Liebe tut weh

KurzgeschichteRomanze, Angst / P16 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
23.08.2019
23.08.2019
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Disclaimer
Diesen kleinen OS habe ich vor einer ganzen Weile geschrieben und ursprünglich war geplant, dass er weitaus länger wird und nicht auf diese Weise endet. Eben habe ich ihn wiedergefunden und diese letzten Sätze dazu gedichtet. Aus diesem Grund wirkt das Ende vermutlich sehr abrupt. Tatsächlich ist es aber eher humorvoll als dramatisch gemeint.
Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem.
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Izaya öffnete den Mund, um genüsslich den Zigarettenrauch einzuatmen. Er hatte Rauchen nie gemocht, den Geruch auch nicht. Diese Droge war ungesund und machte nichtmal richtig Spaß, demnach war sie sinnlos.

Für gewöhnlich hätte Izaya normal durch die Nase weitergeatmet und sich einfach von dem Rauch entfernt, doch dieses Mal war es anders. Denn es war Shizuo, der rauchte. Und er hatte ihn vermisst.

Der Geruch von Shizuos Zigarettenrauch war der einzige, der dieses Kribbeln in seinem Bauch auslöste. Dieses Kribbeln, das ihn wirr im Kopf machte und dafür sorgte, dass er nicht klar denken konnte.

Es war früher Abend in Ikebukuro.
Shizuo hatte sich gegen ein Straßenschild gelehnt und sein blondes Haar schimmerte rötlich in der späten Sonne. Gerade drückte er seine Zigarette aus, als seine Augen hochschossen und er Izaya nur wenige Meter von sich entfernt erblickte.

Der Blonde knirschte wütend mit den Zähnen und richtete sich zu voller Größe auf. Aus seiner Kehle drang ein tiefes Knurren, das dem eines kampflustigen Tiers ähnelte.
Izayas Augenbrauen schossen in die Höhe und seine Lippen verzogen sich zu einem spöttischen, schmalen Lächeln.

„Was machst du hier in Ikebukuro, Izaya?“, grollte Shizuo, trat seine Zigarette aus und ging mit zu Fäusten geballten Händen auf Izaya zu. Er baute sich vor dem Kleineren auf und fixierte ihn mit einem vernichtenden Blick.

Diese Worte waren Musik in Izayas Ohren. Er reckte das Kinn und grinste Shizuo provokant zu.
„Wollt' dich nur besuchen kommen, Shizu-chan!“, säuselte er und betrachtete voll Amüsement, wie sich Shizuos blaue Augen zu Schlitzen verengten.

Oh, wie er dieses Katz- und Mausspiel liebte. Wie er es liebte, Shizuo zu reizen. Wie langweilig und trüb wäre Ikebukuro bloß ohne ihn?

Jetzt fing Shizuo an, seine Faust zu heben. Er schien heute einen schlechten Tag zu haben, denn normalerweise führte er diese Handlung nicht so früh aus. Es war das Zeichen dafür, dass Izaya den puren Zorn in dem Barkeeper erweckt hatte.

„IZAYA!“, brüllte Shizuo wütend und wollte nach dem Schwarzhaarigen greifen, doch Izaya wich geschickt aus und machte in einer geschwinden Umdrehung kehrt, bevor er lachend loslief.

Shizuo war ihm dicht auf den Fersen, doch Izaya wusste, wie er den Größeren einfach abhängen konnte. Er lief genau in die Menschenmengen hinein und windete sich elegant um die verschiedenen Körper herum. Dann umfasste er seine Kapuze zog sie sich so tief über den Kopf, dass er den weichen Fellkragen aus seinem Augenwinkel registrieren konnte.

Die Leute um ihn herum gaben überraschte Ausrufe von sich, als er über die Straßen stürzte. Letztendlich bog Izaya in eine enge Seitengasse ein und hörte schon bald Shizuos rasende Schritte direkt hinter sich an den hohen Wänden widerhallen.

Doch dass Izaya schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr Ikebukuro besucht hatte, machte sich schnell bemerkbar. Denn nach wenigen Minuten der Verfolgungsjagd war er in einer Sackgasse gelandet.

Izaya hob den Kopf und schaute sich mit scharfem Blick nach einem Rettungsweg um, einen kühlen Kopf bewahrend.
Doch es war aussichtslos.
Und so drehte er sich langsam um.

Shizuo stand schwer atmend da. Sein Brustkorb hob und senkte sich in rapiden Abständen. In seinen blauen Augen lag eine Mischung aus Wut und Entschlossenheit, doch jetzt blitzte in ihnen bereits Triumph auf.

Du denkst schon wieder zu früh, dass du gewonnen hast, Shizu-chan, schoss es Izaya durch den Kopf, während er seinen Gegenüber weiter betrachtete.

Shizuo sah so gut aus.
Es erinnerte Izaya an die Zeit, in der er selbst ein Jahr lang in Ikebukuro gelebt hatte. Er hatte diesen jungen, blonden Mann immer wieder auf der Straße gesehen. Ihre Blicke hatten sich nie getroffen, und dabei hatte Izaya ihn die ganze Zeit angestarrt, unwiderruflich gefesselt von dieser Aura.

Shizuo war schon immer eine Berühmtheit der Straßen gewesen. Ein Barkeeper, der bekannt für seine Lautstärke, seine Wutausbrüche und seine unermessliche Kraft war. Die Anzahl seiner Bewunderer machte sich gut fürs Geschäft.

Nie hätte Izaya gedacht, dass sich ihre Leben auf eine solch wundersame Weise verstricken würden.

Aber hier standen sie jetzt, vier Jahre später.
Als die größten Feinde.
Die einzige Art von Beziehung, in der es ihnen überhaupt möglich war, Kontakt zueinander aufzubauen.

Es lag nun an Izaya, das Messer zu zücken. „Abend, Shizu-chan. Tut mir leid, dass ich dich beim Rauchen gestört habe.“ Seine säuselnde Stimme triefte nur so vor Sarkasmus.

„Halt die Fresse.“, grollte Shizuo.

Izaya liebte diese grobe Art, die der Blonde an den Tag legte. Es erinnerte ihn daran, wie undurchdringlich Shizuo war und wie wenig er seine Weltansichten verstand. Genau deswegen machte es ja auch so viel Spaß, ihm alles zu ruinieren.

„Was willst du hier in Ikebukuro? Du weißt doch ganz genau, dass ich dich zusammenschlagen werde, Izaya.“, drohte Shizuo und betonte dabei jede Silbe des Namens seines Feinds.

„Genau deswegen bin ich hier.“ Izaya machte einen plötzlichen Sprung vorwärts, das Messer weiterhin in Shizuos Richtung gerichtet.
Shizuo blieb unverändert.

Obwohl die beiden jetzt so nah aneinander standen, sich gegenseitig bedrohten, und Izaya die einzelnen Wimpern an Shizuos Augenlid zählen konnte, rührte sich keiner von ihnen.
Sie starrten einander bloß ruhelos an, und Izaya konnte letztendlich nichts mehr gegen das drückende Gefühl in seiner Magengegend tun.

Er wollte Shizuo. Er wollte ihn so sehr, dass es schmerzte.

Izaya ließ das Messer für einen kurzen Augenblick sinken, als er auch schon eine Faust auf sich zugeflogen kommen sah. Gerade noch rechtzeitig schaffte er es, sich zu bücken und der Gefahr auszuweichen.

Doch da rammte ihm Shizuo auch schon das Knie in die Magengrube. Izaya krümmte sich augenblicklich und der andere nutzte diese Chance, um Izaya einen gezielten Schlag gegen den Brustkorb zu versetzen.

Izaya fühlte sich taumeln und kippte darauf auch schon nach hinten um. Sein gesamtes Blickfeld verdunkelte sich und ein stechender Schmerz schoss durch seine Lungen.

Er hatte ganz vergessen, wie sehr Liebe wehtat. Vielleicht sollte er öfter nach Ikebukuro kommen, um sich wieder an dieses Gefühl gewöhnen zu können.
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