Harry Potter True Love

GeschichteRomanze / P12
Harry Potter Hermine Granger
25.08.2019
14.09.2019
4
5855
3
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
Hey, das hier ist meine erste FF die ich offiziell hochlade. Natürlich habe ich mich nicht zu 100% an das Buch gehalten, aber mir Mühe gegeben, es realistisch zu machen. Für Feedback und konstruktive Kritik bin ich immer offen, aber Hate ist ein NoGo. Es ist ok, wenn euch meine Storys nicht gefallen, aber dann lest sie einfach nicht XD
Ich mache das nicht für Fame sondern aus Spaß am Schreiben. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!
Lg eure Sunny


Das Läuten der Glocke befreite die Gryffindors aus der Qual des Zaubereigeschichte-Unterrichts. Harry und Ron waren die ersten die aufsprangen und ihre Taschen über die Schultern warfen. Sie hatten sich kaum die Mühe gemacht, überhaupt Unterrichtsutensilien herauszuholen, tatsächlich hatte Ron bloß seine Federmappe als Kopfkissen benutzt. Jetzt stopfte er sie wieder in seine Schultasche, während er Seite an Seite mir Harry zum Mittagessen hastete. Ein paar Sekunden später hatte Hermine sie eingeholt, schwer atmend und mit blitzenden Augen. Es war nicht zu verkennen, dass sie wütend war. „Was glaubt ihr eigentlich, was ihr da tut?“, keifte sie. „Hm?“, machte Ron, in Gedanken schon beim Essen. Hermine blieb stehen und warf ihr Haar zurück. Ihre braunen Augen, sonst meist gutmütig, mitfühlend und oft neugierig auf ein Buch oder wahlweise auch auf einen Lehrer gerichtet, funkelten gefährlich. Alle Wärme war daraus verschwunden und Ron duckte sich unwillkürlich ein bisschen. Dann brach der Sermon über die beiden herein: „Könnt ihr nicht einmal aufpassen, wenn Binns es bemerkt sind Gryffindors Chancen auf den Hauspokal aber sowas von hin! Im Unterricht schlafen, interessiert es euch überhaupt, dass bald Prüfungen sind? Ist euch eure Zukunft egal?!“ Inzwischen waren einige Schüler stehengeblieben, um sich das Schauspiel anzusehen und tuschelten jetzt kichernd miteinander. Ron versuchte es mit einem lahmen „Mach mal halblang, Hermine“, was jene allerdings gar nicht mitbekam. Harry, der aus leidiger Erfahrung wusste, dass offene Dispute auf dem Gang meist kein gutes Ende nahmen, packte beide an den Handgelenken und zog sie in Richtung große Halle davon. Hermine schöpfte allmählich wieder Atem und schien sich ein wenig über ihren Ausbruch zu schämen. Allerdings rundete sie den Vortrag mit einem würdevollen „Wenn das so weiter geht könnt ihr demnächst alleine lernen!“ ab, ehe sie sich an den langen Gryffindortisch setzte. Harry und Ron ließen sich je auf einer Seite von ihr nieder. „Du hast ja Recht“, meinte Harry. „Wir stehen ja wirklich wie, ähm, Idioten da, wenn…ja…“ Lahm brach er ab. Hermine jedoch begann laut zu lachen. „Oh, als ob es euch interessiert, dass ihr wie Idioten dasteht!“, prustete sie. Die beiden Kumpel überlegten kurz, ob sie vielleicht beleidigt sein sollten, aber nach einigen Sekunden brachen sie ebenfalls in Gelächter aus. Sie lachten so lange, bis sie Seitenstechen hatten und keuchend am Tisch saßen. Nach diesem Gelächter konnte keiner mehr auf den anderen böse sein und Hermine legte jedem, immer noch verhalten kichernd, ein Schnitzel und Kartoffeln auf den Teller. Während sie das Essen genossen schwiegen sie, aber nach etwa zwanzig Minuten legte Harry seufzend das Besteck beiseite und lächelte zufrieden. Hermine, die gerade den Mund mit der Serviette abwischte, sah ihn an. Ron spachtelte in Höchstgeschwindigkeit einen Pudding in sich hinein und unterdrückte ein Rülpsen. „Ach ja. Das war gut, was? Jetzt kann ich gleich wieder-oh!“ Seine Ohren nahmen mit einem Mal die Farbe von Tomatenketchup an und seine Stimme wurde viel rauer und erwachsener. „Lavender!“, rief er. Das rotblonde Mädchen drehte sich um und strahlte über das ganze Gesicht. „Won-Won!“, quietschte sie begeistert und rannte auf ihn zu. Mit einem Satz war die Sechzehnjährige auf Rons Schoß und beide in einem innigen Kuss versunken. Dass ihnen dabei circa die Hälfte der Schule, einschließlich Lehrer (!) zusahen, schien sie nicht zu stören. Hermine seufzte und wandte sich kopfschüttelnd ab. Sie hatte sich längst damit abgefunden, dass Ron und Lavender scheinbar unsterblich ineinander verliebt waren. Allerdings war sie von ihrem öffentlichen Verhalten immer noch genervt, sie fand es kindisch und aufmerksamkeitssuchend. Mit gespielter Verzweiflung wandte sie sich Harry zu. „Gibt es kein Heilmittel gegen sowas?“, fragte sie. Harry grinste breit und antwortete: „Weiß nicht, guck doch in der Bibliothek.“ Sie zog eine Augenbraue hoch und meinte dann: „Naja, die merken sowieso nicht, wenn wir verschwinden. Komm.“ Sie warf einen angewiderten Blick auf die beiden, die sich inzwischen schon beinahe unanständig aneinanderpressten und dabei unverständliche Worte murmelten. Harry, der jetzt lieber nicht wissen wollte, was da noch kam, folgte ihr nur zu gerne. Erst auf dem Gang kam Hermine auf das Thema zurück: „Ich fürchte allerdings, dass man gegen diese Hormonaufwallungen nicht viel tun kann.“ Harry nickte nachdenklich. „Wir könnten ja Madam Pince fragen, ob sie uns ein Buch empfehlen kann“, sagte er ernsthaft und sah sie an. Hermine boxte ihn in die Seite. „Du spinnst ja wohl!“ Daraufhin mussten beide lachen. Harry ertappte sich bei dem Gedanken, wie viel Zeit er in den letzten Tagen mit Hermine verbrachte, fast mehr als mit Ron! Sicher, bei ihrem riesigen Liebeskummer wegen Ron war er natürlich für sie da gewesen, wäre sie umgekehrt ja auch. Aber der war schon eine Zeitlang vorbei und…Harry schüttelte den Kopf. Es war nichts Falsches daran, viel Zeit mit seiner besten Freundin zu verbringen, das hatte er früher auch schon getan. Er sollte sich deswegen nicht unbehaglich fühlen, sondern sich vielmehr freuen, dass sie sich nicht entfremdeten. „Harry, kommst du, oder soll ich die Tür noch länger aufhalten?“, drang eine belustigte Stimme an sein Ohr und er kehrte schlagartig in die Realität zurück. Ohne es zu bemerken war er an der Bibliothek angekommen und stand nun, wer weiß wie lange, vor der Tür und starrte unverwandt auf deren Rahmen. Sofort schoss ihm die Röte ins Gesicht und stammelte etwas von wegen er sei mit den Gedanken woanders gewesen. „Das habe ich schon gemerkt“, grinste Hermine. „Was fesselt denn deine Gedanken so? Etwa ein Mädchen?“, äffte sie Rita Kimmkorns Tonfall nach. Harry lachte peinlich berührt, er wollte ihr nicht zeigen, wie nah ihre Vermutung an der Wahrheit lag, wenn auch nicht so, wie sie dachte. Er war heilfroh, dass auf dem nächstbesten Tisch ein dankbares Thema wartete, über das sie sich unterhalten konnten: „Flüche für das allgemeine Wohl – wer hat das denn hier liegen gelassen? Das gehört doch bestimmt in die Verbotene Abteilung!“ Hermine, der das Buch jetzt auch aufgefallen war, runzelte die Stirn. „Tatsächlich. Ich glaube, ich frage mal Madam Pince, die wird Bescheid wissen.“ Doch an ihrem Tonfall hörte Harry, dass sie davon selbst nicht sehr überzeugt war. Dennoch ließ er sie ziehen und suchte sich einen hellen Tisch mit bequemen Sesseln davor aus. Er ließ sich in einen solchen plumpsen und seine Augen wanderten die Regale entlang. Man konnte jetzt nicht unbedingt sagen, dass Harry gerne las – ab und an vielleicht, wenn es was wirklich Interessantes gab – aber er fand Bibliotheken trotzdem unbeschreiblich gemütlich. Etwas langweilig vielleicht, immerhin wurde hier kein Quidditch gespielt, aber zum Runterkommen und Gedanken ordnen war eine Bibliothek ideal. Sein Blick blieb an einem in rotes Leder gebundenem Buch hängen. Er zog es aus dem Regal und studierte den Einband. Für dich gewinne ich die Quidditch – WM war in goldenen Lettern darauf gedruckt. In etwas kleineren Buchstaben stand darunter: Ein Roman von Kenniworlth Whisp. Harry überlegte. Er war eigentlich kein Fan von Romanen, aber er hatte auch noch keinen Quidditch – Roman gelesen. Na, einen Versuch war es wert. Er schlug den Buchdeckel auf und erblickte die erste Kapitelüberschrift: Du bist schwerer zu bekommen, als der Schnatz. Harry musste grinsen und begann, zu lesen. Wie schon erwähnt, er war kein großer Bücherwurm und neben Quidditch im Wandel der Zeiten und Fliegen mit den Cannons hatte er kaum ein Buch freiwillig aufgeschlagen. Aber dieses hier war wirklich gut geschrieben, es war in genau dem richtigen Maße witzig und unterhaltsam, aber trotzdem tiefgründig. Was Harry besonders gefiel war, dass der Hauptprotagonist ein Quidditch Sucher war, wie er selbst. Zwar merkte man dem Buch an, dass es schon relativ alt sein musste (er schüttelte den Kopf über den Versuch, den Schnatz mittels lockender Laute anzulocken wie es beim goldenen Schnatzer funktioniert haben musste), war aber eine gute Lektüre. Harry war schon auf Seite sechs, als Hermine zurückkam. Sie war höchst überrascht, Harry mit einem Buch in der Hand anzutreffen. „Nanu, seit wann liest du denn freiwillig?“, fragte sie neckend, doch dann sah sie den Titel des Buchs und lachte. „Verstehe, Quidditch! Ist es wenigstens gut?“ Harry sah auf, nickte und streckte es ihr auffordernd entgegen. Sie nahm es fragend, schlug dann aber die erste Seite auf und las laut den ersten Satz. „Ich glaubte, dass ich dich mit einem spektakulären Quidditch Spiel beeindrucken könnte, mit anderen Worten, ich war töricht.“ Sie sah auf und lächelte, aber man sah in ihren Augen, dass ihr Interesse geweckt worden war. Auf ein Nicken von Harry hin las sie weiter. „Denn du interessiertest dich leider viel eher für den verletzten Gegner als für meinen grandios gefangenen Schnatz.“ Das erste Kapitel, das Hermine komplett vorlas, beschrieb die Sehnsucht eines Quidditch Suchers, von einem Mädchen entdeckt zu werden. Er erzählte von all den Pannen, die ihm passierten, weil er mehr auf das Mädchen achtete, als auf das Spiel. Der Autor hatte das sehr witzig geschrieben, sodass jedem klar wurde, wie tollpatschig der Sucher war. Harry und Hermine lachten sehr viel, bis Hermine das Buch nach dem ersten Kapitel zuklappte und mit leisem Lächeln zu Harry schob. „Ein schönes Buch hast du dir da ausgesucht“, meinte sie mit etwas heiserer Stimme und räusperte sich. Sie war es nicht gewohnt, so viel am Stück vorzulesen. „Magst du es leihen?“; wollte Harry wissen, aber Hermine lehnte bestimmt ab: „Nein, nein, das machst du schön selbst. Ich bin ja froh, wenn du mal liest. Wir können es ja so
arrangieren, dass ich vielleicht auch erfahre, was passiert?“ Harry grinste und nickte. „Apropos erfahren, wie hat Madam Pince eigentlich reagiert, als sie erfahren hat, dass dieses Buch hier rumlag?“ Hermine verzog den Mund, halb amüsiert, halb mitleidig. „Sie ist total ausgetickt. Deshalb war ich auch so lange weg, sie hat sich noch lang und breit darüber ausgelassen, dass sie dieses Buch ja gar nicht verleihen wollte, aber der Schüler die Unterschrift von Professor Snape dabeihatte und dass sie nicht verstehen kann, warum man das offen herumliegen lässt…die Arme“, schloss sie nachdenklich. „Es ist bestimm nicht leicht, in so einer riesigen Bibliothek den Überblick zu behalten und dann kommen diese Leute, die es einem extra schwer machen…“ Sie verstummte und eine Weile hing jeder seinen Gedanken nach. Gedankenverloren blätterte Harry durch den Quidditch – Roman. „Ich muss noch Hausaufgaben machen“, murmelte er und dankte dem Himmel, dass Freitag war – wenigstens kein Unterricht mehr. Hermine schien kurz nachzudenken, dann meinte sie: „Wenn du mir versprichst, dass du in Zaubereigeschichte in Zukunft wenigstens versuchst, aufzupassen, dann können wir die morgen zusammen machen.“ Harry sah sie dankbar an. „Du bist ein Engel, Hermine!“ Sie lächelte und versuchte, nicht allzu verlegen auszusehen. „Komm, wir müssen allmählich zum Abendessen“; lenkte sie rasch ab. Harry sah auf die Uhr. Tatsächlich. Ohne dass er es gemerkt hatte, waren drei Stunden vergangen.