich konnte mich sowieso besser konzentrieren, wenn es etwas belebter war. Im Normalfall war jetzt Cheyenne da und vielleicht auch Ed. Ich lief schnell hin und guckte nach. „Hey.“, rief ich in den Wohnwagen. „Hi.“, bekam ich von Cheyenne zurück. „Störe ich?“, wollte ich wissen. „Nö. Komm rein.“, sie saß am Tisch und sah mich gelangweilt an: „Was treibt dich hierher?“ „Muss noch Hausaufgaben machen und habe Konzentrationsprobleme, wenn ich alleine bin.“, gab ich zurück.

„Okay, dann mach mal. Helfen kann ich dir eh nicht.“, seufzte sie. „Ich weiß.“, gab ich zurück. Cheyenne hatte nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Sie war damals durchgefallen aber das ging ihr schon immer am Arsch vorbei. Arbeit hatte sie schließlich trotzdem. „Erzähl mir was.“, meinte ich zu ihr während ich die richtige Seite im Buch suchte. „Okay. Im Laden sind echt immer alle Kunden assi zu mir. Das glaubst du gar nicht.“, erzählte sie nun. „Warum was haben sie denn getan?“, fragte ich und schrieb nebenbei was in mein Heft. „Fokussieren wir uns mal nur auf einen. Der hat mich nur angemotzt und alles einfach dort hingeschmissen wo er gerade stand. Nichts dort hin geräumt, wo er es her hatte. Und ich durfte natürlich alles wieder aufräumen.“, seufzte sie. „Es gibt schon echt dumme Leute.“, kommentierte ich das nur. „Ed kommt gleich. Ich geh mal auf ihn warten.“, sagte sie dann und ging zur Tür um dort aus dem Fenster zu sehen.

Cheyenne war schon geil. Sie war groß, hatte eine mega Figur und war eine taffe junge Frau. Ich stand darauf jedoch definitiv nicht, ich wollte jemanden den ich beschützen konnte. Chey musste nicht beschützt werden, sie war eine astreine Kämpfer Braut und dafür bewunderte ich sie auch etwas. Ed kam nun auch. Er brauchte einen Kasten Getränke mit. Chey hielt ihm die Tür auf. Ich hatte keine Ahnung wie Ed es hin bekam immer für Nachschub zu sorgen. „Armin. Du auch hier?“, sprach er mich an. „Jup. Hatte erwartet das Chey und du hier wären, will Gesellschaft beim Hausaufgaben machen.“, gab ich zurück. Ed brachte den Kasten an den richtigen Platz und sah sich dann meine Aufgaben an. „Ah. Kenne ich.“, meinte er nur und zündete sich dann eine Zigarette an. „Ed! Ich schlafe hier heute noch.“, beschwerte sich Cheyenne direkt. „Du kannst immer noch zu mir.“, grinste Ed anzüglich, drückte aber wie von Chey verlangt die Zigarette wieder aus. „Du wohnst doch sicher auf der Straße oder?“, fragte Chey.

Wie immer gab es darauf keine Antwort von Ed aber wir waren uns ziemlich sicher, dass er obdachlos war. Er hatte wohl einfach nur keinen Bock uns das zu sagen. Chey erzählte nun die Geschichte, welche sie vorher mir erzählt hatte auch noch Ed. „Was ein Arsch.“, gab Ed zurück mit einem angepissten Schnauben: „War sicher irgendein Ausländer Arschloch.“ „Ed, sei nicht immer so rassistisch.“, seufzte Cheyenne. „Du bist echt ein Arschloch in dieser Hinsicht.“, meinte ich zu ihm. „Haben sie verdient.“, zuckte Ed mit den Schultern: „Hast du nach einer Wohnung geguckt?“ „Ja, hab mir Nummern aufgeschrieben aber ich werde erst morgen anrufen.“, nickte Cheyenne. „Aber so schnell wie möglich. Du sollst nicht lange in solchen Zuständen leben.“, Ed war wirklich besorgt um das Mädel. „Ach, ist doch geil.“, grinste Cheyenne. „Die Tür kann man nicht mehr verriegeln. Das ist alles andere als geil. Ich bleibe hier mit dir, weiß keiner welches Gesindel sich da draußen herum treibt. Sind viele scheiß Asylanten in dieser Gegend.“, murrte Ed rum. „Eduardo. Sei nicht so.“, Chey kniff ihm in die Wange. „Ich heiße nicht Eduardo. Ihr könnt aufhören zu raten. Ich werde für euch immer nur Ed bleiben, meine Freunde.“, sagte er dazu nur. Wir versuchten immer mehr zu erfahren aber er rückte nie wirklich damit raus. „Ich lasse euch dann mal wieder alleine. Ich muss nachhause.“, verabschiedete ich mich von den Beiden.

Ich wollte gar nicht wirklich nachhause. Bei mir war nur Frieden, wenn meine Eltern schliefen oder sie nicht da waren, sonst war immer Remmidemmi. Ich ging durch die Hintertür rein um allen aus den Weg zu gehen. Das hätte sogar ganz gut funktioniert, wäre mir nicht meine Mappe aus der Hand gefallen. „Armin!“, hörte ich auch sofort die grölende Stimme meines Erzeugers. Ich blieb still, antworten würde mir sowieso nichts bringen und finden würde er mich so oder so. „Schulschluss war sicher nicht erst jetzt!“, wurde ich angeschrien und bekam gleich mal eine geklatscht. Ich blieb stumm. Das hatte ich mir über die Jahre hinweg antrainiert, würde ich schreien, würde es schlimmer ausgehen. „Verschwinde auf dein Zimmer!“, maulte er nun nur noch. Ich hob so schnell es ging die Mappe auf und verschwand nach hinten. Meine Tür schloss ich zur Sicherheit ab. Ich war froh, dass ich mein Handy hier hatte. So konnte ich mich wenigstens ein bisschen ablenken.

Ich schrieb einfach mal jedem etwas. Mora, Clari und Louis antworteten mir direkt. Perfekt, drei waren genug Ablenkung. Ich würde ihnen natürlich nichts erzählen von dem was eben passiert war aber ich wollte mit ihnen Gespräche führen. Mora war echt süß und antwortete sogar fast im 2 Minuten Takt. Louis erzählte mir von seinem Tag und Clari spammte mich mit Bildern und Smileys voll. Fand ich alles gut. Um Mitternacht schrieb nur noch Louis und ich ging nun auch endlich mal schlafen. Ich schlief wieder einmal länger. Ich würde mich morgens noch schnell duschen können und dann würde ich schon los müssen.

Dienstag, 28.11.

Ich war vor Roan im Klassenzimmer. Essen hatte ich keines mehr gefunden. Musste ich mit leben. Ich schrieb noch etwas mit Ed, das war wieder einmal nicht sehr sinnvoll aber unterhaltsam. Ed war einfach eine seltsame Person. Roan kam nun auch mal. „Morgen.“, murrte er kurz. Ich begrüßte ihn nur mit einem kurzen Kopfnicken. „Hast du Hausaufgaben gemacht?“, wollte er wissen. „Jup.“, nickte ich nur. Ich wusste das Roan sie sicher auch hatte, wir hatten einen kleinen Machtkampf hier. Ich wollte besser als Roan sein und Roan wollte besser als ich sein. Ich schrieb noch kurz mit Mora vor Unterrichtsbeginn. Ich wollte wissen ob ich sie in der Pause sehen würde. Sie stimmte zu, solange wir nicht zu Clari gehen würden. Damit konnte ich leben, ich würde dafür später Zeit mit Clarissa verbringen. Sie war nämlich eine sehr enge und wichtige Freundin für mich.

Nun hatten wir Englisch und die alte Schachtel wollte gleich mal wieder eine Gruppenarbeit. Sie zählte ab aber ich weigerte mich direkt. „Nein, ich mache nur mit Roan. Das können Sie vergessen.“, maulte ich. „Armin! Jetzt mach, in den Prüfungen kannst du das auch nicht sagen!“, wurde ich angemotzt. Ich umschloss meinen Stift fester und gesellte mich seufzend zu den Anderen. Wenigstens war auch Laure in dieser Gruppe. Ich war zwar nicht mit ihr befreundet aber wir verstanden uns schon immer prima. Das war toll. So kam es auch, dass ich während der ganzen Gruppenarbeit mehr mit ihr arbeitete als mit den Anderen. „Warum bist du eigentlich so rot im Gesicht?“, fragte sie mich als ich mich kurz zu Roan drehte. „Hatte wieder einen kleinen Streit mit Roan, da hat er mir eine geklatscht.“, log ich. „Tu nicht so, du hast mich gegen den Türrahmen geschubst.“, stieg er sofort darauf mit ein. Es wusste nur Roan, dass meine Eltern mich schlugen und er gab mir auch immer Rückendeckung sobald etwas auffälliger war. Laure schüttelte den Kopf: „Ihr werdet es auch nie mehr lernen.“

Die Gruppenarbeit beanspruchte beide Englischstunden, weswegen ich nun froh war Pause zu haben. Ich machte mich auf die Suche nach Mora, natürlich hatte Roan gemault als ich meinte das ich zu der Blondine gehen würde aber half ja nichts. „Na, schon etwas besser eingefunden?“, fragte ich sie als ich sie gefunden hatte. „Ja, es geht.“, gab sie zurück. Ich nickte nur und lehnte mich zurück. Mora aß neben mir ein Brot. „Kann ich mal abbeißen?“, fragte ich. Ich hatte mega Hunger. „Okay.“, sie hielt mir das Brot wirklich hin. Ich biss etwas ab und kaute es lange und genüsslich. „Roan meinte du wärst ziemlich arm.“, sprach Mora mich direkt auf meine Situation an. Ich fand es okay, ich machte kein Geheimnis daraus, dass ich nicht viel hatte. Vor allem nicht vor Personen mit denen ich mehr zu tun hatte. „Hm, da hat Roan recht. Ich habe nicht viel.“, zuckte ich mit den Schultern: „Aber ist doch scheiß egal. Niemand wird ein besserer Mensch nur weil er mehr Geld hat. Eher das Gegenteil.“ „Ich finde es doch sowieso nicht schlimm. Ich wollte es nur wissen.“, meinte Mora. Ich schnaubte nur einmal aus und starrte dann vor mich hin. Ich würde die Schule nach dem Abschluss definitiv vermissen.

Es klingelte nun auch schon wieder und ich machte mich auf den Weg ins Klassenzimmer. Jetzt stand Physik an. Zum Glück nur Theorie, ich hasste Versuche und war damit wohl der einzige der so dachte. Genauso in Chemie, da hasste ich Versuche nur noch mehr. Roan war angepisst, dass merkte ich sofort als ich mich setzte. Tja, Pech gehabt. „Ich guck später noch bei Clari vorbei. Du wirst zu Kai gehen oder?“, fragte ich Roan. Er nickte nur angedeutet. Jetzt musste ich nur noch hoffen, dass Clari Zeit haben würde.

Physik sowie auch die Mathestunden danach vergingen quälend langsam. Mich langweilte das alles so mega. Roan passte auf und ich sollte das eigentlich auch, vor allem weil ich besser sein wollte als er. Ich war froh als wir einen Eintrag schrieben, da konnte ich wenigstens etwas tun auch wenn es nur abschreiben war. Ich stieß Roan immer wieder an, einfach nur um zu sehen wie lange es brauchte bis er austicken würde. Es dauerte nicht lang. „Jetzt hör doch mal auf, du Arschloch!“, schrie er mich schon fast an und wischte dann meine Stifte sowie meinen Ordner vom Tisch. Ich fand es lustig. Nur nervig war, dass ich jetzt alles aufheben musste und mich somit auch mit dem schreiben mega beeilen musste. Nachdem nun endlich alles zu Ende war begab ich mich zu Clari.

„Na, Armin. Was geht?“, fragte sie als sie mich sah. „Wollte ein bisschen Zeit mit dir verbringen, weil ich in der Pause nicht rüber gekommen bin.“, meinte ich. „Schön zu hören. Wir könnten uns ein bisschen in den Park chillen.“, schlug Clarissa vor. Ich nickte nur und lief neben ihr her. „Magst du die Kleine?“, fragte sie mich. „Ich finde sie sympathisch.“, antwortete ich. Clarissa nickte: „Sei aber vorsichtig. Sie ist nach wie vor 13, sie wird sicher vernünftig sein aber um vieles musst du dich trotzdem kümmern und vor allem um die Leute um euch herum.“ „Was meinst du?“, wollte ich wissen. „Solltest du wirklich die Absicht haben mit ihr zusammen zu kommen wird Moras Mutter das nicht so toll finden. Roan findet es jetzt schon nicht so toll.“, gab sie zurück. Wir ließen uns auch eine Bank im Park fallen. „Es ist doch sowieso noch nichts sicher. Ich mag die Kleine einfach nur.“, zuckte ich mit den Schultern. „Ich finde es süß. Ich mag sie. Der Streit gestern hatte nichts zu bedeuten.“, grinste sie. „Ich weiß, du streitest nur gerne und bei uns funktioniert das nicht mehr.“, verdrehte ich nur die Augen.

„Wie viel Geld hast du noch?“, fragte sie mich. „Noch genau fünf Euro. Das muss für die Woche reichen. Wieso?“, wollte ich wissen. „Ich hab noch neun Euro. Lass uns einen Döner kaufen und den gemeinsam essen. Damit wir zumindest ein bisschen was im Magen haben.“, sagte sie. „Okay, der billigste kostet drei Euro also jeder 1,50.“, meinte ich. Clari nickte nur und hielt mir ihre Hand hin. Ich gab ihr das Geld und genoss die Sonne bis sie wieder kam. Wir teilten uns den Döner. Essen war wirklich mega geil, wenn man eine Weile keines mehr gehabt hatte. „Du bist ein echt süßes Mädel.“, meinte ich beim letzten Bissen zu ihr. Sie schnaubte nur belustigt aus: „Ich muss jetzt aber weiter. Viel Glück mit Mora.“ Sie stand auf und ließ mich auf der Bank zurück. Jetzt war ich besser drauf. Clari war eine wichtige Person in meinem Leben und ich machte mir schon ein bisschen Gedanken wie es aussehen würde, wenn ich mit Mora noch enger befreundet wäre. Mora war nämlich nicht so gut auf Clarissa zu sprechen.
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