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Faye H. Potter - Verliebt in den besten Freund meines Bruders

von ssjD
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Regulus Arcturus Black Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
25.08.2019
14.01.2022
36
137.575
31
Alle Kapitel
134 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
14.01.2022 4.840
 
Hallöchen, ich hoffe euch allen geht es gut.
Ich will eigentlich gar nicht so viel um dein heißen Brei reden
Aber eigentlich wollte ich mich bei euch bedanken, für all die Reviews, Favos und Empfehlungen, das macht mich immer mega glücklich und bin dann immer total motiviert :))
Also vielen Dank, obwohl ich euch wegen Sirius und Faye so quäle ^^
Aber wir fangen am Besten Mal an, Viel Spaß mit dem kapitel, ich hoffe euch gefällts euch :)

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Die Schüler am Gryffindor und Slytherin Tisch redeten über das ankommende Quidditch Spiel, welches heute Abend stattfand. Während ich mein ehemaliges Team dabei beobachtete wie sie angestrengt über die verschiedensten Strategien sprachen, war ich froh, dass mich James damals aus dem Team geworfen hatte. Allein der Gesichtsausdruck von meinem Bruder bereitet in mir Unbehagen aus. Er ähnelte einem Psychopathen mit seinen aufgerissenen Augen, zusammengezogenen Augenbrauen, und dem kleinen aber feinen Grinsen auf seinen Lippen.
"Ich bin wirklich gespannt wie das Spiel heute ausgeht.", sagte Alice neben mir. "Ich sage es ungern, aber die Slytherins sind richtig gut."
"Wehe James und die Anderen verlieren, ich habe mit einem aus Ravenclaw gewettet, dass wir gewinnen.", kommentierte Crystal.
Ich schüttelte den Kopf. Sie hatte nicht einmal Ahnung von Quidditch, wieso wettete sie dann? Außerdem hatte Alice Recht, die Schlangen waren wirklich gut geworden, aber das sollte nicht mehr mein Problem sein, dachte ich und trank meinen Tee aus, um mich danach auf dem Weg zum Unterricht zu machen.

Ich wusch mir schnell die Hände, da ich Angst hatte, dass die maulende Myrte hier sonst auftauchen würde. Die letzten Stunden hatten sich in die Länge gezogen. Die meisten waren sowieso damit beschäftigt gewesen, über das Spiel sprechen.
Mit einem letzten Blick in den Spiegel und einer Handbewegung, um meine nervigen Haarsträhnen hinterm Ohr zu streichen, ging ich mit schnellen Schritten aus der Mädchen Toilette.
"Eilig?" Ich zuckte zusammen, als mich direkt jemand ansprach. Genervt blickte ich, nachdem ich mich beruhigt hatte, in die belustigten Augen von Regulus.
"Spionierst du mir jetzt hinter her oder was? Das ist gruselig. Was kommt als nächstes? Du wartest in den Toilettenkabinen?"
"Nein, soweit kommts nicht. Die Maulende Myrte ist mir zu lästig, als das ich da reingehe.", sagte er ernst.
Ich blickte ihn etwas misstrauisch an, dann schüttelte ich nur den Kopf und wollte gehen, doch da fing Regulus wieder an zu reden. "Die Wunde ist verheilt."
Ich drehte mich wieder zu ihm und beobachtete ihn. "Ja. Habe ich Madame Pomfrey zu verdanken.", sagte ich nur und versuchte wieder zu verstehen, was er mit diesem Gespräch bezwecken wollte.
Regulus schaute mir einige Sekunden in die Augen, dann kam er wieder auf mich zu.
"Hat Bella dir weh getan?", fragte er dann und hielt mich mit seinem Blick fest.
"Der Sturz war nicht angenehm.", antwortete ich ihm sarkastisch.
"Du solltest dich nicht mit ihr anlegen. Sie ist ... speziell."
Verständnislos blickte ich ihn an. "Ich habe mich nicht mit ihr angelegt. Ich wollte einfach weg von diesen Psychopathen."
"Was auch immer. Halte dich einfach von ihnen fern, Faye." Durch die Ernsthaftigkeit in seiner Stimme bekam ich eine Gänsehaut. Ich musste schlucken und machte einen kleinen Schritt nach hinten. "Du weißt nicht, wozu sie in der Lage sind."
Ich atmete lautlos aus und dachte darüber nach, ob ich diese Konversation nicht einfach beenden sollten. Doch ich entschied mich dagegen. "Und du weißt es?"
"Ja" Seine Antwort war einfach. Sein Blick fest und fesselnd und seine Mimik sprach Bände.
Ich presste die Lippen aufeinander und blickte mich um. Hier waren weit und breit keine Schüler. Kein Wunder, viele mieden dieses Stockwerk, vor allem diese Mädchentoilette.
"Dann sage es mir. Zur was können sie in der Lage sein? Sie sind nicht viel älter als wir." Ich wusste nicht genau, wieso ich dieses Gespräch weiter führte. Ich wusste nicht, wieso ich ihm diese Frage stellte. Wollte ich wirklich wissen, wie das verrückte Gehirn von Bellatrix oder die der anderen funktionierte.
Regulus blickte an mir vorbei. Er wartete einen Augenblick bevor er mir antwortete. "Das muss ich dir nicht erzählen. Versuch einfach kein großes Aufregen zu erregen."
Für ihn war das Gespräch beendet, denn er drehte sich um. Doch ich packte schnell an seinem Arm und hinderten ihn am Gehen.
"Warte!", sagte ich schnell. "Du kannst nicht so einfach gehen."
"Doch das kann ich.", hörte ich ihn sagen, als er meine Hand von seinem Arm nahm.
"Ich habe dich aber etwas gefragt!"
"Und ich habe dir höflicher Weise geantwortet.", damit setzte er sein Weg fort.  Während mein Herz wieder viel zu schnell schlug, blickte ich ihm hinter her.

Die Spieler rasten mit ihren Besen über das Quidditch Feld. Das Spiel hatte vor ungefähr einer halben Stunde angefangen und es stand 90:60 für Slytherin. Crystal neben mir murmelte irgendwelche Beleidigungen in ihren Schal und beschimpfte sich in der nächsten Sekunde selber, weil sie auf diese Wette reingefallen war.
"Was macht dein Bruder da, Faye!", schrie sie mich dann an. "Wieso fliegt er nicht, wie die anderen?"
"Keine Ahnung, er sucht vielleicht nach den Schnatz?", antwortete ich ihr in einem normalen Ton
"Dem was?"
Ich schaute sie etwas genervt an. Sie hätte wirklich nicht wetten sollen. "Der Schnatz. Er bringt viele Punkte.", erklärte ich es ihr so einfach wie möglich.
"Dann soll er ihn fangen. Na los, sag ihm das!"
"Von hier würde er mich doch nicht hören, Crystal." Mann, sie war wirklich verzweifelt.
"Ihr seid doch Zwilling, ihr könnt doch telepathieren oder so."
"Hä.", war das Einzige, was ich sagte. "Ich kann nicht mit ihm telepathieren. Konnte ich noch nie. Bin auch ehrlich gesagt, froh darüber.", murmelte ich zum Ende hin.
"10Punkte für Slytherin.", kam es laut von dem Kommentator.
"Waas?! Meine Fresse James, jetzt mach doch was!", schrie Crystal wieder und ich brachte etwas Abstand zwischen uns.
"Die hat einen Knall.", flüsterte ich Lily zu, die mit gelangweilter Mimik das Spiel beobachtete.
"Ich verstehe auch nicht, wieso sie wettet.", sagte sie mit einem besorgten Blick auf Crystal, die kurz davor war in ihre Mütze zu beißen, die sie mittlerweile in ihrer Hand zusammendrückte.
"Sirius Black fliegt uuuund kommt nicht an seinem Bruder vorbei." Ich blickte wieder auf das Spielfeld, auf dem Sirius und Regulus sich einen Blickduell lieferten. Selbst ich, aus der Tribüne, spürte die Spannung zwischen den beiden.
"Lestrange bekommt den Quaffel und BUM mit einem Schlag im Tor. 10 weitere Punkte für Slytherin. Während Slytherin den Jubel genießt, sind Sirius und Regulus unbeteiligt. Vielleicht sollte man seine Familienangelegenheiten nicht in der Luft klären.", kam es von unserem Kommentator, worauf ein Lachen aus den Tribünen folgten.
Meine Lippen waren aufeinandergepresst, als ich die beiden beobachtete. Sie redeten nicht, aber ihre Blicke sprachen Bände. Ich schloss die Augen. Das sollte nicht mein Problem sein, erinnerte mich wieder. Sirius und sein Bruder sollten mir egal sein.
Ich öffnete wieder meine Augen und schaute rüber zu Charles. Ich sollte mich auf meinen Freund konzentrieren.
Das Spiel ging weiter, in dem Slytherin wieder 20 Punkte ergatterten. Ich blickte zu den Schülern aus meinem Haus, die den ebenfalls, wie ich, den Anschein machten, keine Hoffnung mehr in unser Team zu haben. Crystal hatte sogar ihre Mütze wieder an und tief über die Augen gezogen.
Gerade, als ich ihr sagen wollte, dass sie sich nicht so gehen lassen sollte, schrie der Kommentator: "Und James Potter hat den Schnatz gefangen. Gryffindor gewinnt!" Lauter Jubel und Schreie gefolgt von Händeklatschen kamen von den Schülern.
"Oh Jaaaa, ich wusste das. James ich liebe dich!" Crystal fing an wie eine besessene zu hüpfen. Sie hatte ihre Arme in der Luft, jubelte James zu und strahlte über das ganze Gesicht.
"Oh Mann, wenn er neben uns stünde, hätte sie ihn gleich abgeknutscht.", sagte ich zu Lily.
"Sie sollte einfach nicht ihr Geld verwetten.", antwortete sie kopfschüttelnd.
Es dauerte ein wenig, bis sich die Menge beruhigt hatte und wir wieder zurück ins Schloss kehren konnten. Kaum hatte das Team geduscht und sich ausgeruht, stieg auch sofort eine Party in unserem Gemeinschaftsraum.

"Heyyy Faye, wo ist dein Bruder. Ich muss mich bei ihm bedanken.", kam Crystal lallend zu mir.
"Wie viel hast du denn schon getrunken. Die Party hat doch gerade erst angefangen.", sagte ich und nahm ihr das Glas aus der Hand. Ich klang, fast wie eine Mutter, fiel mir auf.

"Keine Ahnung, ist doch egal. Ich habe Geld gewonnen, hihi.", lachte sie und stolperte dann zu Charles, der neben mir stand. "Hast du das gesehen, Charlie? Hast du gesehen, wie Fayes Bruder den Schatz gefangen hat."
"Ja, ich flog neben ihm, als das passiert ist. Außerdem nennt sich der Ball Schnatz und nicht Schatz.", sagte Charles und nahm ihre Hände, die sie auf seine Brust platziert hatte, weg.
"Jaja, du bist auch mein Schatz."
Charles warf mir einen entschuldigten Blick zu, doch ich zuckte nur lachend mit den Schultern. Ich hatte Crystal oft genug betrunken erlebt und es war immer wieder lustig dies mit anzusehen. Dann lallte sie wieder etwas und ging weiter. Ich tippte mit meinem Fuß im Takt der Musik, während ich meinen Blick durch die Mengen schweifen ließ.
Mein Bruder stand auf der anderen Seite des Raumes und redete mit paar Jungs, die eine Stufe über uns waren. Er machte irgendwelche Handbewegungen und stieß dann mit einem Mal seine linke Hand in die Höhe. Vermutlich erzählte er ihnen gerade, wie schwer es für ihn gewesen war bei so einem Wetter zu fliegen.
"Sollen wir tanzen?", fragte mich plötzlich Charles an meinem Ohr. Ich zuckte kurz zusammen, weil ich ihn ausgeblendet hatte. Er deutete auf meinen Fuß und vermutlich darauf, weil ich hin und her wippte. Ich trank mein Glas aus und stellte es auf den Boden.
"Klar.", sagte ich und griff nach seiner Hand. Ich zog ihn hinter mir her, bis ich in der Mitte des Raumes stand. Um uns herum waren auch andere Schüler, die am Tanzen waren, weswegen es mir nicht ganz so peinlich war.
Das Lied, das gerade lief, war schnell, also bewegte ich meine Hüfte im Takt. Charles machte es mir nach, und ich musste zugeben, dass er ziemlich gut tanzen konnte. Er griff nach meiner Hand und wirbelte mich einmal um meine eigene Achse. Dann zog er mich zu sich, so dass er seine Hände an meinen Körper ruhen konnte und wir beide weiterhin zur Musik tanzen konnten. Obwohl ich wusste, dass es nicht richtig war, was ich im Augenblick tat, genoss ich den Moment. Tanzen war ein befreiendes Gefühl und wenn man Menschen um sich herum hatte, die ebenfalls gut darauf waren, war es ein angenehmes Gefühl. Also verbannte ich all die Schuldgefühle, die ich gegenüber Charles und Sirius hatte in meinem Hinterkopf und tanzte einfach weiter.
Wir tanzten eine Weile. In der Zeit hatte Charles seine Hände an meinen Körper wandern lassen. Mir ein paar Küsse auf meinen Nacken gegeben. Mich umgedreht, sodass mein Rücken zu ihm zeigte und in dieser Stellung weiter getanzt. Ich war erstaunt von mir selber, dass ich all meine Gedanken ignorierte. Vielleicht lag es am Alkohol, ich hoffte es. Denn der Gedanke, dass ich so skrupellos mit Gefühlen anderer umging, machte mir Angst.
"Ich komme gleich, okay? Muss kurz wohin.", flüsterte Charles einige Zeit später und drehte mich wieder so um, dass ich ihn nun ansehen konnte.
"Alles klar.", sagte ich. Er gab mir kurz einen Kuss und verschwand aus der Menge. Etwas verloren stand ich nun zwischen den Schülern. Eigentlich hätte ich weiter tanzen können, doch dann fing mein Auge im selben Moment etwas.
Bevor ich zu Sirius und seiner Freundin rüber ging, griff ich nach einem Glas Alkohol, von dem ich kurz einen Schluck nahm.
Auf den Weg zu ihnen, erkannte ich wie Kim an Sirius Arm zerrte. Doch er versuchte sie gelangweilt abzuschütten. Dann blickte er von ihr wieder weg und erblickte meine Augen.
"Na ihr.", meinte ich, als ich bei ihnen dann endlich ankam.
"Oh hey Faye.", begrüßte mich Kim und ließ von Sirius ab.
Sirius sagte nichts. Stattdessen nippte er an seinem Getränk.
"Ich wollte euch gratulieren.", log ich mit einem Lächeln.
"Oh danke, aber der Star war tatsächlich dein Bruder.", sagte sie und lachte dabei. Es klang schrecklich.
"Naja, lass ihn das nicht hören. Sonst hat er die Nase wieder ganz oben.", meinte ich. "Wieso tanzt ihr nicht?"
"Ich will, aber Sirius hat keine Lust.", schmollte sie und schaute zu Sirius. Wie ein kleines Kind, dachte ich angewidert.
"Ach Sirius, was bist du für ein Freund. Tanz doch mit deiner Freundin.", sagte ich nun zu ihm. Er blickte mich kurz an. Schien drüber nach zu denken, was er antworten sollte.
"Nicht jeder hat so viel Lust wie Montgomery das Tanzbein zu schwingen." Oh, er hatte uns also beobachtet, dachte ich interessiert.
"Aber er kann gut tanzen, das musst du zugeben, Sirius.", sagte Kim. Dann wendete sich wieder zu mir. "Sah ja ziemlich intim aus."  Sie grinste mich wohlwissend an.
Du dumme Nuss, du weißt nicht einmal, dass du dir ein Eigentor schießt, dachte ich und unterdrückte ein Lachen.
"Nun ja, er ist voller Geheimnisse.", sagte ich und zwinkerte ihr extra zu. Mir war bewusst, dass ich damit Sirius rasend machte. Soviel zu 'all meine Gedanken in Hinterkopf verbannen', dachte ich. Aber ich konnte gerade nicht anders. Sirius hatte es sich ja auch einfach gemacht, in dem er zurück zu Kim gegangen war. Er hatte die Konsequenz nicht beachtet. Das wollte ich auch nicht mehr tun.
"Hey Mädels, warum steht ihr denn hier so rum. Lasst uns tanzen." Irgendein Mädchen - ich kannte sie nicht und ehrlich gesagt, bezweifelte ich, dass sie aus Gryffindor war- kam mit ungleichmäßigen Schritten auf uns zu. "Na los. Kommt. Hier trink.", sie drückte Kim ihr Glas in die Hand und zog sie an ihrer anderen Hand. Das kam mir gerade Recht. Danke unbekanntes Mädchen, dachte ich, während ich beobachtete, wie sie Kim mit sich zog.
"Faye!", rief sie mir zu, doch ich hob nur entschuldigend die Hände in die Höhe. "Tut mir leid, aber meine Füße tun schon vom ganzen Tanzen weh.", log ich.
"Willst du ihr nicht nach.", fragte ich an Sirius gewandt und stellte mich neben ihn, sodass wir die Menge gut im Blick hatten.
"Nein.", antwortete er kühl.
"Aber nicht doch. Das hat die liebe Kim doch nicht verdient.", meinte ich ironisch und nahm einen weiteren Schluck von meinem Getränk.
"Kim und selbst Montgomery haben das nicht verdient, was wir ihnen antun.", sagte er plötzlich. Ich stoppte und schaute ihn von der Seite an. Er hatte weiterhin seinen Blick auf die Masse gelegt.
"Seit wann interessiert du dich für die anderen? Und außerdem tun wir ihnen jetzt im Moment nichts an. Wir haben gerade nichts am laufen, schon vergessen?", fragte ich leise.
Sirius sagte nichts. Ich hörte, wie er an seinem Getränk nippte.
"Wie lange willst du diese Scheiße noch laufen lassen?", fragte ich ihn nach einigen Minuten der Stille. Kim tanzte auch gut. Sie wusste, wie sie sich zu bewegen hatte. Und einige Jungs hatten sich auch schon zu ihr umgedreht. Ich versuchte unauffällig Sirius von der Seite zu betrachten, doch ich schaffte es nicht zu erkennen, in welche Richtung er genau schaute.
"Du kennst meine Bedingungen Faye.", sagte Sirius in einem ruhigen Ton.
Ich seufzte und langsam merkte ich, wie mich die Geduld verließ. Ich drehte mich mit dem ganzen Körper zu ihm und versuchte in sein Gesicht zu blicken, doch er schaute nicht zu mir.
"Hör auf damit, Sirius. Du leidest doch genauso wie ich." Ganz langsam drehte er seinen Kopf zu mir.
"Leiden? Wie du? Leidest du denn überhaupt, Faye? Das ist doch alles nur ein kleiner Spaß für dich." Seine raue Stimme hatte einen leichten verletzten Ton, den er nicht verbergen konnte.
Ich atmete lautlos aus. "Du hast keine Ahnung, Sirius."
Er wusste nicht, wie oft ich von ihm träumte. Er wusste nicht, wie sehr ich mich nach ihm sehnte. Er wusste nicht, wie ich gern von ihm umarmt werden wollte.
"Das weiß ich nicht Faye. Ich sage nur, wie ich es empfinde und momentan machst du mir den Eindruck, als wäre dir das alles egal. Als wäre ich dir egal." Er war ungewöhnlich ruhig. So kannte ich ihn nicht. Ich hätte es verstanden, wenn er sauer wäre. Zumindest hätte es mich nicht überrascht, aber ihn mit so einer ruhigen Ausstrahlung gegenüber zu stehen, machte mir Sorgen.
"Du bist mir nicht egal." Ich sprach ohne zu denken. Kaum hatte ich es auch ausgesprochen, starrte ich ihn mit großen Augen. Sirius schaute mich verwundert, wenn nicht sogar skeptisch an. Ich atmete laut aus. Vielleicht war das nicht so verkehrt, dass ich das gesagt habe, versuchte ich mich selbst zu beruhigen.
"Ich würde dir wirklich gerne glauben, Faye." Seine Stimme war leise, kaum ein Flüstern doch ich verstand ihn und seine gekränkte Art. Ich blickte auf mein Glas hinunter. Irgendwie schaffte ich es nicht ihn anzusehen. Fühlte er sich etwa die ganze Zeit so?
"Hast du heute eine besondere Nacht vor?", fragte er dann plötzlich. Etwas überfordert blickte ich ihn verwirrt an.
"Bitte?"
Er nickte über mich hinweg. Unsicher drehte ich mich um und sah Charles etwas weiter weg, der mit einem seiner Freunde sprach und irgendeine kleine Phiole annahm.
Verwirrt drehte ich mich wieder zu Sirius. "Hast du die Farbe der Flüssigkeit gesehen? Sie war Lila."
Immer noch ahnungslos zuckte ich mit den Schultern. "Und was soll mir das sagen? Will er mich vergiften?"
"Nein, es ist ein Verhütungstrank. Er will mit dir schlafen."
Ich blinzelte ein paar Mal. Dann drehte ich mich wieder zu Charles. Sein Freund flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ehrlich gesagt, hatte ich keine Ahnung von Verhütungstränken. Ich wusste nur, dass es eins für beide Geschlechter gab. Es reichte, wenn es nur eine Person nahm. Für Männer vor und für Frauen nach dem Sex. Immer hatte Charles verhütet. Das einzige Mal, als ich es tun musste, war bei meinem ersten Mal. Mit Sirius.
Ich drehte mich wieder zu Sirius, der mich ausdrucklos anblickte. Seine Augen waren stumm. Ich wusste nicht, was in seinem Kopf vorging. Vielleicht war das aber auch besser so.
Wir schwiegen uns an. Ich hatte Angst mich umzudrehen und dann in Charles Gesicht zu blicken. Am liebsten hätte ich Sirius gesagt, dass wir beide von hier verschwinden sollten, aber das konnte ich nicht. Ich kannte die Antwort, die darauf folgen würde.
"Hey." Eine Hand legte sich auf meinen Rücken und zuckte schreckhaft auf.
"Alles gut?", fragte mich Charles, der seine Hand wieder wegnahm.
"Ja, ich war nur in Gedanken.", sagte ich etwas überfordert. Ich wusste nicht einmal, wieso ich mich so erschrocken hatte. Mir war doch klar, dass er zu mir kommen würde.
"Achso. Ehm, willst du noch tanzen?", fragte er. daraufhin.
Ich schüttelte den Kopf. Ich will nur noch auf mein Zimmer.
"Sollen wir dann hoch auf mein Zimmer."
Ich blickte Charles an. Er lächelte mich wie immer warm an. Ahnungslos.
Woher sollte er auch wissen, dass ich vor paar Minuten noch mit Sirius über ihn, über uns, gesprochen hatte.
Sirius Blick spürte ich in meinen Nacken. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass jeder aufgehört hatte sich zu bewegen, um nur uns anzustarren. Aber das war Schwachsinn. Im Hintergrund lief immer noch Musik, es wurde getanzt, in den Ecken wurde getrunken. Niemand schenkte uns Aufmerksamkeit. Niemand außer Sirius.
"Ich... Nein, ich kann nicht. Ich habe ein Problem.", versuchte ich mit fester Stimme zu sagen. Ich legte meine Hand auf mein Unterbrauch. Eine bessere Lüge war mir nicht eingefallen.
"Oh, alles klar.", kam es mitfühlend von Charles. Vielleicht war er auch enttäuscht, aber das war mir egal.
"Ich bin auch etwas müde. Ich will jetzt schlafen gehen.", sagte ich dann und mied seinen Blick.
"Okay." Charles beugte sich zu mir runter und gab mir einen Kuss an die Schläfe. "Ruh' dich aus. Wenn du etwas brauchst, dann komme zu mir."
Ich nickte. Mit jeder Sekunde, die verging und in der Sirius weiterhin hinter mir stand, wurde ich nervöser.   "Danke. Gute Nacht.", verabschiedete ich mich schnell und ging. Sirius konnte ich nicht ansehen. Sein Blick in meinem Nacken hatte mir eine Gänsehaut verschafft. Ich wollte nicht wissen, wie dann seine Augen, Angesicht zu Angesicht, ausschauen würden.

Am nächsten Tag wurde ich früh wach. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es noch eine Stunde bis zum Frühstück war. Ich streckte mich kurz und schwang dann meine Beine aus dem Bett. Meine Füße in den Hausschluppen ging ins kurz ins Bad, dann machte ich mich auf den Weg in das Zimmer meines Bruders.
Ich wusste nicht, was mich dazu angetrieben hatte, so früh zu meinem Bruder zu gehen. Mir war klar, dass die Jungs noch schliefen, aber vielleicht wollte ich einfach wissen, wo Sirius war. Ob er in seinem Zimmer war oder mit Kim irgendwo anders.
Leise öffnete ich die Tür und blickte in zwei verwunderte Augen.
"Faye?"
"Hi.", sagte ich etwas unbeholfen und trat mit einem unguten Gefühl in das Zimmer. Die Betten der anderen Jungs waren leer.
"Was machst du hier?", fragte mich mein Bruder, der auf seinem Bett lag und irgendetwas in ein Notizbuch schrieb.
"Ich konnte nicht schlafen und dann war mir langweilig.", sagte ich und setzte mich auf das Bett neben seinem. Sirius` Bett. "Wo sind die anderen?", fragte ich weiter und strich über das Bettlaken. Dass alle drei nicht da waren, war schon komisch.
"Die haben Strafarbeit bei der McGonaggal."
"Remus auch?", fragte ich nun neugierig.
"Jaaa, Tatze und Wurmschwanz hatten gestern Nacht noch etwas vor. Moony wollte sie aufhalten. Naja, hat nicht so gut geklappt."
"Und du wolltest dich den anderen nicht anschließen?", fragte ich und zog eine Braue hoch.
"Na gut, ich musste gestern ein paar Mal kotzen.", gab er lachend zu. "Aber so konnte ich wenigsten der Strafarbeit entgehen."
"Und was hast du davon? Du bist immerhin auch wach."
"Ich habe den Jungs versprochen, dass ich an unserem ultimativen Plan weiter arbeite."
Fragend guckte ich ihn an. "Was für ein ultimativer Plan?"
"Wie wir Snape vernichten.", sagte er total stolz und von sich überzeugt.
Ich verdrehte die Augen. Dass Sanpe und James sich hassten, war kein Geheimnis. Jeder wusste, dass James Snape am liebsten zum Mond befördern wollte.
"Ihr seid bescheuert.", kommentierte ich. Ich mochte Snape auch nicht, aber der Hass, den James ihm gegenüber empfand, war enorm.
"Und jetzt sag mir mal, warum du hier bist." Etwas von der Frage überrumpelt guckte ihn an. "Du bist unmöglich hier hingekommen, weil dir Langweilig war."
"Es ist aber so.", erklärte ich ihm Schulterzuckend.
"Wir haben nach den ganzen Ereignissen nicht mehr miteinander richtig gesprochen.", fing er an. "Gibt es etwas, worüber du mit mir sprechen willst."
"Nein, was soll sein?", meinte ich. Ich hatte ihm von dem Gespräch mit Dumbledore nichts erzählt, ich hatte es auch nicht vorgehabt. Ich wollte es einfach nur vergessen. Die Neuigkeiten in den Tagespropheten über entführte Zauberer vermehrten sich ebenfalls.
Ich blickte hoch zu James. Dieser hatte nur unbeeindruckt die Braue in die Höhe gezogen.
Ich seufzte. Eigentlich war ich nicht hier hin gekommen, weil ich mit James über diese Dinge sprechen wollte.  
"Es ist nichts.", sagte ich, schüttelte aber den Kopf. "In der letzten Zeit ist einfach so viel passiert, laut dem Tagespropheten."
"Ach die dramatisieren doch alles.", meinte er gelangweilt.
"Selbst Crystal sagt das, James.", sagte ich nun in einem ernsteren Ton. Crystals Vater arbeitet im Ministerium. Dort ging es auch drunter und drüber, laut der Aussage von Crystal.
"Crystal redet viel, wenn der Tag lang ist."
"Machst du dir denn überhaupt keine Sorgen?" Meine Stimme wurde nun lauter. Ich verstand einfach nicht, wie er so ruhig bleiben konnte. Wäre er immer noch so gelassen, wenn ich ihm über das Gespräch mit Dumbledore erzählen würde. Ich hatte nicht vorgehabt, so impulsiv zu reagieren, doch ich konnte mich nicht beherrschen. Das ganze Thema schien doch tiefer in mir verankert zu sein, als mir lieb war.
"Hey, ich bin erst 16. Es ist nicht meine Aufgabe mich um die Politik zu kümmern.", sagte er Schulterzuckend.
"Und was ist, wenn du mitten im Geschehen bist? Willst du das dann auch einfach ignorieren?" Wieso verstand er meine Sorge nicht? Dachte er, alles, was in den Zeitungen stand, war ohne Bedeutung?
"Merlin, Faye! Wenn du dir weiterhin solche Gedanken machst, kriegst du noch graue Haare, bevor du 20 wirst."
Ich blickte ihn sprachlos an. Das konnte doch nicht das Einzige sein, was er dazu sagen konnte.
"Okay, mit dir kann man nicht reden.", sagte ich nur.
"Jetzt warte doch mal, Faye.", meinte er und griff nach meiner Hand, als ich aufstehen wollte. "Hey, schau mich mal." Genervt blickte ich in sein Gesicht. Ich hasste, wenn er bei Ernsten Themen so gleichgültig reagierte.
"Ich verstehe deine Sorge."
"Ach wirklich?"
"Ja, und lass mich dich beruhigen. Dir wird nichts, rein gar nichts passieren. Bevor dir auch noch etwas zustoßen kann, muss ich tot sein."
"Sag sowas nichts.", unterbrach ich ihn. An so etwas wollte ich keinen Gedanken verschwenden.
"Siehst du, du findest es auch unrealistisch."; lachte er und zog mich wieder runter auf das Bett. Er schaute mich noch einmal an und schnipste mir gegen die Stirn. "Also hör auf dir solche sinnlosen Gedanken zu machen."
"Du sagst das so einfach."
"Weiß du was, du musst einfach mehr mit mir rumhängen, Schwesterchen. Du hast die falschen Freunde. Ich wäre auch deprimiert, wenn meine Freunde ganze Zeit über Politik reden würden.", sagte er lachend.
"Aber eine von meinen Freundinnen willst du daten.", sagte ich und schlug ihm wissend gegen die Schulter.
"Oh ja.", sagte er lächelnd und ließ sich fallen. "Und eines Tages heirate ich Lily, und dann kriegen wir ein Kind."
Ich blickte zu ihm runter und schmunzelte. Dann blickte er zu mir und zeigte mit seinem Finger auf mich. "Einen Sohn! Und du eine Tochter und die beiden werden das beste Duo, sowie ich und Tatze oder du und Lily und dann werden die zusammen auf Hogwarts gehen und mein Erbe weiterführen." Er setzte sich wieder Kerzen gerade hin und strahlte mich freudig an. "Du musst also zeitgleich schwanger werden wie Lily."
"Du hast doch einen Knall.", schmetterte ich ihm entgegen und schubste ihn leicht.
"Das ist der ultimative Plan!"
"Der nur nach hinten los gehen kann.", fuhr ich fort, doch selbst das schien ihn überhaupt nicht zu interessieren. Er war wahrscheinlich schon in seinen Träumen vertieft.
Wir redeten noch über belangloses Zeug, bis dir Tür aufging und Remus und Peter gähnend eintraten. Ohne ein Wort zu sagen, fiel Peter auf sein Bett und hatte sich innerhalb einiger Sekunden zugedeckt.
"Na, wie war es?", fragte mein Bruder in einem provozierenden Ton.
"Ach sei still.", murmelte Remus und setzte sich auf sein Bett.
"Dabei hattest du nicht einmal etwas getan. Wo ist überhaupt Tatze?", sprach James die Frage aus, die mir auf den Lippen brannte.
"Der ist zu Kim gegangen. Kann einer meine Schuhe ausziehen.", kam es gähnend von Peter.
"Bah, zieh sie dir gefälligst selber aus.", sagte James, doch ich hörte ihm nicht zu.
Sirius war bei Kim? Nachdem er mich gestern so angemacht hatte, ging er heute selbst zu Kim?
Mein Herz setzte mehrere Schläge aus, während Eifersucht und Zorn in mir aufflammten.
Fein, sein Spiel konnte ich auch spielen.

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So, das wars auch schon
Wie fandet ihr es? Bin sehr auf eure Reaktion zu unserem Dramapaar gespannt.
Schönes Wochenende schonmal und hoffentlich bis bald :)
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