Koma

von Lisatsch2
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
26.08.2019
16.10.2019
18
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Da bin ich wieder ^^
Viel Spaß beim Lesen! :)
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Klaas stand vor der Tür, rauchte eine Zigarette und wartete auf Joko, der ihn abholen wollte.
Gesagt hatte er, er würde erst seinen Mietvertrag abholen und seine Schlüssel und dann mit einem Transporter Klaas abholen kommen.

Klaas blies den Rauch seiner Zigarette in den Himmel und genoss die Sonne.
Der Tag gestern mit Doris und Leon war einfach wundervoll gewesen.

Erst waren sie auf dem Spielplatz, dann haben sie zusammen gekocht und abends mit Leon einen Film geschaut, bis der kleine und sie selber auf der Couch eingenickt waren.
Er lächelte, weil er glücklich war.
Doris akzeptierte, dass Joko ihm wichtig war und das war das allergrößte für ihn.

Kaum war er kurz in Gedanken versunken, hörte er einen Wagen hupen, merkte beim Hinsehen, dass es Joko war, der einen großen Van fuhr und vor Klaas anhielt.
Klaas grinste, schmiss seine Zigarette weg und stieg ein.

„Moin.“

„Na, ausgeschlafen?“

Joko wirkte glücklich, als Klaas ihn kurz drückte und sich dann anschnallte.

„Klar, bin auf deine Wohnung gespannt nach her.“

„Also erst mal werd ich dich wohl mit einkaufen nerven müssen.“

„Macht nichts, ich hab Bock!“

Er grinste und sie fuhren los, kamen nach 20 Minuten an, stiegen aus und nahmen einen Wagen, auf dem sich Klaas grinsend stellte und den Joko dann lächelnd schob.

„Weißt du schon, wonach du so suchst? Oder is das Ergebnis am Ende offen?“, lachte Klaas und drehte sich auf dem Wagen zu Joko um.

„Nö, also das, was mir gefällt, kauf ich. Aber ich will sowieso erst mal nach Schlafzimmer gucken, hab kein Bett, Schränke oder sowas. Außer einer Küche hab ich gar nichts.“, lachte er.

Joko fuhr den Einkaufswagen in die Schlafzimmerabteilung, wo Klaas dann runter sprang und sich Betten anschaute.

„Wie findest du das?“

Klaas ließ sich auf eines der Betten fallen und sah Joko fragend an.

„Sag mal, steh auf da, du hast Straßenschuhe an.“

Joko sprach leise und sah sich nach Verkäufern um.

„Die sind doch gar nicht auf dem Bett. Komm mal her und teste.“

Klaas klopfte neben sich auf die Matratze.

„Klaas nein, das darf man nicht, das sind Ausstellungsmöbel.“

„Schön…dann hilf mir wenigstens hoch.“

Joko seufzte und ging zu Klaas, der seine Arme nach oben streckte.
Joko wollte Klaas hoch ziehen, aber fiel, weil er über eine Stufe stolperte, über Klaas und konnte sich gerade so mit den Händen abfangen.
Klaas hielt ihn mit den Händen am Bauch oben und musste direkt lachen.

„So war das jetzt nicht gedacht…“, lachte Klaas und hörte in dem Moment auf zu lachen, als Joko ihn ansah, der immer noch über ihm war, viel zu nahe.

Klaas schmunzelte ihn an ehe er ein Räuspern hörte und er zur Seite schaute.

„Kann ich den Herren helfen?“

Ein Verkäufer stand mit hochgezogener Augenbraue neben ihnen und sah sie an.

„Ehm, ne, alles gut. Wir schauen uns noch um.“

Joko stand geschockt auf und zog Klaas gleich mit hoch, der neben ihm irritiert stehen blieb.

„Also wenn sie sich entschieden haben, rufen Sie einfach.“

Der Mann grinste und ging dann wieder.

„Klaas, sorry, ich bin gestolpert und ich wollte echt nicht so auf dich landen und…ehm.“

„Alles gut.“, lachte Klaas.

Er klopfte Joko leicht auf die Schulter und schaute sich dann weiter um.
Sie kamen an einem Komplettset vorbei, welches aus Bett, Schrank, Kommode und Nachttisch bestand, dazu noch ein komplettes Wohnzimmer, wo Klaas dann stehen blieb.

„Wie is das?“

Joko schaute sich die Möbel an und fand sie echt gut, aber als er einen Blick auf die Preise warf, verging es ihm.

„Echt schön alles, aber der Preis alter…“

Klaas sah sich das Preisschild an und dann lass er etwas und deutete darauf.

„Hier. 20 Prozent Rabatt. Also statt 15 nur 12 Tausend.“

„Ja, Einstein, ließ mal weiter. Für Paare. Das is ein Paarrabatt.“

„Ja und?“

„Wir sind nicht zusammen, Klaas.“

„Ehm, Joko, Schatz, sind wir.“

Joko sah Klaas ungläubig an, der schon begann zu lächeln.

„Ne, dass können wir nicht bringen.“

„Klar, lass mich reden, dann fliegen wir nicht auf. Du musst nur mitspielen.“

„Klaas, dass is ne blöde Idee.“

„Du willst doch die Möbel oder? Aber für 15 willste die nicht, also lass uns Pärchen spielen, dann bekommen wir Rabatt.“

Joko gefiel der Plan gar nicht und das sie vielleicht auffliegen würden, war sein kleinstes Problem.
Er hatte da eher Angst um seine Gefühle.

Er merkte, dass Klaas ihn abwartend ansah.

„Okay…schätze ich.“

„Gut. Lass mich einfach reden. Der Rest geht schon von alleine.“

„Ich hoffe, du irrst dich nicht.“

„Ich doch nicht.“, grinste Klaas und hielt Joko seine Hand hin, der darauf schaute und sich selber dafür hasste, was gleich passieren würde.

Er nahm Klaas‘ Hand in seine, woraufhin Klaas zufrieden grinste und ihre Finger verschränkte, dann mit Joko so zur Information ging, wo der Mann hingegangen war von vorhin.

„Entschuldigung?“

Der Mann sah auf und schaute erst Klaas, dann Joko an.

„Ja bitte?“

„Also wir hätten uns dann was ausgesucht. Hätten Sie Zeit?“

Klaas hatte Jokos Hand noch nicht losgelassen und lehnte sich kurz mit einem Grinsen an ihn.

„Klar, einen Moment.“

Der Mann schmunzelte, nahm ein Klemmbrett und stand dann auf.

„Was haben sie sich denn ausgesucht?“

„Ja Moment, wir zeigen es Ihnen.“

Klaas zog Joko mit sich und der Mann folgte ihnen.

„Also wir finden das hier sehr schön, ne Schatz?“

Klaas lächelte Joko an, der immer mehr innerlich zerbrach und deshalb nur zustimmend nickte.

„Ah, das Set also.“

„Ja, dass is Schlafzimmer und Wohnzimmer zusammen, richtig?“

„Genau. Wir wären dann bei 15 Tausend insgesamt.“

Klaas räusperte sich und legte sich Jokos Hand um die Schulter und drückte sich an ihn und das tat Joko einfach weh.

„Und der Rabatt? Gilt der?“

„Achso! Natürlich, der Pärchenrabatt. Entschuldigung. Ja dann wären wir bei 12 Tausend selbstverständlich.“

„Nehmen wir die?“

Klaas sah Joko mit großen Augen an und wartete auf eine Antwort.

„Ähm…ja.“

„Super, danke Schatz!“

Klaas gab Joko einen Kuss auf die Wange und drückte ihn kurz und so langsam hatte Joko keinen Bock mehr.
Einfach alles an diesem Verhalten tat ihm weh.

„Gut, ich schreib mir dann mal alles auf. Und brauch dann nur noch die Adresse, dann wird das in den nächsten Tagen geliefert.“

„Okay, sehr schön.“

Der Mann ging lächelnd voraus und Klaas sah Joko kurz an.

„Hey. Alles in Ordnung?“

Als Joko ihn ansah, sah er wieder dieses besorgte und das ließ Joko einfach wieder alles vergessen.

„Alles gut.“, lächelte er, obwohl es das nicht war.

„Okay. Hast gleich deine Möbel.“, grinste er und strich Joko über den Rücken.

Sie folgten dem Mann und kamen wieder bei der Information an.
Dort unterschrieb Joko dann, gab seine Adresse und Handynummer an und damit war es dann auch schon erledigt.

„Sehr schön, dann haben Sie hier die Unterlagen und ihr Foto können Sie dann vorne noch machen.“

„Foto?“

Klaas runzelte die Stirn.

„Ja, ein Pärchenfoto. Das gehört mit zum Angebot und is natürlich inklusive.“

Klaas sah erst den Mann und dann Joko sprachlos an und sah in Jokos Augen ebenfalls, wie überrascht er war.

„Ehm also ein Foto brauchen wir eigentlich nicht.“

„Ich bestehe drauf. Ich bin froh, mal ein echtes Paar zu sehen. Seit Montag sind hier so viele, angebliche Paare erschienen, da bestehe ich drauf, dass sie das machen. Ihnen sieht man die Liebe zueinander einfach an und das is wirklich toll. Kommen Sie.“

Ohne das auch einer der beiden was sagen konnte, ging der Mann los und somit hatten sie keine andere Wahl.
Sie kamen bei einer aufgestellten Leinwand an und einem Stativ, wo ein Mann bereits wartete.

„So, dann stellen sie sich mal auf den markierten Punkt.“

Klaas schob Joko sachte nach vorne und spürte richtig, wie er sich sträubte.

„Joko? Hör mal kurz.“

Klaas sprach ganz leise an seinem Ohr und hatte somit seine Aufmerksamkeit.

„Ich weiß, dass is ein scheiß Moment, aber wenn wir das gut machen, ist es vorbei und die versuchen nicht, einen Kuss zu erzwingen. In Ordnung?“

Joko nickte zaghaft.
Das würde noch fehlen, Klaas noch mal zu küssen.
Deswegen wollte er jetzt einfach ein schönes Foto machen und gut war.

„Einfach nicht auf die Kamera achten. Fühlen sie sich ganz normal. Probieren Sie gerne selber eine Pose aus.“

Klaas war darüber wirklich froh und sah Joko direkt an.

„Joko? Dreh dich mal zu mir, also seitlich zur Kamera…“

Er flüsterte fast und Joko tat einfach das, was er sagte.
Er sah Klaas dann direkt in die Augen und sah diese Wärme, fühlte sich einfach geborgen in seinem Blick, merkte dann Klaas‘ Hand an seiner Wange und sah ihn lächeln.

„Schau mich einfach an und denk an damals, so blöd das klingt…das hilft beim verliebt schauen, glaub mir…“

Klaas schaute ihn mit so einer Art und Weise an, dass Joko jedes Wort im Hals stecken blieb.
Er begann einfach seinen Verstand auszuschalten und sah nur noch Klaas und legte ihm seine Hand in den Nacken und begann einfach an damals zu denken.
Wie unbeschwert alles war, wie sehr sie sich geliebt haben…die tollen Erinnerungen und wie stark Klaas und er für ihre Liebe damals gekämpft hatten, weiterhin zusammen Fernsehen machen zu dürfen…

Er lächelte jetzt und sah Klaas einfach in die Augen, bis er einen Blitz war nahm und Klaas ihn langsam wieder los ließ.

„Super! Echt schönes Foto! Wollt ihr mal schauen?“

Klaas nahm Jokos Hand, sah ihn etwas schüchtern an und zog ihn mit sich zum Fotografen.
Als Joko sich das Foto ansah, brach sein Herz komplett.
Sie sahen aus wie ein Paar.
Diese ehrlichen Blicke, diese Nähe, dass war einfach scheiße.
Es war so unfair, ihn nicht lieben zu dürfen, aber es ging nicht anders, er konnte es nicht abstellen und das brach ihn innerlich immer mehr.

„Schön…“, sagte Klaas und lächelte, versuchte es zumindest, denn innerlich brach etwas, als er sie so glücklich sah.

Alleine die Blicke…sowas konnte man doch nicht spielen?
Er musste diese verdammten Gefühle in den Griff bekommen und ja, wahrscheinlich hatte er diese Minuten hier, in denen er so tat, als wären sie ein Paar, mehr als genossen, weil es sich so vertraut anfühlte.
Oder als Joko über ihn gefallen war, er merkte einfach, dass solche Momente noch viel zu intensiv für ihn waren und er einfach merkte, wieviel Joko ihm noch bedeutete.

Sie druckten das Foto aus, kauften noch ein wenig Deko ein und fuhren dann zu Jokos Wohnung und während dieser ganzen Zeit, redeten sie kein Wort mehr miteinander, sahen sich nur ab und zu mal an und waren ansonsten sehr ruhig.

Klaas stieg mit Joko aus und folgte ihm bis zur Wohnungstür, die er dann aufschloss.
Sie gingen herein und Klaas bekam sofort große Augen, stellte den Karton mit Deko hin und sah sich um.

„Diese Wohnung is ja der Hammer!“

Das war das erste, was er nach über einer Stunde Ruhe gesagt hatte.
Joko schmunzelte und nickte sachte.

„Geil oder? Alleine wieviel Platz hier überall ist.“

„Ja! Und alter, was is das für ein Bad?“

Klaas machte die Tür vom Badezimmer auf und sah sich um.
Alles komplett neu und hochwertig eingerichtet.

„Ja, Bad und Küche bleibt so und da hab ich mich echt gefreut.“

„Krass, wirklich.“

„Komm mal mit, ich zeig dir das Gästezimmer, ist zwar leer, aber egal.“

Er grinste und führte Klaas zum Zimmer.

„Mega, hier schlaf ich dann, wenn ich mal zu viel hatte.“

Beide mussten lachen.
Sie brachten die gekauften Dinge hoch in die Wohnung, ließen sie aber in den Kartons, weil die Möbel an sich ja noch nicht da waren und erst im Laufe der Woche geliefert werden würden.

„Okay, das wäre dann alles oder?“

„Ja, reicht aber auch massig.“, grinste Joko.

„Ich muss dann auch langsam wieder los, is schon ganz schön spät und ich hab versprochen, den kleinen ins Bett zu bringen.“

„Na dann mach dich besser los.“, lächelte Joko und brachte Klaas zur Tür.

„Und du schläfst jetzt hier?“

„Ja, ich hab ja ne Matratze, das geht schon.“

„Na gut. Also wenn nicht is bei uns ja ein Zimmer frei. Weißt du ja.“

„Ja, aber geht wirklich.“

Er lächelte Klaas an.

„Du, wegen der Sache heute im Laden…tut mir leid, wenn das zu viel war…“

„Is okay…“

Er lächelte zwanghaft und merkte Klaas‘ Blick.

„Wegen dem Essen…kannst du Doris fragen, ob Freitag in Ordnung ist?“

„Freitag?“

„Ja, ich hab ja genug mit der Wohnung zu tun und Freitag wäre dann toll als Entspannung zum Essen zu kommen.“

„Ähm. Klar. Ich frag und dann schreib ich dir.“

„Sehr schön. Dann machs gut okay?“

„Jou, machs gut.“

Er drückte ihn kurz und schloss hinter ihm die Tür.
Joko hatte zu nichts mehr Lust, machte sich nur notdürftig seine Matratze zurecht und legte sich hin.

Natürlich war ihm das zu viel im Laden.
So viel, dass er es gerade noch ertragen konnte, aber das Klaas zu sagen?
Nie im Leben.

Er holte sein summendes Handy hervor und las Klaas, öffnete die Nachrichten und seufzte, als er die Nachricht las.

„Freitag geht klar. :)“

Er hatte eigentlich noch nicht die Kraft, sich die glückliche Familie anzusehen, aber musste halt irgendwas vorhin sagen, weil er merkte, er wäre sonst aufgeflogen.

Er legte sein Handy weg, als er geantwortet hatte, legte sich auf die Matratze und warf sich die Decke über, merkte die paar Tränen, die ihm über die Wange liefen und schlief dann irgendwann endlich ein…
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