Eine Schuld des Lebens

OneshotFreundschaft / P12
Drache Shiryu Pegasus Seiya
28.08.2019
28.08.2019
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Langsam hob sich die Dunkelheit. Es schien beinahe wie der heller werdende Himmel in der Morgendämmerung. Gefühl kehrte wieder in seinen Körper zurück und ein Stöhnen entfloh aus seinem Mund als der Schmerz über ihn herfiel. Nein, nicht ganz Schmerz. Aber sein ganzer Körper fühlte sich fühlte sich wund an, schmerzte leicht.

Shiryu tat ein paar tiefe Atemzüge. Dann öffnete er seine Augen.

Eine weisse Decke starrte zurück. Bevor er jedoch seinen Kopf drehen konnte, hörte er einen Schrei.

„Shiryu!“

Er kannte diese Stimme. Langsam nach links schauend, um nicht seinen vor Schmerz pochenden Hals und Kopf zu überlasten, sah er Shunrei an seinem Bett sitzen.

„Ich… lebe?“

„Oh, Shiryu!“ Das schwarzhaarige, chinesische Mädchen schlang ihre Arme um ihn um ihn zu umaren so gut es ging. „Du bist aufgewacht!“

Zuerst zuckte der Dragon Saint zusammen vor Schmerz. Zu seiner Erleichterung schwand der schnell und er hob selbst einen Arm, den er sanft um sie schlang. Für eine lange Weile genossen sie es einfach, so zu sein, genossen die Nähe von einander.

Als sie sich wieder lösten, konnte Shiryu nicht umhin zu fagen: „Was ist passiert? Dieser letzte Schlag von Seiya hätte mich töten sollen.“

Oh ja, die Erinnerungen waren zurückgekommen. Das Galaxian Tournament. Sein Kampf gegen Seiya, und wie der Pegasus Saint seinen Schwachpunkt gefunden hatte. Nicht mir das – er hatte es auch tatsächlich geschafft, den einen schwachen Punkt auf Shiryus Körper zu treffen, die rechte Klaue des Drachen, genau über seinem Herzen. Der Schlag hatte dessen Schlagen sogar beendet.

Das, und die Sicherheit des Todes zusammen mit Reue darüber, Shunrei zurückzulassen und seinem offenbar kranken Meister nicht helfen zu können, waren seine letzten Erinnerungen, bevor alles schwarz geworden war.

„Dein… dein Herz hat aufgehört… zu schlagen.“ Shunreis Stimme zitterte, als sie sich an die Ereignisse erinnerte, die offensichtlich schmerzhaft für sie waren. „Seiya… er war bewusstlos. Aber irgendwie hat er es geschafft, von der Bahre aufzustehen und das Bewusstsein wiederzuerlangen, um dir einen zweiten Schlag zu geben und dein Herz wieder in Gang zu setzen.“

„Was?!“

Shiryu konnte es nicht glauben. Seiya hatte das getan, nur um sein Leben zu retten?

Das letzte Mal dass der Dragon Saint Seiya gesehen hatte war während ihrer Tage als kleine Jungen auf dem Kido-Anwesen gewesen. Damals hatte Shiryu den Jungen mit dunkelbraunen Haaren nicht als schlechte Person gesehen, aber dennoch als arrogant, übereifrig, verantwortungslos und vielleicht sogar naiv. Während ihres Kampfes während des Turniers war es Shiryu vorgekommen, als hätte er sich kein bisschen verändert; besonders als er sich seiner Rüstung entledigt hatte, um seine ganze Kraft auszuschöpfen und Seiya idiotischerweise dasselbe getan hatte. Sicher, er hatte einen Weg gefunden, die beinahe unzerstörbare Faust und Schild der Drachenrüstung zu besiegen. Aber der winzige Funke Bewunderung, den Shiryu nach dieser Tat empfunden hatte, verschwand als Seiya sein Ablegen der Rüstung kopierte. Schliesslich besassen Saints, obwohl sie enorme Kräfte besassen, trotzdem nur die Körper von normalen Menschen.

Jetzt hingegen schien Shiryu sein Bild des Pegasus Saints revidieren zu müssen.

,Sorgt er sich so sehr um seine Freunde? Erachtet er mich überhaupt als seinen Freund? Seiya…’

„Heh.“ Einer seiner Mundwinkel zuckte nach oben. „Sieht so aus, als wäre er ein feiner Kerl geworden.“

„Das ist er.“ Tränen schimmerten noch immer in Shunreis Augen, aber jetzt lächelte sie. „Oh Gott, Shiryu, ich dachte, ich hätte dich verloren. Aber dieser Seiya – durch schiere Willenskraft hat er es geschafft, aufzustehen und dir das Leben zu retten.“

,Rettete mein Leben…‘

Als er diese Worte hörte, wurde Shiryu von ihrer vollen Wucht getroffen. Mit einer entschiedenen Bewegung schob er die Decke zur Seite.

„Shiryu!“, kam der prompte Protest. „Du kannst noch nicht aufstehen! Du bist noch nicht vollständig wiederhergestellt und musst dich ausruhen.“

Shiryu ignorierte sie und schwang seine Beine aus dem Bett. Für einen Moment protestierten seine Muskeln und er zuckte zusammen. Aber dann blieb nur noch ein dumpfes, leicht schmerzhaftes Pochen in seiner Brust übrig. Er packte den Infusionsständer.

„Shiryu!“

Er schaute Shunrei an.

„Ich muss ihn sehen. Keine Sorge, ich werde es langsam angehen. Aber ich muss ihn trotzdem einfach sehen.“

Sorge stand überdeutlich in ihrem Gesicht. „Bist du sicher? Ausserdem ist er immer noch bewusstlos. Eine Krankenschwester hat es mir gesagt, als ich gefragt habe.“

„Bitte, Shunrei. Bring mich einfach zu Seiya. Ich will nur einen Blick auf ihn werfen. Und ich verspreche wieder, dass ich mich nicht überanstrengen werde. Wir werden es langsam und beständig angehen.“

Einen Moment lang dachte Shunrei darüber nach. Dann seufzte sie.

„Na gut. Langsam und beständig.“

Und langsam gingen sie. Shiryus Beine zitterten immer noch, und Shunrei musste ihn zwischendurch stützen. Endlich, nach etwas, das sich nach einer halben Ewigkeit anfühlte, erreichten sie Seiya’s Zimmer.

„Er liegt immer noch im Koma“, sagte eine Krankenschwester. „Aber vielleicht wird es ihm gut tun, Besuch zu bekommen.“ Sie warf dem Dragon Saint einen missbilligenden Blick zu.

„Vielleicht“, stimmte Shiryu zu. „Keine Sorge, wir werden nicht lange bleiben. Dann werde ich direkt zurück in mein eignes Bett gehen.“

„Na gut.“

Bevor die Krankenschwester ging, flüsterte sie etwas in Shunreis Ohr. Obwohl sie sich vermutlich mit ihrer Lautstärke verrechnet hatte, denn Shiryu konnte sie verstehen. „Kümmere dich gut um ihn, ja?“

Shunrei nickte, die Krankenschwester ging fort und sie betraten den Raum.

Seiya war der einzige Bewohner. Der Pegasus Saint lag in seinem Bett, tatsächlich immer noch bewusstlos. Auch er hatte eine Infusion im Arm und war mit verschiedenen Geräten verbunden, die seinen Zustand überwachten. Ein EKG piepte beständig und ruhig. Shiryu und Shunrei standen neben dem Bett und starrten auf ihn hinunter. Ein irgendwie sturer Ausdruck lag auf seinem Gesicht, das von dunkelbraunen Haaren eingerahmt wurde.

„Heh.“

Ja, stur. Shiryu hatte diese Charaktereigenschaft von Seiya vorher vergessen. Jedoch konnte Shurheit zu gewissen Zeiten gut sein.

,Wie zum Beispiel wenn du zu stur bist, um deine Freunde und Kameraden im Stich zu lassen.‘

„Seiya…“, sagte Shiryu in einer leisen Stimme. „Ich schulde dir mein Leben. Du bist aus der Bewusstlosigkeit aufgewacht, um mein Leben zu retten.“ Und das bedeutete ihm mehr, als irgendjemand erraten könnte. Als ein Saint hatte er geschworen, sein Leben für Athena hinzugeben. Aber er hatte nie vorgehabt, sein Leben in einem simplen Turnier zu verlieren. Ganz zu schweigen von den bitteren Tränen, die Shunrei für ihn vergiessen würde. Shiryu hasste es, Shunrei weinen zu sehen. Allerdings, obwohl Seiya ihn erst in Todesgefahr gebracht hatte, war der auch jenseits seiner Grenzen gegangen um ihn zu retten.

„Danke.“ Der Krieger aus dem Zeichen des Drachen legte all seine Dankbarkeit in diese Worte, die er aufbringen konnte. „Jetzt bin ich wach, und es ist auch für dich Zeit, aufzuwachen.“

Her drücke eine von Seiyas Händen, die auf der Decke lagen. Nach einer respektvollen Verbeugung kehrten Shiryu und Shunrei in ihr Zimmer zurück.

,Danke, Seiya. Ich schulde dir mein Leben. Ich werde für immer in deiner Schuld stehen und hoffe, dass ich dir eines Tages vergelten kann, was du für mich getan hast – für mich und Shunrei.‘
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