Der gemeinsame Weg

von Dmagnus87
GeschichteRomanze / P12
22.08.2019
22.09.2020
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14.12.2019 829
 
Und sofort senkte sie den Blick und ließ die Hände runter hängen, der Test viel dabei runter und es kullerten abermals Tränen.

*Negativ*

konnte sie ablesen. Sie war also nicht schwanger. Und auch wenn sie sich ohnehin nicht zu viele Hoffnungen machen wollte, so war sie doch sehr traurig.
Sabine ging aus dem Bad raus. Und als sie Jens im Flur traf, umarmte sie ihn einfach. versteckte ihr Gesicht an seiner Brust. Er strich ihr sanft über den Rücken, wusste nicht was los war.

"Was hast du denn?"

Sabine Schluchzte. "Der Test war Negativ. Dumm deswegen zu weinen, ich weiß, aber irgendwie macht mich das wirklich traurig."

"Das ist nicht dumm. Du musstest viel durchstehen in letzter Zeit. Das ist doch ganz normal. Aber verlier den Mut nicht, wir versuchen es einfach weiter und ich bin mir sicher, das es schon noch klappen wird." er drückte sie sachte an sich.

"Dankeschön." flüsterte sie. Sie war so dankbar das sie Jens hatte und das er so sehr für sie da war. Sie liebte ihn so sehr. Er schaffte es immer wieder, ihr Herz zu berühren und ihr Hoffnung zu geben. Er wusste immer genau, was sie gerade brauchte.

Es vergingen einige Tage und Sabine hatte dann tatsächlich noch ihre Periode bekommen, was sie abermals sehr traurig stimmte. Seit dem Test sah sie immer wieder schwangere Frauen oder Babys und jedesmal hätte sie heulen können. Vielleicht würde ihre Freundin Madeleine sie ja ein wenig ablenken können. Mit dieser wollte sie sich gleich treffen. Auf einen Kaffee und dann noch ein wenig bummeln.

Sabine setzte sich in ein Cafe und wartete auf ihre Freundin, die auch kurz nach ihr ankam und Sabine gleich mit einer freudigen umarmung begrüßte, bevor sich beide hinsetzten und dann gleich jeder einen Kaffee bestellte.

"Wie geht's dir?" fragte Madeleine ihre Freundin.

"Soweit ganz gut. Und dir?"

"Mir geht es bestens." Madeleine machte eine kurze Pause, ehe sie freudig weiter sprach. "Ich muss dir unbedingt was erzählen! Es hat endlich geklappt! Ich bin schwanger!"

Sabine wusste gerade nicht wie sie reagieren sollte, klar, sie freute sich für Madeleine, aber es tat auch so weh, überall um sie herum, wurden die Frauen Schwanger oder hatten grade ihr Baby bekommen und bei ihr selbst hatte es noch nicht geklappt. Ohne das sie es wollte, fing sie leise an zu weinen und senkte gleich den Blick. Versuchte sich die Tränen weg zu wischen. Madeleine fragte sich, was plötzlich los war.

"Was hast du denn?" fragte sie vorsichtig.

"Alle werden schwanger, nur bei mir klappt es nicht. Es tut mir leid, das ich mich nicht richtig freuen kann." schluchzte sie.

Madeleine ging um den Tisch rum und zog ihre Freundin in die Arme.

"Es tut mir leid. Das wollte ich nicht. Aber weist du was. Es wird schon noch klappen. Bei den wenigsten klappt das sofort, Jan und ich haben auch ewig gebraucht und es hat geklappt und das bei unserem Hintergrund. Und bei euch wird es auch noch werden"

"Danke. Kann ich dir was anderes als Shopping vorschlagen?" fragte Sabine sie leise.

"Aber natürlich. Alles was du gerne möchtest."

"Ich möchte gerne zu meinem Baby. Jens und ich haben uns einen Ort zum trauern geschaffen. Können wir da hin?"

"Aber natürlich. Wenn es dir hilft."

"Danke."

Und so tranken sie ihren Kaffee aus, bezahlten und machten sich dann auf den Weg.

Als sie dann davor standen, kamen Sabine wieder die Tränen. Die Trauer war noch lange nicht vorbei. Aber sie bestimmte auch nicht mehr ihr Leben. Unterwegs hatte sie noch eine Blume gekautft, die sie nun vor der Kerze ablegte, welche sie anzündete.

"Das ist wirklich wunderschön geworden."

"Danke. Es war Jens' Idee. Und es war eine wirklich gute. Es hilft mir sehr. Hier habe ich das Gefühl meinem Baby nahe zu sein."

"Das war eine sehr schöne Idee."

"Ja. Ich bin froh das ich ihn habe. Er weiß immer genau, was ich brauche und wie er mich wieder aufbauen kann."

"So geht es mir mit Jan auch. Es ist schön das es noch solche Männer gibt und das wir ihnen begegnet und  ein Teil ihres Lebens sind."

"Das stimmt."

Madeleine und Sabine standen noch eine ganze weile dort, redeten über alles mögliche und irgendwann war es Sabine dann doch möglich, sich für ihre Freundin zu freuen. Sie hatte es außerdem geschafft, ihr neuen Mut zu machen und neue Hoffnung zu geben. Sie hatte ja recht, so schnell klappte es eben manchmal nicht. Es brauchte halt alles seine Zeit und dann würde es auch klappen. Sabine würde schwanger werden und dann ihr Baby in den Armen halten. Sie würde Mutter sein. Wann auch immer es soweit sein sollte. Aufgeben tat sie nicht.
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