Still Alive

GeschichteAllgemein / P18
OC (Own Character) Rick Grimes
25.08.2019
14.10.2019
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Als Emily endlich wieder zu sich kam, musste sie mehrfach blinzeln, beim aufwachen, denn sie war geblendet von einem grellen Licht. Sie brauchte einen kurzen Augenblick, bis sie wusste wo sich befand. Sie lag in einem Krankenbett, in einem Raum der vollgestopft war mit medizinischen Utensilien, vermutlich war es eine Art Krankenstation. Aber es war nicht die Station ihrer Gemeinde, sie war hier nicht Zuhause. Es dauerte einen weiteren Moment bis ihr die vergangenen Ereignisse wieder einfielen, sie hatte sich alleine durch den Wald geschlagen in Todesangst um ihr Leben, doch letztendlich hatte sie es geschafft. Sie hatte sogar einen Untoten getötet und einen Unterschlupf gefunden und dann traf sie auf diese zwei Männer, der eine etwas rau und wild und der andere, sie konnte ihn gar nicht richtig beschreiben. Rick war sein Name, glaubte sie sich zu erinnern und da fiel ihr wieder ein, wie er auf sie gewirkt hatte, als hätten seine Augen direkt auf ihre Seele geschaut und ihr Innerstes berührt.

Noch völlig in Gedanken, betrat plötzlich eine Person das Zimmer. „Wie schön du bist endlich aufgewacht! Ich bin übrigens Olivia, ich habe mich um dich gekümmert seit du hier bist.“, sprach die etwas kräftigere Frau mit den dunklen Haaren und der Brille. Sie machte einen sehr freundlichen Eindruck auf Emily. Olivia kam in den Raum, strich Emilys Bettdecke glatt und setzte sich zu ihr. „Wie geht es dir? Wenn du irgendetwas brauchst, sag mir ruhig Bescheid.“, ließ Olivia sie wissen. Emily musste sich erst Räuspern, ihre Stimme war etwas angeschlagen bevor sie ihr antworten konnte. „ Soweit geht es mir gut, danke. Kann ich vielleicht mit Rick sprechen? Ich war da draußen nicht alleine unterwegs, zumindest nicht am Anfang, und würde gerne wissen ob sie Dale gefunden haben.“ Emily wollte sich sofort aufsetzen und schlug die Bettdecke beiseite, doch sie wurde sofort von Olivia gebremst, die sie wieder zurück auf die Matratze drückte. „Du musst dich noch ausruhen, dein Kreislauf war völlig im Keller, wenn du möchtest kann ich Rick Bescheid geben, das du wach bist.“, ermahnte sie Olivia freundlich. Widerwillig blieb Emily im Bett liegen, eigentlich fühlte sie sich fit genug um aufzustehen, doch sie wollte keinen Steit6mit der fürsorglichen Olivia anfangen und antwortete ihr stattdessen: „ Das wäre echt nett von dir. Ist Rick euer Anführer oder so etwas?“ Olivia stand von ihrer Bettkante auf und lief zur Tür des Raumes, „ja das ist er, er kümmert sich um uns alle um jedes Problem das aufkommt, also könnte man schon sagen das er eine Art Anführer ist. Ich werde ihm Bescheid geben, das es die besser geht, aber bleib schön liegen während ich weg bin.“ Sie zwinkerte ihr noch einmal kurz zu, bevor sie den Raum verließ und die Tür hinter sich zuzog.

Emily fühlte sich soweit eigentlich wieder ganz gut, deswegen stand sie auch direkt auf, nachdem Olivia verschwunden war. Sie hatte schon immer ihre eigene Meinung den Dingen gegenüber und hörte nicht unbedingt auf das was man ihr sagt. Dieser Rick war also Anführer dieser Gemeinschaft, warum trieb er sich dann im Wald herum mit diesem Daryl? Das kannte sie von ihren vorherigen Anführern nicht. Sie musste erst einmal herausfinden wo sie hier genau war und ob es noch Hoffnung für Dale gab. Sie wagte es zwar zu bezweifeln, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich erweise zuletzt. In den heutigen Tagen war es fast normal jemanden durch Untote zu verlieren, es gehörte leider schon fast zum Alltag. Auch Dale wäre nicht der Erste Freund, den sie durch die Beißer verlor. Sie fing langsam an den Raum zu erkunden, es war wirklich eine Krankenstation, sogar ein Skelett stand in der Ecke. Erst jetzt sah Emily an sich herunter und bemerkte, das sie ihre Kleidung gar nicht anhatte, sondern so einen dummen Krankenhaus Kittel, der hinten am Po offen war.

Ausgerechnet jetzt, als sie mit blankem Hintern im Raum stand, klopfte es an der Tür. Schnell versuchte sie mit dem restlichen Stoff, der vorne an ihrem Körper war, ihren Hintern zu verdecken. Ohne ein „Herein" abzuwarten, kam die Person herein. Es war zu ihrem überraschen nicht Olivia, sondern Rick und sofort war sie wieder geblendet von diesem Mann. Emily errötete wie ein kleines Schulmädchen und ihr Mund fühlte sich ganz trocken an. Rick musterte sie und trat einen Schritt näher heran, er hielt ihr die Hand hin. „Schön das es dir besser geht, ich sagte ja schon ich bin Rick nur wer du bist, weiß ich leider noch nicht.“

Emily stotterte erst einmal herum, Gott sie wusste gar nicht warum dieser Rick sie so in Verlegenheit brachte, eigentlich war sie eine wortgewandte Frau und ihr blieb selten ein Ton im Hals stecken. Sie nahm seine Hand und stellte fest, das er einen sehr festen Händedruck hatte, jedoch erstaunlich weiche und zarte Hände für einen Mann in diesen Zeiten. Sie brachte nichts weiter raus als: „ Ich bin Emily.“ Und wieder sah sie in seine blauen Augen, die sie neugierig zu Mustern scheinen. „Emily, schön das wir dir helfen konnten, sei doch so gut und setzt dich wieder. Du wirkst noch etwas neben der Spur und ich habe einige Dinge mit dir zu besprechen. Neben der Spur war gut, aber nicht wegen der Ohnmächtigkeit, sondern wegen ihm. Wenn er nur wüsste, dachte sie sich. Ohne zu widersprechen, lief sie zurück zum Bett, das Stück Stoff, dass ihren Allerwertesten bedeckte, fest umklammert und setzte sich auf die Bettdecke. Rick war so höflich und nahm sich einen Stuhl, den er vor dem Bett platzierte und setzte sich ihr gegenüber. „Emily du musst wissen, wir haben kein Problem mit dir, trotzdem muss ich dir ein paar Fragen stellen damit du bei uns bleiben kannst. So läuft das bei uns.“ Emily nickte nur stumm mit dem Kopf, erst jetzt fiel ihr auf, das sie Rick anstarrte wie ein vierzehn jähriges, verknalltes Mädchen.

„Die erste Frage lautet wie viele Beißer hast du getötet?“, Rick sah sie immer noch an, jedoch wurde sein Blick deutlich ernster. Emily musste einen Moment nachdenken, bevor sie ihm antwortete: „Ich denke es waren zehn.“ Rick musste leicht lächeln und begann dann zu lachen. „Mehr nicht? Emily wie hast du solange überlebt?“ Das fand sie eigentlich gar nicht so komisch, klar sie war definitiv kein Kämpfer, aber ihre Qualitäten lagen eben woanders. „ Ich war nie allein, ich hatte immer andere Menschen um mich herum, lebte sicher in einer Gemeinschaft.“, entgegnete sie ihm ernst, sie wollte nicht das sich jemand über sie lustig machte. „Okay, okay schon gut.“, redete Rick weiter und fuhr fort, „ wie viele Menschen hast du getötet?“ Konnte das sein ernst sein, wer brachte schon Menschen um? Wir leben in einer Welt, in der die Untoten rum laufen wie Ameisen, wer sollte da auf die Idee kommen andere Überlebende zu töten? Rick sah wohl ihren fragenden Gesichtsausdruck und ein kleines Lächeln umspielte wieder seine Lippen, doch diesmal blieb er ernst und fing nicht an zu lachen. Emily hoffte aus Respekt ihr gegenüber. „Keinen einzigen, ich wüsste nicht aus welchem Grund noch wäre ich dazu in der Lage.“, antwortete sie ihm ehrlich. Rick blieb weiter recht ernsthaft und beugte sich ein klein wenig zu ihr herüber, um ihr die letzte Frage zu stellen, „ Warum?“ Emily wunderte sich jetzt schon über nichts mehr, sie konnte sich gut vorstellen, das diese Fragen eine Art taktisches Verhör waren, um sein  Gegenüber besser einschätzen zu können. Sowas war in der Zeit der Apokalypse leider nötig geworden, auch wenn sie keine Kämpferin oder gar eine große Beißer Töterin war, so war sie doch, wie schon erwähnt sehr intellektuell und verstand warum ihr diese Fragen gestellt wurden. „ Ich musste die Beißer töten, nicht aus freien Stücken, aber meine Freunde zwangen mich dazu, damit ich lerne mich selbst zu verteidigen. Einen musste ich aber aus eigenen Stücken töten, da er Jagd auf meine damalige Freundin machte, diese hat aber leider trotzdem nicht überlebt, sie wurde infiziert, es ich zu lange zögerte. Warum ich keinen Menschen getötet habe, sagte ich dir bereits.“, gab sie ehrlich zu.

Rick fuhr sich durch seinen Bart und schien sichtlich zufrieden zu sein mit ihren Antworten, sein Blick hellte sich wieder auf und er schenkte Emily ein aufrichtiges Lächeln. „Gut Emily, ich denke von dir geht wirklich keine Gefahr aus. Ich sage Olivia Bescheid  sie soll dir etwas frisches zum anziehen bringen, wir können dich ja nicht ewig in diesem Kittel herum laufen lassen.“ Sagte Rick mit einem zwinkernden Auge, scheinbar war ihm doch nicht entgangen, das sie vorhin versucht hatte, ihr Hinterteil zu bedecken. Sofort wurde sie wieder Feuer rot über die Wangen, nicht nur wegen dieser peinlichen Sache eben, sondern auch weil er sie angezwinkert hatte. Dieser Mann hatte etwas unglaubliches an sich, sie konnte nur noch nicht genau sagen was es war. Rick stand auf und wollte schon gehen, als Emily doch ihre Stimme wieder erlangte und mutig sagte: „,Danke für alles Rick. Führst du mich in eurer Gemeinde herum später? Ich möchte euch kennenlernen.“ Rick drehte sich um und sagte schulterzuckend, als wäre es das verständlichste von der Welt, „ Na, klar,  komm einfach zu meinem Haus, ich muss jetzt nur nach Judith sehen.“

Da fiel Emily plötzlich ein, das sie vor lauter Schwärmerei über diesen Rick, ihren Freund Dale völlig vergessen hatte. „Rick, noch etwas. Habt ihr einen Mann ungefähr in meinem Alter gefunden? Ich war mit ihm gestern unterwegs, bis wir diesen Autounfall hatten. Ich war nur in dem Wald, weil ich ihn gesucht hatte.“ Ricks Miene wurde etwas dunkler, bevor er etwas sagen konnte, sie erahnte bereits das es wahrscheinlich um Dale geschehen war. „Tut mir, Leid. Wir haben nur dich gefunden und das auch nur durch Zufall. Ich werde ein paar meiner Leute los schicken, um den Wald nach ihm nochmal zu durchsuchen.“ Rick drehte sich um und ging, um nach dieser Judith zu sehen.

Emily hatte noch so viele Fragen an ihn, Dale war wahrscheinlich schon längst ein Beißer. Sie versuchte sich schnell mit diesem Gedanken abzufinden, nicht das es kaltherzig war, doch in den heutigen Zeiten musste man mit so einem Schicksalsschlag rechnen. Dale war ein guter Kumpel gewesen und brachte sie immer zum Lachen, wirklich schade das er so früh aus dem Leben geholt wurde. Als sie gerade  noch über ihn nach dachte, öffnete sich die Tür bereits wieder. Es war, wie versprochen Olivia, sie hatte ein Bündel Kleidung in der einen Hand und ein Butterbrot in der anderen. „Du bist bestimmt hungrig, ich hoffe du magst Roggenbrot.“, sagte sie, und hielt es ihr vor die Nase. „Oh ja, Brot gab es bei uns in der Gemeinschaft nur selten, aber sei mir nicht böse Olivia  ich will mir erst mal etwas anziehen.“ , freute sich Emily. Olivia kicherte über die Freude, die sie ihr mit den Mitbringseln machte und drehte sich um, damit sie sich in Ruhe umziehen konnte. Im Raum gab es so einen Raumteiler, den man von Arztpraxen kannte, und Emily zog sich endlich dahinter um. Die neuen Klamotten passten gut, als hätte Olivia geschaut welche Größe sie hatte. „Kannst wieder gucken.“, sagte sie zu Olivia und schnappte sich das Brot, das sie zur Seite gelegt hatte. Nachdem sie es gegessen hatte und sie hatte es sehr genossen, denn wie gesagt ihre letzte Scheibe Brot war lange her, fragte Olivia sieh: „Bist du bereit deine neue Gemeinschaft kennen zu lernen?“
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