Putzmeister und Schlendrian

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Byun Baekhyun Park Chanyeol
27.08.2019
27.08.2019
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Putzmeister und Schlendrian

By FiveSecrets





Summary: Baekhyun, 25, arbeitslos, lebt in einer WG mit zehn anderen Männern, ist verantwortlich für den Haushalt. Das war Baekhyuns Identität und alles, was ihn ausmachte… bis zu dem Tag, als ein Zwölfter einzog. Ein fauler, chipskrümelnder Unterhosen-in-der-Wohnung-verteiler. Park Chanyeol.


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Kapitel 1: Abspülen
Heißes Wasser.
Ein abgegriffener, roter Putzlappen.
Bräunlich gefärbtes Wasser, drei in der Mitte schwimmende Fettaugen.
Stapelweise schmutziges Geschirr.
Essensreste, die den Abfluss vermutlich erneut verstopfen ließen, wenn sie nicht vernünftig entfernt wurden.
Baekhyun seufzte genervt, als er eine klebrige Suppenkelle von dem Rest der Brokkolisoße befreien wollte, welche sich schon beinahe abartig widerspenstig verhielt.
Schrubb, schrubb.
Ein hartnäckiges, festgetrocknetes Stück Brokkoli hielt sich hartnäckig an dem billigen Plastik fest.
Schrubb, schrubb.
Baekhyuns schlanke hand rutschte ab und sauste ins Wasser. Ein kleiner Schwall schoss über den Beckenrand und klatschte gegen die gelb gestrichene Wand, wo sich die Tropfen aufteilten und erst schneller, dann immer langsamer herunter liefen.
Sie lieferten sich ein Wettrennen. Kein spannendes, aber alles war spannender, als gegen ein klebendes Stück Brokkoli anzukämpfen.
Baekhyuns dunkle Augen folgten dem schnellsten tropfen, schmutzig, wie er war, hinterließ er eine klare Spur an der Hellen Wand.
Seine Brauen zogen sich leicht zusammen, als er immer langsamer wurde und noch bevor der die Arbeitsplatte erreicht hatte, kam er zum Halt.
„Versager“, nuschelte er und wandte den Blick ab,
Schrubb, schrubb.
In der Küche, in welcher er sich befand, war es beinahe still. Nur das Plätschern des Wassers war zu hören, das energische Schrubben und auch ab und an Baekhyuns genervtes Seufzen.
Ein Teller klirrte, als er auf dem Geschirrstapel verrutschte.
Elf Menschen waren sie in der WG.
Elf Menschen bedeutete elf Teller, elf Messer, elf Gabeln und zwölf Gläser – Jongin hatte die schlechte Angewohnheit entwickelt, ein Glas Wasser und ein Glas Cola während des Abendessens zu trinken, und das in getrennten Gläsern.
Eine Spülmaschine besaßen sie leider nicht.
Kyungsoo, ein dunkelhaariger, 23 Jähriger Mann, der in einer Schulmensa als Koch arbeitete, sagte ihm jeden Dienstag, dass das zu teuer wäre.
Was ihm nicht zu teuer war, waren die ganzen Kochzeitschriften, oder Socken. Kyungsoo trug seine Socken immer nur ein einziges Mal, dann kamen sie in den Müll.
Fußbakterien, belehrte er sie eines Tages mit hoch erhobenem Zeigefinger, seien das ekelhafteste auf der Welt.
Sogar ekelhafter, als eine mit Brokkoli verunreinigte Suppenkelle.
Schrubb.
Das letzte Überbleibsel der Essensreste hatte sich endlich gelöst, versank langsam in der dreißig Zentimeter Tiefe des Spülbeckens und haftete sich vermutlich an den Abfluss, welcher noch mit einem Gummipröppel versiegelt war.
Sobald Baekhyun an der Metallenen kette zog, wäre der Weg in die Abflussrohre und die Kanalisation frei. Entweder er verstopfte die Rohre, oder das Stück Brokkoli würde eine Ratte vor dem Hungertod bewahren.
Aber noch war der pinkhaarige, junge Mann nicht fertig. Bevor er seine Arbeit als beendet erklären konnte, mussten noch die Töpfe gereinigt werden.
Noch mehr Brokkoli.
Mit angespannten Muskeln hob er den großen, schweren Topf ins Becken und konnte sich ansehen, wie das Wasser protestierend herumwirbelte, Essensreste aus der Tiefe erschienen wieder an der Oberfläche.
„Nimm am Besten neues Wasser, Baek.“
Er zuckte zusammen, wobei er beinahe seinen festen Griff um den Topf gelockert hätte. Himmel, hätte das eine Sauerei gewesen!
Baekhyun setzte das metallene Küchenutensil ab und drehte sich in einer fließenden Bewegung um, den tropfenden Lappen noch in der Hand.
„Himmel, Jongin, hast du mich erschreckt!“, stieß er schnaubend aus und legte leicht den Kopf schief. Was wollte er von ihm?
Normalerweise sprachen ihn seine Freunde beim Abwasch nicht an. Er wäre sowieso leicht ablenkbar, behaupteten sie. Völlig ungerechtfertigt, Baekhyuns Meinung nach. „Brauchst du bei etwas Hilfe? Ich helfe gerne!“
„Nein nein, Baekhyun. Ich wollte dich etwas fragen…“
Die Art und Weise, wie er seine feingliedrigen Hände miteinander verknotete und den Blick starr an dem Wasserfleck an der Wand gerichtet ließ, entfachte Neugier in Baekhyun.
Er entschloss sich, dem etwas Jüngeren noch einen Moment des Überlegens zu gewähren und ihn nicht zu drängen.
Aus Erfahrung konnte er sagen, dass der braunhaarige dann zu sehr unter Druck gesetzt wäre, sodass man gar nichts mehr aus ihm heraus bekam.
„Es ist nur so, dass Sehun mich um was gebeten hat. Er traut sich nicht, es dir selbst zu sagen, also übernehme ich das. Hab’ beim Salzstangenziehen den kürzesten gezogen“, nuschelte er am Ende seiner kurzen Rede.
Tropf, tropf.
Das vom Lappen aufgesogene Wasser sammelte sich auf dem weiß gefliesten Boden in einer schmutzig braunen Pfütze. Ein Krümel matschiger Brokkoli schwamm in ihr.
Jongins gerade erst begonnener Redefluss kam ins Stocken, seine Hände stoppten das verknoten und verschränkten sich stattdessen vor seiner Brust in Form einer Brezel.
So wie die unförmigen aus der Bäckerei nebenan.
„Ich soll dir ausrichten, dass er sein erstes Date mit Luhan hat. Also, heute. Genauer gesagt… in sechzehn Minuten.“
Tropf, die Pfütze vergrößerte sich.
Und mit ihr Baekhyuns Erkenntnis, was Jongin ihm mitteilen will.
Eine Hand, die, in welche er den roten Lappen hielt, ballte sich zur Faust.
Platsch. Tropftropftropf.
Das Wasser wurde schlagartig herausgepresst. Das Wasser spritzte nun über eine weite Fläche des Bodens, sein hellroter Socken bekam auch einige Spritzer ab, aber das bemerkte Baekhyun kaum.
„Sehun…“, hob er mit schwacher, zittriger Stimme an, „hat doch heute Abtrockendienst, oder?“ „Genau. Er – und wir anderen – wollen, dass du das übernimmst. Du weißt schon, weil du dich schon aufgewärmt hast!“
Mit diesen Worten drehte er sich in dem kleinen Raum um und rannte aus der weiß gestrichenen Tür.
Knall, sie war zu.
Klick, abgeschlossen.



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