London und zurück

von Flora 66
GeschichteAllgemein / P12 Slash
Christian Mann Oliver Sabel
27.08.2019
08.12.2019
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"Oh Olli, das war so genial", schwärmt Christian, während er sich beim Verlassen des Musicaltheaters an der Krawatte herumzupft. In diesen formellen Anzügen fühlt er sich einfach nicht so richtig wohl.
"Die Musik war echt unglaublich, die hat einen wirklich mitgerissen und es war so wahnsinnig gut gespielt. Wie den Beiden zuerst das Glück geradezu aus den Augen gesprungen ist und am Ende seine Verzweiflung als sie in seinen Armen starb. Das war unheimlich ergreifend, wirklich beeindruckend. Findest du nicht auch?"
Sie schlendern Hand in Hand die Straße entlang, Richtung U-Bahn.
"Und so eine Premiere ist doch schon was besonderes, ist noch mal eine ganz andere Atmosphäre“, sprudelt es weiter aus dem aufgekratzten jungen Mann heraus.
Olli lächelt in sich hinein, er liebt Christians Enthusiasmus und seine Begeisterung ist richtig ansteckend.
Und er hat recht, es war ein wunderschöner Abend. Daran konnte auch sein Zusammentreffen in der Pause mit diesem unverschämten Menschen nichts ändern. Wie der sie angesehen hat und dieser Spruch.
-Sie hier! So, so, da habe ich also doch ganz richtig gelegen, ich denke da werden wir uns wohl doch noch einigen, Herr Sabel. Sie hören von mir.-
Wären da nicht so viele Leute gewesen, er hätte ihm noch mal ordentlich die Meinung gesagt...."
"Dieser Mr. Walker ist aber wirklich ein furchtbarer Mensch", hört er plötzlich Christian sagen und spürt einen leichten Stupser an seiner Schulter.
"Hmm? Was?"
"Ach komm, ich seh's dir doch an, dass du gerade an den kleinen Zwischenfall mit diesem unverschämten Spirituosenhändler von vorher gedacht hast."
Olli ist perplex. Christian hat ja recht.
"Wie kommst du darauf?"
"Ehrlich Olli, wie lange sind wir schon zusammen? Du hast auf dem Heimweg kaum ein Wort geredet und ich sehe genau deinen Blick und wie es in deinem Kopf geradezu rattert."
Christian küsst ihn auf die immer noch gerunzelte Stirn. Olli schüttelt leicht den Kopf und lacht. Er hat erst jetzt bemerkt, dass sie schon vor ihrem Haus stehen. Sanft gibt er den Stupser und den Kuss zurück und seufzt,
"Ich glaube du kennst mich einfach schon zu gut."
"Na, ich weiß nicht", flüstert Christian ihm ins Ohr, als er die Wohnungstüre hinter sich geschlossen hat. Er zieht ihn ganz nah zu sich her.
"Ich bin sicher, ich könnte da durchaus noch einiges Neue entdecken."
Seine Lippen wandern schon sanft, aber bestimmend an Ollis Hals hinunter. Der lässt wie ferngesteuert  den Kopf zur Seite fallen und genießt einfach nur. Christians Art lässt ihn einmal mehr wehrlos werden, alle so unsinnigen ärgerlichen Gedanken von gerade kommen ihm schlagartig so lächerlich vor und sind auch fast gleichzeitig im Nichts verschwunden. Nur ein einziger Kuss von seinem Mann jagt ganze Wellen von Gänsehaut über seinen Körper und er wird wie Wachs in Christians Händen. Der weiß und spürt das, was wiederum ihm fast die Kontrolle raubt und er beginnt Olli ungezügelt zu küssen und nach seinen Lippen gierig seine Hände auf Wanderschaft zu schicken. Mit zittriger Ungeduld streift er ihm das Jackett über die Schultern. Und es gibt kein Halten mehr, glücklicherweise sind sie schon beim Wohnzimmersofa angekommen und lassen sich einfach darauf sinken. Gefühlte Stunden später, das Zeitgefühl ist ihnen irgendwo auf ihrer Reise ins Land der Leidenschaft und der Küsse verloren gegangen, sind Christians Hände bereit den nächsten Schritt zu tun, er macht sich an Ollis Gürtel zu schaffen. Da endlich schafft der es einzugreifen. Er löst sich atemlos wenige Zentimeter und murmelt mit dem letzten bisschen Willenskraft, die er noch aufzubringen vermag.
"Christian, Judith!"
"Die schläft doch schon“, wiegelt der ungeduldig ab, schon viel zu weit im Strudel der Begierde.
"Ja, aber lass uns trotzdem in unser Schlafzimmer gehen, da ist es doch ein wenig intimer."
"Danke, da wäre ich auch dafür!" kommt es plötzlich von der Türe zum Flur. Ruckartig fahren die beiden ertappten Männer auseinander.
"Upps, Judith! Haben wir dich geweckt?"
Jetzt ist es Christian doch ein klein wenig peinlich.
"Nein, da sind ausnahmsweise zwei andere Männer daran Schuld", sagt sie lachend und tätschelt ihren Bauch.
"Gut, Mutti! Wenn bei dir alles klar ist und du erlaubst, würden wir einen wunderschönen Abend noch schöner ausklingen lassen. Nicht wahr, mein Kleiner? "
Olli springt hoch, gibt Judith im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange und zieht Christan ganz ungeniert lüstern grinsend an der längst losen Krawatte hinter sich her. Der wehrt sich zuerst theatralisch, um sich dann aber mit einem ergebenen Seufzer und in etwa demselben  lüsternen Gesichtsausdruck mitziehen zu lassen.
Judith sieht ihnen lachend hinterher. Manchmal sind die Beiden albern wie die kleinen Kinder. Aber sie freut sch für sie. Es gab schon genügend Zeiten in ihrem Leben und ihrer Beziehung in denen diese Leichtigkeit verloren schien. Etwas neidisch denkt sie nur,
-Hach, ich hätte Constantin auch gerne bei mir.-
Ein tiefer Seufzer entweicht ihr unwillkürlich, denn das wird noch dauern. Heute erst hat sich herausgestellt, dass das mit ihrem Bauprojekt langsamer geht als geplant. Hoffentlich bekommen sie es wenigstens noch fertig bevor die Zwillinge kommen.
Etwas traurig schnappt sich die werdende Mutter eine Wasserflasche, für die sie ihr Zimmer verlassen hatte und trottet zurück in ihr Zimmer, aber die sanften Bewegungen in ihrem Bauch lassen ihre Stimmung schnell wieder in Glücksgefühle umschwenken. Nein für Melancholie hat sie jetzt keinen Platz, ihr geht es gut und auch wenn ihr der Gedanke an Zwillinge immer mal wieder auch etwas Angst macht, so gibt es wenig das sie davon abhalten könnte gerade jetzt das Leben zu lieben. Und über die leisen Geräusche die aus dem anderen WG Zimmer dringen, als an der Tür vorbei kommt, kann sie nur sanft lächeln. Sie gönnt den Beiden ihre Liebe von Herzen.

Am nächsten Tag besucht Christian Olli in der Mittagspause.
"Hallo mein lieber Mann!"
Christian packt das mitgebrachte Sushi aus.
"Und können wir?"
"Essen oder telefonieren?" lacht Olli.
"Beides. Aber natürlich zuerst telefonieren, ich bin so neugierig wie es ihnen geht."
Christian nimmt sein Handy raus und wählt die Nummer von Bens neuem Handy.
Es läutet ein paar Mal als eine etwas unangenehme, kalte Frauenstimme rangeht.
"Schmitt!"
"Oh guten Tag Frau Schmitt, hier ist Christian Mann, ich wollte Ben sprechen, dem hatten wir dieses Handy doch geschickt."
Christian bemüht sich freundlich zu bleiben, auch wenn der Aber sofort hoch kommt.
"Herr Mann, ja das tut mir leid, Ben ist in der Schule und dort dürfen sie keine Handys mitbringen."
"Ach OK, na gut und Merle, kann ich die sprechen, ich würde ihr gerne zum Geburtstag gratulieren."
"Leider geht das auch nicht, bei uns hier ist man um diese Zeit noch im Kindergarten. Aber ich richte den Kindern gerne aus, dass sie angerufen haben. Ben hat sich über das Handy sehr gefreut, aber sie hätten sich die Mühe nicht machen brauchen, mein Mann hat für die Kinder jetzt ein Konto eingerichtet, darauf können sie einfach Geld überweisen, dann erledigen wir alles von hier aus, das ist doch auch viel günstiger für sie. Wenn sie immer Pakete schicken müssen, das ist doch nur unnötig teuer. Aber ich muss jetzt leider auch aus dem Haus. Danke für ihren Anruf. Auf Wiederhören!"
Und weg ist die Verbindung, bevor Christian auch nur den Hauch einer Chance hatte etwas darauf zu erwidern.
Christian sieht Olli völlig überrumpelt und enttäuscht an, dem geht es kein bisschen anders.
"Was war das denn, also ich weiß nicht, ich habe einfach kein gutes Gefühl bei den Beiden" sagt Olli.
"Aber absolut! Geht mir genauso, aber was sollen wir machen? Ich war extra bei der Heimleiterin letzte Woche, doch sie meinte, dass wir keine Handhabe haben. Solange sie nichts Ungesetzliches machen“, ist alles was Christian dazu schon fast resigniert sagen kann.
"Ja ich weiß, ich habe mit Sebastian letzte Woche zuhause auch gesprochen, er kennt sich nicht so gut aus im Familienrecht, aber er sieht es im Prinzip genau so. Allerdings hat er mir geraten alles was wir mitbekommen genau aufzuschreiben und wenn möglich mit irgendwelchen Belegen, falls wir uns doch irgendwann mal ans Jugendamt oder die Gerichte wenden müssen. Doch solange wir nur ein Gefühl haben und nichts Konkretes, können wir gar nichts tun."
Dieses Mal ist die Stimmung so ziemlich auf dem Tiefpunkt, als Christian sich wieder aufmacht und die beiden besorgten Männer in ihren Alltag und zu ihren Aufgaben zurück müssen.


"Ach Christian, hallo! Dir wollte ich auch gerade anrufen, wartet nicht auf mich. Ich kann noch nicht sagen wann ich heimkomme, es gibt hier Probleme."
"Schon wieder?"
"Ja ich weiß auch nicht, irgendwie ist der Wurm drin."
"Kannst du das nicht Morgen machen, du bist schon die letzten beiden Abende erst nach 24:00 Uhr zuhause gewesen."
"Nein ich muss das heute noch alles erledigen, Morgen bin ich doch den ganzen Tag auf dieser Modenschau beschäftigt, da habe ich keine Zeit. Und in drei Wochen, ist Eröffnung."
Olli seufzt.
"Übernimm dich nicht!" sagt Christian ernst.
"Hast du heute überhaupt schon was gegessen?"
"Eine Kleinigkeit, mir geht's gut Christian, mach dir keine Sorgen, aber jetzt muss ich aufhören, da kommt gerade ein Anruf rein. Schlaf gut, Schatz!"

Christian legt sein Handy weg und geht in die Küche. Judith war so kaputt nach der Arbeit, also hat er sie ins Bett geschickt und räumt alleine auf.
Während er gerade das vorbereitete Essen für Olli wegräumt, hält er inne und denkt bei sich,
-Nein mein Lieber, das kann ja wohl nicht sein. Wenn du keine Zeit hast zum Essen zu kommen, dann kommt das Essen halt zu dir.-
Er packt eine Portion der noch warmen Spinatlasagne in ein Gefäß und verstaut es in einer Warmhaltetasche, dann schneidet er etwas Obst klein, nimmt Teller, Besteck und ein Tuch und macht sich auf den Weg.
Als er vor dem neugebauten, imposanten, voll verglasten Büroturm steht, sieht er hoch. Dort oben die Lichter, das müsste das No Limits UK sein.
"Hallo Mr. Mann!"
Einige der Arbeiter, die er schon kennt, machen offensichtlich gerade Feierabend. Sie lassen die Tür einfach offen für ihn. Christian bedankt sich und geht zum Aufzug. Als er im 15. Stock auf der Ebene des Klubs aussteigt, sieht er dass in der Zwischenzeit alles dunkel ist, bis auf Ollis Büro.
Er geht leise drauf zu und hört wie Olli telefoniert. Durch die einen Spalt geöffnete Tür sieht er ihn, mit dem Rücken zu ihm, am Fenster stehen.
"Wir eröffnen in drei Wochen, ich bestehe darauf, dass ihre Leute noch diese Woche, am besten Morgen erscheinen..."
Christian wartet, er will nicht stören, es hört sich an, als ob das Gespräch wichtig wäre und seinem Mann schon genug Stress macht.
Als Olli das Gespräch beendet hat, bleibt er stehen und lässt für einen Moment müde und deprimiert die Arme sinken. Er starrt ganz in Gedanken in den schon dunklen Abendhimmel.
Plötzlich spürt er einen schwachen Hauch und einen flüchtigen Kuss auf der Wange. Und zwei Hände, die ihm sanft aber bestimmt den Nacken massieren. Wortlos knetet Christian Ollis verspannte Schultern. Lächelnd spürt er genau, wie der sich immer mehr entspannt und auch sein angestrengtes Gesicht, das sich im Fensterglas spiegelt immer gelöster wird. Olli hat die Augen geschlossen und genießt nur.
Nach einigen Minuten umschlingen ihn die Arme und sie stehen einfach nur da und sehen hinaus auf das Lichtermeer der Londoner City.
Jetzt erst hat Olli Augen dafür, wie beeindruckend dieser Ausblick ist.
"Wenn der Laden hier erst mal läuft, wird das ein unglaubliches Ambiente geben", murmelt er.
Nach einem weiteren Moment, in den sie sich beide, von dieser entspannten, friedlichen Ruhe, die sie jetzt umgibt, vereinnahmen lassen, dreht er sich in Christians Armen um, gibt ihm einen Kuss und sagt nur,
"Danke!"
Der lächelt ihn an.
"Bitte! Immer wieder gerne!"
"Aber was machst du hier und wie bist du überhaupt reingekommen, ich habe dich gar nicht gehört."
"Deine Handwerker haben mich hereingelassen."
"Einfach so?"
"Natürlich! Traust du mir nicht?" fragt Christian etwas irritiert.
"Dir selbstverständlich schon. Aber langsam weiß ich nicht mehr, ob ich allen anderen auch trauen kann. Es passieren gerade so viele blöde Unfälle. Die Zapfanlage ist plötzlich kaputt, ein Wasserschaden in den neuen Toiletten, die Elektriker, die auf einmal erst in zwei Wochen Zeit haben und so geht es weiter. Ich weiß wirklich nicht mehr wie ich das noch alles in Ordnung bringen soll bis zur Eröffnung.
Ich muss doch in drei Tagen wieder für einige Tage nach Düsseldorf, zu den Fashion Days und dieser Benefizveranstaltung."
Olli seufzt.
"OK, nützt ja nichts, entschuldige Christian, ich muss weitermachen."
Er will sich Christians Armen entziehen, aber das lässt der nicht zu.
"Das kannst du vergessen."
Mit sanfter Gewalt dirigiert er ihn zu dem kleinen Sofa, das in der Ecke steht und drückt ihn darauf.
"Jetzt isst du erst mal was, lässt dich 10 Minuten von mir verwöhnen und in einer halben Stunde verschwinde ich und du kannst dich wieder in deine Arbeit stürzen. Die geht dann auch viel leichter."
Olli kämpft mit sich und seinem Pflichtgefühl, gibt dann aber nach und sagt,
"Ganz wie ihr befehlt mein Herr und Meister!"
"Gut so will ich das hören. Also lass es dir schmecken. Ich gehe erst wenn du aufgegessen hast. Ich kenn dich doch, das ist bestimmt die erste richtige Nahrung, die du seit dem Frühstück zu dir nimmst."
Olli beginnt zu essen.
"Hmm diese Spinatlasagne hast du echt drauf, aber ich glaube das war genug."
"Aufessen!"
"Aber.."
"Aufessen...und jetzt entspannen. Komm her!"
Er zieht Ollis Kopf auf seinen Schoß und streicht ihm übers Gesicht.
"Lass locker Schatz, das gibt nur Falten und du willst doch Morgen auf dem Laufsteg wieder top aussehen."
Christian küsst ihm sanft die Sorgenfalten von der Stirn.
"Nur fünf Minuten, dann bin ich weg."
Er sieht Olli in sein dankbares Gesicht und fügt nur in Gedanken dazu,
"Und alles andere und auch die Kinder müssen wir auf Morgen Abend verschieben."

"Endlich!"
sagt Christian, als Olli drei Tage später mitten in der Nacht versucht leise zu ihm ins Bett zu schlüpfen.
"Oh du bist doch noch wach!"
freut sich Olli und kuschelt sich erschlagen in Christians Arme.
"Na hör mal, das ist unsere letzte Nacht, die werde ich doch nicht verschlafen. Was hast du bloß wieder so lange gemacht?"
"Ja, da habe ich mir echt was aufgebürdet mit Tristans neuem Laden. Aber bis auf die blöden Elektriker, denen ich von Düsseldorf aus noch mal Druck machen muss, habe ich jetzt alles wieder im Griff. Die sanitären Anlagen strahlen wie neu, die Zapfanlage wird Morgen repariert und alles andere läuft auch.
Selbst die Verträge mit dem Getränkelieferanten und dem Caterer sind fertig, die müssen sie Morgen nur noch unterschreiben."
Olli redet und redet, er ist noch ganz in seinem Klub.
"Jetzt ist mal gut. Hey Olli vergiss den ganzen Mist mal für eine Weile. Die letzten Tage habe ich dich schon vor lauter Arbeit kaum gesehen."
Er gibt ihm einen Kuss.
"Du hast recht es gibt auch noch andere Dinge. Hast du heute endlich mal Ben erreicht?"
"Nein es war wieder nur seine Tante dran. Allerdings habe ich trotzdem mit ihm gesprochen, wenn auch nur ganz kurz. Er hat zurückgerufen, aber seine Stimme klang traurig und er war sehr einsilbig. Er hat sich höflich entschuldigt und bedankt und gesagt es gehe ihnen gut. Das war's schon, dann musste er wieder weg, gesagt hat er zum spielen, aber das glaube ich nicht.“
Aufgewühlt bricht Christian kurz ab, “Es hat mir keine Ruhe gelassen und deshalb habe ich sogar bei der Frau vom Jugendamt in Bonn angerufen. Aber sie hat mir gesagt, dass sie bei ihrem Besuch am Anfang nichts zu beanstanden hatte. Sie hat zwar zugegeben, dass dieser Herr Schmitt nicht wirklich sympathisch ist, aber das ist kein Grund um einzugreifen. Er ist der einzige leibliche Verwandte und das Gericht hat ihm die Kinder zugesprochen. Doch weißt du was der Oberhammer ist, er hat wohl sogar schon versucht den Umfang des Erbes der Kinder in Erfahrung zu bringen, ist aber leider rechtlich auch kein Argument, da er da ja eh nicht, oder ich weiß nicht, zumindest noch nicht, ran kommt. Diese Dinge liegen noch beim Jugendamt, da er bisher nur eine Pflegschaft hat."
"Er hat was gemacht? Aber wenn er versucht daran zu kommen, sagt das doch schon alles aus."
"Das würde sicher im Falle eines Prozesses ein entsprechendes Bild abgeben, aber strafbar ist es nun mal nicht sich danach zu erkundigen."
"Ach Christian es tut mir so leid für Ben und Merle, was müssen diese Kinder alles aushalten, das ist so unfair. Aber wenn man diesen Onkel so erlebt, dann wundert mich auch nicht, dass ihre Eltern den Kontakt abgebrochen hatten."
"Und wir können nichts für sie tun, weißt du das regt mich am meisten auf."
"Naja was hältst du davon, wenn ich gleich nach der Eröffnung, wenn ich dann wieder zuhause bin, einfach mal vorbei fahre. Und zwar spontan und nicht angemeldet wie das Jugendamt es muss."
"Das wäre eine super Idee, Schatz. Danke! Ach wenn ich dich nicht hätte!"
Und Christian kuschelt sich wieder näher an Olli ran und beginnt ihm den Nacken zu graulen und an seinem Ohrläppchen zu knabbern.
"Christian es ist schon so spät", versucht Olli ihn zu bremsen.
Doch Christian spürt genau die Gänsehautwellen, die über Ollis ganzen Körper laufen und seine Erregung, also macht er weiter.
"Aaah, weißt du wie gemein du bist? Wie soll ich da vernünftig sein und mich wehren?" murmelt Olli und sein Atem beginnt schneller zu werden.
"Versuch's!"
Christian grinst siegessicher.
"Sag einfach nein, dann drehe ich mich brav um und lass dich schlafen", flüstert er ihm ins Ohr, wandert aber gleichzeitig mit seinen Küssen zu Ollis empfindlichsten Stellen.
"Und was sagst du? Nein?"
Olli stöhnt auf.
"Ja, ja, du Schuft."

Nach irgendwie viel zu wenigen Stunden der Nachtruhe laufen Christian und Olli am nächsten Morgen vom Schalter der Fluggesellschaft weg.
"Wie sieht es aus Olli, trinken wir noch eine Kaffee zusammen, du musst ja erst in einer halben Stunde durch den Zoll."
Doch noch bevor Olli antworten kann, spricht sie plötzlich ein Herr an, neben dem zwei Polizisten stehen.
"Herr Sabel?"
Olli dreht sich überrascht um.
"Ja bitte, was kann ich für sie tun?"
"Ich muss sie bitten uns zu begleiten!"
"Weshalb, was ist passiert?"
fragt Christian sofort alarmiert und legt instinktiv seinen Arm beschützend um Olli.
Der Inspektor sieht ihn jetzt an.
"Und wer bitte sind sie?"
"Christian Mann, ich bin..."
Aber Olli fällt ihm ins Wort.
"Er ist mein Ehemann und ich würde jetzt aber auch gerne wissen was los ist."
"Ich nehme sie vorläufig fest. Sie werden der Sabotage im Club No Limits verdächtigt, durch die heute Morgen ein Arbeiter lebensgefährlich verletzt wurde!“
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