Still Alive

GeschichteAllgemein / P18
Negan OC (Own Character) Rick Grimes
25.08.2019
10.11.2019
7
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Nachdem Emily, das Brot sichtlich genossen hatte, war sie bereit Alexandria zu erkunden und vor allem Rick wieder zusehen. Wenigstens musste sie diesmal nicht in diesem dummen Kittel vor ihm Rum hüpfen. Olivia lief das Stück, zu Ricks Haus mit ihr und begleitete sie. Emily musste zugeben, das sie in der alten Welt recht viele Vorurteile hatte, sie hätte mit ihren Freundinnen bestimmt über Olivia gelästert, doch sie merkte schnell das es auf solche Oberflächlichkeiten nicht wirklich ankam. Olivia hatte eine gute Seele. Emily staunte nicht schlecht, als sie die Gemeinde sah. Es war wie eine kleine Vorstadt, man fühlte sich ein wenig in der Zeit zurück gesetzt, fast so als wäre Die Welt hier noch in Ordnung. Nur die großen Mauern am Rande der Vorstadt, verrieten das sie doch in einer Beißer Welt lebten. Sogar die Vorgärten waren gepflegt und die verschiedensten Blumen, blühten in voller Pracht. An jedem Haus stand sogar noch der Briefkasten, es war einfach wunderschön hier.

In ihrer alten Gemeinde lebten sie in einer kleinen Fabrikhalle, Privatsphäre war ein Privileg das nur wenigen Leuten zustande, denn es gab nicht wirklich einzelne Zimmer. Doch es war ein Zufluchtsort, es war bis dato ihr Zuhause gewesen. Emily war völlig am Träumen und verzaubert von Alexandria, als sie Olivias Stimme plötzlich zurück in die Realität holte, „ Wir sind da, hier lebt Rick mit seiner Familie.“ Hatte sie gerade Familie gesagt? Das würde ja bedeuten dieser Rick ist vergeben, verdammt, dachte sich Emily und biss sich zugleich nervös auf die Unterlippe, weil sie Rick gleich gegenüber stehen würde. Olivia hatte wohl bemerkt, das Emily etwas nervös wurde und sagte: „Keine Angst, Rick beißt nicht. Klopf einfach an!“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging die Straße entlang. Emilys Herz pochte scheinbar viel zu laut, dennoch Schritt sie mit wackeligen Beinen die paar Stufen zu Ricks Haus hinauf. An der Tür angekommen atmete sie noch einmal tief durch und klopfte schließlich. Als sich niemand meldete und sie herein bat, öffnete sie Tür.

„Da bist du ja, ich dachte du wärst etwas neugieriger.“, sagte Rick mit einem zwinkernden Auge und einem kleinen Mädchen auf dem Arm. Emily war sprachlos, es war wunderschön in seinem Haus, als sie es betrat stand sie wohl direkt im geräumigen Esszimmer. In der Mitte stand ein Holztisch mit Stühlen, es hingen Bilder an der Wand und ein flauschiger Teppich rundete alles ab. Wenn man in Alexandria war konnte man wirklich vergessen, das draußen die Untoten herumliegen. „Stellst du mich der Kleinen gar nicht vor?“, fragte sie dennoch wissbegierig und schaute Rick immer noch mit großen Kulleraugen an, auch jetzt, während sie hier in seinem Haus stand, hatte sie immer noch gewaltiges Herzklopfen. Rick ging direkt zwei Schritte auf sie zu und bevor sie sich versah, hatte sie das kleine Mädchen auch schon auf dem Arm. „Das ist Judith, meine Tochter. Außer uns lebt auch noch mein Sohn Carl hier.“, erklärte Rick ihr. Wow, sogar zwei Kinder dachte Emily sich, doch wo war seine Frau? Außerdem hatte er sie gar nicht erwähnt, also fragte sie schließlich nach: „Wo ist deine Frau?“

Ohne es zu ahnen hatte sie scheinbar einen Wunden Punkt getroffen, Ricks Augen wurden etwas glasig und er sah betroffen auf den Flausch Teppich. „Tut mir Leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten!“, warf Emily direkt hinterher, super, sie war voll ins Fettnäpfchen getreten. Das war übrigens noch etwas, in dem sie ziemlich gut war, die Tollpatschigkeit in Person sozusagen. Rick sah wieder hoch, direkt in ihre Augen und entgegnete nur: „Es ist schon gut, ist ja eine berechtigte Frage. Leider ist ihre Mom schon vor ein paar Jahren umgekommen, Judith war grade erst geboren und hatte nie die Chance, ihre Mutter kennen zu lernen.“ Rick nahm ihr die Kleine wieder ab, die in der Zwischenzeit mit Emilys Haaren gespielt hatte, und fügte noch hinzu: „Ich habe mein Versprechen übrigens gehalten und ein paar meiner Leute in den Wald geschickt, um nach deinem Freund zu suchen. Seit ihr denn eigentlich ein Paar?“

Da war es wieder, dieses süße, verschmitzte Lächeln in seinem Gesicht, das Lächeln dass Emilys Herz höher schlagen ließ. Sofort wurde sie rot um die Wangen und fing wieder nervös zu stottern an: „Nein waren wir nicht. Wir waren einfach nur gute Freunde. Eine richtige Beziehung hatte ich schon lange nicht mehr.“ Oh Mann, Emily könnte sich glatt selbst schlagen, warum hatte sie es nicht bei dem ersten Satz belassen? Jetzt musste sie Rick für so eine total vereinsamte Schachtel halten. Doch anstatt sich über sie lustig zu machen, setzte er Judith in einem Laufstall, der in der Ecke stand ab, kam zu Emily und legte seinen Arm über ihre Schulter. „Na dann wollen wir dir mal Alexandria zeigen!“

Emily errötete sofort erneut und lief, gemeinsam mit Rick hinaus auf die Straße. Er zeigte ihr jedes einzelne Haus der Gemeinschaft und erklärte ihr genau wer darin wohnte, zu jedem Bewohner gab es etwas lustiges zu erzählen. Sie musste zugeben, das ihr Rick währenddessen immer sympathischer wurde, erst recht, wenn er die lustigen Geschichten erzählte, seine Augen funkelnden vor Freude und er war sichtlich stolz auf das, was sie sich hier aufgebaut hatten. Die Beiden standen grade vor dem Haus, indem die Vorräte gelagert und von Olivia verwaltet wurden, als eine dunkelhäutige Frau ihren Weg kreuzte. Sie baute sich vor den Beiden auf, stemmte die Hände in die Hüften und begutachtete Emily, mit argwöhnischen Augen von oben bis unten. „Du musst also die Neue sein, Emily nicht wahr? Machst nicht den Eindruck als könntest du kämpfen, oder sonst irgendwas. Wie soll sie uns bei dem bevorstehenden Krieg von Nutzen sein?“ ,fragte sie mehr an Rick gerichtet, als an sie. Ohne auch nur eine Antwort abzuwarten, zog die Frau wieder schulterzuckend von dannen. „Wer war das?“, wollte Emily von Rick wissen. Die Frau schien ihr etwas arrogant zu sein, außerdem schaute sie Rick mit etwas speziellem im Blick an. Emily kannte diesen Blick, denn sie sah ihn mit den gleichen Augen an. „Das war Michonne, sie ist schon eine ganze Zeit mit uns unterwegs und mit ihr, haben wir eine Schwertkämpferin gefunden. Außerdem versteht sie sich gut mit Carl, meinem Sohn.“, erklärte Rick ihr im ruhigen Ton. „Hmmh“ ,erwiderte Emily, da kam ihr noch ein Gesprächsfetzen von eben in den Sinn, „von welchem Krieg sprach sie denn? Ich meine wir leben in einer Welt voller Untoter, wer sollte denn da noch Krieg führen wollen?“ Rick konnte nicht anders, trotz der ernsten Lage und musste über ihre Blauäugigkeit lachen.

Er begann weiter zu laufen und sagte nur lächelnd: „Wir haben momentan ein ernstes Problem, mit, nennen wir es , eine andere Gruppe Überlebende, aber das werde ich dir heute Abend in Ruhe erklären. Du hast bis jetzt ziemlich großes Glück gehabt Emily, scheinbar ohne es zu wissen. Du ahnst nicht wie Menschen sich entwickeln können.“ Emily ließ ein lautes Seufzen hören und antwortete Rick: „Gegen andere Menschen habe ich noch nie gekämpft, ich habe ja schon Probleme mit toten Menschen zu kämpfen. Es tut mir Leid, falls ich euch zur Last falle.“ Rick bemerkte das sie niedergeschlagen war und versuchte sie etwas aufzumuntern, er stellte sich vor sie und berührte mit einer Hand ihre Schulter. Emily sah auf, direkt in Ricks Augen, in denen sie Aufrichtigkeit und Güte sah und war sofort wieder hin und weg von seiner Ausstrahlung. Ihr Herz pochte heftig, fast so schnell, das sie Angst hatte Rick könnte es hören. „Ich weiß du bist einer von den Guten, Emily. Sonst hätte ich dich nicht bei uns aufgenommen. Glaub mir, für so etwas habe ich schon ein Gespür entwickelt. Falls wir deinen Freund nicht finden sollten und du trotzdem bei uns bleiben willst, bist du hier herzlich Willkommen. Das Kämpfen werden wir dir schon irgendwie beibringen, mach dir da mal keinen Kopf.“, sagte Rick aufmunternd und lächelte sie wieder an. Würden sie hier nicht mitten auf der Straße von Alexandria stehen, wäre das ein super Kuss Moment, dachte Emily.

Sie war jetzt schon hin und weg von Rick und das, obwohl sie gerade noch nicht mal einen Tag hier war, geschweige denn, kannte sie ihn richtig. Doch auch Emily spürte das Rick ein gutes Herz hat, so geborgen fühlte sie sich noch nie in ihrem Leben, wie jetzt schon bei ihm. Rick lief weiter, zurück zu seinem Haus, die Rundführung war schon vorbei, leider. Emily wurde fast schon wieder wehmütig ums Herz, als Rick plötzlich sagte: „Komm mit rein, ich will dir Carl vorstellen und du darfst mit uns zu Abend essen. Außerdem denke ich, das du heute Nacht bei uns bleiben kannst.“ Was hatte er da gesagt? Emily dachte sie hätte sich verhört und blieb wie angewurzelt auf der Stelle stehen, ihr Gesicht lief erneut rot an, bei dem Gedanken das sie womöglich bei Rick schlafen könnte.

Obwohl die Tour mit Dale so furchtbar geendet hatte und er wahrscheinlich nicht mehr lebt, war sie irgendwie froh, das die Tour so ein Ende gefunden hatte. Sonst hätte sie wahrscheinlich nie Rick kennengelernt und sie wollte ihn noch viel besser kennen lernen, sie spürte das er tiefgründig und voller Geheimnisse war. Als sie so darüber nachdachte und die Treppen, hinauf zu Ricks Haus lief, stolperte sie. Typisch Emily, er hatte Recht, es war ein kleines Wunder, das sie in den heutigen Zeiten bis jetzt überlebt hatte. Noch bevor sie, auf der vorderen Stufe aufschlagen konnte, wurde sie gefangen. „Du bist ja wirklich ein kleiner Schussel, mit dir werden wir noch einiges zu lachen haben.“, sagte Rick scherzhaft, während er sie auffing. „Danke, ich habe scheinbar wirklich ein Talent für sowas.“, erwiderte Emily verlegen und strich sich eine Strähne hinter das Ohr, um ihre Nervosität irgendwie zu verbergen. Rick lächelte und öffnete ihr die Tür, es war ein Lächeln das sie nicht verspottete, sie wusste er meinte es aufrichtig. Sie atmete noch einmal tief durch und betrat zum zweiten Mal heute, sein Haus. Sie musste sich etwas zusammenreißen, um nicht noch einmal mit so etwas peinlichem aufzufallen.

Diesmal waren sie nicht alleine, Judith saß schon am Tisch, in einem Hochstuhl und der junge Mann, der dabei war den Tisch zu decken, war vermutlich Ricks Sohn, Carl. Emily Schritt zu ihm herüber, reichte ihm die Hand und stellte sich als Neue vor, sie wollte Höflich sein und vor Ricks Familie nichts verkehrt machen. Carl trug einen Rangerhut und um sein Auge, war eine dicke Augenbinde gebunden. Er hatte die gleichen, aufrichtigen blauen Augen wie sein Vater. Doch die Höflichkeit brachte Emily hier nicht weiter, Carl sah ihre Hand an, als wäre sie die Hand einer Untoten um sofort zu Rick zu schauen. „Du hast mir nicht gesagt, das wir neue in unsere Gruppe aufgenommen haben oder das sie mit uns Abendessen.“, sagte er leicht zornig zu seinem Vater. Emily schaute verwirrt zu Rick, sie hatte nicht mit einer solchen Art der Begrüßung gerechnet. „Daryl und ich, haben Emily total erschöpft im Wald gefunden. Sie wird heute Abend unser Gast sein, ob sie bei uns bleibt wird sie selber noch entscheiden.“, antwortete Rick ihm, mit einem Ton in der Stimme, der keinen Widerspruch zu ließ. Der Vater hatte gesprochen, Punkt. Carl schaute Emily noch einmal wütend an und ging nach oben, sie blieb völlig irritiert stehen. „Es tut mir Leid, normal ist er nicht so. Das liegt an den Umständen die wir momentan, mit dieser anderen Gruppe, den Saviors haben. Setz dich bitte, ich hole das Essen und wir werden darüber reden.“, erklärte Rick ihr und war wieder ganz der Gentleman. Wenigstens Judith, schien sich über sie zu freuen und strahlte Emily an, als sie gegenüber von ihr Platz nahm. Emily war gespannt was Rick ihr noch alles zu erzählen hatte, sie hing ihm seit heute Morgen schon an den Lippen und konnte eigentlich vor lauter Aufregung, gar keinen Bissen herunter bekommen.
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