Meine Geschichte der siebzehn Morde

GeschichteHumor, Krimi / P16
28.08.2019
09.11.2019
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Mord durch Blut:

Auch dieser Mord geschah mal wieder in meinem Freundeskreis und ausnahmsweise war es wirklich mal ein richtiger Mord, also kein Unfall, weil jemand betrunken war oder gleich in sein Grab fällt. Auch war niemand krank oder wurde von jemandem geschubst oder was sonst noch so alles zufällig passieren kann. Es war ein richtiger, echter Mord. Mit geplantem Tod und Spuren verwischen und allem.
Es ereignete sich zu der Zeit, als ich im Krankenhaus lag, aufgrund meines psychischen Schocks hervorgerufen durch mittlerweile neun (!) Tode in meinem näheren Umkreis. Seit neuestem sogar Personen, die mir ziemlich nah standen.
Scheinbar schien dank der vielen Toden in den letzten anderthalb Jahren alle Vorsicht dahin zu sein und der Tod war nun nichts Schlimmes mehr. Ein Toter mehr oder weniger schien nicht mehr aufzufallen. Zwar schreckten die meisten trotz allem noch immer vor einem Mord zurück, aber man merkte bereits in einigen die Scheu schwinden. Auch ich fühlte, wie sich meine Gefühle der Tode wegen immer mehr mit Gleichgültigkeit füllten. Ich war einfach nicht mehr so schockiert und vollkommen in meinem Tun und Denken gelähmt, wie noch vor ein paar Wochen. Ja, jetzt werdet ihr vielleicht sagen, dass ich doch im Krankenhaus war, weil ich eben einen schweren Schock davongetragen hatte und mich nicht mehr rühren konnte, aber ihr müsst wissen, dass nicht der Tod an sich mich in diesen Schockzustand versetzt hatte, sondern der Anblick, wie das Leben aus dem Körper eines Menschen fließt. Wie das Funkeln in den Augen erlischt und der Körper kalt wird.
Bisher war ich nie anwesend gewesen, doch der Vorfall in der Schule rief mir vor Augen wie grausam, schmerzhaft und doch friedlich der Tod sein konnte.
Diese Erfahrung lies alle Tode, die bis hierher in meinem Leben stattfanden vor meinem geistigen Auge noch einmal auftauchen und wie in einem Film abspielen und ich durchlebte die ganze Zeit noch einmal. Die ganze Trauer, die ich bis hierher verspürt hatte, kam erneut zum Vorschein, ohne dass ich in der Lage war, sie nach außen hin zu zeigen.
Doch nun zurück zur Geschichte. Ich schreibe hier schon wieder viel zu viel.
Ironischerweise erfuhr ich von dem Mord durch seinen Mörder.
Wie schon gesagt (oder geschrieben) erfuhr ich davon im Krankenhaus. Mein bester Freund kam zu mir und war total aufgelöst. Er wollte mir etwas sagen, meinte, er hätte einen schrecklichen Fehler begangen. (Offensichtlich war die Gleichgültigkeit über den Tod und einen durch die eigene Hand getöteten Menschen doch nicht so übermächtig, wie man vielleicht im ersten Augenblick glaubte. Die Reue kam aber wahrscheinlich dennoch erst später.) Warum er damit zu mir kam, wusste ich selbst nicht, vielleicht dachte er, dass der Schock, den ich erlitten hatte, meine Wahrnehmung noch trübte und ich nicht mitbekommen würde, was er da vor sich hin faselte. Er wollte vermutlich wie auf einem Beichtstuhl seine Sünden ablegen, ohne dafür verurteilt zu werden und hatte sich wohl mich als seinen Beichtvater ausgesucht. (Ich weiß nicht mal, ob ihm bewusst war, dass an seiner Hand Blut klebte und er damit gerade offensichtlich durch die Stadt gelaufen ist, um mir zu erzählen, dass er jemanden umgebracht hatte. Wahrscheinlich nicht)
Wie auch immer, ich konnte ihn jedoch wahrnehmen, auch, wenn ich ihm weder antworten wollte, noch konnte. Was er von sich gab, waren ohnehin zu einem großen Teil nur zusammenhanglose Satzfetzen und die ganze Geschichte hatte er mir ohnehin nie erzählt, doch ich kannte ihn…gut und so konnte ich mir meinen Teil denken und mir einen Reim auf das machen, was er sagte.
Es trug sich nämlich zu, dass meine beste Freundin einen Freund hatte. Beide gingen nicht in meine Klasse (zum Glück, stellt euch doch nur den Aufruhr vor, der dann geherrscht hätte).
Es trug sich aber zu, dass mein bester Freund, der auch gleichzeitig der beste Freund von meiner besten Freundin war (Achtung, es wird mittlerweile sehr kompliziert und ich habe selber Mühe noch durchzustechen) und mit mir in eine Klasse ging (na, da haben wir es doch wieder: die Verbindung zu meiner Klasse).
- (ich habe den Satzanfang vergessen…) Der war jedenfalls in meine beste Freundin verliebt und somit ziemlich eifersüchtig auf ihren Freund. Und, naja, die Tode schienen seine Moral derart abgesenkt zu haben, dass er beschloss, er müsse seinen Nebenbuhler ausschalten, was er dann auch tat.
Als er sich eines Tages allein mit dem festen Freund meiner besten Freundin traf, zog er also kurzerhand ein Messer, schlitzte ihm die Pulsadern auf, wartete bis er verblutet war, zog ihn in ein Gebüsch und versteckte das Messer so neben ihm, dass man auf den ersten Blick hätte vermuten können, es wäre Selbstmord gewesen.
Seine Kleidung war natürlich voller Blut gewesen. Sie triefte nur so davon. Und ich glaube, dass ihm tatsächlich erst da aufgefallen war, was er eigentlich getan hatte. Er versuchte wohl, die Spuren so gut es ging zu verwischen und zog sich zuhause um. Er hatte nun aber vergessen, seine Hände ebenfalls zu reinigen und kam nun so ins Krankenhaus.
Leider war dies damit auch sein letzter Ausflug. Man fand die Leiche wenig später und es gab zu viele Hinweise, dass er es gewesen war, der sie zu verantworten hatte. Es hatte ihn nämlich jemand blutverschmiert aus dem Wald kommen sehen, kurz nach dem Tatzeitpunkt und auch die Hände, die er ja nun in der ganzen Stadt zur Schau gestellt hatte, verminderten nicht gerade den Tatverdacht. Ebenso die Fingerabdrücke, die auf dem Messer gefunden wurden.
Ich muss jetzt einmal zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich nichts zu dem Fall gesagt hatte. Ich hielt meinen Mund verschlossen. Ich musste auch gar nichts sagen. Die Beweise sprachen für sich. Er wurde ohne großen Widerstand seinerseits abgeführt und eingebuchtet. Und er würde wahrscheinlich auch nie wieder dort rauskommen.
Die Nachricht, die er mir durch sein seltsames Herumgestammel dennoch überbracht hatte und der Prozess um ihn, verlängerten meinen Aufenthalt im Krankenhaus nun wieder und schickten mich für weitere Monate in die Therapie, da ich zu der Zeit, als ich es erfahren hatte, ja bereits wieder aufnahmefähig und meine Gefühle wieder zurückgekehrt waren.
Doch diese Nachricht hatte meine Situation nicht wirklich verbessert. Ich verfiel wieder in einen leichten Schockzustand, Tränen konnte ich kaum mehr weinen, doch die Toten, die sich um mich häuften waren mir mittlerweile zu viel. Ich wollte niemanden mehr in meinem Umkreis sterben sehen, wollte nicht, dass noch mehr Leute durch dumme Zufälle ihr Leben gaben (was ich da noch nicht wusste, dass sich die wirklich wahrhaftigen Morde in nächster Zeit häufen würden). Alles, was ich wollte, war diesem Albtraum ein Ende zu setzen, das zu finden, was ihn verursachte und es zu vernichten.
Aber ich hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte und es wurde immer schwieriger, denn nun vermied es sogar den Kontakt.

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Yayyy! Es hat mal nicht zwei Wochen gedauert, bis ein neues Kapitel kam. Ich hab mich diesmal echt beeilt. (Und hatte auch viel freie Zeit. Mal sehen, wie das die nächsten Male wird.)
Dieses Kapitel ist schon wie das vorige etws länger geworden und ich kann sagen, dass auch die nächsten wieder länger werden, weil ich mittlerweile einfach viel Plot in die Kapitel reinbrinegen muss. Die Geschichte mit ihrem Freund scheint ja schon fast weider vergesen, aber ich kann euch versprehen das ist sie nicht.
Ich musste dieses Kapitel auch noch einmal überarbeiten, bin mir aber immer noch nicht wirklich sicher, ob es das ist, was ich will. Wenn ihr irgendetwas findet: Feedback ist immer erwünscht.
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