I will always protect you.

OneshotRomanze / P12
Connor Lassiter Hayden Upchurch
26.08.2019
26.08.2019
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Connor war so entspannt wie schon lange nicht mehr, als er auf dem Flügel seines ausrangierten Jets in den sternenreichen Himmel sah. Es war Ewigkeiten her, dass er sich dafür die Zeit genommen hatte, doch momentan lief es auf dem Friedhof gut, weshalb er sich das leisten konnte.

Es war eine eher stille Nacht, weshalb er die Schritte des Anderen hörte und sich nicht erschrak, als dieser ihn ansprach.

"Ist neben dir noch 'n Platz frei?", fragte Hayden und ließ sich im nächsten Moment schon neben ihm nieder. Connor musste schmunzeln:"Warum fragst du überhaupt, wenn du dich eh setzt?"

"Kennst mich doch. Immer schön höflich bleiben", schmunzelte der Blonde und zog die Beine an den Oberkörper während er in den Himmel sah:"Ist das nicht voll öde? Sterne zu beobachten, meine ich."

"Nein. Es entspannt. Und ich bin froh darum", sagte Connor ungerührt. Seine Augen bewegten sich zu Hayden, um seinen schwach angeleuchteten Umriss in der Dunkelheit zu betrachten. Der Sitzende schnaubte lächelnd:"Ja ... Kann ich mir denken. In letzter Zeit wirkst du echt angespannt."

"Das Leben wird halt nicht einfacher", murmelte Connor und sah wieder zu den Sternen:"Was treibt dich her?"

Eine Weile schwieg Hayden. Schließlich legte er sich doch hin und sah auch in den Himmel:"Ich kann nicht schlafen. Hab momentan 'nen ziemlich ätzenden Albtraum. Bei dir hatte ich die Hoffnung, dass du noch wach bist und ..."

Er hörte auf zu reden und grinste, doch es ging in der Dunkelheit unter:"Hast Recht. Die Sterne entspannen echt."

Doch Conner hatte sein Augenmerk nicht mehr darauf gerichtet, sondern auf seinen Freund - inzwischen einer seiner engsten und vielleicht auch besten. Wahrscheinlich beunruhigte es ihn deshalb, dass er nun hier war. Unter ihnen war Hayden die Frohnatur. Hayden, der es immer schaffte, zu lächeln. Hayden, der alles locker nahm. Hayden.

Keiner von ihnen sagte etwas.

Erst nach einer Weile hörte Connor wieder Haydens Stimme:"Weißt du ... dieser Traum ... Ich habe Angst, dass er passiert. Dass er wahr wird ... Auch wenn es total ... dämlich ist. Es ist schonmal passiert. Warum also nicht ein weiteres Mal?"

Wieder eine lange Pause zwischen ihnen. Connor blickte langsam wieder in den Himmel:"Erzählst du mir von deinem Traum?"

"Du würdest mich auslachen."

"Würde ich nicht", sagte Connor und spürte Haydens Blick auf sich. Er wiederholte sich:"Das würde ich nicht."

Und abermals folgte ein Schweigen. Offensichtlich hatte Hayden es wirklich schwer, mit der Sprache rauszurücken. Gerade wollte Connor sich aufsetzen und ihm sagen, dass er ihm nichts sagen musste, wenn er nicht wollte oder konnte, doch da fing Hayden schon an zu sprechen:"Ich ... sehe euch. Dich und Risa ... und die anderen. Wie ihr euch alle von mir abwendet. Mich den JuPos überlasst ..."

Sofort saß Connor aufrecht und sah seinen Freund an:"Was?! Hayden! Du weißt, dass wir das niemals-"

"Ich weiß", sagte der Blonde. Er hatte sich einen Arm über die Augen gelegt. Seine Zahnspange blitzte im Mondlicht und verriet Connor, dass er grinste. Doch er konnte sich vorstellen, dass es kein glückliches Grinsen war.
Einen Moment schwieg Conner. Er zog ein Bein an seinen Oberkörper und legte den Kopf darauf ab:"Du sagtest, das sei schon einmal passiert ... Meinst du deine Eltern?"

"Ja", sagte Hayden langsam. Immer noch lag der Arm über seinen Augen. Ob er weinte? Connor biss sich auf die Lippe. Wie sollte er damit umgehen?

"Wir sind nicht deine Eltern. Wir sind deine Freunde und wir haben dich gern", sagte er schließlich etwas unsicher. Hayden schnaubte belustigt und setzte sich dann auch auf:"Das haben meine Eltern auch getan. Bis ... ich ihnen gesagt habe, dass ich schwul bin."

Connor blinzelte und starrte ihn im ersten Moment ungeniert an. Mit so einem Geständnis hatte er eher weniger gerechnet. Eilig senkte er seinen Blick und dachte nach. Hatten Haydens Eltern ihn wirklich wegen seiner Sexualität an den Staat verraten?

"Ich hab euch immer nur von dem Streit zwischen ihnen erzählt. Aber nie, wie es wirklich dazu kam", murmelte Hayden leise. Im Moment wünschte er sich, er hätte das Connor alles nicht erzählt. Er wäre nicht zu ihm gekommen, sondern in seinem Flugzeug geblieben. Dort hätte er dann einfach alles weggelächelt. Wie auch sonst immer ...

"Etwa nur weil du schwul bist?", fragte Connor verständnislos:"Sie haben dich nur deshalb weggegeben?!"

Hayden sah auf und zu ihm. Er sah die Wut in Connors Augen:"Connor ..."

"Und du hast echt Angst, dass wir es genauso machen? Ich glaube es nicht ...", sagte der ältere der beiden. Er wusste nicht, ob er nun enttäuscht sein sollte, doch schließlich kniete er sich neben Hayden und zog ihn in seine Arme:"Hör auf, dir so 'nen Scheiß auszudenken."

Hayden war etwas überrascht von der Umarmung, doch ziemlich schnell legte er seine Arme um Connors Körper und die innige Umarmung daraufhin ging von beiden aus.

Schließlich löste Connor sich vom Blonden und konnte nicht umhin, ihm über die Wange zu streichen. Sanft lächelte er:"Du wirst uns nicht so schnell los, Spam."

"Nenn mich nicht so", lachte Hayden leise und boxte ihn. Connor nahm seine Hand zu sich und hat Hayden auf:"Ich nenn dich wie ich will, klar? Schließlich bin ich hier sowas wie der Boss!"
"Geht klar", grinste Hayden. Connor konnte es nur hören, doch in dem Moment hätte er alles gegeben, um das Grinsen wirklich zu sehen.

Sie verließen die Flügelfläche und verabschiedeten sich. Beide mit einem guten Gefühl. Hayden dachte, er würde die Träume somit loswerden, doch es wurde nur noch schlimmer.

Erst nach einer Woche kam er nachts wieder zu Connor. Diesmal lag er schon im Bett und setzte sich müde auf, als er merkte, dass jemand in seinen Jet gekommen war:"Was ist denn los?"
"Connor ... ich bin es", murmelte der Blonde leise und stand unschlüssig in der Tür zum Schlafzimmer.

"Hayden?", fragte der Ältere verwirrt und machte das Licht neben seinem Bett an:"Was ... machst du hier?"

"Ich kann nicht schlafen."

Stille. Connor betrachtete Hayden einfach nur, während dieser immer nervöser wurde und von einem Fuß auf den anderen trat:"T-tut mir leid. ich wollt' nicht stören."

Er wollte sich umdrehen, doch da hörte er ein leises Lachen und sah verwirrt auf. Connor lächelte ihn an und hob seine Bettdecke etwas an:"Dann mach dir Tür endlich zu und komm her! Es wird kalt."

Einen Moment noch blieb Hayden etwas überfordert stehen, ehe er eilig die Fliegertür zuzog und sich zu Connor unter die Decke kuschelte. Mit der Einladung hatte er nicht gerechnet:"Ist das ... auch wirklich okay für dich?"

"Mach dir keine Gedanken", wank Connor ab und machte das Licht wieder aus:"Nacht."

Doch Hayden machte sich Gedanken. Es dauerte ewig, bis Hayden endlich einschlafen konnte. Connor hatte damit wohl weniger Probleme ... Hayden hingegen musste sich erst an den warmen Körper neben sich gewöhnen. Er hatte schon lange nicht mehr mit jemandem in einem Bett geschlafen. Erst recht nicht mit jemandem, den er so sehr mochte wie Connor.

Schließlich war auch ihm Schlaf gegönnt, der jedoch nicht lange andauerte.

Unruhig atmend wand er sich hin und her. Stammelte vor sich hin. Flehte, dass sie ihn nicht abgeben sollten. Sie, seine Eltern. Sie, seine Freunde ... Connor ...

Dieser wurde von den Aktivitäten seines Freundes wach und sah ihm Dunkeln zu ihm. Er versuchte ihn zu wecken, doch nichts half. Schließlich setzte er sich auf und beugte sich über ihn. Er umgriff Haydens Kinn und legte ihm seine Lippen auf die eigenen.
Kurz darauf schlug der Blonde die Augen auf und starrte Connor an, welcher sich nur langsam löste und ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht strich:"Hey ... Mach dir keine Gedanken, okay? Du wirst bei uns bleiben. Keiner wird dich verraten. Und sollte es doch einer tun, dann kriegt er 'ne Lektion, die sich gewaschen hat. Okay? Ich bin da, Hayden. Ich werde immer da sein und dich beschützen. Immer."

Hayden glaubte ihm. Und Connor sah es ihm an. Sanft küsste er ihn ein weiteres Mal, bevor er sich wieder neben ihn legte und in seine Arme zog.

Hayden glaubte ihm. Er drückte sich an den Älteren und ab da träumte er auch nicht mehr davon, verraten zu werden.
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