Never be Royals

von LordZissa
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
28.08.2019
01.10.2019
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Kapitel 2 – Roans Sicht
Montag, 27.11

Montag morgen saßen Armin und ich in der Schule auf unseren Plätzen. Wir saßen ganz hinten am Fenster und nutzten das Fensterbrett als unsere persönliche Ablage. Dort oben lag wirklich alles. Im Klassenzimmer waren wir immer die ersten, da die Anderen lieber draußen chillten. Unsere Klassengemeinschaft war recht gut und so fühlte ich mich auch ganz wohl in der Schule. Armin frühstückte gerade noch, er nahm sich immer Obst oder ein belegtes Brot mit in die Schule damit er mehr Zeit zum schlafen hatte. „Er wird heute nach Kopiergeld fragen.“, sagte ich zu Armin. Armin nickte nur aber ich wusste, dass er es nicht bezahlen konnte. Langsam füllte sich der Raum und wie ich es vorhergesagt hatte wurde auch Kopiergeld verlangt. Armin meldete sich sofort: „Nächste Woche sieht schlecht aus. Übernächste Woche habe ich wieder was.“ „Armin, es sind nur 9 Euro 50.“, seufzte der werte Herr vorne. „Ich weiß aber ich habe gerade keine 9 Euro. Es ist Ende des Monats, wir haben nur noch ein paar Pfennige fürs Essen und mehr nicht.“, schnaubte Armin. Ich zog meinen Geldbeutel aus der hinteren Hosentasche und hielt unserem Lehrer einen Zwanziger hin. „Da nehmen Sie. Dann ist jeder Glücklich.“ Er nahm den Zwanziger und gab mir einen Euro zurück.

„Ich gebs dir wieder.“, murmelte Armin nur und wandte sich dann weg um der eingebildeten Tusse vor uns gegen den Stuhl zu treten. Die meinte nämlich immer Armin auslachen zu müssen, sobald es um Geld ging. „Herr Wimmer! Armin hat schon wieder gegen meinen Stuhl getreten!“, wurde Armin auch prompt verpetzt. Der Wimmer ignorierte sie jedoch nur und wir lachten sie aus. Entgegen mancher Erwartungen arbeiteten wir ganz gut mir. Wir wollten beide einen sehr guten Abschluss. Dumme Kommentare verkniffen wir uns jedoch selten und unnötige Aufgaben machten wir meistens auch nicht. Die Lehrer kannten uns aber mittlerweile und sahen uns sowieso nur noch als Pappenheimer mit Großer Klappe an. Gerade hatten wir Deutsch und waren dabei eine Lektüre zu lesen. Armin musste vorlesen und ich versuchte ihn die ganze Zeit abzulenken.

„Jetzt verpiss dich endlich mal, du Vollspaten!“, fauchte er mich irgendwann an. Ich ließ ihn in Ruhe aber lachte vor mich hin. Nachdem wir das Kapitel gelesen hatten mussten wir eine Inhaltsangabe dazu schreiben. So ein Dreck. Es wurde eine Seite verlangt aber ich schrieb nur eine halbe, genauso wie Armin. Danach begnügten wir uns mit Tic Tac Toe. „Wollen die werten Herren nicht ihrer Arbeit nachgehen?“, fragte der Wimmer uns nach einer Weile. „Die Aufgabe ist scheiße und eine halbe Seite habe ich eh.“, gab ich nur zurück. „Eine ganze Seite ist verlangt.“, bekam ich zur Antwort. „Die haben wir gemeinsam.“, grinste Armin nun und hielt seinen vollgeschmierten Zettel hoch. Er hatte die größte Sauklaue die ich je gesehen hatte. Unser Lehrer seufzte: „Euch ist klar das ihr dieses Schuljahr noch Abschlussprüfungen habt und ich euch durchbringen will?“ „Klar, ist bekannt.“, gaben wir beide nur zurück.

Nach einer weiteren Stunde Deutsch hatten wir nun Pause. Mora ging ebenfalls auf die Realschule, sie war zwei Klassen unter uns also in der Achten. Auf sie trafen wir auch in der Pause und brachten sie nicht mehr los. Dies bedeutete das sie uns auf das Gelände der Hauptschule folgte. „Darf man hier überhaupt hin?“, wollte die kleine Blondine wissen. „Nope.“, gab Armin nur zurück. „Was macht ihr dann hier?“, fragte sie weiter. „Diese beiden Lappen besuchen.“, meinte Armin während er auf Kai und Clarissa zeigte. Kai stand von der Bank auf welcher er saß auf und umarmte mich. Irgendwas stimmte nicht. Ich erwiderte dies natürlich und ignorierte die Anderen. „Kai, Roan. Wir wissen Bescheid. Weiter erzählen tun wir es nicht. Ich finde es aber mega dumm sich zu verstecken.“, gab Clari von sich. „Kai ist noch nicht soweit und ich hasse Outings. Es kotzt mich an.“ ,murrte ich nur. „Wie du meinst.“, meinte sie nur noch.

„Was ist los?“, widmete ich mich nun Kai. „Ich weiß nicht. Habe einfach nur schlechte Laune, bin vorher sogar aus dem Unterricht geflogen, weil ich so aggro war.“, gab er nur zurück. Nach weniger als einer Minute löste er sich wieder von mir und setzte sich zu den Anderen. „Wie viel Make-Up hast du bitte in der Fresse?“, Clari inspizierte gerade Mora. „Ist das viel?“, fragte Armin und beugte sich vor um Mora ins Gesicht zu blicken. „Ist es nicht.“, zickte Mora zurück. Da war ihr Clarissa aber schon mit einem Taschentuch übers Gesicht gefahren und der Zickenkrieg war perfekt. „Was bist du für eine dumme Schnepfe?!“, empörte sich Mora und zog ihrer neuen braunhaarigen Feindin am Pferdeschwanz. Wir alle kannten Clarissa und diese ließ sich das natürlich nicht gefallen. Sie klatschte Mora kurzerhand einer. Dieser stiegen die Tränen in die Augen, ich hatte es nicht anders erwartet von einer wie ihr. Austeilen können aber nicht einstecken können. Ich heulte ja auch nicht, wenn ich vorher jemanden eine gegeben hatte. Armin kümmerte sich um Mora. Mich wunderte das immer noch, vor allem nach der Begrüßung der Beiden von Gestern.

„Irgendwas ist das komisch.“, knurrte Kai als Armin und Mora weg waren. „Aber gewaltig. Ist aber nicht mein Problem, zumindest jetzt noch nicht.“, seufzte ich. „Wer war die Alte überhaupt?“, schaltete sich Clarissa nun auch wieder ein. „Mora. Meine neue Stiefschwester.“, gab ich nur zurück. „Dein Vater hat ne neue?“, fragte Clari weiter. Ich nickte nur. „Krass.“, kommentierte sie das. Ich fand es auch krass. Meine Mutter war gestorben, ganz plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt und ich konnte so viel Rechnen, dass ich wusste das mein Vater sie vor ihrem Tod noch mit Moras Mutter betrogen hatte. Moras Mutter war mir egal in dieser Hinsicht, ich schob nur etwas Hass auf meinen Vater und ich stichelte gern in seiner Wunde herum, wenn sich mir die Gelegenheit bot. Mamas Tod ging ihm nämlich doch auch Nahe. Vor allem, wenn ich ihm vor warf, dass er daran Schuld wäre.

Die Pause war nun aber zu Ende und ich machte mich auf den Weg Armin wieder zu finden. Er saß mit Mora auf einer Bank vor unserer Klasse, die Beiden schienen sich ziemlich gut zu verstehen. „Und was läuft so?“, fragte ich als ich mich neben Armin fallen ließ. „Nicht viel.“, gab dieser nur zurück: „Clari hat ordentlich zugeschlagen.“ Mora zeigte mir ihre Wange auf welcher man nicht mal mehr den Abdruck sehen konnte. „Ach.“, machte ich nur und starrte auf den Boden. Die Beiden ignorierten mich und ich konnte meinen Gedanken nachhängen. Unser Lehrer brauchte immer ewig bis er mal aus der Pause kam und aufschloss. Moras Klasse war sicher schon längst offen aber anscheinend interessierte sich die Kleine nur für Armin.

Endlich kam auch unser Lehrer wieder und Mora schaffte es irgendwie unbemerkt zu verschwinden. Wir hatten jetzt Geschichte. Das bedeutete stumpfes Gelaber über irgendwelche vergangenen Zeiten und tote Menschen. Wundervoll. Ich versuchte ein bisschen zu schlafen während des Unterrichts aber das war gar nicht so einfach. Armin hatte sich nämlich dazu entschlossen diverse Dinge auf meinem Kopf zu stapeln. „Warum hasst du mich so sehr, Armin?“, knurrte ich. „Weil es Spaß macht.“, antwortete er. „Ich schlag dich nach der Schule.“, murrte ich weiter. „Das ist schön für dich.“, grinste er weiter. So ein Vollspaten. Ich wischte das Zeug von meinem Kopf und sah dann Armin zu wie er alles wieder aufsammeln konnte. Vom Lehrer wurden wir gekonnt ignoriert, war mir Recht so. Ich hatte nämlich überhaupt keinen Bock nachzusitzen.

„Wir könnten nach der Schule Cheyenne besuchen.“, schlug Armin vor. „Die arbeitet dann doch noch.“, gab ich nur zurück. „Stimmt. Ich könnte dich besuchen.“, schlug er dann vor. „Mach was du willst.“, zuckte ich mit den Schultern. Er wollte sich irgendwo Essen schnorren, konnte er meinetwegen gerne tun. „Oder willst du Mora besuchen und nicht mich?“, fragte ich dann jedoch. „Euch beide.“, gab er zurück. „Was willst du eigentlich von ihr? Sie ist dreizehn, Armin.“, meinte ich zu ihm. „Ich tue ihr doch nichts. Ich freunde mich nur mit ihr an.“, sein linkes Auge zuckte. Er erzählte mir nicht ganz die Wahrheit, sein linkes Auge zuckte immer wenn er log. Ein ähnliches Problem hatte ich auch, ich blinzelte viel zu oft und zucken taten meine Augen immer, nicht nur bei bestimmten Situationen. Seltsame Angewohnheit.

Nach Geschichte und Mathe hatten wir noch eine Fünf-Minuten-Pause. In dieser entschlossen Armin und ich uns dazu aus allen Büchern die wir so im Klassenzimmer fanden eine Art Kartenhaus zu bauen. Als unsere Chemie Lehrerin rein kam wusste sie nicht wirklich was sie tun sollte. „Armin, Roan. Wieso?“, wollte sie nur wissen. „Wissen wir auch nicht so genau aber ein Foto müssen wir davon noch machen.“, zuckte Armin mit den Schultern. Nichts leichter als das, ich holte mein Handy heraus und fotografierte unser Meisterwerk. „Könnt ihr das nun bitte wieder wegschaffen?“, ordnete sie an. „Natürlich.“, und schon hatte Armin mir ein Buch in die Fresse geworfen. „Ey du Wichser!“, schrie ich ihn an und stieß dann die Bücher in seine Richtung um. „Armin! Roan! Räumt die Bücher jetzt sofort weg!“, tickte nun die alte Olle aus. Wir mussten uns beide das Lachen verkneifen, es war nur zu lustig die weiblichen Lehrer ab zu fucken. Die Männlichen nahmen unsere Ausraster oder unseren Unfug eher gelassen. Wir nahmen die Bücher mit zu unserem Platz und gaben sie während der Chemiestunden an die richtigen Besitzer weiter.

Nachdem nun auch endlich Chemie vorbei war lief ich nach draußen um noch schnell Kai zu sehen. Er musste jetzt zur Nachhilfe gehen, während ich schon nachhause gehen konnte. „Telefonieren wir heute Abend dann noch?“, fragte ich nach. „Ja, können wir machen.“, gab er zurück. Ich grinste ihn noch kurz freundlich an und dann wartete ich auf Armin. Dieser kam mit Mora im Schlepptau. Irgendwie nervte mich die Kleine jetzt schon, auch wenn sie nichts dafür konnte. „Was gibt es dann zu Essen?“, fragte mich Armin. „Ich muss was machen. Ich mach einfach Nudeln mit Tomatensoße. Haben sicher noch irgendeine Fertigpackung da.“, zuckte ich mit den Schultern. Armin nickte nur, er hatte sicher schon länger nichts mehr richtiges zu Essen gehabt.

Essen hatte ich schnell fertig. „Ihr beide könnt jetzt essen. Ich esse später, ich gehe jetzt ins Fitnessstudio.“, meinte ich bevor ich meine Tasche holen ging. „Wieso gehst du ins Fitnessstudio?“, fragte mich Mora als ich wieder runter kam. „Um Erdbeeren zu pflanzen, du Brain.“, motzte ich sie an und knallte dann die Tür zu. Ich musste Muskeln aufbauen um mich wehren zu können. Ich war schwul und trieb mich in eher schwulen feindlichen Gegenden und Gesellschaften herum. Schlimme Erfahrungen hatte ich damit auch schon gemacht aber wissen tat das niemand. Nicht einmal Armin oder Kai. Ich powerte mich wirklich aus im Fitnessstudio und baute so auch meine Wut auf ganz bestimmte Dinge ein Stück weit ab. Ich duschte mich dort nicht, weswegen ich auch mega verschwitzt wieder zurück nachhause kam. Armin und Mora saßen immer noch am Küchentisch, sie spielten Schiffe versenken. Na, wenn es Spaß machte. Ich ging mich erst einmal ausgiebig duschen und danach holte ich mir Essen um mich damit ins Wohnzimmer zu verkrümeln.

„Willst du mit uns spielen?“, rief Armin rüber. „Halt deinen Mund. Ich höre sonst nichts.“, rief ich zurück während ich den Fernseher anstellte. Ich hörte einen Stuhl rücken und dann stand auch schon Armin vor mir. „Was ist dein Problem?“, wollte er wissen. „Schlechte Laune.“, zuckte ich mit den Schultern. „Hast du in letzter Zeit oft und richtig krass wechselhaft.“, meinte er. „Ich weiß.“, gab ich nur zurück. „Du bist aber nicht irgendwie krank im Kopf oder so?“, wollte er weiter wissen. „Wow, wie sensibel du bist.“, motzte ich ihn an. „Ist ja schon gut, ich gehe ja schon.“, er ging wieder zu Mora. Ich stopfte mir lustlos die Nudeln in den Mund und starrte dabei auf den Fernsehbildschirm. Als ich fertig war mit den Nudeln räumte ich das Geschirr weg und verpisste mich dann in mein Zimmer um Kai anzurufen.

„Hi.“, hörte ich Kais Stimme und sofort war ich etwas besser gelaunt. „Wie geht es dir so?“, fragte ich ihn „Ganz gut und dir?“, gab er zurück. „Geht so. Mora und Armin nerven mich irgendwie. Auch wenn sie mir gar nichts tun.“, seufzte ich. „Du bist eine kleine Zicke, Roan.“, ich konnte das Grinsen aus seiner Stimme heraus hören. Ich grinste auch etwas. „Ich hab dich lieb, Kai.“, murmelte ich. „Ich dich auch.“, bekam ich meine Antwort zurück. Wir telefonierten nicht mehr lange, da seine Eltern nachhause kamen. Wir würden uns aber morgen nach der Schule treffen, da würden wir zu ähnlichen Uhrzeiten aus haben. Mit etwas besserer Laune ging ich wieder runter und spielte doch noch ein bisschen Mensch-ärgere-dich-nicht mit Mora und Armin.
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