London und zurück

von Flora 66
GeschichteAllgemein / P12 Slash
Christian Mann Oliver Sabel
27.08.2019
01.07.2020
71
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29.08.2019 1.700
 
"Hi Oliver schön dich wieder zu sehen."
"Hi Jenny, ich freue mich auch", begrüßt er Christians freundliche Kollegin vom Gestüt.
"Können wir?", fragt Christian sie, nach einer kurzen Umarmung.
Als sie nickt, nimmt er seinen Mann einfach an die Hand und führt ihn um den Stall herum.
"Oh Christian, eine Kutsche" ruft der erleichtert aus, "aber da ist ja gar kein Platz für den Kutscher. Kannst du...?"
"Keine Angst du musst ihn nicht auf den Schoß nehmen, ja ich lenke selbst", lacht Christian, dann wird er wieder ernst,
"weißt du, ich hatte vor allem an Anfang viel Zeit hier. Irgendwas musste ich tun, also habe ich nebenher gelernt alle Kutschen und Fahrzeuge des Gestüts zu fahren, selbst den großen Pferdetransporter."
Olli sieht ihn mit einer Mischung aus Erstaunen und Stolz an.
"Aber heute genügt der kleine Einspänner, nur für uns zwei. Bitte einsteigen der Herr.
Hinter dir liegt noch eine Decke, falls dir zu kalt wird und jetzt lehn dich zurück und versuch es zu genießen."
Lächelnd gibt Olli ihm einen Kuss auf die Wange und macht es sich bequem.
Christian lenkt den Wagen in Richtung eines großen Waldgebietes, so fahren sie einige Zeit ohne zu reden in leichtem Trab durch den Wald.
Aber es ist keine peinliche Stille, sondern eine erholsame.
Zuerst war Olli ja schon noch angespannt, wie immer in der Nähe von Pferden, aber nach einer Weile wurde ihm bewusst, es ist sein Mann der neben ihm sitzt, also lehnt er sich an Christian und genießt mit geschlossenen Lidern die entspannte Ruhe.
Bis er spürt, dass sie langsamer werden und anhalten. Neugierig öffnet Olli seine Augen, sein Blick erfasst die idyllische Szene vor ihnen. Sie stehen auf einer großen Lichtung mit einem kleinen See und einer offenen Hütte, einem Art überdachtem Unterstand mit Tisch und Bank, daneben.
Während Christian den Picknickkoffer auspackt und die Decke auf die alte Holzbank  legt, sieht Olli sich um.
"Oh Christian, das ist ja wunderschön hier," schwärmt er begeistert. Und Christian registriert erfreut wie Ollis Augen leuchten.
"Ja ich weiß, ich komm hier oft her , wenn ich allein sein will. Komm setz dich zu mir, ich habe uns Sandwiches mitgebracht."
"Du musst ja heute fürchterlich früh aufgestanden sein, um das alles zu organisieren."
Christian lächelt nur etwas verlegen.
"Schön dass es dir gefällt."
Nach dem Essen legt er seinen Kopf auf Ollis Schoß und sieht zu ihm hoch.
Er könnte in diesen wunderbaren grünen Augen, die ihn anlächeln, ertrinken. Still sehen sie sich an und plötzlich beginnt Christian zu reden, leise aber doch ganz klar. Es muss einfach aus ihm heraus.
"Das soll jetzt keine Rechtfertigung sein, denn ich weiß die gibt es nicht und ich weiß auch, ich habe mir das selbst so ausgesucht. Aber Olli manchmal bin ich hier fürchterlich einsam, dann vermisse ich dich, dass es fast schon weh tut. Meine Arbeit hier ist toll und mit einigen meiner Kollegen habe ich mich auch angefreundet, aber es gibt Tage, da würde ich alles stehen und liegen lassen, nur um in Düsseldorf und bei dir zu sein.
Ich liebe dich so unglaublich, ich werde mir das nie verzeihen. Ich hatte solche Angst dich zu verlieren, dass ich feige alles verdrängt habe, als ich nach Hause gekommen bin."
Christian läuft eine Träne übers Gesicht.
Sanft küsst Olli sie weg und hält ihn ganz fest.
Gut wenn Christian schon anfängt, dann ist es auch gut so und vielleicht gerade hier der richtige Ort endlich sich wirklich auszusprechen. Das war ja bei ihrer Versöhnung gestern etwas zu kurz gekommen.
"Aber...aber warum schon wieder eine Frau, Christian? Was hat dich an ihr angezogen? Kannst du mir das erklären?" Christian sieht den Schmerz in Ollis Augen.
"Nichts, seit ich mit dir zusammen bin hat mich nie wieder jemand so angezogen wie du. Wenn ich ehrlich bin fand ich sie nicht mal besonders hübsch, ich begreife es nicht.
Mir fehlt absolut nichts bei dir...Weißt du, als sie uns Lilly damals weggenommen haben, war das fürchterlich, ich konnte es fast nicht ertragen. Wieder jemand den ich geliebt habe, aber Olli das war nichts gegen die Gefühle, als du nicht mehr da warst. Du..."
So sprechen sie noch eine ganze Weile endlich über all die unausgesprochenen Wünsche und Ängste die sich im Laufe der Zeit bei beiden angesammelt hatten, bis sie einfach nur still einander wieder in die Augen sehen und sich dann irgendwie gelöst küssen. Sie spüren deutlich, das haben sie gebraucht, jetzt können beide etwas besser damit umgehen.
Plötzlich lässt sie Christians Handy aufschrecken.
"Mann!"
"Hallo, Christian hier ist Judith!"
Christians Augen weiten sich erstaunt, schnell macht er den Lautsprecher an und hält das Handy zwischen sich und Olli.
"Oh mein Gott, Judith, von dir haben wir ja schon ewig nichts mehr gehört. Was machst du, wo bist du?"
"Bis jetzt noch in Spanien, du weißt ja, dass ich wieder mit Konstantin zusammen bin. Aber ich übernehme kurzfristig ab nächster Woche für ein halbes Jahr eine Baustelle in London.
Sobald ich da bin und weiß wo ich wohne, könnten wir uns ja mal treffen."
"Du suchst ein Zimmer? Hey, ich bezieh gerade eine für mich alleine eigentlich zu große  3-Zimmerwohnung. Wie wäre es, wie in alten Zeiten, du könntest eines der Zimmer haben. Es ist etwas außerhalb, ich schicke dir die Adresse. Schau es dir an und überleg's dir, ob das für dich passen würde. Ich würde mich freuen."
"Mensch, das wäre super, bis bald. Ich melde mich!"
"Christian, Judith!!! Das wäre doch die Lösung und schon nächste Woche, dann sehe ich sie auch noch."
Olli ist restlos begeistert. In dieser fröhlichen Stimmung brechen sie dann auch auf.
Auf dem Rückweg haben sie viel zu bereden. Erinnerungen, aber auch Vorfreude auf Judith, die sie schließlich Jahre schon nicht mehr gesehen haben.
Als sie die Kutsche im Gestüt abgeben, fragt Christian,
"Und was möchtest du jetzt tun?"
"Hmmm, ich glaube, nein ich weiß, ich möchte gerne dein Angebot von heute Morgen aufnehmen, ich sage nur Bad!" grinst Olli und sein Blick ist unmissverständlich.
Auf ihrem Zimmer angekommen sieht Olli Christian an,
"Dusche oder Whirlpool?"
"Ich wäre für Whirlpool, hast du gesehen, dass man von dort aus den gleichen Blick auf die Stadt hat wie von hier? Außerdem brauchen wir morgen Abend sicher dringender eine Dusche."
"Brauchen wir?"
"Ja Olli Morgen können wir anfangen meine Wohnung einzuräumen und ab Übermorgen müssen wir dort auch wohnen, also ist das dann unser letzter Abend im Luxus."
"Oh na dann! Du hast Recht, das müssen wir noch ausnützen."
Und Olli zieht Christian eng an sich ran und beginnt sofort ihm sein Hemd zu öffnen. Bis sie im Bad ankommen, haben sie sich schon fast ihrer gesammten Kleidung entledigt.
Sie lösen sich nur widerwillig und während Christian das Wasser einlaufen lässt, steht Olli an dem großen Fenster und beobachtet wie es immer dunkler wird und überall langsam die Lichter angehen. Christian tritt von hinten an ihn ran.
"Es ist schon toll, dass wir hier im Umkreis weit und breit die höchsten sind, keiner sieht zu uns herein", flüstert er seinem nun völlig hüllenlos vor ihm stehenden Mann, sanft ins Ohr und beginnt Ollis Nacken zu küssen.
Er spürt genau, wie dessen Körper auf seine Berührungen reagiert.
Olli bleibt still stehen, sieht auf die untergehende Sonne und lässt sich ganz fallen, bis Christian ihn zum Whirlpool zieht.
Und sie 'entspannen' lange und genussvoll.
Und dieses Mal kann Olli wirklich entspannen, nach ihrem Gespräch von heute Mittag ist viel von seiner Inneren Anspannung, die er immer noch hatte, abgefallen.
Und er hat jetzt schon mehrere Stunden nicht mehr an SIE gedacht.

Am nächsten Vormittag.
Christian hat sich einen Transporter vom Gestüt geliehen und sie beladen ihn gerade.
Dann fahren sie los, noch an einem Möbelhaus vorbei, zur Wohnung.
Judith hat inzwischen die WG tatsächlich zugesagt und sie gebeten, erste Möbel die sie schon bestellt hat, abzuholen.
Einige Stunden und viele geschleifte und ausgepackte Kartons später, sitzen sie auf ein paar Kisten in der Wohnung und essen hungrig und in gelöster Stimmung ihre frisch gelieferte Pizza.
"Jetzt ist mir auch klar, warum du wolltest, dass ich mitkomme, du hast einen Umzugshelfer gebraucht", frotzelt Olli grinsend.
Christian geht zu ihm hin und kitzelt ihn, solange bis dieser sich von seiner Kiste auf einen Stapel Kissen fallen lässt und Christian mit sich zieht. Lächelnd beginnen sie sich zu küssen.
Als plötzlich Christians Handy summt, unterbricht er mit einem entschuldigenden Blick und sieht nach. Er wartet noch auf eine Nachricht vom Gestüt.
Doch seine Mine verrät rasch von dort kommt sie nicht.
"Au Mann was soll das?", stöst er erbost aus.
Olli sieht ihn fragend an.
"Sie schon wieder?"
Christian zeigt ihm die SMS
-Bis bald , Schatz-
und lauter rote Herzchen.
Olli muss ganz tief durchatmen und sieht erleichtert, wie Christian ihr eine ganz deutliche Antwort schreibt.
"Entschuldige", sagt er zerknirscht zu Olli.
"Ist schon gut", meint der und gibt ihm einen sanften Kuss.
Aber die Stimmung ist ihm vergangen. Er steht auf und Christian tut es ihm nach.
"Heute Abend, OK."
Christian nickt und sie räumen weiter ihre Kisten aus. Das Thema Paula verdrängen sie so weit es geht wieder.
Sie kommen gut voran und als sie sich beim gehen umsehen ist klar, wenn sie Morgen aus dem Hotel auschecken, kann Olli noch die paar Sachen in der Küche einräumen und er hat angeboten einkaufen zu gehen. Dann ist alles erledigt.
Denn Christian muss endlich seinen neuen Job als Cheftrainer im Gestüt antreten.

Ihren letzten Abend im Hotel erleben sie noch mal ganz intensiv. Wortlos haben sie sich darauf geeinigt, den Vorfall vom Mittag einfach zu ignorieren, zumindest für diesen Abend.
Sie genießen den wundervollen Ausblick, nützen ihre Badezimmer Wellnessoase und ihr Luxusbett voll aus, um dann viel zu spät, Arm im Arm einzuschlafen.
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