Still Alive

GeschichteAllgemein / P18
OC (Own Character) Rick Grimes
25.08.2019
11.09.2019
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Emily lief alleine durch den Wald, sie war nur bewaffnet mit einem kleinen Taschenmesser und es dämmerte bereits. Sie musste schleunigst zusehen, das sie aus diesem Wald heraus kam und einen Unterschlupf, für die Nacht findet. Ihr war zum heulen zumute, seit Stunden lief sie nun schon durch diesen beschissenen Wald, anfangs hatte es auch noch geregnet und ihre Kleidung war immer noch durch nässt, wenn sie nicht schleunigst ins Warme kommen würde, würde sie womöglich doch noch als Untoter enden, nur weil sie sich eine schlimme Grippe einfangen würde. Es liefen, zu ihrem Glück, nur ein paar Untote hier herum, sie konnte sich zwar verteidigen und hatte auch schon ein paar von ihnen getötet, doch noch immer hatte sie eine gewisse Abscheu dem ganzen gegenüber. Den meisten denen sie hier, im Wald begegnete lief sie einfach davon, sie wollte es nicht auf einen Kampf ankommen lassen. Bis jetzt lebte sie innerhalb in einer relativ gerechten Gemeinschaft, sie war gerade auf einer Erkundungstour unterwegs mit Dale, ihrem besten Freund. Eigentlich hatte sie gar nicht mitfahren wollen, doch die anderen drängten sie dazu, eben weil sie noch nicht viel Erfahrung mit den Beißern hatte und sie dachten es wäre eine nützliche Übung für sie. Tja, falsch gedacht, dachte Emily sich nun. Wie gesagt es hatte angefangen zu regnen, und der Regen prasselte gegen die Scheibe, ihres alten Ford Chevy mit denen die Beiden unterwegs waren. Das Fahrzeug geriet außer Kontrolle, Dale konnte nichts mehr sehen und die Beiden kamen von der Fahrbahn ab, ehe sie sich versahen überschlugen sie sich und das Auto landete im Graben. Als Emily wieder zu sich kam, musste sie sich kriechend aus dem Autowrack befreien, sie schrie und rief nach Dale doch dieser war nicht mehr auffindbar. Sein Fahrer Sitz war blutverschmiert und sie hatte sich nur in den Wald begeben um ihn zu suchen, er war verletzt und konnte sicherlich nicht weit weg sein. Auch da hatte Emily falsch gelegen, sie hatte sich direkt im Wald verlaufen und nun irrte sie schon seit Stunden um her, ohne auch nur ein einziges Lebenszeichen von Dale oder einem anderen Lebenden Menschen.

Plötzlich hörte sie ein lautes Knacken, nicht weit von ihr. Emily blieb still stehen und versuchte in der herannahenden Nacht, etwas erkennen zu können, doch vergeblich. Sie konnte nichts entdecken, ihre Hand gleitet dennoch in die Tasche, der dünnen Regenjacke die sie trug um den Griff des Taschenmessers fest zu umklammert. Ihre Ohren waren gespritzt, wie die eines Luchses, dennoch vermochte sie weder etwas zu sehen noch etwas zu hören. Eigentlich müsste man doch so einen verdammten Untoten Röcheln hören, oder etwa nicht? Sie wünschte sich insgeheim etwas mehr Zeit mit Übung verbracht zu haben, stattdessen führte sie ein relativ sorgenfreies Leben in ihrer Gemeinschaft. Natürlich machte sie sich auch nützlich, sie halfen bei der Gartenarbeit, wusch die Wäsche und brachte den ganz Kleinen Kindern der Gemeinde, das Lesen bei. Was Emily betraf, war sie nie eine Frau die geschickt gewesen ist, sondern viel mehr eine intellektuelle. Ihre Zeit verbrachte sie Abends mit Lesen von Büchern und wenn ihr das zu langweilig wurde, brachte sie eben selbst ein paar neue Abenteuer auf Papier. Doch das alles würde hier, in dieser Situation wenig nützen.

Als sie keine weiteren Geräusche vernahm, traute sie sich endlich weiter zu gehen, sie musste immer noch einen Unterschlupf im Dickicht der Wälder finden. Ihr Herz pochte so laut vor Angst, da sie allein dadurch bestimmt schon die Untoten anlocken würde. Sie lief gefühlt, weitere zwei Stunden durch den Wald, sie konnte im Dunkeln kaum noch die eigene Hand vor den Augen erkennen und stolperte sogar zweimal über einen dämlichen Ast. Ihre Beine und Füße begannen bereits zu Schmerzen und sie wünschte sich nichts sehnlicher als endlich auf jemand Lebendes zu treffen, der die hier rausholen würde.

Gerade als ihre Verzweiflung am größten zu sein schien und an einem Baum lehnte um kurz durch zu Schnaufen, konnte sie mit der Hand eine Art Leiter am Baum ertasten. Emily konnte ihr Glück nicht fassen und brach beinahe schon wieder in Tränen aus, ja sie war nah am Wasser gebaut, doch endlich schien die Erlösung nahe. Da sie nichts mehr erkennen konnte in der Dunkelheit, begann sie den Baum abzutasten, es war tatsächlich eine Leiter. Ohne zu wissen, was sie da Oben eigentlich erwartet, begann sie sich die Leiter nach oben zu arbeiten. Grade als die Letzte Sprosse der Leiter Griff, sie konnte eine Ebene Fläche darüber ertasten, vernahm sie die Geräusche eines Beißers am Boden. Ihr Puls beschleunigte sich auf ungesunde Weise und sie konnte den Toten sogar schon riechen, sie waren alle von einem unglaublichen Gestank umgeben. Aber da war es bereits zu spät.

Noch ehe sich Emily hochziehen konnte, wurde ihr Fuß bereits von einer schwammigen Beißer Hand gepackt, sie begann wild um sich zu treten und hoffte das Mist Vieh dabei irgendwie zu erwischen. Doch der Untote war offensichtlich stärker, er schaffte es sie von der Leiter zu reißen und sie landete unsanft mit dem Rücken, auf dem noch feuchten Waldboden. Sie hatte furchtbare Angst, noch nie musste sie einen Kampf alleine mit diesen Viechern austragen  es war niemand da, der sie hätte retten können. Es dauerte nicht lange und der Untote landete ebenfalls auf ihr, sein Gestank war bestialisch. Emily musste mehrmals schlucken um sich nicht zu erbrechen, sie versuchte mit aller Kraft ihn von sich zu drücken, doch es gelang ihr lediglich ihn auf Abstand zu halten. Sie konnte hören wie seine Zähne immer wieder aufeinander schlugen, getrieben von dem einzigen was der armen Kreatur noch blieb, Verlangen auf ihr Fleisch.

Emily versuchte sich das Training mit Dale ins Gedächtnis zu rufen, hatte er ihr nicht immer gesagt sie müsse um jeden Preis die Überhand behalten? Wäre er jetzt doch nur hier, wo war er überhaupt. Sie hielt den Beißer immer noch von ihrem Körper weg, allerdings tropfte irgendetwas von ihm auf ihr Kinn, widerlich. Angetrieben von Ekel und Überlebensinstinkt, versuchte sie all ihre Kraft auf ihre Arme und den Oberkörper zu fokussieren, sie wollte den Beißer auf den Rücken werfen. Scheinbar hatte sie ein bereits sehr verwestes Exemplar vor sich, denn es gelang ihr nach kurzer Zeit. Jetzt musste sie es nur irgendwie schaffen, den Beißer mit einer Hand auf Abstand zu halten, um mit der anderen das Taschenmesser aus der Jackentasche zu ziehen. Der Untote streckte seine Arme nach ihr aus und versuchte scheinbar ebenfalls, mit aller Kraft ihr etwas abzureißen. Emily schaffte es tatsächlich an ihr Messer heranzukommen und obwohl sie Angst hatte, stach sie es mit der letzten Kraft  die sie noch aufbringen konnte, in sein verwesendes Hirn. Endlich wurde es wieder still um sie herum, die Arme des Beißers erschlafften und Emily sah zu, das sie schnurstracks diese Leiter hochkletterte.

Endlich oben angekommen, es war zu ihrem Glück kein Untoter da, weder da Oben noch unten , musste sie sich erstmal übergeben. Sie war selber ein bisschen erstaunt darüber, das sie es geschafft hatte zu überleben und das ganz allein und ohne fremde Hilfe. Sie wischte sich mit dem Handrücken den Mund ab und begann nach einer Schlafgelegenheit zu suchen, sie war viel zu erschöpft um hier auch noch Wache zu halten. Es musste ein kleines Baumhaus sein, indem sie sich befand und soweit sie wusste konnten die Untoten noch keine Leitern hinauf klettern. In der Ecke fand sie schließlich ein paar alte Klamotten  zumindest fühlte es sich so an, sie sah ja immer noch nicht viel. Sie stopfte die Klamotten zu einem Haufen zusammen und formte damit ein Kopf Kissen. Wohin war Dale nur verschwunden, fragte sie sich erneut, doch wahrscheinlicher war es im Moment, das er auch zu einem Untoten geworden ist. Erschöpft und völlig erledigt nach diesem Tag schlief sie endlich auf dem Klamotten Berg ein.

„Hey, hier scheint jemand zu schlafen, sie nicht so aus als wäre unser Freund am Boden hier, grundlos gestorben!“

„Das dachte ich mir schon, ist diese jemand gefährlich?“

„Nein, Rick sieht nicht so aus, eine junge Frau und wenn du mich fragst, sieht sie selbst jetzt noch ziemlich fertig aus, sonst würde sie nicht so tief schlafen.“

„Bring sie runter, wir werden sie mitnehmen und sehen dann, was aus ihr werden soll.“

Emily wurde durch ein Stupsen wach, ihr Unterbewusstsein verarbeitete noch die Geschehnisse von letzter Nacht, so glaubte sie es wäre ein Beißer, der da an ihr herum zog. Mit einem lauten Schrei wachte sie richtig auf, ein Satz und sie war in der Ecke des Baumhauses. „Hey  ich tue dir nichts , ich oder besser gesagt, mein Kumpel und ich wollen dir helfen.“, sprach der Unbekannte, der sie offenbar geweckt hatte. Emily brachte jedoch kein Wort hervor, sie war immer noch viel zu überrascht und außerdem erstaunt darüber, das es tatsächlich ein Baumhaus war, in das sie die Nacht über geflüchtet war. „Ich bin Daryl und unten wartet mein Kumpel Rick auf uns, wir wollen dir wirklich nur helfen.“, fuhr dieser Daryl fort. Emily beruhigte sich ein klein wenig und fand ihre Stimme nun wieder: „Ich bin Emily, wir hatten gestern einen Unfall und seitdem war ich alleine in diesem Wald unterwegs.“ Von unten konnte sie eine andere Stimme hören, das musste Rick sein. „Emily komm runter, wir wollen dir wirklich nur helfen, wir haben einen Arzt in unserer Gemeinschaft. Es gibt nichts worüber du dir Sorgen machen müsstest.“ Immer noch leicht irritiert stand sie auf und kletterte vor Daryl die Leiter hinunter, dabei bemerkte sie das sie das alte Blut des Beißers überall an sich hatte, sie musste wirklich hilfsbedürftig aussehen.

Unten angekommen, verschlug es ihr jedoch gleich die Sprache, dieser Rick hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Er hatte dunkelbraunes, lockiges Haar und sein Bart begann schon leicht grau zu werden, aber seine Augen schienen direkt in ihr Herz zu schauen. Sie waren stahlblau und noch nie in ihrem ganzen Leben hatte Emily jemanden mit solch einer Ausstrahlung getroffen. Sie wusste nicht ob es an Rick lag oder daran das sie gestern nicht gegessen hatte, aber ihr wurde schwindelig und sie begann zu taumeln.
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